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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leseempfehlung! Lux!
Der Ullsteinverlag hat in seinem Taschenbuchprogramm ein Kleinod versteckt. Wenn man an den richtigen Stellen reibt, fängt es an zu leuchten und zu strahlen und verdächtig zu glitzern. Manchmal ist es vor Lachen wegen der unfassbaren Ogórkowa ('Lux!'), und manchmal sind es die Tränen der kleinen Ola.

Ola, eigentlich Aleksandra, hat mit...
Veröffentlicht am 14. Juni 2012 von Pia Ziefle

versus
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 'Ruß und Chemie. Dreck und Gestank. Blei im Wasser. Verseuchtes Gemüse. [...]'
'Ruß und Chemie. Dreck und Gestank. Blei im Wasser. Verseuchtes Gemüse. [...] Was soll uns das bisschen Radioaktivität von den Russen denn da noch anhaben können?'

Inhalt:
Aleksandra (genannt Ola) ist sechs Jahre alt und täuscht mit Vorliebe ihren Tod vor. Sie lebt im Polen der 1980er Jahre, kennt Entbehrungen und Verzicht. Dann...
Veröffentlicht am 25. Juli 2012 von sabatayn76


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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leseempfehlung! Lux!, 14. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
Der Ullsteinverlag hat in seinem Taschenbuchprogramm ein Kleinod versteckt. Wenn man an den richtigen Stellen reibt, fängt es an zu leuchten und zu strahlen und verdächtig zu glitzern. Manchmal ist es vor Lachen wegen der unfassbaren Ogórkowa ('Lux!'), und manchmal sind es die Tränen der kleinen Ola.

Ola, eigentlich Aleksandra, hat mit acht Jahren (im Fiat Polski) ihre Heimat Polen verlassen, weil es davor eine Taufe gegeben hatte, zu der der Taufpate nicht erschienen ist, weil er rausgefahren ist und den senfgelben Fiat ein paar Wochen später an Olas Familie vermacht hat. Den Onkel muss man nun besuchen, im geheimnisvollen BRD, und natürlich nur für 14 Tage bleiben.

Es wird für immer sein.

Zum ersten Mal mit den Tränen kämpfen musste ich an dieser Stelle: Am ersten Schultag raubt der verhaltensauffälligste Junge den Ola je gesehen hat, ihr genau den Marsriegel, den sie soeben erst von der Lehrerin bekommen hat, weil sie kein Pausenbrot hat. Sie sagt zu diesem Jungen den einzigen deutschen Satz, den sie kann: 'Ich habe kein Geld.' Und er? Er gibt ihr den Riegel nach der Schule wieder zurück, ziemlich zerknautscht und sagt 'ich habe auch kein Geld.'

Es ist der Beginn einer Geschichte, die ich nicht verraten will.
Und es ist eine der Szenen, in der das Erzähltalent von Alexandra Tobor in aller Deutlichkeit zum Vorschein kommt.
So viele Stellen, an denen es schimmert und feine Bilder eingewebt sind in die Berichte vom neuen Alltag in jenem Paradies, das am Anfang der Geschichte, im Quellekatalog in Omas Keller in Polen noch so verheißungsvoll ausgesehen hatte.

Ich empfehle das Buch ausnahmslos jedem.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwungvolle Unterhaltung für das Kind in uns, 7. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
Das Buch lässt sich in einem Schung durchlesen - man lacht und leidet mit der kleinen Ola und freut sich riesig über Dominik und die Oma und all die liebenswerten Gestalten, die Alexandra für einen entwirft. Das Buch ist kein bemüht genauer Dokumentar-Roman über das Polen von 1989 oder die friedliche Revoloution sondern eine wunderbare Geschichte für das Kind in uns. Es ist eine universelle Geschichte über das erwachsen werden. Und deswegen um so lesenswerter!

Weiter so Alexandra! Ich warte auf die Fortsetzung und ich hoffe Dominik kommt wieder drin vor!
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Paradies aus dem Versandhauskatalog., 20. Juni 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
Die gewitzten, wie auch tiefsinnigen Äußerungen von Alexandra Tobor alias @silenttiffy verfolge ich schon fast drei Jahre auf Twitter. 'Wer kleine Kunstwerke in 140 Zeichen packt, dessen Bücher müssen einfach Freude beim Lesen machen ', dachte ich und war voller Erwartung auf ihr erstes Buch.

Nun ist es endlich erschienen. Es trägt zwar den etwas sperrigen Titel "Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer", dafür ist die Coverillustration sehr gelungen und ich platzte bald vor Neugier in Erwartung des Inhaltes.

Gleich auf den ersten Seiten wurde mir klar, dass der Roman voller skurriler Begebenheiten und schrulliger Menschen sein wird. Das Lesen ging immer schneller, bis das Buch plötzlich ausgelesen war. Mein Herz pochte, das Kopfkino lief auf Hochtouren.

Es ist eine Migrationsgeschichte, die in Polen im Jahr 1986 beginnt. Drei Jahre später, soll die Familie der inzwischen achtjährigen Alexandra, genannt Ola, kurz vor der Wende den polnischen Onkel in Westdeutschland besuchen. Den "Goldenen Westen" kennt das Mädchen jedoch bisher nur aus dem Versandhauskatalog. In Deutschland angekommen, kommt es zu einem Kulturschock, den nicht nur Ola, sondern auch die Eltern verdauen müssen. Nur ihr kleiner Bruder bekommt das alles noch nicht so mit. Olas Erkenntnis kommt recht bald, dass Westdeutschland gar kein Paradies ist, wie es der Versandhauskatalog vorgab und das westliche Gold teilweise auch schon arg abgebröckelt ist.

Die Story wird aus Olas Sicht erzählt, was dem Lesen unheimlich gut tut, denn man fiebert so viel stärker mit dem Mädchen mit. Es gibt Situationen, da muss man einfach lachen, an anderen Stellen schmunzeln und einige Male bleibt das Lachen im Halse stecken. Diese Wohldosiertheit macht den Charme dieses Romans aus. Vorurteile gegenüber anderen Kulturen werden ausgesprochen, widerlegt oder bestätigt. Feine Ironie durchzieht die Story und jeder bekommt sein Fett weg. Der Eine mehr, der Andere weniger. Alexandra Tobor hat eine unglaublich feinsinnige Art von Humor. Einfach köstlich.

Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Geschichte belehrend, aber sie regt zum Nachdenken an. Es ist ein Buch für das Herz, für die Erinnerungen an die turbulente Zeit, als die Mauer fiel und viele von Heute auf Morgen eine neue Kultur kennenlern(t)en (mussten). Dennoch bleibt die Grundidee der Story aufgrund der Thematik immer aktuell.

Ich kann dieses grandiose Buch jedem uneingeschränkt empfehlen.

Zwei Wermutstropfen jedoch bleiben: Ich träumte letzte Nacht von Oma Gretas Haarturm und zweitens stellt sich die Frage: Wie lange müssen wir auf das nächste Buch warten?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Witzig und charmant, 13. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
„Sitzen vier Polen im Auto“ erzählt die Geschichte der kleinen Alexandra, genannt Ola, die mit ihrer Familie zunächst im kommunistischen Polen lebt. Ihr Onkel Marek „fährt raus“, d.h. er flieht in den Westen in die BRD. Ola kennt dieses Land nur aus dem Quellekatalog und möchte ihm unbedingt folgen. Zwei Jahre später wird ihr Traum war und sie reist mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder „nach BRD“. Doch dort erwartet sie nicht nur das ersehnte Konsumparadies, die Familie hat natürlich auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Die Geschichte wird aus der Sicht Olas erzählt. Kinder haben ja eine etwas naive Sicht auf die Welt und erklären sich die Phänomene, denen sie begegnen, auf ihre Art. Das ist im Fall von Ola oft zum Schmunzeln und macht den Reiz des Buchs aus. Besonders gut gefallen hat mir auch Olas Großmutter Greta, eine resolute Frau, die ihren Weg geht und dabei wenig Rücksicht auf andere nimmt. Doch für ihre Familie macht sie alles möglich. Die Anekdoten sind witzig beschrieben, ich musste beim Lesen oft Schmunzeln. Trotzdem werden auch einige ernste Themen angesprochen, so zum Beispiel die Vorurteile vieler Deutscher gegenüber den Polen oder die Bedingungen in den Notunterkünften der Aussiedler. Ich hätte mir trotzdem manchmal noch ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, besonders in Bezug auf das Auswandern aus Polen. Heimweh wird zum Beispiel überhaupt nicht angesprochen.
Manchmal waren mir die Charaktere etwas zu klischeehaft, aber das reißt Oma Greta wieder raus, den sie passt wirklich in keine Schublade. Insgesamt ist das Buch eine nette Lektüre für zwischendurch und erhält dafür von mir 4 Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr lesenswert!, 1. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
1986 wohnt die sechsjährige Aleksandra genannt Ola, im kommunistischen Polen. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie ein eher bescheidenes Leben mit vielen Entbehrungen. Eines Tages findet sie in dem Keller ihrer Oma einen Quellekatalog. Dieses 'goldene Buch' wird zu einem Heiligtum und lässt das für sie grau verrußte und triste Polen einfach nur noch unerträglich erscheinen. Sie beschließt auszuwandern in diese 'Anderswelt', wo alles blitzt und blinkt. Mit einem kleinen Säckchen voll Kartoffeln, Ausschnitte aus dem Quellekatalog, die sie als Papiere für die Grenze braucht und einer leeren Dose Coca Cola (in der BRD hat jeder seine eigene Dose), die sie gegen ein uraltes Briefmarkenalbum ihres verstorbenen Großvaters eintauschte, macht Ola sich auf den Weg Richtung Grenze. Doch sehr weit kommt sie nicht. All ihre Hoffnungen, auf ein Leben in der Welt des Quellekataloges beraubt, kehrt sie zu ihrer Familie zurück. Doch eines Tages gibt es für sie erfreuliche Nachrichten. Ihr Onkel ist in die BRD 'rausgefahren' und Olas Familie wird ihn besuchen. Kaum in der verlockenden westlichen Welt angekommen, beschließen sie, für immer dort zu bleiben, denn hier liegt ihnen ein augenscheinlich besseres und leichtes Leben zu Füßen.
Ola erscheint das Leben in der BRD anfangs wie ein Paradies. Es ist bunter als in Polen, es gibt schönere Autos und Spielzeug in Hülle und Fülle. Selbst aus den Schornsteinen steigt, anstatt der dunkelgrauen stinkenden Wolken wie in Polen, leichter rosafarbener Rauch auf wie Zuckerwatte. Jedoch muss sich auch Ola irgendwann eingestehen, dass hier vieles mehr Schein als Sein ist und man trotz des bunten Angebotes sich vieles erarbeiten muss.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Ola, ein sehr lebhaftes und fantasievolles Mädchen, das gerne seinen Tod vortäuscht, um unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen. Der Leser begleitet Ola durch verschiedene Etappen ihres jungen Lebens. Zum Anfang erfährt er ein bisschen über ihre Kindheit in Polen. Baut Luftschlösser mit ihr und sehnt sich nach der Anderswelt aus dem Quellekatalog. Ola berichtet dann etwas später mit kindlicher Naivität über das Auswandern in die BRD, und konfrontiert den Leser mit Sprachbarrieren und Vorurteilen, aber auch mit vielen lustigen Missverständnissen zwischen zwei Kulturen.

Alexandra Tobor beschreibt sehr anschaulich und humorvoll die teutonischen Abenteuer einer polnischen Auswandererfamilie, berichtet von sozialen Missständen, Vorurteilen und Unterschieden zwischen polnischer und deutscher Kultur. Auch von ungenutzten Möglichkeiten und verletztem Stolz. Durch Olas kindliche Sichtweise wird das ganze gefiltert und wirkt dadurch nicht all zu mahnend. Auch Oma Greta, mein Lieblingscharakter neben Ola, sorgt mit ihrem Wesen für eine ordentliche Portion Sarkasmus und macht diesen Roman zu einem kurzweiligen Lesegenuss.

'Sitzen vier Polen im Auto' hat mich oft an die Leichtigkeit meiner Kindheit erinnert. Daran dass für mich, nach der Grenzöffnung, ein kleiner Kiosk mit Süßigkeiten und Nippes das Himmelreich auf Erden war.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kindermund mal anders, 30. Juli 2012
Von 
matheelfe - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
Ola ist 6 Jahre alt, als sie einen Quellekatalog in die Finger bekommt. Für das polnische Mädchen präsentiert er ihr in ihrem Alltagsgrau eine Wunderwelt.
Nach der Geburt ihres Bruders erzählen sich die Erwachsenen, dass Mark, ein Onkel rausgefahren ist. Blad startet auch Ola mit ihren Eltern zu einer Reise in die BRD.
Die Autorin erzählt die Erlebnisse des Mädchens Ola in Polen und bei ihrer Ankunft in der BRD. Die Ich-Erzählerin berichtet anschaulich und für mich als Leser nachvollziehbar. Der Kindermund ließ mich an vielen Stellen schmunzeln.
Doch spätestens mit der Ankunft in der BRD gab es nicht nur heitere Augenblicke. Die Eltern von Ola waren Ingenieur und Lehrerin. In Polen hatten sie ein kleines Häuschen besessen. Nach der Ankunft in Deutschland wartet ein Aussiedlerheim auf sie. Olas Vater hat deutsche Bewerbungsgespräche nie kennengelernt. Da er sich und sein Können nicht verkaufen kann, findet er lange keine Arbeit. Ola wird wegen ihrer Kleidung und ihres Aussehens in der Schule gemobbt.
Eine der tragenden Figuren der Geschichte ist Oma Greta. Die resolute Frau hatte schon in Polen das Zepter in der Hand. Als sie zu Besuch nach Deutschland kommt, findet sie auch hier die richtigen Ansprechpartner. Ihre Ideen sorgen dafür, dass die Familie eine eigene Wohnung erhält. Ola kann die Schule wechseln.
Deutlich wird die unterschiedliche Mentalität der beiden Völker. Obwohl Olas Eltern mit jedem Pfennig rechnen müssen, geht ihnen Gastfreundschaft über alles. Mir hat gefallen, dass sie ihre Identität nicht aufgegeben haben. Schnell mussten sie aber begreifen, dass auch das erträumte Deutschland seine Schattenseiten hat.
Das Buch lässt sich zügig lesen. In weiten Teilen dominiert ein humorvoller Stil. Durch Kindermund wird das Leben so beschrieben, wie sie es ihrem Alter entsprechend empfunden.
Gleichzeitig hält uns das Buch einen Spiegel vor. Zählt wirklich nur der äußere Schein? Ist Markenkleidung das Maß aller Dinge? Ola hat ihren Weg gefunden. Und sie hat Freunde, denen sie vertrauen darf.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, es aber dennoch tut, damit es nicht so schnell zu Ende ist!, 19. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
"Sitzen vier Polen im Auto" ist für mich ein Buch, das nach Vanillemilch duftet, ein Buch, bei dem ich schon vor 2 Jahren wusste, dass ich am Tag nach der Amazonversandmitteilung zu Hause bleiben muss, um es persönlich zu empfangen, denn vor 2 Jahren war ich auf einer Lesung und kam mit den ersten, zarten Kapiteln dieses Buches in Berührung. Schon damals hat mich Alexandra Tobor mit ihren Worten sofort gefangen. Ich hatte Bilder im Kopf und Gerüche. Meine Erwartungen waren nach dieser Lesung sehr hoch. Sie wurden nicht enttäuscht.

Es ist ein Buch, das ich am liebsten sofort am Stück durchgelesen hätte, mich aber zügelte, damit es nicht so schnell vorbei ist. Ein Buch mit einem Titel, der leider nicht ansatzweise die "Großartigkeit" des Inhalts transportiert, ein Buch, das ich empfehlen möchte, da es mir wirklich, wirklich gut gefällt.

Ich bin ein großer Fan von Alexandra Tobors Phantasie und der Umschreibung, wie Kinder mit ihren naiven Köpfchen die Welt sehen. Kinder, die wir ja auch mal waren, mit Ansichten und Beobachtungsweisen, die die meisten von uns längst vergessen oder verlernt haben. Zudem muss man sehr viel grinsen, denn es ist höchst Erwachsenhumortauglich und zaubert immer wieder viele Bilder und Düfte in den Kopf. Wohlige Bilder und Düfte.

Es sei kurz erwähnt, dass ich im Westen aufwuchs, noch nie in Polen war und die DDR erstmals besuchte, als sie bereits 'ehemalig' war. Als damals die Mauer fiel, habe ich das erste Mal wirklich wahrgenommen, dass es nicht jedem Menschen so gut geht wie 'uns'. Damals war ich neun, etwas älter als Protagonistin "Ola", als sie auswanderte, aber viele Beobachtungen in diesem Buch erinnern mich an meine Gedanken, als ich kurz nach dem Mauerfall die DDR besuchte. Bei mir war es nur eben andersrum. Ich kannte das Schöne und traf auf Wellblechhütten. Ich erwähne dies, da in manchen Rezensionen aufgegriffen wird, dass man in Ostdeutschland aufwuchs und entweder ähnliche Erfahrungen machte, oder es gut nachvollziehen kann, aber auch für "Menschen aus dem Westen", die mit Bananen und Kiwis aufwuchsen, ist dieses Buch sehr lesenswert. Eben weil es andere Einblicke schafft, weil es so humorvoll und sympathisch geschrieben ist, dass ich an manchen Stellen freudig quieken wollte (und es teilweise auch tat). Nebenbei regt es auch zum Nachdenken an, aber eher dann, wenn man es auch zulässt, denn die moralische Keule wird nicht geschwungen.

Sollten Sie tiefer ins Detail gehen wollen, lesen Sie weitere Rezensionen, denn das Buch ist wirklich gelungen und die Rezensionen werden es zeigen. Alle. Da bin ich sicher.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine abslout rührende und realitätsnahe Geschichte, 6. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
In "Sitzen vier Polen im Auto" erzählt Alexandra Tobor, wie sie, wohnhaft auf dem polnischen Land, zum ersten Mal einen Quelle-Katalog sieht, sich sofort in diese BRD verliebt und davon träumt, auch einmal in dieses Traumland zu reisen.

Ola hat mit ihren jungen 8 Jahen noch nie zuvor von der BRD oder "Dojczland" gehört, bis ihr Onkel eines Tages mit neuen Kleidern und einem neuen Riesenauto - einem Mercedes - aus Deutschland angereist kommt. Auch eine Schulkameradin sticht dadurch hervor, dass sie ganz andere Kleider trägt und ein viel hübscheres Federmäppchen besitzt, da ihr Vater bereits in Deutschland arbeitet - bald zieht auch die Familie nach. Ola sammelt leere Haribo-Verpackungen und Coca-Cola-Dosen als wären es kostbare Schätze aus einer anderen Welt. Mit dem Glauben, dass Gummibärchen in diesem Land auf Bäumen wachsen und Geld auf der Straße liegt, träumt sie davon, auch einmal in dieses Land zu ziehen. Und eines Tages ist es schließlich fast soweit: mit ihren Eltern und ihrem Bruder Tomek fährt sie in einem Maluch los, um Onkel Marek zu besuchen. Erst geht es in die DDR, dann in die BDR. Der erste Schock ist ein deutscher Gottesdienst, der mit einer polnischen Messe unvergleichbar ist (auch ich finde das unvergleichbar!), doch nach anfänglichen Schwierigkeiten beschließt die Familie, in Deutschland zu bleiben. Ein Emigrantenlager mit drei Mahlzeiten aus einer Aluschale ist für die polnische Familie bereits dem Paradies nahe. Und so beginnt die Geschichte, wie sich eine polnische Familie, die kein Deutsch kann, so langsam in Deutschland niederlässt und sich ein neues Zuhause schafft.

Für mich persönlich ist diese Geschichte mehr als nur eine Geschichte. Sie behandelt wohl die Gefühle und das Leben vieler Polen, die Anfang der 90er Jahre nach Deutschland ausgewandert sind - so wie meine Eltern. Auch mein Vater hat leere Cola-Dosen gesammelt, eine ganze Sammlung hatte er damals, erzählt er mir. Und für meine Mutter waren die Kleider aus der DDR, die ihr jemand mitgebracht hatte, so kostbar wie zehn Diamanten. Und auch sie sind direkt nach der Hochzeit mit ihrem Maluch ins Ungewisse gefahren. Erst nach Berlin, dann auch in ein Lager, dann kam auch eine Sozialwohnung mit vielen anderen Ausländern, der Deutschkurs, usw. Für mich waren es nur Erzählungen meiner Eltern, doch jetzt kann ich mir deren Geschichte noch mehr vorstellen - vor allem wie schwer es doch sein musste, ohne die Familie und ohne das gute polnische Essen - was einfach sehr viel besser ist, als deutsches!

Eine sehr rührende und realitätsnahe Geschichte, die den Lesern hohe Familienwerte vermittelt und einen beeindruckenden Zusammenhalt der Familie und der Menschen. Wären viel mehr Menschen weltweit so, gäbe es eventuell eine bessere und friedlichere Welt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte voller Kindlicher Naivität und viel Humor, 22. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
Meine Meinung:
Ein richtig schönes Buch über eine Polnische Familie und der Weg in die BRD. Das Buch ist aus Sicht von Ola erzählt und daher oft kindlich Naiv. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die ich Erzählung aus Olas Sicht ist einfach super passend für dieses Geschichte, sie zeigt eine ganz neue Perspektive der Vorkommnisse, als wenn wir nun von einer Erwachsenen Person erzählt bekommen haben. Kinder nehmen die Umwelt eben ganz anders war und es sind ganz andere Dinge wichtig.
Auch die Familie von Ola ist sehr liebenswürdig dargestellt, es macht spaß mit ihnen zu fühlen und zu entdecken. Da die Geschichte ein offenes Ende hat, bleibt die Spannung, was wird aus den Freunden, wie lebt sich Ola als Teenager ein? Wird sie noch Probleme in Deutschland haben? Wie wird es mit den Eltern und den Arbeiten weiter gehen? Kommt Oma Greta auch irgendwann ganz nach Deutschland?
Ich bin auf das Nachfolgende Band sehr gespannt.

Charaktere:
Aleksandra, welche nur Ola, oder auch mal Alexis genannt wird ist zu Anfang des Buches 6 Jahre alt, zum Ende hin feiert sie ihre heilige Kommunion.
Oma Greta kann eigetlich gut deutsch, sie arbeitete damals als Hausmädchen bei einer deutschen Familie und ging auch in einer Deutschen Schule, jedoch wurde später Deutsch in Polen verboten, daher lernten es ihre Kinder nicht mehr.
Mama Danuta und Papa Pawel, sind Olas Eltern und wollen erst nicht in die BRD auswandern, nachher hat nur noch der Vater zweifel, doch nachdem sie Onkel Marek schon besuchen, bleiben sie dort.
Bruder Tomek wird noch in Polen geboren. Er ist ca 6-7 Jahre jünger als Ola.
Onkel Marek zieht als erstes in die BRD, davon erfährt Ola bei der Taufe ihres Bruders unterm Tisch. Er kommt sie später mit einen Mercedes besuchen und versucht die Familie zu überreden mit in die BRD zu fahren. Doch Olas Eltern wollen nicht. Später besuchen sie Onkel Marek und bleiben schließlich doch dort.
Die Ogórkowa bestehen aus den Eltern Dorota und Damian und zwei Kinder Bajtek und Isaura, sie sind nicht sehr gebildet und für sie ist alles in Deutschland “Lux” und Sperrmülltag wie Weihnachten. Sie handeln mit Sachen die sie dort finden, reperieren oder lassen es reperieren und verkaufen es dann. Bajtek ist Ola's erste große Liebe, aber er verliebt sich in eine Deutsche, was Ola ihr kleines Herz bricht.
Dominik ist ein Raudi, er geht in Olas Klasse. Er ärgert sie und ist sehr schlecht in Deutsch und geht daher auch in den Förderunterricht wo auch Ola drin ist. Er klaute ihr zwar ein Marsriegel, gibt es aber später wieder. Seine Mutter schert sich kaum um ihn, oft steht er im Regen vor der Türe. Daher nimmt Olas Papa ihn einmal mit zu sich in die Barrake. Er und Ola schließen Freundschaft, doch als Ola wegzieht wird er wieder zum Raudi der kein Wort mit ihr Redet.
Am Ende jedoch lebt er bei seine Oma und kommt Ola mit den Rad an ihrer Kommunion besuchen.

Cover:
Auf den Coder sieht man ein Auto (wohl einen Polski Fiat 126p), erahnt vier Personen drin und auf den Dachträge jede menge Gepäck, im Hintergrund das Berliner Tor. Eben 4 Polen im Auto richtung Deutschland. Passt eben zum Titel. Der Titel wurde jedoch vom Verlag, nicht von der Autorin ausgesucht, jedoch finde ich, passt er sehr gut auch zum Inhalt, auch wenn es nur den Ersten Teil des Buches benennt.

Fazit:
Ein echt schönes und gut geschriebenes Buch, es hat echt Spaß gemacht zu lesen. Ja ich freue mich auch schon auf das zweite Buch, was die Autorin in der Leserunde schon angekündigt hat. Die kleine Ola ist einen richtig an Herz gewachsen, aber auch Oma Greta ist eine tolle Figur im Buch. Ich hab das Buch regelrecht verschlungen und bin ich froh bei der tollen Leserunde dabei gewesen zu sein, der austausche mit anderen und der Autorin waren einfach klasse.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick in die Immigranten-Seele oder die zwei Gesichter des Wohlstands, 19. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer (Taschenbuch)
Getrieben von Perspektivlosigkeit, Mangelernährung ihrer Kinder und dem Drängen von „Onkel Marek“ reisen Alexandras Eltern nach Deutschland. Vor Ort wollen sie entscheiden, ob sie in dem Land bleiben oder nach Polen zurückkehren. Tochter Alexandra ist angesichts der Aussicht, in die BRD zu kommen, überglücklich. Alles was sie zuvor über das Land durch Erzählungen und Kaufhauskataloge in Erfahrung bringen konnte, verspricht ihr ein Paradies, in dem es nicht nur wundersame Spielsachen und farbenfrohe Kleidung, sondern auch Coca Cola und Haribo gibt. Für das Kind, das bisher nur Armut und wirtschaftlichen Verfall erlebt hat, ist dies eine große Verlockung.

Die ersten Eindrücke in Deutschland sind für die Familie so überwältigend, dass sie beschließt, zu immigrieren. Für die Eltern, einen Ingenieur und eine Lehrerin, ist jedoch der Weg über das Auffanglager und eine Notwohnung steinig. Er führt sie durch Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg und zwingt sie, auf engstem Raum mit Menschen aus verschiedensten sozialen Schichten zusammen zu leben. Die Eltern fühlen sich in dieser Situation gegenüber ihren Verwandten und Bekannten in Polen sowie ihren eigenen Kindern als Versager. Erst der Umzug in eine Sozialwohnung und die neue Arbeitsstelle des Vaters beenden die aus Sicht der Eltern unerträgliche Lebenssituation.

Alexandras Mutter sind die deutsche Sprache und die Verhaltensweisen der Deutschen befremdlich. Sie erfährt auch Ablehnung von bereits länger in Deutschland lebenden Polen. Die Ratschläge, die die Mutter Alexandra gibt, sind zwar für die polnische Kultur angemessen, für deutsche Verhältnisse jedoch lebensuntauglich. Zu sehr sind Alexandras Eltern auf Höflichkeit und Konfliktvermeidung bedacht. So schafft es Alexandra auch nicht, sich gegen Klassenkameradinnen zur Wehr zu setzen, die für Alexandra und ihre Familie nur abschätzige Äußerungen übrig haben.

Immer wieder erwachsen in der Geschichte von Alexandra Zweifel an den Segnungen des Materiellen. Als die zusammengewürfelten Immigranten-Kinder noch keine Spielsachen haben, spielen sie in trauter Einigkeit mit dem, was sich ihnen bietet. Nachdem sie Spielzeuge geschenkt bekommen, dominieren unter ihnen Missgunst und Streit. Auch später währt die Freude über neues Mobiliar oder ein neues Kleid bei Alexandra nie lange, denn zu schnell werden die neuen Errungenschaften durch noch bessere Markenartikel anderer Kinder in den Schatten gestellt.

Zuspruch erfährt Alexandra insbesondere von ihrer Großmutter, die jeder Lebenslage trotzt, über unbeschränktes Durchsetzungsvermögen verfügt und stets über den Dingen zu stehen scheint. Glückliche Momente erlebt Alexandra mit Ihren Freundinnen, die sie nach dem Umzug in die Nachbarstadt in der Schule findet, und mit dem Außenseiter Dominik, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und Alexandra und ihre Familie cool findet.

An der Oberfläche beschreibt die Autorin auf humorvolle Weise die Erlebnisse und Skurrilitäten einer polnischen Aussiedlerfamilie in Deutschland. Darunter finden sich ernsthafte und zum Nachdenken anregende Motive, wie der Kampf um soziale Anerkennung und das trügerische Versprechen von Glück durch materiellen Wohlstand.
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Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer
Sitzen vier Polen im Auto: Teutonische Abenteuer von Alexandra Tobor (Taschenbuch - 8. Juni 2012)
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