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5.0 von 5 Sternen Plädoyer für ethisches Verhalten ohne Gott
Ein meines Erachtens wichtiger und aktueller Teil dieses Buches beschäftigt sich mit der Frage, ob es "ethisches Verhalten" ohne Gott geben kann. Hier wird in den Talkshow Diskussionen von den Vertretern des Christentums gerne Geschichtsfälschung betrieben, und die heutzutage von vielen akzeptierten "humanistischen Werte" mit "christlichen Werten" gleichgesetzt...
Veröffentlicht am 25. September 2007 von Niklas Morgan

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184 von 227 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über Wissenschaft, Emotionen und die Bibel als Killerspiel
Eigentlich wollte ich dieses Buch gar nicht lesen, denn erstens bin ich sowieso Atheist und bedarf keiner permanenten Bestätigung meiner Überzeugung und zweitens fehlt mir der missionarische Eifer, um alle Theisten, Deisten und Pantheisten dieser Welt von meiner Überzeugung zu überzeugen.

Dennoch halte ich dieses Buch für wichtig, um...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2009 von R. Funk


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773 von 928 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für ethisches Verhalten ohne Gott, 25. September 2007
Von 
Niklas Morgan "History Reader" (Berlin, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Gebundene Ausgabe)
Ein meines Erachtens wichtiger und aktueller Teil dieses Buches beschäftigt sich mit der Frage, ob es "ethisches Verhalten" ohne Gott geben kann. Hier wird in den Talkshow Diskussionen von den Vertretern des Christentums gerne Geschichtsfälschung betrieben, und die heutzutage von vielen akzeptierten "humanistischen Werte" mit "christlichen Werten" gleichgesetzt. Dawkins zeigt (wie Deschner, Schmidt-Salomon, Harris, Dennett und viele andere auch), dass dies Unfug ist, und dass im Gegenteil die meisten heute in der westlichen Welt geltenden Werte gegen teilweise massiven Widerstand der Kirchen implementiert werden mussten (Abschaffung der Sklaverei in den USA, Gleichheit von Mann und Frau, Religionsfreiheit, Trennung von Staat und Kirche etc.).

Besonders wichtig erscheint mir sein offenes Bekenntnis zum Atheismus, was eben nicht mit Beliebigkeit und "Ethik freiem Raum" gleich gesetzt werden darf. Er vergleicht die biblischen 10 Gebote hinsichtlich ihrer heutigen Relevanz, und kommt zu dem Schluss, dass die ersten 4 Gebote theologisches Quallenfett sind, und keinerlei Einfluss auf etwa ethisches" Verhalten haben, sondern eher der Eitelkeit des mosaischen Gottes dienen. Ferner entlarvt er zwei Gebote als Binsenwahrheiten (die eigenen Eltern ehren, keine Artgenossen töten), die selbst bei vielen Tieren gültig sind, und weist darauf hin, dass im 10. Gebot Frauen und Sklaven zum materiellen Besitz des Mannes gerechnet werden. So viel zu der Behauptung, nur die 10 Gebote wären eine zeitgemäße Richtschnur für ein ethisches Handeln!

Dann nennt er eine Reihe alternativer Gebote, die im wesentlichen auf humanistischen Idealen aufgebaut sind, und völlig ohne einen Gott auskommen. Jeder, der nur halbwegs über den Tellerrand der eigenen Indoktrination hinausblicken kann, wird sofort zugeben müssen, dass diese Gebote für unser heutiges Zusammenleben weit besser geeignet sind als der Dekalog.

Auch zeigt er auf, wie konditioniert wir alle sind, in dem wir einen amerikanischen Präsidenten nicht sofort für verrückt erklären, wenn er "Gottes Hilfe" für seine Truppen anfleht. Wie würden wir ihm begegnen, wenn er vor dem Auslaufen der 5. Flotte einen Stier opfert, um Poseidon um eine ruhige Überfahrt zu bitten?

Nein, Dawkins widerlegt in diesem Buch nicht die Existenz Gottes. Er macht aber jedem klar, dass es genau so sinnvoll ist, dem großen Donnergott eine schwarze Ziege zu opfern, um Regen herbei zu zaubern, wie es sinnvoll ist, um die Vergebung fiktiver "Sünden" zu beten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Wotan, Aton, den großen Donnergott oder den grünen Ameisengott gibt ist nicht kleiner, und das Anbeten dieser Götter nicht unsinniger wie der Glaube an oder das anbeten der heute gebräuchlichen Götter. Wir haben Zeus und Wotan hinter uns gelassen. Wir sind also Zeus und Wotan "agnostisch". Der nächste Schritt wäre, einfach einen weiteren Gott hinzuzufügen.

Einer hier hat vorgeschlagen die Bibel gegen Dawkins auszutauschen. Der Meinung bin ich nicht. Die Bibel gehört in das Bücherregal. Und zwar neben Homer, Ovid, und Vergil. Ein Grundpfeiler unseres Kulturerbes, aber doch bitte kein "göttliches Gesetz".
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184 von 227 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über Wissenschaft, Emotionen und die Bibel als Killerspiel, 25. Oktober 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Taschenbuch)
Eigentlich wollte ich dieses Buch gar nicht lesen, denn erstens bin ich sowieso Atheist und bedarf keiner permanenten Bestätigung meiner Überzeugung und zweitens fehlt mir der missionarische Eifer, um alle Theisten, Deisten und Pantheisten dieser Welt von meiner Überzeugung zu überzeugen.

Dennoch halte ich dieses Buch für wichtig, um allen Zweiflern naturwissenschaftliche Denkanstöße zu geben. Die Naturwissenschaften lassen permanent Korrekturen am Weltbild zu, die sich auf neue Erkenntnisse und Belege gründen; die im Dogmatischen verhafteten Religionen dagegen nicht. Die Naturwissenschaften sind in der Lage, in die Geheimnisse des Universums einzudringen und sie - wenn vielleicht auch nie vollständig - zu entschlüsseln. Die Religion gründet sich nicht nur auf unser Unwissen, sondern ignoriert auch gesichertes Wissen (Beispiel Kreationismus), weshalb davon auszugehen ist, dass mit zunehmender Erkenntnis Gott nicht zwangsläufig kleiner wird.

Allen gläubigen Christen sei empfohlen, die Bibel mal von vorne bis hinten zu lesen und sich hinterher zu fragen, ob sie danach immer noch Christen sein wollen. Die Behauptung, dass sich menschliche Gefühle für Ethik und Moral aus der Religion ableiten sollen, lässt sich leicht ad absurdum führen. Man muss nur genau nachlesen. Unsägliche Beispiele liefern die fünf Bücher Moses, das Buch der Richter und die Gewaltphantasien der Offenbarung des Johannes. Wer das alles liest, braucht keine Killerspiele für seinen Computer mehr. Hardliner wie Bischof Mixa fühlen sich dennoch berufen, die christliche Moral über die der Atheisten zu stellen. Da kann man nur froh sein, dass es die Heilige Inquisition nicht mehr gibt.

Die Schwäche des Buches liegt darin, dass sich Dawkins im Kapitel über die Entstehung der Religion auf die Hypothese festlegt, dass Religion ein evolutionsgeschichtliches Nebenprodukt "von etwas anderem" ist. Die andere Sichtweise, dass Religion im Rahmen der natürlichen Selektion einen Vorteil im Evolutionsprozess brachte, kommt hier etwas zu kurz.

Völlig unbeachtet bleiben bei Dawkins postreligiöse Phänomene, welche ebenfalls auf weitverbreiteten Glaubensvorstellungen basieren. Dazu gehören beispielsweise Astrologie, obskure Heilmethoden, Wunderdiäten, Verschwörungstheorien oder die beginnende 2012-Hysterie. Außerdem existieren mystisch-religiöse Erlebnisse wie Nahtoderfahrungen, Erscheinungen und "Begegnungen der vierten Art", die sich nach neueren Erkenntnissen als "Schläfenlappenepilepsie" erklären lassen.

Die Entstehung des Glaubens als reines Nebenprodukt der Evolution abzutun, erscheint mir angesichts der sich bildenden Ersatzreligionen und -symbole (möglicherweise zählt auch ein mit missionarischem Eifer betriebener Atheismus dazu) als etwas zu kurzsichtig. Anscheinend braucht die Mehrzahl der Menschen derartige Sinngebungssysteme. Deshalb sind religiöse Überzeugungen, die niemandem wehtun, tolerabel, Verletzungen der Menschenrechte jedoch nicht. Da beginnen die Grenzen der Religionsfreiheit.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Dawkins Werk in der naturwissenschaftlichen Argumentation und in der Entlarvung der religiösen "Ethik" stark, in den Erklärungsversuchen, warum es Religon überhaupt gibt, eher schwach ist. Der Stil ist zu emotional und missionarisch. Etwas mehr Nüchternheit, wäre dem Thema angemessener gewesen. Dann wäre allerdings kein Bestseller draus geworden.
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198 von 252 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Deutsche sind nicht die Zielgruppe, 10. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Gebundene Ausgabe)
Das Buch kann man grob in 3 Teile teilen, die für den deutschen Leser sehr unterschiedlichen Qualität haben:
Im ersten drittel geht es tatsächlich um die Frage, ob Gott existiert.
Der Teil ist zu lang und bringt demjenigen, der sich überhaupt schon mal ernsthaft mit dieser Frage auseinandergesetzt hat, nicht viel Neues.
Natürlich gibt es keine Antwort, Dawkins erklärt aber ganz überzeugend, warum er Gott für extrem unwahrscheinlich hält.
Dabei ist gut, dass er zuerst Gott begrifflich soweit definiert, das man wirklich darüber reden kann und das ganze nicht beliebig bleibt.

In häufigen, inhaltlichen Wiederholungen werden einzelne Aspekte in wenig philosophischer, oft auch nicht unbedingt wissenschaftlicher Weise dargelegt.
Lieber zitiert Dawkins reihenweise Leute für seine Ansichten, und bringt dazu u.a. besonders dämliche Zitate von (Möchtegern-)Theologen.
Das ist zwar ganz unterhaltsam, aber eben nicht beliebig lange.
Wirklich gestört hat mich, dass er bei einigen der Befürworter seiner Thesen aus früheren Zeiten, die man heute leider nicht mehr befragen kann, auch nicht davor zurückschreckt, Annahmen darüber zu machen, was sie wohl eigentlich hätten sagen wollen, wenn sie nicht so höflich/etabliert/diplomatisch/abhängig gewesen wären.
Seine Vermutungen mögen durchaus korrekt sein, aber es ist nicht besonders seriös.
(Why I am Not a Christian (Warum ich kein Christ bin), von Bertrand Russell, 1927, ist viel kürzer und ergiebiger!)

Zu der Kritik der Theologen, die u.a. in den Rezensionen anklingt, möchte ich aber anmerken, dass Theologen "fachlich" erst im Vorteil sind, wenn man als gegeben annimmt, dass (ein biblischer) Gott existiert. Zu der Frage der Existenz haben sie nicht mehr zu sagen als jeder andere Mensch.

Im 2. Teil versucht er zu klären, warum es überhaupt Religion gibt und die Frage zu klären, ob Moral ohne Religion möglich ist.

Im 3. und wichtigsten Teil erklärt er seine Feindschaft gegenüber ALLEN Religionen.
Er zitiert viele wichtige Leute aus der Evangelisten- und Kreationisten-Ecke der USA. Wirklich erstaunlich ist dabei die Verbreitung dieses Gedankenguts und in wieweit diese Spinner(sorry, aber bei der Schere im Kopf, die man haben muss, um eine neue "Naturwissenschaft" zu erfinden, damit man erklären kann, dass die Erde nur 6000 Jahre alt ist und wie alle Tiere in der Arche Platz gefunden haben, kann ich es nicht anders nennen) in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.

Letztendlich kann man die wirklich radikalen Christen (jenseits der Kreationisten) in den USA nur als Faschisten bezeichnen, die offensichtlich von einem amerikanischen Gottesstaat a la Taliban anstreben.
Der eigenen Rhetorik zufolge werden diese Leute sich sicher nicht damit aufhalten, z.B. Homosexuelle erst in Lager zu sperren.

Bei aller berechtigten Kritik an dem Buch darf man meiner Meinung nach nicht Ziel und Zielgruppe vergessen.
Unter dem Blickwinkel würde ich das so interpretieren:
Zuerst erklärt er den Amerikanern, warum man nicht unbedingt Christ (bez. religiös) sein muss, um ein Mensch zu sein.
Danach warum man auch als Atheist moralischen Denken kann, und am Ende, warum die gemäßigten Religionen den Boden für die radikalen bereiten und warum man seine Kinder vor einer religiösen Erziehung schützen sollte.

Aus deutscher Sicht scheint er das Kind mit dem Bade auszuschütten, aber die Perspektive, die letzte verbliebene Supermacht könnte zu einem Taliban-Staat werden, ist dermaßen beängstigend, dass es besser sein könnte (zumindest als Amerikaner), jede Religion aufzugeben.

Das Gott zu Bush spricht kann hier als Hinweis dienen, wo Amerika angekommen ist.
Die Kreationisten haben 100 Jahre gebraucht, um Mainstream zu werden, die radikaleren dürfen es nie schaffen!
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Bereicherung auch für Theisten, 19. September 2009
Von 
Michael Weber "plodriges" (Nisterau, Westerwald) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Taschenbuch)
Dawkins ist nicht der selbstgefällige Intellektuelle, der zu sein ihm oft im Zusammenhang mit seinen Büchern unterstellt wird. 'Der Gotteswahn' ist ein solide recherchiertes und mit klaren Standpunkten aufwartendes Plädoyer für eine menschlichere Welt ohne theistischen Legitimationshintergrund. Stringent seinem Ansatz folgend hält Dawkins natürlich naturwissenschaftliche Erkenntnisse und religiöse Weltzugänge von vornherein für inkompatibel. Nun mag dies bei einer atheistischen Position nicht weiter verwundern, dennoch sollte man fairerweise einräumen, dass es gerade auch viele (nicht fundamentalistisch denkende) 'Fromme' gibt, die sich selbst dezidiert als Fragende oder Suchende bezeichnen und sich keinesfalls mit der Nichterklärbarkeit der Welt zufriedengeben. Zu jener Gruppe von Menschen zähle ich mich auch, denn das Weiterfragen als philosophisches Grundprinzip gehört für mich, der ich mich selbst als religiösen Menschen bezeichnen würde, zur conditio humana schlechthin. Ein zweiter Aspekt, auf den ich noch aufmerksam machen möchte, ist folgender: Dawkins rekurriert in seinem Buch immer wieder auf die These, dass die Existenz Gottes allein schon deshalb sehr unwahrscheinlich sei, weil stets die Frage im Raum stehe, wem oder was Gott selbst seine Existenz verdanke. Ohne Spitzfindigkeiten oder Ausflüchte darf man hier antworten: Wenn Gott existiert und allmächtig ist (zwei Aprioris theistisch denkender Menschen), dann verdankt er logischerweise seine Existenz sich selbst. An dieser Stelle würde dann allerdings als einziger das ansonsten völlig legitime Weiterfragen nach den Prinzipien von Ursache und Wirkung, Mutation und natürlicher Selektion im Weltgeschehen durchbrochen. Die Theorie Darwins (welche ich für absolut plausibel halte) gerinnt an dieser einen Stelle zur reinen Theorie im altgriechischen Sinne: Sie wird zur puren Anschauung der Wirklichkeit, deren Anfangspunkt im Schattenreich verbleibt. Vielleicht müssen wir nur hier (tatsächlich im geometrischen Sinn eines Punktes) das Weiterfragen aufgeben. Dann stellt sich mir die Frage: Kann nicht just da der Glaube einsetzen, der dann freilich auf keinen Fall das Offensein für Erkenntnisgewinn und Weiterfragen versperren darf? Dass letzteres nicht geschieht, dafür sensibilisiert Dawkins als Naturwissenschaftlicher mit dem Wissen um die Exzesse des Fundamentalismus völlig zu Recht. Seine besondere Stärke liegt aber auch in der beeindruckenden Verbindung von Atheismus und Philanthropie.
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29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Always look on the bright side of life..., 28. Juli 2013
Von 
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Gebundene Ausgabe)
Ursprünglich bin ich mit der Haltung an das Buch gegangen, "know your enemy". Leider ist es ja so, dass man oft erst die negativen Meinungen mitbekommt. Doch - im Laufe der Seiten schmunzelte ich zuerst. Dann war es schon ein handfestes Grinsen. Gegen Ende hin kann ich nur sagen, dass ich schlichtweg begeistert bin!

Man muss einfach den Mut haben, dieses Buch "als Buch" zu sehen, als "gemachtes Werk". Und als solches ist es schlichtweg brillant. Der Autor hat eine völlig stringente Argumentation aufgebaut, die er, mit einem roten Erzählfaden versehen, von Kapitel zu Kapitel verfolgt. Sein Ton ist sicher ungewohnt locker angesichts des Themas, aber dafür umso eindringlicher. Seine Beispiele sind zahlreich, und aus vielen Wissensgebieten gewählt. Und - er vertritt seine Thesen mit Leidenschaft. Was will man mehr von einem Sachbuch, das es ja schließlich ist?

Dieses Buch hat mich viele Dinge gelehrt. Erstens, dass sich Skeptizismus letzten Endes immer auszahlt. Zweitens, dass man Menschen misstrauen sollte, die von sich behaupten, "die Wahrheit" gepachtet zu haben. Drittens, dass Wissenschaft angreifbar sein MUSS, um glaubwürdig zu bleiben. Viertens, dass "Atheist" nicht gleichbedeutend ist mit "zügel- und moralloser Hedonist". Und fünftens, dass man über ernste Inhalte mit Witz und Verve sprechen kann.

Wohlgemerkt, ich sage immer noch nicht, dass ich dem Autor in allen Punkten zustimme! Sein einziges Manko ist, dass er die guten Seiten, welche die Religion schließlich auch hat, gegen Ende zu kurz abhandelt. Die Rolle von Imagination, Trost und Halt definiert er meiner Ansicht nach ein wenig zu kurz - bzw. er sagt uns Lesern nicht, was denn nun bei ihm diesen Platz einnimmt.

Vielfach wird ihm auch "Unversöhnlichkeit" vorgeworfen. Halt, hier erhebe ich Einspruch! Man muss bedenken, welche Zielsetzung dieses Buch verfolgt. Sein Autor sieht sich umzingelt von einer Kultur, die fanatisch der Religion einen Sonderstatus einräumt, an den sie schon lange nicht mehr selber glaubt. Wie soll man auf eine solche Paradoxie anders reagieren als mit drastischen Mitteln? Für mich völlig verständlich. Zumal er ja an keiner Stelle im Buch behauptet, nun seinerseits "die Antwort" zu wissen. Aber er will uns vor Augen führen, dass "Wahrheit" eben nicht so leicht zu haben ist. "Ich weiß, dass ich nichts weiß" - um mit Sokrates zu sprechen.

Sicherlich sollte man bei der Lektüre seinen Verstand ein- und nicht ausschalten. Auch würde ich das Buch keinem eingefleischten Theologen zu lesen geben. Oder vielleicht doch...? Eines weiß ich aber sicher: Richard Dawkins ist mir ungeheuer sympathisch, und hat mir Mut gemacht, selber zu denken.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufklärerisch, nicht nur polemisch., 26. April 2009
Von 
H. Stroe "Horst" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Taschenbuch)
Das Wort "Wahn" dürfte so manchen gläubigen Leser ärgern. Der aufgeklärte Leser wird an vielen Stellen seine eigenen Gedanken wiederfinden. Er wird erkennen, dass die Religion versucht, die Frage nach der Entstehung der Welt mit "Gott" zu beantworten, und damit eine weiteres Problem aufwirft: "Wie und wann ist Gott entstanden?"
Eigentlich hätte man bereits bei der Frage "wie und wann ist die Welt entstanden?" bei einem ehrlichen "wir wissen es nicht, wir forschen noch..." bleiben können und man hätte sich eine Menge dogmatischer Auswüchse erspart.
Es ist sehr erfrischend zu lesen, dass noch andersjemand daran glaubt, dass der Mensch auch ohne die Angst vor dem Fegefeuer gerecht und gefühlvoll ist.
Weitere Betrachtungen über die Anfänge des menschlichen Bewusstseins und die auch noch heute wirkenden psychologischen Mechanismen, helfen der Religiosität mit Verstehen zu begegnen, anstatt mit ängstlichem und blindem Glauben.

Angesichts der Abwehrhaltungen welche dieses Buch bei manchen auslöst, sollte noch bedacht werden, dass es nicht darum geht, dass alle religiösen Überlieferungen Humbug sind. Natürlich haben die religiosen Überlieferungen ALLER Völker zusammen mit den verschiedenen Sagen und Märchen einen unschätzbaren Wert für die Menschheit, weil sie ein kulurelles Zeugnis sind und uns etwas über die Gedankenwelt unserer Vorfahren mitteilen. In diesem Licht gesehen, bleiben die Überlieferungen ein interessantes Forschungsobjekt, welches mit Vernunft angegangen, uns viel über Psychologie und die Anfänge des menschlichen Denkens verraten.
Es ist ein Kennzeichen des Wahns, dass nicht mehr zwischen Realität und Wunschvorstellung unterschieden werden kann. DARUM geht es in Dawkins Buch.

Ein von Dawkins zitierte Werk vermittelt eine revolutionären und spannende Sichtweise auf uner Bewusstsein:
Der Ursprung des Bewußtseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche
Es gibt noch ein älteres Buch, welches sich auch mit den verschiedenen Stufen des Denkens befasst;
Die Grundlagen primitiven Denkens
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen emotionale Religionskritik, rational verpackt, 2. Juli 2013
Von 
Werner J. Kraftsik (am schönsten Teil des Rheines) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Taschenbuch)
Man merkt die persönliche Betroffenheit Richard Dawkins zum Thema Religion. Er versucht seine Abneigung wissenschaftlich zu untermauern, was ihm im wesentlichen gelingt, aber trotzdem Lücken aufweist und bei mir ein unbefriedigendes Gefühl hinterlasssen hat.
Alles in allem aber ein hervorragendes Buch, das die Unsinnigkeit der Kirchenaktivitäten bestätigt, aber die Beantwortung der Frage warum Menschen, unabhängig von der jeweiligen Religionsform, gläubig sind, nicht schlüssig beantworten kann.
Als Argumentation gegen Religionseiferer ein unentbehrliches Buch.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klare Schrift und Ansage, 18. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Kindle Edition)
Aussagen fundiert wiedergegeben.
Lerneffekt hoch.
Wissenvermittlung sehr gut.
Als Entscheidungshilfe sehr hilfreich.
Gibt Anregungen, sich ausführlicher mit dem Thema zu befassen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In Teilen ausgezeichnet argumentiert, manchmal redundant, 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Hörbuch-Download)
Welche Antworten gibt die Kirche auf die drängenden Probleme unserer Gesellschaft? Welche Rolle hatte die Kirche bei den prägenden Kennzeichen der westlichen Zivilisation, etwa wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit oder Recht auf Meinungsfreiheit? Verweigert sich die Kirche aus dem Verlangen nach Machterhalt gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft? Kann nur ein Gläubiger ein guter Mensch sein?
Nicht auf alle Fragen hat Dawkins eine Antwort, doch gibt er zahlreiche Denkanstöße, die eine Lektüre des Buches wert sind. Pleitgen liest sehr angenehm vor. Einen Stern gibt es Abzug, da das Buch bisweilen etwas redundant wirkt.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für ein Leben ohne Gott, 3. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Taschenbuch)
Hallali, da schlagen die Wogen hoch! Richard Dawkins angebliche Hasstirade auf die Religion entpuppt sich dann aber doch als Sachbuch. Naja, ein Sachbuch über Gott ist wohl auch schon Blasphemie. Egal. Der Wälzer ist Pflichtlektüre im 21. Jahrhundert, gerade weil die Erde wieder im Begriff ist, eine Scheibe zu werden...

Einzig wegen des Umfangs und wegen der Zitierwut des Autors gibts Punktabzug. Der "typische" Deutsche wird, wenn er "Der Gotteswahn" liest, sich an vielen Stellen fragen, was der Autor eigentlich für Grabenkämpfe ausgefochten hat und vor allem - wo. Einige Argumentationsketten sind in ihrer Selbstverständlichkeit fast schon lächerlich. Beginnt man als toleranter, aufgeklärter Mensch aber nebenbei, sich für Dawkins Zielgruppe zu interessieren, bekommt man manchmal schon Angst. Fundamentalismus ist nämlich nicht nur etwas für Menschen, die von rechts nach links schreiben...

Außerdem ist Dawkins strukturstiftendes Bemühen, Ordnung in die vielen Begriffe zu bringen, die als Glaubensdefintitionen herhalten müssen, sehr hilfreich für das eigene Selbstverständnis, um herauszufinden, was für ein -ist man eigentlich ist. Vielen Agnostikern wird das natürlich nicht gefallen, dass sie bei Dawkins mit den bösen Atheisten in einen Topf geworfen werden.

Für mich sind die moralischen und ethischen Gesichtspunkte des letzten Kapitels die wichtigsten, denn Dawkins versteht es meisterhaft, die "Probleme" eines Lebens ohne Gott und Jenseits umzudrehen. Es ist durchaus möglich, als nichtreligiöser Mensch seinen Nächsten zu lieben, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden, das Leben zu achten, einen Lebenssinn zu erkennen - und zu glauben... Auch Atheisten glauben, nämlich dass, was sie nicht wissen. Und wenn Glauben und Wissen subjektive Erfahrungen und Privatsache wären, dann wäre diese Welt eine Bessere und Richard Dawkins keine Hassfigur, nur weil er eine andere Meinung hat und die seine nunmal unstrittig besser begründen kann.
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Der Gotteswahn
Der Gotteswahn von Richard Dawkins (Taschenbuch - 11. September 2008)
EUR 9,95
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