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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Supergut zu lesen !!!, 13. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kleist: Dichter, Krieger, Seelensucher - Biographie (Gebundene Ausgabe)
Was für ein beeindruckendes Buch! Wenn man sich einmal an Michalziks ruhigen Ton gewöhnt hat, merkt man schnell, dass man mitten drin steckt im Leben dieses echt eigenartigen Kleist und sogar in seinen Gedanken. Was war das nur für ein Typ, so eigensinnig und trotzdem so berührend. Da hat einer wirklich um sich und sein Leben gekämpft. Um Freiheit, um Liebe und um Anerkennung. Endlich kann man Kleist verstehen, glaube ich. Ich habe schon ein paar Biografien zu diesem wirklich großartigen Dichter angesehen, aber das ist die, die ich gesucht habe.
Michalzik schreibt sehr packend und klug. Obwohl sich das so spannend liest, hat er alles genau beschrieben. Man erfährt hier sehr viel über Kleists sieben Jahre beim Militär und im Krieg. Über seine berüchtigte Würzburger Reise. Über die Zeit in Berlin und Dresden. Und auch sonst über die damalige Zeit, über Liebe und Schwulsein, und Aufklärung und wie die Leute in Berlin und anderswo waren. Über den Selbstmord kann Michalzik wirklich was sagen. So weit ich das sehen kann, gibt es kein anderes Buch, wo man so viel über Kleist erfährt.
Michalzik ist Theater- und Literaturkritiker, er hat schon Biografien geschrieben, vor zwei Jahren hat er ein schönes Buch über das Theater veröffentlicht, aber das ist sein bestes Buch. Offenbar kennt er sich nicht nur im Theater sondern auch bei Kleist hervorragend aus und er hat das Zeug das auch zu vermitteln. Dieses Buch kann wirklich jeder lesen. Endlich mal wieder eine Biografie für Leser.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ganz wundervolle Biographie, 12. April 2011
Von 
A. Diekmann-müller (Würzburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kleist: Dichter, Krieger, Seelensucher - Biographie (Gebundene Ausgabe)
Gestern in der Buchhandlung hatte ich die Qual der Wahl, eine Kleist Biographie zu erstehen und habe mich, nach einem einigermaßen flüchtigen Durchblättern - mit ein wenig Vorkenntnis durch gelesene Rezensionen - für dieses Buch entschieden - und bin ganz glücklich mit meiner Wahl. Ich habe das Buch verschlungen und kann - soweit das durch Lektüre geht - den Dichter und Menschen Kleist ein wenig verstehen - genau das, was ich wollte. Das Buch ist anspruchsvoll geschrieben, schöne Sprache, aber nicht kapriziös oder selbstverliebt. Kleist steht im Mittelpunkt und ich bin hingerissen.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich passe mich nicht unter die Menschen." (H. v. Kleist), 15. Mai 2011
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kleist: Dichter, Krieger, Seelensucher - Biographie (Gebundene Ausgabe)
"Wer das Leben Heinrich von Kleists verfolgt, findet im Wesentlichen zwei Geschichten.", beginnt Peter Michalzik seine Biografie über den deutschen Dichter der Weimarer Klassik und Romantik. Allerdings scheinen diese beiden Geschichten kaum etwas miteinander zu tun zu haben. "Es ist zum einen die Geschichte eines schwer zugänglichen, merkwürdig verstockten Menschen, der lange als einer der großen Einsamen der deutschen Literatur galt. Zum anderen ist es die Geschichte eines agilen jungen Mannes in einer Zeit der Umbrüche, Kriege und Neuerungen. Selten fielen die innere und die äußere Geschichte so weit auseinander wie im Fall Kleist."

Heinrich von Kleist war ein Mensch der Krise. Er hat Großes geschaffen, aber auch oft enttäuscht. Nämlich dann, wenn er allzu vollmundige Versprechungen machte, denen keine Taten folgten oder die geweckten Erwartungen wieder einmal enttäuschte. Sein ganzes Leben war ein unruhiges, ein ungestüm voranstürmendes, aber gleichzeitig auch friedlich plätscherndes Bächlein, ein alles mit sich reißender Strom auf der einen Seite, eine stille und romantische Naturschönheit auf der anderen. Kleist Biografie ist die eines Schwankenden, eines unablässig Suchenden, der, eines eingesperrten Wiesels gleich, "das verschreckt am Gitter hin und her läuft", sich zeitlebens unruhig gebärdet und dessen wichtigster Teil letztendlich durch das Schreiben zur Welt kommt.

"Was ist es, das schreibt? Was ist das, das Schriftsteller zum Schreiben zieht? Was macht, dass manche von ihnen meinen, nur leben zu können, wenn sie schreiben?" Diese und noch jede Menge anderer Fragen stellt sich Peter Michalzik in seinem opulenten Buch über diesen Unruhegeist, der sich mit nur 34 Jahren das Leben nahm. Behutsam und äußerst feinfühlig versucht der Autor, sich dem Menschen Kleist zu nähern, ihn als den zu verstehen, der er offensichtlich war. Unnötiger Spekulationen, derer es in den vergangenen Jahren viele gab, schließt sich Michalzik nicht an. Klar und logisch argumentiert er über das wenig Bekannte. Denn anders als bei seinen anderen berühmten Zeitgenossen, deren Leben nahezu lückenlos nachvollziehbar ist, gibt es im Leben Kleists viele Monate ohne ein einziges Zeugnis. Die Quellenlage ist eine mehr als schüttere.

Trotzdem ist Peter Michalzik ein großartiges Porträt eines von extremer Sehnsucht geprägten, einsamen Menschen gelungen, der sich zeitlebens "Hals über Kopf in die Ungewissheit wie der Soldat in die Schlacht" stürzte. Er konnte vieles, aber einfach so dahinleben, das konnte er nicht. "Selten hat jemand heftiger geliebt und war gleichzeitig unfähiger zur Liebe als Kleist.", so der Autor. Michalzik zeichnet ein stimmiges, hochinteressantes und vor allem spannendes Bild dieses zwiegespaltenen Dichters, der "seine Verzweiflung, seinen Hass, seine Hoffnung, seine Liebe und seine Seele erst in Tragödien, dann in Komödien und dann in Erzählungen" legte und wahrhaft eigenartige literarische Wesen schuf.

All die Hoffnungen, Verzweiflungen, den Mut und die Angst Kleists porträtiert Michalzik in einer anschaulichen Geschichte voller Verve und Esprit. Er zeigt die Versuche des Dichters, ein bürgerliches Leben zu führen oder ein Leben außerhalb der Gesellschaft und Konventionen, nimmt Bezug zu seinen Fluchten nach Paris oder in die Schweiz, seiner Ausbildung in Königsberg, seinem Leben als Schriftsteller in Dresden und Berlin, seinen Theaterstücken und Erzählungen. Er zitiert aus seinen hitzigen Briefen, berichtet von "der Wut mit der er zum Gegner Napoleons, der Energie, mit der er zum genialen Zeitungsredakteur und zum Selbstmörder wurde."

Dabei geht es Peter Michalzik nicht primär um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Kleistforschung, sondern der Autor versucht zum einen Kleists Seele zu ergründen und zum anderen ihn in jenen zeitgenössischen Rahmen zu setzen, in dem er geboren wurde und in welchem er sich bewegte. Entstanden ist eine Geschichte des Krieges: Kleists Krieg im Inneren und im Äußeren. In Michalziks leicht und flüssig zu lesender, aber doch substantiell hochwertiger Biografie erhebt sich der zerrissene Kämpfer, dem es wirklich um das Leben als Ganzes ging, nahezu plastisch aus den Zeilen, so dass der Leser "sich von einem 'unaussprechlichen Menschen', wie Kleist sich selbst nannte, gefangennehmen" lässt, obwohl dieser "in der Welt, auf die er hoffte, nie ankommen sollte und auch nicht ankommen konnte." ("... die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war." (H. v. Kleist)).
Allerdings lebt sein großartiges Werk in uns fort.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jede Arbeit nutzt ihr Werkzeug ab. Bei den Dichtern schrumpft das Herz, 28. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Kleist: Dichter, Krieger, Seelensucher - Biographie (Gebundene Ausgabe)
Diese neue Kleist Biografie eröffnet mit der Phase in HvK' s Leben, als er aus dem Militärdienst ausscheiden will, 1799. Kleist war kein Pazifist und sein Ausstieg aus dem militärischen Leben geschah der individuellen Freiheit und der Bildung wegen. Die nächsten Jahre werden eine rastlose Suche und Verwirrung.

Es ist erstaunlich wie wenig wir über seine frühen Jahre wissen, über seine Kindheit und den Einfluss seiner Eltern. Auch später gibt es weisse Flecken im Lebenslauf. Sexualität ist ein ganz unklares weites Feld. Liebe ohne Begehren? Verdrängte Homosexualität? Middlesex?

K nimmt als noch kindlicher Offiziersanwärter am Krieg gegen die französische Revolutionsarmee teil, an der Belagerung und Befreiung des besetzten Mainz, an Feldzügen in der Pfalz. Erstaunlich dass sich keinerlei Kriegserlebnisse in seinen Schriften finden.

Seine neue Freiheit nach der Entlassung nimmt er wahr indem er zur Familie zurück kehrt und in Frankfurt an der Oder studiert ... ohne rechtes Ziel. Er belagert eine Nachbarin bis sie in eine Verlobung einwilligt, und führt dann eine sehr eigentümliche Korrespondenz mit ihr. Er drückt sich vor der Annahme eines Staatsamts, will mit der Verlobten ausreissen. Das wird nichts.

Auf die Schriftstellerei kommt er erst recht spät. Seine Fixsterne waren Wieland, Schiller und Rousseau. Ein Vielleser war er wohl nicht. Die Lektüre von Kant verunsichert ihn zutiefst und verursacht eine regelrechte Identitäts-Krise. Nach dieser Krise beginnt erst der Schriftsteller Kleist, am Ende der Gewissheiten. Dann liebäugelt der Religionskritiker plötzlich mit dem Katholizismus.

Der Anfang des Schreibens fällt zusammen mit dem Ende der Verlobung. Kleist will eine Art Eremitendasein zu zweit. Das geht nicht für die Verlobte.
Schreiben ist die ultimative Selbstverwirklichung. Alles oder Nichts. Kleist blieb radikal bis zum Schluss. Übertreibung das Normale.
Erst nach weiteren Krisen beginnt die Hauptphase seiner Produktion, ab 1804. Bis dahin hat er manches versucht und wieder fallen gelassen. Als er endlich ein Amt hat als preussischer Beamter kann er auch richtig schreiben.
Er hat in den ihm verbbleibenden Jahren eine Abfolge von guten Anfängen, aus denen dann nicht viel wird. Besonders ausgeprägt ist dieses Muster in seiner Dresden Zeit und in seiner Berliner Schlussphase. Es zeichnet sich ein Bild ab von grossem Talent gepaart mit mangelnder 'Grazie', das heisst gesellschaftlichem Ungeschick bis zur Grobheit.

Michalzik betreibt keine Heldenverehrung und verheimlicht sein gelegentliches Befremden nicht. Er kommentiert aus moderner Perspektive ohne Herablassung. Das ist was eine solche Biografie leisten soll: Offenlegung des Kenntnisstands und Beleuchtung mit heutigem Licht, neue Interpretation. Das Buch lohnt sich.
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Kleist: Dichter, Krieger, Seelensucher - Biographie
Kleist: Dichter, Krieger, Seelensucher - Biographie von Peter Michalzik (Gebundene Ausgabe - 16. Februar 2011)
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