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81 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Spannung und (!) Lesegenuss für Liebhaber nordländischer Kriminalkommissar-Melancholie.
Das Umschlagklappen-Zitat von Anne Holt kann ich guten Gewissens unterzeichnen. In Sachen Skandinavien-Krimis dieser Krimi ein ab-so-lutes (!) Highlight. Trüb- bis tiefsinnig skandinavische Melancholie prägt die Handlung. Ein Hauptkommissar, der alles andere als "einfach gestrickt" und dennoch sympathisch wie kaum ein anderer ist. Ein Mörder, der bereits...
Veröffentlicht am 26. September 2008 von Apicula

versus
4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Schwach!
Der Erlöser war nach dem Schneemann (super Buch!) mein 2. Buch von Jo Nesbo. Im Gegensatz zum Schneemann war "Der Erlöser" jedoch unsäglich schwach. Ausufernde Beschreibungen und null Spannung. Ich hab's irgendwann aufgegeben. Was noch äußerst störend war: Innerhalb von 100 Seiten wurde ungefähr 5 x erwähnt, wer im vorherigen Buch...
Vor 18 Monaten von Skyfighter veröffentlicht


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81 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Spannung und (!) Lesegenuss für Liebhaber nordländischer Kriminalkommissar-Melancholie., 26. September 2008
Von 
Apicula (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Das Umschlagklappen-Zitat von Anne Holt kann ich guten Gewissens unterzeichnen. In Sachen Skandinavien-Krimis dieser Krimi ein ab-so-lutes (!) Highlight. Trüb- bis tiefsinnig skandinavische Melancholie prägt die Handlung. Ein Hauptkommissar, der alles andere als "einfach gestrickt" und dennoch sympathisch wie kaum ein anderer ist. Ein Mörder, der bereits entlarvt, dennoch kaum zu fassen ist um nicht zu sagen (spoilern!): Ein Unsichtbarer. Schließlich noch die Opfer, die als Figuren in einem undurchsichtigen Spiel langsam Konturen gewinnen, jedoch ebenso schnell "erlöst" werden. Sie alle haben etwas mit der Heilsarmee, oder deren Realitäten (Immobilien und Finanzen) zu tun.

Aber es ist besser Sie wissen vorher so wenig wie möglich über den Verlauf der Handlung. "Der Erlöser" ist nun wirklich kein Krimi, bei dem man anfangs auch nur irgendetwas ahnt, noch vorhersehen kann.

Nicht zuletzt eine etwas ausführliche Bemerkung zum "Leseerlebnis". Dieser Autor, also Joe Nesboe, besitzt das seltene Talent den Leser so tief in die Geschichte hineinzuziehen, dass man - mitten im Sommer! - beinahe anfängt zu frösteln. So eindrücklich schildert er die Kälte, die zur Zeit der Handlung von "Der Erlöser" in Oslo das Geschehen prägt. Genauso eindrücklich erinnere ich mich noch - nach weit mehr als einem Jahr - an den Vorgänger-Roman "Das fünfte Zeichen". Damals spielte die Handlung im Sommer - und die Bilder sich bei mir eingebrannt haben, zeigen mir noch immer eine Szene, die sich auf einer heißen Dachterrasse abspielt.

In "Der Erlöser" herrscht jedenfalls eisige Kälte vor. Nicht nur in der Stadt! Auch zwischen Harry Holes neuem Chef und ihm herrscht eine Art Eiszeit. Dabei hat Harry seine Trennung von Rakel (die man nun getrost als "Ex" bezeichnen darf) beinahe schon verarbeitet. Alkohol spielt zwar auch noch eine Rolle in seinem Leben, aber meist nur, wenn er bei den AA's über seine Vergangenheit redet. Oder wenn er mit seinem Ex-Chef, dem sympathischen Bjarne Moeller zu tun hat.

(Achtung! Die Handlung knüpft einige Monate nach den Geschehnissen von "Das fünfte Zeichen" an. Es ist aber nicht zwingend notwendig diesen Vorgänger-Roman zu kennen. Nur wenn Sie "Den Erlöser" gelesen haben, ist die Spannung für "Das Fünfte Zeichen" vermutlich futsch.)

Joe Nesboe erschuf wieder einmal einen Norwegischen Kriminalroman von Gottes Gnaden, der genau diese Bezeichnung verdient. Es handelt sich tatsächlich um einen Krimi UND um einen Roman. Spannender Lesegenuss für Fans der norwegischen oder schwedischen Kriminalkommissar-Berufs-Melancholiker.

Die aktuell (Juni 2011) komplette Harry Hole-Serie erschien in der folgenden Reihenfolge:

Der Fledermausmann

Kakerlaken

Rotkehlchen

Die Fährte

Das fünfte Zeichen

Der Erlöser

Der Schneemann

Der Leopard (Gebunden)

Die Larve (erscheint Herbst 2011)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Weltklasse-Krimi!, 6. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
"Der Erlöser" ist für mich der bisher beste Krimi aus der Feder Jo Nesbøs. Zum einen, weil die Story ungemein gut erfunden ist (um es mit Harry Holes eigenen Worten zu sagen: "Stell dir eine Schlange vor, die ihren Schwanz frisst, eine sich selbst vernichtende Konstruktion, am Ende ist alles verschwunden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen.").

Zum anderen, weil Nesbø seinem Helden in diesem Buch eine persönliche Entwicklung gönnt; Harry wird - kurzgefasst - teamfähiger und insgesamt "kompatibler", ohne seine (liebgewordenen) Ecken und Kanten zu verlieren (mehrfach stellt Harry fest, dass das wohl am Alter liegen müsse...). Daher kann auch im vorliegenden Fall (jedenfalls im Schwerpunkt) "normale" Polizeiarbeit als Teamarbeit geschildert werden, während Harry in den vorangegangenen Bänden überwiegend als Alleingänger aufgetreten war - aus meiner Sicht bekommt das dem Buch außerordentlich gut.

Dass Harry am Ende doch wieder den (bzw. eigentlich - ohne dadurch zuviel zu verraten: - die) Täter ganz alleine stellt, ist bei dessen Persönlichkeitsstruktur allerdings dann doch unvermeidlich; ebenso wie der Umstand, dass er den jungen Kollegen, den er in die Lehre genommen hat, in diesem Fall verliert, oder dass seine Liebesbeziehung(en) auch in diesem Buch unter einem unglücklichen Stern stehen.

Wie immer bei Nesbø ist der Weg bis zur Auflösung von vielen, auch abrupten, Perspektivwechseln gekennzeichnet, die dem Leser ein gewisses Maß an Konzentration abverlangen (denn nicht immer erkennt man auf den ersten Blick, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird; und manches Mal führt Nesbo den Leser sehr geschickt in die Irre...).

Der Spannung tut das nach meiner Bewertung keinen Abbruch, wenn das Buch auch nicht ganz ohne Längen ist, so die dem eigentlichen Fall vorgelagerten Ermittlungen zu einem Drogentoten, bei dem der "Schwarze Metzner" - eine von Nesbo wohl erfundene Hunderasse - eine Rolle spielt, der dann wiederum aber später im Buch eine Spur zum gesuchten Auftragskiller liefert.

Ferner gibt es auch einige Dinge, die nicht so ganz plausibel sind. Ein Beispiel: Für den kroatischen Auftragskiller stellt der der Duft von WC-Steinen "das Aroma der Freiheit" dar, weswegen er ständig welche bei sich trägt - und damit riskiert, am spezifisch aufdringlichen Geruch (wieder-)erkannt zu werden. Und das, obwohl er die 'visage du pantomime' (auch eine Erfindung von Nesbo?) besitzt, also selbst von der Spezialistin Beate Lønn nur schwer identifiziert werden kann.

Aber das sind nur marginale Kritikpunkte an einem wirklich hochkarätigen Krimi, der vorbehaltlos zu empfehlen ist.

Hinweis zum Schluss: Ich empfehle dringend, die Bände 3 (Rotkehlchen), 4 (Die Fährte) und 5 (Das fünfte Zeichen) vor dem Erlöser (Band 6) zu lesen, denn ohne diese Lektüre bleiben zwei Nebenstränge des Erlösers unverständlich.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Harry Hole's sechster Fall - Spannende Unterhaltung, 27. August 2007
Von 
G. Bogner (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Als der junge Heilsarmee Offizier Robert Karlsen aus offener Straße erschossen wird, wird bald klar dass es sich hier um die Tat eines Profis handelte. Durch einen Zufall findet der Killer heraus, dass er das falsche Opfer erschossen hat und ist fortan wild entschlossen seinen Auftrag doch noch auszuführen. Harry hat nicht nur mit dem Führungsstil eines neuen Vorgesetzten zu kämpfen, sondern auch mit dem Ende seiner Beziehung zu Rakel. Da ist es schon sehr erfreulich als er bei den Ermittlungen einer jungen Frau aus der Heilsarmee näher kommt. Leider wird dann sein Partner Halvorsen schwer verletzt und Harry erleidet bei Nachforschungen in Kroatien wieder mal einen Rückfall in die Alkoholsucht. Dennoch schafft er es am Ende die wahren Hintergründe der Tat aufzudecken.

Sehr spannend und wie immer flüssig geschrieben, verfolgt man Harry gerne dabei wie er seine Arbeit macht. Eine interessante, hintergründige Story die bis zuletzt fesselt und am Ende noch ein Überraschungsmoment bietet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Harry Hole spröder Superstar - Hörbuchrezension, 16. Januar 2010
Von 
Pixie (Dortmund, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser (Audio CD)
Ich bin ja geizig mit fünf Punkten. Deshalb gebe ich auch bei Sachen, die mir sehr gut gefallen, fast immer nur 4 Punkte.

Dies ist mein zweites Harry-Hole-Abenteuer. Und ich muss sagen, dass nesbo hier mal wieder ganze Arbeit geleistet hat. Man ist nah dran am Kommissar, der einen dann doch wieder überrascht.

Hier wird die Geschichte eines kroatischen Auftragskillers erzählt, der in Norwegen einen Heilsarmisten exekutieren soll. Sein letzter Job. Dumm nur: er erwischt den Bruder des eigentlichen Opfers, der in letzte Sekunde den Dienst mit ihm getauscht hat. Und die beiden Brüder sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Er setzt alles daran, seinen Auftrag noch "wie bestellt" auszuführen. Ein Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei beginnt. Es sind viele Personen an der geschichte beteiligt, und nicht jeder ist, was er zu sein scheint.

Genial konstruiert von Jo Nesbo, das muss man neidlos anerkennen. Und nicht nur der unglamouröse Harry Hole, der mal wieder einen Rückfall in seine Alkoholsucht erleidet - eindringlich und mit knallharter Sachlichkeit beschrieben - auch der Auftragskiller ist ein einsamer Wolf, nicht einfach nur der Böse. Das Schicksel beider Männer wird nicht romantisiert verklärt, aber man leidet als Leser mit. Trotzdem wird nie rumgejammert.

Wenn ich jetzt schreibe: Ruhig, spannend und fesselnd! ist das kein Widerspruch.

Der Plot begeistert mit seiner Dichte und seiner Intensität. Und überlässte es ein klein wenig dem Leser/Hörer, auf welche Seite er sich schlägt. Heikko Deutschmann trifft mit seiner spröden Art genau den richtigen Ton. Hat mich sehr beeindruckt. Das nächste Nesbo-Hörbuch ist bereits auf der Wunschliste.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen grausam, brutal und sehr spannend!, 12. November 2009
Von 
S. Erlemann "Media-Mania.de" (Good old Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser (Audio CD)
Ein Soldat der Heilsarmee wird mitten in einer belebten Fußgängerzone in Oslo erschossen. Der Täter scheint ein Profi-Killer zu sein. Doch obwohl viele Menschen um die Suppenküche herumstanden und einem Konzert lauschten, kann niemand den Täter beschreiben.

Doch der Killer fliegt nicht, wie eigentlich geplant, wenige Minuten nach der Tat wieder nach Zagreb zurück. Er hat zufällig erfahren, dass er den falschen Mann erschossen hat. Nicht Robert Karlsen sollte liquidiert werden, sondern dessen Bruder Jon.

Während der Auftragsmörder auf eine gute Gelegenheit wartet, Jon zu erschießen, ist ihm Hauptkommissar Harry Hole von der Osloer Mordkommission auf den Fersen. Die wenigen Spuren, die der Täter hinterlassen hat, führen dazu, dass man ihn mehrmals fast festnehmen kann. Nur der Zufall und viel Glück verhindern dies. Während Hole mit der ihm eigenen Beharrlichkeit immer mehr über den Täter herausfindet, geschieht ein weiterer Mord im Umfeld der Heilsarmee. Und wieder ist Jon darin verwickelt.

2005 erschien der sechste Kriminalroman von Jo Nesbø, in dem der Kriminalkommissar Harry Hole ermittelt. 2007 vertonte "Hörbuch Hamburg" den Roman mit Heikko Deutschmann als Sprecher. Wiederum ist dessen Leistung absolut perfekt. Er gibt dem alkoholkranken, gebrochenen Ermittler Hole ein Gesicht und kann dessen schwierigen Charakter sehr plastisch und prägnant umreißen. Seine mehrstündige Lesung ist abwechslungsreich, gibt den verschiedenen Handelnden markante Untertöne und lässt auch die Rolle des Erzählers lebendig und spannend erscheinen.

Dem gegenüber ist die Handlung des Romans nicht über jede Kritik erhaben. Logische Brüche, sehr viele Zufälle, teils unglaubwürdige Charaktere und ein Plot, der lange nicht so originell ist wie beispielsweise der des fünften Harry Hole-Romans "Das fünfte Zeichen", trüben das Bild ein wenig.

Doch der Schluss ist so brillant wie einmalig. Lange sinnt man noch über dieses denkwürdige Finale nach und versucht zu ergründen, warum man nicht ahnte oder vorhersehen konnte, worauf Jo Nesbø abzielte. Ähnlich wie im "Fünften Zeichen" ist es diese Unvorhersehbarkeit, die in den Romanen Jo Nesbøs zu einem der wichtigsten Handlungselemente zählt und wirklich jeden Hörer oder Leser bis zur letzten Sekunde "bei der Stange hält".

Leider sind einige Passagen, vor allem das desaströse Privatleben Harry Holes, der Schere zum Opfer gefallen. Entgegen früheren Romanen finden sich nur sehr wenige Sätze über Holes Liebesbeziehung zu Rakel oder sein Problem, dem Alkohol zu widerstehen. Dies ist umso bedauerlicher, als dass gerade diese Textstellen zu den erschütterndsten, bewegendsten des Romans gehören.

"Der Erlöser" ist ein fantastisches Hörbuch. Wer einen genialen Ermittler, einige raffinierte Morde und einen Täter erleben will, der so gnadenlos wie psychisch deformiert ist, dass es den Hörer schüttelt, sollte bedenkenlos zugreifen.

Doch der Hörer sei gewarnt: Wer Passagen, in denen zum Beispiel einer Person bei lebendigem Leib ein Auge mit einem handelsüblichen Staubsauger aus dem Schädel gesaugt wird, um den Augapfel dann mit der Hand ganz herauszureißen, als zu eklig und grausam erartet, sollte sich den Kauf vielleicht noch einmal überlegen. Ihm wird jedoch ein psychologisch sehr fundiert konzipierter Roman entgehen, der in seiner Auflösung schlicht brillant ist.

Stefan Erlemann
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Krimi, wie er sein muss, 14. Oktober 2008
So muß ein Krimi sein: Eine spannende, ergreifende, emotionale Geschichte, die den Leser von Anfang an packt. Ungewöhnliche, interessante und gut ausgearbeitete Charaktere. Eine spannende Story mit überraschenden Wendungen.

Dieses Buch erfordert höchste Aufmerksamkeit, da die Handlung recht wild zwischen Orten und Carakteren umher springt und man manchmal ein paar Absätze braucht, um zu begreifen, um welche Figur es gerade geht (oder manchmal erfährt man es sogar erst einige Kapitel später). Genau das macht für mich den großen Reiz dieses Buches aus. Die Geschichte ist überaus clever konstruiert und trotzdem glaubwürdig. Die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen sind schlicht genial. Interessant ist auch wie nahe einem der Killer kommt, obwohl er gleichzeitig so schemenhaft bleibt. Er ist quasi die zweite Hauptfigur, die aber wie ein Schatten durch Oslo schleicht. Die Szenen mit ihm sind stark subjektiv erzählt und trotzdem bekommt man kein Bild von diesem Mann - eine tolle Mischung. Wäre dies ein Film, wäre er vermutlich nie im Bild zu sehen, sondern man würde alle Szenen mit ihm aus seiner Subjektive sehen.

Lediglich gegen Ende schwächelt das Buch. Dann braucht der Autor ein bisschen arg lang, um zum Finale zu kommen und die Affäre zwischen dem wunderschönen Heilsarmee Mädchen und einem abgewrackten, alten Alkoholiker fand ich (weiblich) ziemlich unglaubwürdig. Nun ja - auch der männliche Leser braucht wohl was zum träumen, hm?

Insgesamt ist das Buch für Krimi Fans ein Muß - besonders wer Wallander liebt oder nach Kommissarin Lund süchtig ist, wird dieses Buch verschlingen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vom Allerfeinsten, 8. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Okay, ich lese nicht allzu viele Thriller. Die von Simon Beckett haben mir ganz gut gefallen. Von Joe Nesboe war ich bislang eher enttäuscht. Einen der Vorgängerromane, die den Schwerstalkoholismus in Südostasien thematisiert haben, konnte ich nur die ersten 30 Seiten durchhalten.

Aber: "Der Erlöser" ist eine Klasse für sich. Nüchtern. Intelligent. Ein Plot, der sich zu lesen lohnt. Und dann dieser Spannungsaufbau: Je mehr man liest, desto mehr wird man hineingesogen. Spätestens nach der Hälfte wird das Lesen jeder Seite zum schmerzhaften Empfinden, dass man dieses Buch irgendwann durchhaben wird.

Genießt jede Seite! Wegen der geschilderten klimatischen Bedingungen am besten in der kalten Jahreshälfte. Zur Not könnt Ihr alle anderen Thriller verheizen. Denn das ist der beste aller Zeiten! (meines Erachtens)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nesboe wie man ihn kennt, 28. November 2007
Von 
Der Profikiller Christo Stankic kommt aus Zagreb nach Oslo und erschießt auf offener Strasse Robert Karlsen, einen Mitarbeiter der Heilsarmee, während eines öffentlichen Konzertes.

Kurz darauf stellt er mit Erschrecken fest, dass er den falschen, nämlich den Bruder des eigentlichen Opfers Jon Karlsen getroffen hatte. Nun Gerät er in Hektik, sein so gut durchdachter Plan kommt ins Wanken, aber seinen letzten auftrag will er noch erfüllen, um sich dann in Kroatien zur Familie zurückziehen.

Auch Harry kommt während seiner Ermittlungsarbeit irgendwann dahinter das nicht Robert sondern Jon das Opfer sein sollte. Beide sind bei der Heilarmee und dort ist auch der Angelpunkt. Auch die Vorleben der beiden Brüder sind eng verknüpft.

Stankic ist derweil weiterhin stark bemüht sein Vorhaben Jon Karlsen zu ermorden treu geblieben. Und so kommt es zu einer atemberaubenden Hetzjagd mit dramatischem Ende.

Die Story ist schnell, dennoch verliert man an keiner Stelle irgendwie den Faden. Vielmehr mag man das Buch keine Sekunde aus der Hand legen, was für mich mit zwei Kleinkindern im Haus oft ziemlich frustrierend war. Die Vielschichtigkeit der Geschichte, die intensiven Handlungsstränge bestätigen, dass es sich hier tatsächlich um einen Kriminalroman handelt. Der Schauplatz Oslo bei Minus 18°C bestärken die düstere Spannung. Am Ende hatte ich ein wenig das Gefühl das er sich mit den ganzen Handlungssträngen verstrickt hat, denn so ganz passt nicht alles zusammen. Einige kleine Details sind irgendwie nicht zur Sprache gekommen, was mich aber nicht wirklich stört.

Harry Hole als verschrobener Kommissar ist Geschmackssache. Ich persönlich mag den alkoholabhängigen, eigenbrötlerischen Kerl eigentlich sehr gerne. Ihm fällt es schwer seine Mitarbeiter zu loben, obwohl er innerlich an sich darauf brennt. Er hat etwas väterliches, aber auch eine Seite die man bemuttern möchte. Seine Geschichte die sich durch die Bücher zieht ist knapp davor zuviel Klischees zu bedienen.

Über das Ende mag es und wird kontroverse Meinungen. Erschreckend ist es, vielleicht auch doch verständlich, in jedem Fall aber menschlich.

Ein sehr spannender Kriminalroman, genau das richtige für lange Winterabende.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unter Schatten, 14. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Erlöser. Kriminalroman (Taschenbuch)
Selten entgehen Serienhelden einer gewissen Langeweile, weil sie sich Fall für Fall durchs Leben kämpfen und einem zu vertraut werden. Jo Nesbos Harry Hole gehört nicht dazu. Dass verdankt er einem Autor, der ihn nicht nur mit einem schillernden Charakter ausgestattet hat, der sich vielmehr darauf versteht, die Verbrechen so geschickt zu verschlüsseln, dass sie, selbst wenn es an die Aufdeckung geht, überraschende Haken schlagen. Niemand kann ein Ende wie hier so überzeugend vertreten wie Nesbos Harry Hole. Dass er nicht nur vom Alkohol gezeichnet ist, sich Anweisungen seiner Vorgesetzten durch stoisches Überhören zu widersetzen weiß, kennt man aus früheren Romanen. In Der Erlöser verliebt er sich beinah wieder, widersteht der Versuchung jedoch im letzten Moment, weil er einen Schatten zu spüren glaubt. Die persönliche Tragödie geschieht nebenher. Harry Hole schwimmt die ganze Zeit gegen den eigenen Strom an. Er weiß, wenn er sich nicht mehr bewegt, wird er untergehen. Das dunkle Geheimnis einer Vergewaltigung, die am Anfang beschrieben wird, wächst zum bleiernen Gefühl der Erniedrigung an, mit dem sich die Opfer durchs Leben schleppen. Nesbo braucht die Tat nicht auszustellen, um Gewalt an sich zu stilisieren. Er beschreibt sie als ein Verbrechen, von dem man nicht erlöst wird. Dass er die Handlung ausgerechnet ins Milieu der Heilsarmee verlegt, verschafft ihr zusätzliche Brisanz. Unter den scheinbar Gutmütigen toben sich die Abgründe ebenso aus, wie in der normalen Welt. Auch hier geht es um Einfluss, Macht, lässt man sich bestechen. Mit Der Erlöser wirft Jo Nesbo wiederum einen scharfen Blick auf seine Welt. Seine Antwort ist nicht unbedingt konsensfähig, bei weitem nicht Besserwisserisch. Sein Harry Hole ist zu schwach, um sich zum Helden aufzuschwingen. Er lebt von Tag zu Tag. Wie wir mit Nesbo von Fall zu Fall.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Spannender Lesegenuss für Fans der norwegisch oder schwedischen Kriminalkommissar-Berufs-Melancholiker!, 10. September 2007
Von 
Apicula (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Das Zitat von Anne Holt kann ich guten Gewissens unterzeichnen. In Sachen Skandinavien-Krimis ist der "neue Nesboe" ein _ab-so-lutes_ Highlight. Trüb- bis tiefsinnig skandinavische Melancholie prägt die Handlung. Ein Hauptkommissar, der alles andere als "einfach gestrickt", und trotzdem sympathisch wie kaum ein anderer ist. Ein Mörder, der bereits entlarvt, dennoch kaum zu fassen ist um nicht zu sagen (spoilern!): Ein Unsichtbarer. Schließlich noch die "Opfer", die als Figuren in einem undurchsichtigen Spiel langsam Konturen gewinnen, aber ebenso schnell "erlöst" werden. Sie alle haben etwas mit der Heilsarmee, oder deren Realitäten (Immobilien und Finanzen) zu tun. -

Aber es ist besser Sie wissen vorher so wenig wie möglich über den Verlauf der Handlung. "Der Erlöser" ist nun wirklich kein Krimi, wo man anfangs auch nur irgendetwas ahnt, noch vorhersehen kann.

Nicht zuletzt eine etwas ausführliche Bemerkung zum "Leseerlebnis". Dieser Autor, also Joe Nesboe, besitzt das seltene Talent den Leser so tief in die Geschichte hineinzuziehen, dass man - mitten im Sommer! - beinahe anfängt zu frösteln. So eindrücklich schildert er die Kälte, die zur Zeit der Handlung von "Der Erlöser" in Oslo das Geschehen prägt. Genauso eindrücklich erinnere ich mich noch - nach weit mehr als einem Jahr - an den Vorgänger-Roman "Das Fünfte Zeichen". Damals spielte die Handlung im Sommer - und die Bilder sich bei mir eingebrannt haben, zeigen mir noch immer eine Szene, die sich auf einer heißen Dachterrasse abspielt. - - - In "Der Erlöser" herrscht eine eisige Kälte vor. Nicht nur in der Stadt, weil tiefster Winter! Auch zwischen Harry Holes neuem Chef und ihm herrscht eine Art Eiszeit. Dabei hat Harry seine Trennung von Rakel (die man nun getrost als "Ex" bezeichnen darf) beinahe schon verarbeitet. Alkohol spielt zwar auch noch eine Rolle in seinem Leben, aber meist nur, wenn er bei den AA's über seine Vergangenheit redet. Oder wenn er mit seinem Ex-Chef, dem sympathischen Bjarne Moeller zu tun hat.

(Achtung! Die Handlung knüpft einige Monate nach den Geschehnissen von "Das Fünfte Zeichen" an. Es ist aber nicht zwingend notwendig diesen Vorgänger-Roman zu kennen. Nur wenn Sie "Den Erlöser" gelesen haben, ist die Spannung für "Das Fünfte Zeichen" vermutlich futsch.)

Joe Nesboe erschuf wieder einmal einen Norwegischen Kriminalroman von Gottes Gnaden, der genau diese Bezeichnung verdient. Es handelt sich tatsächlich um einen Krimi UND um einen Roman. Spannender Lesegenuss für Fans der norwegisch oder schwedischen Kriminalkommissar-Berufs-Melancholiker!
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Der Erlöser. Kriminalroman
Der Erlöser. Kriminalroman von Jo Nesbø (Taschenbuch - 1. September 2008)
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