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Kundenrezensionen

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am 2. Januar 2014
Nicht nur der vorliegende Band bestätigt meinen Verdacht, dass wir es bei Egon Bahr mit dem Albert Einstein der modernen Diplomatie zu tun haben. Sein Werk "im Maschinenraum" wird weniger gewürdigt, als dies angemessen wäre. Bahrs klares Denken in plausiblen Begriffshirarchien und gewissermaßen "asymptotischen" Extrapolationen, das Setzen überzeugender Prioritäten und sein furchtloses Vorgehen nach Verstand und Logik ordnet das politische Handeln, das im Nebel der diversen Wirklichkeiten zu blankem Chaos tendiert.

Was noch immer nicht klar scheint, ist die Rolle des Breschnew-Apparates in der durch Kennedy initiierten Entspannungspolitik. Mein Eindruck ist, dass die "Kanalarbeiter" um "Leo", J. Andropov, L. Breschnew sehr wohl schon realisiert hatten, dass ihre Nation mit Lenin in eine historische Falle geraten war, aus der sie allein kaum herausfinden würden. So war die SPD in jeder Hinsicht willkommen, nicht "nur" vordergründig in Bezug auf Abrüstung. Andropov hat mit und nach Breschnew die Vorgänge begleitet und dann Gorbatschov als Generalsekretär installiert, der schließlich den Schritt in Richtung Sozialdemokratie gewagt hat. Leider ist davon im Moment nicht viel zu erkennen, aber der geschichtliche Prozeß hat oft Wellencharakter, und was zunächst als Tragödie daherkommt, wiederholt sich manchmal als Komödie. Man wird sehen, ob es in RU eine neue Paarung von Thron und (orthodoxem) Altar geben wird. Ich bin diesbezüglich skeptisch. Allerdings wird es wohl bei der Einheit der Russischen Orthodoxie bleiben, also bei der kulturellen Einheit von Rußland, Ukraine und Weißrußland. Jedermann ist gut beraten, sich an dem Thema nicht zu verheben, so wohlwollend die Absichten sein mögen.
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am 9. November 2013
Egon Bahr war auch mal mein Chef, das Buch steht bei mir also für gute Erinnerung an einen höchst bemerkenswerten Mann. Aber auch andere, die die wirkliche Großtat einer neuen Ostpolitik mit all' ihren Konsequenzen nicht mehr richtig einordnen wollen oder können, sollten dies Buch lesen. Es ist ein Plädoyer für "Geheimdiplomatie", wo sie damals unumgänglich war, um die Dinge voran zu bringen. Dies freilich geleitet von unerschütterlichem politischen Gestaltungswillen eines Willy Brandt, der Deutschland zur guten Nachbarschaft führen wollte. Seine Ostpolitik legt dafür - auf steinigem Weg, den Egon Bahr zu ebnen wusste - die entscheidenden Grundlagen. Sehr lesenswert.
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Egon Bahr, geboren 1922, hat es nicht lassen können und die Gelegenheit genutzt, der Nachwelt doch noch etwas zu erzählen von jenen bewegten und bewegenden Jahren, die die Geschichte zwischen den beiden deutschen Staaten dramatisch verändern sollte, die die Weichen stellte für eine neue europäische Konstellation und letztendlich auch als ein Sargnägel für die Zweiteilung der Welt werden sollte. Egon Bahr erzählt in dem vorliegenden Buch vor allem von seinem Aufeinandertreffen mit Willy Brandt Anfang der Sechziger Jahre, als dieser Regierender Bürgermeister in Berlin war, über den Wechsel nach Bonn als Außenminister der Größen Koalition bis zum Bundeskanzler der sozial-liberalen Koalition und seinem Rücktritt 1974 nach der Guillaume-Affäre.

Bei der Lektüre eines in einem rar gewordenen, exzellenten Deutsch geschriebenen Buches drängten sich zumindest dem Rezensenten immer wieder zwei Begrifflichkeiten auf, die das Wesen des Verhältnisses zwischen Willy Brandt und Egon Bahr zu beschreiben in der Lage sind. Zum Einen ein immer mehr in die Vergessenheit geratender Begriff wie der des Weggefährten, der ausdrückt, dass die festzustellenden Gemeinsamkeiten aus einer gleichen Zielsetzung wie der Übereinkunft über den einzuschlagenden Weg hin zu diesem Ziel resultieren. Und bei dem anderen Terminus handelt es sich um den der Kongenialität, der ausdrückt, dass verschiedene außergewöhnliche Begabungen zusammenkommen und zusammen etwas positiv bewirken. Um all das, was Egon Bahr an situativem Handeln beschreibt und anhand eigener charakterologischen Studien ausführt zusammenzufassen, könnte man aus gutem Grund zu der Quintessenz kommen, bei Egon Bahr und Willy Brandt handelte es sich um kongeniale Weggefährten.

Neben dem Menschlichen, das bei den Aufzeichnungen zutage tritt und in mancher Hinsicht auch neu ist, und welches nie die Grenze des Respektes und der Diskretion überschreitet, liefert das Buch noch einmal im Zeitraffer das Projekt der neuen deutschen Ostpolitik. Das, was wohl ohne Wenn und Aber das große historische Verdienst des Kanzlers Willy Brandt bleiben wird, die Befähigung zu einer friedvollen Deutschland- und Europapolitik aus dem machtpolitischen Chaos, das dem II. Weltkrieg erwuchs, wird noch einmal deutlich gemacht. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie schwierig es war, sowohl Deutsche aus Ost und West als auch die Siegermächte um die Lager USA und UdSSR wieder sprechfähig zum Thema Deutschland zu machen. Dazu bedurfte es einer politischen Vision und eines sehr elaborierten Verständnisses von Politik, wie es zu diesem Zeitpunkt wohl nur Willy Brandt mitbrachte und einer diplomatischen und kommunikativen Brillanz, die Egon Bahr zu dem unverzichtbaren Partner des Politik-Architekten Brandt machte. Die Kongenialität der beiden materialisierte sich in einer Kombination aus Vision und Pragmatismus sowie aus Diplomatie und Charisma.

Die Erinnerungen Egon Bahrs sind in vielerlei Hinsicht eine sehr wertvolle Ergänzung zu den bereits vorliegenden Werken der Historiographie. Da erzählt einer, der tatsächlich den später so oft bemühten Hauch der Geschichte verspürt hat, wie es war, als man mit den Russen im Kalten Krieg klandestin verhandelt hat, wie es sich anfühlte, wenn die Kränkungen Willy Brandts durch die Revanchisten zu persönlichen Krisen führten oder wie irritierend es sein konnte, wenn die Amerikaner die beiden Sozialdemokraten in einem Hotel in Washington abhörten, harsche Kritik der beiden vernahmen und dennoch die Unterstützung nicht versagten. Bahr beschreibt sehr authentisch die Empathie und Verletzlichkeit seines Freundes Willy Brandt. Und er fasst das mit gestaltete Kapitel deutscher Geschichte mit einer Prägnanz zusammen, das heutige Journalisten erblassen lassen muss. Da bleibt nur die höchste Empfehlung.
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am 11. April 2013
Als immer schon interessierter Beobachter der Politik und mittlerweile jenseits der 70 hat man die Entwicklungen und Ereignisse der Brandt'schen Ostpolitik und damit auch die damalige Rolle von Egon Bahr in lebhafter Erinnerung. Was das Buch dennoch sehr lesenswert macht, sind die Details und die Schilderungen der mühsamen Schritte hin zu den weichenstellenden Verträgen. Auch wenn man schon viel über den schwierigen Umgang mit Willy Brandt gelesen hat, hier erscheinen neue Aspekte, manchmal auch nur Nuancen bekannter Zeugnisse, z.B. das problematische Verhältnis zwischen Brandt und Herbert Wehner. Es ist also nicht alles nur ein déja vu, sondern für den damaligen aufmerksamen Zeitgenossen ein Wiederauffrischen, für den Jüngeren ein sehr interessantes Stück deutscher Geschichte der 60er und 70er Jahre.
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am 27. Juni 2013
"Das musst du erzählen" beschreibt sehr emotional, wie das Verhalten Wehners, die Kanzlerschaft Brandts beendete. Brandt war nie der Charakter, der am Widerstand aus den eigenen Reihen Antrieb schöpfte, besonders in den späteren Jahren, heftige Kritik beförderten seine Zweifel.

Egon Bahr hat das sehr sensibel beschrieben. Er unterließ es, die von Brandts Feinden genüsslich aufbereiteten Details seiner Eskapaden erneut auszubreiten. Das hat in diesem Buch auch nichts zu suchen.

Ich selbst stand als 17-Jähriger selbst am 13. August 1961 am neuen Zaun durch Berlin und erlebte die Schockwelle, die durch die Berliner und die westdeutsche Bevölkerung ging.
Die spätere Ostpolitik Willy Brandts, entworfen von Egon Bahr, war der einzig mögliche Weg, die Teilung Deutschlands zu überwinden. Der Genosse Wehner, der sich selbst als viel wichtiger sah, als dieses Brandt/Bahr-Gespann, hat, beschädigt vom Geschehen in Moskau, das Gespür für die Zeitläufte und die Chancen deutscher Ostpolitik nicht gehabt.

Brandts Kniefall hat die ideologisch Verhärteten der anderen Seite tief beeindruckt. Und vielen Gegnern der Ostpolitik in den Unionsparteien deutlich gezeigt, hier hat jemand den Zugang zu ernsthaften Gesprächen über die deutschen Probleme. Ohne Brandt/Wehner hätte Helmut Kohl die Ernte nicht einfahren können.
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TOP 100 REZENSENTam 31. März 2013
Egon Bahr war sicher von allen Weggefährten Willy Brandts derjenige, der am engsten mit ihm verbunden war. Das wird schon in der Einleitung deutlich. Dort wird ein Brief erwähnt, den Brandts Sohn nach dem Tod von seinen Vater an Egon Bahr geschrieben hatte. Auf die Frage seines Sohnes am Sterbebett, ob er richtige Freunde im Leben hatte, antwortete Willy Brandt: "Ja, Egon". Man kann sicher nachvollziehen, wenn Egon Bahr dies in seinem Buch über Brandt mit einigem Stolz erwähnt.

Und weil eben beide beruflich und menschlich so eng miteinander verbunden waren, kann Egon Bahr manch Markstein in der Karriere von Willy Brandt aus einer sehr persönlichen Perspektive berichten. Ein Beispiel ist der Mauerbau 1961, als Brandt Bürgermeister von Berlin war. Wie sehr er von den Ereignissen bewegt wurde, schildert Bahr im Buch recht lebendig. Etwa dass Brandt spontan eine Rede vor dem Rathaus hielt oder dass er einen eindringlichen Brief an Kennedy schrieb, den er um Beistand bat.

Egon Bahr kann aufgrund seiner persönlichen Nähe aber auch viel über den Menschen Willy Brandt berichten, was er auch in recht ehrlicher Form tut. Ein Kapitel heißt zum Beispiel: "Die Krise des Freundes". Dort schildert er, wie sehr die Last und die Verantwortung des Kanzleramtes Willy Brandt oft zu schaffen machte. Zitat: "Ich habe keine Lust mehr" .... "Ich bin gescheitert mit meiner Art, die eben keine Befehle erteilt und Menschen wie Menschen behandelt". Solche Sätze nähren natürlich gewisse Zweifel daran, ob der Rücktritt 1974 aufgrund der Guillaume-Affäre wirklich notwendig, oder doch zu einem gewissen Grad auch freiwillig war.

Fazit: Egon Bahr neigt nach meiner Meinung im Buch manchmal zu sehr dazu, die Politik von damals zu erklären. Das ist für den heutigen Leser wahrscheinlich nur noch begrenzt interessant. Denn Politik ist ein schnelllebiges Geschäft und jede Zeit hat ihre eigenen Probleme. Was er aber an Persönlichen über Willy Brandt schreibt, und wie er an dessen Beispiel zeigt, wie Politik Menschen prägt und verändert, ist doch sehr lesenswert.
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am 21. Mai 2013
Ein sehr aufschlussreiches und spannendes Buch für jeden Leser, der sich für die Friedens- und Entspannungspolitik der Ära Brandt in den Zeiten des Kalten Krieges interessiert. Für Kenner der Materie bietet das Buch wahrscheinlich wenig neue Einblicke, Vieles dürfte hinlänglich bekannt sein. Da ich mich bislang allerdings nicht intensiv mit dieser deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigt hatte, war das Buch für mich hochinteressant und lesenswert. Es ist sehr verständlich geschrieben und an einem Nachmittag gut zu lesen. Einen Stern Abzug gibt es von mir, da Egon Bahr die Person Brandt zu unkritisch beschreibt, ja gerade zu glorifiziert. Das Privatleben Brandts wird nahezu vollständig ausgeklammert, auch wenn es meines Erachtens zum Verständnis der Person Willy Brandt unabdingbar dazugehört. Insgesamt aber ein packendes Buch eines wichtigen politischen Zeitzeugen und Wegbegleiters von Willy Brandt.
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am 28. Oktober 2013
Das Buch berichtet über die Geschichte Deutschlands, wie ich sie als Zeitzeuge erlebt habe. Allerdings werden nun im zeitlichen Abstand viele Fakten bekannt, die durchaus in der offiziellen öffentlichen Wahrnehmung heute nicht gewürdigt werden - zum Beispiel Adenauers separatistische negative Einstellung zur deutschen Wiedervereinigung oder die wichtige Rolle Willy Brands für den Prozess der Vereinigung. Demnach hat Helmut Kohl nur noch die Früchte dieser Jahrzehnte dauernden hartnäckigen Politik der Ost-Annäherung geerntet als "Kanzler der Einheit". Auch die ausschließlich negative Darstellung Honeckers sollte demnach relativiert werden.
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am 9. Juni 2013
Durch Egon Bahrs " Erinnerungen" erhält man intensive Kenntnisse in das Zustandekommen der Ostvertäge. Man erfährt, wie
sehr doch auch die persönlichen Beziehungen der einzelnen Unterhändler am Zustandekommen der Verträge eine Rolle ge-
spielt haben. Es ehrt Egon Bahr, wie sehr er sich selbst als Unterhändler zurücknimmt und Willy Brandt den Vortritt lässt. Persönliches lässt er fast ganz außen vor. Das Buch ist vor allem denen zu empfehlen, die diese Zeit nicht mit erlebt haben.
Sie werden erfahren, welche Zugeständnisse doch erforderlich waren, um bis zu den heutigen friedvollen jahren zu kommen.
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am 17. Oktober 2013
Habe die Zeit ab Mitte der 60iger Jahre bewusst miterlebt. Dieses Buch hat mir im Nachhinein zu vielen Abläufen die Augen geöffnet. Die Aera Brandt / Scheel hat mich stark geprägt. Erst Gerhard Schröder hat mich von der SPD gelöst.
Kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der meint, unsere Kanzlerin bestimmt die Richtlinien der Politik. Im Hintergrund geht es sicher noch chaotischer zu, als in diesem Buch beschrieben! Und keiner merkt es oder will es merken!
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