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123
4,7 von 5 Sternen
Suna: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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55 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. März 2012
Irrwege? Nein, eher gewundene Wege! Gewundene Lebenswege sind es, die Pia Ziefle in ihrem Erstlingsroman mit dem Titel »Suna« auf packende Weise schildert. Das Werk berichtet - durchaus nicht ohne autobiografische Elemente - von einer jungen Mutter, die sich auf die Suche nach ihrer eigenen Herkunft begibt. Eine Suche, die sie ins ehemalige Jugoslawien, in die Türkei und quer durch Deutschland führt. Pia Ziefle schreibt in starken Emotionen, und ihre Sprache springt, je nachdem, was sie in den verschiedenen Handlungssträngen gerade beschreibt, innerhalb einer großen Bandbreite hin und her. Die zahlreichen Namen der Personen in den unterschiedlichen Sippen überfordern den Leser bisweilen etwas, insbesondere dann, wenn die Akteure nur kurz auftreten. Die Autorin beschreibt sie jedoch stets äußerst lebendig, die einen liebevoll, die anderen jedoch bisweilen auch, als wolle sie in ihrem Buch mit ihnen abrechnen.

Und immer wieder gewinnt man den Eindruck, dass die Pia Ziefle ihr sprachliches Handwerk bestens beherrscht und dass ihr das, über was sie schreibt, eine Herzensangelegenheit ist. So vermag »Suna« bereits von den ersten Seiten an zu fesseln, und man mag das Buch, hat man einmal damit begonnen, gar nicht mehr aus der Hand legen. Mal muss man bei der Lektüre laut lachen, ein andermal treibt sie einem, besonders gegen Ende, die Tränen in die Augen. Und immer wieder ist das Werk mit wunderbar-wundersamen, kleinen Sätzen (Mein liebstes Exemplar: »Im Monat des Einsturzes wechselte Heinke die Hamstersorte.«) durchwebt, deren Vielschichtigkeit sich nur beim aufmerksamen Lesen ganz erschließt. Fast jeder, der den Roman liest, wird wohl darin auch einzelne, kleine Bausteine seiner eigenen Geschichte wieder finden, und so fühlt man sich bald ebenso in die Handlung integriert wie Luisa, die Protagonistin, selbst.

Vor allem aber möchte man dieses Sittengemälde des beginnenden dritten Jahrtausends den Politikern und Funktionären um die Ohren hauen, die uns das Fünfzigerjahre-Ideal der deutschen Kleinfamilie immer noch als gültigen gesellschaftlichen Standard verkaufen wollen. Nationalstaaten sind eine machtpolitische Entwicklung der Neuzeit. Völkerwanderungen und die Migration von Individuen - über Kontinente hinweg und selbst darüber hinaus - hat immer stattgefunden. Die flexible Großfamilie war über Jahrtausende hinweg der praktikable, funktionierende Standard. Doch das völkische Idealbild, das in den Dreißiger- und Vierzigerjahren in der kunstvollen Konstruktion vorgeblich reingermanischer Stammbäume und Ariernachweise seinen Höhepunkt fand, hat bis heute ihre Spuren hinterlassen - ebenso wie das Nachkriegs- und Wirtschaftswunder-Leitbild der Kleinfamilie mit alleinverdienendem, männlichem Haushaltsvorstand und einer Frau, die sich den berühmten drei K widmet.

Die Realität eines Großteils der Familien in Mitteleuropa ist jedoch eine ganz andere, und sie ist immer eine ganz andere gewesen - wenn auch in vielen Clans bis heute gern über die Herkunft des einen oder anderen Mitglieds geschwiegen wird. Es wäre schön, wenn Pia Ziefles packender Roman auch dazu anregt, unsere vielschichtigen, von Charakteren und persönlichen Geschichten geprägten Familien als normal zu betrachten, statt vergeblich einem von außen aufoktroyierten Idealbild nachzueifern und an der Realität zu verzweifeln.
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68 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. März 2012
Kaufen Sie dieses Buch, wenn sie ein Herz haben!

Das Lesevergnügen wird noch größer, wenn sich ein wacher Verstand, die Liebe zur Sprache und das Interesse an den Tiefen und Untiefen des menschlichen Lebens dazu gesellen. Es ist auch hilfreich, wenn Sie eine Frau sind, oder ein Mann. Oder sogar ein Mensch.

Im Ernst, eigentlich interessiere ich mich nicht sonderlich für Adoption, für Osteuropa und Anatolien, für Gastarbeiterschicksale in der frühen BRD. Eigentlich fand ich zu Anfang die Zahl der auftretenden Personen verwirrend, als Namenslegastheniker bin ich froh, wenn ich mich an die Namen der eigenen Familie erinnern kann.

Aber dann habe ich mich von Pia Ziefles Geschichtenstrom forttragen lassen. Um genau zu sein, eine Nacht lang, denn ich konnte das Buch nicht zur Seite legen, bis zum Schluss. Nicht weil mich die Spannung zerfetzt hätte oder 27 überraschende Wendungen auf den Leser gelauert hätten. Sondern weil das Buch einfach so schön ist. Wer nah am Wasser gebaut hat, sollte eine Packung Taschentücher bereit halten, auch für Lachtränen. Weil die Sprache einen sanft umfängt, in verschiedene Zeitebenen, zu verschiedenen Figuren führt, individuell zugeschnitten, aber doch unverwechselbar mit der klugen, warmen Erzählstimme von Pia Ziefle (und diesen Namen sollte man sich merken).

"Suna" ist eines der seltenen Bücher, die den Leser emotional unterhalten und gleichzeitig intellektuell befriedigen.
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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. März 2012
"Suna" ist ein leises Buch: Leise, behutsam und unaufgeregt - kein Wort zu viel und doch könnte keines der Wörter treffender gewählt sein.
Ich kann die Menschen vor mir sehen, die Landschaften und Orte, kann Situationen mitfühlen und mit den Charakteren lachen und weinen.

"Ihre Tochter ist bei Ihnen, weil sie sich dafür entschieden hat. Folgen Sie den Wegzeichen, die sie Ihnen gibt" - diese Zeilen trafen mich gleich zu Anfang mitten ins Herz. Darin steckt so viel Unglaubliches, ja Unbegreifliches, aber auch so viel Wahrheit und Weisheit!

Lange habe ich nachgedacht, wie ich den Erzählstil von Pia Ziefle nennen könnte und gerade als ich "Weisheit" schreibe, weiß ich, wie er ist: Weise und klug, wissend und verstehend - fast wie ein Stück arabischer Erzählkunst.

Ich habe "Suna" gelesen und geliebt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Mai 2012
Das Buch von Frau Ziefle habe ich schon vor einigen Wochen gelesen. Während viele Bücher in meinen Gedanken und Emotionen relativ schnell verblassen, war es bei diesem Buch überhaupt nicht der Fall. Es wirkt noch sehr lange nach! Die gezeigte große Palette an menschlichen Schicksalen ist oft tragisch und zum heulen, andererseits auch wieder zum lachen.
Es macht deutlich, daß die Meinung und das Bild, welches wir von einem Menschen haben, immer nur einen Teil widerspiegelt. Jeder Mensch hat seine Geschichte und dadurch seine Gründe, warum er wie handelt, oft gar nicht anders handeln kann.
Es zeigt aber auch, dass traurige Geschichten immer zwei Seiten haben und das Leben, welches Menschen und Schicksale zusammenführt, ein wahres Wunder ist.
"Jeder Mensch ist nicht nur er selber, er ist auch der eimalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige Punkt,wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich." ( Hermann Hesse)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Dezember 2012
Für ihre kleine Tochter, die nicht schlafen kann, beschäftigt sich eine junge Mutter mit ihrer eigenen Vergangenheit. Damit ihre Kleine "Wurzeln schlagen" kann, muss diese Mutter ihre eigenen finden.

Keine Mutter kann es ertragen, wenn das eigene Kind nicht schlafen kann. Die Nächte werden zu einer Bedrohung, die Tage zu einer Herausforderung.
Wie einst Scheherazade fängt eine Mutter an, ihrer kleinen Tochter Nacht für Nacht Geschichten zu erzählen. Die Geschichten ihrer Familie. Diese sollen ihrer kleinen Tochter helfen, Wurzeln zu schlagen, und der Mutter, sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen.
Eine Frau versucht zu erfahren, wer sie wirklich ist, woher sie wirklich kommt.

"Suna" von Pia Ziefle ist eine für mich ungewöhnliche Geschichte, die mich tief berührt hat.
Sie hat mich berührt, weil sie voll mit Menschen ist, deren Hoffnungen durch schmerzliche Schläge im Leben auf die harte Probe gestellt werden. Weil alle die erfüllten und insbesondere die unerfüllten Hoffnungen ihre Schicksale bestimmt haben, und weil viele von ihnen sich mit einem Leben arrangieren mussten, das wenig Raum für Freuden geboten hat, aber viel Grund für Sehnsüchte.
Auf der Suche nach dem eigenen Platz im Leben, nach der eigenen Identität, wird der jungen Mutter dieses kleinen von Schlaflosigkeit geplagten Mädchens klar, dass ihre Lebensgeschichte nicht bei ihrer Geburt anfängt, sondern viel früher; dass die Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern auch zu ihrer eigenen Geschichte gehört. Und so wird für sie immer und immer wichtiger zu erfahren, wo ihre Wurzeln sind.

Pia Ziefles Debütroman "Suna" hat mich über mein Leben und meine Vergangenheit nachdenken lassen. Aber ich glaube, bei so einem Buch sind solche Überlegungen seitens des Lesers nicht zu vermeiden.

Ich wünsche Pia Ziefle viel Erfolg mit ihrem Buch. Und hoffentlich gibt es bald noch mehr von ihr zu lesen. Ich würde mich sehr freuen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 24. April 2012
''Ich habe nach meinen Wurzeln gesucht, nach meinen und nach deinen, mein Kind, denn ohne Wurzeln kann das Herz nicht wachsen''

Luisa und Tom ziehen aus Berlin in ein Haus im Dorf. Die Kinder sollen auf dem Land aufwachsen. Doch nach der Geburt der Tochter beginnt eine Zeit der schlaflosen Nächte. Das Kind schreit jede Nacht. Nur am Tag schläft es. Da aber muss sich Luisa um den Sohn kümmern. Der Kinderarzt spricht von Minderwuchs und Hormonstörung. Die Frage nach der Familie kann Lisa nicht vollständig beantworten. Luisa erinnert sich an die Worte des Arztes aus dem Dorf bei der Geburt und wendet sich an ihn. Der Arzt gibt ihr einen eigenartigen Rat. Er sagt, das Kind könne keine Wurzeln schlagen. Luisa solle ihre Wurzeln suchen.
Und Luisa macht sich ' sinnbildlich ' auf den Weg. Es bleibt den zukünftigen Leser überlassen, selbst herauszufinden, wen und was Luisa findet. Sieben Nächte lang erzählt Luisa dem Kind die Geschichte ihrer Vorfahren.
Die Autorin beschreibt die Geschichte von vier Generationen. Die Hauptpersonen sind gut charakterisiert. Sie wurden für mich als Leser lebendig. Von Familienangehörigen, die keine Hauptrolle spielen, erfahren wir nur das Notwendigste. Dadurch wirkt die Erzählung stark verdichtet, was einen ihrer Reize ausmacht.
Es sind Geschichten von Krieg und Leid, von Flucht und Verletzung, von gebrochenen Lebenswegen und gestorbener Liebe, aber auch von Neuanfang und bewussten Verzicht, von Schwachen und Starken. Das Buch führt uns in die Nachkriegszeit in Europa, in die Zeit des Aufbaus, wo die ersten Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Es zeigt auf beeindruckende Weise, wie tief die Folgen des Krieges, die Frage nach Schuld oder Unschuld, in das Leben der nachfolgenden Generationen eingegriffen haben.
Luisas Suche schafft neue Bindung und führt Menschen zusammen, die sich verloren hatten. Die Geschichte lehrt Toleranz und warnt vor Vorurteilen oder sogar Vorverurteilungen.
Der Autorin ist, meiner Meinung nach, ein beeindruckendes Debüt gelungen. Inhalt und Stil passen exzellent zusammen. Es gibt Sätze im Buch, die muss man sich langsam auf der Zunge zergehen lassen, um sie zu durchdenken. Neue Wortschöpfungen, oft aus kurzen Worten zusammengesetzt, bezeichnet die Situation treffender als jedes Adjektiv. So sieht sich Luisa als 'Niehörstdu'. Die Beschreibung des Familienlebens ist genau. Im Mittelpunkt steht der Esstisch, um den sich alle versammeln, auch wenn die Familie zerfällt. Etwas zu essen, ein heißes Getränk sind oftmals die Zeichen einer Liebe, die verschüttet ist und sich anders nicht artikulieren kann. In prägnanten Worten und kurzen Sätzen wird eine Scheidungssituation beschrieben. Die Autorin kommt sofort auf den Punkt. Auch nach bitteren Stunden, nach Tod und Trennung muss das Leben weitergehen. Alkohol betäubt. Und dann gibt es Hoffnung, wenn auch nicht für alle.
Das Buch ist emotional tief berührend. Luisas Geschichte lässt einen nicht so schnell los, ja sie lenkt den Blick sogar in die eigene Vergangenheit. Die Lebensbilder aus Krieg und Nachkrieg ähneln sich in vielen Familien. Väter, die ihre Erlebnisse mit Krieg und Tod nicht aus dem Kopf bekommen, und Mütter, die Verantwortung übernommen hatten und nun wieder in die zweite Reihe treten sollen, gab es viele.
Das Buch ist ein ernstes und an vielen Stellen trauriges Buch, doch der Schluss macht Hoffnung auf einen Neuanfang. Luisa hat ihre Wurzeln gefunden und damit eine neue innere Freiheit.
Das Cover passt. Es zeigt die Bindung von Mutter und Kind, aber auch die Isolation der beiden.
Ich wünsche dem Buch viele Leser, die tief in die Geschichte eintauchen und gern auch manchen Satz kontrovers diskutieren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. April 2012
Das Baby schläft nicht. Nie. Der alte Dorfarzt sagt zu Mutter Luisa: 'Es kann keine Wurzeln schlagen. Finden Sie Ihre.' Also macht Luisa sich auf die Suche nach ihren Wurzeln und erzählt ihrem Baby alles, was sie über ihre eigene Herkunft herausfindet. Und ich dachte kurz, hoffentlich wird mir das nicht zu esoterisch. Aber dann: wow. Was für ein wundervolles, wundervolles Buch! Was für ein unglaublich tolles Buch.

Luisa wurde als kleines Kind von einem kinderlosen deutschen Ehepaar adoptiert. Ihre leiblichen Eltern sind ein anatolischer Bauer und eine jugoslawische Fließbandarbeiterin. Sie hat also sozusagen vier Elternteile, deren Lebensgeschichten sie nun ihrer Tochter erzählt. Als fünftes ihre eigene; wie es kam, dass sie adoptiert wurde, wie sie es herausgefunden hat, und wie sie eigentlich immer auf der Suche war. Also fünf miteinander verwobene Lebensgeschichten, die alle so dermaßen randvoll sind mit Liebe und Schmerz, dass man es kaum aushält. Der verzweifelte Mann, der nach dem Tod seiner geliebten Frau nicht mehr auf die Füße kommt. Der zerstörte Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft, der zu einer zerstörten Frau und zerstörten Kindern zurückkehrt. Überhaupt, wie die Politik, bzw. der Krieg, immer wieder ins Privatleben eingreift. Sehr, sehr große Geschichten, und alle sind mit einer Liebe zu den Figuren und mit einer Wärme geschildert, dass man wirklich weinen möchte, weil es so großartig ist und auch die schrecklichen Geschichten so schön macht. Und weil niemand für seine Fehler verurteilt wird.
Und die Sprache stimmt auch. Der Roman hat ganz eindeutig eine eigene Stimme, einen unverwechselbaren, wunderbaren Sound. Ganz große Entdeckung, für mich das Buch des Jahres.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. März 2012
Da sitzt Luisa nun, vielmehr da wandert sie durchs Haus, und versucht ihre Tochter zu beruhigen, die einfach nicht schlafen will. Kein Wunder, dass Gedanken aufsteigen, die sie lange in der Schublade Ihrer Erinnerung versteckt hat. Als wären diese Gedanken nicht genug, rät ihr auch noch der alte Hausarzt, nach ihren Wurzeln zu suchen, damit sich auch ihre Tochter verwurzeln und Ruhe finden kann.
Mit Skepsis betrachtet Luisa ihre vielen Familien, ihre Adoptiveltern und deren Geschichte, die Biografie ihrer Großeltern, das Leben ihrer leiblichen Mutter und schließlich ganz langsam auch ihren leiblichen Vater, von dem sie lange nicht einmal den Namen kannte.
Pia Ziefle nimmt ihre Leser mit auf Luisas Suche nach ihren Wurzeln, es gelingt ihr in ganz besonderer Weise, die vielen verschiedenen Leben hinreißend und mitreißend zu erzählen und zu einem Ganzen zu verbinden. Ihre Sprache hat etwas Magisches, sie lässt den Leser kaum wieder los. Dabei ist "Suna" kein Buch aus einer fremden Welt, es schildert eine Familie im Hier und Jetzt, wenn auch mit Wurzeln in verschiedenen Ländern und Kulturen, wie es vermutlich viele gibt. So ist das Buch auch ein Plädoyer dafür, Patchwork-Familien, gleich auf welchem Weg sie entstanden sind, mehr Achtung zu schenken. Die Autorin beschreibt in ihrer wunderbaren Geschichte, wie wichtig auch in unserer heutigen Welt die familiären Wurzeln sind, zu denen jeder irgendwann irgendwie gelangt und wenn es in dem Moment ist, in dem die nächste Generation mit ihrer Wurzellosigkeit nicht zurechtkommt.
Ein Buch, das bezaubert und entzückt und das einen lange beschäftigt, so lange, dass es nur kaum möglich ist, den Eindruck, den es hinterlässt, zu beschreiben.
Wichtiger Hinweis für Leser, die wenig Zeit haben: Lesen Sie das Buch an einem Wochenende, sonst war es das mit Ihren Terminen für die nächsten Tage!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Mai 2012
Ich habe lange lange nicht mehr so ein tolles Buch gelesen. Direkt zu Beginn bringt es eine wunderbare Stimmung mit sich, die bis zum Schluss erhalten bleibt. Das Buch hat etwas warmes, sanftes und schön-trauriges, am Anfang vielleicht ein bisschen etwas magisches.
Auch die Geschichte ist toll und sogar der Erzählstil etwas besonderes. Zu Beginn spricht sie mit Ihrer Tochter in der Du-Form, was mir bei den meisten Büchern nicht so gefällt, aber hier passt es sehr gut und wirkt selbstverständllich und macht den Roman einmal mehr noch etwas besonderes.
Ich kann "Suna" nur herzlich weiterempfehlen!!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. März 2012
Fang am Anfang an, ganz am Anfang.

Dieser Satz steht ganz am Ende des Buches "Suna" von Pia Ziefle. Und ich würde das Buch tatsächlich gerne ein drittes Mal "anfangen", was mir ansonsten eher selten passiert.

Die Geschichte ist warm, dicht, orientalisch, deutsch, nah, weise, berührend, liebevoll und faßt dem Leser - also mir - ans Herz und an die Seele. Kleine feine Charakterisierungen zeichnen die Personen und die Handlung exakt und man hat das Gefühl in der Handlungsmitte zu stehen und alles genau zu beobachten. Ich finde es erstaunlich wieviel Detail in ein Buch von 301 Seiten passen und wie gut der Erzählfaden immer sichtbar bleibt. Für mich ist jede Person in sich abgeschlossen und am Ende des Buches habe ich das angenehme Gefühl "satt" zu sein, d.h. alles löst sich auf, es bleiben keine wichtigen Fragen offen. Trotzdem bleibt Raum für "Mehr".

Liebe Pia, da ist Dir ein wunderbares Buch gelungen und ich wünsche mir noch viele weitere Geschichten von Dir. Egal ob als Fortsetzung aus dem reichen Fundus der Familie oder zu ganz anderen Themen.

Suna
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