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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Epochenwende
...ist dieses Buch sicherlich nicht. Viel eher zeigt es mit einer sehr großen Auswahl an Problemen (Drogen, Psychologie, Werte etc.) das volle Ausmaß der von vielen als "Flaute" bezeichneten Katastrophe auf.
Prof. Dr. Miegel empfiehlt den Top-Managern, wie viele vor ihm, sich wieder gewissen Werten zu verpflichten. Die rücksichtslose...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2005 von Michael

versus
28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht verzagen, auch die Zukunft bietet Chancen.
Kein halbwegs intelligenter Mensch kann Miegels Schilderungen und Folgerungen grundsätzlich leugnen. Schon deshalb stellt dieses Buch nichts Aussergewöhnliches dar und liest sich in weiten Teilen eigentlich nur als Bestätigung der alltäglichen Beobachtungen.
So gesehen ist das Buch nicht ganz seinen "Preis" wert. Allerdings liefert der...
Am 25. März 2006 veröffentlicht


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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Epochenwende, 2. Oktober 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
...ist dieses Buch sicherlich nicht. Viel eher zeigt es mit einer sehr großen Auswahl an Problemen (Drogen, Psychologie, Werte etc.) das volle Ausmaß der von vielen als "Flaute" bezeichneten Katastrophe auf.
Prof. Dr. Miegel empfiehlt den Top-Managern, wie viele vor ihm, sich wieder gewissen Werten zu verpflichten. Die rücksichtslose HAUPTSACHE-ICH-Gesellschaft kann nicht überleben, so die Quintessenz seines Werkes.
Auch der Verzicht des Einzelnen wird stark angepriesen. Die Frage, wie die Masse der Menschen zu diesem Verzicht gebracht werden soll, beantwortet Miegel ganz einfach mit einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl. Dass dieses unmöglich als Motor zur Motivation ausreicht, war bereits Adam Smith bekannt, Miegel scheint dies vergessen zu haben.
So wie es ist, kann es nicht weitergehen. Eine wirklich pragmatische Lösung wird geboten, jedoch keine innovative Idee, wie man Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerung tatsächlich in die Köpfe der Menschen integrieren kann. Dennoch sehr lesenswert für jeden, der sich wirklich ein umfassendes Bild über die Probleme Deutschlands, Europa und der Welt machen möchte!
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht verzagen, auch die Zukunft bietet Chancen., 25. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Kein halbwegs intelligenter Mensch kann Miegels Schilderungen und Folgerungen grundsätzlich leugnen. Schon deshalb stellt dieses Buch nichts Aussergewöhnliches dar und liest sich in weiten Teilen eigentlich nur als Bestätigung der alltäglichen Beobachtungen.
So gesehen ist das Buch nicht ganz seinen "Preis" wert. Allerdings liefert der Autor eine Menge an Zahlen und Zusammenhängen, die den "gefühlten" Zustand unserer westlichen Gesellschaft mit den entsprechenden Quellen belegen und die Inkompetenz der ewig "Wachstum" und "Produktivität" schreienden Politiker entlarven.
Miegel versucht nicht, sich als allwissender Wissenschaftler zu geben. Dementsprechend leicht liest sich das Buch in ein paar Stunden. Ausführliche Lösungen unserer Probleme darf man hier allerdings nicht suchen. Es wäre auch vermessen, für ein paar Euro eine Lebensanleitung zu erwarten. Miegel ist kein Politiker - er wirkt eben durch seine Medienpräsenz.
Wie notwendig das ist konnte ich neulich in einem ausgestrahlten Interview mit ihm mitbekommen:
Der fragende Journalist beharrte in seinen Fragestellungen schon beinah mitleidenswert naiv darauf, dass "wir Deutschen" doch irgendwie besser sind als andere. Bauen wir nicht diese tollen Autos? Haben wir nicht technische Errungenschaften, um die andere uns beneiden usw. etc. etc. Mit anderen Worten: Es gibt noch viel zu tun bis auch der Letzte begriffen hat, dass es ökonomisch mit uns bergab geht . Miegel lässt sich aber nicht in die Ecke der Schwarzseher oder gar Globalisierungsgegner stellen, denn er sieht in dieser Entwicklung nicht Negatives, sondern den normalen Lauf der Dinge, dem man sich einfach zu stellen hat. Die Aufgabe besteht darin, den Sinn des Lebens in anderen Dingen zu suchen als im Anhäufen materiellen Wohlstands. Wer das als Schwarzseherei brandmarkt, den kann man nur bemitleiden. Denn er wird es in der Tat in Zukunft schwer haben. Unsere vornehmliche Aufgabe der folgenden "Epoche" ist laut Miegel deshalb auch nicht in Lamentieren und Hysterie zu verfallen, sondern endlich zu lernen wie man mit sich erschöpfenden Ressourcen haushaltet und schrumpfende, alternde Gesellschaften organisiert. Denn die jetzt wirtschaftlich aufstrebenden Nationen werden unserer Entwicklung in kurzer Zeit folgen und dann unseren neu entwickelten Werten folgen müssen und wollen - genauso wie sie auch heute unseren weiträumig zur Schau gestellten Lebensstil kopieren möchten.
Miegel ist kein Neider, er beklagt sich nicht allzu intensiv über Heuschrecken und Großverdiener. Sie sind Teil des Systems und sie werden von uns allen durch unser eigenes Konsum- und Sozialverhalten hervorgebracht. Er fordert lediglich deren Bekenntnis und Beitrag zur Gesellschaft. Überhaupt habe ich es als angenehm empfunden, dass Miegels Ausführungen überwiegend nichts Anklagendes haben. Hier ist er dann eben doch der nüchterne Wissenschaftler, der sich nicht zu albernen Sentimentalitäten hinreissen lässt .
Alles in allem ist dieses Buch eine Motivationshilfe. Davon gibt es in der Tat viele. Bücher, bei deren Lektüre sich der Kopf im ständig zustimmenden und nickenden Auf und Ab befindet. Es hilft einem eher werteorientierten Leser, auf die rein materiell ausgerichteten "herabzusehen" und sie ein wenig für ihren bevorstehenden Sturz zu bemitleiden anstatt ständig - wie in unseren Medien präsentiert - zu Ihnen hin- oder aufzuschauen. Wer sich eine gewisse Bescheidenheit bewahrt hat und nicht jedem Konsumreiz hinterherrennt, wer einen Top-Manager nicht um sein Gehalt beneidet oder ihn deswegen verteufelt, sondern ihn einfach genauso wie den Lottomillionär in der Nachbarschaft ignorieren kann, der braucht vor der Zukunft keine Furcht zu haben. Das ist jedenfalls die unausgesprochene positive Botschaft Miegels - allerdings nur, wenn wir noch rechtzeitig die Kurve hinbekommen und die richtigen Weichen stellen, also z.B. die zunehmende Staatsverschuldung zu Gunsten kurzfristiger Wachtumsraten und zu Lasten nachfolgender Generationen stoppen.
Bewertung: 3 Sterne: flüssig geschrieben, viele Fakten, Zahlen und Quellen, überwiegend nüchternerm Stil. 1,5 Sterne Abzug für den hohen Preis und 0,5 Sterne Abzug für die manchmal doch zu weiten Sprünge in den Begründungen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kaufen, lesen, verschenken, an die Schulen, 15. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Dieses Werk hat auch 10 Jahre später seine Bedeutung erhalten und sogar bestätigt. Für junge Menschen erscheint es mir besonders gut geeignet. Und bei Medimops kann man es zu einem Preis ergattern, der das vielfache Verschenken leicht macht. Die klare, sachliche Sprache und genauesten Aussagen des Autors binden den Inhalt zu einem gewaltigen Argument der Wachsamkeit und Erstellung oder Kreation einer eigenen Meinung zum Thema Zukunft der Wirtschaft in Europa und in Deutschland. In allen Parteien sollte dieses Werk Pflichtlektüre sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr gutes Buch von einem sehr guten Autoren, 11. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Der 1939 geborene Leiter des Bonner Institutes für Wirtschaft und Gesellschaft, Meinhard Miegel, hat bereits 2002 mit seinem Bestseller Die deformierte Gesellschaft" für Diskussionen auf breiter Front gesorgt. Sein neues Buch ist noch offener und noch mutiger. Er schenkt seinen Lesern reinen Wein ein. Er sagt das, was sich Politiker aus wahltaktischen Gründen nicht zu sagen trauen. Er spricht vom Niedergang des Westens.

Dieser Niedergang hat vor allem einen Grund. Die Bewohner des Westens, also die der OECD-Staaten, sind vom vielen Wohlstand zu satt und zu matt geworden. Luxus motiviert weniger als Hunger. Den Westlern ist Freizeit und Spaß lieber als Schuften rund um die Uhr. Sie scheuen Mühen wie zum Beispiel eigene Kinder. Deshalb vergreist der Westen als Ganzes. Die Leute hier sind alles andere als bescheiden. Ein Facharbeiter verlangt 26 Euro in der Stunde. Er will jedes Jahr in den Urlaub. Er will ein Haus mit Garten und ein schnelles Auto oder zwei. Das wird er in Zukunft nicht mehr im gewohnten Ausmaß bekommen. Denn wir leben im Zeitalter der Globalisierung. Das heißt, die Preise für menschliche Arbeit gleichen sich weltweit an. Ein indonesischer Facharbeiter verdient 3 Euro. Das Verhältnis ist dann 26 zu 3. Bei etwa 15 wird man sich treffen.

Für die arbeitende Bevölkerung des Westens bedeutet das Lohn- und Gehaltseinbußen, für die Sozialsysteme eine Rückführung auf bloße Existenzsicherung. Wir müssen die Ärmel einmal umschlagen und den Gürtel zwei Knöpfe enger schnallen", also mehr arbeiten bei weniger Lohn. Der Westen wird ärmer, aber nicht ganz arm. Er wird voraussichtlich einen Vorsprung wahren können. Auch wird er nicht verschwinden", Europa nicht von hungrigen Afrikanern überrannt werden, aber seine Bewohner müssen Federn lassen. Die anderen holen auf. Um dieses Buch in eine der beliebten Fußballmetaphern zu übersetzen: Globalisierung ist, wenn Griechenland Europameister wird.

Es wird also schlimm, aber nicht zu schlimm. Das Abendland geht nicht unter. Trotzdem wird die Bevölkerung leiden. Leiden auf hohem Niveau. Darauf gilt es sich einzustellen und es nutzt nichts auf den großen Aufschwung zu hoffen. Es ist unverantwortlich und schäbig den Bürgern mit immer höheren Schulden eine falsche Realität vorzugaukeln. Wir müssen bescheidener werden, solidarischer, menschlicher. Wir müssen wieder begreifen, dass es neben Geld auch noch ein paar andere Dinge gibt. Wir müssen Haltung und Würde bewahren, sozusagen stilvoll verarmen", wie es ein Zeitgenosse vorschlägt.

Allerdings wird die Pauperisierung nicht alle treffen. Miegel spricht von der Schicht der Wohlhabenden bis sehr reichen, die sich, ähnlich dem Hochadel vergangener Zeiten, zunehmend international ausrichtet und gleichsam von der Restbevölkerung abkoppelt. Auch von dieser Gruppe fordert er Solidarität und Verantwortung. Sie soll einsehen, dass es nicht Leistung, sondern Glück ist, wenn ihr Jahreseinkommen 1500 mal höher ist als das von Hotelportiers beispielsweise. Die Reichen sollen freiwillig Philanthropie beweisen, indem sie noch mehr soziale und künstlerische Projekte sponsern, als sie es jetzt schon tun. Er findet, das gehört sich einfach, das erfordert der Anstand. Den sozialen Frieden sieht er, trotz der anstehenden Verwerfungen, nicht in Gefahr. Er geht davon aus, dass alternde Gesellschaften für Revolutionen zu gesetzt sind.

Die titelgebende Epochenwende" besteht in der Tatsache, dass die Expansionsphase der Menschheit mittlerweile an ein Ende gelangt ist und nun eine Kontraktionsphase einsetzt. Seine Metaphern dafür sind das Ein- und Ausatmen, sowie die Bäume, die nicht in den Himmel wachsen. Die Kontraktion bezieht sich primär auf Größen wie Bevölkerung und Bruttosozialprodukt, aber auch auf Artenvielfalt und kulturelle Differenzierung. Der Westen ist der Vorreiter der Weltgeschichte. Bei ihm beginnt die Kontraktion jetzt. Die übrige Welt wird nachfolgen und in naher Zukunft den selben Problemen ausgesetzt sein, die gegenwärtig den Westen quälen. Sie betrachtet seine Lösungen aufmerksam. Möglicherweise wird sie aus westlichen Fehlern lernen.

Das Buch ist sehr klug und verständlich geschrieben. Herr Miegel erörtert nüchtern das Kommende und wirkt beruhigend. Ihm geht der sonst übliche panisch-hysterische Alarmismus ab und das tut gut. So schlimm die Diagnose auch sein mag, hört man sie von einem fähigen und vertrauenserweckenden Arzt, wird man innerlich ganz klar. Diesen Seelenzustand brauchen diejenigen, die die gewaltigen Aufgaben bewältigen müssen. Die Epochenwende" gehört auf den Tisch jedes westlichen Entscheiders.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 285 seiten frustrations- und angstverstärker, 2. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
auch ich habe das buch in 3 tagen gelesen und meine gefühle schwankten zwischen angst, hoffnungslosigkeit und wut. als manager mit burn-out-syndrom war ich angehöriger der wachstumsgläubigen und habe sicherlich viel von dem umsetzen müssen, was der autor auf allgemeinplätzen fordert. trotzdem: die seiten sind voll von immer wieder gleichen horrorbeschreibungen. sie erzeugen schuldgefühle. manchmal war mir der standpunkt des autors nicht mehr klar. soll die wirtschaft jetzt wachsen oder nicht? und wie? sollen wir uns jetzt mehr plagen oder die erwerbsarbeit "ent-idolisieren"? (s252) die "endlose" aneinanderreihung der aspekte läßt die meinung des autors schwierig erfassen. jeder mensch der nicht weltfremd ist und über den europäischen tellerrand hinausblickt, wird kaum die analysen des autors bestreiten können. aber wo bleibt die aufmunterung, das mutmachen ? selbst auf den letzten seiten werden die themen gebetsmühlenartig wiederholt. der nikotinabhängige soll doch bitte selbst aufhören zu rauchen, ehe er erkrankt. ein dummes beispiel - weil der autor damit die gesellschaft pauschal pathologisiert und: weiß doch jeder, das abhängige nicht alleine von ihrer sucht loskommen, sondern hilfe brauchen. die hilfe des autors äußert sich aber nur in aufrufen: jeder solle individuell verzicht üben. für mich eine schwaches argument, weil zu pauschal. mit allgemeinen aussagen wie, das sich die völker des westens wie neureiche benehmen würden, rutscht der autor genau in das millieu der gesellschaft, deren fehlverhalten er anprangert. oder steckt nur blosse provokation hinter solchen bemerkungen? von einen wissentschaftler, welcher sonst überwiegend zahlen anführt, um seine thesen zu untermauern, eine schwache stelle. der autor läßt kein themengebiet aus: falsche ernährung, sozialverhalten, verkehr, politik usw. ein rundumschlag. auf den letzten seiten werden dann nocheinmal schnell die zu erledigenden pioniertaten aufgezählt.
schade nur, das - wenn lösungen aufgezeigt werden könnten - es nur bei rhetorischen fragen bleibt: (beispiel mobilität, s. 280) "oder müssen nicht dringlichst andere wege gegangen werden? ein zukunftsfähiges verkehrskonzept wäre eine zivilisatorische und kulturelle großtat, durch die der westen die menschheit ein gutes stück voranbringen könnte." richtig herr miegel! aber welches? da sind andere schon weiter in ihren lösungsansätzen. buchtip: frederic vester - ausfahrt zukunft.
abschließend: flüssig und eingängig geschrieben - also leicht lesbar, aber der nutzwert für jemanden, der etwas in seinem umfeld ändern will ist gering, da keine mutmachenden perspektiven aufgezeigt werden.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Miegel hat seinen Spengler gelesen, 20. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Miegels "Epochenwende" liest sich angenehm und flüssig. Der Autor hat das Talent, komplexe Sachverhalte auf den Kern zu verdichten, zu plausibilisieren und in einer anschaulichen, leicht verständlichen Sprache zu referieren. Er hat sein Thema durchdrungen und bringt es ohne ermüdende Umschweife in einer schnörkellos treffenden Argumentation auf den Punkt. Die großen Themen der Gegenwart (Geburtenrückgang, Dekadenz, globaler Arbeitsmarkt, Technologieführerschaft) werden aus Sicht des Westens und in Hinblick auf die Zukunft des Westens zu einer Quintessenz verdichtet. Die Prognose fällt dabei - wie zu erwarten - keineswegs optimistisch, aber auch nicht rein schwarz in schwarz gezeichnet aus. Das Buch ist insgesamt ein sehr guter Beitrag für die politischen Reformdebatten unserer Zeit. Was sich in den Diskussionsbeiträgen anderer Autoren und Sachverständigen hinter Wissenschaftsmodellen verbirgt hat Miegel entschält und bringt es einem breiteren Publikum verständlich dar. Dem an Vertiefung interessierten Leser sei der Kulturphilosoph Oswald Spengler mit seinen Schriften "Untergang des Abendlandes" und "Jahre der Entscheidung" als Miegels Alter-Ego zur Lektüre empfohlen.
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klartext eines souveränen Analytikers, 8. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Mitunter spürt man in dieser faktenreichen Mahnschrift die Ungeduld dessen, der in immer neuer Dringlichkeit auf Entwicklungszusammenhänge hinzuweisen hat, mit denen er bereits seit vielen Jahren seine Mitbürger und das politische Führungspersonal konfrontiert, und der erleben musste, in wie kleinen Schritten und Rückschritten seine frühen vorausschauenden Erkenntnisse z.B. bezüglich des demographischen Wandels, der sozialen Sicherungssysteme und der sozioökonomischen Entwicklung der neuen Bundesländer das öffentliche Bewusstsein erreicht haben - von Konsequenzen in der Praxis ganz abgesehen.
Es ist daher wenig verwunderlich, dass die Kernthesen dieser jüngsten Publikation Miegels nicht eben zur Überraschung geraten: Der ökonomische Vorsprung der frühindustrialisierten Länder westlicher Prägung ist weitgehend aufgezehrt; immer besser qualifizierte, motivierte und vergleichsweise genügsame Arbeitsuchende der aufstrebenden asiatischen Wirtschaftsräume werden massenhaft zu Konkurrenten in einem globalen Wettbewerb, in dem manche frühindustrialisierte Gesellschaften, nicht zuletzt die deutsche, über ihre Verhältnisse leben und in verkrusteten Strukturen verharren, statt ihre für viele ärmere Länder immer noch wirksame Leitbildfunktion dafür zu nutzen, ein weniger konsumfixiertes Wohlstandsmodell zu entwickeln, das allein global zukunftsfähig sein kann. Miegel ein Konservativer, wie er im Buche steht? Wer so etikettiert, hantiert entweder mit einer außerordentlich elastischen Schablone oder verweigert eine die eigenen Vorurteile korrigierende Lektüre.
Viele starke Seiten entfaltet das Buch durch die aktuellen Faktenbelege, mit denen Miegel seine Argumentation unterfüttert, einige nicht ganz so überzeugende, wo dies unterbleibt. Die Gesundheitsrisiken der „Generation XXL", bedingt durch Übergewicht, Alkohol und Drogenkonsum, werden ebenso erfasst wie Vandalismus-Schäden an öffentlichen Einrichtungen und das Ausufern neuer Medien mit z.T. aberwitzigen Nutzungsformen und erheblichem Schädigungspotential, vor allem für Minderjährige. In einem besonders eindrucksvollen Abschnitt rechnet Miegel vor, was es die deutsche Gesellschaft schon allein ökonomisch gesehen kostet, nur zwei Drittel statt wie in Frankreich wenigstens 90% des zur Erhaltung des Bevölkerungsbestands nötigen Nachwuchses aufzuziehen: Investitionsausfälle im dreistelligen Milliardenbereich und eine um etwa die Hälfte halbierte Arbeitslosigkeit (S.180-182).
Miegels Bestandsaufnahme zum Wechselspiel von politischem Personal und Massenmedien ist ebenso ernüchternd wie treffend und im Grunde perspektivlos. Denn die Bürger begünstigen das oft würdelose Treiben beider Seiten durch die Art der eigenen Nachfrage und Nichtbeteiligung. Neben einer Reihe von anderen markanten Einträgen ins Stammbuch der Zivilgesellschaft findet sich auch dieser: „Wenn die Vermögenden in einer Gesellschaft - die Reichen, Mächtigen, Klugen, Starken, Talentierten und gelegentlich auch Skrupel- und Rücksichtslosen - sich nicht vorbehaltlos dieser Gesellschaft öffnen und sie als ihre ureigenste Aufgabe annehmen, dann helfen weder fromme Sprüche noch strenge Gesetze. Dann steigt die Gesellschaft ab. Dieser Abstieg droht dem Westen. Denn seine Vermögenden sind dabei, sich gegenüber der übrigen Bevölkerung abzuschotten." (S.274)
Angesichts des umfassenden Charakters von Miegels Tour d'horizon sollte man ihm einfach zugestehen, dass er sie gelegentlich als etwas meinungslastige Tour de force gestaltet: im Tenor gut nachvollziehbar, in der Sache aber nicht überall solide ausgeführt. Doch man möchte ja ohnehin nicht, dass dieser bestechende Analytiker nun hiermit seine letzte größere Publikation vorgelegt hätte.
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18 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hervorragendes Buch industrieeller Probleme, 11. Oktober 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Für alle Leute, die nicht mehr mitkommen, warum die ehemals führenden Industrienationen derzeit wirtschaftliche Probleme haben, ist dies ein hervorragendes Buch.
Angefangen von der Geschichte des Menschen über die Industriealisierung einschließlich der sozialen Veränderungen liefert Prof. Meinhard Miegel ein hervorragendes Fachwissen über die globalen Wirtschaftsprobleme. Die sich verändernde Altersdemographie spielt auch eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, den Sozialstaat in den Ländern der ersten Welt umzubauen.
Wenn möglichst viele Leute dieses Buch gelesen haben, ist die dringend notwendige Reformbereitschaft im eigenen Land vorhanden, auch wenn es an das eigene Eingemachte geht.
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5.0 von 5 Sternen Bekannt und ignoriert, 25. April 2010
Dieses Sachbuch sollte jeder lesen, vor allem aber Politiker und Meinungsmacher!
Darüber müsste eigentlich täglich gesprochen werden!Sehr unterhaltsam geschrieben, macht aber sicher nachdenklich, auch wenn nichts Neues berichtet wird, die Wahrheit ist erschreckend genug!
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20 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Europa erwache!, 4. November 2005
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
So könnte in Anlehnung an einen Buchtitel von Sloterdijk (Falls Europa erwacht) das Anliegen Miegels beschrieben werden. Nicht mehr ungestörtes Wachstum und unverminderten Fortschritt prägen das von zukünftiger Überalterung überschattete Europa in einer globalen Weltwirtschaft. Europa und alle frühkapitalistischen Staaten haben sich laut Miegel einzustellen, dass Stagnation das Bild und das Leben gestaltet. Nur in der Erkenntnis und Honorierung von Bekannten können in neuen Zusammenstellungen Zukunftsperspektiven entstehen. Wachstum ist natürlich begrenzt, so wie die Naturgesetze letztendlich auch Grenzen setzen. Nur in Anerkenntnis dieser Situation lässt sich feststellen, das Haushalten mit gegebenen Ressourcen langfristig einen Teil bisher erwirtschafteten Reichtums halten kann. Zukunft besteht aus Ausgleich, Ausgleich zwischen den Staaten und so ist Kapital treibende Kraft und fließendes Mittel in die Regionen der Erde, wo Wachstum gewohnter Ausprägung noch erhofft werden kann.
Miegel reiht sich nicht ein in die Reihe der egomanen Besserwisser einer sog. Beraterelite, sondern zeigt aus historischer Betrachtung das Atmen der Wirtschaft und der Welt und zieht in brillanter Weise logische Konsequenzen aus dem bisher Bekannten. Seine Perspektive ist nicht Anpassung von Zahlenvergleichen zur Untermauerung gefestigter Meinung. Vielmehr erreicht er durch Herleitung bekannter Strukturen und deren (Zahlen-)Ergebnis eine Übereinstimmung mit der Lesermeinung.
Ausgehend von Konflikten aller Art dieser Welt, weis er über den Wahn von immerwährenden Wohlstand – eher unerreichbar – Zukunftschancen auf Sieg zu setzten. Hier trifft er nicht nur den materiellen Gesichtspunkt, sondern kommt zum Ergebnis, dass Solidarität das Prinzip der Zukunft ist. Unter anderem als Erinnerung einer Vergangenheit.
Denn Zukunft braucht Herkunft, wie Ode Marquardt seine philosophischen Essays überschrieb.
Dieses Buch halte ich für eine Notwendigkeit. Es belebt den Geist neu, weil es ihn aus dem Trott einer als immerwährend wachsend und prosperierend eingeschätzten Gesellschaft bringt.
Sloterdijk sei hier gleichsam empfohlen.
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Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft?
Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? von Meinhard Miegel (Gebundene Ausgabe - 1. August 2005)
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