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"Der Fledermausmann" ist der erste der Teil der Krimireihe um den norwegischen Polizist Harry Hole. Um bei der Aufklärung der Ermordung einer jungen norwegischen Frau zu helfen, wird Harry Hole nach Sydney beordert. Dort steht ihm Andrew Kensington, ein Kollege und Aborigine, zur Seite. Durch Andrew erfährt Harry eine Menge über Australien, dessen Geschichte und die dort lebenden Menschen. Während der Ermittlungsarbeiten stellt sich heraus, dass es sich bei dem Mord nicht um einen Einzelfall, sondern um die Tat eines Serientäters handelt. Gemeinsam machen sich die Polizisten auf, um den Täter zu fassen.

Im Vergleich mit den nachfolgenden Bänden ist "Der Fledermausmann" noch etwas schwach. Jo Nesbø konzentriert sich zu sehr auf die Beschreibung des Drumherums (z.B. die Informationen über Australien) und verliert dabei teilweise das eigentliche Thema, die Suche nach dem Mörder. So plätschert die Geschichte anfangs ein wenig vor sich her und wird erst am Ende spannend.

Meiner Meinung nach lohnt es sich jedoch trotzdem, das Buch zu lesen, da es der Einstieg in eine von Band zu Band besser werdende Krimireihe ist.

Als kleine Hilfe für alle, die nach diesem Buch noch mehr über Harry Hole und seine Fälle lesen möchten, hier die richtige Reihenfolge der Romane:

1.) "Der Fledermausmann"
2.) "Kakerlaken"
3.) "Rotkehlchen"
4.) "Die Fährte"
5.) "Das fünfte Zeichen"
6.) "Der Erlöser"
7.) "Schneemann"
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am 1. Juli 2011
Die Krimis von H. Hole resp. J. Nesbro schätze ich inhaltlich sehr, wobei es bessere gibt als den ersten Hole-Krimi. Weil ich sie so schätze, durchleide ich stoisch die fehlerhafte E-Book-Konvertierung auf dem Kindle:
es fehlen ganze Leerzeilen, die den Wechsel eines Handlungstrangs signalisieren (und Schwups: wechseln Zeit, Ort und Personen in einem Absatz - so war das bestimmt nicht geplant). Leider ist es in der E-Book-Konvertierung nur in ca. 50 Prozent der Fälle gelungen, das norwegische Sonderzeichen "o" mit dem Slash bei Holes Schwester Sos korrekt darzustellen: meist ist eine "See" daraus geworden. Dieser im Text misshandelte Schwestername zieht sich immerhin konsequent durch andere Hole-Krimis (Rotkelchen und Kakerlaken). Fehlende Leerzeichen zwischen Wörtern oder fehlende Satzendzeichen (z.B. Punkte) will ich jetzt nicht erwähnen.
Hoffen wir, dass sich die Qualität der Konvertierung mit Zunahme der Masse an E-Books deutlich verbessert.
22 Kommentare|25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Februar 2012
....ausgerechnet das erste Buch von Jo Nesbo qualitativ so hinter die anderen zurückfällt. Ich bin in die Harry Hole Reihe durch die Kindle Tage von Amazon eingestiegen und habe daher mit dem guten Buch Leopard: Harry Holes achter Fall begonnen. Ähnliches hatte ich mir vom Fledermausmann erwartet und wurde bitter enttäuscht.

Das Buch kommt einem vor wie ein Liebesroman, der mit ein paar Impressionen über die Kultur Australiens und seichten Krimielementen verwoben ist - garniert mit ein paar Toten. Spannung kam kaum auf, und wurde auch in den Ansätzen wieder im Keim erstickt. Die Handlung bewegt sich nur schwerlich vorwärts, wobei es auch nicht viel zu erzählen gibt.

Hätte ich mit Jo Nesbo beim ersten Buch angefangen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir noch andere Bücher von ihm zu kaufen. Von daher kann ich allen "Neu-Lesern" nur empfehlen vom ersten Buch Abstand zu nehmen oder sich nicht davon entmutigen zu lassen. (Es ist auch gar nicht essentiell das erste Buch zu kennen. Man erfährt nichts, was man nicht auch im zweiten Buch oder achten Buch über H.H. erfahren würde.)

Im Moment lese ich Kakerlaken: Harry Holes zweiter Fall und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Noch ne Anmerkung zur ebook-Version: Viele Fehler in Form von fehlenden Worttrennungen, nicht gemachten Absätzen und Rechtschreibfehlern. Der Verlag sollte sich ernsthaft mal Gedanken über seine Lektoren machen, das ist mir nämlich auch alles schon bei Leopard: Harry Holes achter Fall aufgefallen
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am 28. Oktober 2013
Über den Inhalt dieses Buches wurde an anderer Stelle ja schon viel geschrieben. Ich persönlich finde diesen ebenfalls sehr schlecht, da er viel zu wirr und aus der Luft gegriffen ist. Es mag ja durchaus genretypisch sein, daß mehrere Verdächtige sich nachher als unschuldig erweisen und dann kurz vor Schluß der Mörder entlarvt wird, aber bitte, das soll doch immer noch in die Logik passen und nicht einfach völlig abstrus konstruiert sein ohne Bezug zum vorherigen Geschehen. Zudem nervt der zu Beginn noch abstinente Harry Hole, der seine Ermittlungen dann später zwischen Whisky-Exzessen und Kneipenschlägereien wenig professionell durchführt.
Außerdem hat man ca. 10% des Buches vergessen zu übersetzen, also jedenfalls findet man auf mind. jeder 2. Seite englische Sätze. Vielleicht muß das so sein und es sollte cool wirken. Ist es nicht, es ist nervend. Und was soll es uns sagen, daß Wörter wie "Hello" "He11o" geschrieben werden, mit 2 Einsern in der Mitte. L33Tspeak in Kriminalromanen? Bitte nicht...
Also, 2 Sterne für die Story, mind 1 Stern Abzug für die Präsentation des ebook
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am 5. September 2004
Das vorliegende Werk ist das erste Buch über Harry Hole, den alkoholkranken Polizisten aus Oslo. Hier allerdings liegt die ganze Handlung in Australien, denn dort wurde eine junge Norwegerin ermordet und Harry Hole wird aus Norwegen zur Unterstützung geschickt. Wirklich gewartet haben die Australier zwar auch nicht auf ihn, aber er dennoch kann er die ganze Zeit an den Ermittlungen mitwirken.
Das Buch hat sehr viele gute und auch einige schlechtere Seiten. So sind z.B. stilistisch noch einige Schwächen auszumachen. Nesboe ist noch nicht ganz zu der Form aufgelaufen, die er im zweiten Buch der Serie "Rotkehlchen" erreicht. So versucht er sich an Perspektivenwechseln innerhalb einer Szene und dies geht ganz ordentlich in die Hose. Sprachlich ist das Buch auch noch eher als durchschnittlich aber keineswegs schlecht zu bezeichnen. Eine Schwäche erlaubt sich Nesboe auch beim Vorantreiben der Handlung - da gibt es dann schon mal Längen. Für einen Krimi unwürdig ist es auch teilweise Informationen vor dem Leser verborgen zu halten und erst im letzten Moment damit herauszurücken. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von guten Seiten. So sind die Figuren sehr gut gezeichnet, insbesondere der Protagonist - Harry Hole - wird außergewöhnlich gut herausgearbeitet. Ausgezeichnet gelungen ist auch der Versuch ab und zu einen Scherz in die Handlung einzuflechten. Sehr schön verwebt Nesboe auch Erzählungen über die ursprüngliche Kultur der Aboriginies und deren Legenden mit der Handlung.
Üblicherweise gebe ich, wenn ich nur drei Sterne vergebe, keine klare Leseempfehlung für ein Buch ab. In diesem Fall aber will ich eine Ausnahme machen, und zwar weil der zweite Band "Rotkehlchen" ein wirklich unglaublich gutes Buch ist und durch die hervorragend gezeichnete Figur des Harry Hole aus diesem Band noch einmal eine Qualitätssteigerung erfährt.
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am 2. Oktober 2010
Ich habe "Der Schneemann" von Jo Nesbo gelesen und war restlos begeistert. Mein nächstes Buch von ihm war "Der Erlöser", das ich irgendwann entnervt zugeschlagen habe, weil es so langweilig war. Mit "Der Fledermausmann", dem 1. Teil der Harry Hole-Reihe, wollte ich einen erneuten Versuch starten, zumal das Buch auch noch mit Preisen ausgezeichnet worden ist. Ich hab wirklich bis zum Ende durchgehalten, auch wenn es mich viel Mühe gekostet hat. Der Fledermausmann ist derart langweilig und klischeebeladen, dass es schlimmer kaum mehr geht. Gestört hat mich folgendes:
* Der Kriminalfall an sich ist reine Nebensache. Das Buch dreht sich vorwiegend um irgendwelche Aborigines-Geschichten, die wirklich gar nichts mit der Geschichte zu tun haben - auch bei der Auflösung nicht - und um das Liebesleben von Harry Hole, auf das man echt getrost hätte verzichten können. Wenn ich einen Krimi lese, will ich weder einen Reiseführer lesen noch eine derart abgedroschene Liebes-Alkohol-Rückfall-Geschichte wie hier bei Harry Hole. Ein Polizist kann von mir aus gerne Alkoholiker sein, aber so wie es hier beschrieben worden ist, war es einfach nur grottenschlecht.
* Spannung kommt null auf.
* Ein guter Krimi zeichnet sich dadurch aus, dass es auf subtile Art und Weise immer neue Verdächtige gibt. Hier wurde es mit der Holzhacker-Methode versucht. Die Verdächtigungen fanden derart statt, dass Harry sagte, der und der ist es. Natürlich war es derjenige dann immer nicht, und weiter ging's. Das ganze ging dann ungefähr drei Mal so. Irgendwann denkt man sich nur noch: Jaja, klar doch! Gähn!
* Die Auflösung ist ein Witz und derart gekünstelt, dass man nur noch den Kopf schütteln konnte.
* Die Übersetzung ist grauenhaft! Wenn man sich entscheidet, ein Buch auf Deutsch zu lesen, dann sollte es auch in Deutsch geschrieben sein. Durch das ganze Buch hindurch, sind Dutzende englische Sätze in Kursivschrift zu finden, die einfach nicht übersetzt wurden. Keine Ahnung, wieso! Ich lese gerne Bücher auf Englisch und hatte auch keine Probleme, diese Sätze zu verstehen, aber wie gesagt: In diesem Fall wollte ich ein Buch auf Deutsch lesen.

Fazit: Einer der schlechtesten und langweiligsten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Warum dieses Buch ausgezeichnet worden ist, ist mir vollkommen schleierhaft! Es lohnt sich wirklich, den "Schneemann" zu lesen, aber von diesem Buch würde ich die Finger lassen. Außer jemand braucht eine Einschlafhilfe ...
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am 6. November 2002
Ein faszinierender Krimi, wenig Action, dafür gut aufgebaute Charaktere, eine Handlung, die wie ein Strom behäbig aber stetig vorantreibt und ein Spannungsbogen, der immer wieder scheinbar abfallend geschickt in eine neue Richtung aufgenommen wird. Harry Hole ist kein James Bond oder Sherlock Holmes. Er muß sein Ermittlung, wie in der realen Welt, mit minimalen Anhaltspunkten und viel Phantasie durchführen, stößt in Sackgassen, muß wieder von vorne beginnen, aber er ist ein beharrlicher Puzzleleger. Und wie so oft bei Skandinavischen Krimis ist er ein Ermittler mit großen persönlichen Problemen, die er mit sich herumträgt.
So ganz neben bei erfährt man einiges über die Geschichte Australiens, die Aborigines und das heutige Australien. Die Gewaltszenen sind auf das absolut notwenige beschränkt, es gibt keine magenbeunruhigende Szenen. Für einen Erstling ein sehr gelungenes Buch, das Lust auf mehr von diesem Autor macht.
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am 8. September 2011
Wenn ich die Harry-Hole-Reihe in der chronologischen Reihenfolge mit "Der Fledermausmann" begonnen hätte, wäre das gleichzeitig mein letztes Buch des Autors gewesen. Da ich aber mit "Schneemann" eingestiegen bin, ging ich davon aus, dass auch die vorhergehenden Bände solide, spannende Krimikost böten.

Leider weit gefehlt. Den Auftakt der Reihe finde ich erbärmlich. Die Figur des Kommissar Hole ist hier völlig unglaubwürdig dargestellt, der Fall selbst wirr und unzusammenhängend konstruiert und die aufgesetzte Gesellschaftskritik anhand der Lebensumstände australischer Aborigines lächerlich bis peinlich. Ich bezweifle, dass das norwegische Original wesentlich besser ist. Nesbos Stil ist hier einfach nur gräßlich und völlig untalentiert.

Sämtliche Figuren strotzen nur so vor Klischees, keine einzige vermag auch nur einen Hauch Interesse oder Spannung zu erwecken, egal ob Harry Hole und sein nicht minder vom Leben gebeutelter Kollege Andrew, der arme Clown Otto, die überflüssige Freundin oder der 08/15-Täter.

Ärgerlich fand ich auch, dass die Alkoholsucht Holes gewissermaßen augenzwinkernd verherrlicht wird und nicht als die traurige Angelegenheit, die sie in Wirklichkeit ist, gezeigt wird. Und wenn schon gesoffen wird, dann bitte ohne penetrante Schleichwerbung für einen Fusel wie "Jim Beam" (ich nehme an, dass der "White Label" gemeint ist). Es gibt schließlich auch guten Bourbon...

Dennoch für alle, die bisher nur "Der Fledermausmann" gelesen haben und sich fragen, ob man den nächsten Band überhaupt noch riskieren sollte: bereits ab "Kakerlaken" geht es langsam aufwärts.
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am 6. Januar 2012
Ein Weihnachtsgeschenk von meiner Tochter ' wohlgedacht, da sie weiß , dass ich sehr gerne Krimis lese und bevorzugt solche, von deren Hauptfigur es reichlich Lesestoff gibt.

Aber leider, der Krimi enttäuscht.

Zur Story : Norwegerin wird in Australien ermordet, Harry Hole wird entsandt und fängt an zu ermitteln, zusammen mit einem australischen Kollegen. Etwas Verwicklungen, etwas Sex, weitere Morde, zu viele Zufälle, reichlich Schwulen-Milieu und eine geile Schwedin, mit der er wilde Nächte verbringt. Leider auch ein Abrutschen als Alkoholiker, peinlich und viel gekotzt. Happy End, na ja, irgendwie auch nicht so recht.

Fazit : Zu viel Stories nebenbei, zu viele Namen und Personen, die nicht von Interesse sind und letztlich auch keine richtige Detektivarbeit. Für mich definitiv der erste und letzte Nesbo
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am 16. Juli 2013
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Inhalt: Harry Hole wird aus Norwegen nach Sydney beordert, um bei der Aufklärung eines brutalen Mordes an einer jungen Norwegerin zu helfen. Unterstützt wird er dabei von einem australischen Polizisten und Aborigine, Andrew Kensington. Während der Ermittlungen, die über die örtliche Schwulenszene, Drogenuntergrund und Boxwettkämpfe führen, bringt Andrew seinem norwegischen Gast Geschichte und Kultur Australiens näher. Doch die freundschaftliche Atmosphäre wird durch einen weiteren Mord getrübt: bald ist klar, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, dessen Opfer blonde Mädchen sind. Zunehmend beginnen sich unheilvolle Ahnungen in Harry zu regen. Doch als er die Wahrheit endlich erkennt, scheint es fast schon zu spät zu sein...
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Bewertung: Das norwegische Debut wurde im Vorfeld bereits viel kommentiert. Vor allem eingefleischte Nesbø-Fans sind von den ersten Bänden rund um den Ex-Alkoholiker und Einzelgänger Harry Hole eher enttäuscht. Die kritischen Stimmen riefen vor allem etwas von mangelnden Splatter-Elementen, fehlender Spannung und grundsätzlichem Übungsbedarf in Sachen Schreibstil. Und tatsächlich: Wer eine blutrünstige Mordgeschichte erwartet wird bei diesem Buch enttäuscht werden. Der Fledermausmann ist viel mehr als ein guter Kriminalroman. Neben der stringenten Kriminalhandlung gewinnt der Leser eingehend Einblick in die Geschichte Australiens, das Leben seiner Einwohner und die problematische Wirklichkeit jenseits der Hochglanzprospekt-Fassade der Tourismusindustrie.
Die Figuren der Handlung haben Tiefgang, eine jeweils eigene Geschichte und Entwicklung mit charakterlichen Schwächen. Sie sind so real gezeichnet, dass sie einem nach der Lektüre teilweise wie zurückgelassene Freunde fehlen. Vor allem der Protagonist Harry Hole ist kein strahlender Held, sondern ein etwas desolater Typ, dessen Handlungen beim Leser nicht immer auf Zustimmung stoßen dürften. Befindet man sich im einen Moment im Urlaubsparadies, wird man im nächsten von einer unerwarteten Katastrophe überrollt. Nesbø schafft es, unheilvolle Ahnungen, rauschende Partys, grausige Mordermittlungen, zarte Freundschafts- und Liebesentwicklungen, sowie menschliche Entgleisungen mit einer großartigen Sprache zu beschreiben, so dass man sich weder entziehen kann noch möchte. Immer mehr gerät der Leser in den Sog rätselhafter Ereignisse, welcher die Grenzen mythologischer Sagenwelt und brutaler Realität zunehmend verschwimmen lässt. Die Rahmenhandlung der Mordermittlung tritt zwar an etwaigen Stellen in den Hintergrund. Dies stört aber in keinem Fall den Lesefluss. Die Geschichte bleibt zu jeder Zeit fesselnd, was zum Einen dem besagten grandiosen Sprachtalent des Autors, als auch der interessanten Figuren zu verdanken ist. Mit übertriebener Grausamkeit oder detaillierten Tötungsvorgängen à la Mr. McFadyen wartet dieser Roman tatsächlich nicht auf. Unschuldig wie Miss Marple-Mordfälle sind die Szenen allerdings ebenso wenig. In Sachen Brutalität ist Der Fledermausmann durchschnittlich.
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Fazit: Dieser Roman ist so vielschichtig und dabei auf allen Ebenen so gut konstruiert, dass man kaum gewillt ist, dieses Konglomerat aus Poesie, Urlaubslektüre, Kriminalgeschichte, Reiseführer und ethnographischer Studie zu analysieren. Stattdessen möchte man es einfach wie einen guten Cocktail auf sich wirken lassen. Nesbø versteht es, seine Handlung in einem ebenso gefühlvollen wie prägnanten Stil zu verweben, so dass sich der Leser auf eine mitreißende Reise menschlicher Abgründe begibt. Ein ironischer Unterton und viele Einblicke in die australische Kultur machen die Kriminalgeschichte zu einem intelligenten Lesevergnügen. Wer eine Abneigung gegen skandinavische Melancholie, geschichtliche Abhandlungen, Alkoholismus oder intensive Charakterzeichung hat, der sollte lieber zu einem späteren Werk des Autors greifen. Wer Whisky möchte, sollte eben nicht zum Cocktail greifen.
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Info: Der Fledermausmann ist das Debut der Harry Hole-Serie, die mittlerweile aus 9 Bänden besteht. Die deutschen Titel (erschienen bei Ullstein) in chronologischer Reihenfolge lauten Der Fledermausmann, Kakerlaken, Rotkehlchen, Die Fährte, Das fünfte Zeichen, Der Erlöser, Schneemann, Leopard und Die Larve. Für den Fledermaumann bekam der Autor zwei bedeutende skandinavische Literaturpreise: den Riverton-Preis (1997) und den Skandinavischen Krimipreis (1998).
Übrigens wird das "e" in Harrys Nachmahmen auf norwegisch wie ein deutsches "i" ausgesprochen, weswegen er in Australien als "Mr. Holy" angesprochen wird und Mitmenschen korrigiert, die ihn mit dem englischen "Hole" (also "Loch") anreden.
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