Kundenrezensionen


212 Rezensionen
5 Sterne:
 (78)
4 Sterne:
 (55)
3 Sterne:
 (32)
2 Sterne:
 (20)
1 Sterne:
 (27)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


64 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus dem wahren Leben
Ich habe Frau Freitags Buch genossen. Denn sie beschreibt ihren Beruf, ihre Kollegen und ihre Schüler in einer Weise, wie ich es selten der Fall ist: unverblümt echt. Jeder der unter ähnlichen Bedingungen im Bildungsbereich gearbeitet hat weiß, das sich die Realität tatsächlich so darstellt und hier kein bisschen übertrieben wurde. Das...
Veröffentlicht am 26. April 2011 von G Schmidt

versus
56 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vallah, voll durchwachsen das Buch, Frau Freitag!
"Chill mal, Frau Freitag" hat mich mit einem durchwachsenen Gefühl zurückgelassen. Einerseits gab es Passagen, die mir wirklich gefallen haben, die lustig waren und pointiert, Passagen mit Herz und Humor. Passagen, in denen sie sich liebevoll mit den Eigenheiten und Charakterzügen ihrer Schüler und mit dem Lehrerdasein auseinandersetzt. Andererseits...
Veröffentlicht am 4. Juli 2011 von Mirka von Lilienthal


‹ Zurück | 1 222 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

64 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus dem wahren Leben, 26. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Ich habe Frau Freitags Buch genossen. Denn sie beschreibt ihren Beruf, ihre Kollegen und ihre Schüler in einer Weise, wie ich es selten der Fall ist: unverblümt echt. Jeder der unter ähnlichen Bedingungen im Bildungsbereich gearbeitet hat weiß, das sich die Realität tatsächlich so darstellt und hier kein bisschen übertrieben wurde. Das es Frau Freitag gelingt, dies auch im O-Ton zu formulieren und sie Dialoge festzuhalten, die man mehrmals Lesen kann und immer noch schmunzeln muss ist ihre besondere Fähigkeit und macht einfach Spaß ('Ich war Arzt'). Sie versteckt sich nicht hinter pädagogischen Floskeln oder Schönfärberei.
Im Laufe des Schuljahres lernt man Frau Freitag und ihre Schüler kennen und kann mit Frau Freitag und einzelnen Schülern mitfühlen-mit ihrem Leben, ihrem Blick auf die Welt und ihren Zukunftsplänen. Man merkt, wie Frau Freitag trotz unterschiedlichster Methoden wenig Veränderung im Hinblick auf die schulischen Leistungen ihrer Schüler erreicht und freut sich, wenn es dann doch immer wieder kleine, positive und überraschende oder gar charmante Lichtblicke gib. Frau Freitag ist dennoch eine engagierte Lehrerin geblieben und mag ihre Schüler-obwohl sie verständlicherweise manchmal selber an ihre Toleranzgrenzen stößt. Sie probiert es immer wieder. Es wird auch klar, warum die Schüler meist leistungsschwach und chaotisch sind (ihre Familien, ihre Freunde, ihre Sozialisation) und es auch nicht gerade besonders einfach haben.
Das Buch ist unterhaltsam und gleichzeitig kann es dazu dienen, Veränderungen anzustoßen. Denn der erste Schritt zu einer Lösung besteht darin, die wahren Tatsachen und Umstände an den Schulen zu beschreiben, statt die letzten Ergebnisse der Pisastudie im naturwissenschaftlichen Bereich zu diskutieren. Vielen Dank, Frau Freitag !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch zum chillen, 22. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Frau Freitag ist Lehrerin an einer deutschen Gesamtschule und nimmt uns ein Schuljahr lang mit in ihren Alltag. Somit beginnt das Buch nach den Sommerferien und endet genau ein Jahr später vor den Sommerferien. In diesem Schuljahr kann man als Leser so einiges lernen: Über arabische Schimpfwörter, Freestyle-Rap, über die Zukunftsvorstellung mancher Jugendlicher (Traumberuf: Bäcker, da verdient man 5000 Netto) und über die Freuden und die Leiden eines Lehrers. Endlich erfährt man (als Nicht-Lehrer und Ex-Schüler) was wirklich im Lehrerzimmer passiert, was Lehrer wirklich über ihre Schüler denken und dass man sich nicht nur eingebildet hat, dass Lehrer ihre Lieblingsschüler haben.

Man merkt, dass Frau Freitag ihren Beruf liebt und ihn trotzdem manchmal auch von Herzen hasst. Man merkt, dass sie ihre Schüler mag und akzeptiert, aber auch, dass diese Schüler sie manchmal beinahe in den Wahnsinn treiben. Für mich als Außenstehende ist das amüsant zu lesen und gleichzeitig auch sehr interessant. Und doch, auch wenn Frau Freitag immer wieder betont, dass ihr Beruf der schönste der Welt sei, bin ich gerade durch dieses Buch sehr froh, keine Lehrerin zu sein - denn lange würde ich das wohl nicht ertragen.

"Chill mal, Frau Freitag" ist eine herrlich witzige, kurzweilige und interessante Beschreibung des heutigen Schulalltags - oder zumindest des Schulalltags einer "Problemschule" wie sie vermutlich nur in deutschen Großstädten zu finden ist. Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapiteln (meistens gerade mal 2 Seiten lang), da es aus Blog-Einträgen entstanden ist. Durch diese kurzen Kapitel lässt sich das Buch gut zwischendurch lesen, ich habe es allerdings mehr oder weniger in einem Stück gelesen, da es wirklich angenehm locker geschrieben und somit leicht zu lesen ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungene Satire über das Tabuthema Integration, 15. Juni 2011
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Ich hatte einer Freundin (mit Migrationshintergrund wie es so unschön heisst) von diesem Buch erzählt. Ihr Kommentar: Ich finde das gemein sich über Schüler lustig zu machen. Guter Einwand. Aber wie ich nach der Lektüre von Frau Freitags Debüt "Chill mal Frau Freitag" sagen kann: unberechtigte Zweifel! Okay, wer gänzlich unempfänglich für Sarkasmus und Ironie ist und es immer politisch korrekt braucht, der könnte sich an einigen Stellen dieses Werkes reiben. Mich hat es hervorragend unterhalten und an eine Bekannte erinnert, die Lehramt studiert und eine ganz ähnliche Art wie Frau Freitag hat: trockener, cooler Humor, ein großes Herz und die Fähigkeit zur Selbstkritik.

Frau Freitag wurde 1968 geboren und unterrichtet an einer (norddeutschen?) Gesamtschule. Neben Kunst und Englisch ist sie auch als Klassenlehrerin für eine schwer erziehbare, extrem anstrengende, lernresistente Klasse von Schülern zuständig, die sich selbst als Ausländer betrachten, obwohl sie in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.

Es gibt immer wieder kluge Gedanken von Frau Freitag (der reale Name der Lehrer wird in diesem Buch nicht genannt) zu den Themen Pädagogik, Bildungspolitik und Sozialstaat. Auch wenn es in erster Linie ein Buch zum Lachen ist, so halte ich es ganz ernsthaft für mindestens so relevant wie Thilo Sarrazins "Aufrüttel"-Knaller. Der provakante Bundesbänker kommt in diesem Buch auch kurz vor, allerdings sagt der Name den Schülern nichts. Er ist eben über 19 und somit eindeutig zu alt, um noch irgendwie relevant für die Schüler zu sein.
Was wäre denn, wenn diejenigen, die Sarrazin so vehement verurteilt, es wirklich und massenhaft in gute Ausbildungen schaffen und einflussreiche Jobs bekommen würden? Dann wäre es doch auch wieder nicht recht, oder? Frau Freitag äußert diesen Gedanken und beweist damit ihren Realitätssinn (der Lehrern von Kritikern ja leider oft angesprochen wird). Frau Freitag steht im Leben. Allerdings schafft sie es trotzdem nicht ihren Schülern nennenswerte Lernerfolge zu bescheren. Den Schülern und Eltern scheint's egal zu sein. Frau Freitag nimmt's mit Humor, um nicht die Alternative Burn-out zu wählen.
Okay, ich merke schon, ich schwallere zu viel. Denn eigentlich ist dieses Buch eben nur teilweise ernst und regt zu spannenden Diskussionen über die Schule an, in der Hauptsache ist es sehr unterhaltsam und lustig!

Ein Spast ist ein kleiner Vogel. Deutschland wurde 1945 von den Ausländern wieder aufgebaut. Ein Bäcker verdient 5000 netto im Monat. Das mal nur als Beispiele für das desaströse Wissen von Frei Freitags Schülern. ;-)
Sehr gelacht habe ich bei Frau Freitags Tagträumen, es denn Schülern mal mit gleichem zu vergelten und mal Mensch zu sein statt Pädagoge. Sich selber mal total danebenbenehmen, immer zu spät zum Unterricht kommen, sich schön zu schminken statt zu lernen und ganz ernsthaft zu fragen, seit wann man den im Unterricht nicht mehr singen, essen, rauchen oder breakdancen darf. Das Buch ist voller lustiger Szenen, ich habe es verschlungen und würde mich freuen wenn es Frau Freitag, trotz ihres Traumjobs Lehrerin, öfter als Kabarettistin versuchen würde.

1 mit Sternchen.

335 Seiten, Softcover, Ullstein 2011
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gechillt und gelacht, 13. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Wenn man Freude an Sarkasmus, Ironie und abstrus-witzigen Gedankenspielchen hat, kann man mit Frau Freitags Alltagsgeschichten aus einer großstädtischen Gesamtschule sehr vergüngliche Stunden verbringen und mitunter brüllend vor Lachen unter dem Sofa liegen (Hässlichkeit! Opferarzt! :-))

Das Buch ist: irgendsowein Zwischending aus realem Lehrerwahnsinn im sozialen Untergrund in Form von Dialogen und glossenhaften Anekdoten, die sich - höchstwahrscheinlich - so oder zumindest glaubhaft ähnlich so zugetragen haben. Das alles mündet immer wieder in den persönlichen Phantastereien und Bekenntnissen von Frau Freitag, die mitunter etwas abwegig, häufig aber wohltuend offenherzig sind.

Das Buch liefert hingegen keine: Anleitungen zur Bewältigung von Schwierigkeiten im pädagogischen Bereich. Frau Freitag zeigt vielmehr, wie es ist, wenn Pädagogik auf ihre unumstößlichen Grenzen trifft. Was tun, wenn kein Konzept der Welt fruchtet? Mit Gelassenheit, Toleranz, Herz, Humor und einem gesunden Anteil Resignation bezüglich des deutschen Bildungssystems wurschtelt sich Frau Freitag so durch.

Fazit: Ein etwas unzusammenhängendes, diffuses aber trotzdem sehr lesenwertes Sammelsurium zynischer Anekdoten, die es wundersamerweise schaffen, Sympathie zu wecken für eine Horde bildungs-, erziehungs- und integrationsresistenter Halbwüchsiger.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deutsche Kartoffeln, türkische Machos, hilflose Lehrer, 16. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Frau Freitags Buch "Chill mal, Frau Freitag" findet sich in den Bestsellerlisten. Und dort habe auch ich es gefunden. Das ist wichtig, denn Frau Freitag und ihre Kollegin Frau Krise betreiben auch ein Blog zum selben Thema, aus dem die Geschichten für dieses Buch übernommen wurden. Von diesem Blog wusste ich nichts, sodass mir gleich die zerstückelte und sprunghafte Erzählweise auffiel. Als Leser fühlte ich mich da nicht gut geführt.
Die Thematik des Buches ist - das ist nicht neu - eine humorvolle Betrachtung der Beziehung Schüler-Lehrer und der alltägliche Wahnsinn in deutschen Klassenzimmern. Da gibt es den Macho Abdul, die renitente Samira (bekopftuchte Punkerin) und viele andere Gestalten. Die Sprüche der Schüler sind lustig zu lesen, die geschilderten Situationen sind realistisch beschrieben und Frau Freitag versucht mittendrin der ruhende Pol zu sein.
Soweit ist das alles in Ordnung. Aber mir drängt sich eine Frage auf, die der Autorin nicht nur hier in den anderen Rezensionen, sondern auch in der gängigen Kritik gestellt wurde: Was genau soll das Buch sein? Der Klappentext und der Verlag wollen es als "Humor" verstanden wissen. Ein reines Witzbuch? Bestimmt nicht. Dafür finde ich die Schilderungen, die stellenweise den Bankrott unseres Bildungssystems beschreiben, zu ernst.
Ist es eine Satire? Ironische Durchbrechung? Dafür schwingt zu viel Überzeugung mit, dass der Job "Lehrer" wirklich "der schönste Beruf von allen" ist. Und dafür bleibt Frau Freitag zu nah an der Wirklichkeit.
Ist es eine Warnung? Will Frau Freitag das Schulsystem überwinden? Bestimmt nicht! Dafür scheint zu sehr auf jeder Seite durch, dass doch irgendwie alles gut ist - oder irgendwie gut werden wird. Noch nicht einmal ein Fünckchen Reform kann man bei Frau Freitag finden. Schade eigentlich. Ich habe große Schwierigkeiten, Frau Freitag wirklich als so naiv und gutmenschlich zu verstehen, dass ihr nicht manchmal die Galle überkocht. (Und nicht nur, weil sie - wie es in einem Kapitel heißt - "mal nicht gut drauf ist")
Dreiviertel des Wegs ist Frau Freitag mit dem Buch gegangen. Noch ein Schritt mehr wäre besser gewesen!

Hinweis: In dieser Rezension geht es um das Buch "Chill mal, Frau Freitag" und wie die Autorin ihr Thema literarisch aufarbeitet. Ich bitte, bei etwaigen Kommentaren dies zu berücksichtigen. Danke.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Echt krass, Alder..., 24. Juni 2011
Von 
M. Scholz "Magni" (Oberfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
"Chill mal, Frau Freitag" ist eine äußerst gelungene Realsatire zum heutigen Schulalltag, die mit viel Galgenhumor, Sarkasmus und einer Prise Zynismus gewürzt ist. Ich habe mich hervorragend amüsiert! Es heißt ja, man soll am Tag mindestens dreimal herzhaft lachen, mit diesem Buch übertrifft man dies spielend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


56 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vallah, voll durchwachsen das Buch, Frau Freitag!, 4. Juli 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
"Chill mal, Frau Freitag" hat mich mit einem durchwachsenen Gefühl zurückgelassen. Einerseits gab es Passagen, die mir wirklich gefallen haben, die lustig waren und pointiert, Passagen mit Herz und Humor. Passagen, in denen sie sich liebevoll mit den Eigenheiten und Charakterzügen ihrer Schüler und mit dem Lehrerdasein auseinandersetzt. Andererseits gab es aber auch Passagen, in denen mir Frau Freitag gehörig auf den Senkel gegangen ist - weil sie sich so heroisch darstellt, dass man sich fragt, ob sie sich morgens im Wonder Woman Kostüm durchs Fenster Zutritt zur Schule verschafft.

Frau Freitag ist Lehrerin an einer Gesamtschule irgendwo in Deutschland. Sie unterrichtet primär Englisch und Kunst. Lehrerin ist sie gerne - wären da nur nicht diese Schüler! Ja, genau da fängt mein Problem an: Frau Freitag verhält sich in vielen Situationen so unmöglich ihren Schülern gegenüber, dass ich nicht vor Begeisterung übersprudeln würde, wäre sie die Lehrerin meiner Kinder. Natürlich: Sie will provozieren, arbeitet in ihren Momentaufnahmen mit Überzeichnungen, aber insgesamt hat man oft das Gefühl, dass sie nicht gerade die fähigste oder kompetenteste Lehrerin ist. Mir ist bewusst, dass ich, als Kleinstadtgymnasiastin, absolut keine Ahnung habe, wie es in Brennpunktschulen zugeht, aber Frau Freitag erscheint mir nicht unbedingt als Lehrerin, die ich dort einsetzen würde, läge diese Entscheidung in meiner Macht.

Man merkt Frau Freitag aber andererseits auch an, dass sie schon an ihren Schülern hängt, dass ihr ihr Job etwas bedeutet - obgleich sie diesen Eindruck oftmals durch flapsige Bemerkungen zunichte macht. Fast so, als würde sie sich dafür schämen, dass sie ein Herz hat und dass ihr ihr Job eigentlich doch Spaß macht und ihr Erfüllung bringt. Vielleicht verfälscht Frau Freitags Hang zur Selbstdarstellung auch einfach nur ihr tatsächliches Auftreten und in Wirklichkeit ist sie ganz anders. (Es wurde ja schon spekuliert, Frau Freitag sei vielleicht gar nicht Lehrerin, was sie selbst aber entschieden dementiert hat.)

Um dem Tonfall des Buches gerecht zu werden, schließe ich meine Rezension mit folgendem Fazit: Vallah, voll durchwachsen das Buch, Frau Freitag! Eine Kaufempfehlung würde ich persönlich nicht aussprechen, aber ihrem Blog hin und wieder einen Besuch abzustatten, lohnt sich definitiv. Beim Blog kann man nämlich auswählen, was man lesen möchte und fühlt sich, anders als beim Buch, nicht dazu verpflichtet, jede Anekdote zu lesen. In kleinen Dosen ist Frau Freitag nämlich ziemlich amüsant, auf über 300 Seiten aber eher überdreht und anstrengend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die "Spasten" pfeifen's von den Dächern..., 25. April 2011
Von 
fantafrau - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
"Ein Spast? Natürlich weiß ich, was ein Spast ist: ein kleiner Vogel." - So zitiert "Frau Freitag" einen ihrer Schüler.

- Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Lehrer-Job nicht heißt: vormittags in der Schule und ein halbes Jahr Ferien. Sondern dass er durchaus - nennen wir es einmal - Herausforderungen mit sich bringt, insbesondere, wenn man an einer Haupt- oder Gesamtschule tätig ist.
"Frau Freitag" erzählt mit einem Augenzwinkern von ihrem Alltag als Lehrerin einer 9. Klasse und nimmt den Leser so mit hinein in die Realität der Schule heutzutage, bzw. wie diese in einer Großstadt aussehen kann. Dabei betont sie immer, dass alle ihre Schüler Deutsche sind und differenziert nicht nach Migrationshintergrund oder Ähnlichem bei Schülerinnen und Schülern, die die "Heimat" ihrer Eltern oder Großeltern allenfalls aus dem Urlaub kennen.
Auch schafft sie es, die Ambivalenzen und das Hin- und Hergerissensein treffend zu beschreiben: Zum einen die Liebe zu den Kindern und die Besonderheit jedes einzelnen Menschen, der da vor ihr sitzt (oder eben nicht vor ihr sitzt, weil er oder sie schwänzt), und gleichzeitig, wie genau diese liebenswerten Menschen sie in den Wahnsinn treiben können und welche Auswirkungen das auch auf die Lehrperson und ihr Privatleben haben kann. Etwas, das wahrscheinlich jeder Lehrer - wenn auch vielleicht nicht in diesen Extremen - kennt. "Frau Freitag" zeigt, dass man in diesem Beruf Engagement und Liebe mitbringen muss und trotzdem dabei Mensch bleibt, der auch einmal an seine Grenzen kommt.

"Realsatire" - die Bezeichnung trifft das Buch in meinen Augen völlig korrekt: Dass etwas durchaus Reales ein wenig satirisch überzogen erzählt wird. Das Buch lebt in seiner Zeit, so könnte ich mir vorstellen, dass es vielleicht in fünf Jahren schon für Einige schwierig nachzuvollziehen sein wird, wer Mehrzad und Menowin, Lena oder Frau Noble sind.
Die kurzen Kapitel und der locker-freche Stil laden dazu ein, das Buch häppchenweise zu lesen, das bietet sich hier geradezu an. Der Stil ist sehr ironisch und ein wenig sarkastisch und sie scheut sich auch nicht, durchaus einmal den Wortschatz der Schüler Wort-wörtlich aufzunehmen. Das liegt vielleicht nicht jedem, aber ich habe das Buch Alles in Allem durchaus mit Vergnügen gelesen, wenngleich oder gerade eben weil es ein ernstes gesellschaftliches Problem beschreibt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Aus dem Alltag einer Lehrerin, 16. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Inhalt:
Frau Freitag ist Lehrerin, und das mit Leib und Seele. Ihre Schule befindet sich in einem Problembezirk, die Schüler weisen größtenteils einen Migrationshintergrund auf und ihre Klasse an sich ist sowieso ziemlich chaotisch und schwer zu bändigen. "Chill mal, Frau Freitag" erzählt also in Auszügen den Alltag eben jener Lehrerin, mit all seinen Vor- und Nachteilen, teilweise fast schon rührenden Momenten ("Frau Freitag, Sie sind heute voll nett!") aber auch Szenen, die so absurd die Unwissenheit der Schüler darstellt, dass es fast schon wieder traurig ist (Ein Bäcker verdient 5000 Euro im Monat).

Meinung:
Ich bin ziemlich neugierig an das Buch heran gegangen und habe mich insgeheim schon auf die vielen lustigen Momente im Schulalltag gefreut. Der Einstieg gelang dann auch sehr schnell. Bereits im ersten Satz wird man in ein Streit-Gespräch zwischen Schüler und Lehrer hineingezogen und freut sich als Leser über diesen rasanten Beginn. Scheint es anfangs noch so, als bestünde das Buch wirklich nur aus einer Aneinanderreihung von Anekdoten, wird im weiteren Verlauf klar, dass es eine Art Zeitrahmen gibt ' von kurz vor den Sommerferien, bis zum Anfang der Sommerferien im darauffolgenden Schuljahr - , welcher das Verhalten der Schüler anhand der Jahreszeiten erklärt und die typischen Merkmale eines Schulalltags deutlich unterstreicht. So wird wahrscheinlich jeder das berühmte 'Rumgammeln' zwischen Zeugniskonferenz und Sommerferien kennen, welches mit sinnlosen Spielen, Wandertagen oder Filme gucken hinter sich gebracht wird. Dieser Zeitrahmen hat mir persönlich sehr gut gefallen, da er dem ganzen Buch eine Art roten Faden gibt und es dadurch strukturierter erscheinen lässt.
Da ein kompletter Schulalltag natürlich sehr langweilig wäre, werden hier nur unterschiedlich lange ausgewählte Situationen sehr anschaulich beschrieben, wobei sich Erfahrungen über das 'gute' und 'schlechte' Benehmen der Schüler die Waage halten. Aufgelockert werden diese Schüler-Szenen durch Anekdoten aus dem Lehrerzimmer oder dem Privatleben von Frau Freitag, was mir besonders gefallen hat, da so alle Bereiches eines Schulalltags beleuchtet wurden.
Frau Freitag selbst macht den Eindruck einer im Grunde sehr verständnisvollen Person, die ihren Beruf als Lehrerin mit allen guten und schlechten Seiten liebt, und dabei auch am Wohlergehen ihrer Schüler interessiert ist. Dabei gibt sie offen zu, dass auch sie nicht immer perfekt vorbereitet in den Unterricht geht und manchmal lieber ausrasten würde, anstatt den Schülern Verständnis entgegen zu bringen. Ihr gesamte Auftritt, vor allem auch durch Aufzeigen ihrer Schwächen, lässt sie für den Leser sehr sympatisch wirken und hält die Neugier an ihrem Alltag aufrecht.
Besonders begeistert hat mich auch die zwar überspitzte, aber dennoch nüchtern wirkende Erzählart der Autorin, die dieses Buch zu einer leichten und unterhaltsamen Lektüre für Zwischendurch machen.
Die Betonung liegt hier auf "Zwischendurch"! Leider häufen sich gegen Ende des Schuljahres und somit auch gegen Ende des Buches die Wiederholungen der anfangs noch lustigen Sachen. So haben wieder Schüler ihr Material vergessen, ihre Allgemeinbildung ist immer noch nicht besser geworden und die Beleidigungen untereinander kennt man nun ja auch schon. Ich empfehle also, das Buch nicht an einem Stück zu lesen, wie ich es leider gemacht habe, sondern immer mal wieder weg zu legen. So bleibt das Lesevergnügen erhalten und kann für kurzweilige Abwechslung im eigenen Alltag sorgen.
Zum Schluss muss ich noch gestehen, dass das Buch doch auch ein wenig zum Nachdenken anregt: sind die heutigen Schüler wirklich so dumm, dass sie nicht wissen, woher die Mauer kommt, und benoten Lehrer ihre Lieblingsschüler wirklich besser, als andere? Ich habe mich als Leser danach gefragt, ob Frau Freitag nicht vielleicht doch ein wenig übertrieben hat. Ist dies nicht der Fall, erscheinen die ganzen lustigen Anektoten und Späße auf einmal gar nicht mehr so witzig.

Fazit:
Insgesamt ist "Chill mal, Frau Freitag" ein lustiges, unterhaltsames Buch für den Weg zur Arbeit oder sonstige Wartezeiten, die geschickt überbrückt werden müssen. Liest man es an einem Stück, wird es gegen Ende leider etwas fad, da sich viele Situationen einfach wiederholen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte nochmal Frau Freitag!, 18. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin (Taschenbuch)
Von der ersten bis zur letzten Seite war ich durchweg begeistert.

Fr. Freitag ist eine engagierte Lehrerin einer Gesamtschule mit dem für sie so fürchterlichen und unverständlichen Zusatz 'mit Migrationshintergrund', denn wer schon in der 3. oder 4. Generation in Deutschland lebt ist schließlich Deutscher (eine Aussage mit der ich mich voll identifizieren kann). Sie schildert ihren Alltag mit den in der 3. Generation in Deutschland lebenden Halbwüchsigen Deutschen, Libanesen, Iranern, Polen und Türken über die Zeitdauer eines Schuljahres. Wenn ich einen Roman über meine Arbeit schreiben dürfte und könnte- ich würde ihn genauso wie diesen schreiben: bissig mit Augenzwinkern, zynisch und mit einem gehörigen Schuss Selbstironie. Ich musste mich fast das gesamte Buch über ermahnen nicht immer laut loszukichern. Es scheint dass die Autorin und ich denselben Humor bevorzugen. Hinter all den lustigen Anekdoten versteckt die Autorin gekonnt kritische Untertöne zum deutschen Schulsystem, Ausländerpolitik und die allgemeine Vernachlässigung der Eltern von Problemkindern. Ansichten die für eine Pädagogin sehr vernünftig sind, und mir deshalb die Protagonistin gleich viel sympathischer machten. Überhaupt deren Bemühen mit den Jugendlichen mitzuziehen, sich auf ihre Art zu denken einzulassen, sei es von der neuesten Frisur bis zur Kosmetik und der Überwindung von Sprachbarrieren durch das Erlernen von türkischen und arabischen Umgangsfloskeln ist streckenweise urkomisch. Gut die erlernten Umgangsfloskeln sind nicht immer gesellschaftsfähig aber der Wille zählt.

Auch mein Haushalt wird von einem wild gewordenen Teenager bevölkert, so dass ich viele der Alltagssituationen die Fr. Freitag dutzendfach jeden Tag hat, nachvollziehen kann und kenne. Erstaunlich ist auch die Tatsache, das selbst Schüler ohne Migrationshintergrund so schlecht deutsch sprechen umso besser kann ich mir die Verzweiflung der Lehrerin vorstellen.

Migration hin oder her ich habe in vielen Anekdoten mich und meine Klassenkameraden wieder entdeckt, auch bei uns gab es die Mädchen, die sich in der ersten Stunde auf Kriegsbemalung verstanden, oder die Jungs die ihren Eltern durch fadenscheinige Bemerkungen Geld aus der Tasche zogen, die Streber , die Klassenclowns , die Zensurenverschweiger, die-immer-auf-den-letzten-Pfiff-Kommer und die Lehrerlieblinge.Hach ,ich habe es genossen dieses Buch zu lesen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 222 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin
Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin von Frau Freitag (Taschenbuch - 11. März 2011)
EUR 9,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen