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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hymne an die letzten noch lebenden Großraubtiere dieser Welt, 9. Januar 2005
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der deutschsprachige - vermutlich aus Vertriebsgründen gewählte - Titel, der eher an einen indischen Liebesroman oder eine Wirtschaftsstudie südostasiatischer Schwellenstaaten erinnert, hat mit dem englischem Originaltitel 'Monster of God. The Man-Eating Predator in the Jungles of History and Mind' nichts gemein. Gäbe es nicht den deutschen Untertitel, würde der potentielle Leser getäuscht. Er würde kaum auf den Gedanken kommen, daß ihn bei Quammens neuem Werk ein höchst faszinierendes und instruktives Buch über das Zusammenspiel von Mensch und Raubtier erwartet.
Stets haben gefährliche Großraubtiere wie Löwen oder Tiger den Menschen in gleicher Weise abgestoßen wie angezogen. Nicht erst seit Der weiße Hai oder anderen Filmen über Tiermonster haben wir Angst vor dunklen Wäldern, Gebirgen und tiefen undurchschaubaren Wassern. Doch die Bevölkerungsexplosion und damit verbundene Einengung und Zerstörung naturbelassenen tierischen Lebensraumes können dazu führen, daß es vielleicht nur acht Generationen später Mitte des 22. Jahrhunderts in freier Wildbahn keine menschenfressenden Raubtiere mehr gibt. Wie wird sich der Verlust dieser sogenannten Carnivora auf die Psyche der Menschen auswirken? Welche Folgen wird er auf die zurückbleibende Fauna und Flora haben?
Ausgehend von vier dieser Menschenfresser wie dem indischen Löwen, dem australischen Salzwasserkrokodil, dem rumänischen Braunbären und dem sibirischen Tiger untersucht Quammen die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Raubtier sowie Natur und Raubtier. Er zeigt die vielfältigen, damit verbundenen Konflikte auf und verdeutlicht das hochempfindliche Gleichgewicht einer Koexistenz, die die Daseinsgrundlage von Mensch und Tier sichert. Denn das Aussterben von Tiger und Konsorten ist letztlich das Resultat einer unheilvollen Entwicklung und Zeichen eines unwiederbringlichen Verlustes.
In seit dem 'Gesang des Dodo' (seinem preisgekrönten Erstlingswerk) bewährter Manier mischt Quammen auf höchst unterhaltsame Weise die Schilderung von Exkursionen und Befragungen einheimischer Wissensträger mit der lebendigen Darstellung wissenschaftlicher Untersuchungen über die genannten Gipfelräuber. Doch das Buch enthält mehr. Quammen wäre nicht Quammen, würde er nicht etwa nach Ausführungen über schicksalhafte nordaustralische Zusammenstöße zwischen Mensch und Crocodylus porosus einen mehrseitigen hochinteressanten Exkurs über den Widerstand der Yolngu Aborigenes innerhalb des Arnhemland-Reservats gegen Verletzungen ihrer Menschen- und Landrechte durch die weiße australische Regierung im Jahre 1963 einschieben. Ein Lesegenuß sind auch die kulturhistorischen und -politischen Ausführungen über ein Rumänien unter Ceaucescu oder die Besiedlung von Rußlands fernem Osten.
Fazit: Das neue erneut bei Claasen verlegte, 514 seitige Buch des Wissenschaftsjournalisten aus Montana füllt eine Lücke zwischen Populär- und Wissenschaftsliteratur. Ausgehend von einem bewegenden Abgesang auf einige Gipfelräuber in all ihrer Anmut und Stärke, Pracht und Erbarmungslosigkeit, ohne die die Welt ärmer wäre, verbindet es in einzigartiger Weise Natur- und Kulturgeschichte. In welch anderem Werk des naturwissenschaftlichen Journalismus findet man schon eine luzide Kurzabhandlung der Gilgamesch- und Beowulf - Epen. Den erfreulichen Gesamteindruck runden der geschmackvolle Einband, ein Anmerkungsapparat, in dem allerdings knapp 20 im laufenden Text des 2. Kapitels markierte Anmerkungen fehlen, eine 11 seitige Bibliographie und ein instruktiver in Englisch gehaltener 6 seitiger Kartenteil ab.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie können wir die letzten großen Raubtiere schützen?, 25. März 2006
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Lächeln des Tigers: Von den letzten menschenfressenden Raubtieren der Welt: Von den letzten Menschenfressern der Welt (Taschenbuch)
Dieser Frage geht David Quammen in seinem umfangreichen Sachbuch konkret nach. Ganz klar sieht er die Entwicklung voraus, daß die letzten großen Landraubtiere wohl bald nur noch in Zoos zu besichtigen sein werden; denn seit der Mensch sich so stark vermehrt hat und in die letzten abgelegenen Lebensräume eingedrungen ist, sind alle großen auf dem Land lebenden Alphajäger in freier Natur vom Aussterben bedroht. Es handelt sich dabei um wilde indische Löwen, australische Krokodile, amerikanische und kanadische Grizzlybären und sibirische Tiger. Quammen hat ihre Heimatgebiete aufgesucht und mit Wildhütern und Einheimischen gesprochen. Auch hat er Erfahrungsberichte von Überlebenden gesammelt, die Angriffen der Raubtiere ausgesetzt waren. Hier ist es sehr interessant zu erfahren, wie schwierig es mitunter ist, die Raubtiere vor den Einheimischen zu schützen. Solange die Raubtiere keine Menschen angreifen, geht alles gut. Aber es wird problematisch, wenn Menschen ihre Angehörigen verlieren und ständig um ihr Leben fürchten müssen. Dann kann auch kein Reservat die Wildtiere vor dem Zorn der Bevölkerung bewahren.
Eine interessante Theorie im Buch besagt, daß die gefährlichen Wildtiere doch noch eine Überlebenschance haben, wenn ihre Erhaltung für die Einheimischen mit finanziellen Vorteilen verbunden sind.
David Quammen schreibt bunt und anschaulich über sein Thema und geizt auch nicht mit historischen und neueren Anekdoten dazu. Er geht auch dem psychologischen Hintergrund unserer Urangst auf den Grund und analysiert alte Legenden und Heldensagen über menschenfressende Ungeheuer.
Wer gerne naturwissenschaftliche Bücher liest, wird auch David Quammens neueste Arbeit mögen. Der Titel des Buches ist allerdings irreführend, so daß manche Leser womöglich einen Roman erwarten und enttäuscht werden. Quammen-Fans hingegen kommen wieder voll auf ihre Kosten.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier stimmt einfach alles - bis auf den deutschen Titel, 9. August 2007
Von 
Stefan Schröder "Libraraptor" (Ostentrop, Sauerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Lassen Sie sich nicht vom deutschen Titel irritieren. Hier gibt es keine Storys über Kannibalen, keinen "WeißenHai" und kein "Jurassic Park".
In diesem Buch gibt es Packendes zum Verhältnis des Menschen zu den Alpharäubern dieses Planeten. Quammen hat für dieses Buch seine Erfahrungen mit Löwen in Indien, mit Tigern im fernen Osten Russlands, mit Bären in Rumänien und mit Krokodilen in Nordaustralien zusammen getragen. Aber er ist weit davon entfernt, Reißerisches zu berichten oder die Tiere allzu sehr in den Mittelpunkt zu rücken. Quammen untersucht nämlich noch etwas anderes: Wie beeinflussen sich Mensch und Tier gegenseitig? Was lehrt uns ein wildes Raubtier? Wie gehen wir damit um, auch selbst Beute sein zu können? Und was bedeutet dieser Umstand für unser Bewusstsein als Mensch?
Wer David Quammen ein bisschen kennt, weiß, dass dieser sich gerne in Bibliotheken herumtreibt. Dass er, schon alleine wegen seines Literaturstudiums, Recherchen in Büchern und unzähligen Quellen nicht scheut, sondern liebt. Wer Quammen kennt, weiß, dass er es auf der anderen Seite liebt, das für seine Mission Notwendige zu tun. Was nichts anderes bedeutet, als dass er sich mitten ins Herz des Geschehens begibt: Er besucht Bauern in Rumänien, Tigerjäger in Russland, den einen oder anderen Biologen und schildert munter seine Erfahrungen. Quammen besitzt auch diesen unverwechselbaren Humor, den man nur dann bekommen kann, wenn man die behandelten Themen aus einem eher realistischen und eher pragmatischen Blickwinkel betrachtet. Das nüchterne Fazit: In spätestens 150 Jahren gibt es auf unserem Planeten keine großen Raubtiere mehr.
Aus der Kombination von Quammens Talenten- Quellenrecherchen, Vor - Ort - Besuche und Schreibtischarbeit resultiert wieder einmal ein einmaliges, sehr kurzweiliges und lehrreiches Buch. Es will aber nicht BElehren, sondern nur tiefsinnig unterhalten. Quammen überlässt das Urteil dem Leser, allein das macht ihn schon sehr sympathisch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gründlich recherchiert und packend dargestellt..., 18. Juli 2008
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Lächeln des Tigers: Von den letzten menschenfressenden Raubtieren der Welt: Von den letzten Menschenfressern der Welt (Taschenbuch)
Bereits Quammens Buch "Der Gesang des Dodo" hatte mich begeistert als überaus gründlicher Report zur Biogeographie und -diversität, gleichzeitig auch als lebendige Reiseschilderung, da Quammen sich immer bemüht, wichtigen Forschern Besuche rund um den Globus abzustatten. So hält er's auch diesmal.

Im neuesten Werk "Das Lächeln des Tigers" des naturwissenschaftlichen Journalisten geht es um jene Fleischfresser an der Spitze ihrer jeweiligen Nahrungsketten, die wir fürchten und jagen, und - wenn die Weltbevölkerung weiter um jährlich 80 Millionen anwächst - bald ausgerottet haben werden: der Gir-Löwe auf der Halbinsel Kathiawar im Westen Indiens (Panthera leo persica), das Leistenkrokodil (Crocodilus porosus) im Brahmani-Baitarani-Delta im Osten Indiens wie auch im Kakadu-Nationalpark und dem Arnhemland des nördlichen Australiens, der Braunbär in Rumänien (Ursus arctos), den Ceauscescu sich herausnahm, intensiv mit Monopol bejagen zu dürfen, und schließlich der Amur-Tiger (Panthera tigris altaica) im sehr fernen Osten Russlands westlich des Sikhote-Ahin-Gebirges.

Wir erfahren detailreich die Lebensweise und die Verfolgung wie auch die Schutzbemühungen zur Rettung dieser großen Alpha-Räuber, die beileibe keine "Menschenfresser" im eigentlichen Sinne sind. Nebenkapitel behandeln die ausgestorbenen Säbelzahntiger und das prähistorisch entspannte Verhältnis des Steinzeitmenschen zu den Löwen, wie sie in der erst 1994 entdeckten Chauvet-Höhle in Frankreich vor 30000 Jahren bildlich meisterhaft dargestellt wurden.

Wenn wir diese sogenannten "Gipfelräuber" ausrotten, wird dies Auswirkungen auf die gesamten Ökosysteme haben, an deren jeweiliger Spitze sie dem ungehinderten Wachstum kleinerer Beutegreifer und damit auch den Pflanzenfressern Einhalt gebieten konnten. Und auch für die Vorstellungswelt des Menschen wäre der Verlust dieser majestätischen Tiere schlecht, denn diese Tiere nötigten uns immer schon zu Wagemut und gemahnten uns an unsere Grenzen, und sie leisteten uns Gesellschaft in einem sonst leeren Universum, wie Quammen resümiert.

Fazit: absolut lesenswert! (16.7.08)
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5.0 von 5 Sternen Das Lächeln des Tigers, 6. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lächeln des Tigers: Von den letzten menschenfressenden Raubtieren der Welt: Von den letzten Menschenfressern der Welt (Taschenbuch)
David Quammen vom Feinsten.
Auch wenn "Der Gesang des Dodo" mein Liebingsbuch von ihm ist, ist auch "Das lächeln des Tigers" absolut lesenswert und es ist interessant zu erfahren, unter welch verschiedenen Umständen, Tiere zu Menschenfressern werden.
Umstände an denen meist der Mensch selbst Schuld trägt.
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Das Lächeln des Tigers: Von den letzten menschenfressenden Raubtieren der Welt: Von den letzten Menschenfressern der Welt
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