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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschütternde 530 Seiten
Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Büchern mußte ich dieses immer wieder weglegen, bevor ich es weiter lesen konnte. Viele Berichte erschüttern, erschrecken auch nach so vielen Jahren noch immer. Das Einflechten persönlicher Schicksale reißt die Opfer aus der Anonymität ohne dabei in den Kitsch abzugleiten.
Die eigentliche...
Veröffentlicht am 17. Februar 2003 von Hauke Stammer

versus
4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen unübersichtlich
Also die Intention des Buches ist eine Gute. Dem Autor gelingt es, mit seiner Sprache die im wahrsten Sinne des Wortes erschütternden Folgen des Bombenkriegs dem Leser zu vermitteln.

Ich hätte mir aber eine chronologisch geordnete Abhandlung der einzelnen Angriffe auf die deutschen Städte gewünscht. So ist das Buch meiner Ansich nach sehr...
Veröffentlicht am 12. Juni 2011 von Herbert Sowa


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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschütternde 530 Seiten, 17. Februar 2003
Von 
Hauke Stammer "Phantasie ist wichtiger als Wi... (Flensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Büchern mußte ich dieses immer wieder weglegen, bevor ich es weiter lesen konnte. Viele Berichte erschüttern, erschrecken auch nach so vielen Jahren noch immer. Das Einflechten persönlicher Schicksale reißt die Opfer aus der Anonymität ohne dabei in den Kitsch abzugleiten.
Die eigentliche Stärke des Buches aber liegt woanders.
Bei der Beschreibung der zahllosen Bombardements deutscher Städte umreißt der Author stets die Geschichte des jeweiligen Ortes, die Kulturschätze, welche der Vernichtung anheim fielen und die militärischen Ziele, so es denn welche gab. Ich kann nur erahnen, wieviel Arbeit und Mühe in dieser Ausarbeitung steckt. Aber erst die geschichtsträchtige Erläuterung kann die Barberei der Angriffe begreifbar machen.
Im Gegensatz zu einigen Zeitungsartikeln mag ich in den Seiten keine Aufrechnung mit den einstigen Kriegsgegnern entdecken. Das Buch versucht nicht, deutsche Schreckenstaten in einem besseren Licht erscheinen zu lassen, sondern relativiert den auch im Schulunterricht gelebten Versuch, den 2. Weltkrieg zu simplifizieren.
Man kann nur erahnen, was geschehen wäre, hätte sich Churchill gegen Roosevelt durchgesetzt, und chemische wie biologische Waffen im großen Umfang gegen deutsche Städte eingesetzt.
Der einzige Kritikpunkt ist die fehlende "Timeline", die den Verlauf des Bomberkriegs übersichlicher gestaltet hätte. Und ein abschließendes Datenblatt, daß die Art und die Masse der abgeworfenen Bomben in Relation zu den Schäden an Gebäuden, Rüstungsbetrieben und Menschen stellt.
So oder so aber ein bewegendes, ausführliches und mehr als lesenswertes Werk!
Für mich eine 4,5, aber das sieht das Bewertungssystem leider nicht vor.
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86 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bomben auf Deutschland, 24. Juni 2003
Von 
Thomas Dunskus (Faleyras Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Beschreibung der systematischen Zerstörung Deutschlands im 2. Weltkrieg durch britische und später auch amerikanische Bombenangriffe ist schwere Kost, auch für einen Leser, der einen Tag vor Hitlers Machtergreifung zur Welt kam und einen wesentlichen Teil seiner Jugend in der Ruinenlandschaft Berlins durchlebt hat. Zu jener Zeit waren die Feuer in den Ruinen längst erloschen und mit der angeborenen Unbekümmertheit eines jungen Menschen nahm man die Situation hin. Heute, Jahrzehnte später, macht einem dieses Buch erst klar, welchen Schrecken man in der relativen Ruhe der schlesischen Provinz entgangen war und welche Verluste dem Lande zugefügt wurden.
Das Werk ist schwer zu lesen, nicht etwa weil der Verfasser schlecht schriebe (na ja, gelegentlich ist der Stil etwas knorrig), sondern weil man immer wieder quasi aus Angst vor dem, was kommen muss, das Buch schließt. Bei der Lektüre entwickelt sich langsam eine große Hochachtung vor der Leistung des Autors, der sein Werk ganz sicher nicht als eine Exkulpierung des Nationalsozialismus anlegen wollte und wohl noch mehr als seine Leser vor den Ergebnissen seiner Forschungen erschrocken ist. Indem er die Deutschen einmal nicht als Hitlers willige Vollstrecker, sondern als unschuldige Opfer der Bomben beschreibt, hat er einen enormen Beitrag zu einem distanzierteren Umgang mit den Ereignissen in jenem dunklen Tal der europäischen Geschichte geleistet.
Friedrich zeigt auf, dass die Bombardierung Deutschlands mit Millionen Tonnen von Munition aller Art durchaus nicht als alleinige Konsequenz vorhergegangener deutscher Angriffe anzusehen ist, sondern dass die Konzeption des Bombenkrieges gegen ein ganzes Land die logische Folge der Entwicklung des Kriegshandwerks und der entsprechenden Waffen war - Churchills gedankliche Planung eines Luftangriffs mit tausend Bombern auf das kaiserliche Berlin ist dafür ein nicht zu verwerfendes Zeugnis. Die Waffe wurde eingesetzt, weil es sie gab und weil es nur einer geringen Verschiebung der Begriffe bedurfte, um alle Bewohner eines Landes zu Kombattanten zu erklären. Über den zynischen Rat, das Kampfgebiet rechtzeitig zu verlassen, soll hier gar nicht diskutiert werden.
Das Buch macht in erschreckender Weise den Unterschied zwischen den deutschen Angriffen auf England und den alliierten Bombardements deutscher Ziele klar. Görings Luftwaffe sollte 1940 England an den Verhandlungstisch bomben - zu mehr war sie ohnehin nicht in der Lage. Aufgabe des Bomber Commands war die maximale Zerstörung Deutschlands - seiner Substanz, seiner Bewohner, seiner Geschichte. Der Auslöser des 2. Weltkriegs, nämlich die Erhaltung der Integrität Polens, spielte schon bald nach Kriegsbeginn keine Rolle mehr, es ging nur noch um die Ausschaltung einer großen Macht in Mitteleuropa. Die bis in die letzten Kriegstage fortgesetzte Bombardierung ziviler Ziele bezeugt, dass es auch gar nicht darum ging, die Moral der Bevölkerung zu brechen, denn schon um eigenen Verluste einzugrenzen hätte man ja dieses Ziel immer wieder einmal auf seine Wichtigkeit untersuchen müssen; das geschah aber nie, man bombte einfach weiter bis zum Ende der Kampfhandlungen.
Materiell sicherte die Verbrennung der deutschen Städte einen Vorteil für England auf ein kleines Jahrzehnt hin; etwa 1955 waren die deutschen Schäden im wesentlichen beseitigt. Die geistige Wirkung war stärker, sie dauert bis heute fort. In unserer Naivität können wir uns nicht vorstellen, dass diese Zerstörungen keinen moralischen, sondern nur einen politischen Grund hatten - obwohl uns ja der Abwurf der Atombomben auf Japan zu denken geben sollte. Der Bevölkerung in den alliierten Ländern, und später auch den Deutschen im Rahmen der re-education, musste eine so totale Zerstörung Deutschlands durch den Hinweis auf entsetzliche, von den Deutschen begangene Verbrechen begreiflich gemacht werden - jedoch muss man sich darüber klar werden, dass solche Verbrechen beim Beginn der Planung der alliierten Luftkriegsstrategie durchaus nicht in einem Umfang gegeben waren, der einen solchen Holocaust gerechtfertigt hätte.
Durch seine Schilderung der Verhältnisse am Boden setzt der Verfasser auch den einfachen Menschen ein Denkmal, die ohne jedes Verschulden einer solchen Strafe unterworfen wurden. Jörg Friedrich beschreibt in diesem Zusammenhang Aktionen, die ganz einfach das Wort „heldenhaft" verdienen, und auch unser derzeitiger Außenminister müsste angesichts solcher Taten vielleicht doch seine Einstellung zu deutschen Helden etwas ändern.
Implizit führt uns Friedrich auch vor Augen, was für bewunderungswürdige Leistungen die verbleibende Bevölkerung in beiden Teilen Deutschlands, dezimiert und verkrüppelt wie sie war, in den Jahren nach dem Kriege allen Widrigkeiten zum Trotz vollbracht hat, ganz im Sinne von Rudyard Kiplings „or watch the the things you gave your life to, broken, and stoop and build them up with worn-out tools." Vielleicht sind wir Deutschen doch manchmal besser, als wir glauben wollen.
Es wäre zu wünschen, dass entsprechende Teile des Buches Eingang in die Heimatkunde-Bücher aller deutschen Städte finden.
Im Jahre 2003, am 60. Jahrestag des ersten großen britischen Angriffs auf Hamburg, bei dem etwa 40 000 Menschen zu Tode kamen, fand in der Hansestadt eine Gedenkfeier statt, auf der auch der britische Botschafter in vorzüglichem Deutsch eine Rede hielt. Er unterstrich darin den Wahn, der die europäischen Völker in jener dunklen Periode der Geschichte ergriffen hatte. Man fühlte sich erinnert an die letzten Worte in dem Film 'Die Brücke am Kwai': "Madness, madness..."
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78 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Brand. Dld im Bombenkrieg 1940-1945, von Jörg Friedrich, 7. Dezember 2002
Dieses Buch schildert den Bombenterror gegen Deutschland und das deutsche Volk, greift aber auch auf die anderen europäischen
Staaten aus (wer weiß schon, daß auch italienische, aber
vor allem französische Städte mit zehntausenden von Ziviltoten
gnadenlos bei der "Befreiung" bombardiert wurden, solange sich
dort noch ein deutscher Soldat aufhielt). Was dieses Buch nötig
machte, ist, daß es außer dem wenig bekannten Werk von Maximilian Czesany "Europa im Bombenkrieg" bislang keine
Gesamtschau zum Thema gab. Und dann das "wie", der Autor gibt
hinter den Vernichtungsorgien geschichtliche Abrisse der vernichteten Orte, er läßt in Erlebnisberichten Zeitzeugen zu
Wort kommen und er schafft Bilder, die in ihrer biblisch-philo-
sophischen Härte in einer Sprache daherkommen, die es so selten
gegeben hat. Beispiel:
"Die Verbrennung zwingt dem Körper Ausdrucksgesten auf, die der Betrachter entschlüsseln möchte. - Eine junge Frau lag da wie eine ungut geratene Plastik. Die Beine mit verkohlten hohen Absatzstiefeln nach hinten in die Höhe gestreckt, die Arme wie zur Abwehr erhoben. Das Gesicht noch andeutungsweise erhalten,
der Mund mit bräunlichen Zahnreihen geöffnet, so daß man nicht
wußte, ob sie lachte oder schrie. - Das Lachen ist nicht lustig
und der Schrei nicht schmerzlich. Dies Geschöpf drückt kein
Empfinden aus, sondern seinen Schöpfer. Es ist die Skulptur
des Brandkriegs." Zitat Ende.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht in der Diskussion, 6. Juni 2004
Von 
Denjenigen, die sich darüber beschwerten, das Buch wäre einseitig und würde den alliierten Bombenkrieg nur verdammen, denen muss man unterstellen, dass sie es nicht zu Ende gelesen haben.
Jörg Friedrich analysiert, für den Laien verständlich geschrieben, die Einmaligkeit dieses Ereignisses für die Weltgeschichte. Er schildert belegbare Fakten und zieht daraus Schlüsse, die jeder für sich selbst nachvollziehen kann.
Er schildert auf der einen Seite die Aktionen und Überlegungen der Alliierten, auf der anderen Seite zeigt er aber auf, dass auch die deutsche Seite nicht ohne Fehl und Tadel war. Folgt man seinem Buch bis zum Ende, erkennt man das er Kriege mit ihren Folgen generell verurteilt, auch wenn er es nicht schreibt.
Dieses Buch ist lesenswert, da es gerade durch die offizielle Diskussion ermöglicht hat, im gesamtdeutschen Rahmen über dieses Thema zu diskutieren ohne dieses Feld nur den Lokalhistorikern zu überlassen. Auch wenn diese hervorragende Arbeit leisten, kann nur ein Werk wie dieses die breite Öffentlichkeit ansprechen.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unparteiische Schilderung des Untergangs, 20. August 2003
Von 
Friedrichs Buch hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen, da der Autor auf eine sonst meist übliche Einordnung der Ereignisse in Aktion der "Guten"/"Bösen" verzichtet hat und damit den tatsächlichen Ereignissen wohl am nächsten kommt. Beim zweiten Weltkrieg kann kaum - wie wohl bei keinem Krieg - von der guten oder bösen Seite gesprochen werden. Die Schuld am Krieg und die daraus resultierende Verantwortung der Deutschen ist unbestritten und wird auch von Friedrich nicht in Frage gestellt. Lediglich das Saubermann-Image der Befreier hat sich bis heute erstaunlich gut gehalten, was mir als Kind der dritten Nachkriegsgeneration unverständlich ist und durch Friedrichs Buch nun endlich angekratzt, ja angegriffen wird. Auch der generalstabsmäßig geplante und durchgeführte Bombenterror gegen deutsche Zivilstädte und deren Einwohner war ein Kapitel des Weltkrieges, auf das die Menschheit heute nicht stolz sein kann und darf.
Der einzige Kritikpunkt an Friedrichs Werk ist - sicher nicht nur für studierte Historiker - die mangelhafte, zu wenig detaillierte Nachprüfbarkeit von Friedrichs Aussagen. Der Anmerkungsapparat am Ende des Buches ist eindeutig zu knapp ausgefallen und macht das Buch damit zwar zu einem Auslöser für eine - vielleicht nicht nur deutschlandweit geführte - wissenschaftliche Diskussion zum Thema. Kann jedoch kaum als Grundlage für wissenschaftliche Historiographie verwendet werden. Deshalb nur 4 von 5 Sternen.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassend und erschütternd, 3. April 2003
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jörg Friedrich stellt in seinem umfangreichen Werk für den am 2. Weltkrieg Interessierten einen ausgesprochen ungewohnten Aspekt dar.
Gerade die jüngere Generation - zu der ich zähle - hat nicht den geringsten Begriff davon, was sich in Deutschland während des Terrorbombardements abgespielt hat. Friedrich geht es nicht darum, die unter der Hakenkreuzfahne begangenen Verbrechen zu verharmlosen oder gar zu negieren. Er stellt sein Thema jedoch davon losgelöst dar, und dies in größter Komplexität.
Ich könnte keinen Aspekt nennen, den Friedrich nicht bearbeitet hätte. Zunächst geht es um die Auslöser und die technischen Details des englischen "moral bombing", dann auch um die Menschen an den Hebeln, v.a. Harris und Churchill, um den technischen Wettlauf, der eine Zeitlang fast sportlich zwischen Deutschen und Briten ausgetragen wurde, und schließlich um das, was das Bombardement anrichtete.Da neben den nackten Zahlen auch immer erschütternde Zeitzeugenberichte auftauchen, erfährt der Leser das Entsetzen dieser Art von Kriegsführung beinahe hautnah. Jörg Friedrich verfasst den zahllosen Bombentoten jeglicher Nationalität ein eindringliches Requiem. Studien zur Psyche der Menschen, die all dies durchmachten und überlebten, schließen sich an.
Nicht minder erschütternd ist auch seine Schilderung der Verluste an Baudenkmälern und anderen kulturellen Gütern. Dazu nimmt er den Leser mit auf kurze Reisen in die Geschichte der ausradierten Innenstädte - und das sind de facto so gut wie alle -, um dann knapp aufzuzeigen, wie innerhalb von ein paar Minuten dank der Präzision von Bomber Command diese Schatzkästchen der Romanik, Gotik und Renaissance oder des Barock für den Feuersturm reif geschossen wurden.
Ich habe dieses Buch zu Beginn des Irak-Krieges gelesen, eine sehr belastende Verbindung. Die Tagesschau und CNN lieferten mir ja im Grunde die passenden Bilder zum Buch. Mehr als ein, zwei Dutzend Seiten pro Tag habe ich selten bewältigt. Dies spricht jedoch eher für als gegen den Autor.
Schwierigkeiten hatte ich manchmal mit dem für die dargestellten Gräuel fast zu literarischen Stil.
Insgesamt kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der sein Geschichtsbild um diese selten aufgegriffene Facette erweitern möchte.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Standardwerk über Bombenkrieg auf Deutschland, 19. Januar 2003
In bisher nie gekannter Ausführlicheit schildert der Autor den Bombenkrieg der Allierten gegen das Deutsche Reich während des II. Weltkrieges. Durch die inzwischen allgemein zugänglichen Archive sind die Pläne und Motive der Handelnden heute nachvollziehbar und können historisch betrachet werden.
Die menschliche Dimension dieser Tragödie, ca. 500 000 Zivilisten verbrannten, erstickten oder wurden erschlagen, sowie immerhin über 30 000 Allierte Flugzeugbesatzungen überlebten den Krieg nicht, schildert der Autor ebenfalls eindringlich.
Zwei Sachen fehlen mir, und daher nur 4 Punkte: Kartenmaterial und Fotos. Bei einer Neuauflage, sie wird sicher kommen, könnte das verbessert werden.
Ein gutes Personen- und Ortsregister runden diese Monographie ab.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bombenkrieg im zweiten Weltkrieg, 17. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der bekannte Berliner Schriftsteller und Historiker Jörg F r i e d r i c h, 58, schildert auf 544 Seiten mit einem zusätzlichen umfangreichen Literaturverzeichnis nüchtern und ohne vordergründige Emotionen den gnadenlosen Luftkrieg gegen historisch gewachsene, alte deutsche Städte und deren Zivilbevölkerung im zweiten Weltkrieg. Ausgehend von den greifbaren Mitteln zur Vernichtung des Kulturerbes Europas, nimmt er umfangreich Stellung zur Strategie des Bombenkrieges auf beiden kriegführenden Seiten. Aus der Planung wird Wirklichkeit und am Ende steht das Chaos. Das anspruchsvolle Buch ist mit der größtmöglichen Objektivität geschrieben, frei von jeder Tendenz, schildert auch kulturhistorisch vielfältig betroffene Städte vor und nach der Vernichtung, so dass der Leser sich sehr gut orientieren kann und den Verlust begreift. Man kann Jörg F r i e d r i c h nur wünschen, dass seine umfangreiche Arbeit über den Luftkrieg 1940 - 45 auch in andere Sprachen übersetzt wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre, auch wenn's manchmal schwerfällt, 16. August 2007
Von 
Obstmann (Kronberg, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie andere Rezensenten vermisse auch ich den roten Faden im Buch. Die nicht stringente Gliederung führt auch zu einigen Wiederholungen. Trotzdem: Wer dieses Buch gelesen hat, wird unsere Städte mit anderen Augen sehen. Und sich ein differenziertes Bild über den Bombenkrieg machen können. Das Buch eignet sich meines Erachtens nach jedenfalls nicht dazu, Schuld - egal auf welcher Seite - zu relativieren. Die Kernthese lautet: Auch Deutschland hätte den Bombenkrieg in dieser Intensität geführt, wenn es dazu in der Lage gewesen wäre. Und Diskussionen, ob das Ganze gerechtfertigt oder gar notwendig war, gab es auch in Großbritannien und den USA. Dies stellt der Autor auch dar. Die umfassende Darstellung all dieser Aspekte macht das Buch zur Pflichtlektüre, auch wenn es durch die Wiederholungen teilweise anstrendend zu lesen ist.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überfälliges, verdienstvolles Werk!, 27. Januar 2003
Von Ein Kunde
Wenn es nach fast 60 Jahren hie und da immer noch als "Tabubruch" angesehen wird, sachlich und objektiv über die militärisch sinnlose Zerstörung deutscher Städte und den damit verbundenen Tod von hunderttausenden von Zivilisten zu berichten, dann zeigt das um so mehr, dass hier noch Aufklärungsbedarf bestand.
Friedrich, ein renommierter und über jeden Verdacht der Einseitigkeit erhabener Historiker, ist dieser Aufgabe in überzeugender Weise gerecht geworden. Das statistische Zahlenmaterial sowie einige andere Passagen des Buches mögen zwar manchen Leser ermüden, doch bedarf es bei der Brisanz dieses Themas nun einmal ausführlicher Belege.
Friedrich lieferte sie und sorgte damit für einigen Wirbel, nicht zuletzt im englischen Blätterwald ("Churchill a war criminal?"). Völlig unverständlich war es jedenfalls (und wird es mit Friedrichs Buch um so mehr!), dass die Briten vor einigen Jahren dem für die Zerstörung Dresdens verantwortlichen Luftmarschall Arthur Harris auch noch ein Denkmal errichteten, wo doch ein Mahnmal zum Gedenken für die Opfer angebracht gewesen wäre.
Dass man sich in letzter Zeit vermehrt an brisante Weltkrieg II - Themen heranwagt, ist nun unbestreitbar mit ein Verdienst von Autoren wie Walter Kempowski oder Guido Knopp, die durch ihre Bücher bzw. Fernseh-Dokumentationen den Weg dafür ebneten. Ohne sie wäre wohl das ungeheure Interesse an Publikationen wie dieser (siehe auch Grass' "Im Krebsgang") oder an Berichten über das schlimme Schicksal deutscher Kriegsgefangener (siehe auch Seidls "Vom Sonnenwald nach Sibirien") wohl nicht in dem jetzt feststellbaren Ausmaß vorhanden.
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Der Brand: Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945
Der Brand: Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945 von Jörg Friedrich (Taschenbuch - 1. September 2004)
EUR 10,95
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