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116 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der notorische Störenfried
Es ist Herbst. Wie fast jedes Jahr im letzten Jahrzehnt legt Peter Scholl-Latour Zeugnis seiner Jahresreisen ab. Während 2005 die USA, 2006 Russland dran waren, so schien es, wäre dieses Jahr China an der Reihe. Weit gefehlt. Von allen Gegenden der Welt bringt der mittlerweile 83 - jährige Weltreisende und letzte Welterklärer" (Spiegel) seine...
Veröffentlicht am 15. November 2007 von Thomas Brackmann

versus
29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch, das viele Leser überfordern wird. So oder so...
Auf den thematischen Inhalt werde ich hier nicht weiter eingehen. Dazu gibt es bereits viele Rezensionen im Rahmen der gebundenen Ausgabe. Wichtiger scheint mir hier etwas zum didaktischen Anspruch/nicht-Anspruch dieses - weit gefächerten - Buches zu schreiben.

Für mich stellt sich die Frage: Wem/für wen hat PSL dieses Buch geschrieben und...
Veröffentlicht am 3. Januar 2009 von Philharmonie


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116 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der notorische Störenfried, 15. November 2007
Es ist Herbst. Wie fast jedes Jahr im letzten Jahrzehnt legt Peter Scholl-Latour Zeugnis seiner Jahresreisen ab. Während 2005 die USA, 2006 Russland dran waren, so schien es, wäre dieses Jahr China an der Reihe. Weit gefehlt. Von allen Gegenden der Welt bringt der mittlerweile 83 - jährige Weltreisende und letzte Welterklärer" (Spiegel) seine Erfahrungen mit ein. Der Titel des Buches: Zwischen den Fronten. Erlebte Weltgeschichte."

Der Titel lässt vermuten, dass es sich um das neue Buch um eine Biographie handeln könnte. Auch liest sich das Inhaltsverzeichnis so, als wenn ein alternder Autor Zeugnis ablegt von den vielen Schlachten, Stürzen, Krisen und Kriegen, die er miterlebt hat. Doch mitnichten.
Schon auf der ersten Seite schreibt Scholl-Latour, dass er erst daran denke, sich an die Biographie zu machen, wenn ihn das Alter ans Bett fesselt.

Auklärer und Kritiker
Vielmehr wird er auch weiterhin die Welt bereisen und hinterher mit erhobenen Zeigefinger warnen. Auch im vorliegenden Werk kritisiert der ehemalige Journalist und französische Fallschirmjäger die üblichen Verdächtigen: Nicht nur die Deutschen samt Bundeswehrführung, Politik und Öffentlichkeit, sondern die gesamte westliche Welt. So schreibt er über den Afghanistaneinsatz.Doch Scholl-Latour kritisiert, um aufzuklären. Er legt scheinbar der gesamten Welt einen Spiegel vor, er hinterfragt auch dort, wo es weh tut und bisweilen nicht die political correctness gebietet.

Persona non grata
Aber Scholl-Latour weiß um seine Person, der Persona non grata. Er sieht sich selbst als notorischen Störenfried", der zu Fernsehdiskussionen eingeladen wird.
Auffallend: Im Gegensatz zu seinen beiden letzten Büchern Russland im Zangengriff" und Weltmacht im Treibsand" poltert er weniger stark gegen die Etablierten der Welt. Fast entschuldigend schreibt er: In diesem Sinne mache ich mich an eine Veröffentlichung, an einen Essay", der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und bewusst auf die individuelle Beurteilung ausgerichtet ist."

Denn noch in Russland im Zangengriff" drohte er schelmisch, dass alte Herren nichts mehr zu verlieren hätten. Sein Buch gliedert sich in vier Kapitel: USA, Mittlerer Osten, Fernost und die Achse Deutschland/Frankreich. Natürlich gibt er den Irakkrieg verloren - wie in den Vorgängerbüchern auch: In Bagdad ist mehr zu Schaden gekommen als eine verfehlte militärische Planung oder eine politische Utopie. Die hehre Idee einer aus freien Wahlen hervorgegangenen Volksvertretung, das Kernprinzip unserer Demokratie, ist dort vor die Hunde gegangen."

Der brodelnde Orient
Im nächsten Schritt geht er auf den Orient und den internationalen Terrorismus ein. Er kritisiert, dass immer wieder von einer Bekämpfung des Terrorismus gesprochen wird, obwohl dieser eine Methode des Kampfes" sei und er als ...greifbarer Gegner gar nicht identifiziert werden" könne. Zudem erteilt er eine Absage an die Türkei hinsichtlich einer Aufnahme in die Europäische Union - Kultur und Größe des Landes am Bosporus würden dem zuwiderlaufen. Außerdem befinde sich der Staat in einer Re-Islamisierung.

Weltmacht China
Die aufstrebende Weltmacht China lobt er und relativiert die Geschehnisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Den USA gibt er in einer potentiellen Auseinsandersetzung mit dem Reich der Mitte keine Chance: Wer in Vietnam zum wenig rühmlichen Rückzug durch die Zwerge" von Hanoi gezwungen wurde, sollte jede Absicht aufgeben, gegen eine Milliarde Chinesen und die unermesslichen Weiten ihrer Volksrepublik militärisch vorzugehen."

Deutsch-Französische Achse
Den Schlussakkord setzt das Kapitel über die deutsch-französische Achse. Scholl-Latour, der Deutsch-Franzose, sieht Deutschlands Zukunft im engen Schulterschluss mit dem linksrheinischen Nachbarn. Dies betrifft besonders die Außen- und Sicherheitspolitik. Interessant: Atomwaffen für Deutschland und Einsatz präemptive Schläge im Notfall - allein oder im Zusammenwirken mit der grande nation.

Sprachliche Schoten und Kabinettstückchen bietet auch dieses Buch wieder. Er vergleicht japanische Offiziere mit gestiefelten Katern, Fidel Castro lässt er als Don Quichotte gegen Windmühlen anrennen und Selbstmordattentäter sind für ihn mörderische Todesengel".

Kurzum: Fans von Scholl-Latour werden das Buch verschlingen und Kritiker haben wieder etwas zu meckern.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augenöffnende Lektüre, 14. August 2011
Von 
Wer auf hohem Niveau interessant und sachlich fundiert, kompetent und unterhaltsam, uneitel belehrend und lebendig unterrichtet werden möchte über die globalen Zusammenhänge in Politik und Strategie rund um den Erdball, der greife zu diesem Buch. Der Autor nimmt den Leser mit auf die vielen Reisen, die ihn als Journalist und Zeitgenossen in einer Lebensspanne von mehr als 60 Jahren (zum Teil mehrmals) in alle Länder der Welt und zu Begegnungen mit erstaunlich vielen relevanten Politikern und Zeitkritikern geführt haben. Dabei zeigt sich, dass er ein waches Gespür hatte für sich anbahnende Krisen, so dass er immer wieder zur rechten Zeit am rechten Ort war. Mit wachem Blick registriert er Phänomene, die er als Anzeichen zukünftiger Entwicklungen zu deuten weiß, zumal er aus verblüffend-umfassendem kulturell-religiösem Hintergundwissen Motivationen wahrzunehmen vermag, die sich vielen anderen Beobachtern nicht erschließen, die gleichwohl aber das heutige und künftige Zeitgeschehen nachhaltiger mitbestimmen, als vielen einleuchten will. Man muss dem Autor beipflichten: "Die schnöde materielle Profitgier der Globalisierungsgemeinde unserer Tage koinzidiert und überschneidet sich mit der Wiedergeburt ehrwürdiger, immer noch furchterregender Mythen aus fernster Verganganheit" (S. 199). Und man erkennt: Erst ein tieferes Eintauchen in das kulturell-religiöse Gedächtnis der Völker und die bessere Kenntnis des in ihm auch angelegten Konfliktpotentials ermöglicht ein angemesseneres Verstehen der Gegenwart und der in ihr sich anbahnenden Zukunft.
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weltgeschichte eines Weltbürgers, 8. November 2007
Peter Scholl-Latour unternimmt in seinem neuesten Buch eine Tour de Force entlang jener verborgenen politischen, ökonomischen, religiösen und ethnischen Kraftlinien, die die geopolitischen Entscheidungen der Machtzentren in weit höherem Maße beeinflussen, als diese oft zuzugeben bereit sind.
Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. Besonders die deutsche Politik, aber auch die deutsche Medienlandschaft erscheinen unter seinem Blick in keinem günstigen Licht - bestenfalls provinziell. Scholl-Latour verfolgt die Verschiebung des geschichtsmächtigen Fokus innerhalb der letzten fünfzig Jahre in Verbindung mit einem "Erlöschen des Willens europäischer Selbstbehauptung" mit Sorge. Er vertraut der Verlässlichkeit kultureller Gemeinschaft und gemeinsamer geopolitischer Interessen weit mehr als der zweifelhaften Sicherheit einer ausufernden Europäischen Union. Peter Scholl-Latour rechnet mit dem Ernstfall. Atombomben in den Händen so genannter "Schurkenstaaten", Terrorismus auch in Deutschland, deutsche Frontstellung in den verschiedensten Krisengebieten der Welt, auch mit den USA divergierende Interessen hinsichtlich einer globalen Energie-, aber auch Sicherheitspolitik. Aufkommt die gespenstische Vision einer an den harten Realitäten vorbeimanövrierenden deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Den Schrecken einer nuklearen Proliferation, den Anforderungen asymmetrischer Kriegsführung, der Tatsache eines weltweit erstarkenden islamischen Galubens- und Lebensgemeinschaft, die ihre Identität zunehmend in der aggressiven Ablehnung westlicher Werte formuliert, lassen sich mit "Klimaschutz und moralisierendem Zureden", so Scholl-Latour, sicher nicht adäquat begegnen.
Er plädiert denn auch für ein auch militärisch starkes Kern-Europa, dass vor allem Deutschland und Frankreich zu einer Atommacht vereint, die den Zustand militärischer Selbstkastration und die Abhängigkeit von Amerika zu Geschichte werden ließe. Scholl-Latour schließt seine Sammlung Essays mit der vernünftigen Botschaft des alten de Gaulles, eine "Ehe" Deutschland und Frankreichs zu befürworten, wenn das Schicksal es so wolle. Sonst drohe Europa der Rückfall in die Bedeutungslosigkeit wie zu Zeiten Alexanders, als von Europa als "Wälder jenseits des Fensters" der Weltgeschichte die Rede war.
Sascha Löschner
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Scholl-Latour-Kenner, 13. Dezember 2007
"Zwischen den Fronten" liefert einen gleichsam umfassenden als auch kompakten Überblick über die die Weltgeschichte entscheidenden Brennpunkte der Erde. Wer Scholl-Latour kennt, dem bietet sich mit diesem Werk eine einmalige Chance, sich auf eine spannende (Lese-)Reise zu all den in seinen bisher erschienenen Druckwerken behandelten Krisenherden zu begeben. Neulinge jedoch werden sich etwas schwer tun, weil sie unmittelbar nicht auf die Informationen der vergangenen Bücher zurückgreifen können.

Von Werk zu Werk artikuliert Scholl-Latour auch dem ihm eigenen pragmatischen Zugang zu den Dingen stärker. Dies offbart sich etwa, wenn er den Tod von 1000 Menschen im Zuge der Niederschlagung der Revolte am Platz des Himmlischen Friedens mit dem Hinweis relativiert, dass andernfalls China ein Bürgerkrieg mit Opferzahlen in Millionenhöhe gedroht hätte. Gutmenschen werden nicht nur an dieser Stelle des Buches verzweifeln. Und wenn Scholl-Latour das Schicksal von Eisbären am Nordpol dem Kampf um die Energie-Ressourcen der Erde gegenüberstellt, wird jeder Klimaschützer protestieren.

Mit "Zwischen den Fronten" mahnt der Autor eine realistische Betrachtung der Weltgeschehnisse ein, um letztendlich unsere Wertvorstellungen vor dem Niedergang zu bewahren. Dies wird nicht von allen so verstanden. Scholl-Latour nimmt dabei jedoch wie gewohnt keine Rücksicht auf political correctness.

Das Werk ist ein Muss für Scholl-Latour-Kenner. Neulinge sollten zunächst auf eines seiner bisherigen Bücher zurückgreifen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltreise mit Hindernissen, 25. April 2008
Von 
Ehrlich gesagt habe ich mich noch nie mit Büchern über Politik oder Religion beschäftigt und es ist wohl auch nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass ich dieses Buch in die Hände bekommen habe, aber ich muss sagen, es hat meinen Durst nach mehr Büchern von PSL geweckt!

Trotz vieler fremdsprachigen Satzteilen die nicht alle im Detail erklärt sind, bin ich begeistert von der Art und Weise wie er seine Erlebnisse im Weltgeschehen wiedergibt und schlussendlich noch zusammenfasst. Es ist leicht erkennbar, dass er ein sehr gebildeter Mann ist und gerade für einen jungen Studenten wie mich ist es nicht immer Leicht seine Texte auf anhieb zu verstehen. Allerdings tragen seine Charakterisierungen von Staatschefs, Staaten, Religionen und Religionsführern dazu bei sich ein Bild über die Welt zu verschaffen, welche aus einer Art 3. Person Perspektive gesehen werden kann.

Ich finde das Buch im Großen und Ganzen echt spitze! Gut geschrieben, informativ und ich werde mir auch noch andere Bücher vom Autor besorgen und diese mit Vergnügen in meine Seele lesen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Er kann noch immer!, 21. Juli 2008
Herr Scholl-Latour beweist einmal mehr seine Fähigkeit die Komplexität des momentanen Weltgeschehens in einem Buch zusammen fassen. Man muss sagen, dass er in der Qualität nicht mehr an frühere Werke wie Lügen im Heiligen Land oder Koloss auf tönernen Füßen herankommt. Dennoch versteht er es die Welt zu erklären, wie kein Anderer.
Trotz seines mittlerweile hohen Alters ist Scholl-Latour aktiv gewesen und hat den Nahen-Osten, die USA und Fernost selbst besucht und interpretiert seine Erkenntnisse in gewohnten Stil.
Als Einziges ist ihm vorzuhalten, dass viele Zitate aus alten Werken auftauchen und als treuer Leser erkennt man das sofort. Doch dem alten Weltenbummler sei das vergeben.
Wer Scholl-Latours Zukunftsvorhersage mit einem Schuß Selbstbiografie kennenlernen will, der kann hier getrost zugreifen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswerter Rundblick von PSL, 9. Februar 2009
Von 
C. Glatz "einkaufswagen" (Wien, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zwischen den Fronten (Taschenbuch)
Wer gerne Bücher von PSL liest, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Er wendet sich in einem hochinformativen und aktuellen Rundblick dem arabisch-persischen Raum, China, Russland, den USA sowie der deutschen und französischen Außenpolitik zu und spart auch nicht mit Kritik an überkommenen Denk- und Verhaltensmuster westlicher politischer Entscheidungsträger. Trotz der Gestaltung des Buches als Rundblick geht PSL wie gewohnt in die Tiefe und schildert eindringlich auch historische und religiöse Hintergründe, die auf die Politik von heute wirken. Absolut empfehlenswert. In der Bewertung der aktuellen politischen Situation scharfsichtig wie immer, wird PSL mit zunehmenden Alter scheinbar auch ein immer besserer Chronist - liest sich wirklich hervorragend.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitgeschichte mit fundiertem Wissen spannend erzählt, 10. April 2009
Von 
Manfred Schrade (Heikendorf bei Kiel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zwischen den Fronten (Taschenbuch)
Vorsicht Suchtgefahr !
Zeitgeschichtlich Interessierte sollten, bevor sie das Buch aufschlagen, Kaffee oder Tee, etwas Essbares, Zigaretten? usw. griffbereit haben, denn man richte sich darauf ein, dass es vor dem Ende nicht mehr wegelegt werden kann. So ist es mir (hellwacher 72-jähriger Zeitzeuge) ergangen. Mit kultivierter Sprache spannend erzählte eigene Erlebnisse und Beobachtungen des Autors stellen jeden Krimi in den Schatten.
Selten habe ich mit so viel Genuss dazu gelernt.
Ohne Einschränkung sehr zu empfehlen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Globale Politik des 20. + 21. Jahrhunderts: Rückblick und Ausblick, 17. Januar 2008
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In seinem neuen Buch analysiert Peter Scholl-Latour aktuelle politische Ereignisse und zieht Vergeleiche mit früheren Entwicklungen. Hierbei kann er zeitgeschichtlich als Zeitzeuge bis in die Jahre des 2.Weltkriegs zurückblicken. Da er zudem die Konfliktgebiete wie kein zweiter bereist hat, hat er sich einen Wissensschatz angeeignet, mit dem die wenigsten konkurrieren können. Bei seinen Eindrücken nimmt er wie gewohnt kein Blatt vor den Mund.

Scholl-Latour beginnt seinen Weltüberblick in den USA, wo die Religiösität der Bevölkerung grösser ist als in Europa, wo neben der Bedrohung Terrorismus andere Zeitbomben ticken, wie beispielsweise die Einwanderung der Latinos aus dem Süden, der anhaltende Irakkonflikt oder die chinesische Infiltration.

Weitere Schauplätze sind der Nahe Osten, wo die Entwicklungen in den Krisengebieten analysiert werden. Die unrühmliche Rolle der USA in dieser Region kommt so immer wieder zum Vorschein, wobei das Schema sich immer ähnelt. Die militärische Unterstützung verschiedener Politiker oder Gruppierungen (Saddam Hussein, Taliban,...) richtet sich später dann gegen die USA. Neben den USA spielen auch andere Staaten wie Israel oder Saudi-Arabien ein doppeltes Spiel.

In China analysiert der Autor den Übergang zur Wirtschaftsmacht, was in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich dazu führt, dass dieses Land den USA ihre Vormachtstellung streitig machen könnte. Schon jetzt vergrössert China weltweit seinen Einfluss, indem man den internationalen Wirtschafsmarkt erobert oder sich Zugang zu den Bodenschätzen anderer Länder verschafft, welche vorher in der US-europäischen Einflusssphäre lagen.

Bei Europa lässt Scholl-Latour das Ende des Kolonialismus Revue passieren, sowie die Entwicklung zur EU, streicht hier die Rolle einzelner Staaten hervor und zeigt dass die EU nicht harmonisch funktioniert.

Das Buch ist ein typischer Scholl-Latour, der wie gewohnt mit seinem Fachwissen und seiner langjährigen Erfahrung glänzt. Ein aktuelles global politisch-kritisches Buch mit interessanten Analysen.
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch, das viele Leser überfordern wird. So oder so..., 3. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Zwischen den Fronten (Taschenbuch)
Auf den thematischen Inhalt werde ich hier nicht weiter eingehen. Dazu gibt es bereits viele Rezensionen im Rahmen der gebundenen Ausgabe. Wichtiger scheint mir hier etwas zum didaktischen Anspruch/nicht-Anspruch dieses - weit gefächerten - Buches zu schreiben.

Für mich stellt sich die Frage: Wem/für wen hat PSL dieses Buch geschrieben und für wen ist es geeignet? Seine Fans werden auch dieses Buch schätzen, nur neue Leser wird er schwer gewinnen.

Wer hier eine Summary des Weltgeschehens erwartet, wird zwar fündig, nur leider - nicht zum ersten mal - gelingt es PSL nicht, den klassischen interessierten Leser zu erreichen, der eben nicht bereits über umfangreiche Detailkentnisse aus der "Szene" verfügt. Dass ist deshalb sehr schade, da die Weitergabe seines immensen Wissens eine gute Sache wäre.

Schon die Tatsache, dass das Buch auf den hinteren 10! Seiten über ein Personenregister verfügt, in dem alphabetisch die im Buch genannten Persönlichkeiten mit der Nennung der relevanten Seiten auftauchen, erstaunt. Das ist gut, denkt man! Schade nur, das dieses Verzeichnis ca. 500! Namen aufzählt. Unnötig zu erwähnen, dass diese im Buchtext i.d.R. gerade einmal genannt werden können. Dieses Phänomen, Namen, Orte und fremdsprachige Zitate in einer immensen Vielzahl zu gebrauchen, diese aber nur selten zu erläutern, macht auch dieses Buch für nicht-PSL-kenner zur Tortur.

Vor allem die nicht nachvollziehbaren Kriterien, wann es ein Begriff - egal ob Ort, Person oder was auch immer - verdient hat, dem Leser nähergebracht zu werden, verschließt sich mir vollständig. Dazu zwei Beispiele aus den ersten beiden Seiten des ersten Kapitels, die dies verdeutlichen sollen
Zitat Seite 9:
"Die Route führt über Dallas - Schauplatz der Ermordung John F. Kennedys und einer Fernsehserie, die ein weltweites Fernsehpublikum erfreute - zu dem Städtchen Waco, das wegen der religiösen Unduldsamkeit seiner Einwohner einen zweifelhaften Ruf genießt".
Zitat Seite 10:
"Heute hat sich die schmerzliche Erkenntnis durchgesetzt, dass der Begriff 'usuliya', den der Prediger Sayyed Qutb vor seiner Hinrichtung durch den ägyptischenrais Gamal Abdel Nasser auf die gesamte 'Umma' von Senegal bis Indonesien projizierte, einer Vielzahl von wahren 'mu`minin' nicht nur die kultischen Riten vorschreibt, sondern auch ihr sittliches Verhalten in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens."

Was haben wir jetzt gelernt?
Es gibt viel wissenwertes in diesem Buch, dass mich veranlasst, 3 Punkte zu geben. 5 Punkte wären problemlos möglich gewesen, wenn mann nicht den Eindruck gewinnen würde, dass bei PSL aufgrund seiner Kentnisse der Welt eine gewisse "Weltfremdheit" aufkommt. Irgendwann ist man so schlau, das der Kreis derer, die einen verstehen, sehr sehr klein werden kann. Aber genau diesem Phänomen entgegen zu wirken, zeichnet einen guten Sachbuch-Autor aus.

Fazit:
Über einen von mir wargenommenen gewissen Altersstarrsinn und politische Neigungen des Autors kann ein augfgeklärter Leser sicherlich selbst urteilen und damit umgehen. Auch dazu gibt es bereits in anderen Rezensionen geeignete Hinweise. Was hier aber vertan wird, ist die Chance, einem breiten Publikum Wissen zu vermtteln. So werden Seiten mit Fotos gefüllt, die kaum einen informativen Charakter haben. Viel hilfreicher wären geografische Skizzen oder Stammbaumstrukturen, die dem Leser helfen, die vielen Verpflechtungen und Begriffe zuzuordnen. Eigentlich Schade. Schließlich sollte die verständliche Wissensweitergabe die Aufgabe eines guten Sachbuches sein, oder?
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Zwischen den Fronten
Zwischen den Fronten von Peter Scholl-Latour (Taschenbuch - 9. Oktober 2008)
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