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171 von 176 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rundum gelungen!
Richard David Precht erzählt von seiner marxistischen Kindheit im westdeutschen Solingen. Die Eltern sind überzeugte Linke, sie adoptieren Waisenkinder aus Vietnam und träumen vom sozialistischen Einheitsstaat. Raumschiff Enterprise und Coca-Cola kommen ihnen nicht ins Haus. Dafür Frederik Vahle, Franz Josef Degenhardt und das GRIPS Theater.
In...
Veröffentlicht am 14. Februar 2006 von lieblingsfarberot

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Stärke des Buches ist zugleich seine Schwäche
Precht schildert seine Kindheit in der Solinger Provinz. Er wurde 1964 geboren, erlebte somit die sagenumwobenen 68er Jahre als Kind und zudem weitab vom Trubel der Weltrevolution in Frankfurt oder Berlin. Seine Eltern engagieren sich über Terres des Hommes für vietnamesische Waisenkinder. Zwei von ihnen werden in die eigene Familie aufgenommen. Politisch stehen...
Vor 21 Monaten von Tom Kadi veröffentlicht


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171 von 176 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rundum gelungen!, 14. Februar 2006
Richard David Precht erzählt von seiner marxistischen Kindheit im westdeutschen Solingen. Die Eltern sind überzeugte Linke, sie adoptieren Waisenkinder aus Vietnam und träumen vom sozialistischen Einheitsstaat. Raumschiff Enterprise und Coca-Cola kommen ihnen nicht ins Haus. Dafür Frederik Vahle, Franz Josef Degenhardt und das GRIPS Theater.
In der Schule ist der Amerikaner der Freund, zu Hause ist er der Klassenfeind. Richard sitzt zwischen den Stühlen, bleibt ein Außenseiter, schwärmt für Dynamo Kiew und die DDR. Das erste Mal wird die Welt seiner Eltern vom Baader-Meinhoff-Terror erschüttert, das zweite Mal vom Mauerfall.
Der Zeitgeist der Siebziger weht durch die Seiten dieses informativen, unterhaltsamen und bewegenden Buches. Der Autor beschönigt nichts, erzählt aus kindlicher Perspektive, in einer anspruchsvollen Sprache und in hübschen Bildern. Ein wunderbarer Roman über ein Stück deutsche Vergangenheit. Absolut lesenswert!
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139 von 144 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie von einem anderen Stern - und doch nebenan., 30. September 2007
Richard David Precht ist im selben Jahr wie ich geboren. Er wuchs in Solingen auf, das nicht weit von Krefeld, meinem Heimatort, entfernt liegt. Und doch scheint es mir, als sei er auf einem anderen Stern aufgewachsen.

Seine Eltern sind stark links orientiert, meine Eltern waren eher konservativ. Natürlich habe ich die meisten Sachen, die er beschreibt, auch mitbekommen, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel. Und genau das hat das Buch für mich außerordentlich interessant gemacht.

Precht beschreibt das Leben in seiner Familie im beschaulichen Solingen. Der Vater arbeitet als Designer, die Mutter kümmert sich um drei eigene Kinder und zwei aus Vietnam adoptierte. Die Eltern gehören zur linken Szene und leben vollkommen anders: Die Kinder wachsen mehr oder weniger frei auf. Sie dürfen sich schmutzig machen, müssen ihre Zimmer nicht aufräumen, etc. Aber: Sie dürfen nichts "konsumieren", was irgendwie kapitalistisch ist (also keine Cola, keine Micky Mouse, nicht mal Astrid Lindgren).

Precht beschreibt dies alles außerordentlich interessant, mal humorvoll, mal nachdenklich. Er beschreibt die politischen Hintergründe so, dass sie nie langweilig werden. Der Vietnamkrieg, Terre des Hommes, die 68er Revolution und auch der Deutsche Herbst (Baader-Meinhoff) werden so erklärt, dass ich alles, was in meinem wohlbehüteten Elternhaus an mir vorüber rauschte, nachleben konnte.

Dieses Buch ist keine leichte Lektüre, ich habe oft innegehalten und nachgedacht. Und gerade deshalb kann ich es nur empfehlen.
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super....und doch bleiben Fragen offen!, 24. September 2008
ich teile die Meinung meiner Vorschreiber in beinahe allen Punkten. Und doch möchte ich zwei Ergänzungen beitragen.

Für mich kommt der Punkt Pubertät ein wenig zu kurz. Precht schreibt hierzu lapidar: ...fand einfach nicht statt. Gerade diese Umstände schreien doch geradezu nach Widerstand gegen die Eltern. Wenn ich mir vorstelle: Alle fahren in das Phantasialand, Brühl und Prechts dürfen nicht mit; gehen stattdessen zum Unterricht in die Paralellklasse. Ich hätte getobt. Er nimmt es einfach hin. Schwer, wirklich sehr schwer nachvollziehbar.

Im Übrigen hat mich das Buch ein wenig traurig zurückgelassen. Es kommt für mich so rüber als wären Prechts Eltern von der Realität schließlich rechts und links überholt worden. Schade für Menschen, die derart engagiert für Ihre Ideale, was immer man davon halten mag, eingetreten sind.

Ich bin zur selben Zeit aufgewachsen und dieses Buch hat mich sehr aufgewühlt. Es wird mich noch eine Weile beschäftigen. Danke!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitgeist und Humor!, 1. Juli 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich hatte zuerst den gleichnamigen Film gesehen und als relativ gleichaltriger Zeitgenosse von Precht kamen viele Erinnerungen an die eigene Vergangenheit dabei zu Tage. Das Buch ist stark autobiographisch, Precht beschreibt sein Erwachsenwerden in einer Familie, die im bürgerlichen Solingen der 60er Jahre lebend, den Versuch untenahm, im Westen eine kleine Enklave des Sozialismus zu etablieren. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Versuch bizarr, wir haben das sozialistische Experiment Osteuropas nach dem 2. Weltkrieg als endgültig gescheitert zu den Akten gelegt.

Precht gelingt es hervorragend, die Position seiner Eltern darzustellen, die einen Gegenpol zur öffentlichen Einheitsmeinung im Westen über gute Amerikaner und böse Russen schaffen wollten. Diese Denkposition führt zu einer unkonventionellen, sehr liberalen Erziehung, die dann aber doch ihre starren Regeln hat (amerikanisch geprägte Unterhaltungssendungen wie Flipper oder Fury waren verboten!).

Herrlich sind Sarkasmus und Ironie des Autors: auf seine Frage hin, warum man als Sozialist nicht in die DDR gehen würde, meinte Mutter Precht, dass der Vater dort als Designer keine Arbeit finden würde, da drüben schon alles so schön und richtig gestaltet sei! Genauso witzig sind Anekdoten aus der Schule, wo der kleine David den in Deutschland hochverehrten John F. Kennedy als "Mörder" heftig kritisiert wegen des Vietnam-Krieges.

Am meisten haben mich die Zitate über Christa Hunscha amüsiert. Diese streitbare Dame schrieb ein Buch über die Darstellung der Wirklichkeit in Kinderbüchern. Dort übte Fr. Hunscha erstaunliche Kritik an Kinderbüchern. Der bei uns als harmlos geltende Räuber Hotzenplotz etwa sei gefährlich, weil er zu ein "dummdreistes Einschwören des Kinderkosmos auf die kapitalistische Warengesellschaft." bewirken würde! Sie kritisierte insbesondere, dass Kinder ihr Leben riskierten für Omas Kaffeemühle.

Diese Anekdoten gepaart mit einem flüssigen Erzählstil und auch der Fähigkeit, über sich selbst zu schmunzeln, machen das Buch zu einem kleinen Juwel. Ich glaube nicht, dass es jedem gefällt, aber für Menschen, die auch gern etwas Gesellschaftskritik üben und ein wenig politisches Interesse haben, ist es wirklich zu empfehlen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine weissen Flecken mehr, 14. Januar 2010
Endlich ist ein Buch erschienen, dass mir die deutsche Geschichte aus der Sicht der intelektuellen Linken zeigt. Das hat zur Folge, dass ich endlich, als Nicht-Deutscher, diese Wahrnehmungs- und Erinnerungslücken auf eine unterhaltsame Weise nähergebracht bekomme.

Das Buch liest sich flott und hie und da kommt auch ein Schmunzeln über das Gesicht. Der Autor schreibt in einem einfachen und leicht lesbaren Stil von der Erinnerung an die Zeit der 60er, die er als Kind erlebt hat. Seine Eltern intellektuelle Linke, keine Mitläufer sondern Macher verwandeln sich, wie die gesamte Linke, von radikalen Veränderern zu stillen Bewahrern.

Ein unterhaltsames Buch und eine interessanter Blick auf die Geschichte - danke auch für die "linken" Recherchen und spannenden Details zum Beispiel zu Herrn von Weizäcker.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ständige Veränderung, 8. Dezember 2008
Precht erinnert sich in diesem interessanten und offen geschriebenen Buch an seine Kindheit und Jugend, an seine Eltern, Geschwister , seine Lehrer und wie man in linken Kreisen so lebte in den siebziger Jahren in der alten BRD. Dieses Jahrzehnt begann hoffnungsvoll und war zunächst geprägt von Aufbruchstimmung, Zukunftsglauben und Zuversicht sowie dem Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit, Versöhnung und Humanität.
Zum Ende des Jahrzehnts war die "vorrevolutionäre Zeit" vorbei, es herrschte Katerstimmung und ein neuer kalter Krieg kündigte sich an. Die Grünen formierten sich und politisch ging es nun um Ökologie und die Friedensfrage.
Später kündigt sich die Globalisierung an und ein gewisser Niedergang ist zu verzeichnen. Anfangs des neuen Jahrhunderts stellt der Autor fest, dass die Straßen seiner Heimatstadt schlechter werden, kein Geld im kommunalen Beutel ist und die Kanalisation an einen US-Konzern verpachtet wird, für die nächsten hundert Jahre.
Heute sind diese "hundert Jahre" quasi schon vorbei, der US-Konzern wird "Heuschrecke" genannt und ist selbst pleite.
Als Erwachsener resümiert Precht, dass die Hoffnungen auf eine fortschrittliche, blühende und sozialistische Republik begraben worden sind. Und "links" zu sein, sei heute das Gefühl, definitiv nicht rechts zu sein. Er würdigt die Bewegung von 68 und stellt fest, dass die Probleme , denen sich diese Bewegung stellte, immer noch präsent sind. So leiden 840 000 000 Menschen in der Welt an Hunger, etwa 6 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben Jahr für Jahr an Unterernährung.
Macht sich darüber heute noch jemand in Deutschland Gedanken ?

Vieleicht, so schreibt der Autor, ist es von Vorteil, dass in Deutschland heute mehr gefragt als vorschnell geantwortet wird.
Andererseits, wer gibt denn die Antworten? Ist noch jemand verantwortlich für die schnelle Abfolge der Krisen?

In diesem Buch werden keine Antworten gegeben. Es ist keine Anleitung zum handeln.
Es regt zum nachdenken an über die Vergänglichkeit oder auch Beständigkeit politischer Bewegungen und Systeme, persönlicher Einstellungen und wie Zeitgeist und Familie uns alle prägen.
Nicht besonders verwundert stelle ich also fest, dass heute wieder ein anderer Wind weht, als vor drei Jahren, als dieses Buch erschien.
Man kann sich also auf eines verlassen: alles ändert sich unaufhörlich.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Stück vom Oberlehrer, 7. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution (Taschenbuch)
Hier beschreibt ein 1964 geborener Autor seine Kindheit und Jugend, die wesentlich bestimmt war durch die provinzielle Enge Solingens, in dem er aufwuchs und die politische Haltung seiner Eltern. Die waren im Geist der damaligen Zeit links eingestellt und bewegten sich zwischen Naturfreunden, Spontis und DKP-Kommunisten, die der Hass auf die den Vietnamkrieg führende Supermacht USA einte.

Prechts Eltern engagierten sich weitgehender als andere und adoptierten zwei vietnamesische Kriegskinder, die wie Geschwister des Autors aufwuchsen. Sie verbannten von Coca-Cola bis Ketchup alles, was einen amerikanischen Schatten trug und wehrten sich auch gegen die »Verdummungsmaschine« Fernseher.

Precht versucht in seinem Buch, die Haltung seiner Eltern zu verstehen und den Kontext zu erklären, in dem sie dachten und handelten. Dabei ist ihm hoch anzurechnen, dass er weder ins große Jammern über ein versunkenes Idyll ausbricht noch die antiautoritären Achtundsechziger als mephistophelische Ausgeburt verdammt, wie es bisweilen modern zu sein scheint. Er müht sich aufrichtig, Antworten auf Fragen zu finden, die mit seiner eigenen Entwicklung zu tun haben.

Dieses Bemühen scheitert allerdings daran, dass er aus der Perspektive desjenigen berichtet, der sich die meisten Zusammenhänge erst im Nachhinein aus Büchern erarbeitet hat. Besser wäre sicherlich gewesen, er hätte sich auf sein Erinnern beschränkt und den Oberlehrer weggelassen. Und an dem ständigen Hin und Her zwischen den Polen krankt der gesamte Bericht, von dem nie ganz klar wird, ob es sich um eine Autobiographie, einen Hintergrundbericht oder ein Feuilleton handelt. Gänzlich hilflos wirkt der Autor, wenn er in der Jetztzeit landet, und sich wie ein Schneekönig freut, wenn ihn ein Typ wie Guido Westerwelle in burschikoser Freundschaft »Junge« nennt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erwartungsgemäß, 27. Februar 2011
richard david precht vermittelt mir eindrucksvoll die erwarteten konsequenzen "linker/alternativer" lebensweise und deren auswirkungen - im guten wie im schlechten.
vielem kann man positives abgewinnen, in der offenen schreibweise prechts lassen sich allerdings auch die negativen auswirkungen und empfindungen nachvollziehen.
die schreibweise precht's fand ich wie von ihm gewohnt locker, einfach, sensibel und doch immer gut durchdacht.
eine erarbeitung im sinne eines spannungsbogens war bedingt durch das thema nicht notwendig, es blieb immer flüssig lesbar und viele weltpolitische dinge wurde genügend und anschaulich erklärt- precht hat auch an leser gedacht jüngerer jahrgänge,welche numal nicht jeden zusammenhang kennen können.
ein buch welches ich an einem tag durchgelesen habe und sicher noch oft in die hand nehmen und auch weiterempfehlen werde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick auf eine völlig andere Jugend, 22. September 2010
Von 
Floetelei (Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Da Lenin in Lüdenscheid hängenblieb, kam er natürlich auch nicht nach Süddeutschland. Ich gehöre also auch eher der Generation Golf an. Tja, aber die eigene Sozialisation hängt aber doch wohl untrennbar mit der Lebensweise der Eltern zusammen. Das macht Prechts Buch klar, das die "Berliner Morgenpost" als das "revolutionäre Gegenstück" zu eben der Generation Golf beschreibt. Prechts Eltern sind Kommunisten, lehnen amerikanische TV-Serien sowie jeglichen anderen Konsumterror ab und adoptieren zwei vietnamesische Waisen. Damit gehören sie natürlich nicht dem Mainstream an. Die meisten anderen Eltern in der Provinz hingegen hörten nun mal Roy Black und Heintje und hielten "Flipper", "Bonanza" und Co. für gute Unterhaltung und nicht für Teufelszeug. Hat's dem Nachwuchs geschadet? Nicht unbedingt, denn oft tendiert man ja eh dazu, sich von den "Alten" abzugrenzen. Am Ende seines Buches schildert Precht auch den Fall einer linken Familie aus dem Bekanntenkreis, deren 15-jähriger Sohn in die rechte Szene abdriftet und sich an dem mörderischen Brandanschlag von Solingen beteiligt.
Aha, musste ja so kommen, werden manche schadenfroh sagen, die vielleicht 68er-geschädigt sind oder schon immer stramm konvervativ waren. Das ist aber Unsinn. So kann's kommen, muss es aber nicht. Precht beeindruckt vielmehr dadurch, dass er nicht ständig urteilt oder gar indoktriniert, sondern einfach beschreibt, seine Jugend, seine Gedanken und Gefühle als Heranwachsender und seine Umgebung und wie sie sich entwickelt hat. Dazu gehören auch die Biografien etlicher Leute, die erstaunliche Brüche aufweisen, die etwa von ganz links so ziemlich in die Mitte der Gesellschaft gewandert sind wie etwa diverse Politiker, etwa Antje Vollmer oder Ulla Schmidt.
Ja, ich bin völlig anders aufgewachsen, aber gerade auch deshalb ist der Blick auf eine völlig andere Jugend so spannend, vor allem, wenn sie von einem Talent wie Precht geschildert wird. Ich geb's zu: Ich habe das Buch vor allem deshalb gelesen, weil mir sein Werk "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" so gut gefallen hat. - Ich hab's nicht bereut.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wurzeln der Alternativ-Szene, 2. Juni 2011
Ich bin zwar erts Mitte der 70er geboren, bin aber, meiner Mutter sei Dank, in der "linken Szene" aufgewachsen.

Das Buch lässt viele Erinnerungen wach werden und zeigt den Weg den die alternative Szene gegangen ist sehr schön auf.
Ein Buch für alle, die die Wurzel des heutigen "Alternativ-Seins" ergründen wollen.

Absolute Kaufempfehlung.
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Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution
Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution von Richard David Precht (Taschenbuch - 15. April 2011)
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