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259 von 274 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einsames, leises Buch....
Ich kann eigentlich gar nicht so recht beschreiben, was ich momentan empfinde, nachdem ich das Buch vor ein paar Minuten beendet habe. Ich fühle mich ein Stückchen einsam, aber dennoch erfreue ich mich daran, dieses Leben ohne großartige Grenzen erleben zu dürfen.

In ihrem Buch beschreibt Marlen Haushofer die Geschichte einer Frau im...
Veröffentlicht am 20. Mai 2007 von Andrea Koßmann

versus
31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen die horror wand
Ich habe dieses Buch aufgrund einer Empfehlung von Elke Heidenreich gelesen, die dieses Buch zu ihren 10 Lieblingsbüchern aller Zeiten zählt. Die Geschichte des Buches ist vestörend und unglaublich. Eine Frau, die ihre Kusine und deren Mann auf eine Jagdhütte begleitet, findet sich plötzlich alleine, nur mit dem Hund der Kusine in einer Schlucht,...
Veröffentlicht am 7. November 2005 von Peter Goebel


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259 von 274 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einsames, leises Buch...., 20. Mai 2007
Von 
Andrea Koßmann "Kossis Welt" (Marl, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Ich kann eigentlich gar nicht so recht beschreiben, was ich momentan empfinde, nachdem ich das Buch vor ein paar Minuten beendet habe. Ich fühle mich ein Stückchen einsam, aber dennoch erfreue ich mich daran, dieses Leben ohne großartige Grenzen erleben zu dürfen.

In ihrem Buch beschreibt Marlen Haushofer die Geschichte einer Frau im mittleren Alter, die eines Tages eine Wand entdeckt, die ihr Leben komplett verändert und vor allem eines tut: Sie macht sie einsam.

Doch sie klagt nicht, sondern findet ihren eigenen Weg in dieser Einsamkeit. Vielleicht sollte man Tiere mögen, insbesondere Katzen und Hunde, wenn man dieses Buch liest. Ich selber habe eine Katze und konnte mir dieshalb viele Sequenzen dieses Buches lebhaft vorstellen und nachvollziehen.

Ein Buch, welches traurig macht. Nachdenklich. Besinnlich. Still und leise.

Die Tatsache, dass die Autorin bereits 1970 im Alter von 50 Jahren starb, macht dieses Buch für mich umso melancholischer. Es macht mich nachdenklich und läßt mih an Zeiten denken, in denen auch ich mich einsam fühlte. Wer kennt solche Zeiten nicht? Und was würden wir tun, wenn wir morgen aufwachen und um uns herum eine riesige Wand existieren würde? Würden wir weiterleben, ÜBERleben oder aber resignieren?

Ich glaube, um dieses Buch zu lesen, muss man ein wenig Einsamkeit zulassen. Wenn man das geschafft hat, kann man die Weite dieses Lebens besser schätzen. Und man muss Sehnsucht spüren können. Sehnsucht nach dem, was uns Menschen glücklich macht.

Ich habe gesehen, dass viele Rezensenten hier beschreiben, dass sie das Buch als langweilig angesehen haben. Ich denke, nur wenn man selber eine gewisse Art der Einsamkeit beim Lesen dieses Buches zuläßt, wird man es mit anderen Augen betrachten können.

Das Buch ist nicht spannend, nervenaufreibend oder gar lustig. Es führt uns lediglich dorthin, wo eigentlich niemand gerne ist..... an Grenzen....geschaffen von anderen Menschen oder aber auch von uns selber....
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89 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend und verstörend, 14. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Mit "Die Wand" ist mir etwas passiert, das mir nur mit wenigen Büchern passiert: ich war so ergriffen, dass ich es kaum weglegen konnte, war teilweise so abgeglitten in diese verstörende eintönige Naturwelt, dass es mir beinahe die Luft zum atmen nahm. Und zudem war ich bisweilen richtig fertig und habe mich dermaßen in die Welt der Protagonistin hineingesteigert, dass ich hin- und hergerissen war zwischen es-jetzt-ganz-schnell-zu-ende-lesen und schnell-weglegen-und-ablenken.

Wie gesagt, so etwas passiert mir nur mit wenigen Büchern. Und es ist ein Zeichen ihrer Qualität, ein Zeichen für die Gabe der Autorin, dass ich mich so habe einsaugen lassen von den Worten, den unfassbaren Vorstellungen und dem Gedanken daran, wie es wohl wäre, als vermutlich letzter Mensch auf der Erde zurückzubleiben.
Viel stärker noch als bei dem Roman über Robinson Crusoe, viel stärker auch als bei dem grandiosen Film "Verschollen" mit Tom Hanks hat mich hier das Schicksal dieser Frau berührt, die sich irgendwann nicht mehr als Mensch gefühlt hat, weil sie einfach nicht mehr wusste, wie das ist. Die mit einigen so liebevoll geschilderten Tieren zusammenlebte, um überhaupt noch irgendeinen Sinn in diesem Leben zu sehen. Mit jedem toten Tier leidet man als Leser mit. Denn so verliert ihr Leben immer mehr an Bedeutung.

Beim Lesen der letzten Seiten hatte ich einen trockenen Hals und das unbändige Verlangen, unter Menschen zu gehen! Und - es mag einigen übertrieben erscheinen - es wurde mir wieder klar, wie sehr Bücher einen verändern können. Zum (um)denken bewegen können. Was für einen starken Einfluss sie haben können.

Faszinierend und verstörend. Aber einfach grandios!
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gläsern, 19. Februar 2011
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Bereits nach wenigen Seiten verhielt ich mich beim Lesen mucksmäuschenstill, nahezu andächtig. Es kommt selten vor, dass ein Schreibender, überhaupt ein Anderer, Fremden so tief Zutritt zu seiner Persönlichkeit gewährt, wie sie in diesem Buch spürbar ist. Normalerweise müssen wir hübsch auf der anderen Seite der gläsernen Wand bleiben. Wir können sehen, was der Andere macht, wir können hören, was er sagt, wir können spekulieren und interpretieren. Wissen indes können wir es nicht. Dieses Buch handelt von jener existenziellen Einsamkeit, des gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen Seins, das sich in seiner ganzen Wucht nur dem Reflektierenden erschließt, der dieses Wissen, das wohl in uns allen angelegt ist - und bewusst oder unbewusst nicht selten unser Handeln beeinflusst - auch zulässt. Ein Wissen, das Angst macht. Neben all' seinen Kontakten nach außen ist der Mensch doch stets in Zwiesprache mit sich selbst und wird sich hüten, diese Gespräche so ungefiltert nach außen zu tragen, wie es die namenlose Protagonisten hinter der Wand tut. Sie kann es sich leisten, sie ist der einzige Mensch in ihrer Welt, die sich ihre Phantasie erschaffen hat und die sie, von seltenen Sehnsüchten und Anwandlungen abgesehen, nicht mehr zu verlassen wünscht. Und es sind die ländlichen Orte der Kindheit und Jugend der Autorin in der die namenlose Frau lebt. Beschäftigt man sich mit Marlen Haushofers Leben, so bekommt man eine Ahnung davon, dass sie sich wohl schon immer nicht dazugehörig gefühlt hat, nie mitten drin, und dass sich dieses Gefühl mit den Jahren vertieft hat. Menschen dieser Art sind oft sehr gute Beobachter, und das einfache, aber auch schwere und selbstgenügsame Leben ihrer Protagonistin ist sicher dieser Gabe geschuldet. Das Leben, das Marlen Haushofer hier schildert, dürften in ihrer Jugend noch viele Menschen gelebt haben, wenn auch der Kaufladen mit Zucker, Mehl und vielleicht sogar Orangen nicht aus der Welt war.

Natürlich wäre die "Die Wand" auch aus der Feder von, sagen wir einmal, Stephen King reizvoll, aber das wäre ein ganz anderes Genre, ein völlig anderes Buch. Und ihm würde ich es sehr übel nehmen, wenn er mich nicht in die Welt hinter der Wand mitnehmen würde. Diese Geschichte braucht das nicht, denn wir wissen ja alle, was sich dahinter verbirgt: Das Leben mit den Anderen, auch wenn Marlen Haushofers Szenario dazu uns zum Frösteln bringt. Unterm Strich jedoch tröstet sie - wie alle herausragenden Schriftsteller.

Helga Kurz

19. Februar 2011
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutaler Realismus - faszinierend !, 15. Juni 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Ich habe mir das Buch auf Anraten von Elke Heidenreich in der Sendung "Lesen" zu Gemüte geführt und kam nicht mehr davon los. Zunächst ist die Story einfach abgefahren und extrem spannend, später treten die psychischen Prozesse bei der Protagonistin in den Vordergrund, die völlig auf sich allein gestellt ist und um ihr Überleben kämpft. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, die brutale Realität der Natur sprachlich darzustellen, indem sie die Protagonistin völlig "entmenschlicht" werden lässt.

Ein Buch, bei dem ich häufiger beim Lesen wegen des unverfälschten, realistischen Sprachstils einen Kloß im Hals hatte.... sehr empfehlenswert!
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52 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas ganz Besonderes, 26. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Von diesem Buch kann ich sagen, das es eines der wichtigsten und schönsten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Die Protagonistin findet sich nach einer Umweltkatastrophe (?)- den Grund erfährt der Leser nicht- völlig isoliert hinter einer gläsernen Wand. Sie ist völlig auf sich gestellt, mit sich und ihren Gedanken alleingelassen kämpft sie um's Überleben. Oh Gott wie schrecklich , welch ein Horror...nein, ich habe das Buch als ermutigend empfunden und positiv. Denn wie die Protagonistin dieses Leben meistert , das Alleinsein mit sich aushält, verzweifelte Momente und Rückschläge übersteht, macht Mut und lässt den Leser, der bereit ist, sich auf dieses besondere Buch einzulassen, Mut fassen in seinem eigenen Leben schwierige Situationen zu überstehen. Vor Jahren war ich in einem Literaturkurs, in dem dieses Buch u.a. auch besprochen wurde und die Reaktion war darauf durchweg positiv. Ich habe es seitdem oft verschenkt und dieser Tatsache sehr viele gute und interessante Gespräche zu verdanken.
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66 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das Diskussionsstoff bietet!, 18. Juni 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Nach mehr als 15 Jahren habe ich DIE WAND ein zweites Mal gelesen und es hat mich auf's Neue berührt, zum Nachdenken angeregt und auch schockiert. Dieses Buch wäre eines der fünf Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde.
Eine mutige Frau, die eine Grenzerfahrung macht und trotz Rückschlägen und Selbstzweifeln daran wächst. Ich kann die Rezensionen, die von Langeweile und Langatmigkeit bei dem Buch sprechen, nicht nachvollziehen. Das Buch hat einen Spannungsbogen, den man bei Krimis oft vermisst. Diese Spannung wird nicht durch oberflächige Aktionen erzeugt, sondern durch den alltäglichen Überlebenskampf, ihre Sorge um die Tiere, ihren Tagesablauf, ihre Ängste und Selbstzweifel, ihre Gedanken, ihre Erfolge, ihre Herausforderungen. Nach dem Lesen des Buches mag man erst ermessen, welche Verzweiflung z.b. ein stehengebliebener Wecker erzeugen kann, oder gar der sinnlose Tod des Hundes, der für sie Begleiter, Vertrauter und Partner in einem war und ihr ihre Situation allein durch seine Anwesenheit und Treue erst erträglich gemacht hat. Man kann auch dann erst ermessen, welchen Kraftakt es bedeutet sich und seine Tiere mit einfachsten Mitteln selbst zu versorgen. Holz hacken, Melken und die Milch verarbeiten, Heu ernten, Wild erlegen. - Alles Tätigkeiten, die einem grösstenteils fremd geworden sind.
Das offene Ende finde ich folgerichtig. Es macht zwar betroffen und traurig, das sie (die namenlos bleibt im Gegensatz zu den Tieren) fast allein zurückbleibt, regt aber auch zum Nachdenken an, was sicher von der Autorin auch so beabsichtigt war.

Die Wand, ist ein Buch, dass immer wieder zu Diskussionen anregt, da es die unterschiedlichsten Interpretationen erlaubt und doch so einfach und klar geschrieben ist. Mir hat vor allem auch die Schreibweise der Autorin sehr zugesagt. Da passt jedes Wort und keines ist zu viel! Ich würde mir wünschen, das das Buch in Schulen in der Oberstufe eingesetzt würde - auch um den Schülern zu vermitteln, das ein reduziertes Leben auf sich und die nähere Umwelt, ohne TV, Video, PC ja sogar ohne Bücher, auch ein lebenswertes Leben sein kann, und Kräfte mobilisieren und freisetzen kann, die man nicht in sich vermutet.
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47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückendes Szenario voller Angst und Zweifel, 13. Mai 2005
Die Erzählung „Die Wand" von Marlen Haushofer, erschien 1963, weit vor heutigen Horror-Kammerspielen wie z.B. „Panic Room" von David Fincher oder jüngst „Saw" und „Open Water". Allerdings war es auch nicht die Intension von Marlen Haushofer, Horror im heute landläufigen Begriff zu erzeugen.
1963, das Jahr in dem Kennedy in Dallas erschossen wurde, war die Furcht der Menschen vor einem drohenden Atomkrieg allgegenwärtig. Vielleicht können sich manche noch an die Zuspitzung des kalten Krieges im Oktober 1962 erinnern, als US-Präsident Kennedy damit drohte, Kuba anzugreifen, falls die damalige UdSSR nicht unverzüglich die auf Kuba stationierten Atomsprengköpfe entfernte. 13 bange Tage folgten, in denen der 3. Weltkrieg zum Greifen nahe war bis die UdSSR den Forderungen der USA nachgab.
Soviel geschichtliche Hintergründe und dies auch nur, um ein Gefühl für die damals herrschende Angst und, für die wenigsten von uns heute vorstellbar, die reale Gefahr eines Atomkrieges zu bekommen.
Eine Frau möchte mit Ihrer Cousine und deren Mann ein entspannendes Wochenende in den Bergen verbringen. Das Pärchen möchte sich vor dem Schlafengehen noch im nahe gelegenen Dorf umsehen. Die Frau bleibt gemeinsam mit Ihrem Hund, der auch mit von der Wochenendpartie ist, in der Berghütte zurück und geht früh ins Bett. Als Sie am nächsten Morgen erwacht, ist Sie immer noch allein. Sie will sich auf den Weg ins Dorf machen, um zu erfahren, warum Ihre Cousine nicht in die Hütte zurückgekommen ist. Doch dann stößt Sie auf ein unüberwindliches Hindernis - eine gläserne Wand zieht sich mit etwas Abstand rund um die Hütte. Es gibt kein Entkommen und, was fast noch schlimmer ist, keinerlei Regung von Leben außerhalb der Wand...
Die Frau bleibt die ganze Zeit der Geschichte namenlos und durch die fast fehlende Beschreibung körperlicher Attribute auch fast figur- und gesichtslos. Dies ermöglicht dem Leser, oder wie in diesem Falle, dem Hörer eine fast unbegrenzte Möglichkeit der Identifikation mit der Protagonisten. Fast körperlich spürbar werden für den Hörer die im Laufe des ruhigen Erzählflusses auftretenden physischen und psychischen Belastungen. Einen Spannungsbogen im herkömmlichen Sinne sollte man allerdings nicht erwarten. Viel mehr ist es gerade die ruhige, ja fast lakonische Erzählweise, die in uns den Horror erzeugt. Eines der zentralen Themen des Romans ist die Angst des Erwachsenen, und noch viel stärker ausgeprägt, des Kindes vor der Einsamkeit, Dunkelheit, dem „Im-Stich-gelassen-werden". Die völlig fehlende Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Lebewesen ist vergleichbar mit einer über Jahre hinweg andauernden Einzelhaft wobei hier noch hinzukommt, dass die Titelheldin keinerlei Informationen darüber hat, woher die Wand kommt noch was mit den Menschen außerhalb dieser Grenze geschehen ist. Ist Ihr eine Buße auferlegt worden? Oder die Möglichkeit zur Meditation und Läuterung? Oder ist sie die unfreiwillige Teilnehmerin an einem medizinischen Experiment? Wie erhält man sich in Jahren der völligen Unwissenheit und Verzweiflung die geistige und körperliche Gesundheit?
Unaufhaltsam zieht uns die Geschichte in ihren Bann bis zur überraschenden Auflösung, die ich hier natürlich nicht verraten werde.
Das Hörbuch wird passend zu dem stillen und ruhigen Erzählstil unprätentiös von Elisabeth Schwarz vorgetragen.
Fazit: Ein Hörbuch, dass mich noch lange nach den letzten Worten beschäftigt hat und von dem Elke Heidenreich sagte: Wenn ich nur 10 Bücher mit auf eine einsame Insel nehmen dürfte, wäre dieses mit Sicherheit eines davon".
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wand in uns selbst, 13. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Kann mich den meisten (positiven) Rezensenten hier nur anschließen....Möchte nur noch hinzufügen, daß ich gerade den gleichnamigen Film mit Martina Gedeck gesehen habe. Alle, die dieses Buch lieben, sollten sich den Film nicht entgehen lassen. Die Atmosphäre des Buches ist meisterlich filmisch umgesetzt. Eigentlich handelt es sich nicht um einen Film, sondern um ein grandios bebildertes Hörbuch, und man kann sich der Stimme von Gedeck nicht entziehen, wenn sie aus Haushofers Buch liest und ihre eigene Darstellung auf der Leinwand quasi literarisch begleitet.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Buch seit langem, 25. Februar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Dieses Buch kenne ich aus dem Bücherschrank meiner Mutter seit langem. Ich hatte schon gehört, daß es sehr gut sein soll, doch die Handlung hat mich nicht gerade zum Lesen animiert. Eine Frau ist durch eine unsichtbare Wand von der Außenwelt abgeschnitten und lebt in einer Hütte zusammen mit ihren Tieren. Das soll spannend sein? Es ist unglaublich spannend! Die Sprache von Marlen Haushofer wirkt einerseits nüchtern und distanziert, übt auf der anderen Seite gerade dadurch einen Sog auf den Leser aus, denn man merkt, daß gerade diese Distanziertheit es ist, was die Protagonistin am Leben erhält. Sie versucht, die notwendigen Tätigkeiten, wie melken, schlachten, Kartoffeln anpflanzen etc. einfach auszuüben, weil sie weiß, daß ihr keine andere Wahl bleibt. Unweigerlich kommt die Frage auf: wie lange würde ich es wohl aushalten? Die Vorstellung erzeugt eine Gänsehaut bei mir... Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, als würde die Seele gewaschen, 29. August 2005
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Alle Welt kennt Kafkas Novelle „Die Verwandlung", in der sich ein ahnungsloser Durchschnittsmensch eines Morgens plötzlich in einen Käfer verwandelt findet. Marlen Haushofers großer Roman „Die Wand" beginnt ebenfalls mit einer paradoxen Verwandlung, um von dort aus die vollständige Veränderung aller Lebensbezüge zu entwickeln. Was ist der Plot? Eine Frau, als Gast auf einer Jagdhütte in den Bergen, findet sich plötzlich eines Morgens von einer unsichtbaren aber undurchdringlichen Wand in ein Stück Natur eingesperrt. Jenseits der Wand ist alle Welt erstarrt und erstorben - innerhalb der „Wand", im Umkreis der ahnungslosen und zunächst entsetzten Frau geht das Leben weiter als sei nichts geschehen. Die Vögel fliegen der Uhu lauert, die Jahreszeiten kommen und gehen, und der Protagonistin bleibt schließlich nichts anderes übrig, als sich zusammen mit einem Hund, einer Katze und einer Kuh auf das Überleben einzurichten. Wie es die Autorin schafft, mit der Schilderung dieses Überlebens fast dreihundert Seiten zu füllen, gehört zu den größten Wundern der deutschen Literatur. Mit einer wunderbar leichten und treffenderen Sprache lässt Haushofer den Leser an der mühevollen aber folgerichtigen Entstehung einer kompletten kleinen Welt teilhaben - wie bei Defoes „Robinson Crusoes" oder Hamsuns „Segen der Erde" wird gejagt, gefischt, es werden Ställe gebaut,. Bohnen und Kartoffelfelder angelegt, Wege ausgebessert, bis langsam aber sicher die neue Wirklichkeit die alten Erinnerungen überdeckt. Aber das ist aber noch nicht das Geheimnis dieses Buches. Sein Geheimnis und seine Botschaft stecken in der Triebkraft, die diesen Schöpfungen zugrunde liegt: es ist die Liebe und die Sorge um die Mitgeschöpfe, die dem Leben der Vereinsamten Sinn und Richtung geben - auch wenn am Ende der Einbruch eines Menschen Mord und Totschlag verbreitet. Ein wunderbares Buch, nach dem man sich fühlt, als sei die Seele gewaschen worden.
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Die Wand
Die Wand von Marlen Haushofer (Taschenbuch - 1. November 2004)
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