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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verstörend, spannend, irritierend
Ein irritierender, verstörender Brocken von einem Buch.
Johan Nilsen Nagel erscheint eines Tages in einem kleinen norwegischen Fischernest und quartiert sich im Hotel des Ortes ein. Was der knallgelbgekleidete Mann mit dem leeren Geigenkasten will, das weiss niemand im Dorf. Zuerst verteidigt er den Dorfkrüppel zum allgemeinen Unverständnis, dann...
Veröffentlicht am 23. September 2003 von lindenhof

versus
21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stadtpläne lesen sich einfacher
Es gehört zu den irritierendste Leseerfahrungen, dem Werk eines Nobelpreisträgers, noch dazu eines so einflussreichen Autoren wie Knut Hamsun, nach dem Lesen einfach nicht die gebührende Bewunderung zollen zu können, die es nach allgemeiner Auffasung verdient hat. Gerade als Amazon-Rezensent steht man dadurch schon auf verlorenem Posten.
Da aber...
Veröffentlicht am 4. August 2006 von Polygraph


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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verstörend, spannend, irritierend, 23. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Ein irritierender, verstörender Brocken von einem Buch.
Johan Nilsen Nagel erscheint eines Tages in einem kleinen norwegischen Fischernest und quartiert sich im Hotel des Ortes ein. Was der knallgelbgekleidete Mann mit dem leeren Geigenkasten will, das weiss niemand im Dorf. Zuerst verteidigt er den Dorfkrüppel zum allgemeinen Unverständnis, dann hält er lange Reden über Bücher und Politik. Er wirbt um eine bereits vegebene und um eine alte Frau. Er stellt sie auch bloss. Immer wieder versucht er die Leute zu überzeugen. Aber niemand versteht ihn. Für die Menschen im Dorf ist und bleibt er ein Mysterium.Ein Rätsel.
Als Leser sind wir nicht nur Zeuge dieses eigenartigen Einbruchs in die gemächliche kleinbürgerliche Welt des Ortes, wir sind auch Zeuge der leisen und lauten inneren Monologe des einsamen modernen Menschen. Eindrücklich wird die Zerrissenheit, die Suche nach dem unmöglichen Glück geschildert. Was Edvard Munch zur gleichen Zeit gemalt hat, dass hat Hamsun mit diesem Buch gedichtet.
Eine verstörende, beeindruckende Lektüre.
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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd, 5. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Ein unglaublich faszinierendes Buch, das man nicht mehr aus den Händen legen mag. Man taucht völlig ein in die Gedankenwelt des Herrn Nagel und leidet und fühlt mit ihm. Bis auf Dostojewski kenne ich keinen anderen Schriftsteller, der es ähnlich versteht, das geheimnisvolle und dunkle Innenleben der Menschen
zu beschreiben. So versucht er dem Wesen des Menschen und seinen waren Motiven auf die Spur zu kommen und steigt dabei hinab in die Abgründe der Seele. Das Ganze ist ungemein fesselnd geschrieben und lässt einen nicht mehr los bis zur letzten Seite. Ein Buch, welches sehr zu empfehlen ist!!!!!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr viel Tiefe, 6. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Ich habe mich manchmal gefragt, wieviel wohl noch in diesen Zeilen stecken mag, was ich noch nicht verstanden habe!
Ich habe tatsaechlich den Eindruck, dass dieses Buch von einer solchen Tiefe ist, die nur intuitiv zu erfassen ist.
Hamsun beschreibt in diesem Buch menschliche Innenleben, deren Schoenheit und deren Abgruende und das ganz ohne zu werten und zu urteilen, er erfasst sie nur und so konfrontiert einen dieses Buch mit einer brutalen Wahrheit.
Einer solchen psychologischen Tiefe bediente sich wohl kein anderer Autor seiner Zeit! Unbedingt lesenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Wechselbad von Gefühlen, 21. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Ein Mann kommt in eine Kleinstadt am Meer. Woher kommt er? Was ist er? Wohin geht er? Zeit, Ort und Personen der Handlung bleiben kohärent in diesem fesselnden Roman. Alles andere aber zerfällt, wird Traum. Ein Traum von einem anderen, besseren, Leben. Die Gefühle in diesem Traum: ein Wechselbad. Die, oft neurotische, Liebe um zwei Frauen spielt dabei die Hauptrolle. Sie scheint überwiegend selbstgeschaffen, weil benötigt um das Leben zu bewältigen. Diese Liebesgefühle sind bisweilen sentimental, werden aber in ihrer Künstlichkeit als solche erkannt. Der für die Bewohner interessante Fremdling verstrickt sich immer mehr in seinem Gefühlsurwald, aus dem es schließlich kein Entrinnen mehr geben kann. Das Leben geht auch ohne ihn weiter.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mysteriös..., 25. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Dieser Johan Nilsen Nagel! Da provoziert er doch tatsächlich 100 Jahre nach seinem Ableben im Roman noch hier im Internet hauptberufliche Top500-Amazon-Rezensenten. Unerhört!

Was will Nagel in der kleinen norwegischen Küstenstadt? Who knows...

Zunächst einmal: Hamsuns "Mysterien" ist einfach zu lesen, keine Schachtelsätze, welche über dann eine halbe Seite gehen, wie man sie beispielsweise von Thomas Mann kennt, sondern nur die tatsächlich notwendige Information zur Beschreibung der Szenen. Natürlich sehr schön formuliert. Der Roman ist aber auch tief, tiefer als der eine oder andere Leser dringen kann. Es ist festzustellen, dass der Roman so mysteriös sein kann, dass man nicht mehr geneigt ist, sich zu fragen, was bezweckte Hamsun, sondern vielmehr, was wurde mit Hamsun bezweckt?

"Mysterien" ist ein absoluter Glücksfall europäischer Literatur!

Und war nebenbei bemerkt auch Ideengeber für Werke von Sartre, H. Miller, Kafka, Thomas Mann usw.

LESEN! LESEN! LESEN!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Protest gegen den Alltag, 2. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Ein Mann kommt in einem knallgelben Anzug und einem Geigenkasten in einer norwegischen Küstenstadt an. Er schlägt sich sofort auf die Seite eines recht einfältigen Einheimischen, er verliebt sich unglücklich, er erzählt Lügen die er sofort wieder korrigiert (oftmals auch Lügen, die er gar nicht erzählen müsste, es aber trotzdem macht und sich nur selbst damit schadet), er hat eine eigensinnige Meinung über Politik und Literatur, er stellt Fragen deren Sinn und Zweck sich irgendwie erst später offenbaren, er erzählt seltsame Geschichten, ausserdem ist er mal überglücklich, wenige Augenblicke später zutiefst betrübt. An manchen Stellen hat man das Gefühl es mit einem Schizophrenen zu tun zu haben.
Anfangs wird man die Hauptfigur Johan Nils Nagel wohl noch mögen, im Laufe des Buches verwirrt er einen immer mehr.
Knut Hamsun hätte sich keinen besseren Titel für das Buch ausdenken können. Der Held in diesem Werk ist wirklich ein Mysterium und das macht ihn zu einer der interessantesten Figuren der Literatur die ich kenne. Langweilig wird einem das Lesen hier nicht, eben weil Johann Nils Nagel unberechenbar ist.
Interessant anzumerken sei hier auch noch die Sprache Hansums. Dialoge, innere Monologe, sowie auch die Erzählstimme werden hier zu einem grossen Text vermischt. Keinerlei Anzeichen für wörtliche Rede oder sonstiges. Stockungen in der Rede werden mit "Pause" kenntlich gemacht...das und noch einiges mehr machen die Sache zu einem, vielleicht nicht ganz leichten, aber nachhaltigen Lesevergnügen.
Knut Hamsun hält hier der Gesellschaft einen Spiegel vor, allerdings in der Form, dass auch der Held selber keine Lehre daraus ziehen kann. Es ist wohl ein Roman des Widerspruchs, in dem der Held die Wahrheit anklagt und ihr nur mit Lügen gegenübertreten kann.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für dieses Buch habe ich Norwegisch gelernt ..., 22. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Der Protagonist Hamsuns fühlt sich - wo er auch hinkommt - als "tilværelsens utlending", als "Ausländer des Daseins". Aus diesem Zustand gibt es kein Entkommen. Gerade auch die südnorwegische Idylle erweist sich als vergeblicher Fluchtpunkt. Selbst die vermeintlich heilende Zeit bringt keine Linderung. Existentielle "Utlendighet" vergeht nicht; es finden sich immer neue Träger: Das blaue Band der Sympathie entspannt sich auch heute nach 112 Jahren; dann wenn der Leser die unkündbare Fremdheit seiner Existenz an sich heran läßt.
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21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stadtpläne lesen sich einfacher, 4. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Es gehört zu den irritierendste Leseerfahrungen, dem Werk eines Nobelpreisträgers, noch dazu eines so einflussreichen Autoren wie Knut Hamsun, nach dem Lesen einfach nicht die gebührende Bewunderung zollen zu können, die es nach allgemeiner Auffasung verdient hat. Gerade als Amazon-Rezensent steht man dadurch schon auf verlorenem Posten.
Da aber meine Vorredner in ihren Besprechungen weitgehend nur die lobende Zusammfassung des Inhalts aus dem Klappentext wiedergegeben haben, sehe ich hier meine Chance den Aufbau des Romans und den Wert seines Inhalts kritisch zu bewerten und damit zu begründen, warum mir "Mysterien" nicht gefallen hat.

Der Roman beschreibt den kurzen Aufenthalt des jungen Johan Nils Nagel in einer kleinen norwegischen Hafenstadt. Mit seinem gelben Anzug und dem Geigenkasten, den er immer bei sich trägt, fällt er sofort auf. Bereits an seinem ersten Tag sorgt er für Verstimmungen, als er sich für den verkrüppelten Dorftrottel einsetzt. Er kauft einer alten Frau einen Stuhl ab und besteht darauf, das zwanzigfache des tatsächlichen Werts zu bezahlen. Bei einem feinen Dinér stellt er die intellektuelle Elite der Stadt in Frage. Als Nagel einen Monat später die Stadt wieder verlässt, ist im Leben der Bewohner nichts mehr wie es war.

Was in der Zusammenfassung nach einem sympathischen Antihelden klingt, der gegen die bürgerlichen Konventionen rebelliert, bietet im Roman wenig Tiefsinn.
Man kann nur spekulieren, ob Hamsun mit der Figur Nagel einen Sympathieträger erschaffen wollte, gelungen ist es ihm nicht.
Für den Leser bleibt Nagel derselbe Querulant, wie für die anderen Dorfbewohner. Wir lernen weder etwas über seine Vergangenheit, noch über seine persönlichen Gedanken oder Motive. Der ewige Widerspruch des Protagonisten verkommt bald zum ärgerlichen Verwirrspiel.
So zieht Nagel beispielsweise bei einem Empfang für die belesenen Bürger der Stadt zur großen Entrüstung der Anwesenden über Leo Tolstoi her, dessen Werk er als "überschätzt" ablehnt. Am nächsten Tag wird Nagel auf der Straße auf seine Äußerungen am Vorabend angesprochen; als Reaktion darauf ergeht er sich nun in einer überschwänglichen Lobeshymne auf Tolstoi, die auf den Zuhörer nicht weniger irritierend wirkt, als seine Tirade vom Vorabend.
Ebenso verwirrend wirken Nagels Äußerungen auch auf den Leser. Sein unberechenbares Verhalten liefert die im Titel versprochenen Mysterien. Wir wissen nicht, ob er tatsächlich ernst meint, was er sagt; wir können nur sicher sein, dass er am nächsten Tag das genaue Gegenteil sagen wird.
Diese lange Serie von Entrüstungen, die Nagel provoziert, bilden den Großteil des Romans. Da man sich aber mit der Zeit an das Maskenspiel und die Neigung zum Schwadronieren des launischen Protagonisten gewöhnt, wirken Nagels Ausfälle und unweigerlich darauffolgende Widerufe nach einiger Zeit nicht mehr als amüsante Provokation, sondern sind nur noch frustrierend für die Geduld des Lesers.

Hamsun hatte wohl beabsichtigt, nur mit den Dialogen die Charaktere zu entwickeln, und die Geschichte voranzutreiben. Damit hat er sich aber eindeutig übernommen: Die Gespräche sind zu lang, zu schwerfällig und schlichtweg zu ziellos. Die Charaktere bleiben schablonenhaft flach.

Nagel hat nichts zu sagen, aber er tut dies mit Begeisterung. Um den Roman noch eine Spur irritierender zu machen, hat Hamsun nämlich auf eine Ordnung und Strukturierung der Dialoge verzichtet. Seite um Seite wird ohne Absatz oder Interpunktion von Nagels Monologen gefüllt, Widerspruch gibt es nicht. Zusätzlich dazu verzichtet Hamsun auf Anführungszeichen zur Kennzeichnung der Dialoge und besteht auf der Maßnahme, die Heiterkeit seiner Figuren immer auszuformulieren. Die unzähligen "Hahahas", "Hohohos", "Hihihis" und "Hehehes" des Romans erinnern an den Stil von Mickey Maus Heften- ein "nachhaltiges Lesevergnügen", das mein Vorredner zu erkennen glaubte, brachte mir diese Sprache nicht.

Wenn es Hamsuns Absicht war, den Leser zu verwirren, dann hat er dieses Ziel erreicht. Auch das Ende des Romans gibt keine Erklärungen für das Handeln des Protagonisten. Da der Roman damit keine Hauptfigur liefert, dessen Äußerungen und Denken man nachvollziehen kann, bleibt er eine lange Aneinanderreihung von Brüskierungen durch Nagel, die er im nächsten Kapitel abschwächt oder wiederruft. Und da er seinen Provokationen keine Taten folgen lässt und auch nie wirklich hinter dem steht, was er sagt, wirkt Nagel eher wie ein großmäuliger Wichtigtuer, als ein intellektueller "Ausländer des Daseins."
Ein paar nette Landschaftsbeschreibungen und eine kleine Handvoll lustiger Szenen sind mir einen zweiten Stern wert- aber das ist noch sehr großzügig. Ich empfand das Lesen von "Mysterien" als eine anstrengende und- mangels einer Auflösug- schlussendlich unbefriedigende Strapaze und war sehr froh, als ich den Roman endlich beendet hatte.

Das Nachwort des Hamsun-Biographen Baumgartner zeigt übrigens, dass Hamsun am Schluss selber den Überblick über seinen Roman verloren hat. In einem Brief schrieb er: "Und das Buch schwillt an und schwillt an, ich verstehe es nicht mehr. Ich will, dass es bald jemand untersucht, der sich auskennt. Der Teufel mag es holen."
Da kann ich dem Dichter nur zustimmen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sonderbare Mysterien, 29. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mysterien (Taschenbuch)
Der Roman ist keine leichte Kost. Der Inhalt wechselt zwischen innerem Monolog und tatsächlichen Gesprächen und Ereignissen. Der Protagonist kommt in eine kleine norwegische Stadt und erregt schon deswegen große Aufmerksamkeit, dass er einen gelben Anzug trägt und sich einigermaßen seltsam benimmt. Er verliebt sich in ein schönes junges Mädchen, das verlobt ist, und wird abgewiesen. Dann macht er einer 40jährigen unscheinbaren Frau einen Heiratsantrag und hat auch keinen Erfolg. Seine seltsamen Handlungen nehmen zu, bis er zum Schluss durch einen Sprung ins Meer Selbstmord begeht. Die inneren Monologe und die endlosen Monologe bei Gesprächen sind manchmal schwer nachzuvollziehen. Es wird auch nicht ersichtlich, warum er in die Stadt gekommen ist, es ist nur zu erahnen, dass er eine große Enttäuschung erlebt haben muss. Es lohnt sich trotzdem, den Roman, der autobiographische Anteile enthält, zu lesen.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Opfer des eigenen Querulantentums, 26. Oktober 2004
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Mysterien: Roman (Taschenbuch)
Was für ein seltsamer Beginn. Ein Mann kommt per Schiff in einer kleinen norwegischen Küstenstadt an, er ist allein und trägt einen gelben Anzug. Woher er kommt, wohin er will, wovon er lebt, das ist alles unbekannt. Sein Name ist Johan Nils Nagel, er ist ein wundersamer Exzentriker. In dem Geigenkasten, den er mit sich führt befindet sich nur schmutzige Wäsche. Er lässt sein Gepäck zurück, fährt weiter, kommt dann aber über den Landweg am nächsten Tag zurück. Er schickt sich selbst Telegramme, lässt sie im Hotel liegen, jeder kann sie lesen. Er erzählt eigenartige Geschichten. Man glaubt ihm auch nicht, dass er keine Geige spielen kann, wenn er auch den Geigenkasten zweckentfremdend nutzt.
Er ist ein hysterischer Mensch, ein postmoderner Held. Er nimmt Meinungen und Ansichten an, verwirft sie dann wieder. Man erfährt eigentlich sehr wenig über ihn. Er ist irgendwie verzweifelt, weil er unglücklich verliebt ist. Alles wird ein trauriges Ende nehmen. Er erzählt erstaunliche und bezaubernde Anekdoten die seine ironische Beziehung zur Welt anzeigen. Er ist einmal Himmel hoch jauchzend dann wider zu Tode betrübt, dann wieder extrem exaltiert.
Es ist eine ungewöhnliche Geschichte und dieser Autor versteht es Dinge zu erzählen die nicht explizit sind. Nagel verblüfft die Einheimischen immer wieder aus Neue, deshalb wird er auch an einer Stelle treffend als „Ausländer des Daseins" bezeichnet.
Das Buch ist 1891/1892 geschrieben worden. Zu dieser Zeit hatte der Autor, ein junger Querulant, eine äußerst turbulente Zeit verbracht. Der Nobelpreisträger Hamsun wurde im hohen Alter von über 80 Jahren Mitläufer der Nazis. Er hat seine politischen Ziele aber nie erreicht. Das hat ihn tief enttäuscht. Im Alter war er ein Starrkopf, eine tragische Gestalt.
Das Buch hält immer wieder neue Überraschungen für den Leser bereit.
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Mysterien
Mysterien von Knut Hamsun (Taschenbuch - 3. April 2009)
EUR 9,95
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