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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen230
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am 26. April 2011
Ich habe Frau Freitags Buch genossen. Denn sie beschreibt ihren Beruf, ihre Kollegen und ihre Schüler in einer Weise, wie ich es selten der Fall ist: unverblümt echt. Jeder der unter ähnlichen Bedingungen im Bildungsbereich gearbeitet hat weiß, das sich die Realität tatsächlich so darstellt und hier kein bisschen übertrieben wurde. Das es Frau Freitag gelingt, dies auch im O-Ton zu formulieren und sie Dialoge festzuhalten, die man mehrmals Lesen kann und immer noch schmunzeln muss ist ihre besondere Fähigkeit und macht einfach Spaß ('Ich war Arzt'). Sie versteckt sich nicht hinter pädagogischen Floskeln oder Schönfärberei.
Im Laufe des Schuljahres lernt man Frau Freitag und ihre Schüler kennen und kann mit Frau Freitag und einzelnen Schülern mitfühlen-mit ihrem Leben, ihrem Blick auf die Welt und ihren Zukunftsplänen. Man merkt, wie Frau Freitag trotz unterschiedlichster Methoden wenig Veränderung im Hinblick auf die schulischen Leistungen ihrer Schüler erreicht und freut sich, wenn es dann doch immer wieder kleine, positive und überraschende oder gar charmante Lichtblicke gib. Frau Freitag ist dennoch eine engagierte Lehrerin geblieben und mag ihre Schüler-obwohl sie verständlicherweise manchmal selber an ihre Toleranzgrenzen stößt. Sie probiert es immer wieder. Es wird auch klar, warum die Schüler meist leistungsschwach und chaotisch sind (ihre Familien, ihre Freunde, ihre Sozialisation) und es auch nicht gerade besonders einfach haben.
Das Buch ist unterhaltsam und gleichzeitig kann es dazu dienen, Veränderungen anzustoßen. Denn der erste Schritt zu einer Lösung besteht darin, die wahren Tatsachen und Umstände an den Schulen zu beschreiben, statt die letzten Ergebnisse der Pisastudie im naturwissenschaftlichen Bereich zu diskutieren. Vielen Dank, Frau Freitag !
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am 13. Januar 2012
Wenn man Freude an Sarkasmus, Ironie und abstrus-witzigen Gedankenspielchen hat, kann man mit Frau Freitags Alltagsgeschichten aus einer großstädtischen Gesamtschule sehr vergüngliche Stunden verbringen und mitunter brüllend vor Lachen unter dem Sofa liegen (Hässlichkeit! Opferarzt! :-))

Das Buch ist: irgendsowein Zwischending aus realem Lehrerwahnsinn im sozialen Untergrund in Form von Dialogen und glossenhaften Anekdoten, die sich - höchstwahrscheinlich - so oder zumindest glaubhaft ähnlich so zugetragen haben. Das alles mündet immer wieder in den persönlichen Phantastereien und Bekenntnissen von Frau Freitag, die mitunter etwas abwegig, häufig aber wohltuend offenherzig sind.

Das Buch liefert hingegen keine: Anleitungen zur Bewältigung von Schwierigkeiten im pädagogischen Bereich. Frau Freitag zeigt vielmehr, wie es ist, wenn Pädagogik auf ihre unumstößlichen Grenzen trifft. Was tun, wenn kein Konzept der Welt fruchtet? Mit Gelassenheit, Toleranz, Herz, Humor und einem gesunden Anteil Resignation bezüglich des deutschen Bildungssystems wurschtelt sich Frau Freitag so durch.

Fazit: Ein etwas unzusammenhängendes, diffuses aber trotzdem sehr lesenwertes Sammelsurium zynischer Anekdoten, die es wundersamerweise schaffen, Sympathie zu wecken für eine Horde bildungs-, erziehungs- und integrationsresistenter Halbwüchsiger.
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am 22. März 2011
Frau Freitag ist Lehrerin an einer deutschen Gesamtschule und nimmt uns ein Schuljahr lang mit in ihren Alltag. Somit beginnt das Buch nach den Sommerferien und endet genau ein Jahr später vor den Sommerferien. In diesem Schuljahr kann man als Leser so einiges lernen: Über arabische Schimpfwörter, Freestyle-Rap, über die Zukunftsvorstellung mancher Jugendlicher (Traumberuf: Bäcker, da verdient man 5000 Netto) und über die Freuden und die Leiden eines Lehrers. Endlich erfährt man (als Nicht-Lehrer und Ex-Schüler) was wirklich im Lehrerzimmer passiert, was Lehrer wirklich über ihre Schüler denken und dass man sich nicht nur eingebildet hat, dass Lehrer ihre Lieblingsschüler haben.

Man merkt, dass Frau Freitag ihren Beruf liebt und ihn trotzdem manchmal auch von Herzen hasst. Man merkt, dass sie ihre Schüler mag und akzeptiert, aber auch, dass diese Schüler sie manchmal beinahe in den Wahnsinn treiben. Für mich als Außenstehende ist das amüsant zu lesen und gleichzeitig auch sehr interessant. Und doch, auch wenn Frau Freitag immer wieder betont, dass ihr Beruf der schönste der Welt sei, bin ich gerade durch dieses Buch sehr froh, keine Lehrerin zu sein - denn lange würde ich das wohl nicht ertragen.

"Chill mal, Frau Freitag" ist eine herrlich witzige, kurzweilige und interessante Beschreibung des heutigen Schulalltags - oder zumindest des Schulalltags einer "Problemschule" wie sie vermutlich nur in deutschen Großstädten zu finden ist. Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapiteln (meistens gerade mal 2 Seiten lang), da es aus Blog-Einträgen entstanden ist. Durch diese kurzen Kapitel lässt sich das Buch gut zwischendurch lesen, ich habe es allerdings mehr oder weniger in einem Stück gelesen, da es wirklich angenehm locker geschrieben und somit leicht zu lesen ist.
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Zugegeben – am Anfang brauchte ich ein bisschen Eingewöhnungszeit für dieses Hörbuch. Denn Carolin Kebekus spricht so, wie man sie auch vom TV her kennt – eben zuweilen laut, schrill und nicht gerade langsam. Das Zuhören war daher zunächst schon erstmal eher anstrengend – doch je weiter ich hörte, umso besser kam ich damit zurecht und umso mehr Spaß hatte ich auch an den Erzählungen aus „Frau Freitags“ Lehreralltag. Carolin Kebekus ist die Gold-Besetzung für dieses Hörbuch, insbesondere die Stimmen der Schüler, besser geht nicht.

Der Ablauf eines Schuljahres dient als Vorlage für unterhaltsame Einblicke ins Lehrerzimmer, Gespräche mit Eltern, die liebe Mühe mit den Noten, aber auch die angenehmen Seiten des Schulalltags („Frau Freitag, wir fahren Heide-Park!!!“). Bei allem Stress ums Weiterkommen und dem täglichen Gezänke wird doch deutlich, dass Frau Freitag ihren Schülern – viele davon mit Migration, aber alle mit Hintergrund – mit viel Sympathie begegnet und sie versucht, das Positive in den heranwachsenden kleinen Persönlichkeiten zu sehen.

Leider ist es nur eine gekürzte Lesung. Und darum ziehe ich auch einen Stern ab. Weil man nicht weiß, wie viel weggelassen wurde. Ich persönlich hätte gerne noch mehr von Frau Freitag gehört, denn die Zeit mit ihr und ihren Schülern verging wie im Flug und war ausgesprochen unterhaltsam und abwechslungsreich. So bleibt mir nur, die mittlerweile erschienenen Fortsetzungen zu hören – oder besser zu lesen, denn auch das sind leider nur gekürzte Lesungen.
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am 24. Juni 2011
"Chill mal, Frau Freitag" ist eine äußerst gelungene Realsatire zum heutigen Schulalltag, die mit viel Galgenhumor, Sarkasmus und einer Prise Zynismus gewürzt ist. Ich habe mich hervorragend amüsiert! Es heißt ja, man soll am Tag mindestens dreimal herzhaft lachen, mit diesem Buch übertrifft man dies spielend.
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am 16. März 2011
Inhalt:
Frau Freitag ist Lehrerin, und das mit Leib und Seele. Ihre Schule befindet sich in einem Problembezirk, die Schüler weisen größtenteils einen Migrationshintergrund auf und ihre Klasse an sich ist sowieso ziemlich chaotisch und schwer zu bändigen. "Chill mal, Frau Freitag" erzählt also in Auszügen den Alltag eben jener Lehrerin, mit all seinen Vor- und Nachteilen, teilweise fast schon rührenden Momenten ("Frau Freitag, Sie sind heute voll nett!") aber auch Szenen, die so absurd die Unwissenheit der Schüler darstellt, dass es fast schon wieder traurig ist (Ein Bäcker verdient 5000 Euro im Monat).

Meinung:
Ich bin ziemlich neugierig an das Buch heran gegangen und habe mich insgeheim schon auf die vielen lustigen Momente im Schulalltag gefreut. Der Einstieg gelang dann auch sehr schnell. Bereits im ersten Satz wird man in ein Streit-Gespräch zwischen Schüler und Lehrer hineingezogen und freut sich als Leser über diesen rasanten Beginn. Scheint es anfangs noch so, als bestünde das Buch wirklich nur aus einer Aneinanderreihung von Anekdoten, wird im weiteren Verlauf klar, dass es eine Art Zeitrahmen gibt ' von kurz vor den Sommerferien, bis zum Anfang der Sommerferien im darauffolgenden Schuljahr - , welcher das Verhalten der Schüler anhand der Jahreszeiten erklärt und die typischen Merkmale eines Schulalltags deutlich unterstreicht. So wird wahrscheinlich jeder das berühmte 'Rumgammeln' zwischen Zeugniskonferenz und Sommerferien kennen, welches mit sinnlosen Spielen, Wandertagen oder Filme gucken hinter sich gebracht wird. Dieser Zeitrahmen hat mir persönlich sehr gut gefallen, da er dem ganzen Buch eine Art roten Faden gibt und es dadurch strukturierter erscheinen lässt.
Da ein kompletter Schulalltag natürlich sehr langweilig wäre, werden hier nur unterschiedlich lange ausgewählte Situationen sehr anschaulich beschrieben, wobei sich Erfahrungen über das 'gute' und 'schlechte' Benehmen der Schüler die Waage halten. Aufgelockert werden diese Schüler-Szenen durch Anekdoten aus dem Lehrerzimmer oder dem Privatleben von Frau Freitag, was mir besonders gefallen hat, da so alle Bereiches eines Schulalltags beleuchtet wurden.
Frau Freitag selbst macht den Eindruck einer im Grunde sehr verständnisvollen Person, die ihren Beruf als Lehrerin mit allen guten und schlechten Seiten liebt, und dabei auch am Wohlergehen ihrer Schüler interessiert ist. Dabei gibt sie offen zu, dass auch sie nicht immer perfekt vorbereitet in den Unterricht geht und manchmal lieber ausrasten würde, anstatt den Schülern Verständnis entgegen zu bringen. Ihr gesamte Auftritt, vor allem auch durch Aufzeigen ihrer Schwächen, lässt sie für den Leser sehr sympatisch wirken und hält die Neugier an ihrem Alltag aufrecht.
Besonders begeistert hat mich auch die zwar überspitzte, aber dennoch nüchtern wirkende Erzählart der Autorin, die dieses Buch zu einer leichten und unterhaltsamen Lektüre für Zwischendurch machen.
Die Betonung liegt hier auf "Zwischendurch"! Leider häufen sich gegen Ende des Schuljahres und somit auch gegen Ende des Buches die Wiederholungen der anfangs noch lustigen Sachen. So haben wieder Schüler ihr Material vergessen, ihre Allgemeinbildung ist immer noch nicht besser geworden und die Beleidigungen untereinander kennt man nun ja auch schon. Ich empfehle also, das Buch nicht an einem Stück zu lesen, wie ich es leider gemacht habe, sondern immer mal wieder weg zu legen. So bleibt das Lesevergnügen erhalten und kann für kurzweilige Abwechslung im eigenen Alltag sorgen.
Zum Schluss muss ich noch gestehen, dass das Buch doch auch ein wenig zum Nachdenken anregt: sind die heutigen Schüler wirklich so dumm, dass sie nicht wissen, woher die Mauer kommt, und benoten Lehrer ihre Lieblingsschüler wirklich besser, als andere? Ich habe mich als Leser danach gefragt, ob Frau Freitag nicht vielleicht doch ein wenig übertrieben hat. Ist dies nicht der Fall, erscheinen die ganzen lustigen Anektoten und Späße auf einmal gar nicht mehr so witzig.

Fazit:
Insgesamt ist "Chill mal, Frau Freitag" ein lustiges, unterhaltsames Buch für den Weg zur Arbeit oder sonstige Wartezeiten, die geschickt überbrückt werden müssen. Liest man es an einem Stück, wird es gegen Ende leider etwas fad, da sich viele Situationen einfach wiederholen.
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am 12. Oktober 2014
Nein! Ich gebe mir hier keinerlei Mühe, eine gute Rezension zu schreiben, oder etwas, das irgendwie einer Rezension ähnelt, denn es gibt ja schon mehr als 200 Rezensionen zu diesem Buch, also warum sollte ich? ;-)
Deshalb nur dies hier, schnell hingeschnoddert (aber aus ganzem Herzen):
APPLAUS!!! HURRA-RUFE! Ich reiche Ihnen einen wunderschönen Blumenstrauß, eine Flasche Sekt (und heimlich, weil es inzwischen verboten; hässlich und verpönt ist, auch eine Stange leckere Zigaretten für die Pausen, den Feierabend und das Wochenende).
Frau Freitag, Ihr Buch ist total super! Lustig, kurzweilig, unterhaltsam, nachdenklich-machend... Ganz, ganz toll. War auch Lehrer an Brennpunktschule, erkenne alles wieder, und noch viel mehr. (Unsere Bildungspolitiker sollten es mal lesen, aber das wird wohl nie passieren, denn die Zeit, in denen Minister + Vorgesetzte wenigstens noch etwas von dem Bereich verstehen sollten, für den sie eingesetzt werden, sind längst vorbei.)
Warum schreibe ich jetzt hier überhaupt und strenge mich dafür auch noch an? Nur, um Ihrem Buch 5 Punkte zu geben. Weil ich erschrak, was einige Leute hier von sich geben, die Ihr Buch schlecht beurteilen und in den Abgrund stampfen. Wahrscheinlich haben die Ihr Buch nur kurz durchblättert, sind dann zufällig auf den Namen "Thilo Sarrazin" am Ende von einem der vielen lustigen Kapitel gestoßen (obwohl der mit Ihrem Buch gar wenig zu tun hat) und dann natürlich, fündig geworden, sofort mit ätzenden Giftspritzen (schlechter Bewertung und Empörung) geantwortet haben. Also, diese Zeilen reichen jetzt bestimmt, um meine 5 Punkte für dieses Ihr Buch :-) abzugeben, aus ganzem Herzen!!! Um den Durschschnitt zu heben, wie Sie bei Ihren Schülern. Und zur Empfehlung für jeden, der gern enorm lustig, humorvoll, tiefgehend, selbstironisch, bereichernd, kurzweilig liest.
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TOP 1000 REZENSENTam 15. August 2011
Realsatire. Das trifft es. Frau Freitag, Lehrerin an einer Problem-Gesamtschule, erzählt aus ihrem Schulalltag.
Der Leser begleitet sie als Englisch- und Kunstlehrerin und ihre 9. Klasse ungefähr ein Jahr lang in Form kurzer Anekdoten...

Ich fand das Buch einfach herrlich: locker geschrieben und urkomisch.
Frau Freitag beschreibt die Macken ihrer Schüler. Mal mag sie ihre Chaoten, mal ist sie nur noch genervt. Im Lehrerzimmer lechzt sie nach Lob für ihre Klasse, muss sich aber ständig von den anderen Lehrer anhören, was sich ihre Dauerschwänzer und Störenfriede wieder geleistet haben. Sie präsentiert dem Leser kleine Alltagsgeschichten aus ihrem Klassenzimmer, über die Sprache und das Lernverhalten ihrer Schüler, darüber, wie sie sie enttäuschen und überraschen, was für merkwürdige Einschätzungen ihrer Zukunftsperspektiven und ihrer Verdienstmöglichkeiten sie haben und wie sie miteinander umgehen. Dabei pfeift sie auf "political correctness" und schreibt unverblümt die teilweise absurd komische Wahrheit - manchmal sicherlich leicht überspitzt - , die jeden verstehen lässt, was Lehrer solcher Schulen in die Verzweiflung treibt. Besonders die Sprache der Jugendlichen trifft sie genau und es erinnert mich an so manches Busgespräch mit lauter "Altaaa, isch schwör"-Dialogen, das ich morgens als Großstadtbewohner schon des Öfteren mit anhören durfte. Auch von den neusten Schimpfwörter-Trends bleibt der Leser nicht verschont.

Aber nicht nur Frau Freitags Schüler dienen zur Unterhaltung des Lesers. Sich selbst präsentiert sie mit herrlicher Selbstironie und auch ihr Berufsstand kriegt ein bisschen sein Fett weg. Frau Freitag ist eher eine lockere Lehrerin, die ihren Beruf zwar liebt, aber nicht zu ernst nimmt. Die ständige Pflicht "pädagogisch" zu sein, findet sie anstrengend, auch zeigt sie, wie wenig sich pädagogische Ratschläge manchmal für den Alltag eignen und wie sie als Lehrer ihre Stundenplanung immer wieder über den Haufen werfen muss. Frau Freitag testet überhaupt fröhlich drauf los: Mal ist sie "voll nett", dann greift sie hart durch und entdeckt das Vergnügen der Schadenfreude, wenn sie den Spieß mal umdreht und die Schüler unter ihr leiden müssen oder sie sich nach den noch schlimmeren Geschichten ihrer Freundin Frau Krise besser fühlt. Außerdem erkennt sie ihrer eigene Fehlbarkeit an: Ja, Lieblingsschüler kriegen bessere Noten. Frau Freitag ist auch nur ein Mensch...

Leider wiederholen sich die Geschichtchen und Witze teilweise, gerade zum Ende hin. Dafür gibt es einen Punkt Abzug. Ansonsten habe ich mich blendend amüsiert und über die erscheckend ehrliche Real-Komik dieses Buches nur gelacht. Ich kann es mit gutem Gewissen empfehlen - wenn man denn in der Lage ist, alles genau wie Frau Freitag nicht allzu ernst zu nehmen.
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am 21. November 2012
Kurz vorweg: Es ist schon herrlich die Rezensionen, vor allem aber die Schlechten, zu diesem Buch zu lesen. Da steht was von "nur für Lehrer und Pädagogen" und gleich daneben "Nur für Menschen, die mit Schule etc. nicht alltäglich zu tun haben" Genauso finden einige dieses Buch übertrieben, stereotypisiert und sogar ein wenig rassistisch - andere finden, es beschreibt genau den Alltag an vielen deutschen Schulen.
Ich gebe zu, auch ich bin angehende Lehrerin und habe mir wahrscheinlich nur deshalb dieses Buch gekauft.
Innerhalb weniger Tage hatte ich es durch, es ist einfach geschrieben, etwas für abends im Bett um sich vom Tag zu erholen, zu schmunzeln und zwischendurch auch herzhaft zu lachen.
Frau Freitag beschreibt ihren Lehreralltag mit so viel Humor und Selbstkritik, dass man sie einfach sympatisch finden muss. Meiner Meinung nach ist dieses Buch weder eine "Selbstbeweihräucherung" noch Zeugnis einer versagenden Lehrerin, die ihre Schüler aufgegeben hat (Beide Aussagen in den Rezensionen zu finden)
Sie gibt keinem die Schuld an der Tatsache, dass "normaler" Unterricht in ihrer Schule oft nicht möglich ist oder dass viele ihrer Schüler ohne Abschluss die Schule verlassen. Sie nimmt es hin, versucht es sich und dem Leser zu erklären, findet aber keine rechte Antwort (die es wohl auch nicht eindeutig gibt) Trotzdem versucht sie es jeden Tag neu und ist immer offen für neue Methoden, die sie oft mit ihren zwei anderen Lehrer-Freundinnen diskutiert.
Von mir gibt es eine klare Lese-Empfehlung für alle, die ein wenig schmunzeln wollen (aber vielleicht wirklich eher für die Pädagogen unter uns...) und zusätzlich den Tipp: man sollte das Buch als das nehmen, was es ist: eine humorvolle Realsatire.
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am 18. Juni 2011
Von der ersten bis zur letzten Seite war ich durchweg begeistert.

Fr. Freitag ist eine engagierte Lehrerin einer Gesamtschule mit dem für sie so fürchterlichen und unverständlichen Zusatz 'mit Migrationshintergrund', denn wer schon in der 3. oder 4. Generation in Deutschland lebt ist schließlich Deutscher (eine Aussage mit der ich mich voll identifizieren kann). Sie schildert ihren Alltag mit den in der 3. Generation in Deutschland lebenden Halbwüchsigen Deutschen, Libanesen, Iranern, Polen und Türken über die Zeitdauer eines Schuljahres. Wenn ich einen Roman über meine Arbeit schreiben dürfte und könnte- ich würde ihn genauso wie diesen schreiben: bissig mit Augenzwinkern, zynisch und mit einem gehörigen Schuss Selbstironie. Ich musste mich fast das gesamte Buch über ermahnen nicht immer laut loszukichern. Es scheint dass die Autorin und ich denselben Humor bevorzugen. Hinter all den lustigen Anekdoten versteckt die Autorin gekonnt kritische Untertöne zum deutschen Schulsystem, Ausländerpolitik und die allgemeine Vernachlässigung der Eltern von Problemkindern. Ansichten die für eine Pädagogin sehr vernünftig sind, und mir deshalb die Protagonistin gleich viel sympathischer machten. Überhaupt deren Bemühen mit den Jugendlichen mitzuziehen, sich auf ihre Art zu denken einzulassen, sei es von der neuesten Frisur bis zur Kosmetik und der Überwindung von Sprachbarrieren durch das Erlernen von türkischen und arabischen Umgangsfloskeln ist streckenweise urkomisch. Gut die erlernten Umgangsfloskeln sind nicht immer gesellschaftsfähig aber der Wille zählt.

Auch mein Haushalt wird von einem wild gewordenen Teenager bevölkert, so dass ich viele der Alltagssituationen die Fr. Freitag dutzendfach jeden Tag hat, nachvollziehen kann und kenne. Erstaunlich ist auch die Tatsache, das selbst Schüler ohne Migrationshintergrund so schlecht deutsch sprechen umso besser kann ich mir die Verzweiflung der Lehrerin vorstellen.

Migration hin oder her ich habe in vielen Anekdoten mich und meine Klassenkameraden wieder entdeckt, auch bei uns gab es die Mädchen, die sich in der ersten Stunde auf Kriegsbemalung verstanden, oder die Jungs die ihren Eltern durch fadenscheinige Bemerkungen Geld aus der Tasche zogen, die Streber , die Klassenclowns , die Zensurenverschweiger, die-immer-auf-den-letzten-Pfiff-Kommer und die Lehrerlieblinge.Hach ,ich habe es genossen dieses Buch zu lesen!
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