Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16


Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 20. Dezember 2003
Edwin Black weist nach, wie sehr IBM von seiner Kooperation mit Hitler-Deutschland profitiert hat.
Das Naziregime führte mehrere Volkszählungen in Deutschland und den überfallenen Ländern durch, um eine Planungsgrundlage für seine Vernichtungspläne zu bekommen. Hierfür nutzte man gerne IBM's Hollerith Lochkartenmaschinen. IBM profitierte von ihren weltweiten Patenten d.h. ihrer Monopolstellung und lieferte so viel sie konnte.
Der Skandal liegt nicht darin, wie in der Presse zu lesen war, dass der Autor behauptet, ohne IBM sei kein Holocaust möglich gewesen. Das behauptet der Autor an keiner Stelle. Aber er belegt überzeugend, dass der Holocaust ohne IBM nicht so effizient zu organisieren gewesen wäre. Er führt diesen Beweis anhand des Vergleichs zwischen den Opferzahlen in Frankreich und Holland. In Frankreich entkamen prozentual viel mehr potenzielle Opfer, weil keine Hollerithmaschinen zur Verfügung standen. Anders als in Holland, wo man auf einen gepflegten Datenbestand und Hollerithmaschinen zurückgreifen konnte.
Selbst die auf Statistik basierende Rassentheorie profitierte von den neuen technischen Möglichkeiten, sie in die Tat umzusetzen. Dank der Erfassung von Geburtsdaten aus Kirchen- und Synagogenbüchern in den Ahnenreihen ihrer Gemeindemitglieder liessen sich nicht nur die gegenwärtigen Religionsmerkmale der Bürger erfassen und auswerten, sondern auch die Religionsmerkmale ihrer Vorfahren nachvollziehen und zu künstlichen Bevölkerungsgruppen wie "Achtel-, Viertel- und Halbjuden" kategorisieren.
Die Nazis dankten dem IBM Chef Watson seine technologische Leistungsfähigkeit und Loyalität zu Deutschland sogar mit einer Ordensauszeichnung.
IBM gelang es während und nach dem Krieg, ihre deutsche Tochterfirma immer als deutsches oder amerikanisches Unternehmen darzustellen, je nachdem, was opportun war. So gelangten sie mit einem unbeschädigten Image in die Nachkriegszeit.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Dezember 2012
Das Buch beschreibt sehr detailiert die Geschehnisse und die Wege mehrerer Personen die in diesem Zusammenhang stehen.
Im Allgemeinen geht es darum, aufzuzeigen mit welchen Wegen und Mitteln IBM in das Kriegsgeschehen der NAZIs involviert gewesen ist. Das Buch und die Berichterstattung ist zusammenhängend und wirft keine offenen Fragen auf. Scheint gut recherchiert zu sein mit umfangreichen Quellenangabe.

Interessant ist es für alle die sich mit dem Thema beschäftigen und sich nicht nur mit den üblichen Verdächtigen abgeben wie Faber-Castel, den Stahlgiganten, o.a. dt. Unternehmen, sondern auch an einem Beispiel sehen wollen wie ausländische Unternehmen in der Kriegsmaschinerie mitgewirkt haben und nach dem Krieg ungeschoren bzw. unbeschadet davongekommen sind. IBM ist in diesem Hinblick sehr gut davon gekommen, man schwimmt halt eben immer mit der Strömung mit...

Lesen ist sehr empfehlenswert!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juli 2004
Dies ist ein bedeutendes, von zahlreichen zwingenden Dokumenten gestütztes Buch. Es ist darüber hinaus sehr eindrücklich geschrieben. Am Ende steht man betroffen vor der Erkenntnis, wie weit doch die Gier und die Skrupellosigkeit des IBM-Vorsitzenden Watson und seiner willigen Mitprofiteure reichte, und wie dementsprechend gut und ordentlich der Kapitalismus während des nazistischen Vernichtungskrieges funktionierte. Watson überlässt nach dem Kriegseintritt der USA Ende 1941 guten Gewissens seine vorher direkt kontrollierte deutsche Tochterfirma Dehomag einem Treuhänder, und dieser geht eifrig daran, die Gewinne der Firma zu mehren, sodass selbst die Wehrmacht unter den peinlich eingehaltenen Mietforderungen stöhnt und ihnen dennoch nachkommt. Als die US-Truppen dann Europa befreien, sammeln die „IBM-Soldaten", vom Konzern quasi gestellte und ausgebildete Nachrichteneinheiten, die diversen Lochkartenmaschinen wieder ein und berichten freudig ihrem Präsidenten (Watson) von ihren Funden. Natürlich gehen alle während dieser Zeit gemachten Erlöse rasch aufs IBM-Konto in New York.
Manche behaupten, der Holocaust hätte auch ohne die Lochkartentechnologie stattgefunden. Aber in dieser „Effizienz"? Jeder weiß, wie gut abgestimmt unter den Bedingungen eines „totalen" Krieges die Vernichtungsaktionen organisiert waren. Black legt dar, wie sehr das von der Hollerithmaschinerie abhängig war, dass selbst Eichmanns Eisenbahnen niemals ohne diese Form der Datengewinnung und Datenauswertung so pünktlich genau gefahren wären. Die Juden wurden im Zuge der Volkszählungen mithilfe der Lochkartentechnologie erfasst und ausgesondert, die Dimensionen ihres Besitztums fixiert, ihre Namen und Adressen alle den Nazis bekannt gemacht - ohne IBM-Logistik in dieser Präzision und Schnelligkeit nicht machbar. Die Insassen der Konzentrationslager wurden mit Hollerithmaschinen erfasst und „verwaltet".
Man muss dieses Buch mit all den unglaublichen Facetten seiner Thematik einfach gelesen haben. Man wird eine Menge lernen über die USA und Deutschland, über Kapitalismus und Faschismus.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. April 2001
Wenn vom Thema des Holocaust und dem Nachweis der Verstrickungen IBMs darin mal abgesehen wird, dann bleibt ein weiteres wichtiges Themengebiet über. Das Thema des verantwortlichen Umgangs mit persönlichen Daten bis zum Recht auf informationelle Selbstbestimmung, also Datenschutz. Das Buch zeichnet klar nach, wie das Dritte Reich auf die von IBM beherrschte Lochkartentechnologie angewiesen war, mit deren Hilfe die Bevölkerung gezielt ausgeforscht, erfaßt und letztendlich sogar verwertet werden konnte. Konnten früher nur einzelne Beispiele aufgeführt werden, ist die Buch sicher der frühest ansetzende Nachweis, wie Vorläufer der Computer und Datenbank-Softwaren bereits in der Lage zum Schaden verwandt werden konnte. Ein Diskurs über Sinn und Zweck von Datenschutz, darüber welche Daten erhoben und verwertet werden sollten, wird an diesem Buch nicht mehr vorbeikommen.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Edwin Black ist mutig und das ist gut so. In heutiger Zeit ist es auch kaum möglich, anders Erfolg zu haben. Oder haben die Macher (mir fällt kein passenderer Ausdruck im Moment ein) gedacht, sie könnten etwas verschweigen? Die Macher mit allen Antworten auf Fragen der Zeit, die also nichts anderes im Blickfeld haben, als mit ihrer "Ware" allen möglichen Organisationen hilfreich zur Seite zu stehen? Wem zu helfen? Der Industrie, den Staaten. Womit? Mit Logistik, wie es so schön heißt und mit nichts sonst. Damit alles ordentlich katalogisiert wird (um dann der Nachwelt überliefert zu werden). Und da denken diese Leute vielleicht, sie könnten etwas verheimlichen( wo doch "ordentliche" Ordung ihr vordringliches Ziel ist). Komisch! Also doch nicht so mutig von Edwin Black? Doch, durchaus. Allein das Bild, auf dem Herr Hitler zusammen mit Herrn Thomas J. Watson zu sehen ist (welch entzückender Haarschnitt bei ersterem !), in durchaus spießigen Sesseln sitzend und womöglich den Ertrag ihrer Besprechung schon vor Augen (USURA, d.h.Gier beim einen,demütigende Perversion beim anderen), ist fast schon Erfolg genug. Was mich einwenig stört (und nur deshalb die 4 Sterne), ist, wie bei D.Goldhagen und überhaupt auch sonst in historischen Arbeiten anzumerken, die Fülle, wirklich die fast belastende Fülle von Fakten. Kann man nicht die wichtigsten nur anbringen und dann lieber auf mehr verweisen ?
Immer heller wird es (im Sinne von Aufklärung) und wirklich, es wird noch mehr herauskommen an Fakten (Wahrheiten). Dafür arbeiten (Gott sei Dank!) solche Firmen, wie z.B. IBM an forderster Front und wenn ich es recht betrachte, muß es auch so sein und immer schneller vonstatten gehen mit der Eröffnung von Wahrheiten, denn die Zeit arbeitet gegen uns und sie ist mächtiger als wir. Kronos hält uns in seinen Armen und Gnade uns allen, wenn er zuschlägt, bevor wir alles (fast alles) aufgearbeitet hätten. Lesen und weiterempfehlen und bitte weiter so!
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden