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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Tauglichkeit moralischer Normen
Was sind Kriterien für ein gerechtes Handeln und, so es sie gibt, woher entnimmt eine Gesellschaft solche Kriterien?

Das sind die Leitfragen, denen sich Sandel auf den knapp 400 Seiten seines Buches annimmt. Der in Harvard lehrende politische Philosoph geht bei seinen Betrachtungen, zum Glück, allerdings nicht nur in den weiten Raum der abstrakten...
Vor 17 Monaten von M. Lehmann-Pape veröffentlicht

versus
13 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwischen allen Stühlen
Sandel versucht in diesem Werk das Thema "Gerechtigkeit" umfassend und doch leicht verständlich zu fassen. Beginnend beim Utilitarismus geht es über den Libertarianismus schliesslich zu Kant und Rawls bevor Sandel doch auf Aristoteles zurückgreift und zuletzt einige eigene Ideen präsentiert. Das Buch leidet darunter, dass der Autor Philosoph und...
Vor 16 Monaten von Michael Resch veröffentlicht


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Tauglichkeit moralischer Normen, 25. März 2013
Was sind Kriterien für ein gerechtes Handeln und, so es sie gibt, woher entnimmt eine Gesellschaft solche Kriterien?

Das sind die Leitfragen, denen sich Sandel auf den knapp 400 Seiten seines Buches annimmt. Der in Harvard lehrende politische Philosoph geht bei seinen Betrachtungen, zum Glück, allerdings nicht nur in den weiten Raum der abstrakten Philosophie, sondern versteht es, die Problematik der Frage der Gerechtigkeit an vielfachen handfesten und praktischen Beispielen zu „erden“ und eröffnet damit dem Leser eine durchgehende Reflektion über das (fast) alltägliche Leben. An manchen Grenzfragen kann Sandel daher gut lesbar und nachvollziehbar argumentiert auf jene „Grundquellen“ zugehen, aus denen Ethik und Moral, die Entscheidung, was „gut und gerecht“ ist und was eben nicht, entspringen.

Schon der Einstieg führt umgehend in medias res. Die Preistreiberei bei Katastrophen, wie sich schon ganz einfache, kleine Geschäftsleute durch Wucherpreise gerade an Katastrophen bereichern, statt uneigennützig Hilfe zu geben (was doch deutlich moralisch „besser“ wäre, dem Empfinden nach“.

Ein Thema, dem Sandel im spätern Verlauf des Buches im Kapitel „Märkte und Moral“ hoch interessant und vertiefend nachgehen wird, wenn er fragt, ob die „Märkte fair sind“ (eher nein) oder ob es Güter geben soll (oder muss), die für Geld „nicht zu kaufen sind“ (eher ja). Eine Frage, die (und so arbeitet Sandel im Buch durchgehend) an zwei extremen Fragen abgearbeitet wird. Wie ist es, Menschen für Kriege zu bezahlen und wie ist es, Menschen für das Austragen von Kindern zu bezahlen? Was wären „gerechte Löhne“ und wie wäre der Markt hier „fair“ zu nennen?

Sehr objektiv und kühl durchdacht stellt Sandel (nicht nur in diesem Kapitel“ die einzelnen Aspekte der beiden „Handlungen“ zur Diskussion, geht über die Begriff Fair und Frei hinzu den Gegenargumenten. Und öffnet den Weg u den beiden Grundfragen (die sich ebenfalls durch das Buch ziehen). „Wie frei sind unsere Entscheidungen“ und „Gibt es höhere Werte, die für Geld nicht zu kaufen sind“.

So ergibt sich im Lauf der Lektüre die Frage der Loyalität zur Gemeinschaft und zum Gemeinwohl als eine der entscheidenden Grundlagen für ein „gerechtes und gutes“ oder eben ein „rein individuelles und auf den Vorteil bedachtes“ Handeln. Eine Unterscheidung die Sandel zwar mit vielfachen Beispielen umschreibt, argumentativ aber letztlich nicht zwingend belegen kann. Eher baut Sandel einen geschlossenen Raum der Argumente um drei von ihm gesetzte „Ideale“. Nimmt man Loyalität, Freiheit und die Tugend allerdings als nicht hinterfragbar gesetzt an, dann öffnet Sandel sehr wohl einen Raum für moralische und/oder gerechte Entscheidungen. Es benötigt aber die zumindest persönliche Klarheit darüber, dass diese drei Ideale Grundlage für Entscheidungen sein sollen. Hier spürt man dem Autor ab, dass er in und von einer Gesellschaft westlicher Tradition geprägt ist (und für diese schreibt). Denn seine „Ideale“ würden an anderen Orten (China, Arabien u.a.) in ganz anderer Weise gefüllt werden, als Sandel dies impliziert, durchaus aber sich auf ihn in der Form der „Idealfüllung“ auf ihn berufen können.

In sich durchaus logisch und geschlossen argumentiert, verbleiben dennoch Fragen an das System, das Sandel erbaut. Ausgehend vom Eingang des Buches her (die Frage der Bereicherung am Elend anderer) ist es eben nicht zwangsläufig gesetzt, dass das Gemeinwohl und die Loyalität zur Gemeinschaft grundlegend verankert sind (und warum auch genau?).

Das „gute Leben“, dass Sandel durch ein „sich Bewegen“ im Raum der Loyalität zur „Lebensgemeinschaft“ mit all ihren Traditionen sieht, in der Freiheit des Einzelnen, die bewahrt und geschützt werden muss und im Streben nach Tugend (wieder auch auf die Gemeinschaft bezogen) ist in seinen Inhalten interessant zu lesen und stößt vielfache Reflektionen an, auch wenn eine letztgültige Legitimation der drei „Ideale“ nicht „objektiv“ hergestellt werden kann, sondern aus Einsicht und Überzeugung (auch durch dieses Buch) wachsen müssen. Durchaus lesenswert mit einigen Axiomen, die kritisch zu hinterfragen wären.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gerechtigkeit für alle, 8. März 2013
Von 
Werner Kossak - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Michael J. Sandel, Professor der Philosophie in Harvard, hat mit dem in Deutschland im Jahr 2012 erschienenen Werk „Was man für Geld nicht kaufen kann“ einen kleinen Bestseller gelandet. Dieser verdankt seinen Erfolg dem geld- und kapitalismuskritischen Thema, aber auch der leicht verständlichen Schreibweise des Akademikers. Sandel beherrscht die Kunst, als Philosoph ein tiefgründiges Thema fast ohne Hinweise auf irgendwelche Philosophen oder Philosophien darzustellen. Vielmehr wird anhand von unzähligen Beispielen auf 250 Seiten durchexerziert, wie liberales Denken und eine ungebändigte Marktwirtschaft die moralischen Fundemente unserer westlichen Zivilisation zersetzen.

Wie viele Leser festgestellt haben, mangelt es jenem Werk aber an einer tieferen theoretischen Fundierung und dem Aufzeigen von Handlungsalternativen. Dies war aber auch nicht mehr nötig, weil Sandel dies bereits in seinem vorangegangenen Buch „Gerechtigkeit“ getan hatte. „Was man für Geld nicht kaufen kann“ ist meiner Meinung nach nur eine auf ein noch breiteres Publikum und auf ein Teilthema konzentrierte Version von „Gerechtigkeit“. Hier hatte Sandel bereits im Jahr 2009 alles für ihn Relevante zum Thema von sich gegeben. Auch ein Teil der Beispiele aus „Was man für Geld nicht kaufen kann“ finden sich bereits dort. Aber eben noch viel mehr, nämlich die Entfaltung eines Begriffes von Gerechtigkeit anhand von den philosophischen Theorien, die im heutigen Amerika von Bedeutung sind. Der Marxismus etwa gehört daher - anders als in Europa - nicht zu den behandelten Philosophien.

Die Probleme der Gerechtigkeit, d.h. die Frage nach einer gerechten Gesellschaft, beschäftigen Sandel schon seit über 30 Jahren. Anfang der 80er Jahre setzte er sich bereits sehr kritisch mit der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls auseinander. Neben Rawls, der für den liberalen Egalitarismus steht, werden auch der im Angelsächsischen stark vertretene Utilitarismus (Bentham und Mills); der Libertarianismus (Friedman, Nozick u.a.), eine Art radikaler Wirtschaftsliberalismus; die Moralkonzeption von Immanuel Kant; sowie die Philosophie des Aristoteles vorgestellt. Alle Philosophien werden dabei anhand von anschaulichen Beispielen sehr fair auf ihre Vor- und Nachteile abgeklopft und ein Begriff der Gerechtigkeit nimmt dabei Zug um Zug Gestalt an. Das liest sich wirklich gut verständlich - auch für philosophische Laien - und außerordentlich spannend. Am Ende hat man wie nebenbei eine Menge über Philosophie gelernt. Und natürlich über das Thema, was eine gerechte Gesellschaft ausmachen könnte.

Obwohl Sandel die Philosophien sehr fair vorstellt und deren Argumente sehr stark macht - ich hatte bei der Lektüre zu Rawls das Gefühl, dass Sandel ein Anhänger Rawls sei! - stellt er auch seine eigene Position am Ende vor, die er in Anlehnung an Aristoteles und Alasdair MacIntyre entwickelt. Diese ist stark am amerikanischen Kommunitarismus orientiert, einer Philosophie, die im Gegensatz zum liberalen autonomen Individuum den Zusammenhalt der Gesellschaft als gemeinsamen Dialog aller Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten in den Vordergrund stellt.

Ich fand auch äußerst interessant, wie Sandel bei der Frage, was wir einander schuldig sind, die Existenz von Verpflichtungen herausgearbeitet hat, die unter uns Menschen bestehen, die wir aber nicht aufgrund unseres reinen Menschseins haben (siehe Kants kategorischer Imperativ) und auch nicht frei vereinbart haben (wie in der liberalen Vertragstheorie), sondern die uns aus Gefühlen der Solidarität zukommen, der Erkenntnis, dass wir nicht beziehungslose Individuen sind, sondern Menschen mit einer gemeinsamen Vergangenheit. So gibt es Menschen, die uns näher stehen als andere, denen wir uns nicht aufgrund eines freien Entschlusses oder einer allgemeinen Moral verpflichtet fühlen, seien es die Eltern, die eigenen Kinder, Freunde oder auch Menschen gleichen Glaubens. Viele Menschen fühlen sich auch mit ihrem Dorf oder ihrem Land verbunden. Dies sind alles Verbundenheiten, die sich mit liberalen und auch allgemein-moralischen Theorien nicht erklären lassen.

Man muss nicht mit dem Autoren übereinstimmen, aber man hat gewiss am Ende einiges an neuer Erkenntnis gewonnen. So sollten philosophische Bücher geschrieben werden!
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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gerechtigkeit und das gute Leben, 8. Februar 2013
Von 
In dem 2009 unter dem Titel "Justice" erstmalig erschienen, nun ins Deutsche übersetzten Buch beschäftigt sich Michael J. Sandel mit vielen verschiedenen Fragen zur Gerechtigkeit, zum Beispiel:
Sollen Regierungen hinsichtlich moralischer und religiöser Werte neutral sein? Soll sich eine gerechte Gesellschaft eher am Allgemeinwohl, an Freiheiten oder an Tugenden orientieren? Hat Gerechtigkeit etwas mit der Frage nach dem guten Leben zu tun?
Seine eigene Antwort auf die letzte Frage ist ein klares Ja:"Um zu einer gerechten Gesellschaft zu gelangen, müssen wir gemeinsam darüber nachdenken, was es heißt, ein gutes Leben zu führen, und eine öffentliche Kultur schaffen, die mit den unvermeidlich auftretenden Meinungsverschiedenheiten umzugehen weiß." (S. 357)
Erstaunlicherweise findet sich kein Verweis auf Martha Nussbaum, die ebenso wie Sandel die Frage nach dem guten Leben für unumgänglich für die Suche nach Gerechtigkeit hält und diese Position seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts in vielen Publikationen verfolgt hat.
Insgesamt ist das Buch sehr gut lesbar, es enthält eine Vielzahl interessanter Beispiele, insbesondere aus der US-amerikanischen Gesellschaft und gibt einen guten Überblick über verschiedene Gerechtigkeitstheorien (Utilitarismus, Liberalismus, Kant und Rawls, Aristoteles). Sandels eigene Position wird allerdings lediglich im zehnten Kapitel angerissen, deshalb nur vier von fünf Sternen.
Wer allerdings eine sehr gut verständliche Überblicksdarstellung über die verschiedenen grundlegenden Theorien der Gerechtigkeit sucht, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nur die strukturelle Synthese fehlt, 12. Juni 2013
Von 
Ein sehr lehrreiches Buch über Gerechtigkeitsvorstellungen der abendländischen Geschichte, ohne dass dies eine bloße Geschichtsdarstellung wäre. Ein sehr amerikanisches Buch in der Art der anschaulichen, an Beispielen reichen Darstellungsweise. Im Einleitungskapitel stellt Sandel, bewusst plakativ, die alte Theorie der Gerechtigkeit vom aristotelisch geprägten Tugendgedanken her, der neuen Gerechtigkeitstheorie vom Freiheitsgedanken seit Kant und der amerikanisch-französischen Revolution gegenüber. Es zeichnet sich bereits ab, was dann im Schlusskapitel zum Tenor wird: "Den auf Werturteil beruhenden Gerechtigkeitsbegriff können wir nicht ganz abschütteln" (17), auch nicht in einem moralisch-weltanschaulich neutralen, pluralistischen Rechtsstaat. Eine gerechte Gesellschaft verteilt nicht nur materielle Güter auf angemessene Weise, sondern auch Pflichten und Rechte, Befugnisse und Chancen, Ämter und Ehren (30). Dazu gehören - möchte ich ergänzen - nicht zuletzt die Chancen, überhaupt in einer kommunikativen Gesellschaft angemessen zu Wort zu kommen und gehört zu werden.

Die acht Kapitel zwischen Einleitungs- und Schlussteil sind hervorragende Darstellungen über Utilitarismus (das Glück der Meisten), "Libertarianismus" (eine in der Übersetzung ungewöhnliche Wortprägung für den extrem individualistischen Freiheitsgedanken), über Märkte und Moral, über Immanuel Kants Prinzipienethik aus dem Gedanken der Menschenwürde als Freiheit, über John Rawls ("den bislang überzeugendsten Versuch der poltischen Philosophie in Amerika, eine weitgehend egalitäre Gesellschaft zu denken" [217], welche der individuellen Leistung doch Rechnung trägt), über Positive Diskriminierung" durch
Leistung, über Aristoteles` bleibenden Gesichtspunkt von Tugend und Ehre, schließlich über Loyalitätskonflikte, worin es farbenreich um öffentliche Entschuldigungen und Reparationen, kollektive Verantwortung für geschehenes Unrecht, besondere Verantwortung von Familienangehörigen und Mitbürgern füreinander, Recht und Grenzen des Patriotismus usw. geht.

Zum Schluss heißt es: "Wenn es zu einer gerechten Gesellschaft gehört, gemeinsam über das gute Leben nachzudenken, bleibt die Frage, wie der politische Diskurs auszusehen hätte, der uns in diese Richtung weist. Darauf habe ich keine gänzlich ausgearbeitete Antwort, aber ich kann ein paar anschauliche Vorschläge bieten" (358). Aus meiner Sicht kann das Dilemma zwischen rechtlichem Pluralismus und Wertebindung strukturell nur gelöst werden, wenn der politische Diskurs" (nicht allein als rationale Argumentation, sondern als Werte-Kommunikation!) in einer parlamentarischen Grundwerte-Kammer gebündelt wird, welche den Teilparlamenten für Kultur, Politik im engeren Sinne der Machtregelungen sowie für Wirtschaft übergeordnet wird. Für solch eine systemisch-strukturelle Lösung fehlt allerdings bei Sandel die Vermittlung zwischen individuellem Handeln und sozialem System. Dieses missing link wurde ja auch in der europäischen Debatte zwischen Habermas und Luhmann nicht gefunden, obwohl ihr amerikanischer Vorgänger Parsons mit seiner Action Theory of Social Systems schon kurz davor stand. Dieses missing link liegt in der systembildenden interpersonalen Reflexion. Vgl.Logik des Sozialen. Woraus Gesellschaft entsteht. Von ihren Stufen her kommt man zu den genannten Subsystemen, die notwendig jeweils ihre eigenen parlamentarischen Vertretungen brauchen. Es ist nicht das geringste Verdienst des Harvard-Professors Sandel, in ehrlicher Weise genau auf das Fehlen einer solchen ausgearbeiteten Antwort" mit einer Fülle von Beispielen hinzuweisen. Anschauliche Vorschläge und Problematisierungen einseitiger Prinzipien, darin besteht die große Stärke des Buches.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ist es gerecht, mit der Not Anderer Gewinne zu machen?, 3. März 2013
Von 
Ulrich Müller "Philosoph" (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Höchstens legal, aber moralisch sehr fragwürdig! Sandel verdeutlicht, was wir bedenken müssen, wenn wir unfairen Preiswucher, z.B. in einer tsunamigeschädigten Region, verhindern wollen: Gesetze dagegen fördern zwar das Gemeinwohl und auch moralisch integres Verhalten. Doch sie schränken auch die menschliche Freiheit ein. Denn generell gesehen, dienen auch freie Märkte dem Gemeinwohl.

Der umgekehrte Fall, dass etwas moralisch akzeptabel, aber gesetzeswidrig ist, liegt z.B. im einvernehmlichen Kannibalismus unter Erwachsenen vor. Aus Sicht des moralischen Libertarianismus, nach dem wir Eigentümer unserer Körper sind und damit verfahren dürfen, wie wir wollen, wäre ein Kannibalismus-Verbot genauso ungerecht wie die Besteuerung Reicher, um den Armen zu helfen. Beides schränkt die Freiheit ein. Gleichwohl sprechen die meisten Gesetzgeber hier ein Verbot aus, weil sie darin einen Verstoß gegen die Menschenwürde sehen.

Sandels Diskussion vielfältiger Beispiele aus allen möglichen Bereichen der Lebenswelt will uns die Aktualität moralphilosophischer Fragestellungen vor Augen führen, ohne den Leser in irgendeiner Weise zu bevormunden.

So bezieht er Aristoteles‘ Theorie, Gerechtigkeit am Zweck einer Praxis zu bemessen, auf den Fall einer erfolgreichen Cheerleaderin, die wegen Kinderlähmung auf den Rollstuhl angewiesen ist. Am Ende der Saison wird sie aus dem Kader geworfen, mit dem Argument, sie müsse zu ihrer Qualifizierung ein straffes Gymnastikprogramm absolvieren. Stellt diese Forderung eine Diskriminierung dar, oder ist Bodenturnen notwendiger Bestandteil der guten Leistung einer Cheerleaderin? Wie ist der Zweck dieser gesellschaftlichen Institution definiert? Die Beantwortung dieser Frage wiederum hängt davon ab, welche Werte, Verhaltensweisen und Fähigkeiten wir fördern und würdigen wollen.

Sandel selber ist der Ansicht, dass weder eine moralische noch eine politische Theorie ohne einen minimalen Begriff vom guten Leben auskommt. Als Argument dafür bezieht er sich auf den Narrativismus, den Alasdair MacIntyre in seinem Buch „Verlust der Tugend“ so erläutert hat: „Menschen sind Geschichtenerzähler, und unser Leben bekommt erst durch Geschichten einen Sinn“ (302).

Ich teile diese Position nicht, sondern glaube, dass auch eine universale Prinzipienmoral auf Alltagsprobleme anwendbar ist, ohne eine bestimmte Lebensform vor anderen auszuzeichnen. Dennoch: Sandel liefert philosophisches „Kino“ auf hohem Niveau. Daher ist die Lektüre seines neues Buches gerade für junge Leute, auch Schüler, ein großer Gewinn.

Dr. Ulrich Müller (Berlin)
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5.0 von 5 Sternen Gerechtigkeit - anschaulich diskutiert, 23. Juli 2014
Von 
Seit sich Politiker mit der Tatsache "anfreunden" müssen, dass die Schere zwischen Arm und Reich doch immer weiter auseinanderklafft, scheint das Thema Gerechtigkeit wieder salonfähig geworden zu sein. Nicht, dass das Thema jemals verwunden gewesen wäre. Schon immer gab es Gruppen, die soziale, ökonomische oder bildungsmäßige Ungerechtigkeit angeprangert haben. Doch standen diese mit ihren Forderungen mehr im Abseits des öffentlichen Interesses. Mittlerweile ist das anders. Im Nahen Osten gehen die Menschen auf die Straße und fordern zwischen Pfefferspray und Wasserwerfern lauthals ein gerechtes System. Da scheint die in Deutschland ständig diskutierte Bildungsgerechtigkeit geradezu lächerlich. Und doch geht es dort wie hier um Gerechtigkeit.

Aber was ist das, Gerechtigkeit? Ich kann sie nicht anfassen und wenn ich sie suche, dann finde ich sie allenfalls im Geiste. Die Frage nach ihr führt den Menschen zu seinen innersten Einstellungen, denn häufig hängen moralische Einstellungen eng mit der Idee der Gerechtigkeit zusammen. Viele glauben, Neutralität – wie beispielsweise die Neutralität des Staates – würde sich lossagen von moralischen Einstellungen und sei deswegen anderen Ideen überlegen. So soll das Rechtssystem neutral und ohne moralische oder theologische Wertung Recht sprechen. Doch hinter der Fassade einer jeden Forderung findet sich ein Fundamt moralischer Werte. Das Recht ist nichts anderes als kodifizierte Moral.

Der Philosophie Professor aus Harvard, Michael J. Sandel nimmt sich in seinem Buch der Suche nach der Gerechtigkeit an. Er zeichnet keine Ideengeschichte der Philosophie, sondern zeigt, dass Gerechtigkeit auf drei Begriffen fußt: Gemeinwohl, Freiheit, Tugend. Dabei lässt er Philosophen unterschiedlicher Couleur zu Wort kommen. Philosophen, deren Theorien teilweise unvereinbar nebeneinanderstehen. Hier kann es kein Richtig oder Falsch geben. Die Ideen sind in sich schlüssig und abschließend müssen die Menschen im Gespräch definieren, wie sie sich Gerechtigkeit vorstellen. Sandel zeigt, dass das Gerechtigkeitsthema vielschichtiger ist als wir oft denken. Unter anderem nimmt sich Sandel auch dem Utilitarismus an. Eine gedankliche Strömung, die heute - gerade wegen ihrer Nähe zur ökonomischen Theorie - von vielen Menschen implizit und damit unreflektiert als gerecht eingestuft wird. Doch ist Gerechtigkeit nicht automatisch dann verwirklicht, wenn die Summe des hergestellten Glücks die Summe des vermiedenen Leides überwiegt. Für Sandel ist es schlechterdings unmöglich, alle Werte der Menschen in eine Einheit umzurechnen, sei diese nun Geld oder so etwas Abstraktes wie der Nutzen.

Wer sich heute mit Philosophie beschäftigen möchte, muss sich Dank der Bücher des Philosophie Professors nicht mehr durch "staubige Folianten" quälen. Sandel bricht die teilweise Jahrtausende alten Theorien auf und präsentiert sie uns im modernen Gewand. So sind seine Ausführungen aus der Lebenswelt gegriffe: Ist das Einkommen von Michael Jordan gerecht? Dürfen Handwerker ihre Preise nach einer Hochwasserkatastrophe erhöhen? Ist es gerecht, frei über den Verkauf seiner Organe bestimmen zu dürfen?
Ob Sandel die Ideen der zugrundeliegenden philosophischen Schriften - die häufig hunderte von Seiten umfassen - zugunsten der Anschaulichkeit und des Verständnisses wegen zu sehr vereinfacht hat, müssen philosophisch geschulte Leser entscheiden. Für den philosophischen Laien ist dieses Werk ein hervorragender Einstieg in das Thema der Gerechtigkeit.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sokrates von Harvard, 26. März 2013
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Der "Spiegel" nennt ihn den "Sokrates von Harvard", "China Newsweek" erklärt ihn zum einflussreichsten Ausländer des Jahres, die "Japan Times" zum intellektuellen "Rockstar", der Londoner "Observer" zu einem der prominentesten Morallehrer der Welt. Die "Zeit" schreibt: "Wenn Michael Sandel in Harvard über Gerechtigkeit philosophiert hört die Welt ihm zu". I.d.T.kann die Welt zuhören. Anders als deutsche Unis stellen amerikanische längst Vorlesungen ins Internet, für die man sich einschreiben kann. Sandels Vorlesung in Harvard ist eine davon. Er praktiziert dabei, worum es ihm geht: offener kontroverser Austausch über Fragen der Gerechtigkeit. Auch den Leser des Buches konfrontiert er gleich zu Beginn mit allerlei moralischen Zwickmühlen.

Im Jahr 1884 überlebten vier englische Seeleute einen Schiffbruch und retteten sich auf ein kleines Boot. Die Hilfe lies auf sich warten und Land war nirgends in Sicht. Dem verhungern nahe töteten und aßen drei von ihnen schließlich den ohnehin kränkelnden Schiffsjungen Richard Parker. Schließlich erschien ein Schiff und die drei verbleibenden Männer konnten gerettet werden.

Ein Team von vier US-Navy-SEALs hatte den Auftrag einen Taliban-Führer aus dem Umfeld Bin Ladens, der etwa 150 Mann befehligte, aufzuspüren. Als sie sich bereits dem Dorf genähert hatten, stießen sie auf zwei Ziegenhirten. Es gab keine Möglichkeit diese festzuhalten und so bestand die Gefahr, von ihnen verraten zu werden. Die Team-Mitglieder plädierten deshalb dafür, die Hirten zu töten - bis auf einen von Ihnen, M. Luttrell, der sich schließlich durchsetze. Sie ließen die Hirten laufen, wurden verraten und von einer Überzahl Taliban-Kämpfer aufgerieben. Nur Luttrell überlebte schwer verletzt und machte sich große Vorwürfe.

Aber Sandel nimmt auch auf weniger exzeptionelle, z.T. brandaktuelle Themen Bezug. Kann Folter (bspw. bei einer Kindesentführung oder einem drohenden Terroranschlag) gerechtfertigt sein? Wie steht es mit den staatlichen Hilfsmilliarden für Banken, die die Finanzkrise mitverursacht haben, und deren Mitarbeiter sich bald nach der Unterstützung wieder satte Boni gönnten? Wie gerecht ist der freie Markt - besonders wenn er in Katastrophengebieten - etwa nach einem Hurrikan oder Tsunami - die Preise für dringend benötigte Güter in die Höhe treibt?

Sandel behandelt verschiedene Ansätze der Moralphilosophie. Für den Utilitarismus ist Ziel allen Handelns das größtmögliche Glück - verstanden als Lustgewinn - der größtmöglichen Zahl. Die Idee ist bereits bei David Hume erkennbar, wird dann aber v. a. durch Jeremy Bentham philosophisch entfaltet. Bentham verfolgte das Anliegen, eine Art Lust-Index für sämtliche Verhaltensweisen bzw. -ziele zu erstellen, was dann die Ausarbeitung einer mathematisch exakten Ethik erlaubt hätte. Mit seinem unerschütterlichen Zweckrationalismus entwarf er Neuerungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Von ihm stammt auch die Idee des Panoptikon - ein Gefängnis mit gläsernen Zellen, in denen die Insassen rund um die Uhr beobachtet werden könnten.

Eine etwas feingeistigere Version des Utilitarismus entwickelte dann J. S. Mill. Geistige Genüsse waren für ihn höherwertig als rein physische, ein Bachkonzert also erstrebenswerter als ein Pub-Besuch. Lieber ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedenes Schwein", so brachte es Mill auf den Punkt. Außerdem dachte er langfristiger und umfassender. Er fragt bei einer bestimmten punktuellen Handlungsweise auch, was es bedeutet, wenn sich mit dieser allgemeine Erwartungen und Befürchtungen entwickeln bzw. diese Nachahmung in anderen Zusammenhängen findet.

In Benthams Konzept wird es bspw. schwierig, einen Mord zu verurteilen, wenn sich dadurch - etwa durch angeeignetes Vermögen - der Lebensgenuss eines oder gar vieler Menschen erhöht - so er denn möglichst schmerzfrei geschieht und keine leidtragenden Angehörigen oder Freunde da sind. Sandel führt die Massenvergnügen in den römischen Arenen an - auf Kosten einzelner Menschen, die einander töteten oder zum Fraß der Löwen wurden. Die utilitaristische Gesamtbilanz fiel dabei positiv aus. Mill würde hier jedoch auf die unterschwellige Angst verweisen, dass jeder selbst in die Opferposition geraten könnte, wenn dgl. nicht generell verboten ist.

Die Einwände gegen den Utilitarismus sind dennoch vielfältig. Nicht nur weil er auch die Grundmatrix aller totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts gebildet hat - in verschiedener Ausprägung wollte man das Paradies auf Erden verwirklichen und dabei waren Opferzahlen zweitrangig. Sandel bringt einige weitere Beispiele für Konsequenzen, Denk- und Handlungsweisen, die sich aus diesem Ansatz ergeben. So machte etwa der Tabakkonzern Philipp Morris 2001 von sich reden. Die tschechische Regierung wollte mit Hinweis auf die Kosten, die infolge des Zigarettenkonsums für das Gesundheitssystem entstehen, die Tabaksteuer drastisch erhöhen. PM legte der Regierung daraufhin eine Studie vor, die belegte, dass für die tschechischen Sozialsysteme vielmehr ein Kostenvorteil von jährlich 147 Mio. Dollar entstünde - durch das vorzeitige Ableben von Rauchern.

Auch Kant hält dem Utilitarismus entgegen, dass niemals der gesellschaftliche Gesamtnutzen das Kriterium eines Rechtssystems sein dürfe, sondern dies die unveräußerlichen Grundrechte des Individuums sein müssen. Überhaupt gäbe es eben sehr unterschiedliche, z.T. divergierende Vorstellungen davon, was ein Leben erfüllt und glücklich macht. Dem müsse man gerecht werden; jeder müsse die Freiheit haben sein Lebensglück auf seine ganz persönliche Weise zu verfolgen.

Der Libertarismus, vertreten z.B. durch den Philosophen R. Nozick, denkt ebenfalls konsequent vom Individuum her. Gerechtigkeit bedeutet, dass diesem ein Höchstmaß an Freiheit zugesichert wird. So könne es bspw. nicht Aufgabe staatlicher Institutionen sein, Einkommen umzuverteilen. Ohnehin führe dgl. nur zu einer Dezimierung von Leistungsanreizen und so zu einem Wohlfahrtsverlust für alle. Der Staat solle viel mehr dafür sorgen, dass Rechte und Chancengleichheit gewahrt bleiben, so dass jeder seine Fähigkeiten optimal einsetzen kann. Die sich dann ergebenden Unterschiede bezüglich der Stellung im sozialen Gefüge, beim Vermögen usw. seien durch den unterschiedlichen Leistungseinsatz und die auf Freiwilligkeit beruhende Bewertung und Prämierung gerechtfertigt. Wenn bspw. ein Tennisstar ein Jahreseinkommen in Millionenhöhe hat, dann deshalb, weil eine entsprechend große Zahl an Menschen ihn sehen möchte und völlig freiwillig in der einen oder anderen Form dafür zahlt. Wenn der Staat nun meint, er hätte das Recht, ihm einen Teil seines Einkommens in Form von Steuern wieder wegzunehmen, ist das für Nozick illegitim.

Das Einkommen wurde von dem Betreffende erarbeitet - somit läuft Besteuerung desselben auf staatlich veranlasste Zwangsarbeit hinaus; auf eine Form der Sklaverei. Das wird aus Nozicks Sicht auch nicht durch demokratische Gesetze legitimiert. Der Schutz des Privateigentums ist ein Grundrecht. Andere Grundrechte wie Religions- oder Meinungsfreiheit, körperl. Unversehrtheit etc. können auch nicht durch Mehrheitsbeschluss aufgehoben werden.

Bereits für John Locke gab es unveräußerliche Freiheitsrechte. Die Würde und Gleichheit der Menschen - auch der Gleichheit von Mann und Frau - leitet er aus 1. Mose 1, 27 ab. Der sich aus der Imago-Dei-Lehre ergebende Gleichheitsgedanke ist für Locke auch die Grundlage dafür, dass eine Regierung stets der Legitimation durch die Regierten bedarf. Auf diesem Hintergrund entwickelt er seine Theorie demokratischer Rechtsstaatlichkeit.

Der Gedanke gegenseitiger sozialer Verpflichtung ist bei Locke jedoch weit stärker ausgeprägt als bei den späteren Libertariern. Er argumentiert naturrechtlich. Das Recht auf Privateigentum ergibt sich für ihn einzig daraus, dass man dieses selbst produktiv erarbeitet hat. Generell sieht er die Rechte auf Freiheit und Eigentum durch die Freiheits- und Eigentumsrechte anderer beschränkt. Auch schuldet der Mensch sich selbst gewissermaßen seinen Mitmenschen, d.h. ebenso wie er nicht das Recht hat, anderen das Leben zu nehmen, so auch nicht sein eigenes. Das kommt dem Ansatz Kants und bereits sehr nahe.

Kant, so Sandel, versucht jedoch von einer theologischen Untermauerung, wie sie Locke praktizierte zu abstrahieren und eine Orientierung für das sittliche Handeln zu entwickeln, die allen Menschen unabhängig von ihren Glaubensüberzeugungen evident erscheinen muss. Die praktische Vernunft" erweist sich hierbei als Instrument der Regulation und Beherrschung des sinnlichen Begehrens, denn sie stellt alles Tun unter den Leitgedanken des kategorischen Imperativ": Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." Da dieser Anspruch der Vernunft besteht, muss auch der Wille des Menschen frei und somit fähig, selbigem zu genügen, sein. Die Freiheit und Würde des Menschen findet für Kant gerade dann ihren höchsten Ausdruck, wenn dieser gegen seine Neigungen handelt.

Im Anschluss an Kant kommt Sandel auf John Rawls und dessen Theorie der Gerechtigkeit" zu sprechen. Rawls, dessen Ansatz auch egalitärer Liberalismus" genannt wird, geht in einem Gedankenexperiment davon aus, dass Menschen, die sich vor ihrer Geburt treffen würden - unwissend über die ihnen später im Leben gegebenen Vor- oder Nachteile in Bezug auf Chancen, Möglichkeiten und Fähigkeiten - das gemeinsame Anliegen hätten, dass der am schlechtesten gestellte durch die besser gestellten unterstützt werden sollte. Schließlich könnte es ja jeden von ihnen betreffen. Im realen gesellschaftlichen Leben sollte deshalb nach dieser Prämisse gehandelt und das Einkommen der Ärmsten durch Einkommenstransfer maximiert werden.

Aristoteles schließlich hat bei seiner Ethik einen ganz anderen Ansatz als die bisher behandelten Philosophen. Für ihn geht es darum, dass der Mensch sich seiner Natur und seinen Begabungen gemäß zum Nutzen der Gemeinschaft entfalten kann. Es geht um das gute, tugendhafte Leben, da nur dies - und nicht etwa wie Bentham glaubte die Lust - dem Menschen das Gefühl eines sinnvollen, glücklichen Daseins gibt. Tugenden erlange der Mensch durch gewohnheitsmäßige Einübung. Die Polis bietet die Plattform für die Entwicklung und Einübung sozialer Kompetenzen. Dabei wird auch deutlich, welche soziale oder politische Rolle dem einzelnen zuerkannt werden sollte. Auf dieser Grundlage behandelt Aristoteles auch das Thema Sklaverei. Für ihn war nicht jeder Mensch zum Freisein, zum eigenständigen Denken und zur selbstverantwortlichen Existenz geschaffen. Einige Menschen gingen im Dienen auf. Unmoralisch werde es allerdings dann, wenn Menschen gegen ihren Willen im Zustand der Sklaverei gehalten werden, dies offenbar ihrer Natur widerspräche.

Sandel kommt zu der überraschenden Erkenntnis, dass die moderneren Gerechtigkeitstheorien eigentlich hinter der des Aristoteles - dessen Überlegungen zur Sklaverei einmal ausgenommen - zurückbleiben, weil sie eben für viele - gerade in der Gegenwart brisante Fragen - kein Entscheidungskriterium beinhalten. Bevor man in Fragen sozialer Gerechtigkeit bzw. bei moralischen Problemstellungen entscheiden kann, muss man sich gemeinschaftlich darauf einigen, welche Ziele in der Gesellschaft insgesamt bzw. in der betreffenden Sache überhaupt verfolgt werden, welche Bedeutung man ihr beimisst, vor welchem Wertehintergrund man sie betrachtet. Deshalb bedarf es einer gesellschaftlichen Debatte, in der es auch möglich sein muss, religiöse Standpunkte einzubringen. Sandel zitiert in diesem Zusammenhang Präsident Obama:

"Die Verfechter des Säkularismus machen einen Fehler, wenn sie Gläubige auffordern, ihre Religion an der Tür abzugeben, wenn sie in die Öffentlichkeit treten. Frederick Douglass, Abraham Lincoln, William Jennings Bryan, Dorothy Day, Martin Luther King - ja die Mehrheit der großen Reformer in der Geschichte Amerikas - waren nicht nur durch ihren Glauben motiviert, sondern verwendeten wiederholt religiöse Sprache, um für ihre Sache einzutreten. Zu sagen, Männer und Frauen sollten ihre persönliche Moral" nicht in öffentliche politische Debatten einbringen, ist also in der Praxis eine absurde Forderung. Unser Recht ist definitionsgemäß eine Kodifizierung von Moral, die in der jüdisch-christlichen Tradition gründet."

MacIntyre, ein Hauptvertreter des Kommunitarismus, vertritt den Standpunkt, dass der Mensch seine Identität aus einer narrativen Erzählung entwickelt, die immer auch sein soziales bzw. gesellschaftliches Eingebundensein umfasst. Gesellschaft ist eben doch mehr als die Summe einzelner menschlicher Monaden. Daraus, so Sandel, ergibt sich aber auch die Notwendigkeit, gemeinsam über das "gute Leben" nachzudenken.

"Wenn eine gerechte Gesellschaft einen ausgeprägten Gemeinsinn erfordert, dann muss sie einen Weg finden, in den Bürgern die Sorge um das Ganze zu kultivieren - ihnen die Hingabe an das Gemeinwohl näher zu bringen. Gegenüber den Haltungen und Absichten, den Gewohnheiten des Herzens", die die Bürger ins öffentliche Leben einbringen, kann die Gesellschaft nicht gleichgültig sein. Sie muss versuchen, sich gegen vollkommen aufs Private reduzierte Vorstellungen vom guten Leben zu stemmen und staatsbürgerliche Tugenden zu pflegen." (S. 360-361)

Sandel schreibt unwahrscheinlich dicht, bringt eine Fülle von Beispielen, seine Argumentationsgänge sind sehr sophisticated". Man kann das Buch nicht quer lesen und es ist auch keine Gute-Nacht-Lektüre. Dennoch ist es Sozial- und Moralphilosophie für Jedermann - und dies auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht.
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5.0 von 5 Sternen Eine lehrreiche und verständliche Einführung in die Moralphilosophie, 10. Juni 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
In seinem letzten Buch „Was man für Geld nicht kaufen kann“ hatte der amerikanische Philosoph Michael J. Sandel über die moralischen Grenzen des Marktes nachgedacht und wegen der zunehmenden Käuflichkeit von praktisch allem nicht nur zahllose zivilisatorische Errungenschaften bedroht gesehen, sondern auch festgestellt, dass sich die moralischen Grenzen bedenklich verschoben haben.

Er entdeckte damals die zunehmende Ungleichheit in der Gesellschaft als Quelle: „In einer Zeit zunehmender Ungleichheit läuft die allumfassende Kommerzialisierung des Lebens darauf hinaus, dass Arme und Reiche zunehmend getrennte Leben führen. Wir arbeiten und kaufen und spielen an verschiedenen Orten. Unsere Kinder besuchen verschiedene Schulen, unsere Lebenswelten schotten sich voneinander ab. Das dient weder der Demokratie noch unserer Lebensqualität. Demokratie erfordert keine vollkommene Gleichheit, aber sie erfordert, dass Bürger an einer gemeinsamen Lebenswelt teilhaben. Es kommt darauf an, dass Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und Sozialstatus miteinander in Kontakt kommen und im Alltag auch einmal zusammenstoßen. Denn nur so lernen wir, wie wir unsere Unterschiede aushandeln und wie wir gemeinsam dem Gemeinwohl dienen können.
Am Ende läuft die Frage nach den Märkten also auf die Frage hinaus, wie wir zusammen leben wollen. Wünschen wir uns eine Gesellschaft, in der alles käuflich ist? Oder gibt es gewisse moralische und staatsbürgerliche Werte, die von den Märkten nicht gewürdigt werden – und die man für Geld nicht kaufen kann?“

Nachdem 2008 sein „Plädoyer gegen die Perfektion“ noch bei der kleinen Berlin University Press erschienen war, legt der Ullstein Verjag nach dem großen Erfolg von „Was man für Geld nicht kaufen kann“ nicht eine Vorlesungsreihe von Sandel über Gerechtigkeit vor, die schon 2009 in den USA erschienen ist und nicht nur dort einen Ruf begründete, den die ZEIT in die Worte fasste: „Wenn Michael Sandel in Harvard über Gerechtigkeit philosophiert, hört die Welt ihm zu.“

Was sich bei der Lektüre der beiden oben erwähnten Bücher zeigt, setzt sich in diesen, zeitlich vorher entstandenen Texten fort. „Wie wir das Richtige tun“ geht davon aus, dass man auch in einer globalisierten und unübersichtlich gewordenen komplexen Welt sehr wohl moralisch handeln und urteilen kann und dass es so etwas wie Richtig und Falsch gibt, das man herausfinden und begründen kann.

Mit vielen praktischen Beispielen gelingt es ihm, auch dem Laien verständlich in zehn Kapiteln (Vorlesungen) so etwas wie eine Philosophiegeschichte der Gerechtigkeit zu formulieren. Sie mündet in die Forderung nach einer Politik des moralischen Engagements, in der der gegenseitige Respekt eine unverzichtbare Basis ist. „Anstatt den moralischen und religiösen Überzeugungen aus dem Weg zu gehen, die von unseren Mitbürgern ins öffentliche Leben eingebracht werden, sollten wir uns eher direkt mit ihnen beschäftigen – sie also manchmal in Frage stellen oder bestreiten und gelegentlich auch von ihnen lernen. Es gibt keine Garantie, dass öffentliches Nachdenken über schwierige moralische Fragen in jedem Fall zu einer Übereinstimmung führt oder auch nur zu einer Wertschätzung für die moralischen und religiösen Ansichten anderer. Es kann immer sein, dass, je mehr wir über eine moralische oder religiöse Doktrin erfahren, wir sie desto weniger schätzen. Doch das können wir nur wissen, wenn wir uns mit ihr auseinandergesetzt haben. Das Ideal eine Politik moralischen Engagements ist nicht nur anregender als eine Politik der Vermeidung. Sie ist auch eine verheißungsvollere Grundlage für ein gerechte Gesellschaft.“

Eine lehrreiche und verständliche Einführung in die Moralphilosophie.
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4.0 von 5 Sternen Einführung in unterschiedliche Theorien der Gerechtigkeit, 10. Juni 2013
Von 
M. Knoblach (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
In vielerlei Hinsicht werden Gerechtigkeitsfragen in volkswirtschaftlichen Vorlesungen lediglich mit der Krümmung der sozialen Wohlfahrtsfunktion beantwortet. Ich habe mir Sandels Buch über Gerechtigkeit aus dem Grunde besorgt, ein wenig mehr Substanz hinter die zentralen Begriffe und Theorien der Gerechtigkeit zu verschaffen.

Das Buch beginnt mit einer Debatte über Preistreiberei, ausgelöst durch den Hurrikan Charley im Sommer 2004. Anhand dieses Beispiels versucht der Autor, sich dem Begriff der Gerechtigkeit zu nähern, wobei ein staatlicher Eingriff diskutiert wird, mit dessen Hilfe die Tugenden der Bürger gefördert werden sollen. Um einen Einstieg in die Thematik zu erhalten, wird weiterhin das Problem der Bankenrettung als auch die Verleihung des Purple Heart diskutiert. Das erste Kapitel stellt zudem drei mögliche Annäherungen an Gerechtigkeit vor, die nachfolgend eingehend behandelt werden: das allgemeine Wohl, die Freiheit sowie die Tugend.

Kapitel 2 stellt die Idee John Benthams vor: den Utilitarismus. Dieser verfolgt, verbunden mit dem Glauben, materieller Wohlstand würde unser Leben entscheidend verbessern, als oberstes Prinzip der Moral, das Glück der Bürger zu maximieren. Behandelt werden weiterhin zwei nahe liegende Einwände gegenüber dem Utilitarismus: Die Verletzung der Rechte des Einzelnen, sowie die pauschale Bewertung von Lust und Unlust anhand des Nutzens. Die bestehenden Einwände versucht später John Stuart Mill zu beseitigen, indem er aufzeigt, dass Utilitaristen höhere Freuden von niedrigeren Freuden unterscheiden können.

Liese sich mit Hilfe des Utilitarismus eine radikale Umverteilung des Reichtums zur Nutzenmaximierung begründen, so richten sich die Libertarianer im Namen der Freiheit gegen eine solche Umverteilung. Weiter verwerfen sie den Paternalismus als auch die Vorstellung, durch gesetzlichen Zwang Tugendvorstellungen zu fördern. Libertarianische Ideen fanden vor allem durch Hayek und Friedman Verbreitung und wurden während der Reagan-Thatcher-Ära angewandt. Weiter wird die Rolle des Selbsteigentums an mehreren Beispielen behandelt. Der damit verbundene Freiheitsgedanke mache den Libertarianismus auch für jene Menschen interessant, die den Wohlfahrtsstaat schätzen.
Gegenüber der im Kapitel 3 eingeführten Marktfreiheit, argumentieren Marktskeptiker im vierten Kapitel, Marktentscheidungen seien nicht immer so frei, wie sie zunächst scheinen. Das Problem eines Militärs wird nachfolgend anhand dreier möglicher Systeme diskutiert. Der Einstimmigkeit des Utilitarismus als auch des Libertarianismus bezüglich einer Freiwilligenarmee begegnet Sandel mit einigen Einwänden wie Fairness und Freiheit als auch der staatsbürgerlichen Tugend. Weiter wird das Thema der Leihmutterschaft behandelt und mit dem Gerechtigkeitsgedanken in Beziehung gesetzt.

Der Autor versucht im fünften Kapitel eine Antwort auf die Frage zu finden: Falls Rechte nicht auf dem Nutzen beruhen, was ist dann ihre moralische Grundlage? Hierzu gibt Immanuel Kant in seiner "Kritik der reinen Vernunft" eine alternative Erklärung für unsere Rechte und Pflichten. Kants "Grundlegung" lieferte hierbei eine vernichtende Kritik an den eingangs vorgestellten Utilitarismus: "Wenn wir wie die Tiere nach Lust streben und Unlust vermeiden, handeln wir nicht wirklich frei, sondern als Sklaven unserer Begierden und Wünsche." Aufbauend auf diese Kritik stellt der Autor Kants Prinzip der Selbstbestimmung vor, sowie den bekannten kategorischen Imperativ. Erst dieser komme als Grundlage der Moral in Frage. Auch Kants Gedanken werden zum Abschluss des Kapitels in mehreren Beispielen angewandt.

Weiter führt der Autor im sechsten Kapitel John Rawls Überlegungen über einen Gesellschaftsvertrag ein, welcher unter einem Schleier des Nichtwissens abgeschlossen wird. Da niemand über eine überlegene Verhandlungsposition verfüge, so Rawls Argumentation, wären die Grundsätze auf die wir uns einigen gerecht. Aus diesem hypothetischen Vertrag würden zwei Prinzipien der Gerechtigkeit hervorgehen: gleiche Grundfreiheiten für alle Bürger, sowie soziale und wirtschaftliche Gleichheit. Unter dem Schleier des Nichtwissens abgeschlossene Verträge seien die reine Form eines perfekten Vertrages und damit moralisch am stärksten. Abschließend führt Sandel fehlende Anreize sowie Anstrengungen als Einwände auf.

Kapitel 7 geht der Frage nach, ob es ungerecht ist, Rasse und Ethnie als Faktoren bei der Einstellung oder der Universitätszulassung heranzuziehen. Diese Grundfrage sowie damit verbundene Vorteile werden anhand zahlreicher Beispiele diskutiert. Bereits in diesem Kapitel wird exemplarisch eine Bestimmung des Zwecks (Thelos) einer Universität versucht.

Diese Bestimmung des Zweckes einer Bildungseinrichtung dient als Einleitung für die Gerechtigkeitsvorstellung Aristoteles. Im Zentrum seiner Gerechtigkeitstheorie stehen die beiden Ideen, dass Gerechtigkeit teleologisch ist, also an einen Zweck gebunden sein soll, sowie dass Gerechtigkeit mit Ehre in Verbindung stehe. Für eine gerechte Verteilung eines Gutes ist es demnach notwendig, nach dem Zweck des Gutes zu fragen. Auch wird Aristoteles Vorstellung über die Politik eingeführt, deren höchstes Ziel es sein solle, die Tugend der Bürger zu fördern. Jene moralische Erziehung befasse sich jedoch weniger damit Regeln zu erlassen, sondern den Charakter zu bilden und Gewohnheiten zu formen (entgegen Rawls als auch dem Utilitarismus).

Das neunte Kapitel behandelt eingangs die Frage, ob sich ein Land für eine historische Ungerechtigkeit entschuldigen solle. Sandel führt hierbei die Idee des "moralischen Individualismus" ein, wonach wir nur Verpflichtungen unterworfen sind, die wir freiwillig eingehen. Auf Grundlage obiger Ausgangsfrage werden die bereits vorgestellten Ideologien gegeneinander abgewogen. Laut MacIntyre lässt sich jedoch das Selbst nicht von seinen sozialen und historischen Rollen lösen. Dies widerspricht einem frei entscheidenden, unbefangenem Individuum. Vielmehr ergeben sich drei Kategorien moralischer Verantwortlichkeit: natürliche Pflichten, freiwillige Verpflichtungen und Verpflichtungen aus Solidarität. Diese Kategorien versucht der Autor wieder anhand mehrerer Beispiele zu erklären.

Das abschließende Kapitel geht schließlich der Frage nach, warum unsere persönlichen moralischen und religiösen Überzeugungen in der öffentlichen Erörterung von Gerechtigkeit und Rechten nicht zum Tragen kommen sollten. Gemäß Rawls stelle dies einen "vernünftigen Pluralismus" dar bzw. entspräche dem "Ideal liberaler Neutralität".

Der Autor führt anhand vieler Beispiele auf interessante und kurzweilige Art und Weise in verschiedene Theorien der Gerechtigkeit ein. Sandel selbst vertritt hierbei den Ansatz, es gehöre zur Gerechtigkeit, Tugend zu kultivieren und über das Gemeinwohl nachzudenken. Die verschiedenen Denkschulen wie Utilitarismus, Rawls Gedanken über einen hypothetischen Gesellschaftsvertrag als auch die Argumentationen des Libertarianismus werden ausführlich behandelt und gegeneinander abgewogen. Was bleibt ist die Gewissheit, dass es eine allgemeingültige Aussage darüber, was Gerechtigkeit bedeute nicht gibt. Vielmehr liefert das Buch Gedanken und Anregungen, die es gilt zu einer eigenen Beantwortung heranzuziehen.
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5.0 von 5 Sternen Leichter Zugang zur Philosophie, 21. April 2013
Der Autor bedient sich des amerikanischen Stils, der mit locker erzählten Geschichten unversehens tief in philosophische Fragen führt. Sandel zwingt dabei niemanden seine Meinung auf, er zeigt vielmehr mögliche Positionen und überlässt seine Leser ihrem eigenen inneren Widerstreit, für welche sie sich entscheiden sollen. Ein innerer Widerstreit, der durchaus Spaß macht, und der teilhaben lässt an den gleichermaßen uralten und brandaktuellen Fragen unserer Gesellschaft.
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Gerechtigkeit: Wie wir das Richtige tun
Gerechtigkeit: Wie wir das Richtige tun von Michael J. Sandel (Taschenbuch - 11. Oktober 2013)
EUR 10,99
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