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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten hat mich ein Leben so gefesselt
Ich habe das Buch verschlungen. Was für eine Recherche muß hinter diesem Buch stecken, und wie leicht lesbar das dann auch verpackt wurde. Einfach toll. Und man braucht keine Scheu vor naturwissenschaftlichen oder physikalischen Themen zu haben, die werden nicht lang und breit erklärt. Man kann als Leser auch tief in die Geschichte eintauchen, ohne einen...
Veröffentlicht am 1. Februar 2010 von Schildt, Ute

versus
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3.0 von 5 Sternen Stilistische Schwächen
Zunächst einmal: Ich bin überzeugt, dass diese Biographie das Leben Oppenheimers fakten- und kenntnisreich wiedergibt. Man sollte aber wissen, dass die beiden amerikanischen Autoren hier ganz klar die Agenda verfolgen, J. Robert Oppenheimer als amerikanischen Patrioten wiederzuentdecken. Der Fokus liegt also auf Fragen wie: War Oppenheimer Kommunist? Welche...
Vor 9 Monaten von Torsten Hein veröffentlicht


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten hat mich ein Leben so gefesselt, 1. Februar 2010
Ich habe das Buch verschlungen. Was für eine Recherche muß hinter diesem Buch stecken, und wie leicht lesbar das dann auch verpackt wurde. Einfach toll. Und man braucht keine Scheu vor naturwissenschaftlichen oder physikalischen Themen zu haben, die werden nicht lang und breit erklärt. Man kann als Leser auch tief in die Geschichte eintauchen, ohne einen Fatz von Physik zu verstehen.
Die Person Oppenheimer wird sehr faszinierend beschrieben, es muß einfach ein Gewinn gewesen sein, ihn zu kennen. Die Entwicklung seiner politischen Ansichten, seine persönliche und berufliche Entwicklung, seine Karriere, all das ist sehr interessant.
Die beschriebene Anhörung vor dem Ausschu0 ist sehr detailliert und streckenweise sehr faktenlastig. Aber es wird nie langatmig. Und gleichzeitig darf man als Leser auch ein Stück amerikanische Zeitgeschichte miterleben.
Ein Lehrstück über Charakter, Freundschaft, Genialität und Politikgeschichte.
Mehr kann keine Biographie leisten.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Zauberlehrling, 27. November 2009
Die Autoren unternehmen mit diesem Buch den Versuch, einen umfassenden Einblick in J. Robert Oppenheimers Leben zu geben - und das ist ihnen gelungen. Wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, glaubt man ihn besser zu kennen, als sich selbst. Oppenheimer gilt als der amerikanische Prometheus, der das Feuer bzw. die Atombombe durch das Manhattan Projekt in Los Alamos auf die Erde brachte, und hat damit das Ende des zweiten Weltkriegs in Asien sowie den Ablauf der Weltgeschichte seit 1945 beeinflusst. Das ist mehr, als ein Mensch tragen oder verantworten kann, und es war auch zuviel für Oppenheimer. Er war der Zauberlehrling in Goethes gleichnamigen Gedicht: Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los. Man hätte ihm etwas mehr von dem gewünscht, was so altmodisch als Weisheit bezeichnet wird, aber die war wohl schon zu seiner Zeit aus der Mode gekommen. Oppenheimer hasste es, als Vater der Atombombe bezeichnet zu werden, aber sein Vermächtnis sind die Toten von Hiroshima und Nagasaki sowie der lange Schatten des Kalten Krieges - in Form von Tausenden von nuklearen Waffen. Einziger Wehmutstropfen, oder was ich vermisst habe: Über den eigentlichen Bau der Atombombe und die Probleme, die Oppenheimer und sein Team zu überwinden hatten, liest man so gut wie nichts. Die Biographie vermittelt den Eindruck einer akribischen Recherche, liest sich stellenweise wie ein Thriller und beschreibt letztendlich ein Stück amerikanische Zeitgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach den Ereignissen von 1954 bis zu seinem Tode 1967 kommt nicht mehr viel - Oppenheimer aber blieb, was er immer war: Ein Ketten-Rauchender, vielschichtiger, ambivalenter, selbstverliebter und hochintelligenter Widerspruch auf zwei Beinen. Wer sich mit den Themen Bau der ersten Atombombe, Kalter Krieg und Wettrüsten beschäftigen will kommt meiner Meinung nach nicht an diesem Meisterwerk vorbei. Den Pulitzer Preis bekommt niemand umsonst.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jedes Problem verstand er augenblicklich., 7. April 2010
Von 
Uwe-Jens Has (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Jedes Problem verstand er augenblicklich, oft begriff er die Sache schon
nach dem ersten Satz. So Hans Bethe, Nobelpreisträger und Mitarbeiter
Oppenheimers. Und: Jetzt konnte ich die gewaltige intellektuelle Stärke
Oppenheimers aus erster Hand erleben.. Diese intellektuelle Erfahrung war
unvergesslich.

Zwei amerikanische Top-Journalisten und Pulitzer-Preisträger haben sich
zwanzig Jahre lang mit Oppenheimer beschäftigt und zehntausende
Seiten Material auf knapp 600 Leseseiten verdichtet. Hundert Seiten dazu
sind Anmerkungen.

Bei der Trauerfeier zu Oppenheimers Tod sagte George Kennan:

Auf Niemandem sonst lasteten jemals und derart grausam die Dilemmata, die
daraus entstanden waren, daß die Menschen Macht über die Natur erlangt hatten,
die in völligem Missverhältnis zu ihrer moralischen Stärke steht. Niemand
schätzte die Gefahren realistischer ein, die der Menschheit aus dieser wachsenden
Disparität erwachsen.

Was war er für ein Mensch?

In jedem neuen Gedanken sah er etwas vollkommen Schönes.
Das in den sechziger Jahren berühmte Theaterstück von Heinar Kipphardt
'In der Sache J. Robert Oppenheimer' mochte er nicht, weil ein derartiges
Melodrama die Sache herabwürdige, weil ihm jede Ambivalenz fehle.

Ein Mitarbeiter erzählt:

Der Oppenheimer von Los Alamos war ein ganz anderer als der, den ich kannte.
erstens war der Vorkriegs-Oppenheimer etwas zögerlich und misstrauisch, der
von Los Alamos dagegen ein entschlossener Macher.
Aus dem exzentrischen theoretischen Physiker, einem langhaarigen Intellektuellen
wurde nun ein hochorganisierter Manager.

Und weiter:

Er gab selten Befehle, sondern verstand es, seine Wünsche mit großer Leichtigkeit
und Natürlichkeit , nur mit seinen Augen, seinen beiden Händen und einer halb
brennenden Pfeife mitzuteilen.

Oppenheimer war für alle präsent. Im Army-Jeep oder mit seinem großen schwarzen Buick
fuhr er über das Gelände und schaute unangemeldet in den verstreut liegenden Laborbüros
vorbei. Gewöhnlich saß er hinten im Raum und verfolgte, Kette rauchend, die Diskussion.
'Vicki' Weisskopf wunderte sich, wie oft Oppenheimer persönlich anwesend war, wenn irgendwo
im Projekt ein neuer Durchbruch gelang.
Hans Bethe erinnerte sich an den Tag an dem Oppenheimer in eine Sitzung gekommen sei, die
metallurgische Probleme zum Thema hatte.
Die Debatte galt der Frage, wie ein feuerfester Behälter beschaffen sein müsse, damit
man Plutonium darin schmelzen kann. Die Debatte führte zu keinem Ergebnis, doch Oppenheimer
habe alle Argumente angehört und die Diskussion dann zusammengefasst: Das sei kein
direkter Lösungsvorschlag gewesen, doch als er den Raum verließ, war allen klar,
wo die Lösung lag.

Die Überschrift zu dieser Rezension hätte auch lauten können:

Jetzt sind wir alle Schweinehunde.
Ausspruch eines Mitarbeiters nach dem Abwurf der Bombe.

Oder: Ein Steinwurf weit von der Verzweiflung.
Ein Ausspruch über die Seelenlage Oppenheimers.

In der hysterisierten Mc Carthy-Ära zu der Zeit als der Untersuchungsausschuß tagte, vor dem
Oppenheimer sich verantworten mußte, wurde
die Rolle von Regierungsberatern völlig neu definiert , indem schon eine
abweichende Meinung als Risiko angesehen wurde.

John Mc Cloy sagte zu Präsident Eisenhower:

Ich bin, wie Sie wohl auch, sehr beunruhigt über diese Oppenheimer-Sache.
Das ist, als würde man das Sicherheitsrisiko eines Newton oder Galilei
ermitteln. Solche Menschen sind stets selbst 'top secret'.

Albert Einstein: Ich bewundere ihn nicht nur als Wissenschaftler, sondern
auch als einen großen Menschen.

Die Bücher die sein Weltbild prägten, mit denen er ständig herumlief, waren:
Baudelaire, 'Les fleurs du mal', die Bhagavadgita und Hamlet.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben in purer Ambivalenz, 13. Januar 2010
Man könnte es ganz kurz machen: Wer die Geschichte der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts verstehen möchte, der sollte dieses Buch lesen und in Oppenheimers Welt eintauchen.

Dieses Buch ist die Beschreibung des Lebens einer der widersprüchlichsten Personen des 20. Jahrhunderts. Und zugleich ist es das Leben eines Wissenschaftlers, in dem die Ambivalenzen ausgeleuchtet werden, die in dem Menschen waren, der zur Entwicklung der Atombombe maßgeblich beigetragen hat. Es drängt sich oft die unbeantwortbare Frage während jeder Buchseite auf, wie die Welt ohne die Person Robert Oppenheimer heute da stehen würde. Der geniale Physiker und der Projektmanager der Atombombe, der begabte und vielseitig intellektuelle Kettenraucher war so vieles, das man die einzelnen Facetten kaum fassen kann. Trotz eines Bachelor in Chemie war er nicht dazu in der Lage einfachste Versuche im Labor durchzuführen. Unbegabt im Labor, genial in der Theorie wäre ein Ansatz, der jedoch bei diesem komplexen Menschen viel zu kurz gegriffen wäre, um die Persönlichkeit zu beschreiben. Den Autoren Sherwin und Bird ist die Lebensbeschreibung jedoch so faszinierend gelungen, dass diese Biographie seinesgleichen sucht.

Es würde den "Fall Oppenheimer" in der Mc Carthy Ära, seinen Sturz als Berater der amerikanischen Regierung, nicht einmal gebraucht haben, um von diesem Mann in den Bann seines Lebens gezogen zu werden. Doch jene traurige Epoche der USA macht die Ambivalenz noch evidenter. Es ist eine Biographie über Oppenheimer, aber auch ein bedeutendes Zeugnis amerikanischer Geschichte. Und es ist eine Beschreibung, in der deutlich gemacht wird, welche politischen Gründe die Atombombenabwürfe hatten.
Man glaubt "Seite um Seite" die nervöse Energie dieses Menschen spüren zu können. Man hat die Wirkung seines Auftretens vor sich, in den Spiegelbildern der Beobachter. Diese Biographie entwirft ein offenes, ehrliches und detailliertes Bild.

Sukzessive wird dem Leser die Welt der Wissenschaft und der handelnder Personen spannend nahegebracht. Das Buch taucht in mehreren Ebenen ein. Da ist die reizvolle Figur des Robert Oppenheimer, die Geschichte, der Tod Hundertausender Menschen, diese furchtbare und unheilvolle Waffe. Das Buch bringt die Widersprüche der Politik im Zusammenspiel mit der Wissenschaft jener Zeit sehr nahe.

Oppenheimer hat gesagt: "Nun bin ich der Tod geworden, der alles raubt, Erschütterer der Welten."So pathetisch es sich anhören mag. Es findet sich viel Wahrheit darin!

Und das sagt vieles über die Geschichte aus. Über unsere Geschichte! Eine Geschichte in der Oppenheimer seinen traurigen Teil eingenommen hat.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend wie ein Krimi, 7. November 2009
Ich hatte, bevor ich diese Biografie las, einiges über Oppenheimers Arbeit beim Bau der Atombombe in verschiedenen Magazinen oder Büchern gelesen. Aber nirgendwo wurde so auf den Menschen J. Robert Oppenheimer eingegangen. Sein Leben und die Zeit, in der aufwuchs und arbeitete, wird ebenso dargestellt wie die Personen, mit denen er zu tun hatte und die ihn bzw. die er beeinflusste. Ich kann auch für Nicht-Wissenschaftler diese Biografie nur empfehlen. Sie stellt die Umstände des Baus der Atombombe ebenso wie die Verfolgungen in den 50er Jahren wegen "unamerikanischer Umtriebe" klar dar und erschafft ein Bild der Zeit vom zweiten Weltkrieg bis weit in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein, in dem die Person J. R. Oppenheimers ihren eindeutigen Platz findet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Biografie – insbesondere Physikern und Physikstudenten als Lektüre empfohlen, 28. April 2013
Von 
ZUSAMMENFASSUNG FÜR SCHNELL-LESER:

- faktenreiche Biografie zum "Vater der Atombombe".

- spannende Darstellung der Ereignisse und des Lebens in Los Alamos.

- Porträt eines zwiegespaltenen Physik-Genies.

Die Biografie "American Prometheus" beschäftigt sich mit der Lebensgeschichte des nach Einstein vielleicht bekanntesten Physikers des 20. Jahrhunderts, dem US-Amerikaner Julius Robert Oppenheimer.

Oppenheimer leitete während des Zweiten Weltkriegs das geheime Manhattan Projekt, dessen Ziel es war, eine neuartige Waffe zu entwickeln, welche sich die damals erst wenige Jahre vorher entdeckte Uranspaltung zunutze machte, der Atombombe.

Zu Schulzeiten hatte ich im Deutsch-Unterricht das Drama von Heinar Kippardt In der Sache J. Robert Oppenheimer: Schauspiel: Text und Kommentar (Suhrkamp BasisBibliothek) gelesen. Zur ungefähr gleichen Zeit las ich Heller als tausend Sonnen - Das Schicksal der Atomforscher von Robert Jungk. Mein Wissen über Oppenheimer vor Lektüre der hier besprochenen Biografie entsprach in etwa dem, was ich in diesen beiden Büchern gelesen hatte.

Insbesondere die Lektüre von "Heller als tausend Sonnen" bestärkte damals übrigens meinen Wunsch, Physik zu studieren.

In großer Ausführlichkeit stellen nun die beiden Autoren Bird und Sherwin als Ergebnis ihrer jahrzehntelangen Recherchen das Leben des vielleicht kontroversesten Physikers des 20. Jahrhunderts dar. Angefangen über seine Kindheits- und Jugendtage, den Studienzeiten in Göttingen bis hin zu seiner Hochschultätigkeit in Kalifornien. Diese mündet Ende der dreißiger Jahre recht zügig in das Manhattan Project, als dessen wissenschaftlicher und organisatorischer Leiter Oppenheimer avanciert. Ziel des Projekts war es, Nazi-Deutschland bei der Entwicklung einer gewaltigen Waffe zuvor zu kommen – der Atombombe.

Als der Krieg in Europa im Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endet, wird den US-Forschern schnell klar, dass auf deutscher Seite nie an einer Nuklearwaffe geforscht wurde, so zumindest die spätere Behauptung der Protagonisten auf deutscher Seite. Oder zumindest dort niemals die riesige industrielle Infrastruktur vorhanden war, eine solche Waffe zu bauen.

In diesem Moment erkennt Oppenheimer, dass seine Schöpfung nun kein wissenschaftlicher Apparat mehr ist, über das er oder seine Kollegen Kontrolle haben. Sondern eine Waffe, die kontrolliert wird von Militärs und Politikern. Am 5. August 1945 kommt die Atombombe in Hiroshima zum Einsatz, zwei Tage später in Nagasaki: "Those poor little people."

Nach dem Krieg beherrschen zwei Dinge Oppenheimers Engagement und Leben: Zum einen ist dies der Versuch, die Verantwortung für die neue, schreckliche atomare Welt auf viele Schultern und Nationen zu verteilen. Dies durch absolute Offenheit und durch Hinwegfegen des Schleiers der Geheimhaltung, den amerikanische Militärs rund um dieses Thema legen.

Oppenheimer sieht in dieser Offenheit die einzige Möglichkeit, den sich abzeichnenden kalten Krieg, den er am Horizont klarer als die meisten seiner Zeitgenossen erkennen kann, zu verhindern.

Bestimmend in dieser Zeit ist ebenfalls Oppenheimers Engagement gegen die Entwicklung einer noch viel schrecklicheren thermonuklearen Waffe, der Wasserstoffbombe. Deren einziger Zweck die Abschreckung und, so sie denn eingesetzt wird, die großräumige Auslöschung und Vernichtung des Gegner ist; fern jeder taktisch-militärischen Überlegung, denn "es gibt keine so großen militärischen Ziele".

Oppenheimer scheitert auf ganzer Linie. Keiner seiner Vorschläge oder die von ihm angeregten Initiativen finden Gehör. Schlimmer noch: er muss sich einer mehrtägigen, peinlichen Befragung stellen, derer Ausgang vorab schon feststeht: der Entzug seiner Sicherheitseinstufung, dem damit verbundenen Rauswurf in diversen politischen Gremien sowie seine Vernichtung als "öffentliche" Person.

Hiervon wird Oppenheimer sich nie wieder erholen, auch nicht in den 1960-ger-Jahren als er, wenige Jahre vor seinem Tod, rehabilitiert wird.

Was hat mir an "American Prometheus" besonders gut gefallen?

- die ausführliche Darstellung der Ereignisse rund um die Entwicklung der Atombombe. Die Autoren liefern hierzu viele Fakten, verstehen es aber immer wieder, die Atmosphäre und die Stimmung nachzuzeichnen, die in Los Alamos das Miteinander der Wissenschaftler bestimmten.

- das nuancenreiche Porträt J.R. Oppenheimers – in seiner ganzen Zwiespalt.

Tatsächlich hat Oppenheimer, dies zeigen und belegen die Autoren, am eigenen Niedergang eine erhebliche Mitschuld. In entscheidenden Treffen und Besprechungen sagt er oft das Falsche, aus Überheblichkeit, aus Unüberlegtheit oder manchmal auch aus Unbeherrschtheit. Ratschläge von Verbündeten und Freunden schlägt er aus und folgt mehr als einmal den Ratschlägen derer, die ihm nicht wohlgesonnen sind.

Oppenheimer ist nicht nur der geniale Forschungsmanager, der es mit seinem Wissen, seinem Esprit und Charisma gelingt, zunächst seine Studenten und später dann die Mitarbeiter des Manhattan Projekts zu begeistern.

Er ist auch der große Selbstzweifler, der daran hadert, dass er nicht die Genialität eines Einsteins hat. Daran, dass er niemals den Nobelpreis bekam.

Er ist auch derjenige, der großes Ungeschick im Umgang mit Geheimdiensten zeigt und während des Krieges, vollkommen unnötig, Lügengebäude errichtet, die ihm einige Jahre später zum Verhängnis werden.

FAZIT: Empfehlenswerte Biografie eines kontroversen Wissenschaftlers, lesenswerte Einführung in ein wichtiges Stück Zeitgeschichte (Bau der Atombombe, Kalter Krieg)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DIE Biografie von J.R. Oppenheimer, 26. April 2011
Von 
HEIDIZ "Bücherfreak" (Heyerode) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: J. Robert Oppenheimer: Die Biographie (Taschenbuch)
Ich möchte euch in diesem Bericht mitteilen, wie mir eine Biografie
gefallen hat, die ich in den letzten Tagen mit Begeisterung und großem
Interesse gelesen habe:

Inhalt und Gliederung:
================

Das Buch ist in 5 Teile gegliedert, mit Vorwort und Prolog sowie
Epilog, Schlussbemerkung, Anmerkungen, Bibliographie, Personenregister
und Bildnachweis versehen.

1953 steigen wir mit dem Vorwort und den wichtigen Erklärungen in die
Handlung ein. Es ist kurz vor Weihnachten und Oppenheimers Leben wendet
sich um 180 Grad. Er muss überlegen, seinen Beratervertrag mit der
US-Regierung zu kündigen. Er bekam einen Brief mit 34 Vorwürfen, sollte
er ihn anfechten?

Der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki war geschehen und
Oppenheimer war von da an klar, dass nichts mehr war wie vorher ....

Oppenheimer war maßgeblich an der Entwicklung der Atombombe beteiligt
!!!! Nach dem Abwurf der Atombombe setzte er sich aber gegen nukleare
Waffen ein, was dazu führte, dass er vom FBI gejagt wurde.

Er war Forscher und seine Forschungen endeten dramatisch. Diese Dramatik
und sein ganzes Leben werden im Buch detailliert erklärt und wider
gegeben.

Ethik und Verantwortung gegenüber der Menschheit werden erzählt und
aufgearbeitet ....

Meine Meinung zum Buch:
====================

Ich finde, dass die beiden Autoren hier biografisch eine Meisterleistung
geschafft haben. Auf unterhaltsame und gleichzeitig sachlich
anschauliche Weise haben sie die Person J. Robert Oppenheimer gänzlich
dargestellt und vor den historischen Hintergrund gestellt, Zusammenhänge
aufgedeckt, Fragen gestellt und beantwortet.

Man kann sich aber als Leser auch noch genügend eigene Meinung bilden.
Die beiden Autoren haben - laut Umschlagklappe über 30 Jahre hinweg mit
den Angehörigen, Freunden und Kollegen Oppenheimers Interviews geführt.
Sie haben FBI-Akten gesichtet, Tonbänder von Reden und Verhören
Oppenheimers ausgewertet und seine privaten Aufzeichnungen eingesehen.

Wir als Leser bekommen somit einen umfassenden Einblick in das Leben und
Wirken Oppenheimers, dieser eigentlich schillernden Persönlichkeit,
diesem charismatischen Charakter, der gleichfalls Triumph und Tragik in
sich vereint. Man erfährt aber nicht nur alles Wichtige zum Leben
Oppenheimers, sondern besonders auch seiner Zeit. Sehr detailliert
werden sämtliche Szenen und Passagen aus seinem Leben, die auch für die
Geschichte insgesamt von großem Interesse sind, dargestellt und im
Zusammenhang gesehen.

Die Texte zur Biografie Oppenheimers sind sehr flüssig und verständlich
geschrieben, und auch zur Gliederung, die sehr nachvollziehbar aufgebaut
ist, gibt es nur Positives zu berichten.

Bildmaterial:
=========

Auch ist zahlreiches Bildmaterial dem Buch beigefügt, welches die Texte
nochmals bildhaft untermalt.

Kurze Leseprobe:
=============

36. Kapitel (aus Teil 5)

Ein schwarzer Fleck auf dem blanken Schild unseres Landes"

Es ist unsäglich traurig. Sie haben unrecht, so entsetzlich unrecht,
nicht nur in Bezug auf Robert, sondern auch in ihrer Vorstellung dessen,
was kluge Staatsdiener ausmacht.

David Lilienthal

Müde und gereizt kehrte Oppenheimer nach Olden Manor zurück; es blieb
ihm nichts anderes übrig, er konnte das Urteil nur abwarten. Und bis
dahin konnten Wochen vergehen. Das FBI hörte mit, was er einem Freund
sagte, nämlich dass er mit dieser Situation niemals fertig werde. Er
glaubt nicht daran, dass der Fall zu einem ruhigen Abschluss kommen
werde, denn alles Böse dieser Zeiten ist in diese Situation gepackt."
Ein paar Tage später wusste das FBI zu berichten, dass Oppenheimer
derzeit sehr niedergedrückt ist und sich seiner Frau gegenüber
übellaunig verhält". (91)
.....

Akribisch und detailliert werden alle Infos zu Oppenheimer und im
Zusammenhang stehende Pressemeldungen usw. aufgeführt und in einer
interessanten Handlung dem Leser präsentiert. Man hat es hier mit einer
sehr hochwertigen Biografie zu tun, die nicht nur" Biografie ist,
sondern, so finde ich, historisches Zeitdokument erster Güte. Die Texte
sind auch von Laien zu verstehen, die sich mit dem Thema im Vorfeld noch
nicht auseinander gesetzt haben. Schön ist, wie man die Entwicklung
Oppenheimers persönlich also privat und beruflich nachvollziehen kann.
Die Handlung ist schlüssig aufgebaut und durchdacht. Spannung ist
ständig gegeben, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und
obwohl es sich, so könnte man meinen, um eine trockene Biografie
handelt, ist sie inhaltlich eindrucksvoll geschrieben und geht dem Leser
ans Herz, ist also überhaupt nicht trocken, sondern bildhaft und
faszinierend, sinnvoll und interessant.

Ich empfehle das Buch sehr !!!!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Zerrissene, 7. März 2010
Diese kompetent und akribisch recherchierte Biographie vermittelt einen umfassenden Einblick in Leben und Werk von J.R.Oppenheimer. Angetrieben von unbändigem Ehrgeiz hat dieser Hochbegabte rastlos ein Ziel nach dem anderen verfolgt und ist dabei in die Fallstricke der Politik geraten. Oppenheimers tragisches Geschick ist aus anderen Quellen bereits gut bekannt, was dieses Buch aber absolut lesenswert macht, ist einerseits die spannende Art der Darstellung und andererseits die Vielfalt an Information, die weit über die Person Oppenheimer hinausgeht und sämtliche Facetten des Umfeldes umfasst. So verfolgt man interessiert den Wissenschaftsbetrieb im allgemeinen und den der Physik im speziellen und lernt die Wissenschaftspolitik sowie generell die Politik der McCarthy-Ära im Detail kennen. Keine erfreulichen Fakten! Die Darstellungen sind jeweils mit den in diesen Bereichen agierenden Figuren belebt, so dass ein steter Fluss persönlicher und sachlicher Information den/die Leser(in) fesselt. Wenn Kritik zu üben ist, dann am Ungleichgewicht der Beschreibungen der Los Alamos- und der späteren Untersuchungs-Szenerie; bei ersterer kommt Einiges zu kurz, letzterer hätten Kürzungen gut getan. Aber das sind Feinheiten, die der hohen Qualität des Werkes keinen Abbruch tun.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Detailiertes Lebensbild, 20. November 2009
Das in dieser Biografie viel Arbeit steckt merkt man natürlich, aber ich frage mich, ob man als Nicht-Amerikaner im Jahr 2009 alles so genau über Oppenheimers FBI-Akte wissen muss. Ich gebe zu, mir gefällt die Biografie von Klaus Hoffmann aus dem Jahr 1995 besser. Auf "nur" 306 Seiten zeichnet Hoffmann trotzdem ein breiteres Bild. Man erfährt auch etwas über Atomforschung, an der Oppi nicht beteiligt war, vom eigentlichen Bau der Bombe bekommt man ein anschaulicheres Bild, und auch das deutsche Atomprojekt wird behandelt. Hoffmann stellt auch den Menschen Oppenheimer zufriedenstellend dar. Sherwins Biografie ist wertvoll, aber für den Durchschnittsleser langatmig und gelegentlich sogar verwirrend.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für angehende Physikstudenten, 11. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: J. Robert Oppenheimer: Die Biographie (Taschenbuch)
Ich wurde erstmals durch einen Artikel des Spiegels auf dieses Buch aufmerksam.

Da ich bis dahin noch keine Biographie gelesen hatte, war ich anfangs entwas skeptisch bezüglich dem Unterhaltungscharakter dieses Buches.
Als ich jedoch zu lesen begann, war ich schnell gefesselt von der detailierten Schilderungen und auch sprachlich hochwertigen Verarbeitung des Inhalts. Nicht nur die vielen Zitate und Einbeziehung von anderen Quellen, wie Fotos oder Gedichte des jungen Oppenheimes, sondern auch die vielen Erläuterungen zu den Nebenpersönlichkeiten lassen die damalige Zeit und insbesondere die Entstehung des Kalten Krieges sehr lebendig wiederaufleben.
Dabei erfährt man eben nicht nur vieles über die fazinierende Persönlichkeit Oppenheimes, sondern auch über die anderen Akteure jener Zeit, sowohl die Politiker wie Strauß und die verschiedenen amerikanische Präsidenten, als auch die Wissenschaftler wie z.B Richard Feynman oder John von Neumann.
Mich als angehenden Physikstudenten hat insbesondere der Abschnitt über Los Alamos und das Manhattenprojekt fasziniert und ich kann jeder anderen Person, ob jung oder alt, die sich für die Wirkung der Naturwissenschaft auf die Gesellschaft interessiert nur raten, dieses Werk eingehend zu inspizieren. Das Buch ist allerdings auch ebenso attraktiv für Interessierte der amerikanischen Geschichte und Gesellschaft.

Es gab insgesamt nur wenige Seiten, die sich etwas in die Länge zogen, was aber bei keinem Buch vermeidbar ist und auch von den persönlichen Interessen des Lesers abhängt.

Insgesamt hätte ich nie gedacht das eine Biographie emotional so fesselnd sein kann, dass man nach dem Lesen eine schon fast persönliche Beziehung zu der beschriebenen Person zu haben glaubt.

Deshalb kann ich diesem Werk nur die volle Zahl an Sternen geben.
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J. Robert Oppenheimer: Die Biographie
J. Robert Oppenheimer: Die Biographie von Martin J. Sherwin (Taschenbuch - 8. September 2010)
EUR 12,95
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