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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Dodos, Indris, Borstenigeln und Thylacinen
Manche Menschen können Biologie nichts abgewinnen, sehen darin nur ein stupides Lernfach, in dem Tiere und Pflanzen mit ihren Merkmalen und Eigenheiten stumpfsinnig aneinandergereiht und aufgelistet werden. David Quammens einzigartiges Werk könnte ihnen einen völlig neuen Zugang zu diesem interessanten Wissensgebiet eröffnen.
Hat man sich -...
Veröffentlicht am 12. Juli 2004 von Dr. Matthias Korner

versus
4 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine kritische Kritik
sehr viele Worte um eine kurze ( nicht neue) Idee, aber netter Reisebericht
Veröffentlicht am 21. Dezember 2003 von Frank Sommer


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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Dodos, Indris, Borstenigeln und Thylacinen, 12. Juli 2004
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
Manche Menschen können Biologie nichts abgewinnen, sehen darin nur ein stupides Lernfach, in dem Tiere und Pflanzen mit ihren Merkmalen und Eigenheiten stumpfsinnig aneinandergereiht und aufgelistet werden. David Quammens einzigartiges Werk könnte ihnen einen völlig neuen Zugang zu diesem interessanten Wissensgebiet eröffnen.
Hat man sich - vielleicht angelockt durch den exotisch klingenden Titel oder das witzige Titelbild - erst einmal auf die ersten Seiten des 825 seitigen Wälzers eingelassen, so nimmt einen sehr rasch die Welt der Biogeographie, die sich mit der Verteilung des Lebens auf unserer Welt befaßt, gefangen. Ein erster Höhepunkt ist der spannende Wettlauf der englischen Forscher Alfred Russel Wallace und Charles Darwin im 19. Jahrhundert um die erstmalige Formulierung einer Evolutionstheorie. Bis dahin hatte bei der Frage der Artenverteilung über die Erde die mehr auf Glauben, denn auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Theorie vom speziellen Schöpfungsakt gegolten.
Quammen, ein preisgekrönter Wissenschaftsautor aus dem US-Bundesstaat Montana, führt in 10 Kapiteln den Leser gekonnt in die Evolutionsforschung ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute ein, bringt uns die beteiligten Wissenschaftler, ihre Ansätze und Begrifflichkeiten näher. Er lockert seine Ausführungen und Erklärungen zur Inselbiogeographie mit der Schilderung persönlicher Lebensumstände und Kuriositäten der beteiligten Wissenschaftler oder eigener abenteuerlicher Reisen so geschickt auf, daß Langeweile oder Ermüdung nicht aufkommen können. Der Leser lernt auf spielerische Weise vieles, was er zuvor noch nie über Artenvielfalt, Artensterben und Artenschutz gehört hatte.
Gleichzeitig werden ihm mit dem Dodo, dem Indri, dem Borstenigel (auch Tanrek genannt), dem Thylacin und dem Komodowaran faszinierende Tiere vorgestellt und nahe gebracht, die ihm weder im normalen Biologieunterricht noch in einem Zoo jemals untergekommen sind. Schade nur, daß das Buch sie nicht auch im Bild darstellt. Quammen geht so bedeutsamen Fragen nach wie, ab welcher zahlenmäßigen Untergrenze bezogen auf ein Gebiet eine Art ausstirbt oder welche Mindestgröße ein Naturreservat haben muß, um ein zumindest mittelfristiges Überleben selten gewordener Tierpopulationen zu gewährleisten. Sein Stil ist flüssig und (abgegesehen von wenigen theoretischen Passagen ) allgemeinverständlich.
Doch je weiter der Leser bei der Lektüre voranschreitet, um so mehr überfällt ihn das pessimistische Gefühl, daß der Mensch als das größte Raubtier aller Zeiten trotz aller Gegenbestrebungen den Lebensraum einstmals zahlreicher Tierarten so beschneiden und vernichten wird, daß uns und unseren Nachfahren nach einem gigantischen Artensterben eines Tages keine Ökologen, Feldbiologen oder Zoologen, sondern nur noch Museumsdirektoren, Paläontologen und Historiker erzählen können, daß unseren Planeten einmal Elefanten, Bären und Lemuren geziert haben.
Fazit: Selten ist Geld so gut angelegt wie bei diesem so unterhaltsamen wie lehrreichen Sachbuch. Überaus nützlich ist das 11-seitige, wenngleich immer noch zu kurze Glossar, und die umfangreiche Bibliographie. Quammens mehr als verdienstvolles Werk läßt uns die in ihrer Artenvielfalt leider schrumpfende (Tier-) Welt mit anderen Augen sehen. Die Mischung aus lebendig geschriebener Wissenschaftsgeschichte, instruktiv dargebotener Evolutionstheorie und persönlich geschilderten Reiseabenteuern ist ein einzigartiges Lesevergnügen.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut das beste Buch zum Thema Evolution und Artensterben!, 8. September 2002
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
David Quammen hat mit diesem Wälzer von 900 Seiten eine äußerst lesenswerte Recherche zum Thema Evolution und Artensterben vorgelegt, die ihn auf jahrelangen Reisen zu allen möglichen Archipelen und Naturschauplätzen geführt hat, immer im Versuch, die Biogeographie - also die Erkenntnis der besonderen Verteiltheit von Arten (zunächst auf Inseln) - in ihrer gedanklichen Entstehungsgeschichte nachzuvollziehen. Wir lesen von dem packenden Gedankenwettstreit eines Darwin und Wallace, letzterem gebührt dabei aufgrund seiner Praxisnähe (Erforschung der Fauna des Amazonas-Urwalds wie auch des malaiischen Archipels) eindeutig Quammens größere Sympathie. Neben vielen zum Teil witzigen Reiseberichten des Autors gehen wir schließlich den gedanklichen Weiterentwicklungen der Theorie nach, die über Edward O. Wilsons Gleichgewichtsbegriff zur Erkenntnis von Soulé und Gilpin führten, daß der Inselcharakter mit seiner besonderen Bedrohung hinsichtlich des Aussterbens von Arten inzwischen längst auch auf die Festlandsgebiete durch menschliche Zersiedelung übergegriffen hat: Es gibt eigentlich nicht mehr in einem umfassenden Ganzen lebende Populationen, sondern nur noch in Landschaftsfragmenten lebende Metapopulationen. Das Buch habe ich geradezu verschlungen, schmerzlich vermißt habe ich lediglich Farbabbildungen der vielen vorgestellten seltenen Tiere. Vorbildlich ist das Register der verwandten Literatur, das unheimlich umfangreich zwar, aber doch auch hilfreich zu weiterem Lesen in die Thematik ist. Fazit: ein Muß für alle an der Natur Interessierten.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen essential classics, 24. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle Biologie-Lehrer, Uni-Lehrende für Ökologie und Evolution und für alle, die sich in irgend einer Weise mit Artenschutz befassen!!! Es räumt auf mit immer noch gelehrten historischen Irrtümern und öffnet einem die Augen für die immensen komplizierten Wechselwirkungen zwischen den Pflanzen- und Tierarten. Der Umfang des Buches ist etwas abschreckend, aber es lohnt sich unter Garantie. Quammen bringt einem nicht nur das Thema in vielen Beispielen nahe, sondern auch die Menschen, die ihren Teil zur Erforschung beigetragen haben, gewürzt mit spannenden Abenteuer-Episoden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super !!!, 31. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo (Gebundene Ausgabe)
Hervorragendes Buch, daß den gesamten Komplex Evolution, Ökologie und Biogeographie abdeckt. Wer dieses Buch gelesen hat und verstanden hat, kann sich andere Bücher eigentlich sparen, weil fast alles hierin enthalten ist, es sei denn man studiert Biologie. Man solte jedoch biologische Grundkenntnisse mitbringen. Wer trotzdem noch mehr zu diesem Themenkomplex erfahren möchte, sollte einmal das Buch "Der Wert der Vielfalt" von Edward O. Wilson lesen. Auch dieses Buch ist lesenswert.
Vorsicht aber, dies Thema könnte süchtig machen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inselhopping einmal anders, 29. Juli 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
Niemand weiß, wie "Der Gesang des Dodo" sich wirklich angehört hat - denn der Dodo, eine Art flugunfähige Riesentaube, wurde bereits im 17. Jahrhundert ausgerottet. Im Englischen heißt "dead as a Dodo" daher auch sowiel wie mausetot, endgültig ausgelöscht. Ein Schicksal, das mit dem Dodo viele Tier- und Pflanzenarten teilen, die auf Inseln heimisch sind.
David Quammen, profilierter Wissenschaftsjournalist, betreibt ein abenteuerliches Inselhopping in Zeit und Raum, um die "Ökologie der Inselwelten" auch für den kaum vorgebildeten Leser verständlich zu machen. Hauptaugenmerk bleibt trotz eingängiger Schilderungen kauziger Forscher und ihren Lieblingen immer die Grundthese des Buches: die Anfälligkeit kleiner Populationen.
Ein in jeder Hinsicht fesselndes Buch, Naturgeschichte in ihrer ursprünglichen Bedeutung. Ein ebenfalls recht dickes Buch, gewiß, und mancher wird manches als Längen empfinden. Dafür wird fast jeder seinen besonderen Liebling, seine eigene Inselwelt entdecken - und dafür wird sich die Lektüre lohnen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend, 28. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
Ich habe einst Bio studiert: Ökologie, Naturschutz ... diese Richtung halt. Ich habe vieles gelernt über den Schutz und das Aussterben der Arten und die Zusammenhänge und viele oft gute Bücher darüber gelesen. Nach einer Rezension in der Zeit, die das Buch als ich glaube "Sachbuch des Jahrtausends" tituliert hat, dachte ich, na wenn die zeit sowas schon schreibt und habs gekauft. Resultat: sie hatte recht! Wen die Natur interessiert, wer einen Draht dazu hat und wem das Artensterben nicht egal ist, der muß! dieses Buch lesen. Es ist ein populärwissenschaftliches Buch, doch es stellt alle wissenschaftlichen Bücher, die sich damit befassen, an Informationsfülle bei gleichzeitiger Lebendigkeit weit in den Schatten. Sicher das beste Buch, das jemals über Evolution und Artensterben geschrieben wurde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es hat mich schwer beeindruckt., 14. Januar 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist bei weitem nicht so trocken, wie der Untertitel vermuten läßt. Ein Bio-Leistungskurs als Vorkenntnis vereinfacht das Lesen sicherlich, aber da alle wichtigen biologischen Begriffe im Glossar erklärt werden, benötigt man diese Vorkenntnisse sicherlich nicht zwingend. Ich habe selten ein Buch gelesen, das mir soviele Erklärungen für die Zusammenhänge auf dieser Welt geliefert hat. Für jeden, der verstehen will, warum von der einen Art 4 Paare ausreichen, um die Art zu retten, aber eine andere Art mit einer Populationsdichte von 1000 Paaren zum Aussterben verdammt ist, ist dieses Buch richtig. Danach will man einfach diese Erde mit ihrer Artenvielfalt retten. Es ist wirklich mehr wie nur ein Buch...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selbst für Fachleute gut geeignet!, 21. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
Quammen ist eine intelligente und unterhaltsame Verknüpfung aus Wissenschaftsgeschichte (insbesondere die Geschehnisse um Wallace, den er als den eigentlichen Begründer der Evolutionstheorie darstellt und Darwin als zögerlichen Wissenschaftler, der Nutznießer des Vertrauens von Wallace wird), Reisereportage und Forschungsbericht gelungen.
Quammen macht deutlich, dass Inseln mit ihren überschaubaren Lebensgemeinschaften nur Nebenschauplatz einer ungleich größeren Tragödie sind: Der weltweiten Zerstörung von Ökosystemen. Die Zersplitterung von Lebensräumen (ähnlich, wie er sich auf Inseln natürlicherweise ergibt) ist eine enorme Bedrohung für jedwede Population auf dieser Erde. Indem er das Ausmaß dieses drohenden Verlustes eindrücklich vor Augen führt, hält er über seine gelungene Geschichte hinaus ein Plädoyer für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Leider führt die Analyse Quammens zur Erkenntnis, dass der Mensch trotz aller Kenntnis dieser Gefahren und der daraus folgenden Gegenbestrebungen den Lebensraum zahlreicher Tierarten so beschneidet und vernichtet, dass uns und unseren Nachfahren nach einem gigantischen Artensterben eines Tages keine Inselbiogeographen oder Biologen, Ökologen, oder Zoologen, sondern nur noch Museumsdirektoren, Paläontologen und Historiker erzählen können, dass funktionierende, großflächige Populationen und Nahrungsnetzte existiert haben, dass Millionen Arten die Erde bevölkerten und sogar neue Arten .
Mein Fazit: Jeder an der Artenvielfalt auf unserer Erde Interessierter (auch bekennende Nicht-Biologen) sollte sich dieses unterhaltsame wie lehrreichen Sachbuch kaufen. Er wird eine Menge über die Bedrohung unserer Fauna erfahren!
Sehr nützlich (vor allem für Nicht-Fachleute) ist das 11-seitige Glossar, und die umfangreiche Bibliographie.
Selbst für Fachleute und Kenner der verschiedenen Evolutionstheorien ist Quammens Buch ein Füllhorn an interessanten Aussagen und wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen. Seine akribische Auflistung hochspannender historischer und aktueller Feldforschungen ist auf dem Markt der Bücher über die Evolution einmalig!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Wissenschaftskrimi!, 5. Januar 2010
Von 
Stefan Erlemann (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
"As dead as a dodo", sagen Briten, wenn etwas unwiderruflich vorbei ist.
Im Jahre 1598 erreichten holländische Seefahrer auf dem Weg nach Ostindien die Insel Mauritius im Indischen Ozean. Sie berichteten von einem dort lebenden schwanengroßen, flugunfähigen, Vogel mit kurzen Beinen und dickem Rumpf ("hässlich anzusehen noch dazu ungenießbar").
Die Seefahrer und die von ihnen eingeschleppten Katzen, Schweine, Ratten und Hunde sorgten dafür, dass der von ihnen Dodo genannte Vogel hundert Jahre später ausgestorben war. Das Interesse der Zeitgenossen und Nachfahren hielt sich in engen Grenzen: Wenige Zeichnungen und Augenzeugenberichte, ein Fuß, ein Schädel ein Kopf, und ein später rekonstruiertes Skelett, ist alles, was vom Dodo überliefert ist.
Im vorliegenden Buch (1996 als bestes Sachbuch auszeichnet), macht der preisgekrönte amerikanische Wissenschaftsautor David Quammen deutlich, dass der Dodo (Raphus cucullatus) kein Einzelfall ist: Er führt in zehn Kapiteln den Leser in die Evolutionsforschung von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute ein. David Quammen tritt durch eigene Reisen in die Fußstapfen von Alfred Russel Wallace (1823-1913), Robert MacArthur, Edward O. Wilson, Michael Soulé und Michael Gilpin.
Er begibt sich auf eine abenteuerliche Reise rund um den Globus, zu den Komodowaranen in Indonesien, den Halbaffen auf Madagaskar und in die Regenwälder am Amazonas, um an den Feldforschungen einer Wissenschaft teilzunehmen, die sich Inselbiogeographie nennt.
Die Vernichtung der tasmanischen Aboriginies ist eines der dunkelsten Kapitel in diesem Buch. Minutiös schildert Quammen, wie die einst über die ganze Insel verteilten Aboriginies zunächst versklavt und kaserniert, dann verfolgt und erschlagen wurden - sie galten schlicht als eine Art Affen und wurden auch so behandelt.

Quammen lockert seine Ausführungen und Erklärungen mit der Schilderung persönlicher Lebensumstände und Kuriositäten der heute weltweit agierenden Inselbiogeographen und mit Berichten seiner eigenen Reisen auf, Langeweile oder Ermüdung kommt nicht auf.
Der Leser lernt auf diese Weise vieles, was er zuvor noch nie über Artenvielfalt, Artensterben und Artenschutz gehört hatte.

Quammen kommt zu dem Schluss, dass sich das Muster des Artensterbens am besten auf Inseln beobachten lässt, wo die Evolutionsmechanismen wie im Zeitraffer ablaufen (weil sich in kleinen isolierten Populationen genetische Veränderungen schneller durchsetzen und in Form neuer Arten manifestieren). So entstehen Lebensformen, die nirgendwo sonst vorkommen.

Quammen ist eine intelligente und unterhaltsame Verknüpfung aus Wissenschaftsgeschichte (insbesondere die Geschehnisse um Wallace, den er als den eigentlichen Begründer der Evolutionstheorie darstellt und Darwin als zögerlichen Wissenschaftler, der Nutznießer des Vertrauens von Wallace wird), Reisereportage und Forschungsbericht gelungen.
Quammen macht deutlich, dass Inseln mit ihren überschaubaren Lebensgemeinschaften nur Nebenschauplatz einer ungleich größeren Tragödie sind: Der weltweiten Zerstörung von Ökosystemen. Die Zersplitterung von Lebensräumen (ähnlich, wie er sich auf Inseln natürlicherweise ergibt) ist eine enorme Bedrohung für jedwede Population auf dieser Erde. Indem er das Ausmaß dieses drohenden Verlustes eindrücklich vor Augen führt, hält er über seine gelungene Geschichte hinaus ein Plädoyer für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Leider führt die Analyse Quammens zur Erkenntnis, dass der Mensch trotz aller Kenntnis dieser Gefahren und der daraus folgenden Gegenbestrebungen den Lebensraum zahlreicher Tierarten so beschneidet und vernichtet, dass uns und unseren Nachfahren nach einem gigantischen Artensterben eines Tages keine Inselbiogeographen oder Biologen, Ökologen, oder Zoologen, sondern nur noch Museumsdirektoren, Paläontologen und Historiker erzählen können, dass funktionierende, großflächige Populationen und Nahrungsnetze existiert haben, dass Millionen Arten die Erde bevölkerten - und sogar neue Arten entstanden.
Mein Fazit: Jeder an der Artenvielfalt auf unserer Erde Interessierter (auch bekennende Nicht-Biologen) sollte sich dieses unterhaltsame wie lehrreiche Sachbuch kaufen. Er wird eine Menge über die Bedrohung unserer Fauna erfahren!
Sehr nützlich (vor allem für Nicht-Fachleute) ist das elfseitige Glossar, und die umfangreiche Bibliographie.
Selbst für Fachleute und Kenner der verschiedenen Evolutionstheorien ist Quammens Buch ein Füllhorn an interessanten Aussagen und wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen. Seine akribische Auflistung hoch spannender historischer und aktueller Feldforschungen ist auf dem Markt der Bücher über die Evolution einmalig!

Stefan Erlemann
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SUPER!, 20. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten (Taschenbuch)
Ich bin mit diesem Buch zwar noch nicht ganz fertig, aber was soll's - passieren kann nicht mehr viel, denn ich liebe es einfach!
Nur die wenigsten Bücher sind bei ungefähr 700 Seiten Lesestoff + mindestens noch 100 Seiten Glossar, Literaturangaben, etc. so unterhaltsam wie diese Reise um die (Insel-) Welt von David Quammen. Die Tatsache, dass er viele der beschriebenen Orte selber besucht hat und sich mit einigen der einflussreichsten und angesehensten Wissenschafer/innen auf dem Gebiet der Ökologie und Inselbiogeographie selbst unterhalten hat, macht das Buch noch viel lebendiger und liebenswerter! Man erfährt nicht nur ganz nebenbei die Namen, die zwar wichtig, aber nicht ganz so berühmt wie Darwin & Co. sind - Beispiel: Alfred Russel Wallace - sondern lernt auch einiges in Geographie dazu! Und zu guter Letzt ist natürlich die Biologie das Interessanteste daran, und die Geschichten ihrer Verfechter, sodass man am liebsten das Buch zumachen und gleich selber Biologie studieren würde! (Was ich irgendwann ganz sicher noch tun werde, besonders nachdem ich das Buch gelesen habe :-))
Dieses Buch ist superklasse, fesselnd und oft traurig, wenn's zum Thema Naturschutz und Artensterben kommt. Nicht von den 800 Seiten abhalten lassen, man liest und liest und liest und merkt gar nicht, wie die Seiten nur so vorbeifliegen. Ich selbst habe "nur" noch 100 Seiten oder so vor mir. Ich glaube nicht, dass ich schon einmal ein wissenschaftliches Buch gelesen habe, das dermaßen spannend und unterhaltsam war wie dieses. Und damit hätte ich eigentlich gar nicht gerechnet, trotz der vielen guten Rezensionen, denen ich mich hiermit anschließe.
Fazit: ABSOLUT SUPER!!!!!!
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