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Kundenrezensionen

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Der Geschichtsprofessor Borst erzählt uns in seinem dicken Buch vom Mittelalter. Nun weiß ich nicht, was Sie unter "Lebensformen" verstehen, jedenfalls hatte ich irgendwie an die Stände gedacht, Adel, Mönche, Bauern, Rittertum und Bürgertum vielleicht und deren Entwicklung über 1000 Jahre. Borst hat es aber ganz anders aufgezogen. Er hat hunderte Geschichtchen aus allen Ländern und Zeiten genommen und nach willkürlichen Stichwörtern wie "Krieg", "Schüler" oder "Natur" sortiert.

Das ist ein Problem, denn dem Buch fehlt dadurch der rote Faden. Es wird wild durch die Jahrhunderte und Völker gesprungen, man wird überwältigt mit Namen, Zahlen und Begebenheiten, die in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Da erzählt er von der Vertreibung der Langobarden 568, und springt dann im nächsten Satz ins Jahr 1518 und erzählt was von der Enge in den Ritterburgen. Ich garantiere Ihnen, nach 750 Seiten in dem Stil sind Sie wie betäubt. Die bisherigen ausnahmslos positiven Rezensionen erstaunen mich, ich konnte oft nicht einmal einen Zusammenhang zum Stichwort feststellen. Zu vielen Stichwörtern gibt es nur eine einzige Anekdote, so als könnte man damit etwa einen Gesamtkomplex wie "Tugend im Mittelalter" erklären. Bei so schwammigen Dingen wie "Mensch und Raum" oder "Erinnerung" driftet er völlig ins Philosophische ab. Und was will man überhaupt in einem Kapitel "Mitmenschen" in zweieinhalb Seiten sagen, wenn sie 1000 Jahre abdecken müssen? Wie will man das Verständnis von hunderten Millionen Menschen dieser Zeit so sehr verallgemeinern? Es kann praktisch nur Eklektizismus dabei herauskommen.

Ich fand auch, dass Borst sich sehr auf die negativen Seiten des Mittelalters kapriziert hat, so als wäre in 1000 Jahren kein einziges Mal gelacht worden. "Ein Leben zwischen Knechtschaft und Krieg" heißt es schon in der Klappe (einen Satz übrigens, den man sicher auf jedes Zeitalter der Menschheit problemlos übertragen kann inklusive 2008). "Wer sich die Mühsal und Arroganz, Demut und Dumpfheit des Mittelalters vergegenwärtigen will, findet hier bezwingende Einsichten" schrieb denn auch die ZEIT in ihrem Kommentar. Borst mag es trübe und hart. Statt zum Beispiel von der grandiosen Entwicklung der Baukunst zu berichten, mit der die Kathedralen und Dome in ganz Europa gebaut wurden, erzählt Borst vom Einsturz einer Baustelle. Statt von der Schmiedekunst zu berichten, erzählt Borst von einem Schmiededorf voller "Teufelswerk", dass im religiösen Wahn vernichtet wurde. Man erfährt nicht, wie der Earl 50 Jahre lang gelebt hat, sondern unter welchen grausigen Schlägen er in der Schlacht gefallen ist. Es folgt das Kapitel "Einzelmensch", welches von einem Verrückten handelt, der 1180 wochenlang nackt durch den Wald lief. Dieser Verrückte ist ein typisches Beispiel, durchaus amüsant zu lesen, aber Borst sucht stets Ausnahmen, Extremfälle, selten die gängigen Lebensformen. Es ist so, als wehre er sich geradezu dagegen, einfach mal den normalen Tag oder die Biografie einer Magd, eines Bauern, eines Mönchs oder eines Vogts zu beschreiben.

Mir kam das Buch vor wie eine professorale Fleißarbeit, bei der mehr Masse als Klasse produziert wurde. Immerhin, es wurde nahe an den Quellen gearbeitet und hin und wieder ist etwas Amüsantes oder Erstaunliches dabei, aber man muss dazwischen lange Trockenphasen überstehen. Das Buch könnte problemlos die Hälfte des Umfangs haben. Der Leser wird mittelmäßig unterhalten und bleibt wegen der strukturellen Mängel ziemlich verwirrt zurück, daher von mir 2 Sterne als Warnung.
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am 13. Januar 2000
Arno Borsts "Lebensformen im Mittelalter" bieten eine facettenreiche Einführung in die Mittelalterliche Erfahrungswelt. Dabei führt die Darstellung durch alle Bereiche des mittelalterlichen Dasein, die beinahe schon zum Standartwerk für jeden Mittelalter-Begeisterten gezählt werden kann. Es ist in einfacher, verständlicher Sprache geschrieben, ohne dabei jedoch zu banalisieren oder Zusammenhänge zu stark zu verkürzen. Insbesondere als ersten Zugang zu bestimmten Bereich des Mittelalters, wie beispielsweise Klosterbau oder die Rolle der Frau in der Familie, bietet sich dieses Buch geradezu an, da es über eine sehr ausgeprägte Gliederung verfügt, und sich die Einzelnen Abschnitte auch ohne den Gesamtzusammenhang sehr gut lesen lassen. Daneben zeichtnet sich das Buch vor allem durch eine gute Quellen- und Literaturübersicht. Wer nach bestimmten Personen sucht, dem wird dieses durch ein umfangreiches Personenverzeichnis erleichtert. Lediglich das fehlende Stichwortregister fiel mir negativ auf. Dennoch eine überragende Leistung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 20. März 2000
Arno Borst stellt in seinem Buch "Lebensformen im Mittelalter" dar - den Alltag des Adels, der Kleriker, der Stadtbürger und Bauern. Anhand von zahlreichen, gut übersetzten Originalquellen werden Details des mittelalterlichen Lebens verdeutlicht, Zusammenhänge erklärt, Gemeinsames hervorgehoben. Borst zeigt auch, daß das Mittelalter keine einheitliche Epoche war, daß es viele Unterschiede zwischen den Ständen und den einzelnen Epochen gab. Auch wenn dieses Buch sehr... umfassend ist, machen es die Gliederung in kurze Abschnitte und die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sehr einfach, das jeweils Interessierende herauszufischen. Die Einleitung zum Thema "Lebensformen" kann man getrost überblättern, wenn man nicht an Methodik und Geschichtsphilosophie interessiert sein sollte. Insgesamt also ein lesbares, lebendig geschriebenes Werk für Laien (wie mich), die das Alltagsleben im Mittelalter verstehen lernen wollen - für Rollenspieler eine unbezahlbare Ideenfundgrube.
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am 29. Mai 2007
Wer je versucht hat, sein Fantasy-Rollenspiel mit einem realistischeren Hintergrund auszustatten, oder aus anderen Gründen nach Details zum Alltag der Menschen dieser Zeit zu finden, stellt bald fest, dass der ziemlich fremdartig war - viel fremdartiger als beispielsweise die Antike, oder das westliche Ausland heute. Seuchen, erbärmliche hygienische Verhältnisse und Hungersnöte nach Missernten sorgten für ein Elend, wie wir es heute nur noch in der Dritten Welt wiederfinden. Vielleicht die Hälfte der Kinder erreichte überhaupt die Pubertät, nur wenige wurden älter als vielleicht 50 Jahre. Auf der anderen Seite lebte, wer zu den Herrschenden oder zum höheren Klerus gehörte, in einigem Reichtum: Der Alltag der Menschen verschiedener Stände überschnitt sich nur selten. Manchmal - wie in England - sprachen sie nicht einmal dieselbe Sprache, von einheitlicher Kleidung, Behausung oder den sonstigen Kleinigkeiten des Alltags ganz zu schweigen. Selbst im gleichen Stand gab es große Unterschiede: Ein Kaufmann, der in der Wikinger”metropole” Haitabu seinen Geschäften nachging, hätte sich in Venedig nicht nur des Klimas wegen umstellen müssen.

Der (inzwischen emeritierte) Konstanzer Professor für Geschichte, Arno Borst, hat dankenswerterweise ein großes Buch namens “Lebensformen im Mittelalter” über den Alltag mittelalterlicher Menschen geschrieben. Er benutzt lieber das Fachwort “Lebensformen”, und obwohl er eine lange und breite Einleitung dazu schreibt, was er damit meint, bin ich bis heute nicht dahintergestiegen. Die geschichtswissenschaftliche Mode, den Blick auf die Ereignisse und die Menschen, die davon betroffen waren, durch soziologische Fachtermini und Theoriengebäude so lange zu verstellen, bis es, scheinbar, nur noch um nicht sonderlich greifbare “Konstrukte”, “Formen”, “Erzählungen” geht, zeigt sich hier von ihrer unerfreulichsten Seite.

Man kann die Einleitung aber getrost überspringen. Danach spürt Arno Borst den vielen Facetten mittelalterlichen Lebens nach. Von der Geburt bis zum Tod, über Feste und Feiern, vom All- bis zum Gerichtstag, vom Adel bis zu den Rändern der Gesellschaft, an die Scharfrichter, Juden oder auch - zeit- und landstrichweise - Müller platziert wurden. Dabei präsentiert der Autor in jedem Kapitel mittelalterliche Originalquellen, meist mehrere Seiten lang, in moderner Übersetzung. Danach ordnet er den Text in den sachlichen und zeitlichen Zusammenhang ein. Die Quellenauswahl geht durch alle Zeiten des Mittelalters, von Skandinavien bis Spanien und dem Balkan, und souverän erklärt Borst, was allgemeingültig ist und was eine lokale Besonderheit. Dabei deutet Borst nicht nur die präsentierten Quellen, sondern geht weit darüber hinaus.

Viel Wert legt Borst darauf, herauszuarbeiten, wie die Menschen damals ihre Zeit selbst erfahren haben. Das, die vielen mittelalterlichen Illustrationen und die vielen überraschenden Details machen das Buch sehr lebendig.

Das Buch ist verständlich geschrieben, und der umfassende Blick auf praktisch alle Bereiche mittelalterlichen Lebens macht das Buch zur idealen Übersicht für Einsteiger und “fortgeschrittene Laien“. Für diejenigen, die’s nicht so genau wissen wollen, dürfte Borsts Buch mit 800 Seiten zu umfangreich sein - es ist aber kein Problem, einfach querzulesen und nur einzelne Kapitel durchzuschmökern.

Belohnt wird man mit vielen überraschenden Einsichten in eine ungewöhnliche, komplizierte, fremdartige und stellenweise doch ziemlich vertraute Welt. Wie nach jeder Reise kann man auch nach dieser Gedankenreise unsere eigene Gegenwart mit neuen Augen sehen - und vielleicht etwas besser verstehen, wie sie funktioniert.
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am 3. September 2006
Arno Borst bietet mit Lebensformen im Mittelalter einen sehr guten Einstieg in die mittelalterliche Erfahrungs- und Lebenswelt. Für mich ist das Buch der Klassiker in diesem Bereich. Das Buch ist in zwei große Bereiche aufgeteilt, einerseits das Umfeld des mittelalterlichen Menschen behandelnd, andererseits sein Zusammenleben beleuchtend.

Immer wieder sind im Text Zitate aus zeitgenössischen Quellen eingestreut, die ein schönes Licht auf die Denkweise und Lebenserfahrung der Menschen werfen. Man bekommt ein umfassendes Bild durch alle Stände hindurch gezeigt, das allerdings natürlich, aufgrund des mangelnden Platzes, nicht absolut ausführlich ist. Dennoch gelingt es Arno Borst die Lebensformen gerade für Neulinge hervorragend darzustellen. Gerade die teilweise vollkommen fremden Gedankenwelten sind anschaulich dargelegt.

Fazit: Für Mittelalter-Interessierte ein absolutes Muss. Auch ansonsten ein spannendes Buch, das mich restlos überzeugt hat.
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am 12. März 2016
Da das Frühe Mittalalter ungefähr von 1500 Jahren begann und das Spätmittelalter vor 500 Jahren endete, bevor der Buchdruck erfunden wurde, gibt es nicht so viele authentische Quellen, die das Leben in diesen Zeiten detailliert beschreiben. Der Autor hat viele Quellen zusammen gestellt und ich war überrascht von der Qualität der Originaltexte. Ich hätte nur gerne etwas mehr Originaltext gelesen und etwas weniger Interpretation. Das ist mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch. Aber auch die Interpretationen bezeugen das profunde Wissen des Autors über das Leben im Mittelalter. Durch die originalen Texte, auch wenn durch die Jahrhunderte gesprungen wird, spürt man mehr Mittalalter als bei reinen Beschreibungen in anderen Büchern.
Man darf natürlich keine "Zeitreise" mit genauer Beschreibung der Lebensumstände erwarten. So eine Zeitreise ist zwar spannend, aber nach wie vor in großen Teilen Spekulation. Denn vieles weiß man heute eben nicht genau.
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am 29. Juli 2007
Alle Geschichtsinteressierten werden an diesem auf zahlreiche unterschiedliche Quellen gestützte Werk von Arno Borst ihre helle Freude haben. Bis ins Kleinste breitet der Autor hier ein Panoroma vor dem Leser aus, das an Detailreichtum kaum zu überbieten ist. Städtisches und dörfliches Leben, der Alltag einzelner Stände, Denkweise, Sitten und Gebräuche - alles findet auf lebendige Weise in diesem unverzichtbaren Nachschlagewerk Ausdruck.
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am 27. November 2012
man muss es lesen! Der Historiker Arno Borst hat mit diesem Standardwerk über das Mittelalter eine herausragende Leistung vollbracht - nämlich ein lebendiges Bild vom Mittelalter aus den vorhandenen Quellentexten zu zeichnen, farbenfroh und vielfältig, spannend und interessant.
HistorikerInnen möchte ich dieses Buch besonders ans Herz legen. Die Quellentexte sind gut ausgewählt und Borsts Erläuterungen dazu sehr umfangreich und interessant. Gehört man zu dieser Berufsgruppe, möchte man dieses Buch nicht mehr aus der Hand geben.
Auch für LehrerInnen bietet dieses Buch eine gefüllte Schatztruhe an Quellentexten. Besonders hilfreich für den Unterricht sind die oben genannten Erläuterungstexte, die die Quellen gut erklären und einordnen lassen.
Für "Mittelalter-Einsteiger" könnte das Buch eine Überforderung sein. Hier kann schnell die Lust an der Vergangenheit verloren gehen, da sehr viel in sehr kurzen Texten verabreicht wird. Man kann sich aber langsam herantasten und mal die eine, mal die andere Quelle lesen.
Zum Interesse-wecken am Mittelalter empfehle ich Dieter Breuers "Ritter, Mönch und Bauersleut". Lassen Sie sich hier durch die wenigen negativen Rezensionen nicht entmutigen - in der Rekonstruktion der Vergangenheit gibt es keine absolute Wahrheit.
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am 23. Juli 2013
Ich habe dieses Buch hier gebraucht gekauft und komme damit voll auf meine Kosten. Anfänglich ist der Zugang tatsächlich etwas langatmig und spröde. Aber einmal eingelesen und den Aufbau verstanden, ist es eine Freude in das profunde Wissen des Autors einzutauchen und sich von neuen Gesichtspunkten überraschen zu lassen.
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am 22. Oktober 2010
Bei dem Buch "Lebensformen im Mittelalter" weiß man nicht so recht, was der Autor damit bezwecken wolle. Für ein eher wissenschaftliches Werk fehlt der Anmerkungsapparat, die Stringenz und bisweilen die Sachlichkeit, für ein eher popularwissenschaftliches Werk fehlt schlichtweg die Handhabbarkeit und Zugänglichkeit.

Die Kapitelnamen halten selten, was sie versprechen, sondern verstricken sich in überlangen Quellentexten, die meist nur mäßig bis schlecht analysiert werden. Es fehlen die zentralen Fragestellung und das Herausarbeiten zielgerichteter Erkenntnisse, so dass der Leser in der Regel in einem Wust von wenig zusammenhängenden Informationen zurückgelassen wird.

Der schwülstige und entnervende Stil von Arno Borst tut sein übriges, um dem Interessierten das Eintauchen in Lebenswelten des Mittelalters (an sich ein hochmoderner Ansatz) zu vergällen oder schlichtweg zu verstellen.

Finger weg!
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