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85 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen (Leider) einer der besten SciFi's aller Zeiten
"Big Brother is watching you" ist nicht erst seit der Big Brother-Show ein weltberühmtes Schlagwort. Es stammt aus diesem Klassiker. Dieses düstere Zukunftsszenario stammt aus dem Jahr 1948 - George Orwell hat damals die Jahreszahlen einfach umgedreht und über 1984 geschrieben. Faszinierend ist, dass wir heute als Leser prüfen können, inwieweit...
Veröffentlicht am 11. Juli 2005 von Christian von Montfort

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Vergnügen aber Pflichtlektüre
Das Buch liest sich wie eine wissenschaftliche Abhandlung über eine Diktatur und ewigen Krieg. Kalt und gefühllos, leer, schwarzweiss, abgemagert. Vom Gefühl her als ob ein ganz extrem introvertierter Fachidiot, trocken über sein Leben schreibt.

Dieses Buch verkörpert eine unterkühlte, gefühllose, abgestorbene Welt. Die...
Vor 7 Monaten von Mediatrice veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Big Brother is watching you, 6. August 2004
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Orwells Dystopie über Herrschaft der absoluten und alles-einnehmenden Kontrolle und Manipulation ist eine erschreckende Vorstellung.
Eine Partei unter der Führung des GB, wobei man aber gar nicht weiß, ob dieser eine fiktive Gestalt ist oder real existiert, hatte es geschafft, Millionen Menschen zu ihrer Denkweise zu überreden. Sie wurde dazu trainiert nur das zu glauben, was der GB ihnen sagte. Sie stehen unter permanenter Kontrolle, egal wo sie sich befinden. Teleschirme und Mikrofone sind einem immer auf der Spur. Nie ist man allein...
Systematisch wird jede Art von Menschlichkeit ausgerottet. Es gibt keine Freundschaft oder Liebe ohne Vertrauen und das hat keiner mehr der Bewohner. Es gibt keine Familienbande mehr, Kinder würden ohne Bedenken ihre Eltern verraten, wenn sie sie bei einem „Gedankendelikt" ertappen. Die Eltern wären sogar noch stolz auf ihre Sprösslinge. Jeder ist jedem ein Feind...
Um politische Verbrecher, solche die Gedankendelikte begehen, zu entlarven zieht die Partei alle Mittel in Betracht. Erst gewinnen sie das Vertrauen und dann zerstören sie einem durch menschen-unwürdige Folter und Strafen.
Die Manipulation geht so weit, dass selbst die, von uns (noch immer) als unveränderbar gedachte, Vergangenheit ganz nach Belieben und politischen Umständen geformt und manipuliert wird. Alle Zeugnisse, dass es mal anders gewesen sein könnte, werden sofort zunichte gemacht. Auf die Erinnerungen eines Menschen wird nicht mehr vertraut, denn die Menschen selbst glauben ihren Erinnerungen nicht. Es wird alles, was die Partei einem auftischt, bedingungslos geschluckt.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "1984" - paradox und oft falsch interpretiert!, 30. März 2007
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Das bekannteste Werk (geschrieben 1948) neben "Farm der Tiere" von George Orwell (verstorben 1950) war auch sein letztes und damit sein Lebenswerk. Es gilt bis heute als einer der Paradelektüre bei Thematik "Unterdrückung der Gesellschaft durch ein totalitäres System" und das wohl zu Recht. Dabei hat Orwell nicht als erster den kritischen Gedanken an Politik, Staat oder gesellschaftliche Entwicklung diskutiert. So stellte Aldous Huxley 1932 das Buch "Schöne Neue Welt" fertig und bereits 1920 wurde ein Roman mit dem Titel "Wir" von Jewgenij Samjatin verfasst. Während ersteres heute immer noch in aller Munde ist und oft mit "1984" verglichen wird, ist das zweite Buch fast vollkommen untergegangen. Und das, obwohl offensichtlich eben dieses "Wir" einer der Grundlagen für George Orwells Roman gewesen ist. Denn während Huxley den Kapitalismus und den technischen Fortschritt kritisch beäugt, wurde Orwell - ebenso wie Samjatin - durch seine Erfahrungen mit dem Kommunismus stark beeinflusst. So ähneln sich die Geschichten sehr (und ich kann jedem 1984-Leser das Werk "Wir" nur empfehlen). Und genau an diesem Punkt wird Orwells Hintergedanke oft missverstanden oder falsch interpretiert: Wer kennt nicht den Ausdruck des "gläsernen Menschen" in unserer heutigen Zeit? Viele verbinden dieses mit dem Zitat "Big Brother is watching you" und kritisieren des Weiteren den technischen Fortschritt elektronischer Verfahren und computer-gestützter Anwendungen, d.h. die Informationstransparenz im modernen Zeitalter. Doch eben jenes ist das Paradoxe, denn Orwells Gesellschaft in 1984 ist über Güter- und Mengenknappheit definiert. Die Massen der Menschen werden dadurch beherrscht, dass Ihnen die Gedanken-Freiheit entzogen wird. Dieses geschieht über die Kontrolle der Lebensverhältnisse durch eine künstlich gehaltene Mangelsituation und eine damit entstehende Konzentration der Menschen auf die notwendigsten Bedürfnisse. Technischer Fortschritt wird nicht nur eingeschränkt, gar gestoppt. Orwell kritisiert somit im Grunde nicht eine mögliche Zukunft, sondern die damalige Vergangenheit, Orwells Gegenwart. Dieses Paradoxon findet sich in Kleinigkeiten: Beispielsweise ähnelt Der große Bruder" mit dem Schnauzer bildlich Stalin (1927 bis 1953 Diktator der Sowjetunion). Doch am deutlichsten wird es am Titel: 1984 - nicht mehr oder weniger das verdrehte Datum der Fertigstellung des Buches 1948! Doch Orwell geht viel weiter und schmückt das Buch mit vielen paradoxen Theorien: "Krieg ist Frieden - Freiheit ist Sklaverei - Unwissenheit ist Stärke". So wird eine in sich logische (aber doch wahnsinnige) Politikstruktur der Macht selbst letztendlich paradox: Die Partei setzt sich zum Ziel die komplette "Macht über Menschen. Über den Körper - aber vor allem über den Geist." So legt die Roman-Figur O'Brien aus Sicht der Partei klar dar: "In unserer Welt wird es keine Gefühle geben außer Angst, Wut, Triumph und Selbsterniedrigung...Es wird keine Kunst, keine Literatur, keine Wissenschaft geben...Es wird keine Neugier, keinen Lebensgenuss geben... immer wird es den Rausch der Macht geben, die ständig wächst und immer subtiler wird." An diesem Punkt werden Menschen zur leeren Hüllen zu leblosen Geschöpfen. Und sollte die Partei ihr Ziel erreichen, bliebe ihnen nur Macht über die Leblosigkeit, also leere Macht.

Die Faszination, die der Roman ausstrahlt und bis heute an die Leser überträgt, liegt in der Wahrnehmung, d.h. in der gefühlten Realität. Mit dem oben beschriebene Paradoxon des "gläsernen Menschen" - des Gefühls "Big Brother is watching you" - trifft Orwell den Nerv des Lesers. Trotz des oft nicht leichten Schreibstiles und dem langsamen Aufbau des ersten Drittel des Buches (1 Stern Abzug, da sich einige Leser sicherlich teils überwinden müssen, weiter zu lesen) schafft es die Geschichte, spätestens mit der dramatischen Darstellung im dritten Teil, unglaublich nahe zu gehen und realistisch zu wirken. Hierzu kommen viele kleine Motive, die sich im Laufe der Handlung ansammeln, und direkt oder indirekt auch in die moderne Zeit übertragbar sind.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschreckend aktuell, 19. März 2013
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Obwohl 1948 veröffentlicht, ist dieses erschreckende Buch sehr aktuell. Die "Mittelschicht" (die Mitglieder der äußeren Partei) werden Tag und Nacht elektronisch beobachtet, Sex dient nur noch der Fortpflanzung (die Energie, die sich durch Keuchheit anstaut, soll in Kraft für die Ideologie des Engsoz umgewandelt werden) und die Sprache soll durch die Einführung des Neusprechs soweit reduziert werden, dass kritischen und abweichendes Denken unmöglich werden soll. Die Kriege zwischen den drei Großmächten dienen nur der Aufrechterhaltung des politischen Systems und der Gegner wechselt ständig, was Zensur und Umschreibung der Geschichte nötig macht.

Aktuell ist das Werk deshalb, da durch Laptopkameras, Handyverfolgung etc. ebenfalls eine umfassende Überwachung der Bevölkerung möglich ist. Auch die Verelendung und Versklavung der Menschen ist nicht so weit dahergeholt, verdammt doch die Minijobregelung heute viele Menschen dazu, trotz Arbeit in Armut und Abhängigkeit vom Staat zu leben. Und da unsere Politik mehr Kinder mehr Zuwanderung und eine weitere Ausweitung des europäischen Binnenmarkts wünscht, damit die Löhne weiter gedrückt können, dürfte die Verarmung der Bevölkerung weiter fortschreiten. Man denke nur mal an die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, die auch in Deutschland existiert, aber dadurch verdeckt wird, dass die arbeitslosen Jugendlichen an Berufsschulen und Universitäten geparkt werden.

Im Gegensatz aber zum Roman, in welchem 85% der Bevölkerung (als Proles bezeichnet) nicht überwacht werden, droht in unserem Land die Überwachung der ganzen Bevölkerung, unsere Politiker, Manager und hohen Banker (ausschließlich Bankkaufleute) mal ausgenommen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch, 8. März 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
habe ich vor ca. 30 Jahren bereits gelesen. Damals hielt ich es noch für reine Utopie. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Alleine die heutige Zensur durch Presse und Medien, gatarnt als "political correctness" gibt mir zu denken. Das "Newspeak" und die Diktatur ungewählter, politischer Vertreter in der EU im Zusammenhang mit der Gängelung, Kontrolle, Beherrschung und Überwachung von Millionen Menschen lässt dieses Buch in einem neuen, aktuellen Licht erscheinen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düstere, aber realistische Dystopie!, 23. April 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Orwell's düstere Dystopie "1984" ist nicht nur Leuten zu empfehlen, die sich für Geschichte, Ideologien und Politik interessieren, sondern insbesondere jenen, für die ihre persönliche Freiheit wichtig und schützenswert ist!

Im Mittelpunkt des Romans steht ein Angestellter, der im "Wahrheitsministerium" arbeitet, wo seine Aufgabe ist, die Geschichte im Sinne der herrschenden Ideologie umzuschreiben.
Das Land, in dem er lebt, ist eine Diktatur, die sich ständig im Krieg mit anderen Staaten befindet. Die Menschen sind hoffnungslos arm.
Es gibt keine freie Meinungsäußerung, noch sonst eine persönliche Freiheit. Stattdessen gibt es ständig Propaganda (für die ja auch unser "Held" arbeitet).
Die Überwachung des Staates gegenüber dem Individuum ist derart weit fortgeschritten, dass man keine Privatsphäre mehr hat, und auch keine echten Freunde mehr, weil Jeder Jedem misstraut.
In den Wohnräumen hängen eine Art Fernseher, aus denen die Propaganda und offizielle Berichterstattung gesendet wird. Vor allem aber wird durch diese Geräte die Bevölkerung in den Wohnräumen, deren "Privatleben" gefilmt und beobachtet, "zum Schutze des Staates und der Allgemeinheit". Die Menschen sind daher argwöhnisch und eingeschüchtert. Überall steht: "Big brother is watching you!".
Es ist selbst kaum mehr möglich, eigene Gedanken zu haben. Entsprechend dazu gibt es eine "Gedankenpolizei".
Der Protagonist des Buches, WInston Smith, entwickelt dennoch allmählich eine Abneigung gegen das System, und beschließt, es zu bekämpfen.
Er lernt eine Frau kennen, die seine Mitstreiterin wird.
Als er einmal vertraulich wird, werden er und seine Absicht aber verraten!
Dies ist das Ende des "unabhängigen Winston Smith". Er und seine Geliebte werden einer fürchterlichen "Umerziehung" mit Gehirnwäsche unterzogen. Zwar überleben Beide diese Prozedur; jedoch sind sie danach völlig verändert; sie empfinden ncihts mehr füreinander; denn auch ihre ("unnütze") Fähigkeit der Liebe zueinander ist ihnen "wegerzogen" worden. Stattdessen sind Beide nun "erfolgreich" zu "treuen Staatsbürgern" umerzogen worden. Winston's Freiheits- und Gerechtigkeits- Triebe sind vollkommen erstickt. SEine innere Stimme hat resigniert.

Der STIL des Buches hätte besser sein können; er ist stellenweise etwas langatmig, so dass man manchmal ein wenig die Lust verliert, weiterzulesen, und sogar etwas den Überblick verliert. AUch schreibt Orwell etwas umständlich und anstrengend.
Aber Orwell's Intention ist es auch primär nicht zu unterhalten, sondern er hat ein ernsteres Anliegen: er will das Leben in einer solchen (fiktiven ?) Diktatur beschreiben, und die Menschen davor warnen, wohin ein solcher Staat die Menschen führen kann.

Das Buch wurde 1948 geschrieben. In einer Zeit, in der sich immer mehr Diktaturen zu etablieren schienen. Manche davon - z.B. in Italien und der deutsche NS- Staat - hatten kurz vorher aufgehört zu existieren, und hatten sich wieder in Demokratien gewandelt. So gesehen hätte es auch Grund für Zuversicht geben können.
Orwell aber zeigt sich in "1984" als großer Pessimist. Er glaubt nicht daran, dass der Freiheits- und Gerechtigkeitsdrang der Menschen stark genug ist den Tendenzen zu einem gewalttätigen Terror- Staat zu widerstehen (dementsprechend wird sein Held Winston auch zum Schluss gefoltert und er resigniert). Er sieht die Zukunft der Menschheit in einem sehr düsteren Licht.
Hat er damit Recht gehabt? Ja und nein. Zumindest ist seine düstere Utopie in vielen Ländern zumindest zum Teil Realität geworden; andererseits hat es Entwicklungen gegeben, die genau entgegengesetzter Natur waren (z.B. das Ende des Sozialismus und des "Ostblocks"; die friedliche "Wende" in der DDR; ...).
Sicherlich ist Orwell von der Entwicklung des Sozialismus in Russland bei der Abfassung seines Romans beeinflusst worden. Und das bedeutete zu seiner Zeit "Stalinismus". Und dieser Stalin war damals der zweitmächtigste Mann der Welt, als welcher er einen Terrorstaat mit Überwachung und einem Strafgefangenenlager- System etablierte, das bisher ohne Gleichen zu sein schien. VIele Menschen "verschwanden" spurlos; selbst "aufrechte Sozialisten" wurden von Stalin in seinem "sozialistischen Staat" massenhaft umgebracht.
Das entsetzte viele Sozialisten in aller Welt, die bisher geglaubt hatten, in Russland würde sich eine Art "sozialistischer Idealstaat" bilden. Aber die Kommunisten in Russland zeigten jetzt ihr wahres Gesicht. Und das war sehr hässlich.
Und auch Orwell war als überzeugter Sozialist von den Vorgängen in Russland (und anderen Staaten) erschrocken. "Sein Sozialismus" entwickelte sich in eine ganz andere Richtung als er das gewollt oder geahnt hatte!
Um Orwell zu verstehen, muss man auch in Betracht ziehen, dass er als überzeugter Sozialist vorher in den 30er Jahren auf Seiten der "Roten" im blutigen spanischen Bürgerkrieg sein Leben riskiert hatte. Als er so einmal verwundet in einem Lazarett lag, wurde er Zeuge eines blutigen Auftritts von "stalintreuen Sozialisten", die - offenbar in einem Auftrag - Stalin ablehnende Sozialisten (z.B. Anarchisten) ermordeten.
Orwell war darüber sehr schockiert (um ein Haar wäre er vielleicht selber umgebracht worden), und fing an, an seiner sozialistischen Überzeugung zu zweifeln. Denn diese deckte sich nicht mehr mit dem offiziellen Sozialismus à la Stalin, sondern befürwortete einen "freien, menschlichen Sozialismus", der so aber nirgendwo in der Welt existierte.
Fortan beschäftigte sich Orwell mit der Realität des Sozialismus, "seiner" Ideologie.
Als Orwell zurück nach England kam, wurde er erstmal obdachlos. Schließlich wurde er Journalist. Als solcher schrieb er schließlich einige Romane, die sich mit dem Wesen von Diktatur und totaler Überwachung, Unterdrückung und Unfreiheit auseinandersetzten.
Und so entstand auch "1984", sein bis heute bekanntester Roman.
Dieser Roman lehnt sich stark an realen Entwicklungen in der Welt zu seiner Zeit an, die in der Entwicklung zu (roten und nicht roten) Diktaturen führten. Besonders stark nimmt er aber Bezug auf Stalin und den Sozialismus in Russland.
Orwell bewies damit, dass er das Wesen einer solchen Diktatur (und überhaupt von damals "modernen" Diktaturen) durchschaut hatte. Der Roman soll seine Leser auf solche Entwicklungen hinweisen und sie warnen.
Orwell starb kurz nach Veröffentlichung seines Erfolgsromans an schwerer Krankheit.

Dass Orwell durchaus richtig mit seiner düsteren Dystopie lag, beweisen die Vorgänge in verschiedenen Diktaturen der Welt. Auch wenn das Buch damals am ehesten auf Sowjet- Russland Bezug genommen hat, so hat die zweifelhafte "Ehre", besonders nah den Zuständen in dem Roman zu sein, wohl Nordkorea.

"1984" bleibt als ständige Mahnung vor den Auswirkungen von Diktaturen ständig aktuell. Die Bedrohung einer totalen Überwachung des Staates über das Individuum und die INfragestellung jeglicher Menschenwürde und persönlicher Freiheit kann jederzeit wieder aktuell werden.

Für mich ist "1984" daher zeitlos und die beste Dystopie, die ich kenne. Mir hat dieses Buch wegen seines stärkeren Realitätsbezuges sogar besser gefallen als Huxley's "Schöne neue Welt".
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1984 <-> wirklich nur die düstere Vision eines Schriftstellers?, 11. Juli 2006
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Über den Schrifsteller und seine Werke, insbesondere über "1984", wurden bereits unheimlich viele Theorien veröffentlicht, mir wird es in diesem Zusammenhang also sicherlich nicht gelingen die Handlung aus einer überraschend neuen Perspektive heraus zu beleuchten - sind doch schon alle denkbaren Blickwinkel mit hochkarätigen Beobachtern besetzt und aus deren Sicht heraus wurde "1984" bestimmt erschöpfend genug analysiert - was ich jedoch möchte, ist die Wirkung beschreiben, die Wirkung welche dieses Buch auf mich in der Rolle des interessierten Lesers hatte...

"1984" - "Big Brother Is Watching You" - "George Orwell" - diese hier stellvertretend genannten "Schlagworte" sind mir die letzte Zeit immer wieder in die Quere gekommen - wurden und werden diese Begriffe doch oft genug als geflügelte Worte in zahlreichen Artikeln benutzt, um z.B. mit einem einzigen Wort komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen.... - mich hat also das "woher" und das "warum" beschäftigt und so kam ich zum Buch selbst, wollte ich doch feststellen, ob mit den aus "1984" übernommenen Begriffen und Redewendungen z.B. alles über den Mangel an persönlicher Freiheit und die Schrecken totalitärer Systeme ausgedrückt werden kann...???

Fazit? Die von Orwell so düster beschriebene Gesellschaft Ozeaniens, die beklemmenden Ereignisse, in deren Mittelpunkt die Romanfigur Winston Smith steht, taugt auf jeden Fall als Metapher für Erklärungsversuche in Bezug auf totalitäre Staaten! Vom Buch selbst geht eine unbeschreibliche Faszination aus - selten hatte ich ein Buch in der Hand, welches mich so an sich fesseln konnte - auch wenn gegen Ende ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erforderlich wird, um den Ausführungen Orwells in Bezug auf die Zusammenhänge "seines" Ozeaniens folgen zu können.... - es lohnt sich wirklich aufmerksam zu sein!

An mancher Stelle verstärkt sich sicherlich die Wirkung des Romanes, wenn man sich bewusst macht, dass Orwell die Geschichte im Jahr 1948 niedergeschrieben hat - und sich einem als Leser, da man den Lauf der Geschichte "nach Orwell" kennt, an mancher Stelle der Gedanke aufzuzwängen beginnt, hier habe sich leider im Laufe der Zeit aus literarischer Fiktion reale Geschichte geformt....

"1984" hat sich an mancher Stelle leider vom Science-Fiction-Klassiker hin zur "Gegenwartsbeschreibung" gemausert und ist somit aktueller denn je, könnte also ebenso den Titel 2006 tragen.... - bleibt zu hoffen, dass die Handlung des Buches irgendwann wieder vom Status "Gegenwartsbeschreibung" hinein in die Science-Fiction-Ecke verschwindet....

5 Sterne und sicherlich Wiederholungsgefahr 100%
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Enge Beziehung zwischen Buch und Realität, 31. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Dass George Orwell ein großartiger Autor ist, weiß spätestens dann jeder, wenn er das Buch gelesen hat. Es ist ein Buch, bei dem man sich auf jeder Seite fragt, ob er es nicht doch im Jahre 2006 geschrieben haben könnte, denn die indirekten Paralellen zur heutigen Zeit in Sachen Manipulation der Menschen, Überwachung und Ignoranz gegenüber Problemen sind überwältigend. Dass er das Buch schon 1948 geschrieben hat, finde ich dann umso mehr beeindruckend, denn ich hätte nicht vermutet, dass jemand aus dieser Zeit schon diese Thematik mit solch einem Scharfsinn behandeln kann. Die aber interessanteste Sache, die im Buch beschrieben wird, ist für mich die, die fast niemandem wirklich auffälllt im wahren Leben: die Menschen denken nicht mehr eigenständig und lassen sich oft von Lügen täuschen. G. Orwell überspitzt diese Problematik im Buch, aber so wird der Leser aufmerksam darauf und merkt, dass "1984" tatsächlich ein Buch über uns sein könnte...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahrheiten über den schon bestehenden Überwachungsstaat, 2. November 2009
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Bereits viel konnte gelsen werden über den Roman 1984 von George Orwell. In vielen weiteren, auch sog. "Verschwörungstheorien" wird dieses Buch gerne einmal herangezogen, um Vergleiche zur heutigen Zeit zu ziehen. Doch ist es wirklich eine Spinnerei gewesen, die den Autor dazu veranlasst hat ein solches Werk zu Papier zu bringen, oder ist es nicht viel mehr als eine schon bestehende Realität. Dieses Buch sollte jedem Menschen vor Augen führen, wie wichtig es ist, unsere "Bürgerrechte" nicht als gültiges Mittel und bestehende Errungenschaft einfach so hinzunehmen. Es ist wichtig, dass allen klar wird und vor Augen geführt wird, sich intensiv mit dem zu beschäftigen, was uns alle Regierungen versuchen unter dem Deckmantel des "Terrors" als Sicherheit verkaufen wollen. Dieses Buch lässt sich sehr gut lesen, ist aber der richtige Denkanstoss, Bürgerrechte wahrzunehmen und zu verteidigen. Der Autor schafft es, durch fiktionale Darstellungen dreier Supermächte plastisch aufzuzeigen, was passieren kann, wenn eine Regierung die Kontrolle über alles übernimmt.
Auf jeden Fall lesenswert !
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aktueller als manch einer Denkt, 21. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Wir haben 1984 in der Schule gelesen.
Ich habe bis jetzt kaum ein Buch gelesen, welches dem Leser die Schrecken und Gefahren eines totalitären Überwachungstaates stärker vor Augen führt!
Es ist eine sehr düstere Fiktion, die uns Herr Orwell in seinem Buch präsentiert, allerdings sind wir in unserer heutigen Umwelt dieser Vorstellung näher als man vermuten würde.
Jeder Mensch ist durch sein Handy lokalisierbar, sein Kaufverhalten wird durch Computersysteme durschaubar...
Mann könnte eine solche Auflistung vermutlich beliebig weiterführen.
Das Beeindruckende an 1984 ist für mich, dass Orwell all diese Gefahren schon so früh voraus gesehen hat.
Meiner Meinung nach lohnt es sich für jeden es wenigstens einmal gelesen zu haben.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen (Leider) einer der besten SciFi's aller Zeiten, 1. Juni 2004
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
"Big Brother is watching you" ist nicht erst seit der Big Brother-Show ein weltberühmtes Schlagwort. Es stammt aus diesem Klassiker. Dieses düstere Zukunftsszenario stammt aus dem Jahr 1948 - George Orwell hat damals die Jahreszahlen einfach umgedreht und über 1984 geschrieben. Faszinierend ist, dass wir heute als Leser prüfen können, inwieweit sich seine Visionen bewahrheitet haben. Dabei geht es nicht um technische Entwicklungen à la Jules Verne - davon ist die Welt weit entfernt - sondern George Orwell beschäftigt sich ausschließlich mit der Entwicklung der Gesellschaft, dargestellt am Alltagsleben und später dem Widerstand seines Protagonisten Winston Smith.
Diese Zukunft sieht wie gesagt düster aus - Politik und Partei sind übermächtig, es herrscht eine totale Kontrolle und Überwachung der Menschen. Krieg à la "Kampf dem Terrorismus" ist alltäglich und wird geradezu aus Selbstzweck geführt: er fördert Forschung und Produktion. Es regieren der Hass und die Angst. Kritische Menschen werden gezielt ausgelöscht ("vaporisiert"), gewollt sind Bewohner, die die Lügen der Partei kritiklos hinnehmen. Allerdings nimmt der Großteil der Bevölkerung, die Proles, die Kontrollen nur begrenzt war, da der breiten Masse ein gewisser Rahmen aus Klatsch, Sportprogramm und Lügen vorgegeben ist, innerhalb dessen sie sich bewegen und "frei" fühlen dürfen.
Besonders bitter ist, wie exakt Orwell insbesondere den Zustand der späteren kommunistischen und diktatorischen Systeme vorausgesehen hat, z.B. der DDR mit ihrer Propaganda, Planwirtschaft und Stasi-Überwachung. Gerade unsere derzeitigen politischen Entwicklungen zeigen aber, dass auch die demokratischen Regierungen zu solchen Machtszenarien tendieren - das von den Wünschen der Mehrheit losgelöste Handeln der Politiker, Lauschangriff und automatische Überwachung der gesamten Telekommunikation, von Emails usw. sind bereits Realität, und werden über "Total bzw. jetzt Terror Information Awareness" perfektioniert. Auch der Leitspruch von Orwell's Großer Partei "Krieg ist Frieden" erinnert frappierend an Bushs widersprüchliches "Wir führen Krieg, um Frieden zu haben". Hier wurden und werden Visionen Orwells (leider) zur Realität.
Das Buch ist bedrückend und faszinierend zugleich, da man zwangsläufig zu der Frage kommt, was von unserer eigenen Freiheit und Demokratie eigentlich noch übrig geblieben ist. Politisch Uninteressierte sollten gewarnt sein, da das Buch längere Passagen zu gesellschaftstheoretischen Überlegungen enthält und dadurch etwas trocken wirken kann. Für mich ist es der beste Science Fiction-Roman aller Zeiten.
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1984: in der Übersetzung von Michael Walter
1984: in der Übersetzung von Michael Walter von George Orwell (Taschenbuch - 1. Juni 1994)
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