Kundenrezensionen

11
4,6 von 5 Sternen
Heimat aus dem Koffer: Vom Leben nach Flucht und Vertreibung
Format: TaschenbuchÄndern
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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. November 2009
Wieviel Abneigung erträgt ein Kind, das aufbricht zu einem neuen
Leben ohne Vater, ohne Heimat und ohne lieb gewordene Freunde. Dieses
Buch handelt von Menschen, die nach der sogenannten Stunde Null im
Reich angekommen sind. Damals Kinder, die mit ihren Müttern vertrieben
worden. Jetzt selber Mütter oder Großmütter, die den Mut hatten, Hilke
Lorenz diese grauenvollen Erlebnisse zu schildern. Sie hat in diesem
Buch wunderbar einfühlsam die Erinnerungen niedergeschrieben und den
durch diese Verbundenheit gewordenen Freunde geholfen, endlich ihre
Vergangenheit offen zu bekennen und zu bewältigen. Ich habe dieses
Buch schon zu verschiedenen Anlässen verschenkt und auch Freunden
empfohlen, nicht mit erhobenen Finger 'Wie gut habt ihr es heute',
sondern zum besseren Verständnis für die Heimatvertriebenen. Eine gute
Idee, einen Teil deutscher Geschichte mit persönlichen Erlebnissen zu
schildern. Ein Muss für jeden an der deutschen Vergangenheit
interessierten Leser. Danke für dieses Buch!
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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. November 2009
Hilke Lorenz hat mit diesem Buch ein einmaliges Zeugnis zur seelischen Befindlichkeit der Vertriebenen geschrieben. Die geschichtlichen Abläufe der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten kommen in ihrem Buch nur am Rande vor - sie schaut vielmehr auf den einzelnen Menschen und fragt, was die Vertreibung mit ihm gemacht hat. Die Antworten sind ebenso erstaunlich wie erschütternd: Hilke Lorenz zeigt, wie diese wenigen Wochen der Flucht den Menschen sein ganzes Leben lang prägen, wie sich das Trauma oft sogar in die zweite Generation hinein fortpflanzt. Der Autorin gelingen überaus sensible und tiefschürfende Einblicke in die Seelenlandschaft der Vertriebenen. Aus subtilen Zeichen, aus kleinen Gesten und unscheinbaren Überresten liest Hilke Lorenz zutiefst berührende Lebensgeschichten. Dieses Buch erzählt deshalb mehr über die tiefen Verletzungen und über die gefühlte Heimatlosigkeit der Vertriebenen als jede historische Abhandlung. Und es würdigt die Leistung der Vertriebenen, sich trotz allem in die deutsche Gesellschaft integriert zu haben, auf sehr menschliche Art. Diese Buch bewegt sich auf der Grenzlinie zwischen Psychologie und Geschichte und ist gerade deshalb so einzigartig. Respekt vor dieser Leistung.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 2012
Die Lebenserzählungen der Betroffenen, die schutzlos in die Zeitgeschichte geworfen wurden, sind berührend und erschütternd.

Das Buch verdeutlicht mir folgendes :

1.) Die Traumatisierungen der Betroffenen waren "ein grauenhaftes Schicksal und niemand hat bei der Aufarbeitung geholfen" (S.166/67).

2.) Das Bewußtsein einer kollektiven Schuld hatte man : "Man ahnte genug vom Wirken der eigenen Truppen im Feindesland um sich die Rache des Feindes ausmalen zu können" (S. 193)

3.) Es fand eine erneute Ausgrenzung und Demütigungen der Flüchtlinge in der BRD statt. Es sind einzelne Personen - auf Seiten der "Sieger" wie der Deutschen, die sich als menschlich erweisen.

4.) Die Vertriebenen schwiegen in der neuen Republik über ihre Erfahrungen: "Mit 19 Jahren kann man sich nicht in Trauer einkapseln. Es geht vorwärts, ob man will oder nicht. Man braucht Überlebensstrategien. Traurig nach innen, funktionieren nach außen" (S. 179)

5.) Die BRD wollte von dem Leid der Flüchtlinge nichts wissen:
"Der Zeitgeist sagte : Das hat nichts zu bedeuten, das Leid der anderen war viel schlimmer" (S. 102)und "rückte die Erzählungen in die Nähe revanchistischen Gedankenguts" (S. 11)

6.) Auch die nächste Generation trug Folgen wie :
- irritierende Ahnungslosigkeit :"In der früheren Heimat meiner Eltern so belegte die Tagesschau gebe es nicht einmal das Wetter" (S. 23)
- innere Heimatlosigkeit : "Nicht richtig dazugehören und gerade deshalb nicht auffallen dürfen" (S. 167).
- Abgrenzungsversuche : "Man mußte weg von soviel Vergangenheit und Verwundung, um nicht von Schwermut erdrückt zu werden" (S. 180)- bei gleichzeitiger Angst Verrat zu begehen.
- geteilten/übernommenen Traumata : "eine Leere, die sich nicht mit Alkohol, Glücksspiel oder Frauen stillen ließ (S. 167)

7.) Die Überlebenskraft und die Humanität der Betroffenen, die zusammen mit ihrer Leidensgeschichte eine unverwechselbare Biographie der Betroffenen schafft.

Das Buch zeigt vielleicht auch, warum die BRD, die mehrheitlich aus Füchtlingsschicksalen besteht, sich so schwer tut, ein Einwanderungsland zu werden.
"Wir haben eine Geschichte, wir sind Geschichte und wir verkörpern Geschichte. Ohne das wir uns dessen bewußt sind, prägt sie uns lebenslang und so machen wir wiederum Geschichte" (H. Radebold)

Mein Grossvater unterstützte nach dem Krieg Flüchtlinge. Heimlich.

Ich hoffe daher, dass möglichst viele - auch der jüngeren Generation - das Buch lesen; z.B. im Unterricht.

Ein ebenso verständliches wie berührendes Buch zur aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung : K. Ottenmeyer. "Die Behandlung der Opfer. Über unseren Umgang mit dem Trauma der Flüchtlinge und Verfolgten"
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Mai 2012
ich bin tief bewegt von diesem buch! ich habe schon viel zum thema gelesen, aber dieses hier ist bislang das beste, was ich in die finger bekommen habe! nicht nur sind die versammelten biografien erschütternd, das sind viele aus diesen tagen und doch ist jede immer wieder neu und individuell und erschütternd - nein, was für mich das besondere erlebnis bei der lektüre ist, ist dass die autorin nicht nur an der journalistischen aufarbeitung interessiert ist, sonder ihr enormes hintergrund wissen in großartige sprachliche bilder umzusetzen versteht. sie widersteht durchgehend dem reißerischen, z.b. wenn es um das thema vergewaltigung geht, findet aber dennoch oft ein viel erschütternderes bild, eine formulierung, die das kopfkino eine umso dramatischere szene produzieren lässt. so liest man manche dreißig seiten biografie wie einen 180-seitigen krimi und muss dies auch oft erst einmal verdauen. aber ich möchte dieses buch nicht mehr missen! und als systemischer familienaufsteller weiß ich , wie sehr das thema noch zwei, drei generationen später wirkt! unbedingt lesen!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Dezember 2012
Dieses buch hat meinem Mann seit dem Weihnachtsabend gefesselt, seine Familie war selbst von der Vertreibung aus Schlesien betroffen. Ich glaube hilft ihm manches zu verstehen und zu verarbeiten.
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am 26. Mai 2015
Interessiere mich schon länger für das Thema, da auch meine Mutter und Oma auf der Flucht aus Pommern waren. Selber haben sie nie so wirklich viel über ihre alte Heimat und die Flucht geredet und das Thema verdrängt. Umso interessanter und aufschlußreicher sind natürlich für mich diese Zeitzeugenberichte! Was es bedeutet, seine Heimat gezwungenermaßen (und nicht aus freien Stücken) zu verlassen, wird in diesem Buch ehr deutlich beschrieben. Wenn meine Mutter sagt, "ach, das war halt so", so wird einem doch sehr klar, das das allerdings noch lange nicht GUT so war ! Danke für diese Buch !
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Januar 2013
Es steht vieles im Buch , das man sich nie traute zu fragen. Oder was man auch nicht so wissen wollte.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2013
Wenn man die II. Weltkrieg erlebt hat, ist das Buch doppelt interessant.
Unerträgliche Belastung ist einfach da: Ausgeliefert dem Schicksal.
Erwachsene töten einander und mich fragt niemand, was ich für wünsche
habe! Ich muss zufrieden sein,wenn meine Mutter nicht vergewaltigt wird.
Jüngere Generation solche Dimensionen können kaum vorstellen.
Ich sollte meine Erinnerungen in 2-3 Bänder auch schreiben.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das Buch war ein Geschenk von mir an......
Ich kann leider selbst keine eigene Bewertung abgeben, die ich bestätigen könnte.
Ich bitte dies zu verzeihen.
Jedoch darf ich hinzufügen, dass die Begeisterung des Beschenkten groß war.
Es handelt sich, nach Auskunft, um ein sehr fesselndes Buch!
Es hat viele alte Gefühle des Beschenkten geweckt. Das Buch wurde kaum noch zur Seite gelegt.
Daher kann ich es wohl empfehlen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. August 2013
habe das buch zum geburtstag verschenkt an meine mutti, sie sagte ein sehr emotionales und gefühlsvolles buch, welches man wenn man aus dieser zeit stammt, gelesen haben muss
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