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255 von 265 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unbedingt weitergeben - mit Anmerkungen
Ein Buch, aus dem sich großer Nutzen ziehen läßt, wenn man folgendes beachtet:

1. Den "Amerikaner" einfach reden lassen. Soll heißen: Ferriss in eben den Punkten nicht allzu ernst nehmen, in denen die amerikanische Mentalität die Oberhand gewinnt. Das sind Textstellen, an denen ein Bewohner Old Europe's sich gezwungen sieht, alle...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2009 von Gründgens

versus
532 von 561 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lebe deine Träume
Das Buch "Die 4-Stunden Woche" von Tim Ferriss ist eine interessante Mischung aus

* (teils fernöstlichen) philosophischen Erkenntnissen über Leben und Glück
* Extrakten modernen Zeitmanagements mit angewandter Prozessoptimierung und Indien-Integration
* Anleitung für ein Internet-Start-Up mit geringstem Aufwand und
*...
Veröffentlicht am 24. August 2008 von O. Teichmann


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255 von 265 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unbedingt weitergeben - mit Anmerkungen, 13. Dezember 2009
Ein Buch, aus dem sich großer Nutzen ziehen läßt, wenn man folgendes beachtet:

1. Den "Amerikaner" einfach reden lassen. Soll heißen: Ferriss in eben den Punkten nicht allzu ernst nehmen, in denen die amerikanische Mentalität die Oberhand gewinnt. Das sind Textstellen, an denen ein Bewohner Old Europe's sich gezwungen sieht, alle Hühneraugen zuzudrücken, um nicht aufzuschreien. Es sind nicht viele, aber ein paar. Die muß man tapfer ignorieren können, die tun dem Buch an sich jedoch keinen Abbruch.

2. Ferriss hält Fernreisen für eine allein seligmachende Freizeitaktivität. Man sollte da ganz einfach eigene Ziele einsetzen und Ferriss'' Fernreisen-Wahn ignorieren.

3. Das Buch ist ganz klar ein Gewinn für Selbständige; der konkrete Nutzen für Angestellte wirkt etwas konstruiert.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß die deutsche Version des Buches eine tatsächliche deutsche Version ist. Alle Hinweise (Links, Adressen und und und) sind entsprechend "eingedeutscht".

Ich habe das Buch inzwischen mehrfach verschenkt - die Beschenkten waren durchwegs begeistert. Ich habe das Buch allerdings noch nie ohne die oben gemachten Anmerkungen weitergegeben. Und würde das auch nicht tun.
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480 von 500 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der "Arbeitnehmer" als Auslaufmodell, 28. März 2008
Tim Ferriss' Buch ist schwer verdaulich: weil die meisten Menschen nicht hoffen können, als Arbeitnehmer den größten Teil ihrer Arbeitszeit auf wirklich erfüllende Aufgaben zu verwenden, sollte man die Zeit fürs reine Geldverdienen auf das nötigste beschränken - daher der Buchtitel. De gewonnenen Freiheiten kann man dann in etwas investieren, was einen wirklich begeistert.

Anders als viele denken geht es also nicht darum, 4 Stunden / Woche zu arbeiten und dann am Stand zu liegen. Im Gegenteil: was man mit seiner Freiheit/Freizeit anfangen will, das herauszufinden und umzusetzen kann wesentlich anstrengender werden als ein Routinejob.

Tim Ferriss schlägt 4 Phasen vor, mit dem Merkwort DEAL:

*D*efinition: finde heraus, was Du (nicht) willst, was Du befürchtest und mit welchen Ängsten Du notfalls leben kannst

*E*limination: eliminiere beim reinen Geldverdienen alle Zeit- und Produktivitätsfresser, sonst kannst Du Deine reine Arbeitszeit nie vernünftig minimieren

*A*utomatisierung: konzentriere Dich auf Deine Stärken und lasse andere das machen, was Zeit kostet und worin Du selbst nicht gut bist und auch nicht gut sein willst; koordiniere alles so, dass Du es möglichst unabhängig von zeit und Ort managen kannst (Outsourcing ist nicht nur für Unternehmen gedacht)

*L*iberation: Nutze Deine neuen Freiheiten, finde preiswerte Möglichkeiten, neue Orte auf der Welt kennen zu lernen und investiere Zeit in die Dinge, die Dich wirklich begeistern; tu Gutes.

Das Buch ist nicht wirklich als Konsumgut oder Zwischendurch-Lektüre gedacht, denn Ferriss fordert seine Leser. Wer gute Geschäftsideen (Goldesel) oder ein Lobpreis des reinen Nichtstuns erwartet, wird sicher enttäuscht. Alle anderen werden anfangen, über das Arbeitnehmerdasein nachzudenken. Nicht nur über oft sinn-lose Arbeit, sondern auch über scheinbare Sicherheiten, die sich mehr und mehr in Luft auflösen.

Schönes Plus der deutschen Ausgabe, verglichen mit der englischen (habe beide gelesen): alle Online-Links (und es gibt viele!) wurden durchgesehen und wo immer möglich mit deutschen Äquivalenten ersetzt.
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94 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben in die eigenen Hände nehmen: Leidenschaftliches Plädoyer gegen die Fremdbestimmung, 31. Juli 2008
Von 
Peter Horn (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Manche Leser werden dies Buch nicht verstehen, denn sie sind der festen Überzeugung, daß der Mensch dazu geschaffen ist, zwecks Vermehrung des Profits Dritter (einschließlich eines ineffizienten Staates) seine Lebenszeit in einer mit netten Accessoires dekorierten Tretmühle aufzubrauchen. Das Leben wird auf zwei oder drei Wochen Urlaub reduziert und ansonsten auf den Ruhestand verschoben, den viele dann gar nicht erst erleben.

Wie ein jeder sich sein Leben gestaltet, muß er selbst entscheiden. Aber damit sind viele bereits überfordert.

Daß sie eine Entscheidungsfreiheit haben, ist vielen Menschen nicht mehr bewußt. Sie sind ihren eigenen Wünschen entfremdet, ihre Vitalität erstickt. Freiheit bedeutet, das zu tun, was für einen wesentlich ist. Das Leben selbst, das Entdecken der Welt und der eigenen Möglichkeiten und Grenzen: Weg und Ziel zugleich.

Geld ist eine Resource, die zur Freiheit verhelfen kann - oder die Sklaverei mit anderen Mitteln fortzusetzen. Für kluge Menschen ist Geld wie Benzin: ohne Treibstoff bleibt das Auto stehen. Ist es ein gutes Gefühl, im Auto zu sitzen und sich von anderen abschleppen zu lassen? - Ich finde nicht. Es muß nicht viel Geld sein, aber immer ein wenig mehr als genug.

Wenn man seine Bedürfnisse so weit reduziert, daß man überhaupt kein Geld braucht, kann man ins Kloster gehen als Mönch oder Nonne. Warum nicht, wenn man das will?

Wer auf das Materielle nicht verzichten kann, geht arbeiten, weil das die meisten anderen auch tun; hinterfragt wird das von der überwiegenden Mehrheit nicht. Und man arbeitet meist für andere, vor allem aber gegen sich selbst. Diese anderen arbeiten selbst genauso viel oder noch mehr, benutzen das verdiente Geld aber nicht zur Vermehrung ihrer Freiheit, sondern für ein erhöhtes Konsumniveau - bei den sogenannten Reichen sind die Gimmicks bloß teurer, nicht nützlicher. Der Drang gesunder Menschen nach Freiheit und Selbstverwirklichung wird kanalisiert und auf die Mühlen des verdummenden Konsums umgelenkt.

Es mag paradox klingen, aber ich bin zutiefst davon überzeugt, daß diese Welt ein besserer Ort für alle wäre, wenn möglichst viele Menschen einfach nur das tun würden, was sie WIRKLICH wollen, nicht, was ihnen eingeredet wird. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, das herauszufinden, und daher ist selbstbestimmtes Leben die seltene Ausnahme, denn selbständiges Denken wird in unserem System (mit institutionalisierter Bildung und Medien, die nur dem Profit und der Ablenkung vom Wesentlichen dienen) nicht gefördert, sondern gezielt verhindert.

Die Prioritäten des Lebens für sich selbst zurechtzurücken, seinen eigenen Weg zu finden, dazu ermutigt dies Buch. Wer zu feige oder fantasielos dazu ist, soll und wird es lassen und weitermalochen. Den anderen kann dies unkonventionelle Buch manche Anregung geben, auch wenn die vorgestellten Konzepte nicht für jeden und von jedem umsetzbar sind.
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532 von 561 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lebe deine Träume, 24. August 2008
Das Buch "Die 4-Stunden Woche" von Tim Ferriss ist eine interessante Mischung aus

* (teils fernöstlichen) philosophischen Erkenntnissen über Leben und Glück
* Extrakten modernen Zeitmanagements mit angewandter Prozessoptimierung und Indien-Integration
* Anleitung für ein Internet-Start-Up mit geringstem Aufwand und
* eine gute Portion augenzwinkernder "Smartheit" vermengt mit gesundem Menschenverstand.

Klingt etwas verrückt? Ist es zunächst auch, aber nichts anderes suggeriert ja auch der Titel. Von einer 4-Stunden-Woche dürften die meisten durchschnittlichen Arbeitnehmer und auch Unternehmer so weit entfernt sein wie Tim Ferris von einem 9-to-5-worker.

Ferriss ist 1977 geboren, Self-made-Unternehmer, Weltenbummler und Bestseller-Autor. Der Klappentext sagt zu Ferris Initiation: "Während er fünfzehn Monate durch die Welt reiste merkte er, dass er seine Firma nebenbei in 4 Wochenstunden führen kann. Die gewonnene Zeit nutzte er u.a., um in Berlin Deutsch zu lernen und in Argentinien bis zur Guinness-Buch-Reife Tango zu trainieren." Außerdem erfährt man im Buch, dass Ferriss diverse Kampfsportarten beherrscht, boxt, Motorradrennen fährt und in Mini-Auszeiten die Welt bereist und dabei Sprachen und alles mögliche andere lernt. Eins wird recht schnell klar: Ein Durchschnittstyp, der gern auf dem Sofa liegt und ein Buch liest, ist das bestimmt nicht. Eher jemand, der sein Leben schon immer aktiv selbst in die Hand genommen und dabei einige wichtige Erfahrungen gesammelt hat.

Im Buch wird erklärt, wie man sich in den Schritten
D efinition
E liminieren
A utomation
L Liberation
aus dem Joch eines in einem Job festgezurrten, unbeweglichen und langweiligen Leben befreit. Wer will schon jahrelang unzufrieden und unglücklich buckeln, um dann in der Rente festzustellen, dass er entweder zu wenig Geld oder gar keine Lust mehr hat, sein Leben zu genießen? Und wer unternimmt WIRKLICH etwas dagegen, anstatt nur darüber zu jammern oder es schweigend hinzunehmen, dass es ja nun mal irgendwie so sein muss?

Darum geht es Ferriss - es gibt nur dieses eine Leben, und es ist einfach zu schade, es für etwas zu opfern, das man eigentlich gar nicht machen will. Es gibt so viele andere schöne Dinge im Leben, man muss sich nur trauen, seine Träume überhaupt wieder zuzulassen und aus dem Traum mit einer konkreten Vorgehensweise Realität zu machen. Und das ist die zweite wichtige Botschaft des Buches: Yes you can. Dafür hat Ferriss sich wirklich bemüht, nicht nur auf einer abstrakt philosophischen Ebene eines Standard-Motivationsbuches zu predigen, sondern konkrete Vorgehens-Ideen (natürlich anhand seiner eigenen noch gar nicht so langen Lebensgeschichte) zu liefern.

Es steht viel Richtiges in diesem Buch: Sein Leben muss man selbst in die Hand nehmen, und der richtige Zeitpunkt dafür ist jetzt. Es gibt nichts Gutes außer man tut es. E-Mails, Meetings, Telefonate sind häufig überflüssige Zeitfresser. Produktivität lässt sich mit einem konsequent eingesetzen Pareto-Prinzip um Größenordnungen erhöhen (z. B. konzentriere dich auf die 20% Kunden die 80% deines Umsatzes machen). Nach dem Parkinson-Gesetz dauert das Projekt immer exakt so lange wie Zeit dafür ist. Die wirklich wichtigen Dinge sind selten bequem, also raus aus der Komfortzone. Was ist das Schlimmste was Ihnen passieren könnte. Wenden Sie Sandwich-Kritik an. Und so weiter. Das ist alles nichts bahnbrechend Neues - Tim Ferris hat es nach 15-Stunden-Tagen als Unternehmer und einem Nervenzusammenbruch aber für sich in der Praxis entdeckt.

Es sind auch interessante Ideen dabei, die sich nach mehrmaligem Nachdenken durchaus als nützlich erweisen können. Die Idee, einen persönlichen Assistenten in Indien anzuheuern, an den man für 10 Dollar die Stunde unangenehme Arbeiten delegiert, könnte eine davon sein. Die recht radikalen Ansichten zur "Informationsdiät" könnten eine Rettung für alle sein, die in E-Mails, Telefonaten und Meetings ertrinken und dabei eigentlich gar nichts mehr schaffen.

Für alle, die das Gefühl haben, in ihrem Bürojob langfristig absterben zu müssen und eigentlich viel lieber in den Alpen Fallschirm springen, einen Weltrekord im Bäumesägen in der Schweiz erringen oder in China ein gemeinnütziges Unternehmen gegen Umweltverschmutzung gründen wollen, ist dieses Buch eine Bereicherung und vielleicht auch der Anstoß, endlich den Sprung zu wagen.

Der für mich größte Kritikpunkt an dem Buch sind die Annahmen, die im stillschweigend getroffen werden:

* Jeder sollte Unternehmer werden und sein Unternehmen so gestalten, dass es automatisch mit geringstem Aufwand Geld abwirft, mit dem man sich dann seine Lebensträume finanziert.
* Die meisten hassen ihre Bürojobs, eigentlich wollen sie viel lieber Weltreisen machen, Skifahren in den Anden, in Japan Bus fahren etc., aber trauen sich.

Beide Annahmen passen sehr gut auf Menschen "seines Schlages", aber die Welt besteht nicht nur aus abenteuerlustigen Unternehmern à la Ferriss. Meine Befürchtung wäre, dass keiner mein Buch "Wie ich unbedingt Neureicher Weltenbummler werden wollte aber irgendwie nicht so cool wie Tim Ferris war" lesen möchte, von dem ich dann meinen Lebensunterhalt finanzieren müsste ;-)

Im Ernst: Ferris ist meiner Ansicht nach ein ESTP (MBTI Kenner wissen was ich meine, die anderen verweise ich auf das Buch "Please understand me"). Im Kern also ein SP, ein Jäger, einer der ständig neue Herausforderungen sucht, der nicht Ruhe gibt und mit seiner enormen Energie und Umsetzungsdrang die für ihn wichtigen Dinge umsetzt.

Ich bin eher skeptisch, wenn jemand mit einer "Glücksformel" daher kommt. In den USA sind Bücher der Art "In 100 Tagen Millionär" der Renner, vermutlich kommt jeden Monat ein solches Buch auf den Markt. Das zeigt zumindest, dass die Menschen nach Konzepten zur Verwirklichung ihrer Träume suchen, wenn auch die wenigsten die Ratschläge wirklich umsetzen werden (können). Dass das Buch "4-Stunden-Woche" heißt, verdeutlicht aber, dass Ferriss einen etwas anderen Weg geht: Du brauchst keine Million, du brauchst nur soviel Geld um deine Träume zu leben - und die erstaunlicherweise manchmal deutlich billiger als eine Mietwohnung.

Trotz aller Kritik hat das Buch daher auch seine Berechtigung: Wer nicht nur für eine empfundene Tretmühle leben möchte (als Arbeitnehmer oder Unternehmer) und sich vorstellen kann, dafür mit seinen gewohnten Denkweisen zu brechen, findet im Buch konkrete Ansätze für eine "Flucht". Ferriss ist den Weg gegangen und hat dabei etwas über Bord geworfen, was die meisten seiner Leser davon abhalten wird, sein Leben einfach nachzuleben: Die Angst zu scheitern.
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245 von 266 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viele Tipps in Deutschland nicht umsetzbar und mit meinen Werten nicht vereinbar, 23. Januar 2010
Gerade habe ich das Buch "Die 4-Stunden-Woche" zuende gelesen und bin zwiegespalten. Einerseits finde ich einige seiner Ansätze für mich brauchbar und werde einiges davon mitnehmen - diese Ansätze sind aber nicht neu, es gab und gibt sie in einem Haufen Bücher. Nichts desto trotz bleiben sie natürlich wahr:
Wieviel brauchst Du wirklich, um glücklich zu sein?
Mehr Geld heißt noch nicht mehr Glück.
Wahre Freiheit heißt auch, sich aus seinen selbstgestrickten oder sogar nur erdachten Abhängigkeiten zu befreien. Welche Deiner Abhängigkeiten sind selbstgemacht und von welchen kannst Du Dich ohne größere Einbußen befreien?

Aaaber - die Lösung, die Ferriss vorschlägt entspricht in keinster Weise meinen Werten oder Zielen.

Zunächst einmal soll man sein Arbeitsleben wirklich kondensieren - was brauche ich, um meine Arbeit wirklich gut zu machen: Konzentration. Also: kein Fernsehen, keine Zeitungen, so wenig emails, Meetings und Telefonate wie möglich. So weit so gut. Würde mir keinen Spaß machen, aber seine Arbeitsweise auf den Prüfstand zu stellen, finde ich soweit erstmal in Ordnung.

Als zweiten Schritt soll man sein Leben durchforsten und alles an persönliche Assistenten und Dienstleister abgeben, was diese schneller und günstiger als man selbst lösen können. In Ferriss' Fall bedeutet das Outsourcen zu Assistenten in Callcentern nach Indien - da nun leider weder deutsche Ämter noch Websites noch Zeitungsartikel noch irgendwas in Englisch funktionieren, ist diese Idee für deutsche Leser schlicht unbrauchbr. Nimmt man nun aber (wie im Buch geraten) deutsche Assistenten reduziert sich die Anzahl der outsourcebaren Tätigkeiten extrem, da man dann schlicht auch deutsche Löhne zahlen muss. Obwohl ich so schlecht nicht verdiene, würde sich eine Büroassistenz oder ein privater Assistent, der mir Tische reserviert und Tickets bucht in keinester Weise lohnen.

Seinen Hauptpunkt finde ich hingegen weder nachahmenswert noch sozial in irgendeiner Art verantwortungsvoll - deswegen gibt es von mir auch nur einen einzigen Punkt: Suche Dir ein Produkt, dass man möglichst billig in Asien produzieren lassen kann und vertreibe es hochautomatisiert möglichst pe Yahoo-Online-Shop in deinem eigenen Land. Da ich von der Verlagerung möglichst vieler Wertschöpfungsschritte nach Asien und damit einer selbstkreierten Abhängigkeit ganzer Volkswirtschaften Europas und Amerikas sehr wenig halte, werde ich das mit Sicherheit nicht unterstützen. Natürlich appeliert Ferriss' an das Verantwortungsbewußtsein der Menschen für ihr eigenes Leben - nimm Dein Schicksal in die Hand, ruft er uns zu. Soweit ginge ich mit, schlicht unreflektiert und unzufrieden die Zeit bis zur Rente in der Arbeit absitzen, kann keine Lösung sein.
Ferriss' Modell aber leider auch nicht - scheffele Geld, indem Du Produkte mit extrem hoher Marge vertickst und lebe dabei gleichzeitig möglichst in Ländern, die Du schon immer kennenlernen wolltest und in denen Dein Lebensstandard deutlich günstiger zu haben ist.

Sollten auch nur 50% der Leser seine Ratschläge komplett befolgen, haben wir bald eine noch größere Schwemme an unnützen Online-Shops mit asiatischen Produkten, deren Idee, Unternehmensgründung und Verwaltung durch indische Assistenten abgewickelt wird. Die Menschen, an die die Marge letztlich fließt, sitzen währenddessen in (möglichst Entwicklungs-) Ländern und lassen die Beine baumeln. Eine Vision der Welt wie diese jagt mir einen Schauer über den Rücken.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Raus aus dem Hamsterrad, 11. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Taschenbuch)
Wollen Sie nur noch 4 Stunden die Woche arbeiten? Wenn die Antwort lautet: "Ja, aber ..." - dann lesen Sie dieses Buch! Denn die größte Hürde zu einem selbstbestimmten Leben ist nicht Ihr Arbeitsgeber - sondern befindet sich in Ihrem Kopf! In vier Schritten erklärt Timothy Ferriss anschaulich, wie die Flucht aus dem Hamsterrad gelingt. Das Zauberwort heißt DEAL: D wie Definition, E wie Eliminieren, A wie Automation und L wie Liberation (dt. Befreiung). Aber seien Sie gewarnt: Sie könnten am Ende gar nicht mehr wissen, wohin mit all der freien Zeit!

Manche Denkansätze sind zunächst unerhört: Einen persönlichen Assistenten in Indien anheuern, der sich für fünf Dollar die Stunde um den ganzen nervigen Kleinkram kümmert? Um die Welt reisen und dabei einen Berg Lebenshaltungskosten einsparen? Home Office von China aus? Die Inhalte des Buches an sich sind nicht neu. Aber die Radikalität in der Umsetzung ist neu. Von E-Mails nur zu bestimmten Uhrzeiten checken hat bestimmt jeder schon gehört. Doch warum nicht nur einmal die Woche? Mit vielen Beispielen anderer "Neuer Reicher" wie er selbst erläutert Timothy Ferriss, wo und wie sich Zeit gewinnen lässt und trotzdem weiterhin regelmäßig Geld auf das Konto fließt.

So, und nun den Werbemodus aus. Fakt ist: Wer wirklich nur noch 4 Stunden die Woche arbeiten will, wird nicht umhin kommen, wie von Timothy Ferriss bevorzugt, ein sich selbst managendes Internetunternehmen aufzuziehen. Nichtsdestotrotz sind zahlreiche Ansätze wie die zum Thema Home Office auch für den normalen Arbeitsnehmer nützlich. Viele seiner vorgestellten Ideen sind schon aus ähnlich gelagerten Büchern bekannt, aber durch seine Beispiele und Anleitungen wesentlich weniger abstrakt. Besonders toll sind am Ende der Kapitel die "F & A: Fragen und Aktionen", die einfach mal nur Fragen zum Nachdenken stellen, aber des Öfteren auch dem Leser die durch dem Kopf schießenden Fragen beantworten und konkrete Handlungsanweisungen geben, damit man die Theorie in die Praxis umsetzen kann. Unterstützt wird das Ganze vor allem im Bereich Gründung eines Internetversandhandels durch die wirklich zahlreichen hilfreichen Links, welche erfreulicherweise wo es ging mit deutschen Äquivalenten ersetzt wurden. Natürlich empfiehlt es sich hier noch eingehender schlau zu machen, aber die grundsätzlichen Ideen zum Aufbau eines Internetversandhandels sind wirklich clever. Aber am besten gefielen mir am Buch die generellen Denkanstöße. Muss unser Leben wirklich so sein, wie es jetzt ist?

Besonders eindrucksvoll fand ich die Fabel vom amerikanischen Geschäftsmann, der in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf auf Anordnung seines Arztes Ferien macht. An der Mole trifft er einen Fischer und fragt ihn, warum er nicht länger draußen bleibt. Der erklärt ihm, dass er genug gefangen hat um seine Familie zu ernähren. Der Amerikaner fragt den Fischer, was er den ganzen Tag macht. Der antwortet, dass er lange schläft, paar Fische fängt, mit seinen Kindern spielt, mit seiner Frau Siesta macht und abends ins Dorf geht, wo er sich mit seinen Freunden trifft und Wein trinkt. Da lacht der Amerikaner und erklärt ihn, wie der Fischer ein ganzes Imperium aufbauen könnte. Der Fischer fragt immer weiter nach und am Ende erklärt der Amerikaner triumphierend, dass der Fischer am Ende sein Imperium verkaufen kann um dann lange zu schlafen, paar Fischen zu fangen, mit seinen Kinder zu spielen, mit seiner Frau Siesta zu machen und abends die Freunde im Dorf zu treffen ...

Natürlich ist dieses Buch nicht für jeden geeignet und für Selbstständige und Büroarbeiter wesentlich leichter umzusetzen. Außerdem würde wohl nicht jeder ständig durch die Weltgeschichte reisen wollen, nur weil es ihm möglich ist, wie Timothy Ferriss den Eindruck erweckt. Aber das muss der Leser ja auch nicht, er könnte in seiner neu gewonnenen freien Zeit auch einfach zuhause bleiben oder sich in einer Wohltätigkeitsorganisation engagieren. Und eine Idee für einen Internetversandhandel muss man natürlich auch erst einmal haben, die kommt in aller Regel nicht über Nacht. Überhaupt ist Timothy Ferriss in vielen ein typischer Amerikaner und stellt das Unterhaltsame über die praktischen Aspekte. Wenn der Leser aber bereit ist, aus seiner Komfortzone der Schicksalsergebenheit zu kommen und sein Leben als form- und steuerbar begreift, dann hat das Buch schon sein Ziel erreicht. Mir hat es geholfen mir darüber klar zu werden, was ich im Leben wirklich erreichen will. Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen: Lebe deine Träume - jetzt!

4,5 Sterne
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hochstapler, 12. Oktober 2013
Von 
Leider ist Herr Ferris nicht glaubwürdig. Das ist das große Problem. Jeder vernünftige Mensch stutzt natürlich bei seinen Beschreibungen, wie einfach es doch sei, mit den langweiligsten Produkten (in Beispielen nennt er etwa eine "Yoga für Kletterer DVD" oder gestreifte Hemden aus Frankreich)einen florierenden Onlineshop aufzuziehen, der mehrere tausend Euro monatlich an Reingewinn abwirft. Wer bereits einen solchen sein eigen nennt, bekommt sicher gute Anregungen, sein Leben zu vereinfachen, aber ansonsten ist das ziemlicher Käse. Die Angaben zu seinem eigenen Einkommen durch seinen Onlineversand variieren im Laufe des Buches kräftig und liegen mal bei 40.000 Dollar und mal bei 70.000 Dollar pro Monat. Wenn ich so ein Unternehmen habe, dann stelle ich einen Geschäftsführer ein, gebe ihm 100.000 pro Jahr und hab auch meine Ruhe. Schwupps! Habe ich die 0 Stunden Woche erfunden. Kann man nur leider kein lukratives Buch drüber schreiben... Mist! Zum Ende des Buches wird es dann leider immer unrealistischer, gerade wenn es darum geht, auch Angstellten uneingeschränkte Reisefreiheit durch Heimarbeitsabkommen zu gewährleisten. Das ist jenseits jeder Realität. Und spätestens als Herr Ferris behauptet, man könne am Prenzlauer Berg in Berlin ein Arpartment von "enormen Ausmaßen"(sic!) inkl. Strom und Telefon (und wohl auch möbliert) für 300 Dollar(nicht Euro!) im Monat mieten, spätestens da huschte mir ein müdes Lächeln über's Gesicht. Mehrfach behauptet er im Buch auch, er könne deutsch. Eine schnelle Recherche bei Youtube beweist das Gegenteil. Eine kurze Werbeansprache für sein Buch ist auf deutsch zu finden, und diese klingt extrem mies nach phonetischem Auswendiglernen, inkl. falscher Betonung etc. Die Kommentarfunktion ist für dieses Video wenig überraschend ausgeschaltet. Es existieren aber (min.) 2 weitere Videos, in denen er deutschen Herren mit grausamem deutschen Akzent in Deutschland Interviews gibt, natürlich komplett auf Englisch. Warum? Weil er in Wirklichkeit gar nicht richtig gut deutsch kann. In Wirklichkeit kann man auch nicht mal eben einen lukrativen Onlineshop eröffnen oder mal eben nur noch von zu Hause aus arbeiten und seine Arbeit dann auf einmal locker in wenigen Stunden pro Woche schaffen. Natürlich nicht. Trotzdem 2 Sterne von mir, da das Buch durchaus dazu animiert, sein Leben mehr zu genießen und der Freizeit mehr Priorität einzuräumen. Außerdem ein großes Lob für die Übersetzung, die auch die diversen Hinweise auf Homepages, Reisewarungen etc. perfekt für den deutschen Markt angepasst hat, Hut ab!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen positiv überrascht, 24. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Taschenbuch)
Dieses Buch ist nicht schlecht, jedoch nicht unbedingt zielführend für das genannte Ziel. Wie viele Leser bereits bemerkt haben ist es nicht für jeden umsetzbar, jedoch halte ich es selbst, auch für diese Leute lesenswert, da es auch so ein paar Tipps gibt, die man sich zu herzen nehmen kann.

Genauer gesagt bedeutet dies für mich:
Ich würde behaupten, dass es nicht für jeden umsetzbar ist, was allein schon damit bewiesen wäre, dass Timothy Ferriss selbst Leute engagiert hat, die für ihn gewisse Arbeiten erledigen und welche somit schon mal nicht in den Genuss einer 4-Stunden-Woche kommen können. Zudem setzt das Buch voraus, dass man bereits in gewisser Weise erfolgreich ist, wenigstens die Fähigkeit hat, Leute für sich zu gewinnen. Dies bezieht sich darauf, dass er meint, dass man, wenn einem die 4-Stunden-Woche nicht gefällt, man jederzeit wieder in sein altes Umfeld gelangen kann. Ich jedenfalls könnte dies nicht. Zumindest geht er damit darauf ein, warum das vielleicht nicht jeder macht, womit er sicher Recht hat, denn nicht jeder will führen, manche wollen ja geführt werden.
Die Berufe sind alle zu verschieden um sie so verallgemeinern zu können und sowieso haben in diesem Buch nur die Leute eine Chance die im Dienstleistungssektor arbeiten oder so kreativ sind, dass sie sich selbstständig machen können, wobei ich 2teres für nicht so einfach halte, wie im Buch beschrieben. Vielleicht bin ich auch nicht kreativ genug oder habe auch zu viel Angst, mehr zu verlieren als zu gewinnen. Ist eben Ansichtssache.
Aber seine Sichtweise auf das Leben und wie er es umsetzt kann in Teilbereichen helfen effektiver zu werden oder vielleiht doch den Funken zu setzen der nötig ist, sein Leben so zu gestalten wie es eigentlich sein sollte, so dass man Spaß am Leben hat. Ein wichtiger Punkt diesbzgl. ist die Fähigkeit sich anzugewöhnen, dass man nicht wirklich viel Geld für tolle Sachen benötigt.
Damit stellt er eine Lebensphilosophie vor, die es wert ist, dieses Buch zu lesen um sich Gedanken über den eigenen weiteren Werdegang seines Lebens zu besinnen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sei konsequent und kompromisslos, setze Prioritäten! Die eigene Arbeitsweise auf dem Prüfstand, 17. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Taschenbuch)
Was man in seiner Freizeit wirklich machen will, welche Belange man wirklich hat, wer man sein will, gilt es zu allererst zu definieren. Daraufhin sollte man alle Nebensächlichkeiten, jeden unnötigen Zeitaufwand, Ablenkungen und Ballast der nichts mit den eigentlichen Belangen zu tun haben erkennen und eliminieren, vollständig ausblenden, ignorieren. Das Wesentliche im Auge behalten, alles was nicht dem langfristigen Ziel dient gilt es zu minimalisieren. Hier wird jeder etwas in seinem Umfeld finden. Welche Sicherheiten sind dir wirklich wichtig, welchen Besitz musst du wirklich haben und was ist nur unnötige Belastung? Die eigenen Stärken voll ausnutzen, Schwächen hingegen outsourcen und automatiseren. Beachte die 80/20 Regel. Nutze deine Freizeit sinnvoll, verwirkliche deine Interessen, Lebe deinen Traum und zwar sofort. Halte dich dabei so unabhängig wie möglich von Geld ,das ist die eigentliche Botschaft dieses Buches.

Der Ansatz ist nicht neu, nur gut zusammengefasst, an Beispielen beschrieben und aufs Wesentliche komprimiert. Die Umsetzung für Geschäftsideen, der Weg in die Selbstständigkeit als gesamte Anleitung wie z.B. einen Internetshop zu eröffnen und Produkte vorab auf Markttauglichkeit zu testen wird umfangreich beschrieben, daher ist das Buch eher für Unternehmer oder solche die es werden wollen.

Lege die erste Priorität auf Effektivität, nicht zwangsläufig nur auf Effizienz. Verwende Geld für deine Freiheit. Begehe nicht den Fehler in einem Job zu arbeiten der dir nicht gefällt und für den Verdienst Dinge zu kaufen die du eigentlich gar nicht brauchst, nur weil die Masse dich dazu inspiriert hat, du sonstwo mithalten willst oder gar Angst vor Verschlechterung hast. Löse die Fesseln sinnloser Kultur. Arbeite nicht gegen dich selbst! Lass dir von der Werbung und deiner Umgebung nicht die Sinne vernebeln. Betrachte das große Ganze, die Gesamtheit! Finde eine zweite Einnahmequelle und automatisiere Diese nach und nach.

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft die die Bedürfnisspyramide langsam weiter hinaufklettert. Materielle Dinge und mittlerweile auch schon Luxus verlieren nach und nach an Wert. Leistung und Selbstverwirklichung werden größer geschrieben. Das Buch ist ein Teil dieser Entwicklung. 3 Sterne
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen - aber keine Instant-Lösungen erwarten, 3. Juni 2011
Inhalt:

Ferriss will uns ' seine Leser ' aus dem Hamsterrad aus Arbeit, Freizeit, Urlaub und Ruhestand rausholen. Denn auf einer Weltreise hat er festgestellt, dass er sein Unternehmen mit einem Aufwand von 4 Stunden pro Woche führen kann - daher der Titel 4-Stunden-Woche. Das hat ihn überzeugt und macht ihn zum Propheten eines Lebens, das das Verhältnis von Arbeit und Freizeit optimiert.

Dazu berichtet er von Werkzeugen, um Zeitdiebe zu eliminieren, das Zeit-Geld-Verhältnis zu verbessern und berichtet von Tricks sich aus dem starren Anwesenheitszwang im Büro zu lösen.

Ferriss beschreibt diese Werkzeuge und Überlegungen sehr anschaulich und unterhaltsam, indem er vielfach auf Geschichten seines Weges oder dem Dritter zurückgreift.

Bewertung:

Dieses Buch schwebt irgendwo zwischen Genie und Unsinn.

Genie, weil Ferriss durch seine lockere und unterhaltsame Art zu erzählen, begeistert. Er spricht die Emotionen und Sehnsüchte seiner Leser an und gibt ihnen eine Stimme. Er nimmt Vielem, das der Normalsterbliche als sehr aufwändig oder schlicht unmöglich einstufen würde die Schwere und fordert auf, es einfach mal auszuprobieren. Er entmystifiziert Grenzen, die wir in unserem Kopf herumtragen und öffnet den Blick für neues. Und das macht er in dieser Art wirklich als erster.

Sicherlich spielt hier auch die amerikanische Mentalität rein, die die Dinge für uns Mitteleuropäer noch fremder scheinen lässt. Dennoch, der Schwung und seine Konsequenz, seine Umsetzungsstärke und diese Leichtigkeit, mit der er seine Leser zum großen Wurf auffordert; all das macht das Buch zu einem Geniestreich moderner Motivationsliteratur.

Unsinn hingegen, weil sein Vorschlag zur Befreiung des geknechteten Arbeitnehmers bzw. Unternehmers keine Lösung ist. Die durchschnittliche, deutsche Arbeitswelt ist einfach (noch?) zu weit von Ferriss Ausgangspunkt entfernt.

Unsinn auch, weil sein Vorschlag auf der Ausnutzung Dritter basiert. Sei es im Büro, wo er seine eigene Zeit auf Kosten von Kollegen einspart. Oder seien es seine verschiedenen Möglichkeiten, Zeit im Büro zu sparen, indem man sich aus verschiedenen Ritualen des Bürolebens herauszieht. Das mag befreiend wirken, nimmt dem Arbeitsleben insgesamt aber auch die erleichternden Aspekte (die vielleicht ja irgendwann nicht mehr nötig sind, weil alle Arbeitsknechte befreite 4-Stunden-Arbeiter sind ;-) ).

Fazit:

Ferriss und seine 4-Stunden-Woche bekommen von mir 4 Sterne. Denn es ist ein Buch, das zum gerechtfertigten Umdenken in beruflichen Fragen antreibt, Begleitung beim Umdenken liefert und durchaus mit einer gehörigen Portion Substanz motiviert.

Wenn ein Käufer nicht erwartet, DAS Instant-Rezept für nur noch vier Stunden Arbeit pro Woche zu finden, wird er nicht enttäuscht sein.

Ich habe dieses Buch im Zuge der Rezension nun das dritte Mal gelesen und bin schon wieder begeistert. Auch Freunde und Familie berichten ähnliches. Von daher: Unbedingt Lesen.
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Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben
Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben von Timothy Ferriss (Taschenbuch - 15. Juli 2011)
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