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638 von 748 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues aus dem Krankenhaus
Eigentlich ist das Buch gar nicht so schlecht. Dabei ist es überhaupt nicht erotisch. Zwar liest man viel über weibliche Geschlechtsorgane und alle Arten von Körperflüssigkeiten. Aber beim Lesen erinnerte mich das nicht an das Thema Sex, sondern an die netten Gespräche in der Mensa an der Uni, wenn meine guten Freunde aus dem Fachbereich Medizin...
Veröffentlicht am 7. März 2008 von Niclas Grabowski

versus
231 von 263 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer zuerst k.tzt, hat verloren.
Leider fühlt man sich bei so einem Buch als Allererstes genötigt, klar und deutlich zu sagen: ich hab überhaupt kein Problem mit Pornographie in Wort und Bild - ganz im Gegenteil. Was Frau Roche da verbal über den Leser erbricht, hat mit befreiter Unzimperlichkeit in sexueller Hinsicht allerdings so oder so nicht viel zu tun. Das einzige Prinzip, das...
Veröffentlicht am 27. März 2008 von K. Wölfel


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231 von 263 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer zuerst k.tzt, hat verloren., 27. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Leider fühlt man sich bei so einem Buch als Allererstes genötigt, klar und deutlich zu sagen: ich hab überhaupt kein Problem mit Pornographie in Wort und Bild - ganz im Gegenteil. Was Frau Roche da verbal über den Leser erbricht, hat mit befreiter Unzimperlichkeit in sexueller Hinsicht allerdings so oder so nicht viel zu tun. Das einzige Prinzip, das hier zu herrschen scheint, ist: soviel Ekel wie nur möglich beim geschundenen Rezipienten zu erzeugen, um dann das mitleidig-herablassende Urteil "Du bist verklemmt und unlocker" niederkrachen zu lassen. Wer also ein Problem damit hat, sich mit Fäkalien, herausoperierten Hämorrhodien, Popel und anderen Köstlichkeiten einzuschmieren und selbige zu konsumieren, ist für Frau Roche voll uncool und hat mal echt ein Problem mit Körperlichkeit und Lockerheit. Aha. Ok. Ja dann, hau rein, Charlotte.
Dass ich ein Buch beim Lesen derartig auf physische Distanz (durch maximales vom-Körper-Weghalten) bringen musste, um mich nicht dauernd zu übergeben, hab ich das letzte Mal bei "American Psycho" erlebt. Und das war dann wenigstens noch ein gutes Buch.
Um es mit Bernd Begemann zu sagen: "Ich glaub, Du findest das 'rockig'... Ich find's einfach nur eklig."
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1.082 von 1.269 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Medienhype olé, 9. März 2008
Von 
A. Fromme "afromme" (Hövelhof) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Es hat Vorteile, ein Feuilletonliebling zu sein. So wurde schnell eine breite Öffentlichkeit auf das Buch aufmerksam und man durfte sehen, wie ausgerechnet bei Johannes B. Kerner über Schamlippengrößen gesprochen wurde.

Aber worum dreht es sich bei dem ganzen Rummel - um ein Buch mit einem vernachlässigbaren Plot (18-Jährige kommt ins Krankenhaus, erzählt von einigen ihrer Fetische, verliebt sich in den Pfleger), das angereichert ist mit Beschreibungen möglichst vieler Dinge, die landläufig als eklig betrachtet werden. Das ganze ist dabei so plakativ geschrieben, dass mich nach anfänglicher Freude über einige lustige Passagen recht schnell die Langeweile packte. Schließlich läuft auch der Humor zu oft nach dem recht schnell durchschaubaren Schema "trockener Kommentar auf merkwürdigen/komplizierten Sachverhalt". Das verliert dann auch seinen Charme.

Insgesamt bleibt der Eindruck, dass Roche hier versucht, möglichst plakativ über abseitige Praktiken zu schreiben, um so möglichst viel Ekel zu erzeugen, den sie dann wiederum - nach dem Motto "wenn man sich vor so etwas ekelt, ist man unentspannt" - thematisieren kann. Alles wird möglichst langwierig beschrieben und - übertragen gesehen - in Großaufnahme gezeigt. Erinnert mich ein bisschen an die Faszination und Neugier, mit der Kinder die Überreste eines überfahren Froschs begutachten. Das auf gut 200 Seiten ausgebreitet ist aber doch eher öde.

Noch ein Vergleich? Gern - Jahrmarktfreakshow in einem Tim Burton-Film. Mit großer Ankündigung werden da Dinge gezeigt, die nur deshalb ziehen, weil man über den Ekel der Zuschauer Bescheid weiß - und letztlich gehen alle Zuschauer nach Hause, im frohen Gewissen "normaler" als die Freaks auf der Bühne zu sein.

Von dem in Interviews oft erwähnten quasi-aufklärerischen Anliegen bleibt somit nichts mehr übrig.
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638 von 748 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues aus dem Krankenhaus, 7. März 2008
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Eigentlich ist das Buch gar nicht so schlecht. Dabei ist es überhaupt nicht erotisch. Zwar liest man viel über weibliche Geschlechtsorgane und alle Arten von Körperflüssigkeiten. Aber beim Lesen erinnerte mich das nicht an das Thema Sex, sondern an die netten Gespräche in der Mensa an der Uni, wenn meine guten Freunde aus dem Fachbereich Medizin wieder mal über eiternde Wunden, von Kieferchirurgen geklaute Köpfe und kuriose Sexunfälle sprachen, während sie sich eklig grünen Yoghurt reinlöffelten.

Tatsächlich spielt das Buch auch wirklich im Krankenhaus. Wir lesen von einer jungen Frau, die sich permanent mit ihrem Körper beschäftigt. Und dazu gehört auch die Beschäftigung mit den Dingen, die dieser Körper ausscheidet oder auf andere Weise verliert. Und immer wieder geht es auch um das Thema Sex, um den heißen Pfleger und Erfahrungen beim Rasieren von intimen Zonen. Schließlich hat eine gescheiterte Intimrasur den Krankenhausaufenthalt verursacht. Es bleibt aber nicht nur bei heute allgemein üblichen Badezimmerhandlungen. Es ist buchstäblich schmutzig, was wir hier lesen. So sehr, dass man nach einer Weile wirklich genervt ist. Denn die Traktate über einige der Körpersäfte wiederholen sich gelegentlich.

Leider gelangt man zur wirklichen Aussage des Buches, zu der eigentlich erzählten Geschichte, erst dann, wenn man sich trotzdem durchbeißt und weiterhin aufmerksam auf jeden einzelnen Satz achtet. Das fällt schwer. Bei Seite 130 war ich so weit, dass ich die Lust verlor. Aber weiter zu lesen und sich etwas zu quälen, war dann doch richtig. Denn die Autorin hat hier durchaus mehr untergebracht, als man zuerst vermutet. Es fällt auf, dass die soziale Umgebung dieser Patientin extrem beschränkt ist. Da gibt es Mutter und Vater, beide allerdings geschieden. Ein Bruder, der erst ganz spät im Buch zu Besuch kommt. Mitschüler gibt es wohl, aber sie kommen nicht im Krankenhaus vorbei. Von Männern hört man zwar in den Erzählungen der Protagonistin, aber sie bleiben blass wie unbewiesene Behauptungen. Besuche natürlich Fehlanzeige. Natürlich kein fester Freund. Und soviel hat der heiße Pfleger aus dem Krankenhaus auch nicht zu erzählen. Schrittweise und in wenigen, einzelnen Sätzen erfährt man dann das Drama hinter der Familie. Ein Selbstmordversuch. Der neurotische Katholizismus der Mutter. Die Scheidung. Die Sprachlosigkeit. Und man ahnt, welche Auswirkungen dies auf das Leben der Patientin hat. Schrittweise verwandelt sich der coole Umgang mit dem eigenen Körper in Selbstzerstörung.

Was hier erzählt wird, ist natürlich das Schicksal einer Patientin mit Borderline Syndrom. Nur das hier die Selbstverletzungen nicht mit Klingen sondern mit Keimen erfolgen. Da hilft es auch nicht, dass die Protagonistin sich selbst immer wieder als geile Schlampe darstellt. Denn das Buch ist zwar aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber die Ereignisse sind doch zu klar, als dass man die Krankheit ignorieren könnte. Und selbstverständlich wird sie schlimmer im Verlauf des Buches. Bis zum Höhepunkt und Schluss hin. Die Ratio, das eigene Erleben und die Gefühlswelt hinter dem selbst verletzenden Verhalten der Patientin, ist hier wirklich überzeugend und schlüssig dargestellt.

Als Roman ist das Buch aus meiner Sicht dennoch gescheitert. Die Geschichte ist mir dann doch etwas einfach gestrickt. Eine gute Situations- und Charakterbeschreibung macht noch keinen Spannungsbogen. Und die Beschreibungen des scheinbar so coolen Umgangs mit dem eigenen Körper sind zu lang geraten und wohl auch für viele Leser missverständlich. Ich habe den Verdacht. dass dies nicht so sehr an der Intention der Autorin liegt, sondern an der Verkaufsstrategie des Verlages. Mit dem Schlampenimage verkauft sich das Buch einfach besser als über die psychische Erkrankung einer jungen Frau. So erhält man dann einen redaktionellen Artikel in der Zeit und in der Bildzeitung. Und auch die Aussage der Autorin, die Protagonisten sei zu 70% sie selbst, möchte ich mal vorsichtig ins Reich der Verkaufsstrategie verweisen. Denn erstens gönne ich der Autorin ein besseres Leben, und zweitens geht es im Buch um eine 18jährige Schülerin und nicht um eine Bücher schreibende Mutter von Ende 20 mit erfolgreicher Medienkarriere. Hätte man also einfach die scheinbar so coolen Sexpassagen gestrichen, hätte man ein kürzeres, intensiveres, klareres Werk vor der Nase gehabt. Allerdings wohl eher eine Kurzgeschichte als einen Roman.

Fazit: Wer in seinem Leben auf nichts anderes stolz sein kann als nur auf seine Orgasmen, der hat wirklich ein Problem. Und das gilt dann wohl auch für die Männer auf dieser Welt, oder?
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376 von 444 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ach Gottchen, Lottchen, oder "Vom Banalen des Analen", 23. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
"Pecunia non olet". Das ist nichts Neues. Aber dass man mit Exkrementen und deren Produktionsumgebung dermaßen viele Sesterze machen kann, hätte sich auch Kaiser Augustus nicht träumen lassen.

Auf alle Fälle hat es die Autorin mit ihrem Buch zur Kleenex-Packung (das die literarische Qualität einer "Made in Taiwan"-Betriebsanleitung hat und so erotisierend wirkt wie ein Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew) auf Dauer in den Olymp der Berufsjugendlichen geschafft; sitzend zur Rechten von Thommy Gottschalk und zur Linken von Bohlen. Hunderttausende Leser spielen mit dem Schmuddelkinde, und dabei fänden sie das Ekelerregende sprachlich viel faszinierender aufbereitet in der "Blechtrommel" oder der "Mittagsfrau". Aber weder Herr Grass noch Frau Franck haben eben bei Viva moderiert.

Was hat sie der Öffentlichkeit an Neuem mitgeteilt? Dass Frauen sich höchst kreativ der Libido-it-yourself widmen? Schon Cleopatra hat Bienen in eine Papyrustüte gesteckt und sie zwecks Lustgewinnung an ihre Klitoris gehalten.
Dass Frauen ein neugierig-freundschaftliches Verhältnis zu ihrem Körper haben können? Schon in den Frauengesundheitszentren der bewegten 70er haben Frauen die Selbstuntersuchung gelernt, um sich in ihrer ureigenen Weiblichkeit besser zu verstehen und unabhängig zu sein von einer männlich geprägten Gynäkologie.
Dass es cool ist, bei promiskem Sexverhalten auf das Kondom zu verzichten wie Luderchen Helen, die mit Gummi auf den Spaß verzichten müsste, die Spermareste ihrer Parttime-Lover als Kaugummi-Ersatz unter den Fingernägeln zu bunkern? Das ist zynisch angesichts steigender HIV-Neuinfektionszahlen.
Dass es revolutionär und avangardistisch ist, wenn Frauen durch praktizierte Antihygiene ihre Gesundheit nicht nur fahrlässig, sondern vorsätzlich aufs Spiel setzen? Das ist ignorant angesichts der Tatsache, dass täglich Tausende an Hygienemangelkrankheiten sterben.

Die Autorin gibt vor, einem frischen, lustbetonten Feminismus den Weg zu ebnen, und tut doch in Wahrheit das Gegenteil, nämlich ein von männlichen Interessen geprägtes und männlichen Interessen dienendes Frauenbild zu protegieren, das in ihrem Romänchen nur die zeittypische Interpretation erfährt. In der NS-Zeit war die Idealfrau die Mutter, die dem Führer möglichst viele Söhne als Kanonenfutter schenkt. In der Adenauer-Ära war es die Hausfrau, die unter Verzicht auf eigene Karriereansprüche dem Manne den Rücken freihält. Und heute ist es eben die geile kleine Sau, die den Vorgaben einer durchpornoisierten Kultur folgend ihren Körper als menschlichen Golfplatz zur Verfügung stellt: in sämtliche Löcher gepflegt einputten.

Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und hätte auch Vorschläge: Die Autorin lässt die P(r)otagonistin Helen ein Baby bekommen. Was lässt sich alles Appetitliches anstellen mit Nachgeburt, Fruchtwasser, Kindspech und Käseschmiere!

Wirklich, verehrter Leser, da ist mir Erich Kästners "Doppeltes Lottchen" 1000mal lieber als das Poppende Lottchen Roche.
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324 von 383 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen bäh!!!!, 29. Februar 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Dieses Machwerk wirkt bei mir wie ein Brechmittel.
Hier ein paar Auszüge:
......dreckige Klobrille.....ich wische sie mit meiner Muschi sauber.....
alle fremden Schamhaare,Tropfen,Flecken und Pfützen jeder Farbe und Konsistenz werden von meiner Muschi aufgesogen.
Das mache ich jetzt schon seit vier Jahren auf jeder Toilette.
Am liebsten an Raststätten.....
Seite 26:
Wenn ich mit der Hand einen Schwanz wichse,achte ich immer darauf,dass etwas Sperma an meinen Händen bleibt. Das kratze ich dann mit meinen langen Fingernägeln auf und lasse es darunter hart werden,um es später am Tag als Andenken an meinen guten Fickpartner mit den Zähnen unter den Nägeln rauszuknabbern,im Mund damit rumzuspielen, drauf rum zu kauen und es nach langem Schmecken und Schmelzenlassen runterzuschlucken.

Nach der Beschreibung vom Trinken fremder und eigener Kotze( literweise!!)
und dem Verzehr vom Eiter der ausgedrückten Pickel war mir dann entgültig übel.
Bis Seite 80 habe ich noch durchgehalten aber dann siegte doch der Ekel.
Bäh!!!!!
Hat Herr Willemsen das Buch wirklich gelesen????
An welcher Stelle hat er denn neben dem Radikalen und dem Drastischen das Zarte gefunden???
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340 von 404 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überschätzter Durchschnitt bis Müll, 4. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
...so ganz entscheiden kann ich mich nicht, ob ich "Feuchtgebiete", das erste Buch von Charlotte Roche, Ex-VIVA2-Moderatorin, mittelmäßig oder richtig schlecht finden soll.

Es geht um ein 18jähriges Mädchen, das für sein Alter ein außergewöhnlich offenes, meiner Meinung nach bedenklich perverses Sexualleben führt. Sie erzählt von ihrem Leben, das ausschließlich darin besteht, Sex zu haben und Avocado-Kerne zu züchten, die sie zur Selbstbefriedigung nutzt.

Die ersten dreißig Seiten sind Satz für Satz so ekelhaft, dass man den Eindruck hat, die Autorin wolle mit allen Mitteln das ekelerregendste Buch aller Zeiten schreiben. Alles dreht sich um Kot, Menstruationsblut, Urin und Erbrochenes und was man alles damit anstellen kann. Danach wird es dann ruhiger, jedoch hatte ich Bedenken, dass die extrem vulgäre Gossensprache langsam in meinen Sprachgebrauch übergeht, wenn ich noch weiter lese. Dagegen wirkt jeder Gangsta-Rap-Text aus dem deutschen HipHop wie ein Gebet. Schön, dass die Autorin klarmachen will, dass Mädchen sich zuviele Gedanken über ihre Hygiene und Sauberkeit machen. Doch muss man es so extrem ins Gegenteil umkehren? Einige der Praktiken, wie z.B. sich mit Absicht auf jede verdreckte, öffentliche Toilette zu setzen oder mit der Freundin benutzte Tampons auszutauschen nur um dem Sauberkeitswahn zu strotzen, halte ich sogar für gesundheitlich bedenklich.

An einigen Stellen konnte ich über sarkastisch formulierte Phrasen schmunzeln, und die lockere Schreibe sorgt für Kurzweil. Das sind aber auch schon alle positiven Aspekte, die ich finden kann. Wer sich gerne ekelt bis zum Übergeben und sich aus irgendwelchen Gründen einen obszönen Wortschatz antrainieren will, darf gerne zugreifen.
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86 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Armes, falsch verstandenes Buch!, 3. Oktober 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Taschenbuch)
Ich habe mich lange geweigert dieses Buch zu lesen, da alle möglichen Bekannten und Freund_innen ungeheuerlich empört darüber waren, dass das Buch so unvorstellbar eklig sei. Es sei Schund, es hätte keine Handlung, es sei schlecht geschrieben, sinnlos, wär nur auf Provokation aus und vor allem würde es Kotzkrämpfe auslösen.
Als ich es dann doch gelesen habe, um mich selbst zu überzeugen, dachte ich nur eins: Armes Buch! Dieses arme, falsch verstandene bzw. eben nicht verstandene Buch!
Ich frage mich wie es so viele Leute geschafft haben über das Wesentliche hinweg zu lesen.
Natürlich ist das Buch eklig, natürlich habe auch ich ein paar Mal das Gesicht verzogen, aber ich hatte in keiner Sekunde das Gefühl, dass das Buch ausschließlich provozieren möchte...
Es möchte u.a den Begriff des Ekels hinterfragen.
Warum ist etwas eklig? Ist dieser Ekel natürlich oder anerzogen? Was ist ekliger daran Sperma auf Pizza zu essen oder unter den Fingernägeln zu sammeln als es beim Sex zu schlucken? Warum ist jemand, die sich gekochte Eier oder Avocadokerne in die Vagina stopft, ekliger als jemand, die dafür nur Sexspielzeug benutzt? Was ist eklig daran Vaginalsekret als Parfüm bzw. Lockstoff zu verwenden, wenn die_der angelockte Liebhaber_in beim Sex sicher kein Problem mit dem Sekret hat? Warum empören sich manche über den Fetisch, jemand Unbekanntes intim zu rasieren mehr als über einen Fußfetisch?
All das sind interessante Fragen, die das Buch aufwirft – durch künstlerische Überspitzung, die für so ein pikantes Thema notwendig war.
Die zentrale Frage dieses Buchs ist meiner Meinung nach: Warum wird die Grenze zwischen einer „normalen“ und einer „perversen“ Sexualität (vor allem bei Frauen) immer nur erweitert, wodurch das „Heilige und Hure“-Schema weiterhin bestehen bleibt, anstatt diese Kategorien gänzlich über Bord zu werfen? Warum lautet die Grenze nicht: Normaler Sex ist konsensuell, Punkt?
Das Schwerpunktthema des Romans ist der Hygienezwang.
Warum ein bestimmtes Verhalten hygienisch ist können die wenigsten noch begründen: Sie verhalten sich, wie sie erzogen wurden. Die Protagonistin Helen Memel untersucht kompromisslos, wo Hygiene überbewertet wird und wo nicht, indem sie genau das Gegenteil von dem tut, was angeblich hygienisch ist. Vor allem protestiert sie damit gegen die Erziehung ihrer Mutter.
Helen Memel ist eine Person, die ausgiebig an ihrem Körper und vor allem Unterleib rumspielt, mit Körperflüssigkeiten experimentiert, für einige Körperausscheidungen neue Wörter erfindet und neugierig ist, wo andere die Nase rümpfen.
Das stellt die Normen infrage, die sich in der heutigen Gesellschaft entwickelt haben:
Übertriebenes Schamgefühl, Angst vor Bakterien als seien sie Monster, Ekel vor den eigenen Schamhaaren als seien sie Fremdkörper, weil die Mainstream-Pornoindustrie vorgibt, wie's untenrum auszusehen hat, der dadurch entstandene Irrglaube, Frauen hätten im Rektalbereich keine Schamhaare, Körperflüssigkeiten, die generell als eklig abgetan werden, Körpergerüche, die mit chemischen Parfüms abgetötet und als lästig befunden werden und die Menstruation, die ein böser Lustkiller ist.
Analysiert man Helen Memel aus einer feministischen Perspektive, findet man eine sehr progressive Figur, die exhibitionistisch und promiskuitiv ist ohne etwas zu bereuen, die nichts auf Sexualmoral gibt und in den Puff geht, obwohl dies nur Männern vorbehalten ist, die Beziehungen nicht romantisiert (es sei denn, es geht um die verflossene Ehe ihrer Eltern), die ungehemmt sexuelle Fantasien auslebt, kein Blatt vor den Mund nimmt und deren Sexualität sich nicht auf einen Typen bezieht. Oft wird weibliche Lust in Abhängigkeit zum Mann konstruiert, wodurch es mehr um die Lust des Typen geht, das ist hier anders: Helen Memels lebt eine selbstbestimmte Sexualität ohne das Ziel männlich-heterosexuelle Fantasien zu befriedigen. Genauso orientiert sich das Buch nicht an dem männlich-heterosexuellen Blick.
Das geniale an dem Roman ist, dass er sich traut aus den alltäglichsten und „primitivsten“ Feststellungen Literatur zu machen, z. B das Problem mit produzierten Geräuschen und Gerüchen auf öffentlichen Toiletten. Wir wissen doch eigentlich alle, wie bescheuert es ist, dass uns das peinlich ist...
Das ist meines Erachtens eine wesentliche Aufgabe von Literatur: Sie soll bewusst machen.
Den Vorwurf, das Buch hätte keine Handlung kann ich nicht verstehen. Die erzählte Zeit beträgt einige Tage, die die Protagonistin im Krankenhaus verbringt, nachdem sie sich bei einer Intimrasur anal verletzt hat. Dort erlebt sie vielerlei Dinge, versucht ihre Eltern wieder zusammen zu bringen, denkt über ihre kaputte Familie nach und die Beziehung zu ihren Eltern, beobachtet die Verhaltensweisen von Krankenschwestern, verliebt sich, verwirrt mit ihrer sexuellen Offenheit die Krankenpfleger, analysiert den Heilungsprozess ihrer Wunde und spielt natürlich viel an sich rum...
Im Zentrum steht Helen Memel, ihre Persönlichkeit, ihre Gedanken, Beobachtungen und Selbstexperimente, alles weitere würde vom Wesentlichen ablenken.
Die Protagonistin macht trotz der kurzen Zeit eine Entwicklung durch, sie ist am Ende des Buches eine andere Person als am Anfang.
Zum Vorwurf, das Buch sei schlecht geschrieben: Die Sprache ist unverblümt, umgangssprachlich und plump, was zur Protagonistin passt. Das Buch ist so geschrieben, wie Helen Memel sprechen würde. Charlotte Roche selbst sagt, dass sie so schreibt wie sie spricht und vor allem für Leute schreibt, die sonst nicht so gerne lesen.
Mein Urteil: Genial, lesenswert und nicht zu Unrecht ein Bestseller!
Lies es, lieber Mensch, der gerade diese Rezension überfliegt. Sei es auch nur, weil du nichts besseres zu tun hast, gerne empört bist oder dich in deinem Bekanntenkreis mit-aufregen möchtest.
Vielleicht verstehst du versehentlich worum es wirklich geht...
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Man kann in jeden Mist etwas hinein interpretieren, 7. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Gratulation an die Autorin für den Medienrummel den sie mit diesem Buch ausgelöst hat. Das Lesen des Buches ist eine abscheuliche Erfahrung, hat jedoch den gleichen Effekt wie Autounfälle: man kann auch nicht wegsehen. Es ist geradezu eine Beleidigung für den einigermaßen intelligenten Zuschauer wie sich Roche bei diversen Interviews im Fernsehen in ihrer eigenen Ekelhaftigkeit sonnt. Meiner Ansicht nach ist es keine zu würdigende Leistung ein schockiert künstliches Lachen bei irgendwelchen Unterhaltungsmoderatoren auszulösen. Zum Schreien komisch auch die Kritiken die auf der Rückseite des Buches zitiert sind. Zartfühlige Heldin? Die Dame ist zerstörerisch und unsympatisch. Das Buch schafft auch keine Freiheiten indem es angebliche Normalitäten über die keiner spricht zum Thema macht. Im Gegenteil, es vernichtet jegliches positive und ästhetische Körpergefühl und baut Tabus eher auf als dass es sie niederreißt. Des öfteren überkommt selbst den aufgeschlossensten Leser der Brechreiz. Man sollte solche Autoren nicht überbewerten. Roche hat ein abartiges Buch geschrieben mit dessen Schockeffekten sie natürlich Leser einfängt und mangelnde Inhalte kompensiert. Man darf nicht den Fehler machen es als literarisches Werk von Bedeutung zu sehen. Das angebliche Nichtverstehen das die 5-Sterne Bewertenden hier vorwerfen schließe ich aus. Ich habe verstanden was die vermeintlich tiefgründige Botschaft sein soll, aber es ist völlig daneben gegangen. Man könnte jedoch dieses Werk als Lösung für das in letzter Zeit häufig diskutierte Problem frühreifer sexuell überaktiver Jugendlicher ansehen. Wenn es als Pflichtlektüre an Schulen eingeführt wird, können Eltern die berechtigte Hoffnung hegen, dass ihre Kinder sich nie wieder mit ihrem oder anderen Körpern beschäftigen möchten. Das Buch eignet sich für mich lediglich dazu, einen gruseligen Abend mit Freunden zu verbringen...
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102 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen schockieren um zu verkaufen, 7. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Ich möchte mich eigentlich nur ungern schlecht über ein Buch äußern, aber dieses hat es verdient. Von der ersten bis zur letzten Seite ...

- ist es extrem schlecht geschrieben (ich würde sagen, auf dem Niveau einer pubertierenden 13-jährigen)

- hat es keinerlei interessanten Inhalt (manche mögen sagen, dass die Hauptdarstellerin ihre eigene Sexualität so offen auslebt ist doch Inhalt genug, aber ehrlich gesagt existiert für mich mehr als zu wissen, dass Charlotte Roche sich wohl in ihrer Freizeit ihre "Rosette rasiert")

- arbeitet es auf keinerlei Spannungshöhepunkt hin (das ganze Buch über habe ich gehofft, dass irgendwann noch etwas Interessantes passieren möge, das dem Buch eine Wendung zum Besseren gibt)

- schockiert es durch teilweise ekelerregende Geschichten, die ich lieber nicht gelesen hätte

- hat es null feministische Aspekte (sich zu rasieren, dem Rasieren zu verweigern, mit diversen beliebigen Männern Sex zu haben, Erbrochenes zu trinken, etc. ist doch wohl wirklich nicht feministisch!)

Kurz, es ist von Anfang bis Ende total uninteressant und offenbart allerhöchstens fragwürdige Einblicke in Charlotte Roches Leben - sie hat in diversen Interviews gesagt, dass zu einem großen Teil ihr eigenes Leben Inhalt des Buches ist.
Aber, und das muss ich ihr lassen, sie weiß zu schockieren und weiß, dass dieses Buch sich durch sie und gerade durch die Hinweise auf ihr eigenes Leben, exzellent verkaufen wird. Schade, dass da einige Lektoren mit Ehrfurcht vor ihr gepudert waren, sonst hätten sie dieses belanglose Stück "Literatur" wohl nicht durchgehen lassen.
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81 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlichtweg nicht lesenswert..., 13. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Broschiert)
Aufgrund der ersten Rezensionen und interessanten Interviews war ich neugierig auf das Buch von Charlotte Roche geworden und habe mit einer frechen und lesenswerten Geschichte gerechnet, die sich locker Themen nähert die sonst so verkniffen betrachtet und hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden.

Aber weit gefehlt, beim Lesen folgt dem anfängliche Schmunzeln sehr bald die Langeweile. Je weiter das Buch fortschreitet, umso anstrender wird es dem ganzen Aufmerksamkeit zu widmen. Es reiht sich eine Erzählung über den innovativen Umgamg mit Körperflüssigkeiten und Körperöffnungen an die nächste ohne dabei wirklich neugierde zu wecken. Ganz im Gegenteil. Somit konnte ich weder dem Plott noch der Erzählweise oder Wortwahl etwas interessantes abgewinnen. Gegen Ende war es schlichtweg anstrengend das Buch zu lesen, ich kann auch jedem nur davon abraten das Buch während des Essens zur Hand zu nehnmen. Andereseits ist es vielleicht die optimale Diätbegleitung?

Ich hab mich selten so gerärgert Geld für ein Buch auszugeben.
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Feuchtgebiete
Feuchtgebiete von Charlotte Roche (Taschenbuch - 2011)
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