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Kundenrezensionen

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am 28. Dezember 2007
aber da einige Leser der "story" oder dem "plot" tatsächlich etwas abgewinnen können, kann ich mich nicht enthalten. Die Autoren sind ein schreibendes Ehepaar ohne jeden Hintergrund in Wissenschaftsgeschichte bzw. Geschichte. Das ist an sich nicht verwerflich - manchmal freut man sich ja über mutige Forschungen von Laien, aber hier ist es leider nach hinten losgegangen. Die Keplerforschung beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten mit dem Leben und Werk des großen Astronomen und Mathematikers und ALLE Experten haben die Folgerungen und Schlüsse in diesem Buch abgelehnt und ad absurdum geführt. Aber auch ohne Hintergrundwissen ist allein der Schreibstil entlarvend. Kepler wird systematisch als böser Bube geschildert und am Schluss bleibt nur er noch als übler Mordgeselle übrig. Aber was ist das Motiv? Kepler hatte seinen Streit mit Brahe längst beigelegt, als dieser starb. Dass Kepler alle Daten Brahes direkt nach dessen Tod an sich brachte ist doch klar und verständlich, denn wer außer ihm wußte um die Bedeutung des Beobachtungsmaterials und konnte damit etwas anfangen? Er war schließlich nach Prag gekommen, um diese Daten mit Brahe auszuwerten. Daraus Kepler einen Mord in die Schuhe schieben zu wollen ist hahnebüchen.
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am 11. September 2006
Das Buch ist sehr packend geschrieben und vermittelt den Anschein gut recherchiert zu sein, ist jedoch von einem gravierenden Makel behaftet: Die Autoren lassen sich dazu hinreißen, alle Thesen und Argumente auf den Nachweis einer Behauptung hinauslaufen zu lassen: Kepler hätte den Astronomen Brahe ermordet um an seine Beobachtungsdaten ranzukommen. In der Stellungnahme der Keplergesellschaft wird festgestellt, dass Kepler bereits vor dem Tod Brahes entsprechenden Zugang zu den Daten hatte.
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am 1. März 2013
Schon Jan Jessenius, ein berühmter Arzt und Brahes Freund, hatte über Tychos letzte Tage berichtet. Er sei trotz des nahenden Todes und großer Schmerzen noch klar gewesen, habe seine Angelegenheiten ordnen und sich von allen verabschieden können, und habe außerdem festgelegt, Kepler möge seine umfangreiche Datensammlung vollständig durchsehen. Kepler, dem er schon zuvor einen Teil der Daten zugänglich gemacht hatte, tat das gewissenhaft und veröffentlichte sie später komplett und zusammen mit den von ihm abgeleiteten Ergebnissen ausdrücklich unter Tychos Namen. Brahes polarisierender Charakter, der Erbenstreit um seinen Nachlass und sein unerwarteter Tod leistete aber schon seinerzeit Mordgerüchten Vorschub, die Jahrhunderte später neue Nahrung erhielten, als Anfang der 1990er Jahre an Brahes Bart, der 1901 exhumiert worden war, hohe Quecksilberkonzentrationen gemessen wurden. Schon damals wurde einschränkend darauf hingewiesen, dass es sich auch lediglich um starke äußere Quecksilber-Ablagerungen auf den Haaren handeln könne, z.B. verursacht von Brahes langjährigen alchimistischen Experimenten. Bei einer Vergiftung jedoch hätte sein Blutkreislauf das Quecksilber nicht oberflächlich, sondern im Körperinneren lokal konzentriert ablagern müssen.

Um mit moderneren Methoden auch das Innere von Haaren, Knochen und Zähnen zu analysieren, wurde im November 2010 Tycho Brahes Grab in Prag erneut geöffnet. Die Analysen wurden voneinander unabhängig in verschiedenen Labors und von verschiedenen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt. Alle kamen zum selben Ergebnis: sie identifizierten die früheren Werte als äußerlich verursacht, und weder in Knochen, noch im Inneren von Tychos Bart- oder Kopfhaaren wurden erhöhte Quecksilberspiegel gemessen - für die letzten acht Wochen vor seinem Tod fand sich sogar übereinstimmend ein fallender Verlauf. Obwohl die Analyse der Zähne zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war, veröffentlichten die Unversität Aarhus (14.11.2012) ebenso wie die Universität Rostock (12.12.2012) daraufhin Stellungnahmen, wonach eine Vergiftung nahezu ausgeschlossen werden könne, eine Quecksilbervergiftung sogar mit Sicherheit. Es sei davon auszugehen, dass Brahe an einer Blaseninfektion gestorben sei.

Damit wäre es eigentlich spätestens jetzt an der Zeit, dass sich das amerikanische "Journalisten"-Ehepaar für sein unseriöses Machwerk, mit dem es öffentlichen Rufmord an einem der größten Geister der Menschheitsgeschichte beging, genauso öffentlich zu entschuldigen hätte. Ihr voreingenommene "Darstellung" sollte allenfalls noch mit vorausgeschickter Gegendarstellung und entsprechendem Vermerk auf dem Umschlag gedruckt werden dürfen - und nur noch als Negativ- und Lehrbeispiel dafür, wie der Leser aus einem systematisch einseitig verzerrten und vorsätzlich bösen Blickwinkel heraus mit Verdächtigungen, Unterschlagungen und Unterstellungen unmerklich manipuliert werden soll. Aber ob man soviel Anstand von geschäftstüchtigen Verleumdern erwarten darf?

Liest man zum Vergleich z.B. die lebendigen und ideengeschichtlich faszinierenden Portraits Keplers und Galileis in Thomas de Padovas ausgezeichnetem Buch "Das Weltgeheimnis", vermitteln Keplers Briefe und sein Verhalten ein Persönlichkeitsbild, das der Wahrheit nahe kommen dürfte. Sein ebenso empfindsamer, wie manchmal überschwänglicher Charakter und seine Unbedingtheit und Eindringlichkeit im Erkenntnisstreben mag weniger konsequent und scharf denkenden, oder vorsichtigeren Zeitgenossen aufgestoßen sein. Aber Keplers Erkenntnissuche, und seine freigeistige und beharrliche Widerständigkeit gegen manche religiöse Autoritäten mit dogmatischem Weltbild haben nichts mit Verschlagenheit, Ruhmsucht, Karrierestreben, Prahlerei, Narzissmus oder Besserwisserei zu tun, (die man viel eher als Schattenseiten Galileis findet), sondern entspringen einer tief religiös motivierten und leidenschaftlichen Wahrheitssuche, die neben dem Intellektuellen auch das Mystische kennt und einbezieht.

Kepler erscheint eben nicht als gewissenloser, hinterhältiger und egozentrischer Fanatiker, sondern als tiefschürfender, kooperativer und im Konstruktiven freigebiger Wissenschaftler, der im freien Gedankenaustausch mit Galilei kooperieren möchte, was dieser jedoch verweigert. Nicht als Besessener, der notfalls auch über Leichen geht, sondern als frommer und arbeitsfreudiger, wegen ausbleibender Gehaltszahlungen oft mittelloser, aber familiär fürsorglicher Mensch. Ein Mann, der keine Probleme hat eigene Irrtümer einzugestehen, der die Leistungen anderer begeistert anerkennen und loben kann, sie kreativ fortführt und sich auch von schwersten Schicksalsschlägen in politisch finsteren Zeiten nicht von seinem Erkenntnisdrang abbringen lässt. Einer, der andere inspiriert und den seine Intuition mit brillianter Intelligenz, Fleiß und fabelhafter Fantasie auch ohne große materielle Mittel zu großartigen tiefen Einsichten führt. Und von dem man deshalb zu gerne gewußt hätte, was ihm zu Galileis beiden späten Dialogen eingefallen wäre und welche Auswirkungen sie auf seine tiefblickende schöpferische Fantasie gehabt hätten...
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am 16. Oktober 2006
Dieses Buch ist einfach nur schlecht. Es ist einseitig und es trägt keine Spur von Objektivität.

Während des gesamten Buches wird Kepler als Unmensch aufgebaut. Sein Charakter wird als hinterhältig und niederträchtig dargestellt und man spürt auf jeder Seite, dass die beiden Autoren Kepler als Mörder darstellen wollen. Und Brahe ist durch das ganze Buch der liebe und nette Mann, der keiner Fliege etwas zu Leide tun kann.

240 Seiten lang wird Keplers und Brahes Geschichte erzählt, wobei Kepler nirgendwo auch nur eine einzige positive Charaktereigenschaft unterstellt wird. Man spürt förmlich, wie er zum Mörder hochstilisiert wird. Dann auf rund 10 Seiten wird mit lächerlichen Indizien gearbeitet, die nachweisen, dass Brahe mit Quecksilber vergiftet wurde. Nichts, aber auch gar nichts, deutet in diesen Untersuchungen darauf hin, dass Kepler ihm das Quecksilber verabreicht hat. Jeder weiß, dass Brahe selbst mit Quecksilbertinkturen experimentiert hat, aber da Kepler ja solch ein schlechter Mensch ist, muss er es gewesen sein, der Brahe das Quecksilber verabreicht hat. Die Autoren liefern für diese dämliche Behauptung nicht einmal Indizien..... und Beweise schon gar nicht. Sie behaupten nur.

So wird Kepler als Motiv für den Mord unterstellt, er wollte an die Beobachtungsaufzeichnungen Brahes herankommen, die dieser aber eifersüchtig unter Verschluss hielt. Nur ganz nebenbei bemerken die Autoren dann, dass Kepler aber schon vor Brahes Tod Zugang zu den Daten hatte, er durfte sie nur nicht veröffentlichen und für seine Arbeit benutzen. Und da frage ich mich, weshalb dieser angeblich so miese Charakter Kepler sich an diese Vereinbarung gehalten hat. Wenn Kepler denn zu einem Mord fähig gewesen wäre, dann hätte er auch gleich die Daten klauen und veröffentlichen können.

Nein, das Buch ist nur dumm und oberflächlich und die Autoren wollten hier scheinbar einen "Reißer" schreiben in der Hoffnung viel Geld damit zu verdienen. Aber da müsste man schon ein paar Indizien bringen, nicht nur eine einfache Untersuchung die zeigt, dass Brahe eine hohe Dosis Quecksilber intus hatte. Brahe experimentierte selbst, wie gesagt, mit Quecksilbertinkturen und es war zur damaligen Zeit weit verbreitet, dass man bestimmte Krankheiten mit Quecksilberdämpfen zu heilen versuchte.

Mein Fazit: Sparen Sie sich die Zeit das Buch zu lesen. Es ist reine Zeitverschwendung, denn für die beiden Autoren steht Kepler als Mörder von vornherein fest. Jeder Jura Student am Anfang des 1. Semesters würde Ankläger mit solchen, an der Haaren herbeigezogenen, Behauptungen (weder Beweise noch Indizien werden präsentiert) in der Luft zerreißen. Schade, dass man keine negativen Punkte vergeben kann. Selten hat mich ein Buch wegen seiner Oberflächlichkeit so wütend gemacht.
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am 14. September 2008
Das Buch enthält eine Menge Bezüge zu recherchierter Originalliteratur. Diese sind aber auf eine Art und Weise ausgewertet und zerfleddert, dass von den bekannten Tatsachen über Kepler und Tycho Brahes Tod nur wenig übrig bleibt. Wüste Unterstellungen wechseln ab mit Wertungen von Kommentaren Keplers und Anderer, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Wer Keplers Briefe und seine Biografie kennt, kann nur entsetzt darüber sein, mit welcher Verve hier ein Zerrbild des Astronomen und seiner Beziehung zu Brahe gezeichnet wurden. Schon allein die "Beweisführung" aufgrund der Charakterzeichnung Keplers ist eine grandiose Manipulation der Leser.
"Cui Bono?", muss man da fragen: ...wem nutzt das wohl?
Alles in Allem ist das Buch ein gutes Beispiel, wie man mit entsprechend ausgewählten Textbausteinen, haltlosen Unterstellungen und offensichtlichen falschen Darstellungen (z.B. über den "Mondtraum") in der Manier politisch korrekter Moralität noch nach Jahrhunderten Rufmord rechtfertigen kann.
Die Darstellungen Brahes zu Beginn hatte ich noch genossen, da mir bisher nicht viel über ihn bekannt war. Die Skizzierung seiner Beziehung zu Kepler, der ihn noch viele Jahre nach seinem Tod mit großer Dankbarkeit, ja gerade Ehrfurcht, erwähnte (die "Rudolfinischen Tafeln" nennt er Brahes Werk), sind für mich Aufforderung genug, der Biografie Brahes jetzt auch noch nachzuforschen. Glaubwürdig ist in diesem Buch für mich nicht mehr viel.
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am 15. September 2006
Spannend erzählt das Autorenpaar die Geschichte der konfliktreichen Beziehung zwischen zweien der größten Geister der frühen Neuzeit: dem geduldigen und erstaunlich loyalen Tycho Brahe und Johannes Kepler, der hier - anhand zahlreicher Quellen, darunter eigenen Aufzeichnungen - als skrupelloser, von persönlichem Ehrgeiz zerfressener und launischer Intrigant dargestellt wird und letztlich unter einen wohl begründeten Mordverdacht gerät. Denn auch Tycho Brahes qualvolles, tagelanges Sterben ist durch zeitgenössische Quellen üppig belegt; die Schilderungen weisen auf eine zweimalige Quecksilbervergiftung mit hohen Dosen hin. Moderne analytische Methoden, die im Buch gut verständlich und korrekt erklärt werden, belegen diesen Sachverhalt.

Die Autoren rekonstruieren den Tathergang und untersuchen die möglichen Beweggründe der Personen, die als Mörder infrage kommen, sowie deren Fähigkeiten und Gelegenheiten, den Mord überhaupt durchzuführen. Letztlich bleibt nur eine der bekannten Personen aus Tycho Brahes Umfeld übrig.

Die Auflösung überrascht natürlich nicht, da sie ja gründlich vorbereitet wurde. Manchmal fühlt man sich ein wenig gedrängt, Kepler als ein gewissenloses, undankbares, von Missgunst und Erfolgszwang umgetriebenes Scheusal zu betrachten, doch tatsächlich lassen die dem Buch zugrunde liegenden, seriösen Quellen den Astronomen so erscheinen, der zu den großen Wegbereitern der modernen Physik wurde, bevor Newton auftrat. Im Rahmen dieser Polarisierung erweist sich Brahe als "der Gute", der Kepler seine Daten nicht aus eigenem Ehrgeiz und "Futterneid" vorenthält, sondern weil er die solide Grundlage seiner Forschung vorher komplettieren und prüfen will. Die Autoren würdigen die Arbeit beider Forscher, selbstverständlich auch und ganz besonders Kepler.

Ganz nebenbei erhält der Leser einen guten Einblick in die politische Lage just vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges und die höchst interessanten Konstellationen und Konflikte an einigen bedeutenden Höfen jener Zeit.

Einige Skizzen und Bilder erläutern ergänzend die wissenschaftlichen Sachverhalte; weitere Bilder zeigen die Protagonisten und Teile ihres Umfelds.

Ein packend und seriös dargelegter historischer Kriminalfall also, eingebunden in den Kontext einer äußerst brisanten europäischen Epoche, der möglicherweise zum Paten der Entwicklung der neuzeitlichen Physik und Astronomie wurde.
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am 22. Mai 2005
In Ihrem Buch „ Der Fall Kepler" stellt das deutsch-amerikanische Autorenehepaar
Joshua und Anne-Lee Gilder eine aufsehenerregende These auf:
Der weltberühmte Astronom Johannes Kepler soll den ebenso bedeutsamen dänischen Edelmann Tycho Brahe ermordet haben.
In lückenloser und überzeugender Beweisführung, ausgehend von einer Haarprobe Tycho Brahes, die eine auffallend hohe Quecksilberkonzentration enthielt, beschreiben die Autoren
auf kurzweilige Weise die damalige Situation der Astronomie, den Werdegang der beiden Astronomen Brahe und Kepler und die Lage am Hofe Rudolf II. in Prag, wo Brahe Kaiserlicher Mathematiker und Astronom war.
Nach offizieller Version starb Brahe nach einem Bankett.
Noch am gleichen Abend hielt Kepler alle astronomischen Berechnungen Brahes in Händen und wurde kurze Zeit später von Rudolf II. zum neuen Hofmathematiker ernannt.
Joshua und Anne-Lee Gilder wägen in ihrem Indizienbericht mögliche Ursachen von Brahes Tod ab, um in einer schlüssigen Beweisführung die These der Vergiftung Brahes durch Kepler aufzustellen.
Diese These wird untermauert durch modernste, wissenschaftliche Untersuchungen.
Das Buch- ein mutiger Mix aus kulturhistorischer Beschreibung, wissenschaftlicher Abhandlung und literarischer Erzählung - liest sich spannend wie ein Kriminalroman und rüttelt sowohl Wissenschaftler wie auch interessierte Laien wach:
Mord im Namen der Wissenschaft.
Absolut lesenswert!
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am 29. Dezember 2013
In vielen Rezessionen die man hier findet wird das Buch zur unrecht kritisiert. Wer selber Wissenschaftler ist, weiß wie groß in der Wissenschaft der Konkurrenzkampf um Ruhm und Ehre ist. Es gibt zahlreiche Beispiele aus der jüngsten Zeit wo ähnliches passiert ist, z.B. wo ein Wissenschaftler seiner Kollegin ein radioaktives Präparat in den Kaffee geschüttet hat, weil er sie als Konkurrentin loswerden wollte. Natürlich beruht 400 Jahre später alles nur auf Indizien, aber für mich scheint die Indizienkette die hier aufgezeigt mehr als schlüssig. Letztlich ist es ja auch so gekommen wir Tycho Brahe es befürchtet hat. Kepler ist mit seinen Daten berühmt geworden! Tycho Brahe kennen heute nur die Insider, Kepler kennt jedes Kind! Das war genau der Punkt der Tycho Brahe zu Lebzeiten davon abhielt seine Daten vollständig an Kepler weiter zu geben.
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am 11. März 2014
Aber hätte er Tycho Brahe nie kennengelernt, wäre seine Leistung nicht möglich gewesen. Erst nach Brahe's Tod kann er sich dessen riesigen Fundus an Planetenbeobachtungen aneignen. Waren einige von Keplers Himmelstheorien und spekulative Betrachtungen brillant so brauchte er Brahes Daten.
Tycho Brahe sei allerdings nicht eines natürlichen Todes gestorben, er wurde vergiftet, was sich durch neuere forensiche Untersuchungen erhärtet habe. Der Hauptverdächtige ist Johannes Kepler. Ein Mord im Namen der Wissenschaft?

Eine spannende Geschichte zweier sehr ungleicher Sternenforscher zu Zeiten des wissenschaftlichen Umbruchs und von mittelalterlicher Alchemie. Lebensgeschichte zweier grosser Astronomen in einer fernen Zeit.

Für mich als Laie unterhaltsame und lehrreiche Lektüre die ich gerne weiterempfehle.
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am 17. Juni 2008
Den Inhalt wiederhole ich hier nicht, der wurde bereits von anderen Lesern gut zusammengefasst.

Das Buch hat mir gefallen, weil es vor allem Einblicke in die Denk- und Lebensweise der Zeiten Brahes und Keplers vermittelt. Es ist die "Jugendzeit" der Wissenschaft, als Religion und die Suche nach Wahrheit in der Natur noch vereinbar waren, als Esoterik (Alchemie!) und Empirie für die Forscher noch nebeneinanderher ausgeübt wurden. Es ist die Zeit, als noch nicht klar war, ob man deduktiv oder induktiv vorgehen sollte. Allein zu erfahren, wie sich die Suche nach dem "Weltbild" gestaltete, ist sehr spannend. Kepler versuchte, die platonische Körper in seinen Weltbild wiederzufinden - nur schade, dass sich die Planeten es in Wirklichkeit anders überlegt hatten. Brahe dagegen widemete sein ganzes Leben der minutiösen Datensammlung und versuchte daraus Schlüsse zu ziehen.

Wir erfahren in dieser Doppelbiographie eine Menge Details, die die beiden Astronomen schließlich zusammenführte. Die Mordthese ist spannend und ein Sahnehäubchen auf ein auch so sehr eindrucksvolles Sachbuch. Prädikat: Besonders empfohlen!
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