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Die Insel des zweiten Gesichts: Aus den angewandten Erinnerungen des Vigoleis
Format: TaschenbuchÄndern
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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Dezember 2007
Wie soll man ein Buch rezensieren, beschreiben oder auch kritisieren, welches einen so einmaligen Stellenwert in der deutschen Literatur hat?

Wie soll man eine derartig kraftvolle Sprache darstellen und einordnen?

Wie beschreibt man die vielen skurrilen Einfälle, Ideen und Wortschöpfungen, die sich dieser Mann hat einfallen lassen? Nebenbei darf der historische Aspekt des Buches nicht übersehen werden!

Eigentlich ist es unmöglich und man ist geneigt doch einfach die Empfehlung zu geben: Lest einfach dieses Buch! Und tatsächlich, dieses reicht. Der Leser bekommt ein Werk vorgesetzt, welches wohl einmalig in der deutschen Literatur ist. Vergleiche braucht es nicht zuscheuen, es ist ein Werk, das einen unvergleichlichen Stellenwert hat!

Eine barocke Sprache trifft zusammen mit skurilen Charakteren, die wie erfunden erscheinen, aber es teilweise wohl nicht sind!

Der Schrecken des Faschismus schleicht sich in ein Leben, das weit entfernt von Deutschland auf Mallorca gelebt wird! Dennoch läßt sich der 'Vigoleis', das Alter Ego des Schriftstellers Thelen, die Lust am Leben nicht nehmen. Die Armut und der Kampf um das nackte Überleben hat auch immer heitere Seiten, auch wenn der Leser den Eindruck hat, nun kann es im Leben des 'Vigoleis' und seiner Beatrice einfach nicht mehr weiter gehen. Aber es geht weiter! Betracht man nur die, tragischkomische Tätigkeit des 'Vigoleis' als Reiseführer für die Volksdeutschen, die mit 'Kraft durch Freude'-Schiffen in Mallorca vor Anker gehen und dort von dem bekennenden Nazigegner 'Vigoleis' über die Insel zu den Sehenswürdigkeiten geführt werden. Wie herrlich ist es, diese Gespräche zu lesen, in denen 'Vigoleis' die deutschen Touristen an der Nase herumführt!
Für einen kleinen Augenblick wird dieser fürchterliche Faschismus ad adsurdum geführt und der Leser ist tatsächlich geneigt zu lachen.
Und warum auch nicht, der 'Vigoleis' erzählt uns schließlich die Geschichte so und nicht anders! Er will uns teilhaben lassen an seinem Leben und verschont uns dabei nicht!

Dieses macht das Buch so wertvoll, ohne aber moralisch daherzukommen!

So bleibt nur, dieses Buch absolut zu empfehlen mit der Maxime Thelens: 'In Zweifelsfällen entscheidet die Wahrheit.'
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein beherzter Novellist hätte die Fabel auf maximal 150 Seiten zu einem glücklichen Ende gebracht. Aber dann wäre dieses Buch nicht das, was es ist: ein wildwuchernder Romanurwald, randvoll mit prallen bunten Früchten, ein Faselteppich, über und über mit mäandernden Dekoren bedeckt; ein Schelmenroman simplicissischen Ausmaßes; ein Labyrinth ineinander und mit dem Erzählstrang verschlungener Digressionen.

Wenn man sich auf den Weg durch die über 900 engbedruckten Seiten dieses Romans macht, lässt man sich auf ein Erlebnis ein, das an die großen Romane Jean Pauls erinnert, manchmal auch an die "Blechtrommel" des Zeitgenossen Grass: man taucht für mehrere Wochen in eine andere Welt mit einer anderen deutschen Sprache ab - wobei hier die bizarre Handlung nicht völlig fikitional, sondern zu einem guten Teil autobiographisch belegt ist. Thelen, der Mann mit dem mächtigen Kinn unter den ewig abwärtsweisenden Mundwinkeln, hat tatsächlich fünf Jahre zwischen 1931 und 1936 schwankend zwischen persönlichem Elend und grotesken Episoden auf Mallorca zugebracht, bis ihm und seiner Beatrice im Gefolge des spanischen Bürgerkriegs der Boden zu heiß wurde. Und: man taucht in eine Sprachwelt ein, die eigentlich vorbild- und traditionslos ist. Thelen muss über einen unglaublichen Wortschatz verfügt haben; dazu über eine erstaunliche Phantasie im Erfinden von Neologismen. Es hat keinen Sinn, jedem seltsamen Wortgebilde in diesem Roman in einem Wörterbuch hinterherblättern zu wollen. Vieles wird dort gar nicht drinstehen, erschließt sich aber aus der Redundanz des Textzusammenhangs und hindert den Lesefluss nach einer Weile nicht mehr.

Der Erzählfaden der Haupthandlung ist schon mit einer Unmenge saftiger Episoden behangen. Es gibt ganz zu Anfang eine drollige Studie über die Kunstfertigkeit spanischer Familienoberhäupter, der eigenen Kinderschar Ohrfeigen zu verabfolgen. Es gibt eine längere und zum Schreien komische Episode, in der der Erzähler schildert, wie er als völlig ahnungsloser Reiseführer eine deutsche Reisegesellschaft nach Strich und Faden zutextet, eine Ansprache hanebüchener als die andere. Es gibt eine Schilderung des zweifachen Fehlschlagens eines durchaus ernstgemeinten gemeinsamen Suizidvorsatzes, der in grotesker Weise im Vorbereitungsstadium steckenbleibt. Bizarre Figuren jeglicher Herkunft und jeglichen Standes kreuzen den Weg des Vigoleis, darunter lebensuntüchtige Hidalgos, Poeten im Bäckerladen, korrupte Beamte, ein aus Honduras verscheuchter, gescheiterter einarmiger Putschist, der mitsamt seiner obskuren Befreiungstruppe auf den großen Tag der Rückkehr wartet. Das alles würde bereits einen drallen Roman ergeben haben - aber immer noch nicht die "Insel". Dieses Buch wird erst durch die Abschweifungen und Randanekdoten, die immer wieder eingeflochten werden, durch die Betrachtungen zum Zeitgeschehen und zu überzeitlichen Gedanken, und nicht zu letzt durch die wiederholten Reflexionen auf den Erzählvorgang selbst zu dem, was es ist.

Und, nicht zu letzt: es ist, quasi nebenherlaufend, eine bemerkenswerte Geschichte über die Liebe zwischen Vigoleis und seiner Beatrice, ein Aspekt, der in vielen Besprechungen dieses Buches zu kurz kommt. Es gibt in dem ganzen langen Text eigentlich keine einzige wirkliche Liebesszene (jedenfalls nicht zwischen Vigoleis und Beatrice) oder auch nur eine Schilderung von Zärtlichkeiten. Wenn das Paar sich in den Armen liegt, dann aus Erleichterung über eine bewältigte Katastrophe - oder um nicht aus dem einzigen viel zu schmalen Bett zu fallen. Aber es gibt dafür etwas anderes, nämlich die wilde Entschlossenheit dieses Paares, einander unter gar keinen Umständen loszulassen, und die beiläufige Schilderung dieser Haltung ist einfach anrührend.

Die "Insel des zweiten Gesichts" ist, da gibt es nichts zu deuteln, ein Großbuch. Und wenn man es ausgelesen hat, ist man nicht einmal erschöpft von dem langen Weg durch den Erzähldschungel, den man gerade hinter sich gebracht hat, sondern irgendwie beglückt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2012
Ich liebe dieses Buch, habe es mindestens fünf Mal gelesen, kenne den Ort des Geschehens bestens und bin der festen Überzeugung, dass "Die Insel des zweiten Gesichts" gegenwärtig zu den verkanntesten Werken deutschsprachiger Literatur überhaupt gehört.

Gut, man braucht, vielleicht, je nach Lesegewohnheit, eine gewisse Zeit mehr oder weniger, um sich auf den Rhythmus der Vigoleischen Erzähl-Wogen einzustimmen, es kann einen auf diesen Satzwellen schon mal schwindlig werden, vor allem, wenn man in die Tiefe schaut ..., aber dann ist es höchster ästhetischer Genuss, nicht nur das. Das Buch ist urkomisch und dramatisch zugleich, es erzählt von einer Welt, die wir alle nicht mehr kennen, es bringt die Menschen, Leiden, Dramen, Umstände und Umständlichkeiten einem so nah, dass man ein Seil hinüberwerfen möchte, um sie zu erretten, vor dieser unausweichlichen Katastrophe, die - noch so ein Verkennen - Mallorca in seinem Innersten, nämlich dem paradiesischen, zerstört hat. Ein Meisterwerk, eine literarische Quernika, in der Tradition des Don Quijote, Sinnbild, Zeugnis und Aufbegehren gegen die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts, in der sich Dummheit, Kulturlosigkeit, mit Bosheit paarte, ... Es ist autobiografisch und dadurch noch unglaublicher ...
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. September 2010
Seit Jahrzehnten schon kenne ich dieses Buch. Albert Vigoleis Thelen ist für mich, und nicht nur für mich, einer der sprachgewaltigsten und geistreichsten Erzähler des vorigen Jahrhunderts. Ich lese dieses Buch immer wieder, und immer wieder entdecke ich neue Bilder. Für mich ist unverständlich, dass die geniale Form der Beschreibung, die genaue Beobachtung, die Distanz zu sich selbst und zum eigenen ERleben, die Ernsthaftigkeit, die sich mit leiser Ironie verbindet, sich bisher so wenigen Menschen erschlossen hat. Dieses Buch ist ein einzigartiges Erlebnis.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Oktober 2012
Ich bin eher zufällig über dieses Buch "gestolpert". Ich bin jetzt niemand, der alle Werk von Mann, Hesse und Grass gelesen hat und sich nur bei sogen. "anspruchsvoller" Literatur wohlfühlt. Daher sei an dieser Stelle auch schon gesagt: Das Buch liest sich manchmal etwas schleppend und es ist nicht immer einfach den Gedankengängen des Erzählers zu folgen. Mit über 900 Seiten ist das Werk auch keine "schnelle Lektüre" und eine "leichte" sowieso nicht. Aber es ist trotzdem schlichtweg grandios. Ein Meisterwerk. Spannend. Unterhaltsam. Nachdenklich. Eindringlich. Und spätestens im Epilog wird deutlich, welch Schande es ist, dass diesem verkannten Schriftsteller ein großer Erfolg nicht beschieden war. Und wie traurig es ist, dass er seine Erinnerungen nicht weiter geschrieben hat. Potential hätte sein weiteres Leben (ich denke da vor allem an das Exil in Portugal) auf jeden Fall hergegeben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Juli 2012
Eine mehr oder weniger wahre Geschichte, selbst erlebt und angewandt (anverwandelt!) erinnert: Vor den Nazis auf das Mallorca der Franco-Zeit geflohen, schaut man den beiden Helden der Geschichte, Vigolo und Beatrice, bei ihrem fährnisreichen Einleben und Überleben auf der Insel des zweiten Gesichts zu - und verliebt sich unsterblich in die Beiden (und in noch ein paar mehr ihrer mallorquinischen Helden.)

Das deutsch-helvetische Ehepaar Vigolo und Beatrice, im politischen Exil auf Mallorca gelandet und bei Null wieder anfangend (allein die Geschichte, wie sich die Beiden ihr erstes, beschränktes Heim mit minimalistischem Engstraum-Selfmade-Ikea einrichten!), erlebt (das hört sich wie Phrasendrescherei an, ist aber gut und schön und sehr lustig) alle Höhen und Tiefen der menschlichen Komödie in einem insularen Mikrokosmos, ders in sich hat (auch viel Sex - aber wie!): Doch nicht sterbende sexsüchtige, als Sexsklaven von unersättlichen, brutalen Spanierinnen mit Lolita-Töchtern gehaltene Brüder namens Zwingli, ältere Damen, die sich auf mallorquinischem Schragen ihren lendenstarken Wohltätern hingeben, merkwürdige spanische Granden, die sich speziellen Behandlungen unterziehen, zwielichtige Zuhälter und Schmuggler en Gros im Schatten des Turms, Fremdenführer, die Touristen mit improvisierten Informationen über Mallorca versorgen, die hoch interessant, aufregend, empörend, aber nicht wahr sind, Hochstaplerinnen mit hohem Unvermögen etc. pp. Ein autobiographischer Jux, der beim leser die Sehnsucht aufkommen lässt, dabei gewesen sein zu wollen - obwohl es auf dem Mallorca der Francozeit für einen Antifaschisten wie Vigolo vor allem anderen lebensgefährlich war ... Kein Widerspruch zur tatsächlichen Lustigkeit des Buches. Im Gegenteil: die Lebensgefahr bringt einen hysterischen Dreh in diese Riesengeschichtenmaschine, der sehr schwer (Schmerz-Lust-Lachen) zu ertragen ist. Popliteratur aus den 1950er Jahren (das Buch ist mit gehörigem Abstand geschrieben, darum auch "aus den angewandten Erinnerungen"), nur vielvielviel besser erzählt, als der Mist der Popliteratur der Jetztzeit.

Eines der schönsten Bücher in deutscher Sprache. Und auf jeder dritten Seite kann man - sogar als deutscher Muttersprachler mit großem Wortschatz - neue Wörter lernen oder hübsche Satz- und Erzählkonstruktionen lesen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Februar 2010
Jetzt bin ich schon seit ca. 60 Jahren Leseratte, da ist es schon ein Erlebnis, mehr oder weniger zufällig auf so ein Buch zu stoßen. Die anderen begeisterten Rezensionen kann ich allesamt unterschreiben. Abenteuerliche Erlebnisse in einem wirklich umwerfenden Stil geschrieben; quasi in einem Rutsch gelesen. Seither einige Male verschenkt, kam immer gut an. Einige veraltete Ausdrücke muss man nachschlagen, aber das erhöht nur das Vrgnügen. Meist ist die Paperback-Ausgabe zu finden. Sie ist eine fotomechanische Reproduktion der gebundenen, die wegen der besseren Lesbarkeit vorzuziehen ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Sprachgewaltiger Schelmenroman des Ex-Sekretärs von Harry Graf Kessler über seinen fünfjährigen Mallorcaaufenthalt 1931-1936. Anspruchsvoll geschrieben, unterhaltsam erzählt, farbenfroh geschmückt bietet die voluminöse Autobiographie auch demjenigen Lesevergnügen, der keine Auszeit auf der Insel der (vermeintlichen) Ruhe genossen hat.

Der Text ist sprachlich anspruchsvoll, und der Schinken verlangt vom Leser einige Konzentration. Aufgrund der sprachkünstlerischen Eigenleistung des Autors fällt es bisweilen schwer, dem eigenwilligen Stil des Werkes treu zu bleiben.

Sind aber erst einmal die ersten hundert Seiten überstanden und findet man sich mit dem permanenten Eigenlob Thelens über Redekunst und Einfallsreichtums seines Vigoleis ab, dann eröffnet sich ein selten farbenprächtiges Bild vom Leben auf der Insel, das einem Spitzweg-Gemälde ins nichts nachsteht.

Thelens Art, schreibend zu monologisieren, entwickelt eine eigene Sogwirkung, und nach fast tausend Seiten ist es fast bedauerlich, dass der Erzähler vor dem deutschen Zugriff in Spanien flieht und ins Exil geht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. November 2012
Dieses Werk des Vigoleis ist - ähnlich wie seine Briefwechsel - eine schier unfassbare Entdeckung für jeden, der an Sprache und Literatur Freude hat. Allein die genialen Eröffnungsepisoden mit der Anreise auf die mallorquinische Insel und den ersten Tagen auf derselben machen schnell klar, was der unterirdischen Mainstream-Gegenwartsliteratur so bitterlich fehlt: Charisma, Ideenreichtum und Fabulierkunst, welche sich eben nicht mittels Möchtegern-Schreibe, Pseudo-Exhibitionismus, Primitiv-Humor und tumben Intellektualismen selbst desavouieren. Albert Vigoleis Thelen hingegen enttäuscht den Leser über die knapp 900 Seiten in keiner Zeile. Mit jedem Satz ist lesbar, spürbar, erfahrbar, dass hier ein ganz großer und zu jederzeit souveräner Schriftsteller am Werk ist. Für mich ist 'Die Insel' ein unerhofftes literarisches Großereignis zum Niederknien, vielleicht wirklich ein Jahrhundertwerk, dem nur ganz wenige andere Werke Paroli bieten können.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Januar 2008
Durch welchen Zufall auch immer Sie auf diese Seite gekommen sein mögen, lieber Amazon-Kunde, an diesem Buch sollten Sie sich auf keinen Fall vorbeiklicken. Bis vor drei Monaten war der Name Albert Vigoleis Thelen ein weißer Fleck auf meiner literarischen Landkarte. Nun, nach der Lektüre der 'Insel des Zweiten Gesichts' schwinge ich mich zur Behauptung auf, dass es sich hierbei um eines der ganz großen deutschen Romane des 20. Jahrhunderts handelt. Warum? Einfach lesen! Sie werden grossen Spaß haben an dem skurrilen Figurenpanoptikum des Autors und dazu noch - wie nebenbei - vieles erfahren über die Wechselwirkung zwischen Katholizismus und Prostitution, über die Auswüchse des europäischen Faschismus und darüber, wieso wir Deutsche so gerne nach Mallorca reisen...
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