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208
4,6 von 5 Sternen
1984: in der Übersetzung von Michael Walter
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. August 2011
Was soll man sagen was nicht schon gesagt wurde über den Ursprung der "Big Brother"-Idee.

Überzeugend schildert er die Suche eines isolierten Menschen nach dem Glück am Leben.
Spielerisch schenkt er dem Leser eine Paranoia und überrascht ihn dann doch wieder mit Unachtsamkeit.
Erscheckend lässt er einen zum Ende das herzlos-objektive Monster in uns erkennen.
Gesamt schenkt er Denkansätze die gerade in unserer Zeit wieder greifen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. April 2012
Orwell's düstere Dystopie "1984" ist nicht nur Leuten zu empfehlen, die sich für Geschichte, Ideologien und Politik interessieren, sondern insbesondere jenen, für die ihre persönliche Freiheit wichtig und schützenswert ist!

Im Mittelpunkt des Romans steht ein Angestellter, der im "Wahrheitsministerium" arbeitet, wo seine Aufgabe ist, die Geschichte im Sinne der herrschenden Ideologie umzuschreiben.
Das Land, in dem er lebt, ist eine Diktatur, die sich ständig im Krieg mit anderen Staaten befindet. Die Menschen sind hoffnungslos arm.
Es gibt keine freie Meinungsäußerung, noch sonst eine persönliche Freiheit. Stattdessen gibt es ständig Propaganda (für die ja auch unser "Held" arbeitet).
Die Überwachung des Staates gegenüber dem Individuum ist derart weit fortgeschritten, dass man keine Privatsphäre mehr hat, und auch keine echten Freunde mehr, weil Jeder Jedem misstraut.
In den Wohnräumen hängen eine Art Fernseher, aus denen die Propaganda und offizielle Berichterstattung gesendet wird. Vor allem aber wird durch diese Geräte die Bevölkerung in den Wohnräumen, deren "Privatleben" gefilmt und beobachtet, "zum Schutze des Staates und der Allgemeinheit". Die Menschen sind daher argwöhnisch und eingeschüchtert. Überall steht: "Big brother is watching you!".
Es ist selbst kaum mehr möglich, eigene Gedanken zu haben. Entsprechend dazu gibt es eine "Gedankenpolizei".
Der Protagonist des Buches, WInston Smith, entwickelt dennoch allmählich eine Abneigung gegen das System, und beschließt, es zu bekämpfen.
Er lernt eine Frau kennen, die seine Mitstreiterin wird.
Als er einmal vertraulich wird, werden er und seine Absicht aber verraten!
Dies ist das Ende des "unabhängigen Winston Smith". Er und seine Geliebte werden einer fürchterlichen "Umerziehung" mit Gehirnwäsche unterzogen. Zwar überleben Beide diese Prozedur; jedoch sind sie danach völlig verändert; sie empfinden ncihts mehr füreinander; denn auch ihre ("unnütze") Fähigkeit der Liebe zueinander ist ihnen "wegerzogen" worden. Stattdessen sind Beide nun "erfolgreich" zu "treuen Staatsbürgern" umerzogen worden. Winston's Freiheits- und Gerechtigkeits- Triebe sind vollkommen erstickt. SEine innere Stimme hat resigniert.

Der STIL des Buches hätte besser sein können; er ist stellenweise etwas langatmig, so dass man manchmal ein wenig die Lust verliert, weiterzulesen, und sogar etwas den Überblick verliert. AUch schreibt Orwell etwas umständlich und anstrengend.
Aber Orwell's Intention ist es auch primär nicht zu unterhalten, sondern er hat ein ernsteres Anliegen: er will das Leben in einer solchen (fiktiven ?) Diktatur beschreiben, und die Menschen davor warnen, wohin ein solcher Staat die Menschen führen kann.

Das Buch wurde 1948 geschrieben. In einer Zeit, in der sich immer mehr Diktaturen zu etablieren schienen. Manche davon - z.B. in Italien und der deutsche NS- Staat - hatten kurz vorher aufgehört zu existieren, und hatten sich wieder in Demokratien gewandelt. So gesehen hätte es auch Grund für Zuversicht geben können.
Orwell aber zeigt sich in "1984" als großer Pessimist. Er glaubt nicht daran, dass der Freiheits- und Gerechtigkeitsdrang der Menschen stark genug ist den Tendenzen zu einem gewalttätigen Terror- Staat zu widerstehen (dementsprechend wird sein Held Winston auch zum Schluss gefoltert und er resigniert). Er sieht die Zukunft der Menschheit in einem sehr düsteren Licht.
Hat er damit Recht gehabt? Ja und nein. Zumindest ist seine düstere Utopie in vielen Ländern zumindest zum Teil Realität geworden; andererseits hat es Entwicklungen gegeben, die genau entgegengesetzter Natur waren (z.B. das Ende des Sozialismus und des "Ostblocks"; die friedliche "Wende" in der DDR; ...).
Sicherlich ist Orwell von der Entwicklung des Sozialismus in Russland bei der Abfassung seines Romans beeinflusst worden. Und das bedeutete zu seiner Zeit "Stalinismus". Und dieser Stalin war damals der zweitmächtigste Mann der Welt, als welcher er einen Terrorstaat mit Überwachung und einem Strafgefangenenlager- System etablierte, das bisher ohne Gleichen zu sein schien. VIele Menschen "verschwanden" spurlos; selbst "aufrechte Sozialisten" wurden von Stalin in seinem "sozialistischen Staat" massenhaft umgebracht.
Das entsetzte viele Sozialisten in aller Welt, die bisher geglaubt hatten, in Russland würde sich eine Art "sozialistischer Idealstaat" bilden. Aber die Kommunisten in Russland zeigten jetzt ihr wahres Gesicht. Und das war sehr hässlich.
Und auch Orwell war als überzeugter Sozialist von den Vorgängen in Russland (und anderen Staaten) erschrocken. "Sein Sozialismus" entwickelte sich in eine ganz andere Richtung als er das gewollt oder geahnt hatte!
Um Orwell zu verstehen, muss man auch in Betracht ziehen, dass er als überzeugter Sozialist vorher in den 30er Jahren auf Seiten der "Roten" im blutigen spanischen Bürgerkrieg sein Leben riskiert hatte. Als er so einmal verwundet in einem Lazarett lag, wurde er Zeuge eines blutigen Auftritts von "stalintreuen Sozialisten", die - offenbar in einem Auftrag - Stalin ablehnende Sozialisten (z.B. Anarchisten) ermordeten.
Orwell war darüber sehr schockiert (um ein Haar wäre er vielleicht selber umgebracht worden), und fing an, an seiner sozialistischen Überzeugung zu zweifeln. Denn diese deckte sich nicht mehr mit dem offiziellen Sozialismus à la Stalin, sondern befürwortete einen "freien, menschlichen Sozialismus", der so aber nirgendwo in der Welt existierte.
Fortan beschäftigte sich Orwell mit der Realität des Sozialismus, "seiner" Ideologie.
Als Orwell zurück nach England kam, wurde er erstmal obdachlos. Schließlich wurde er Journalist. Als solcher schrieb er schließlich einige Romane, die sich mit dem Wesen von Diktatur und totaler Überwachung, Unterdrückung und Unfreiheit auseinandersetzten.
Und so entstand auch "1984", sein bis heute bekanntester Roman.
Dieser Roman lehnt sich stark an realen Entwicklungen in der Welt zu seiner Zeit an, die in der Entwicklung zu (roten und nicht roten) Diktaturen führten. Besonders stark nimmt er aber Bezug auf Stalin und den Sozialismus in Russland.
Orwell bewies damit, dass er das Wesen einer solchen Diktatur (und überhaupt von damals "modernen" Diktaturen) durchschaut hatte. Der Roman soll seine Leser auf solche Entwicklungen hinweisen und sie warnen.
Orwell starb kurz nach Veröffentlichung seines Erfolgsromans an schwerer Krankheit.

Dass Orwell durchaus richtig mit seiner düsteren Dystopie lag, beweisen die Vorgänge in verschiedenen Diktaturen der Welt. Auch wenn das Buch damals am ehesten auf Sowjet- Russland Bezug genommen hat, so hat die zweifelhafte "Ehre", besonders nah den Zuständen in dem Roman zu sein, wohl Nordkorea.

"1984" bleibt als ständige Mahnung vor den Auswirkungen von Diktaturen ständig aktuell. Die Bedrohung einer totalen Überwachung des Staates über das Individuum und die INfragestellung jeglicher Menschenwürde und persönlicher Freiheit kann jederzeit wieder aktuell werden.

Für mich ist "1984" daher zeitlos und die beste Dystopie, die ich kenne. Mir hat dieses Buch wegen seines stärkeren Realitätsbezuges sogar besser gefallen als Huxley's "Schöne neue Welt".
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Obwohl 1948 veröffentlicht, ist dieses erschreckende Buch sehr aktuell. Die "Mittelschicht" (die Mitglieder der äußeren Partei) werden Tag und Nacht elektronisch beobachtet, Sex dient nur noch der Fortpflanzung (die Energie, die sich durch Keuchheit anstaut, soll in Kraft für die Ideologie des Engsoz umgewandelt werden) und die Sprache soll durch die Einführung des Neusprechs soweit reduziert werden, dass kritischen und abweichendes Denken unmöglich werden soll. Die Kriege zwischen den drei Großmächten dienen nur der Aufrechterhaltung des politischen Systems und der Gegner wechselt ständig, was Zensur und Umschreibung der Geschichte nötig macht.

Aktuell ist das Werk deshalb, da durch Laptopkameras, Handyverfolgung etc. ebenfalls eine umfassende Überwachung der Bevölkerung möglich ist. Auch die Verelendung und Versklavung der Menschen ist nicht so weit dahergeholt, verdammt doch die Minijobregelung heute viele Menschen dazu, trotz Arbeit in Armut und Abhängigkeit vom Staat zu leben. Und da unsere Politik mehr Kinder mehr Zuwanderung und eine weitere Ausweitung des europäischen Binnenmarkts wünscht, damit die Löhne weiter gedrückt können, dürfte die Verarmung der Bevölkerung weiter fortschreiten. Man denke nur mal an die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, die auch in Deutschland existiert, aber dadurch verdeckt wird, dass die arbeitslosen Jugendlichen an Berufsschulen und Universitäten geparkt werden.

Im Gegensatz aber zum Roman, in welchem 85% der Bevölkerung (als Proles bezeichnet) nicht überwacht werden, droht in unserem Land die Überwachung der ganzen Bevölkerung, unsere Politiker, Manager und hohen Banker (ausschließlich Bankkaufleute) mal ausgenommen.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. März 2007
Das bekannteste Werk (geschrieben 1948) neben "Farm der Tiere" von George Orwell (verstorben 1950) war auch sein letztes und damit sein Lebenswerk. Es gilt bis heute als einer der Paradelektüre bei Thematik "Unterdrückung der Gesellschaft durch ein totalitäres System" und das wohl zu Recht. Dabei hat Orwell nicht als erster den kritischen Gedanken an Politik, Staat oder gesellschaftliche Entwicklung diskutiert. So stellte Aldous Huxley 1932 das Buch "Schöne Neue Welt" fertig und bereits 1920 wurde ein Roman mit dem Titel "Wir" von Jewgenij Samjatin verfasst. Während ersteres heute immer noch in aller Munde ist und oft mit "1984" verglichen wird, ist das zweite Buch fast vollkommen untergegangen. Und das, obwohl offensichtlich eben dieses "Wir" einer der Grundlagen für George Orwells Roman gewesen ist. Denn während Huxley den Kapitalismus und den technischen Fortschritt kritisch beäugt, wurde Orwell - ebenso wie Samjatin - durch seine Erfahrungen mit dem Kommunismus stark beeinflusst. So ähneln sich die Geschichten sehr (und ich kann jedem 1984-Leser das Werk "Wir" nur empfehlen). Und genau an diesem Punkt wird Orwells Hintergedanke oft missverstanden oder falsch interpretiert: Wer kennt nicht den Ausdruck des "gläsernen Menschen" in unserer heutigen Zeit? Viele verbinden dieses mit dem Zitat "Big Brother is watching you" und kritisieren des Weiteren den technischen Fortschritt elektronischer Verfahren und computer-gestützter Anwendungen, d.h. die Informationstransparenz im modernen Zeitalter. Doch eben jenes ist das Paradoxe, denn Orwells Gesellschaft in 1984 ist über Güter- und Mengenknappheit definiert. Die Massen der Menschen werden dadurch beherrscht, dass Ihnen die Gedanken-Freiheit entzogen wird. Dieses geschieht über die Kontrolle der Lebensverhältnisse durch eine künstlich gehaltene Mangelsituation und eine damit entstehende Konzentration der Menschen auf die notwendigsten Bedürfnisse. Technischer Fortschritt wird nicht nur eingeschränkt, gar gestoppt. Orwell kritisiert somit im Grunde nicht eine mögliche Zukunft, sondern die damalige Vergangenheit, Orwells Gegenwart. Dieses Paradoxon findet sich in Kleinigkeiten: Beispielsweise ähnelt Der große Bruder" mit dem Schnauzer bildlich Stalin (1927 bis 1953 Diktator der Sowjetunion). Doch am deutlichsten wird es am Titel: 1984 - nicht mehr oder weniger das verdrehte Datum der Fertigstellung des Buches 1948! Doch Orwell geht viel weiter und schmückt das Buch mit vielen paradoxen Theorien: "Krieg ist Frieden - Freiheit ist Sklaverei - Unwissenheit ist Stärke". So wird eine in sich logische (aber doch wahnsinnige) Politikstruktur der Macht selbst letztendlich paradox: Die Partei setzt sich zum Ziel die komplette "Macht über Menschen. Über den Körper - aber vor allem über den Geist." So legt die Roman-Figur O'Brien aus Sicht der Partei klar dar: "In unserer Welt wird es keine Gefühle geben außer Angst, Wut, Triumph und Selbsterniedrigung...Es wird keine Kunst, keine Literatur, keine Wissenschaft geben...Es wird keine Neugier, keinen Lebensgenuss geben... immer wird es den Rausch der Macht geben, die ständig wächst und immer subtiler wird." An diesem Punkt werden Menschen zur leeren Hüllen zu leblosen Geschöpfen. Und sollte die Partei ihr Ziel erreichen, bliebe ihnen nur Macht über die Leblosigkeit, also leere Macht.

Die Faszination, die der Roman ausstrahlt und bis heute an die Leser überträgt, liegt in der Wahrnehmung, d.h. in der gefühlten Realität. Mit dem oben beschriebene Paradoxon des "gläsernen Menschen" - des Gefühls "Big Brother is watching you" - trifft Orwell den Nerv des Lesers. Trotz des oft nicht leichten Schreibstiles und dem langsamen Aufbau des ersten Drittel des Buches (1 Stern Abzug, da sich einige Leser sicherlich teils überwinden müssen, weiter zu lesen) schafft es die Geschichte, spätestens mit der dramatischen Darstellung im dritten Teil, unglaublich nahe zu gehen und realistisch zu wirken. Hierzu kommen viele kleine Motive, die sich im Laufe der Handlung ansammeln, und direkt oder indirekt auch in die moderne Zeit übertragbar sind.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Mai 2013
1984 hat eine allgemeine Bedeutung erlangt, auch wenn man das Buch nicht gelesen hat. Es stellt sich also die Frage, ob das Lesen überhaupt noch zu neuen Einsichten führt? Und ist das Jahr 1984 nicht schon so lange Vergangenheit, dass dieser Roman keine Zukunftsvision mehr sein kann?

Die zweite Frage kann ich klar mit Nein beantworten. Das Jahr 1984 darf man nicht allzu genau nehmen. Orwell schrieb den Roman 1948, es ist sein letztes Buch, und drehte die beiden letzten Zahlen einfach um. Es sollte einfach ein Datum fern in der Zukunft sein.
Einige kommunistische Entwicklungen wie die Unterproduktion und die Darstellung, dass man den anderen doch deutlich überlegen ist, hat er richtig vorausgesehen. Manches davon ist Geschichte, einiges leider immer noch topaktuell bzw. "Zukunftsmusik". Ich fühlte mich bei einigen Darstellungen stark an Nordkorea erinnert.

Orwell zeigt uns die Welt, wie sie in einem totalitärem Staat sein könnte. Es geht um den 39 jährigen Winston Smith, der ein normaler Angestellter im Ministerium der Wahrheit ist. Es wird gezeigt wie er Zweifel am System bekommt die immer weiter anschwellen. Das Verstecken dieser Zweifel, der innere Kampf, die Suche nach einer Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und die ständige Angst stellt Orwell gekonnt dar, Man kann sich gut mit Winston identifizieren und fiebert oder besser leidet daher mit.

Der Roman sprudelt vor Ideen. Sei es die Sprache "Neusprech" oder der 2-Minuten-Haß. Die alte Weiheit "Die Sieger schreiben die Geschichtsbücher" wird zynisch zu ganz neuen Sphären geführt. Das ist nur eine kleine Auswahl. Weiter ausführen möchte ich die Dinge hier nicht, die Spannung beim Lesen soll nicht genommen werden. Einen Vergleich mit "Schöne neue Welt" werde ich jetzt nicht anstellen um den Rahmen nicht zu sprengen. Evtl. Fragen dazu kann ich in den Kommentaren beantworten.

Fazit
Ja, die Lektüre lohnt sich weiterhin! Nicht nur die vielzitierte ständige Überwachung wird beschrieben. Das Buch zeigt viel mehr Facetten wie Propaganda, Folter und persönliche Hilflosigkeit.
Allerdings hat mich selten ein Buch so deprimierend zurück gelassen. Keine andere Dystopie habe ich als so düster und ausweglos empfunden. Das gehört zum gewollten Eindruck des Buches und ist auch gut so. Wer das aber nicht möchte, sollte lieber die Finger von diesem Klassiker lassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juli 2008
Orwell schrieb sein Buch 1948/49 um die Gefahren einer unkritischen Haltung gegenüber einem totalitären System zu zeigen, da er sah, dass englische Intellektuelle anfällig waren für totalitäres Gedankengut. Deshalb ließ er seinen Roman in der nahen Zukunft spielen mit Bezug auf die Nachkriegsordnung in der Welt. So sind hinter den drei Mächten Ozeanien, Eurasien und Ostasien leicht USA und Westeuropa, Sowjetunion und Osteuropa sowie China zu erkennen. Das Bild, dass vom Großen Bruder" gezeigt wird, gleicht auffällig Stalin, so dass überdeutlich wird vor welchem Gesellschaftssystem Orwell warnt.

Diese Warnung ist ihm in beeindruckender Weise gelungen. Mehr als einmal musste ich das Buch schaudernd zur Seite legen und mich beruhigen. Viel schlimmer als die wenigen brutalen Szenen fand ich den alltäglichen Horror, das ständige Überwachtwerden und das völlige Fehlen von Privatheit. Man stelle sich nur vor, jeden Morgen vom Televisor geweckt und zum Frühsport aufgefordert zu werden. Bei nachlässiger Ausführung der Gymnastikübungen kommt sofort der scharfe Tadel aus dem Gerät! Nie ist man wirklich alleine und auch in den Familien kann man sich nicht vertrauen.

Obwohl Orwell vor dem Kommunismus warnen wollte, konnte ich mir viele Szenen auch in Deutschland während des Nationalsozialismus vorstellen.

Am stärksten beeindruckt hat mich aber die große Angst und die absolute Hoffnungslosigkeit, die dieses Buch durchzieht. Aber obwohl 1984 so bedrückend ist, konnte ich es kaum aus der Hand legen. Denn es hat mir gezeigt, wie wichtig Politik ist und wie wichtig es ist, dass man sich bei uns einmischen darf und frei denken kann, und dass wird diese Privilegien niemals aufs Spiel setzen dürfen.

Für mich war 1984 ein absolutes Lesehighlight, es ist trotz seines Alters ein ungemein wichtiges Buch.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Big Brother is watching you" ist nicht erst seit der Big Brother-Show ein weltberühmtes Schlagwort. Es stammt aus diesem Klassiker. Dieses düstere Zukunftsszenario stammt aus dem Jahr 1948 - George Orwell hat damals die Jahreszahlen einfach umgedreht und über 1984 geschrieben. Faszinierend ist, dass wir heute als Leser prüfen können, inwieweit sich seine Visionen bewahrheitet haben. Dabei geht es nicht um technische Entwicklungen à la Jules Verne - davon ist die Welt weit entfernt - sondern George Orwell beschäftigt sich ausschließlich mit der Entwicklung der Gesellschaft, dargestellt am Alltagsleben und später dem Widerstand seines Protagonisten Winston Smith.
Diese Zukunft sieht wie gesagt düster aus - Politik und Partei sind übermächtig, es herrscht eine totale Kontrolle und Überwachung der Menschen. Krieg à la "Kampf dem Terrorismus" ist alltäglich und wird geradezu aus Selbstzweck geführt: er fördert Forschung und Produktion. Es regieren der Hass und die Angst. Kritische Menschen werden gezielt ausgelöscht ("vaporisiert"), gewollt sind Bewohner, die die Lügen der Partei kritiklos hinnehmen. Allerdings nimmt der Großteil der Bevölkerung, die Proles, die Kontrollen nur begrenzt war, da der breiten Masse ein gewisser Rahmen aus Klatsch, Sportprogramm und Lügen vorgegeben ist, innerhalb dessen sie sich bewegen und "frei" fühlen dürfen.
Besonders bitter ist, wie exakt Orwell insbesondere den Zustand der späteren kommunistischen und diktatorischen Systeme vorausgesehen hat, z.B. der DDR mit ihrer Propaganda, Planwirtschaft und Stasi-Überwachung. Gerade unsere derzeitigen politischen Entwicklungen zeigen aber, dass auch die demokratischen Regierungen zu solchen Machtszenarien tendieren - das von den Wünschen der Mehrheit losgelöste Handeln der Politiker, Lauschangriff und automatische Überwachung der gesamten Telekommunikation, von Emails usw. sind bereits Realität, und werden über "Total bzw. jetzt Terror Information Awareness" perfektioniert. Auch der Leitspruch von Orwell's Großer Partei "Krieg ist Frieden" erinnert frappierend an Bushs widersprüchliches "Wir führen Krieg, um Frieden zu haben". Hier wurden und werden Visionen Orwells (leider) zur Realität.
Das Buch ist bedrückend und faszinierend zugleich, da man zwangsläufig zu der Frage kommt, was von unserer eigenen Freiheit und Demokratie eigentlich noch übrig geblieben ist. Politisch Uninteressierte sollten gewarnt sein, da das Buch längere Passagen zu gesellschaftstheoretischen Überlegungen enthält und dadurch etwas trocken wirken kann. Für mich ist es der beste Science Fiction-Roman aller Zeiten.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Über den Schrifsteller und seine Werke, insbesondere über "1984", wurden bereits unheimlich viele Theorien veröffentlicht, mir wird es in diesem Zusammenhang also sicherlich nicht gelingen die Handlung aus einer überraschend neuen Perspektive heraus zu beleuchten - sind doch schon alle denkbaren Blickwinkel mit hochkarätigen Beobachtern besetzt und aus deren Sicht heraus wurde "1984" bestimmt erschöpfend genug analysiert - was ich jedoch möchte, ist die Wirkung beschreiben, die Wirkung welche dieses Buch auf mich in der Rolle des interessierten Lesers hatte...

"1984" - "Big Brother Is Watching You" - "George Orwell" - diese hier stellvertretend genannten "Schlagworte" sind mir die letzte Zeit immer wieder in die Quere gekommen - wurden und werden diese Begriffe doch oft genug als geflügelte Worte in zahlreichen Artikeln benutzt, um z.B. mit einem einzigen Wort komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen.... - mich hat also das "woher" und das "warum" beschäftigt und so kam ich zum Buch selbst, wollte ich doch feststellen, ob mit den aus "1984" übernommenen Begriffen und Redewendungen z.B. alles über den Mangel an persönlicher Freiheit und die Schrecken totalitärer Systeme ausgedrückt werden kann...???

Fazit? Die von Orwell so düster beschriebene Gesellschaft Ozeaniens, die beklemmenden Ereignisse, in deren Mittelpunkt die Romanfigur Winston Smith steht, taugt auf jeden Fall als Metapher für Erklärungsversuche in Bezug auf totalitäre Staaten! Vom Buch selbst geht eine unbeschreibliche Faszination aus - selten hatte ich ein Buch in der Hand, welches mich so an sich fesseln konnte - auch wenn gegen Ende ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erforderlich wird, um den Ausführungen Orwells in Bezug auf die Zusammenhänge "seines" Ozeaniens folgen zu können.... - es lohnt sich wirklich aufmerksam zu sein!

An mancher Stelle verstärkt sich sicherlich die Wirkung des Romanes, wenn man sich bewusst macht, dass Orwell die Geschichte im Jahr 1948 niedergeschrieben hat - und sich einem als Leser, da man den Lauf der Geschichte "nach Orwell" kennt, an mancher Stelle der Gedanke aufzuzwängen beginnt, hier habe sich leider im Laufe der Zeit aus literarischer Fiktion reale Geschichte geformt....

"1984" hat sich an mancher Stelle leider vom Science-Fiction-Klassiker hin zur "Gegenwartsbeschreibung" gemausert und ist somit aktueller denn je, könnte also ebenso den Titel 2006 tragen.... - bleibt zu hoffen, dass die Handlung des Buches irgendwann wieder vom Status "Gegenwartsbeschreibung" hinein in die Science-Fiction-Ecke verschwindet....

5 Sterne und sicherlich Wiederholungsgefahr 100%
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juni 2004
In diesem doch sehr bekannten Roman von George Orwell wird die Utopie einer Gesellschaft beschrieben die, jedenfalls unter den Parteimitgliedern, keine Gefühle mehr kennt außer Angst, Furcht und Verfolgungswahn. Akzeptiert wird nichts, was im Prinzip unnötig ist und eine Verschwendung von Kraft und Zeit darstellt. Darunter fällt dann zum Beispiel eine Umarmung oder etwas sontiges, urmenschliches. Es ist anstrebsam den menschlichen Faktor soweit rauszukürzen bis nichts mehr von alle dem übrig bleibt.
Trifft ein Teil dieser Utopie aber auch nicht auf unsere heutige, zynische und menschenverachtende Zeit zu? Nackte Zahlen zählen mehr wie Menschenleben, Profit und Effiziens mehr wie die Menschlichkeit, Individualismus und Egoismus mehr wie alles andere.
Erschreckend auch die allwissende und allmächtige "Partei", die jeden Lebensbereich kontrolliert, ja sogar bestimmen will was die Menschen denken.
Interessant war auch, wie Orwell die Allmacht der Medien vorausdachte, ununterbrochen sendet die Partei Propagandamaterial über die sogenannten Teleschirme und kann dabei auch noch ganz nebenbei jeden überwachen. So wird auch allmählich eine neue Sprache etabliert, Neusprech, die keine Kritik mehr an der Partei zulässt.
Der Held des Buches schließlich, arbeitet in einem Bereich, der für die konsequente Geschichtsfälschung zuständig ist.
Und kann es einmal anders gewesen sein, wenn alle Dokumente dies verneinen, und alle Menschen das gleiche behaupten?
Man kommt bei der Lektüre auf jeden Fall ins Staunen und vielleicht auch ins Grübeln. George Orwell hat meiner Meinung nach ein Meisterwerk für die Ewigkeit geschaffen, dass man einmal gelesen haben sollte
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2011
Die Geschichte über absolute Kontrolle der Menschen durch eine totalitäre Partei, die nicht nur die Gegenwart beherrschen will, sondern auch die Vergangenheit je nach Gutdünken ändert. Winston Smith, Mitarbeiter im Ministerium der Wahrheit, findet unter ungewöhnlichen Umständen eine Geliebte und wird danach gemeinsam mit ihr von einem ' evtl. Trotzki nachempfundenen ' hohen Parteifunktionär verraten. Beide überleben die Folter als gebrochene Menschen. Orwell entwirft eine Welt ohne Gefühle, oder ' anders gesagt ' eine Welt, in der Menschen mit Gefühlen scheitern müssen. Ein Buch mit geradezu prophetischen Ansätzen, obwohl die Anspielungen auf die Gegenwart von 1948 nicht zu übersehen sind, z.B. der unsichtbare Große Bruder, der nie spricht und nur als schurrbärtiges Gesicht auf überdimensionalen Plakaten existiert. Eine neue Sprache, 'Neusprech', wird entwickelt, die in ihrer zunehmenden Verkümmerung die Menschen außerstande setzen soll, sich differenziert und detailliert auszudrücken. Eine Aufgabe, die heute von Massenmedien, Politik und Unterhaltungsindustrie wahrgenommen wird. Denn wenn alle in der gleichen Muße und Sicherheit lebten, würde die große Masse der Menschen, die normalerweise durch die Armut verdummt sind, sich weiterbilden und selbständig zu denken lernen; und waren sie einmal soweit, würden sie früher oder später dahinter kommen, daß die privilegierte Minderheit keine Funktion besaß, und sie hinwegfegen. Das muß ja unbedingt verhindert werden' Pflichtlektüre!
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