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5.0 von 5 Sternen Benedikts Kreuzzug
Dieses Buch beweist: Dieser Papst ist für sein Amt nicht geeignet. Wir bräuchten keinen bücherschreibenden Theoretiker, sondern einen Seelsorger wie Johannes XXIII, der die Fenster für die Welt öffnet!
Veröffentlicht am 29. Dezember 2012 von stefan ziegler

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu Bnedikts Kreuzzug von Mstr. Posener
Dieses Thema wurde interessant behandelt. Aus meiner Sicht aber eben durch den Autor ( klarerweise seine Sicht..) etwas zu sehr gegen die kath.Kirche gerichtet, was ich als tendenziös bezeichnen möchte. Hierzu möchte ich anführen, dass meine Familie in keiner Kirche ist und wir insgesamt meinen, dass sich die Kirchen ( neuerdings auch die muslimischen...
Vor 23 Monaten von Manfred Köhler veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu Bnedikts Kreuzzug von Mstr. Posener, 14. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Dieses Thema wurde interessant behandelt. Aus meiner Sicht aber eben durch den Autor ( klarerweise seine Sicht..) etwas zu sehr gegen die kath.Kirche gerichtet, was ich als tendenziös bezeichnen möchte. Hierzu möchte ich anführen, dass meine Familie in keiner Kirche ist und wir insgesamt meinen, dass sich die Kirchen ( neuerdings auch die muslimischen Verbände) viel zu sehr in den Staat einmischen. Eigentlich glauben viele Leute, dass wir in einen modernen Staat sind, der eine klare Trennung zur Kirche festgelegt hat, leider ist das aber nicht der Fall. Vielleicht hätte das der Autor auch in seiner Betrachtung, die ja kritisch war einbeziehen sollen, da auch die Gesamtlagenbetrachtung interessant zur "Lage" gewesen wäre.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Benedikts Kreuzzug, 29. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch beweist: Dieser Papst ist für sein Amt nicht geeignet. Wir bräuchten keinen bücherschreibenden Theoretiker, sondern einen Seelsorger wie Johannes XXIII, der die Fenster für die Welt öffnet!
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58 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit tut oft weh..., 19. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mehr oder weniger per Zufall dieses Buch gekauft - zumal mich das Thema Religion aktuell brennend interessiert. Was Benedikt angeht, so war mir schon in Helmut Schmidts letztem Buch "Außer Dienst" aufgefallen, dass der Altlanzler Benedikt "wortwörtlich" als gefährlichen Mann bezeichnete. Mir war der neue deutsche Papst bis dato nur "unheimlich" in mehrerlei Beziehung. Posener schreibt unter anderem für die Welt, was nicht unbedingt die Meinige ist. Sein Buch jedoch ist analytisch und ein großartiges Stück kritischer Journalsimus - in Zeiten, in denen investigatives Handwerk gerne außen vor gelassen oder juristisch bedrängt wird. Der Autor hat vor allem in einem Punkt recht: Aufklärung und Moderne sind sicherlich nicht der Ausgangspunkt für den Zerfall der Moral und durch Menschen verursachte Katastrophen. Die römisch-katholische Kirche jedoch hat über die Jahrhunderte ihren großen Teil dazu beigetragen und ihre Chance - endlich das Gute zu tun - zwischen 1933 und 1945 verspielt. Ausgerechnet für diese Kirche steht Ratzinger bzw. Benedikt - der aktuell die Rolle rückwärts übt und mit Sicherheit kein Demokrat ist. Wer Poseners spannender Auflistung von Fakten nicht glauben möchte, der kann gerne zu Benedikts Originalen greifen - er wird offenen Verstandes nichts anderes darin finden.

Fazit: Ein sehr gut recherchiertes und aufwühlend spannendes Buch.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhellende Einsichten in die geistige Position Joseph Ratzingers, 1. Januar 2012
Von 
Herbert Huber (Wasserburg am Inn, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Sehr hellsichtig und erhellend seziert Alan Posener die Weltsicht und andere Positionen Joseph Ratzingers aka Benedikt XVI. anhand seiner Reden, Schriften und Taten. "Benedikts Kreuzzug" ist durch die Sorgfalt der Argumentation, die Sachlichkeit und nahezu lückenlose Zitatnachweise mehr als eine Streitschrift, wie der Autor zurückhaltend sein Buch einstuft.
Dabei geht es hauptsächlich um die Haltung des Papstes Benedikt XVI. Alle Fragen zum Papsttum allgemein, wie diktatorische Hierarchie, Unfehlbarkeit, Prunk und Reichtum der römisch-katholischen Kirche werden nicht primär behandelt.
Die Themen ergeben sich aus dem Inhalt der Kapitel in Stichworten:
Die benedettinische Wende - "Diktatur des Relativismus" - Umdeutung der Vernunft - Umschuldung / Holocaust - Pius-Brüder / Juden - AIDS / Homosexualität / Pädophilie - Moderne Naturwissenschaften - Islam - Offene Gesellschaft
"Benedikts Kreuzzug" zeigt die Entwicklungslinien im Denken Joseph Ratzingers auf und leuchtet hinter dessen Floskeln und oberflächlich betrachtet oft stimmige Bilder. Durch subtile Wortwahl und schluddrige Argumente des Theologen Ratzingers wird die wahre Botschaft oft zwischen den Zeilen transportiert. Viele merken es nicht. Durch Poseners Analyse wird es sehr viel leichter das zu Durchschauen. Man kann dem Autor nur recht geben: Joseph Ratzinger will die Aufklärung rückgängig machen oder zumindest desavouieren und die Ergebnisse der modernen Wissenschaften relativieren. Ratzinger geißelt zwar den Relativismus wann immer es geht, doch er nutzt ihn geschickt, wenn es darum geht die Verbrechen der Christenheit ins vermeintlich rechte Bild zu setzen oder den alleinigen Wahrheitsanspruch des Vatikans zu betonen.
Für alle, die mehr über die geistige Position des Oberhaupts der Katholiken wollen, ist "Benedikts Kreuzzug" eine ausgezeichnete Lektüre.
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22 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schöne neue Welt des Papstes, 5. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Wer Zweifel hatte, ob eine weitere Kritik am Papst und an der katholischen Kirche notwendig und zeitgemäß ist, der wurde durch das 'Philosophische Quartett' vom 29. November 2009, bei dem Alan Posener geladen war, eines besseren belehrt. Es war schon ein eindrückliches Schauspiel, wie sich dort die Elite deutscher Meinungsmacher, als solche darf man Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski und Daniel Deckers (FAZ) sicher ansprechen, darum wetteiferten, wer das mittelalterliche Weltbild der Kirche und die reaktionäre Politik des gegenwärtigen Papstes am verständnisvollsten verteidigte und wer Poseners intelligente und mutige Kritik am wirkungsvollsten zu zerreden wusste.

Was ist der Stein des Anstoßes? In acht flüssig geschriebenen Kapiteln seziert Alan Posener in ,Benedikts Kreuzzug' anhand von Originalzitaten das Weltbild des Führers der katholischen Kirche: Es geht um seine Ablehnung der Meinungs- und Religionsfreiheit, seine Bestrebungen, die Vernunft religiösen Dogmen zu unterwerfen, seine Umdeutung und Vereinnahmung des Holocaust (der ein Angriff auf das Christentum (!!!) gewesen sein soll), seine Verleugnung katholischer Judenfeindschaft, seine schlecht verhohlene Sympathie mit der rechtsradikalen Piusbruderschaft, seine menschenfeindliche Aids-Politik und Sexualmoral, seinen Versuch, die Wissenschaften zu gängeln (Darwins Evolutionstheorie), wobei er auch die Androhung von Folter für akzeptabel hält (Galilei), seine Kumpanei mit muslimischen Gewalttätern und seine weltfremden Vorschläge zur Familien- und Gesellschaftspolitik.

All dies ist spannend und zugleich beklemmend zu lesen. Es wird nicht nur Bekanntes auf den Punkt gebracht, sondern wer will, kann auch viel Neues erfahren (ich habe selbst im Abschnitt über die Kritik der Kirche an der Evolutionstheorie, mit der ich mich im Zusammenhang mit Schönborns Schulterschluss mit der Intelligent design-Bewegung befasst habe, aufschlussreiche, neue Details gefunden). Pointiert und akribisch belegt Posener, wie fassadenhaft die Bekenntnisse der Kirche zu Demokratie, religiöser und weltanschaulicher Toleranz, Menschenrechten und Wissenschaft sind, wie widerwillig selbst diese Lippenbekenntnisse geleistet werden und was wir zu erwarten haben, wenn es der Kirche gelingen sollte, weiter an Macht zu gewinnen.

Natürlich ist das Ergebnis erschreckend, und da nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde und wird nicht nur im ,Philosophischen Quartett' darüber räsoniert, dass die deutschen Bischöfe nicht mit allem einverstanden seien, was der Papst so verlauten lässt, dass er oft missverstanden werde, dass er schlechte Berater habe, dass der ganze reaktionäre Humbug letztlich ein wichtiges Gegengewicht zu den Fehlentwicklungen der Moderne sei usw. usf.

Es lässt sich kaum bestreiten, dass Poseners Analyse für viele Anhänger der katholischen Kirche schmerzhafte Einsichten bereithält. Und es ist das Recht eines jeden, seine liebgewonnenen Illusionen zu hegen und zu pflegen, aber sobald sie politischen Einfluss auf unser aller Leben zu nehmen beginnen, müssen sie sich der Kritik stellen und können sich nicht hinter der nebulösen Forderung nach ,Respekt' verstecken. Andere religiöse Ideologien, Scientology beispielsweise, werden ja auch nicht unter Naturschutz gestellt. Und selbstverständlich gibt es auch andere Stimmen in der Kirche und ,moderne' Theologen, aber welche Relevanz haben diese Stimmen wirklich? Sind sie mehr als Zuckerguss auf der bitteren Pille?

Die katholische Kirche ist eine Macht, gerade auch in Deutschland, und so sollte man seine Augen nicht verschließen, denn wenn Posener Recht hat, dann ist Benedikts Denken ,irregeleitet, gefährlich und in letzter Instanz menschenverachtend` (S. 14). Ich denke, er hat Recht. Wer diese Analyse aber für unfair und übertrieben hält, der sollte zumindest die Fakten und Argumente kennen, wird sich vielleicht überzeugen lassen und dann feststellen, dass Benedikts Kirche nicht die eigene Kirche ist und die Konsequenzen ziehen. Und so ist ,Benedikts Kreuzzug' nicht nur eine höchst interessante und anregende Lektüre, sondern auch ein idealer Prüfstein, um die eigene Meinung über den Papst und seine Kirche zu überprüfen, zu schärfen und gegebenenfalls zu korrigieren.
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43 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtige Anregungen zum Selberdenken, 24. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Nachdem der Hype um Richard Dawkins und andere Religionskritiker inzwischen etwas nachgelassen hat, erscheint mit "Benedikts Kreuzzug" ein Buch, das geeignet ist, die Debatte um das Verhältnis von Freiheit und Religion nicht nur neu zu beleben, sondern auch (endlich) in eine eher sachgerechte Richtung zu lenken.
Alan Posener versucht in dem Buch, seine These zu begründen, dass die römisch-katholische Kirche unter Führung des aktuellen Papstes (den er übrigens konsequent "Ratzinger" nennt und damit vom Mantel metaphysisch begründeter Unangreifbarkeit entkleidet)dabei ist, so einige Räder der Geschichte zurückzudrehen und die infolge der Aufklärung und der Überwindung mittelalterlicher Strukturen gewonnenen Freiheiten zugunsten eines "Gottesstaates" zu beschneiden.
Posener macht nicht den Fehler, den Dawkins und andere gemacht haben, nämlich sich durch eine zu fundamentale, das heißt zu sehr an den religionstheoretischen, metaphysischen Grundlagen der Religion(en) ausrichtende Argumentationslinie angreifbar zu machen. Die Mythen und Mysterien der vom Vatikan vertretenen Religion sind nicht sein Thema, ebenso wenig die Wahrheiten oder Geschichten der Bibel oder der Überlieferung. Sein Buch geht über die inhaltliche Kurzatmigkeit fundamentaler Religionskritik (ob diese nun berechtigt ist oder nicht) hinaus. Sein Thema ist die Beleuchtung der Auswirkungen religiösen Fundamentalismus' auf die moderne, die pluralistische und offene Gesellschaft. Sein Ansatz ist kein theologischer, sondern eher ein gesellschaftswissenschaftlicher, kein transzendentaler, sondern ein weltzugewandter.
Posener gibt überzeugende Belege dafür, dass hinter der aktuellen "Politik" des Vatikan mehr steckt als die Weiterführung des religiösen Betriebs in einer sich ändernden Welt. Ratzinger war in seiner ganzen innerkirchlichen Vita und ist weiterhin, nach Posners Auffassung, mit einer Mission unterwegs: die Kirche wieder zu dem zu machen, was sie einmal war, nämlich im Mittelalter.
Das hat gar nicht nur mit dem Umgang des Papstes mit der Pius-Bruderschaft zu tun. Auch dies wertet Posener als deutliches Zeichen für die mehr oder minder versteckten taktischen Maßnahmen des Vatikan zur Rückgewinnung früherer Bedeutung (und die Definition dieses "früher" kann nach Auffassung des Autors ruhig auch mal ein paar Jahrhunderte zurückgehen...). Er gibt auch viele andere Beispiele und Belege für eine in seinen Augen unpassende Rückwärtsgewandheit derer, die in der katholischen Kirche derzeit das Sagen haben und deren Ziel es ist, die Gesellschaft und den Staat der Kirche anzupassen, so wie sie sie verstehen.
Das Buch ist ausgezeichnetes "mind food", die Argumente sind klar dargestellt und gut begründet. Es regt an zu dem, was die katholische Kirche unter Führung des ehemaligen Chefs der vormaligen "heiligen Inquisition" nach Auffassung des Autors gerade zu verhindern und auszuschalten droht: zum selbständigen Denken.
Unbedingte Leseempfehlung!
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28 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Benedikt gegen Evolution?, 7. Januar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Die Papstkritik Alan Poseners ist in dem Kapitel "Benedikt contra Galilei und Darwin" (149-192) ein undifferenziertes Pauschalurteil. Der Papst wird hier als klarer Gegner der Evolutionstheorie und Intelligent-Design-Protagonist etikettiert. Das greift der Evolutionsbiologe Thomas Junker lobend auf. Obwohl in der Kontroverse gegen Intelligent Design und Kardinal Schönborn erfahren, habe Junker bei Posener, der "pointiert und akribisch belegt", "aufschlussreiche, neue Details gefunden" (siehe dessen Rezension).
In der Tat scheinen die zahlreichen Zitate, die auch andere Rezensenten tief beeindruckt haben, Poseners These zu bestätigen; und reichen Papstzitate nicht aus, greift Posener auf Kardinal Schönborn zurück, dessen Position mit der des Papstes schlicht gleich gesetzt wird. Schaut man sich die Kontexte im zitierten Original jedoch näher an, so erweist sich das Pauschalurteil an vielen (nicht allen!) Stellen als Fehlurteil. Was Posener als "Ablehnung der Darwin'schen Evolutionstheorie" (ebd. 183) hinstellt, ist in Wirklichkeit Ratzingers Abgrenzung von weltanschaulichen und naturphilosophischen Deutungen (!) der Evoltionstheorie, nämlich der Abgrenzung vom Marxismus und von der Verabsolutierung des Zufalls beim Molekularbiologen Jacques Monod, bei dessen Buch mit dem Untertitel "Philosophische (!) Fragen der modernen Biologie" selbst Fachkollegen von einer "animistischen Aufwertung des Zufalls" (Manfred Eigen) sprechen. Dass Ratzinger in diesem Zusammenhang von "Design" spricht, kommt Posener, der den Papst gern in der Ecke des Intelligent Designs hätte, natürlich wie gerufen. Dabei ist die Verwendung von "Design" und "Plan" in rein theologischem (nicht naturwissenschaftlichem) Kontext zum einen legitim, zum anderen zur damaligen Zeit (1981) völlig unverdächtig: Der Begriff "Intelligent Design" wurde erst nach einer juristischen Schlappe für den US-amerikanischen Kreationismus 1987 geprägt! Auch Kardinal Schönborn wird man spätestens seit seiner März 2009 gehaltenen Rede vor der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, in der er sich wohltuend und deutlich von Intelligent Design distanziert, nicht mehr einfach neokreationistisch vereinnahmen können. In dem so bewunderten Zitatenreichtum Poseners fehlt diese Stellungnahme, die so gar nicht zu Poseners These passt. Es zeigt sich: Pauschalisierung statt Differenzierung ist angesagt. Man kann nur hoffen, dass die übrigen Beiträge des Buches - über die ich mir kein Urteil erlaube - sorgfältiger gearbeitet sind. Genaueres übrigens auf der Website des Rezensenten.
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25 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "ALDI-Theologe", der seine Seele an die Macht verkauft hat, 27. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Der 60-jährige "DIE WELT"-Journalist (Politik und Gesellschaft) Alan Posener, in London geboren, in Malaysia aufgewachsen, hat mit großartigen Kritiken bedachte Monographien über John F. Kennedy, Elvis Presley, William Shakespeare, die Jungfrau Maria u.a. geschrieben. Das aktuelle Buch über Papst Benedikt XVI. ist hervorragend recherchiert - 288 Hinweise zu näheren Studium am Ende des Buches.
"Joseph Ratzinger" so schreibt Posener, hat das offene Streitgespräch immer vermieden; seine Waffe ist das vernichtende Dokument zur Begründung eines bereits vollzogenen bürokratischen Akts. Ein Merkmal seiner Rachsucht ist überdies ihre Kleinlichkeit: Wenige Tage nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche entlässt er den Schneider, dessen Familie seit 1793 die Päpste einkleidet, weil die Soutane, in der er als Benedikt XVI. seine erste Audienz geben musste, zu kurz geraten war."
Das spricht Bände für den Pomp und Glanz, hinter dem sich der ängstliche Großinquisitor und Glaubensrassist Ratzinger verbirgt. Er erscheint ständig aufs Neue höchst elegant ge- und verkleidet - Jesus Christus lebte das absolute Gegenteil.
Beschämend die Passage auf Seite 249, wie der 30-jährige Oberbayer Joseph Ratzinger durch einen geschickten Trick die Anerkennung seiner bereits abgelehnten Habilitationsschrift dennoch ermöglichte.
Wer sich von Ex-Präsident George Bush im Weißen Haus seinen 81. Geburtstag feierlich ausrichten lässt, muss sich fragen lassen, ob ihm die Unterscheidung der Geister überhaupt geläufig ist oder, ob er die Stimme Gottes auf gleiche Weise vernimmt und deutet wie der größenwahnsinnige Bush.
Alan Posener hat sich die Mühe gemacht, wichtige Fakten ins Licht zu rücken anstatt sich in hagiographischen Lobeshymnen seiner Autoren-kollegen wie Martin Lohmann, Bernhard Meuser u.a. zu verirren.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
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7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut gebrüllt, Löwe!, 30. Dezember 2009
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
Fundamentalismus ist nicht das Wahre, ist nicht das, was wir suchen und brauchen.
Die Hinwendung und - was wichtiger noch wäre - die Anerkennung, dass das Judentum und seine jahrhundertlange Überlieferung und Überarbeitung der sogenannten "Heiligen Schrift" ("Altes Testament", wie wir Christen sagen) als Grundlage der drei monotheistischen Weltreligionen Eigenbestand hat, geradezu ursächlich ist für diese, das wäre eben endlich einmal auch von Seite der Christen und Muslime zu erbringen.

Gut, Christentum und Islam, vielleicht als "Kinder", als die nachfolgenden Religionen des Judentums anzusehen, wäre unter Umständen dienlich, wenn wir die Kontroversen unter den drei genannten Religionen einmal betrachten.
Denn Kinder, wenn sie eigenständig werden, müsssen sich gegen zu absolute Eltern wehren, sonst verbilden sie sich, werden nicht frei und selbstständig.
Soviel zur Lage der Situation der gegenseitigen Beziehungen zueinander seit eher und zur Zeit. So gesehen verstehen wir besser die Kontroversen unter den drei genannten Religionen. Eigentlich müssten sie irgendwann einmal beigelegt werden.
Was sagt uns Alan Posener?

Er kritelt einwenig herum, setzt mal hier, mal da an, hat recht, manchmal auch nicht, aber sein Bauch sagt ihm, dass da etwas nicht stimmt.
Und was es ist, benennt er auch. Es ist die recht abenteuerliche Einstellung der offiziellen katholischen Lehre, aber gerechtfertigt eben durch die Jahrhunderte an Sicherheit und Halt für die Gläubigen, dass hier das Heil verkündet wird, absolut und basta.
Damit wird, so argumentiert Posener, die Aufklärung ruiniert, was zum Teil stimmig ist.
Nur: Sicherheit und Halt in einer verrückten Welt (immer war sie auch verrückt), das zählt schon, möchte ich sagen.
Und wenn selbst Jürgen Habermas in seinem Buch "Zwischen Naturalimus und Religion"
das "nachmetaphysische Selbstverständnis der westlichen Moderne" unter Beobachtung nimmt- und zwar geziemend - dann, ja dann weiß auch ich nicht, wie nun.

Eli Barnavi hat recht, wenn er in seinem Buch unlängst alles Absolute bzw. das, was wir gerne absolut nennen, anprangerte; das fördert nur den Fundamentalismus.
Absolut ist wohl nur die Realität des Universums und dessen Kraft, die wir gerne mit dem Begriff "Gott" benennen.
Alan Posener hat recht, wenn er so argumentiert, wie hier in diesem Buch.
Erschreckendes kommt zum Vorschein neben erkennbar Großes. Und dennoch: genau wie Benedikt XVI. in der Weihnachtsmette dieses Jahr nur kurz zu Boden ging und sich schnell wieder aufrichtete, genau so schnell und umsichtig hat er seine Arbeit bisher verrichtet,im "Katechismus der katholischen Kirche" mit über 700 Seiten etwa und auch sonst.
Nur kleine Umstellungen noch, die wohl seinem Nachfolger vorbehalten sein werden, und die katholische Kirche steht stärker da als je zuvor.
Die Taufe als geistige Aufforderung zum mutig Guten (Ethik, Moral), die Eucharistie, die ja am schwersten wohl zu verstehen ist, als ebenso geistige Aufforderung ("Das ist der geistige Auftrag Christi!") und alles sieht sehr gut aus. Der Bezug auf eine leibliche Anwesenheit "Gottes" wäre genau betrachtet echter (absoluter!) Materialismus, und der wurde und wird ja gerade von Seiten der Theologie vehement bekämpft.
Es ist, nebenbei bemerkt, nicht unbedingt nötig, den Zölibat aufzugeben, gewiss nicht, doch ihn als Alternative zu stellen, wird unabdingbar sein.
Alan Posener hat in ein wichtiges uns angehendes Phänomen gestochen.
Religionen haben Hilfestellungen zu geben, sie dürfen niemals Gottesstaats-Charakter bekommen, da sei Sankt Augustin davor!
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14 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augustinus versus Aufklärung, 9. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft (Gebundene Ausgabe)
'Wider den neuen katholischen Fundamentalismus' ' unter diesem Schlagwort läßt sich Alan Poseners Angriff auf die Verschlußsache Vatikan sicherlich am prägnantesten beschreiben. Posener, eigentlich mehr Schriftsteller als Journalist, obgleich er als Blogger und Redakteur der Welt deutschlandweit bekannt ist, hat mit seinem neuen Buch 'Benedikts Kreuzzug, Der Angriff des Vatikans auf die Moderne' sicherlich eins geschrieben, an dem man ' auch aus katholischer Sicht ' nicht vorbeikommt. Wenngleich es anklagt, den deutschen Papst schwer ins Kreuzfeuer der Kritik nimmt, beeindruckt es durch seine sachlich-inhaltliche geführte Argumentation; Posener ist und bleibt ein Qualitätsjournalist, der intellektuell brillant schreiben und ebenso schlüssig formulieren kann, was sich insbesondere dann zeigt, wenn er einzelne Text-Passagen in den publizierten Büchern des früheren Kurienkardinals und ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation analysiert.
Posener will streiten, will provozieren, was ihm auch gelingt. Nur: Ob er mit seiner Streitschrift des Pudels Kern trifft, mag dahingestellt bleiben. Denn eine Identifikation der katholischen Kirche beispielsweise ' bei aller berechtigten Kritik, die in diesem Buch fundiert aufgelistet wird ' mit dem islamischen Fundamentalismus scheint überzeichnet. Auch mag man berechtigte Zweifel haben, ob die von Posener dahingehend interpretierte Regensburger Vorlesung des Papstes nicht ' wie es auf den ersten Blick schien ' den Islam angriff, sondern in ihm einen Verbündeten sah, um wie er gegen die Moderne zu streiten.
Daß Benedikt ein Unbehagen an der Moderne empfindet, ist ja keineswegs neu, sondern geradezu das Charisma seines Denkens gegen das er schon als Münchner Erzbischof anzustreiten hatte. Charakterisierungen wie 'Panzerkardinal' und 'deutscher Schäferhund' waren da noch die liebenswürdigeren Titulierungen seitens der Kritiker.
Sicherlich ist Posener nicht ganz im Unrecht, wenn er Benedikt vorwirft, daß es diesem um eine Revolution der Moderne aus konservativer Sicht geht, und daß er am Eurozentrismus festhält, weil dieser für ihn den eigentlichen Wertekanon des Abendlandes verkörpert. Nur: Benedikt ist der Statthalter einer der ältesten Institutionen und damit der Tradition maßgeblich verpflichtet, so daß es für ihn geradezu in der Sache an sich liegt, gegen jeden, wie immer wieder vorgeworfen, Werterelativismus, gegen die neue 'Leere' anzustreiten.
Daß dann dieser immer wieder gegen die Moderne geführte Kampf Benedikts seine Ursprünge eben nicht im post-kantianischen oder post-aufklärerischen Denken hat, wovon Posener ja ausgeht, wenn er die Demokratie gegen den katholischen Konservatismus ausspielt und der Kirche Demokratiefeindlichkeit vorwirft, sondern in der neuplatonischen Philosophie und in der Stoa, bleibt eine unanfechtbare Überzeugung eines philosophisch geprägten Denkers, wie Benedikt nun mal einer ist. Aus dieser philosophischen Prägung ist es unsinnig dem deutschen Papst vorzuwerfen, daß er den Versuch unternehmen will, die Spätantike gegen die Moderne in Stellung zu bringen, denn dieses Unterfangen bleibt die konsequenzlogische Folge seines strikt verfochtenen Augustinismus. Diese, seine Überzeugung wird deutlich, wenn man Fichtes Diktum: 'Was für eine Philosophie man wähle, hänge davon ab, was für ein Mensch man sei', hinzuzieht. Aus seinem Bekenntnis zu Augustinus und dem damit verbundenen Wertekanon kann also Posener Ratzinger keinen Strick drehen, selbst wenn ihm dieser Denkansatz, wie für viele moderne Denker im Allgemeinen ja auch, antiquiert und überholt erscheint.
Zu übersehen scheint Posener dabei, daß die christlich-antike Spiritualität derzeit, wenngleich dies viele leugnen, Konjunktur hat. Negative Theologie, Mystik und Transzendenzsehnsucht bleiben für viele Menschen, noch mehr sind es in den USA, Leitbilder einer sinnvollen Lebensführung und inhaltlichen Gestaltung. Denn für diese zeigt sich die Dialektik der Aufklärung gerade darin, daß sie mit einem rational-durchorganisierten Welt- und Wertebild hadern und statt dessen wieder nach dem Geheimnis des Glaubens, nach dem Wunder suchen. Die Aufklärung, und dies ist keineswegs neu, bedenkt eben nicht den ganzen Menschen. Gegen Poseners abgeklärtes Weltbild der Moderne, gegen seinen Versuch, diese restlos zu verteidigen, kommt der Augustinismus Benedikts keineswegs als einseitiger und fehlgeleiteter daher, sondern gerade umgekehrt als eine Bereicherung der Lebenswelt, die sich eben nicht auf das abgeklärte Ich reduzieren will, sondern nach dem Mehr-als sucht, die die Gottesfrage immer wieder formuliert, um die endliche Freiheit zu begreifen. Schon im deutschen Idealismus Kants zeigte sich, daß die Gottesfrage immer noch ein Postulat der praktischen Vernunft blieb.
Aus philosophisch-theologischer Sicht führt Benedikts Augustinismus damit keineswegs zum 'Rollback' in die Aufklärung, zur 'Abkehr von der Moderne', sondern sucht eine mögliche Antwort auf die großen Fragen, die die Moderne stellt, aus dem Geist der abendländischen Philosophie zu geben. Darin eingeschlossen ist auch die Absage an die Selbstermächtigung des Ich, während Posener im Gegenzug das Ich euphorisch als eigentlichen Sieger der Aufklärung feiert.
Auch stimmt es nicht, aus Benedikts Augustinismus einen lebensweltlichen Eskapismus abzuleiten, in welchem sich das Ich auf seine Lebensferne reduziert. Vielmehr zeigt sich in Augustins Staatstheorie, daß sich das Individuum keineswegs kontemplativ verkapselt. So folgt schon aus der Beschäftigung mit Augustinus für Benedikt, daß das Individuum immer auch ein homo politicus ist. Die These Poseners, 'dass Ratzinger nicht in erster Linie Theologe ist; dass für ihn das Theologische immer politisch ist' (S. 17), kann Benedikt daher gar nicht treffen, ergibt sie sich doch aus seinem augustinisch geprägten politischen Selbstverständnis.
Die 'benedettische Wende', die sogenannte 'Überordnung der Ethik über die Politik' resultiert damit auch nicht vordergründig, wie Posener meint, aus der Kritik an der Moderne, sondern ist Zeichen eines philosophischen Denkens, das vom je individuellen Ich zum Du und Wir immer schon schreitet, eben jener antiken Denktradition, die von Plotin und Porphyrios ' über Augustinus ' bis hin zu Dionysios Areopagita und Boethius führt. Und daß Benedikt diese Zeit als goldenes Zeitalter verstehen will, ist damit nur die apodiktische Konsequenz seiner, diesem Denken verpflichteten Argumentation, und nicht, wie vorgeworfen, ein Abgleiten in den Irrationalismus des Mittelalters. Wer so argumentiert, bringt das Mittelalter in Mißkredit ' trotz der großen Forschungen von Johan Huizinga, und zeigt damit zugleich auch seine Kenntnislücken hinsichtlich einer ganzen Geschichtsepoche.
Vielleicht greift eine Streitschrift, wie die von Posener, dann doch zu kurz, wenn dieser bekennt 'Ich möchte mir deshalb nicht anmaßen, ein Urteil über den Theologen Joseph Ratzinger zu fällen' (S. 15). Aller Wahrscheinlichkeit nach muß man in erster Linie den Theologen Ratzinger verstehen, um zu einer originären Bewertung dieses Denkers zu kommen, wenn es darum geht, seine Sicht zur 'Diktatur des Relativismus', zur 'Umdeutung der Vernunft', zur 'Kultur des Todes', zur modernen Naturwissenschaft und zur 'Offenen Gesellschaft' zu verstehen.
Viele Kritikpunkte, die Posener aufführt, um seine Anklage zu rechtfertigen, die letztendlich auf sein eigenes Glaubensbekenntnis hinausläuft, das er folgendermaßen skizziert: 'Ja, ich klage Benedikt an. Ich halte Benedikts Denken für irregeleitet, gefährlich und in letzter Instanz für menschenverachtend, und das versuche ich zu begründen. Ja, das von mir gezeichnete Bild des deutschen Papstes ist einseitig. Aber es ist erheblich weniger einseitig als das Bild, das Benedikt und seine Nachbeter zeichnen, wenn sie die moderne Gesellschaft anklagen', können aus umgekehrter Sicht für Benedikt ins Feld geführt werden, sobald man sein Denken nicht an der Aufklärung, sondern am christlich-antiken Weltbild spiegelt.
Auch sollte man, bei aller Kritik an Benedikt, immer mitbedenken, daß es in Zeiten des anything goes einer Stimme bedarf, die mahnend erinnert, die sich dem rasanten Zeitgeist widersetzt, ohne der Moderne damit zugleich ihr Existenzrecht zu verweigern. So versteht zumindest der Rezensent den Papst. Benedikt hadert nicht mit der Moderne, wenn er diese kritisiert, wenn er ihr ein Gegenbild gegenüberstellt, um sie dort zu korrigieren, wo sie tatsächlich in die 'Leere' läuft, sondern, und dies muß doch erlaubt sein, zeigt auch ihre Mißlichkeiten auf. Man ist doch keineswegs antimodern, wenn man wie Benedikt den überschwenglichen Drang zur Freiheit, den egozentrisch-unendlichen Freiheitsdrang als Hybris kritisiert. Freiheit bleibt ganz wie bei Hegel auch für den Papst Einsicht in die Notwendigkeit ' und diese Weisheit kann bei aller Modernitätseuphorie keineswegs schaden.
Kurzum: Poseners Buch strahlt eine geheime Faszinationskraft aus, gegen die man sich wehren muß, eben weil es aus seiner Sicht so überzeugend geschrieben ist. Es ist ein streitbares Buch, mit Sicherheit, aber endlich mal wieder eines, das die Vernunft anregt. Auch wenn man letztendlich anderer Meinung ist, kann man es empfehlen, weil es nicht als platte Kritik am Vatikan daherkommt. Man sieht, hier hat einer tief gedacht.

Tabula Rasa, Die Kulturzeitung aus Mitteldeutschland ([...]
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Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft
Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft von Alan Posener (Gebundene Ausgabe - 1. September 2009)
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