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119 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weit mehr als ein Regionalkrimi...
Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver Bodenstein ermitteln wieder, und dieses Mal geraten sie fast an ihre Grenzen. Es beginnt mit einem Mord an einem 92-jährigen Holocaust-Überlebenden, bei dessen Obduktion eine SS-Tätowierung entdeckt wird und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Alle Opfer werden auf dieselbe Art und Weise getötet und alle sind in...
Veröffentlicht am 26. Dezember 2009 von Eskalina

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend.
Ich habe mir dieses Buch auf Grund mehrerer Empfehlungen und der guten Bewertungen hier gekauft. Der Klappentext auf dem Buchrücken klang vielversprechend, ich begann zu lesen - und kam schnell ins Stocken. Frau Neuhaus braucht meines Erachtens unheimlich lang (gut die ersten 250 Seiten), um die Geschichte irgendwie ansatzweise ins Rollen zu bekommen. Natürlich...
Veröffentlicht am 21. September 2012 von StereotypMensch


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119 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weit mehr als ein Regionalkrimi..., 26. Dezember 2009
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver Bodenstein ermitteln wieder, und dieses Mal geraten sie fast an ihre Grenzen. Es beginnt mit einem Mord an einem 92-jährigen Holocaust-Überlebenden, bei dessen Obduktion eine SS-Tätowierung entdeckt wird und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Alle Opfer werden auf dieselbe Art und Weise getötet und alle sind in einem Alter. Noch eine Gemeinsamkeit findet sich: jeder von ihnen stand in einer Beziehung zu Dr. Vera Kaltensee, einer angesehenen Unternehmerwitwe. Auf der schwierigen Suche nach Täter und Motiv müssen Pia und Oliver immer tiefer in die Vergangenheit eintauchen und sich in der Gegenwart mit einer neuen, nicht gerade sympathischen Vorgesetzten abfinden, die ihre Ermittlungen eher behindert, als unterstützt...

Dies ist nun der dritte Band um das Ermittlerteam Oliver Bodenstein und Kollegin Pia Kirchhoff, die mir zusammen mit ihren schwierigen Fällen, immer ein Stückchen mehr ans Herz wachsen. Die Charaktere sind sauber ausgearbeitet und wirken im Vergleich zu anderen Ermittlern, deren Autoren ihnen zwanghaft ein Privatleben und schon fast obligatorisch eine Macke andichten, wohltuend normal. Genau diese Mischung aus glaubwürdigem familiärem Umfeld und nachvollziehbarem Verhalten am Arbeitsplatz lässt diese beiden Protagonisten so authentisch und sympathisch wirken. Bemerkenswert ist in diesem Band die Fülle der Figuren und die Menge an Spuren, denen nachgegangen werden muss - viele lose Fäden, die sich am Ende alle zusammenfinden lassen. Man muss schon sehr aufmerksam lesen, und keinen der vielen Beteiligten ignorieren, denn in diesem Spiel hat jeder eine wichtige Rolle - und genau das ist es, was an diesem dritten Band wieder so gelungen ist: die geschickte Verknüpfung einer großen Zahl an Personen, Handlungen und Motiven zu einem dichten und überaus spannenden Kriminalroman, bei der die Autorin wieder einmal bewiesen hat, dass sie den Leser von der ersten bis zur letzten Minuten fesseln kann und dessen Plot weit über dem liegt, was man von einem "Regionalkrimi" erwartet.
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78 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Taunus Krimi, 24. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Mit ihrem neuesten Krimi löst sich Nele Neuhaus gekonnt vom Taunus und Frankfurt. Der Wohlfühlfaktor für Ansässige bleibt zwar erhalten, aber eigentlich könnte diese mehr als spannende Geschichte fast überall in Deutschland angesiedelt sein und kein Kölner oder Hamburger sollte sich vom Lesen abhalten lassen.

Nele Neuhaus baut von der ersten Seite an Spannung auf und kann sie bis zur letzten atemlosen Seite halten. Nichts ist, wie es zunächst scheint und die Ereignisse und Überraschungen überschlagen sich regelrecht. Dennoch ist alles stimmig und die Puzzleteile fügen sich am Ende passgenau zusammen. Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich bewusst, um nichts vorwegzunehmen. Man sollte sich von einem großen Verwirrspiel überraschen lassen und dafür etwas Zeit mitbringen, da man das Buch garantiert nicht vor dem Ende aus der Hand legen kann.

Die Figuren sind ebenfalls bis in die letzte Nebenfigur stimmig und herrlich menschlich gezeichnet, die aus den Vorgängerbänden bekannten wie auch die neuen. Ihre Darstellung ist die ganz große Stärke der Autorin.

Alles in allem legt der List Verlag das bislang beste Buch von Frau Neuhaus vor und hat sich und uns mit der Aufnahme ins Verlagsprogramm einen großen Schatz gesichert. Nicht umsonst wurde der Verlag wohl auf die vorher im Selbstverlag erschienenen Bücher aufmerksam, weil sie sich in Königstein besser als Harry Potter verkauften.

Einziger winziger Kritikpunkt stellen die teilweise harten Brüche im Text von einer Seite zur nächsten dar. Mehr als einmal habe ich nachgesehen, ob ich falsch umgeblättert habe. Das tut dem Vergnügen aber keinen Abbruch und ich hoffe inständig, dass ich bald das nächste Buch der Reihe in Händen halten kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend., 21. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Ich habe mir dieses Buch auf Grund mehrerer Empfehlungen und der guten Bewertungen hier gekauft. Der Klappentext auf dem Buchrücken klang vielversprechend, ich begann zu lesen - und kam schnell ins Stocken. Frau Neuhaus braucht meines Erachtens unheimlich lang (gut die ersten 250 Seiten), um die Geschichte irgendwie ansatzweise ins Rollen zu bekommen. Natürlich muss ich, um fair zu bleiben, erwähnen, dass sie eine Vielzahl an Figuren betrachtet und jede einzelne akribisch beschreibt. Das erscheint bei den ersten zwei, drei Figuren noch interessant und detailverliebt - ist aber irgendwann eher spannungshemmend und langweilig. Der Plot ist im Grunde nicht schlecht, bietet viele Ansätze für tiefergehende Beschreibung - Frau Neuhaus tut dies auch des Öfteren. Aber der ein oder andere Witz, diese oder jene spannende inhaltliche Konstruktion, all das wiegelt nicht die langen Durststrecken auf, die mich dazu brachten, das letzte Drittel regelrecht überfliegen zu wollen, nur, um diesen zähflüssigen Roman nicht unbeendet abzubrechen. Schade.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassicher Krimi, 4. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Der 92-jährige Holocaust- Überlebende David Josua Goldberg wird in seinem Haus im Taunus mit einem Genickschuss getötet. Bei der Obduktion macht der Arzt eine seltsame Entdeckung: Goldbergs Arm trägt die Reste einer Blutgruppentätowierung, wie sie bei Angehörigen der SS üblich war.

Tiefe Wunden,
Nele Neuhaus Buch lässt sich hervorragend und flüssig lesen. Spannung ist auch durchgehend vorhanden und man kann es nur sehr schwer aus der Hand legen. Mit dem sympathischen Ermittlerduo macht das lesen doppelt so viel Freude. Ein wirklich klassicher Krimi, bei dem man nicht schon am Anfang an weiß, wer der Mörder ist.
Empfehlenswert!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Komplexe Handlung, aber teilweise unglaubwürdig und unlogisch, 21. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Weil das Schneewittchenbuch so lange in den Bestsellerlisten war, habe ich (zugegeben, das war ein Fehler) gleich die ersten vier Nele Neuhaus Bücher gekauft. Jetzt habe ich mich sehr mühsam durch die ersten drei gekämpft. Immerhin muss man sagen, dass sich die Qualität der Bücher deutlich steigert. Während ich das Erste ganz schlecht fand und unlogisch, war die Geschichte im zweiten Buch "nur" einfach viel zu konstruiert. Das dritte Buch ist im Unterschied zu den ersten beiden deutlich komplexer und ich fand es teilweise auch spannend (jedenfalls bis zur Auflösung des Falles, die bereits etwa 100 Seiten vor dem eigentlichen Ende präsentiert wird). Trotzdem ist die Geschichte insgesamt sehr abwegig (Nazis, Stasi, alles dabei). Warum (und wie im Detail?)sollte sich ein SS-Mann nach dem Krieg ausgerechnet die falsche Identität eines Juden geben, der dann auch noch ausgesprochen aktiv und bekannt in jüdischen Gemeinschaften ist und seine Kinder jüdisch erzieht? Er schreibt übrigens auch Hebräisch. Auch die Logik bleibt bei der Komplexität leider auf der Strecke. Ein Firmeninhaber vergibt Anteile seiner GmbH an zahlreiche Familienmitglieder und Freunde seiner Frau und eine Freundin seiner Tochter. An letztere angeblich, weil sie Zeugin SEINES Mordes war...!? Das ist vielleicht nur ein unwesentliches Detail und für den eigentlichen Fall unerheblich, es stört aber trotzdem das Lesevergnügen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trügt der äußere Schein? - Eine Familie mit dunkler Vergangenheit, 24. Februar 2010
Von 
Belles Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Wer richtet alte Menschen hin? Mit dieser Frage muss sich Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff von der Mordkommission in Hofheim beschäftigen. Innerhalb kürzester Zeit sterben drei betagte Personen, hingerichtet mit einem Nackenschuss, und alle Drei standen in enger Beziehung zu Vera Kaltensee, 85-jährige Patriachin einer großen Firma und angesehenes Mitglied der Gesellschaft des Main-Taunus-Kreises. Alle anfänglichen Ermittlungsansätze verlaufen im Sande bis Kirchhoff und Bodenstein beginnen, im näheren Umfeld der Familie Kaltensee zu ermitteln. Liegt der Grund für die Morde in der Vergangenheit der Familie begründet, die möglicherweise doch eine andere Rolle im 2. Weltkrieg gespielt hat, als sie der Öffentlichkeit präsentiert? Und welches Geheimnis versucht Vera Kaltensee mit allen Mitteln zu bewahren?

Nele Neuhaus steigt gewohnt zügig in ihre Geschichte ein und präsentiert dem Leser das Motiv der Morde recht schnell. Jedoch legt sie immer wieder neue Spuren aus, sodass man in Bezug auf den Täter mehr als einmal auf eine falsche Spur geführt wird. Geschickt gelegte Wendungen und die unterschiedlichen Erzählstränge, die sich erst im Laufe der Story zusammenfügen, wecken die Neugier und so baut sich von Anfang an ein hoher Spannungsbogen auf, der mühelos bis zum Ende des Krimis hält.

Ihr Schreibstil ist unterhaltsam, flüssig und dieses Mal dem Thema entsprechend recht ernst, sodass man sich während des Lesens immer gut unterhalten fühlt. Thema der Story ist die dunkle Vergangenheit einer alteingesessenen, reichen und angesehenen Familie während der Nazizeit. Vertuschung, Lügen, Rache und Intrigen bestimmen die Geschichte.

Ihre beiden Protagonisten beschreibt Nele Neuhaus gewohnt facettenreich und lebendig und sie gewährt dem Leser auch wieder einen Blick in ihr Privatleben. Allerdings ist dies dieses Mal mehr ein Nebenschauplatz. Das Hauptaugenmerk liegt im vorliegenden Buch eindeutig bei der Ermittlungsarbeit. Die weiteren Charaktere sind wieder sehr gut herausgearbeitet mit ihren unterschiedlichen Eigenarten und Problemen, sodass man sehr schnell eine Vorstellung von ihnen erhält.

Fazit: Nele Neuhaus hat mit ihrem 3. Krimi rund um das Ermittlerduo Kirchhoff/Bodenstein wieder einen äußerst spannenden Roman mit einer interessanten und vor allem erschütternden Story abgeliefert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solider Krimi, aber auch nicht mehr., 12. August 2014
Meine Meinung:
Das hier war mein erstes Buch von Nele Neuhaus- "Schneewittchen muss sterben" habe ich lediglich als Film gesehen, konnte mir aber bereits dort ein gewisses Bild von der Autorin machen.
Deswegen dachte ich mir, doch einmal einen Krimiroman von ihr zu lesen, immerhin ist sie ziemlich bekannt und auch beliebt.
Ich bin jedoch ein wenig zwiegespalten, was den Roman angeht- anfangs war ich begeistert, doch je mehr Seiten ich umblätterte, desto nüchterner wurde ich. Rund 500 Seiten hat dieser Roman und ich frage mich wirklich: Wofür?
200 Seiten weniger hätten es auch getan und hätten bei mir vielleicht nicht Langeweile hervorgerufen. Denn dass Langeweile sich irgendwann bemerkbar macht, ist eigentlich normal- fast kein Autor der Welt schafft es, ein so umfangreiches Buch auf jeder Seite zu einem Erlebnis zu machen.
Die Handlung zieht sich, die Polizei tritt auf der Stelle und das die ganze Zeit. Neue Erkenntnisse kommen nur spärlich herein und wenn ich ehrlich bin, vermag ich bereits jetzt nicht mehr zu sagen, was der rote Faden war und welche Entwicklung die Ermittlung gemacht hat. Es versteht sich von selbst, dass die Spannung auch irgendwann total abflaute, ich habe nur noch auf das Ende gewartet- irgendwann muss ja auch einmal Schluss sein, auch wenn so mancher Autor das nicht erkennen möchte und die Handlung in die Länge zieht. Das muss wirklich nicht sein.
Ab einem gewissen Zeitpunkt hat man auch nichts Neues mehr über die einzelnen Protagonisten dazugelernt, weil eigentlich alles gesagt war- nur der Täter musste noch gefunden werden, aber Neuhaus wollte das wohl sehr spannend machen.
Vom Ende bin ich eigentlich recht überzeugt und auch überrascht, da ich mit dieser Wendung nicht gerechnet habe- und auch nicht mit diesem Täter.
Nele Neuhaus hat das Ganze recht gut strukturiert und auch aufgebaut, nur irgendwann dazwischen bricht alles zusammen, weil es einfach zu lange andauert.
Die Handlung an sich war interessant: Ein Jude, der eine SS-Blutgruppentätowierung trägt; dann ein eingefleischter Nazi und zum Schluss eine alte Dame im Rollstuhl, die brutal hingerichtet werden. Mir war klar, dass die Lösung in der Vergangenheit während des 2.Weltkrieges liegen musste und da ich mich für dieses Thema doch sehr interessiere, habe ich mir das Buch auch gekauft.
Man erfährt einige Sachen über Ostpreußen und wie es dort während des Krieges zugegangen ist- aber die Informationen diesbezüglich sind dann doch vergleichsweise spärlich, weil der Fokus auf der Gegenwart liegen soll. Das ist nicht so ganz gelungen: Ich persönlich hätte mir mehr Hintergrundwissen gewünscht, hätte mir gewünscht, dass Neuhaus auch einmal in der Zeit zurückgeht- das passiert ein- oder zweimal, dabei ist die Vergangenheit doch hier der Knackpunkt! Das war dann doch ein wenig enttäuschend, weil die Autorin sich lieber darauf konzentriert hat, Lappalien in der Gegenwart zu beschreiben.

Der Schreibstil ist mir positiv aufgefallen- Neuhaus hat einem die einzelnen Personen auch vom Aussehen vorgestellt, sodass ich ein recht gutes und vor allem klares Bild bekommen konnte von den Protagonisten. Auch Persönlichkeitsbeschreibungen fallen etwas detaillierter aus, wenngleich nicht unbedingt richtig- immerhin handelt es sich um ein Krimiroman und man muss den Leser auf eine falsche Fährte locken. Ich fand, dass sie selbst Nebenpersonen gut dargestellt hat- sei es nun die geschätzte Vera Kaltensee, die angehende Polizeichefin Nicola Engel oder den Restaurator Marcus Nowak- ich konnte mir diese ganz unterschiedlichen Charaktere gut vorstellen und Neuhaus hat auch ihre verschiedenen Facetten dargestellt. Der Roman ließ sich flüssig und gut lesen, Neuhaus verzichtet auf komplizierte, verschachtelte Sätze und vermeidet somit "Hängenbleiben".
Auch Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff waren gut dargestellt, auch sie konnte ich mir vorstellen (auch wenn ich mich vielleicht ein wenig bedient habe am Film "Schneewittchen muss sterben") Besonders Pia ist mir sehr sympathisch gewesen, weil sie nicht die kalte Ermittlerin ist, sondern auch durchaus Empathie und Mitleid empfinden kann- und dies auch zeigte. Sie ist sehr menschlich und macht sie liebenswert. Auch ihr etwas chaotisches Leben mit all den Tieren hat sie sehr sympathisch gemacht und mir hat gefallen, dass Neuhaus Pias Privatleben miteinbezogen hat- denn so konnte ich mir die junge Frau noch besser vorstellen. Auch ihre Gefühle bezüglich ihres Ex-Mannes und ihres derzeitigen Freundes haben sie sehr authentisch und realistisch wirken lassen- der Fokus lag zwar auf Pia als Ermittlerin, aber man konnte durchaus auch die Privatperson kennenlernen.
Und auch Oliver hat mein Herz erobert mit seiner etwas distanzierten Art. Er ist nicht betont unsympathisch skizziert worden, sondern wirklich als der, der er ist: Ermittler mit Leib und Seele, mit Wutanfällen, Liebesbekundigungen für seine neugeborene Tochter, etc. Bei ihm lernt man auch verschiedene Facetten kennen und nicht nur die des kalten Ermittlers. Mir hat das gut gefallen, weil es die beiden Hauptprotagonisten sehr menschlich und authentisch gemacht hat.

Kommen wir schlussendlich noch zu dem Punkt, den ich am meisten zu kritisieren habe: Die zahlreichen Personen, die auftauchen, ihre Beziehungen zueinander und ihre gemeinsame Vergangenheiten- irgendwann hab ich den Faden verloren und ich musste mich wirklich anstrengen, um dranzubleiben und alles verstehen zu können.
So viele unterschiedliche Personen tauchen auf mit so unterschiedlichen Absichten, Intentionen und Gedanken, dass es sehr schwer wird, sie auseinanderzuhalten.
Alle sind irgendwie miteinander verknüpft, miteinander verbunden, es sind so viele Leute involviert, dass man ganz leicht den Überblick verliert- und das hat sehr gestört.
Ich möchte, wenn ich einen Krimi lese, nicht zwanzig verschiedene Charaktere kennenlernen, die alle irgendwie relevant sind. Denn so kann man sich als Leser einfach auf gar nichts konzentrieren und ehrlich gesagt hab ich immer wieder vergessen, wer denn nur wer ist, wer ein Verhältnis mit wem hat und wer in welcher Beziehung mit wem ist. Erscheint Ihnen dieser Satz jetzt verwirrend? Gut, denn so verwirrend war ein Großteil des Buches.
Manchmal habe ich das Buch gefrustet zur Seite gelegt, weil so viele scheinbar unnütze Informationen gleichzeitig auf einen einstürmen und man nicht die Gelegenheit hat, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Das war einfach zu viel des Guten- Veras Kaltensees gesamte Familie spielt eine Rolle, sowie zahlreiche andere Personen, die in Zusammenhang mit der Familie stehen. Mir schwirrt der Kopf jetzt noch von den vielen Menschen, die da auftauchen.
Das hätte man auch ein wenig eindämmen können, denn so macht Lesen kein Spaß.

Fazit:
Ich vergebe durchschnittliche 3/5 Sternen. Der Roman hat mich nicht restlos überzeugt, der Mittelteil war viel zu lang und somit auch zu langweilig. Zu viele Personen werden genannt und alle sind sie relevant und tauchen immer wieder auf. Das hat verwirrt und gefrustet.
Gleichzeitig möchte ich hervorheben, dass die meisten dieser Charaktere sehr gut dargestellt wurden- mit Macken und Kanten, nicht unbedingt makellos, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkte. Auch die Thematik hat mich interessiert.
Nele Neuhaus ist auf jeden Fall eine gute Autorin, aber dieser Roman war einfach viel zu lange- in Zukunft sollte sie vielleicht ein wenig kürzen, das würde der Handlung nicht schaden, sondern eher guttun.
Also 3/5 Sternen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knifflig und spannend, 21. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
"'Tiefe Wunden"' ist ein sehr komplexer Krimi, der die Gehirnzellen beim Lesen stark fordert und damit geradezu zum Miträtseln drängt. Viele kleine und sehr gut verteilte Puzzleteile bieten immer wieder neue Ansätze für den oder die Täter und das Motiv. Viele Hinweise gilt es zu beachten, die Gespräche und Verhöre gut zu verfolgen, um hinter die Hintergründe der Morde zu kommen und eine Verbindung zu den Geschehnissen in der Vergangenheit zu finden. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die einen stutzen lassen und zu neuen Überlegungen führen oder auch auf neue Fährten locken, ohne zu ahnen, ob es richtige oder falsche sind.

Nicht gerade einfacher machen es dabei natürlich die vielen Personen, die in der Geschichte vorkommen. Deren Motivationen und ihre Verflechtungen untereinander und mit den Opfern herauszufinden, fordert etwas Konzentration, ist aber auch eine Herausforderung, die sehr viel Spaß macht, vor allem, wenn man gerne Rätsel löst. Mir persönlich hat das richtig gut gefallen und ich habe mir schon lange nicht mehr so viel und so intensiv auch außerhalb der Lesezeit den Kopf zerbrochen, wie bei diesem Krimi.

Und auch wenn ich in einigen Bereichen ein richtiges Gefühl, einen richtigen Ansatz und auch ein paar fast richtige Verdächtigungen hatte, habe ich doch bis zum Ende die Auflösung nicht herausgefunden und wurde mit der Aufdröselung der Personen und der Vorgänge noch richtig überrascht. Das hat mir sehr gut gefallen und ich bewundere jetzt noch die Autorin, dass sie selbst dabei den Überblick behalten und alle Fäden stets sicher im Griff hatte.

Zusätzlich zu dem sehr spannenden Fall, bietet der Krimi aber auch noch einen interessanten Einblick in fast unglaubliche Vorgänge in Verbindung mit der Nazizeit, die ich so bisher nicht erfahren habe und die sehr gut recherchiert und spannend ein unschönes Kapitel der Geschichte in die Gegenwart bringen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch Leser, die normalerweise keine Krimis lesen, mit diesem Buch eine interessante und spannende Lektüre haben können.

Der Krimi ist zwar der Dritte in einer Reihe, aber es ist nicht notwendig, die Vorgänger zu kennen, um mit dem Ermittlerduo klar zu kommen. Die Lebensgeschichten der beiden nehmen auch nicht so viel Raum ein, dass man das Gefühl hat, es fehlt einem dabei etwas, und das Wichtigste bekommt man im Laufe des Krimis auch mit. Beide Personen sind mir sehr sympathisch und ich freue mich schon darauf, noch mehr von ihnen zu lesen. Nele Neuhaus ist auf jeden Fall eine Autorin für mich geworden, deren weitere Bücher ich noch lesen werde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verwirrungen und Verstrickungen, 24. Dezember 2009
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Inhalt:
Der Holocaust-Überlebende David Goldberg wird in seinem Haus durch einen Genickschuss getötet, regelrecht hingerichtet. Der Mörder hinterlässt eine ominöse fünfstellige Nummer, die mit dem Blut des Opfers auf einen Spiegel geschrieben wurde. Ein weitere Rätsel folgt: Bei der Obduktion entdeckt der Gerichtsmediziner Reste einer Blutgruppentätowierung an Goldbergs linken Oberarm - eine Tätowierung, die typisch für Angehörige der SS war. Bald gibt es den nächsten Toten, der im Keller dem Dritten Reich gedacht und der seine Wände mit Bildern von Hitler und anderen Nazigrößen dekoriert hatte. Weitere Opfer folgen, nichts scheint wirklich zusammen zu passen, die Polizei tappt im Dunkeln - während die berühmte Familie Kaltensee sich in Schweigen hüllt und immer mehr düstere Geheimnisse aus längst vergangenen Zeiten auftauchen.

Mein Eindruck:
Nele Neuhaus steigt sofort in ihre Geschichte ein und stellt sehr schnell zahlreiche Protagonisten vor. Bisweilen habe ich den Überblick verloren - wer ist mit wem wie verwandt, in welcher Beziehung stehen die Charaktere zueinander? Manchmal waren es fast ein bisschen zu viele Informationen. Die Protagonisten selbst sind glaubwürdig und menschlich, machen Fehler, sind nicht perfekt. Am Ende gelingt es der Autorin ausgezeichnet, alle ihre Fäden zusammenzuführen, alles aufzuklären, keine Fragen offenzulassen.

Mein Resümee:
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der jedoch nicht flach ist. Blutrünstige Verbrechen, aber kein Krimi, der einzig von grausigen Bildern und erschütternden Beschreibungen lebt.

Zum Weiterlesen:
Kein Krimi, aber eine sehr unterhaltsame (und sehr sarkastische) Abhandlung zu einem ähnlichen Thema: 'Der Nazi und der Friseur' von Edgar Hilsenrath.
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61 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von guten Bewertungen täuschen lassen..., 14. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3) (Taschenbuch)
Ich habe mir "Tiefe Wunden" aufgrund der sehr guten Bewertungen gekauft - leider wurde ich enttäuscht.

Missfallen haben mir insbesondere zwei Dinge:

Zum einen hat es die Autorin nicht geschafft, den (Haupt-)Personen einen wirklichen Charakter zu verleihen, zum anderen wirkt der Krimi allzu oft gezwungen, ja geradezu konstruiert. Nachfolgend ein paar kurze Erläuterungen hierzu.

Ich mag ausgeprägte Charaktereigenschaften, zumindest bei den Hauptpersonen. Ein sympatischer Kommissar, mit dem man mitfiebern kann, oder ein echtes Ekel, dem ich sonst etwas wünsche, sind immer willkommen. Außer Familienverhältnissen erfährt man hier jedoch kaum etwas, echte Sympathie oder Antipathie wird dadurch nicht erzeugt. Erschreckend fand ich zum Schluss, dass es mir ziemlich egal war, wer noch stirbt oder letztlich überlebt. Eigentlich wollte ich nur noch die Lösung des Krimis erfahren, und dann ist auch gut. Wer bei seiner Kaufentscheidung nur Wert auf eine nette Story legt, der sollte sich von diesem Kritikpunkt jedoch nicht beeinflussen lassen.

Zum Thema "konstruiert" einfach ein Beispiel (ohne zu viel zu verraten): Dass sich ein Mann erst in späten Jahren seiner Zuneigung zum eigenen Geschlecht bewusst wird kommt vor. Auch, dass der Liebhaber viele Jahre jünger ist als er selbst. Wirklich übertrieben ist es allerdings, dass ein Onkel (unwissentlich!) ein Verhältnis mit seinem eigenen Neffen eingeht. Ich muss sagen, dass ich mich darüber unglaublich geärgert habe. Insbesondere deshalb, weil es (wenn auch nicht so extrem) viele solcher Zufälle gibt, die der Krimi einfach nicht nötig hätte. Der Versuch, immer noch eine Überraschung mehr einzubauen, geht deutlich über das Ziel hinaus.

Fazit: Schade, denn die Story an sich ist wirklich interessant. Ohne die erwähnten Schwachstellen hätte daraus ein guter Krimi werden können.
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Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 3)
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