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am 20. Mai 2006
Stephen King. Besser bekannt unter dem Namen "Meister des Horrors", führt er uns, die Leser mit jedem seiner Bücher in eine andere Welt ein. Eine Welt, in der es spukt, eine Welt in der ein unheimliches Etwas in den Wäldern lauert oder eine Welt, in der ganz normale Alltagsgegebenheiten zum Alptraum werden.

In diesem Fall ist es die kleine Trisha, die sich im Wald verläuft. Stephen King greift eine der größten Ängste kleiner Kinder, gleich neben dem Boogeyman, auf. Nämlich die Angst vor dem Alleinsein, ohne die rettende Schulter der Mutter. Denn diese befindet sich, womöglich immer noch streitend, mit Trishas großem Bruder Pete, auf dem richtigen Weg in Richtung Auto.

Die kindliche Unschuld und die simplen Dinge, die ein kleines Mädchen in Angst und Schrecken versetzen, beschreibt Stephen King, als wüsste er genau, wie ein kleines Kind fühlt und denkt, wenn es sich verlaufen hat und nachts der Dunkelheit überlassen ist, ohne Schutz und Verteidigung vor den Dingen, die im Wald auf sie lauern. Ja, er schreibt so, als wäre er selbst dieses kleines Kind, als hätte er selbst sich im Wald verlaufen und müsse nun mit Angst und Einsamkeit kämpfen.

Ein großartiges Buch ohne Monster, Geister und böse Clowns. Gut gelungen und spannend gehalten bis zur letzten Seite! Großes Lob an den "Meister des Horrors".
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Trisha McFarland fährt mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder zu einem Wanderausflug in den Wald. Doch die ewigen Streitereien zwischen Mutter und Sohn gehen der Neunjährigen bereits im Auto auf die Nerven und so lässt sie sich schon bald zurückfallen. Als sie dringend pinkeln muss und vergeblich versucht auf sich aufmerksam zu machen, schlägt sie sich kurzerhand in die Büsche. Nachdem sie ihr Geschäft verrichtet hat, genügen bereits einige Schritte in die Falsche Richtung und plötzlich ist sich Trisha nicht mehr ganz sicher, in welcher Richtung der Wanderweg liegt. Hinter den Geräuschen des Waldes kann sie auch nicht mehr die Stimmen ihrer Mutter und ihres Bruders hören. Nach einer Stunde rastlosen Suchens ist sich Trisha endgültig der Tatsache bewusst sich verlaufen zu haben. Gegen die Erbarmungslosigkeit der Natur ankämpfend trotzt Trisha blutdurstigen Mückenschwärmen, Regen, Kälte, Hunger und Durst. Ihr Walkman mit Radioempfang, über den sie die Übertragungen eines Baseballspiels ihrer Lieblingsmannschaft verfolgen kann, ist die einzige Verbindung zur Zivilisation. Doch die Natur nimmt keine Rücksicht, auch nicht auf ein neunjähriges Mädchen, dass sich nur verlaufen hat, und vor Angst kaum Atmen kann '

Es ist eines von Kings eindringlichsten und subtilsten Werken, das seit seinem ersten Erscheinen in Deutschland im Jahr 2000 bereits in mannigfaltiger Aufmachung erschienen ist. Eine der schönsten und edelsten Gestaltungsformen kann jetzt die Ausgabe des PAN-Verlages aufweisen, einem Unternehmen des Droemer-Knaur-Verlags.
'Das Mädchen' ist ein belletristisches Meisterwerk, das King endgültig über den Ruf hinaus gehoben hat, einfach 'nur' ein verdammt guter Horror-Autor zu sein. Die erzählerische Kraft von Stephen King ist enorm, ebenso wie sein intensives Einfühlungsvermögen. Der Autor kennt die Ängste seiner jungen Protagonistin und macht aus dem Horror-Trip der kleinen Trisha ein beklemmendes Kammerspiel der Superlative. Die Ängste und Reaktionen des Mädchens sind unheimlich nachvollziehbar und man fühlt und leidet unweigerlich mit Trisha mit. Die Red Sox und deren Closer Tom Gordon werden für Trisha schnell zum letzten Strohhalm, an den sie sich verzweifelt klammert und aus dem sie Mut zum Weiterkämpfen schöpft, selbst als ihr Walkman den Geist aufgibt. Selbst wenn man, wie ich, sportlichen Mannschafts-Spielen nur wenig abgewinnen und mit Baseball so absolut gar nichts anfangen kann wird man von den eindringlichen Beschreibungen Kings sofort mitgerissen. Der Überlebenskampf der kleinen Trisha liest sich wie Horror-Roman und Abenteuer-Geschichte zugleich und entwickelt eine ungemeine wirkungsvolle Dramatik. Der Wald und seine für Trisha unsichtbaren Bewohner werden zu bösartigen Dämonen, die ihren Irrweg auf Schritt und Tritt begleiten. Es müssen eben nicht immer Psychopathen, Vampire oder teuflische Clowns namens Pennywise sein, die dem Leser das Grauen lehren. Die Spannung bleibt konstant bis zum Ende des Buches erhalten und der Leser im Ungewissen, ob Trisha überleben wird oder nicht. Zugleich ist 'Das Mädchen' ein Roman, der für jede Altersgruppe von 9 bis 99 Jahre geeignet ist, denn von jeglicher Zivilisation abgeschnitten tritt auch bei gestandenen Erwachsenen schnell das hilflose, schutzbedürftige Kind zutage, und so wird Trisha rasch zur allumfassenden Metapher menschlicher Urängste.
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am 15. Februar 2007
Das Hauptproblem von "Das Mädchen" ist meiner Meinung die Story, die nicht unbedingt zu Kings besten zählt. Für seine Verhältnisse würde ich sie sogar nur als mittelmäßig bezeichnen, was jedoch bei manch anderem Schriftsteller zweifellos noch als Highlight durchgehen würde. Andererseits muss man es King hoch anrechen, dass er es schafft, eine Geschichte, die man im Prinzip in zwei Sätzen zusammenfassen könnte, derart packend und atmosphärisch dicht zu erzählen, dass sie trotz der relativ simplen Handlung - Mädchen verirrt sich im Wald - noch recht spannend zu lesen ist.

Einen großen Anteil daran, dass die Hörbuchfassung den Roman an Spannung und Atmosphäre übertrifft, haben sicher die Sprecher Joachim Kerzel (Jack Nicholson ...) und Franziska Pigulla (Agent Scully), die die Geschichte kongenial vertonen. Beide zählen zu den absolut besten ihres Faches!

Jedem King-Fan ist "Das Mädchen" sicherlich zu empfehlen, als Einsteiger würde ich jedoch eher zu einem anderen (Hör-)Buch greifen, wie zum Beispiel "Frühling und Sommer". Dennoch verspricht "Das Mädchen" auf sieben CDs viel Spannung und gute Unterhaltung!
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am 13. Juni 2007
Ich liebe King Romane (abgesehen von Fantasie-Geschichten - das liegt aber am Genre).

Auch 'Das Mädchen' finde ich auf seiner Art großartig. Zugegebener Maßen anders, aber auf diese andere Art großartig.

Wie einer meiner Vorredner schon schrieb: Nichts für King-Einsteiger, aber ein Muss für King-Fans.

Es gibt zwar keine erwähnenswerten Ups und Downs, aber gerade dass macht es aus. Die detaillierte Beschreibung von vermeintlichen Kleinigkeiten. Wunderbar. Es muss ja nicht immer der blanke Horror sein;-)

Ach, und die Sprecher sind genial!!!!!

Einen Stern ziehe ich dennoch ab, da ich mir vom Ende noch etwas mehr erwartet hätte.
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am 24. Mai 2007
Das Mädchen ist ein gutes , wenn auch weit nicht das beste Stephen King Buch und ein vielverspechendes Hörbuchvergnügen.

Die Zeichen stehen gut ! Eine kaum , oder gänzlich ungekürzte fassung, 2 der besten Sprecher unseres Landes.

So ist es umso schockierender , wenn der , nichts ahnende Hörer , zum ersten mal mit den fürchterlich unpassenden, schlecht produzierten Musikstücken und teilweise Grauenhaften und aufgesetzten Effektpassagen konfrontiert wird.

Diese netten , aber zu aufdringlich und minderwertig umgesetzten Versuche , die sehr dichte Atmosphäre weiter zu verstärken, wirken ihrem Ziel meißtens entgegen und stören den brillianten Lesefluss der großartigen Sprecher.

Davon abgesehn wird trotzdem spannende Hörbuchunterhaltung geboten , die dem Werk alle Ehre macht.
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am 2. März 2008
Die Geschichte ist so alt wie die Menschheit: Ein Mädchen verirrt sich im Wald.
Die neunjährige Trisha, unternimmt mit Bruder und Mutter einen Ausflug in die mittleren White Mountains im Westen von Main. Ein paar Meilen wollen sie den Appalachian Trail entlang wandern. Für uns im dichtbesiedelten Deutschland ist es kaum vorstellbar, sich in einem Wald zu verlaufen. Aber die USA sind groß. Da reicht es den Pfad zu verlassen, um seine Notdurft zu verrichten und unbemerkt von Bruder und Mutter ein paar Schritte vom Wanderweg abzuweichen. Sie hockt sich hinter einen Busch und begeht danach den zweiten großen Fehler: Der Weg hatte doch eine Biegung gemacht? Und wenn sie nun geradeaus läuft, hier den Hang hinunter, dort hinten hinauf, wird sie in einer Minute wieder bei ihrer Familie sein. Aber: „Die Welt hat Zähne, und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will.“
Trisha findet den Weg nicht wieder und macht den dritten Fehler: In der Hoffnung irgendwann auf den Weg zu stoßen geht sie immer tiefer in den Wald hinein. Sie stürzt, verletzt sich, rappelt sich auf, stolpert weiter und fängt erst an zu rufen als es zu spät ist. Sie erinnert sich vage an den alten Waldläufertrick: „Folge einem Bach, er wird in einem größeren Bach münden, der wiederum in einem Fluss - und da wohnen Menschen.“ Trisha folgt tatsächlich einem Rinnsal, aber das speist nur ein Moor und langsam wird es dunkel ... Aber King wäre nicht King, wenn er es bei der aufkeimenden Panik des Mädchens und dem langsam herankriechenden Hunger belassen würde. Etwas ungeheuerliches scheint sie zu beobachten.
Wie immer gelingt es King meisterhaft den Leser in die Geschichte zu ziehen und das beklemmende Gefühl einer im wahrsten Sinne ausweglosen Situation heraufzubeschwören. Die Gedanken kommen für eine Neunjährige stellenweise etwas altklug daher, aber ihre Taten nicht, und die sind es, die die Story glaubhaft machen. Tränen und Hysterie sind gefühlvoll und nur dort beschrieben wo sie angebracht sind. Alles in allem ein Büchlein für einen spannenden, unterhaltsamen Nachmittag und vom Niveau her am ehesten mit den Rick Xaver Morton Krimis von Hardy Crueger zu vergleichen.
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Gibt es etwas Gruseligeres als sich in jungen Jahren in einem riesigen Wald zu verlaufen und einfach über Tage lang nicht mehr herauszufinden und die Nächte einsam und verlassen nur in Gesellschaft wilder Tiere zu verbringen? Manch einer mag sagen ja. Doch nimmt man sich Das Mädchen zum Lesen mit in den Wald oder lässt sich ganz einfach auf die Geschichte ein, so würde mancher vielleicht sagen: Nein! Und deshalb hat sich auch der Meister des Grusels und Horrors einer solchen Geschichte angenommen.
Trisha ist es passiert. Sie ist in einem riesigen nordamerikanischen Wald vom Weg abgegangen und ist dummerweise nicht auf demselben Weg wieder zurück, sondern wollte eine Abkürzung nehmen. Sie erinnert sich an alte Weisheiten und schlägt sich durch den Wald. King beschreibt in gewohnt detaillierter Art Trishas Weg durch den Wald und auch ihre mentale Leistungsfähigkeit. Diese bewahrt sie sich einzig und allein dadurch, dass sie sich an der Realität festklammert: Ihre signierte Baseball-Kappe und die Spiele ihrer Red Sox mit Tom Gordon. Denn Trisha hatte ihren Walkman dabei.
Leider hat mich dieses Buch von Stehen King nicht so sehr von den Socken gehauen, wie manch anderes. Durch ihr phasenweise doch sehr erwachsenes Verhalten und der Tatsache, dass der Walkman sie abgelenkte, wenn es dunkel wurde, nahm der Geschichte ein Stück des Gruselfaktors, was ich persönlich sehr schade finde. Doch dadurch wird das Buch wieder anderen Personengruppen geöffnet. So ist es durch fehlende Brutalität und des abgespeckten Gruselfaktors doch angemessen für ein junges Publikum. Betrachtet man das Buch aus diesem Blickwinkel ist es wirklich gut. Es ist atmosphärisch dicht geschrieben und beschreibt darüber hinaus sehr gut die Gedankenwelt eines neunjährigen Scheidungskindes.
Manch einer würde nun sagen, das ist kein typischer King. Doch den typischen King gibt es auch nicht. King hat viele Facetten und neben Fantasy und Horror gehören wie man bei diesem Buch lesen kann auch gruselige Jugendbücher dazu.
Die Neuauflage als Hardvover bei Pan gefällt mir sehr gut. Das Layout ist typisch für den Verlag sehr gut gelungen und die einzelnen Kapitelanfänge sind optisch mit einem schönen Waldmotiv hervorgehoben.

Fazit: Das Mädchen ist ein gruseliges Buch, das sich aufgrund fehlender Brutalität für jugendliche eignet. Wer einen blutigen, brutalen King erwartet wird bei diesem Buch entweder umdenken müssen oder sollte die Finger davon lassen. Mir hat es aufgrund des Detailreichtums und der atmosphärischen Dicht gut gefallen.
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am 19. März 2004
Ich bin einer, der Kings Bücher im Alter von 11 Jahren kennengelernt hat, und damals alles von ihm verschlungen hat, was man kriegen konnte. Irgendwann musste ich feststellen, das mich King zunehmend mehr langweilte, und so lese ich seitdem nur noch alle paar Jahre ein Buch des angeblichen "Meister des Grauens".
"Das Mädchen" kaufte ich mir in der vorliegenden "Sparausgabe" für 3,99, was mal ein großes Lob an den Verlag verdient. In Zeiten, wo man zunehmend auf die wenigen Cents in der Tasche achten muss, und irgendwie alles teurer zu werden scheint, ist ein "Sparbuch" genau das richtige, und mit Ausnahme einer fehlenden Coverillustration stellt sich mir die Frage, wo der Verlag eigentlich wirklich gespart hat... Ein Beweis, das viele Bücher irrsinnig überteuert sind.
Doch nun zum Buch selbst: King, der normalerweise als wenig geistreicher Horrorautor den amerikanischen Vorstadthorror geprägt hat, in dem harmlose Gartenhecken und Wäschewrangler zu monströsen, satanischen Vernichtungsberserkern mutieren, hat sich in "Das Mädchen" dem wahren Horror zugewandt: Dem Wald. Im Wald ist es dunkel, im Wald knackt und raschelt es ununterbrochen, und die Schatten der Bäume könnten doch alles mögliche sein. Wer einmal nachts alleine im Wald ohne Taschenlampe spazieren war, und wirklich mal versucht hat, den regulären Weg zu verlassen, weiß wie unheimlich es werden kann. Im vorliegenden Roman bekommt das vor allem die neunjährige Trisha zu spüren, die eben mal kurz pinkeln war, Mutter und Bruder - in einer Auseinandersetzung vertieft - nicht bescheid sagt (bzw. nehmen diese sie garnicht wahr), und schon ist es passiert. Sie findet den Weg nicht mehr, und läuft fortan ziellos auf der Suche nach einem "Ausgang" durch den Wald, der lediglich natürliche Gefahren in sich birgt, die jedoch alleine in der Phantasie des Mädchens zu enormen Ungetümern avancieren. Dunkelheit, Stolperfallen, Mücken, Wespen, verendete Tiere, irgendwann geht der Proviant aus, die Folgen des Genusses unabgekochtes Wasser aus einem Bach zu trinken, und zu alledem Geräusche, die Trisha gerade Nachts heimsuchen, sorgen dafür, dass das Mädchen sich vorstellen muss, dass da irgendetwas ist, ein Ding lauert, obgleich die Vernunft sagt, dass sie sich alles nur einbildet. Doch gerade in der Einbildung liegt die Angst begründet, vor dem furchtbaren Ding, das einfach da sein muss. Unterstützung bei ihrem langen Marsch durch unwegsames Gelände erhält sie durch ihren Walkman (der einzige Kontakt zur Außenwelt), dessen Batterien jedoch zunehmend schwächer werden, und durch ihren imaginären Begleiter, Tom Gordon, einem Spieler der Red Sox, dessen Fan sie ist.
Sprachlich habe ich King selten in so grandioser Form erlebt. Ausführlich und Detailreich verwebt er die Spinnfäden im Wald zu einer glaubhaften Erzählung, die einige Stunden spannende Unterhaltung garantiert. Viele Kingfans mögen dieses Buch nicht, weil es kein typischer Kingroman ist. Ich persönlich halte King für stets dann am besten, wenn er Experimente wagt, die Pfade des amerikanisch kitschigen (und seit den 80ern überholten) Vorstadthorrors verlässt, um auch mal zu zeigen, das er auch auf literarisch hochwertigem Niveau packend unterhalten kann. Leider tut er das viel zu selten.
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am 18. Juni 2007
Stephen King ist in die Jahre gekommen. Nach phänomenalen Erfolgen, z.B. mit "Es" oder "Das letzte Gefecht" machte King Furore wie kein anderer Belletristikautor. Dabei drängten sich oft nur die gruselig, schaurigen Inhalte seiner Geschichten in den Vordergrund und nicht die große Erzählkunst des Mannes aus Maine. Ein Umstand, für den King nichts konnte; die Medien plakatierten seine Stoffe auf diese Art und Weise. King ist und bleibt dabei einer der ganz großen Erzähler des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus. Wer dafür noch einen Beweis braucht, liest sich "Das Mädchen" durch. Der Originaltitel "The Girl Who Loved Tom Gordon" trifft die puristische Geschichte um Klassen besser als der Übersetzungstext.

Die kleine Trisha geht mit ihrem Bruder und ihrer Mutter auf einen Spaziergang in den Appalachen Trail. Sie verläuft sich im Wald und findet nicht mehr hinaus. Mutter und Bruder streiten sich und bekommen nicht mit, dass die 9jährige verloren geht. Trishas Odysee führt sie durch die unendlichen Wälder und sie glaubt, dass sich etwas an ihre Fersen geheftet hat, das böse und unheimlich ist. Allein die Unterhaltungen mit ihrem Lieblingsbaseballspieler Tom Gordon, der sie in ihrer Einbildung begleitet, treibt das Mädchen immer weiter voran. Als die Rettung in Sicht ist, schlägt das Böse zu...

Der Inhalt der Geschichte ist schnell erzählt und hätte in jeder Kurzgeschichte Platz. Aber genau da kommt Kings große Erzählkunst ins Spiel. Der Meister fabuliert, vergleicht, legt falsche Spuren und impft uns, ohne das wir es bemerken, die Eckpunkte seiner eigenen Lebensphilosophie ein. So wird aus einem kleinen Text eine große Geschichte.

Zum Schluss bleibt einem nur übrig, sich vor King zu verneigen. Er hat es wieder einmal geschafft, uns bei der Stange zu halten. Hat uns entführt in eine Welt der Schatten und Geheimnisse, aber auch der Wunder. Und genau das erwarten wir von ihm. Immer und immer wieder...
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am 25. Juni 2007
Ein Mädchen,Trisha,befindet sich mit ihrem Bruder und ihrer Mutter auf einer Waldwanderung fernab jeglicher Zivilisation.

Sie verläßt nur einmal kurz den Weg.

Und verläuft sich.

Allein auf sich gestellt,trotzt sie Hunger,Durst,Dunkelheit und Mücken...welche nicht ihre einzigen Wegbegleiter in diesen Tagen sind.

Die Geschichte an sich ist einfach und wenig spektakulär.

Franziska Pigulla und Joachim Kerzel,zweifelsohne zwei der besten Erzähler im deutschsprachigen Raum,schildern Trishas Erlebnisse allein in der Wildnis.

Angefangen bei Verletzungen durch Unfälle,einer erschwerten Nahrungsbeschaffung bis hin über Hallozinationen im Fieberwahn - Trisha erlebt ihren ganz eingenen Horror.

7 CDs,454 Minuten,ungekürzte Romanfassung.

Dieses Hörbuch ist zwar nicht das absolute "must-have",aber trotz fehlender Dramaturgie unterhaltsam und - geade deswegen - realistisch dargestellt.
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