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5.0 von 5 Sternen Gefällt mir ;-)
Zwei Romane von Sabine Weiß (Wachsmalerin) habe ich verschlungen. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut recherchiert und detailliert. Was wäre da als Bücherliebhaber und Leser schöner, als ein Buch über den Buchdruck in Romanform zu lesen? In 'Die Buchdruckerin' nimmt uns die Autorin mit auf die Reise zur Entstehung von Büchern. Man ist...
Veröffentlicht am 5. Oktober 2010 von Andre Poling

versus
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungener Roman - allerdings mehr mit Schwerpunkt Reformation als Buchdruckerei
Sabine Weiß erzählt in "Die Buchdruckerin" ein Stück deutsche Geschichte nach - und das ist ihr bestens gelungen.

Straßburg 1510: Als Margarethes Vater, der Drucker Johann Prüß, stirbt, erbt zunächst ihr Bruder Hans die Druckerei der Familie. Ihre Anwesenheit in der Druckerei, in der sie seit Kindestagen ihr halbes Leben...
Veröffentlicht am 3. Dezember 2010 von Amazon Customer


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefällt mir ;-), 5. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Zwei Romane von Sabine Weiß (Wachsmalerin) habe ich verschlungen. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut recherchiert und detailliert. Was wäre da als Bücherliebhaber und Leser schöner, als ein Buch über den Buchdruck in Romanform zu lesen? In 'Die Buchdruckerin' nimmt uns die Autorin mit auf die Reise zur Entstehung von Büchern. Man ist sofort in der Handlung drin und auch gleich gefangen.
Die Beschreibung der einzelnen Charaktere gefällt mir sehr gut, durch eine bildhafte Sprache werden sie zum Leben erweckt. Auch das mittelalterliche Straßburg ist gut getroffen und wirkt authentisch. Ein großartiges Buch über die turbulenten Zeiten geprägt von Reformation, Glauben und Liebe. Die Hoffnung auf Freiheit, die nur möglich ist durch Wissen und Aufklärung gegenüber Aberglauben und Unterdrückung. Sehr empfehlenswert.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungener Roman - allerdings mehr mit Schwerpunkt Reformation als Buchdruckerei, 3. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Sabine Weiß erzählt in "Die Buchdruckerin" ein Stück deutsche Geschichte nach - und das ist ihr bestens gelungen.

Straßburg 1510: Als Margarethes Vater, der Drucker Johann Prüß, stirbt, erbt zunächst ihr Bruder Hans die Druckerei der Familie. Ihre Anwesenheit in der Druckerei, in der sie seit Kindestagen ihr halbes Leben verbrachte, ist nun nicht mehr gewünscht. Doch ihr Bruder ist mehr mit Wettspielen und Saufgelagen beschäftigt als Anteil am Fortbestand der Druckerei zu nehmen und droht diese zugrunde zu richten. Als Margarethe wenig später herausfindet, dass ihr Vater vor seinem Tod ein Testament aufgesetzt hat, dass sie zu gleichen Teilen begünstigt, ist sie sofort begeistert. Ihr Bruder jedoch, will sie an den nächstbesten Mann verheiraten. Allen Widrigkeiten zum Trotz setzt Margarethe sich durch und schafft es ihre eigene Druckerei aufzubauen. Doch eine Frau wird im Handwerk nicht lange geduldet und so muss sie sich bald verheiraten. An der Seite des früheren Altgesellen ihres Vaters, Reinhard Beck, macht Margarethe eine Zeit des Wandels durch, denn nicht nur Kirche und Glaube sind ständigen Reformationen und Veränderungen erlegen, es wird auch zunehmend schwieriger sein Auskommen zu finden ...

Sabine Weiß beginnt ihren Roman vielversprechend. Die Hauptfigur Margarethe Prüß ist einem sofort sympathisch und bleibt es auch durch den ganzen Roman und viele Jahre an ihrer Seite. Als Leser lernen wir ein wenig über die Buchdruckerei, das Leben in Straßburg und über das Zusammenleben der Menschen zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Besonders gut hat mir gefallen, dass man beim Erwachsenwerden von Margarethes sieben Kinder dabei ist, ihr zu Seite steht als ihr erster Ehemann Reinhard und auch der zweite Mann Johannes den Tod finden und mit ihr glücklich ist als sie sich in den viel jüngeren Balthasar verliebt. Sabine Weiß hat ihre Figuren mit viel Menschlichkeit ausgestattet, dass es dem Leser leicht macht, sie zu mögen.

Leider macht die Hälfte des Buches die Veränderungen von Kirche und Glauben der Menschen aus. Wir sind Zeuge wie immer mehr Menschen sich der Reformationsbewegung anschließen und immer neue christliche Randgruppen und selbsternannte Propheten in Straßburg gewahr werden. Auch wenn es eine erstaunliche Leistung der Autorin ist, diese großen Veränderungen in ihrem Roman glaubhaft einzuflechten, geriet mir darüberhinaus das Leben der Hauptfiguren - Margarethe und ihre Familie - sowie die Buchdruckerei zu sehr in den Hintergrund.

Ohne Längen vermag die Geschichte leider nicht auszukommen. Vorallem bei den vielen beschriebenen christlichen Streitgesprächen und dem allgemeinen Geschehen um die Kirche, das nicht nur in der Stadt Straßburg geschildert wird, geriet das Geschehen oft ins Stocken. Für meinen Geschmack hat die Autorin einfach einen zu großen Augenmerk auf die Reformation gelegt und dabei manchmal ihre eigentlichen Protagonisten ein wenig aus den Augen verloren. Viele Namen tauchen im Zusammenhang mit der christlichen Bewegung auf, die nur wenige Male genannt werden und zum eigentlichen Geschehen nichts beizutragen haben, vielmehr scheint es als wollte die Autorin die Ergebnisse ihrer, sicherlich sehr gründlichen und aufwendigen, Recherche unterbringen.

Dennoch bleibt "Die Buchdruckerin" ein lesenswerter Roman, der einen besonderen Einblick in das historische Leben der Menschen sowie der Stadt Straßburg vermittelt. Die Autorin hat es geschafft mich ins 16. Jahrhundert zu versetzen, mit Figuren, die man gern begleitet und allerhand historischem Geschehen. Auch die Sprache der Menschen überzeugt und ist nicht zu modern gehalten, was mich besonders gefreut hat.

Am Ende erzählt uns die Autorin, welche Personen tatsächlich gelebt und welche sie erfunden hat. So haben Margarethe und ihre Kinder sowie die drei Ehemänner tatsächlich gelebt, und auch die Druckerei gehörte ihr. Dass Sabine Weiß gründlich recherchiert hat, um das Leben dieser Frau nachzuerzählen ist offensichtlich, und - mal abgesehen von der Reformationsbewegung - ist ihr das wirklich überaus gelungen. Allerdings hätte dem Buch eine Kürzung in Sache Kirche und Glauben wirklich gut getan.

Fazit: Ein lesenswerter Roman, der seine Leser in eine längst vergangene Zeit entführt, zu einem historischen Straßburg und Figuren, die teilweise wirklich lebten und von der Autorin liebevoll gestaltet wurden.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historisch gut ausgearbeitet und spannend erzählt. neu, 22. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Margarethe ist in einer Druckerei aufgewachsen und ihr Vater hat ihr alles beigebracht. Daher liebt sie die Druckerei über alles. Als ihr Vater stirbt erbt sie die Hälfte der Druckerei. Die andere Hälfte erbt ihr Bruder. Margarethe muss schnell heiraten, da es Frauen nicht erlaubt ist eine Druckerei allein zu betreiben.

Meinung:
Die Geschichte wird sehr gut erzählt. Die Beweggründe der Hauptpersonen sind alle sehr verständlich und auch menschlich. Hier ist keiner der großartige Held. Es wird einfach von dem Leben der Druckerin erzählt, die die Liebe Ihres Lebens heiratet. Auch Schicksalsschläge gibt es in diesem Buch und als die Pest ausbricht flieht die Protagonistin mit Ihrer Familie in eine andere Stadt und lässt eine Magd die eigene Tante pflegen. Ich finde es sehr gut, dass margarethe nicht als absolut unantastbare Heldin dargestellt wird. Auch sie macht Fehler und reagiert sehr menschlich. Der historische Hintergrund (Glaubensstreit durch Luther) und die historische Buchdruckerei sind sehr gut recherchiert und alles in allem liest sich die Geschicht einfach gut. Man mag nicht mehr aufhören zu lesen.

Fazit:
Eine schöne Familiengeschichte mit einem historisch gut ausgearbeiteten Hintergrund.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstaunliches Steigerungspotenzial, 30. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Das dritte Buch von Sabine Weiß hat erneut gezeigt, welches Steigerungspotenzial in dieser jungen Autorin steckt. Dass die Umstände der Protagonistin ebenso korrekt und detailgetreut recherchiert sind wie in den beiden vorhergehenden Romanen über Mme Tussaud, versteht sich von selbst. Das ist sie sich als Historikerin selbst schuldig.
Aber die Autorin hat inzwischen erstaunliche Fertigkeiten entwickelt, nüchterne Geschichtsfakten in eine spannenden Handlung einzuspinnen. Es gibt keine langatmigen Erklärungen über komplizierte geschichtliche Ereignisse, sondern diese werden z. B. in einem Streitgespräch höchst dramatisch seziert. Darüber hinaus hat sie einige Kunstgriffe verwendet, um die Spannung zu erhöhen, wie kleine Köder am Ende von Kapiteln, die das Weiterlesen geradezu erzwingen! Beispiel: "Ihr Leben hätte endlich in ruhigen Bahnen verlaufen können, doch es waren unruhige Zeiten."...
Wie bei den Tussaud-Romanen steht auch diesmal wieder ein Handwerk im Mittelpunkt des Handlungsgeschehens. Diesmal ist es die Druckerei. Wer zum Beispiel als Redakteur noch den Bleisatz kennt und geliebt hat, dem wird hier ein "Sinnesschmaus" aufgetischt. Die Funktion der alten Pressen, die Herstellung der Druckerfarbe, die Behandlung des Papiers, all das wird beschrieben und verlockt zu einem Museumsbesuch.
Liebe Autorin, wann kommt endlich das nächste Buch, damit ich mir wieder die Nächte um die Ohren hauen kann?!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Buchdruckerin, 24. Februar 2012
In Straßburg 1520 beginnt ein schöner, leicht verständlich und fließend lesbarer historischer Roman mit der Protagonistin Margarethe Prüß. In der LP teilte sich der Schwerpunkt hauptsächlich über das detaillierte Leben der Hauptfigur sowie Einzelheiten des Buchdrucks und die Stellung der Zunft mit. Dieses ist schade, da das Buch doch wesentlich mehr hergibt.

Margarethe erbt mit ihrem Bruder zu gleichem Anteil die Buchdruckerei des Vaters. Da sie zur damaligen Zeit als gebildete Frau und vom Fach die Druckerei nicht leiten darf, muss sie verwitwet immer wieder heiraten, um ihre Rechte in der Zunft zu wahren. Mit sechs Kindern aus drei Ehen trudelt sie in die harte Zeit der Reformation, Bauernaufstände, begegnet auch den Nöten unter der Pest. Sie kämpft für den Stand der Frau selbst, unter Gefahr für die Verbreitung von Lesbarem für die Allgemeinheit, besonders für die Sicherung der Zukunft ihrer Kinder durch Erhalt des Druckerbetriebes.

Verschiedene Glaubensanhänger, Evangelisten, Paptisten (kath. Papstanhänger) und Wiedertäufer streiten um die Auslegung des Abendmahls, Notwendigkeit der Taufe und die freie Predigerwahl. Je tiefer sich der Leser in die Materie einliest, desto klarer wird, dass eigentlich das Hauptthema nicht Margarethe Prüß, sondern die Reformation ist. Da die ganze Bevölkerung betroffen wirkt, nimmt auch die Bedeutung des Buchdruckes zu. Der Wunsch wächst, selber lesen und schreiben zu können, somit auch das Interesse an verbotenen Schwarzdrucken trotz Androhung von Strafen.

Das Volk kämpft für mehr autonome Bestimmung, die Abschaffung des kl. Zehnten zum Ablass der Sünden, dadurch unfrommer Bereicherung des Klerus und um freien Zugriff auf Information und Bildung.

Da es über die vielen Sachinformationen zum Glaubenswandel und einiger Personen auch mal schnell einen Spannungseinbruch geben könnte, ist es der Autorin Sabine Weiß prima gelungen, dies durch die lebhafte und gefühlvolle Geschichte der Protagonistin zu verhindern.

Zum Schreibstil ...Gefühlvolles ist ästhetisch, nicht zu ausschweifend geschildert... lobenswert die Beschreibungen der damals üblichen Folterungen, die hier nicht zu unappetitlich ausufern. Umfassend hinterlässt die Autorin das Bild von guter Recherche, lebhafte authentische Darstellung der Zeit mit Stil" und Qualität bis zum Ende ohne den Faden zu verlieren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit bringt Rosen. Zeit bringt den Tod., 23. November 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Alles Geld, was sie in das Weltbuch investiert hatten, war verloren, dieses große lehrreiche Buch drohte der Vergessenheit anheimzufallen. Die Macht des Straßburger Rates und der Straßburger Pfarrer reichte weiter, als Balthasar und Margarethe wahrhaben wollten. Einige Monate später wurde die Zensur in Straßburg auch auf Bücher von außen ausgedehnt. Es war ein harter Schlag,... Margarethe dachte an die Zeit, in der sie die Schriften eines jeden Andersdenkenden ohne Sorge hatte veröffentlichen können. Eine freie Stadt war Straßburg gewesen. Wo war die Toleranz geblieben, für die diese Stadt berühmt gewesen war? Und wie würden sie als Drucker weitermachen können?
(Die Buchdruckerin, Seite 467, 468)
Die beiden historischen Romane über das Leben der Madame Tussaud ("Die Wachsmalerin", "Das Kabinett der Wachsmalerin") von Sabine Weiß haben viele begeisterte Leser gefunden. Bei der Heldin ihres neuen Romans war die sympathische Autorin aber mehr auf ihre eigene Phantasie angewiesen, da über die Druckerin Margarethe Prüß aus Straßburg nur sehr wenig bekannt ist. Doch aus diesen spärlichen Fakten entstand ein farbenfrohes, lebendiges Portrait einer mutigen Frau, die in Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert Schriften von ehemaligen Mönchen und Freidenkern drucken ließ, was zu einer schnellen Verbreitung neuer Ideen beitrug. Es war ein gefährliches Leben, aber Sabine Weiß lässt sich nicht dazu hinreißen, eine moderne Frau in die Kleider eines Menschen aus der Vergangenheit zu stecken. Der Roman ist vielmehr so geschrieben, dass man sich in die Lebensumstände der damaligen Zeit einfühlen kann und man versteht, welche Sitten und Gebräuche damals üblich waren. Diesen traditionsbewussten, aber oft angenehm toleranten und vernünftigen Bürgern der imposanten Stadt Straßburg mit dem ehrwürdigen Münster und der praktischen Flussanbindung weht auf einmal ein unruhiger Wind der Veränderung entgegen. Welche Auswirkungen haben diese neuen Ideen auf die Allgemeinheit und wie betreffen sie den einzelnen?

Als die junge Margarethe im Jahre 1510 unweit des Münsters die Bücher ihres Vaters, der eine angesehene Druckerei besitzt, zum Verkauf anbietet, wird die Bude unversehens durch einen plötzlich aufkommenden Luftzug von Feuer erfasst. Um einige wertvolle Schätze zu retten, verbrennt sich die Verkäuferin die Hand und wird von ihrem herbeieilenden Vater sehr gescholten. Aber Bücher bedeuten Margarethe einfach alles. War dieser Unfall etwa auch ein ungutes Vorzeichen, wie ihre Freundin Ursula vermutet? Tatsächlich stirbt der Drucker Prüß kurz darauf und der Sohn Hans, dem bisher mehr am Glücksspiel und Alkohol gelegen war, wie an harter Arbeit, übernimmt den Haushalt. Die nunmehr verwaiste Margarethe ist entsetzt über das Vorgehen ihres Bruders, der sie schnellst möglich mit einem Freund verheiraten will, den sie überhaupt nicht leiden kann. Auf Rat eines Geschäftsmannes und Bekannten ihres Vaters wendet sie sich an die Zunft, um ihr rechtmäßiges Erbe einzuklagen. Tatsächlich wird ihr die Hälfte der väterlichen Druckerei zugesprochen, doch muss sie sich bald verheiraten, um das Druckrecht nicht zu verlieren. Margarete hat bereits ein heimliches Auge auf den Altknecht ihres Vaters geworfen, aber wird er auch bereit sein, sie zur Ehefrau zu nehmen und den Kampf gegen ihre Feinde aufzunehmen? Einige Zeit später ist Margarete glücklich verheiratet und die Schuldenlast auf der jungen Familie wird etwas weniger. Doch ein guter Geschäftssinn ist weiterhin nötig, um die wertvollen und teuren Bücher und Schriften gewinnbringend zu verkaufen. Als ihr geliebter Ehemann an die Messe nach Frankfurt reist, erhält sie bald beunruhigende Nachrichten: Ihr Mann ist schwer krank und das Geschäft in Gefahr! Margarete muss selbst reisen und dabei macht sie zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Schriften eines gewissen Martin Luther, von denen sie fasziniert ist. Schon bald wird auch ihr Zuhause von reformatorischen Bewegungen erfasst und ihre Druckerei ist fleißig dabei, die Schriften der neuen Bewegung zu drucken. Doch bald wird die Stadt von Unruhe erfasst und es wird zunehmend gefährlicher, neue Ideen zu verbreiten. Aber soll sich Margarete von persönlichen Schicksalsschlägen und strenger Zensur vorschreiben lassen, was auf ihrer Druckerpresse hergestellt wird?
Die Anmerkungen der Autorin im Anschluss an den Roman sind der aufschlussreich. Hier findet man den Hinweis, dass noch einige Bücher aus dem Hause Prüß-Beck-Schwan in den Bibliotheken zu finden sind. Die wunderschöne alte Karte von Straßburg im Innendeckel des Buches stammt von dem Maler Conrad Morant, den Margarethes Tochter Elisabeth nach dem Tode ihrer Mutter geheiratet hatte. Sabine Weiß schreibt auch von den Recherchen direkt in Straßburg. Der Roman und ihre Beschreibungen machen mal wieder richtig Lust, diesen Ort, besonders aber die wunderschöne Altstadt rund um das Münster, wieder zu sehen und einen ausgedehnten Rundgang zu machen!
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4.0 von 5 Sternen Die Buchdruckerin, 13. März 2012
Margarethe ist die Tochter eines Buchdruckers und für die damalige Zeit eine ungewöhnliche Frau, denn sie kann lesen, schreiben und sogar Latein, was zu dieser Zeit für Frauen nicht üblich ist. Sie interessiert sich weniger für den Haushalt, sondern mehr für die Buchdruckerei ihres Vaters und für den Verkauf der Bücher. Da Margarethes Bruder ein Taugenichts ist, verlangt Margarethe ihren Erbteil an der Druckerei.

Sie heiratet Reinhard Beck, den Gesellen ihres Vaters. Als dieser stirbt muss sie erneut heiraten um sich und ihre fünf Kinder zu versorgen. Ihr neuer Mann ist der Ansicht das Frauen an den Herd gehören und somit ist Ärger vorprogrammiert. Ihr zweiter Ehemann kommt bei einem Brand ums Leben und sie heiratet ein drittes mal und bekommt endlich die Unterstützung, die sie braucht. Doch die Zeiten sind schlecht, denn selbst Drucke, die durch die Zensur gekommen sind, können am nächsten Tag schon verboten sein und bei Beschlagnahme droht der Aufenthalt im Kerker ...

Fazit:

Intensiv recherchiertes Buch über die Bedeutung des Buchdrucks in einer Zeit massiver religiöser Unsicherheiten und Veränderungen. Sehr interessant für Leser die an zeitgeschichtlichen Detailinformationen interessiert sind, für mich war es stellenweise etwas zuviel. Ansonsten fand ich das Buch sehr lesenswert da es flüssig geschrieben ist und mich die Geschichte um Margarethe Prüß in ihren Bann gezogen hat. Das Buch bietet einen schönen Blick in die Vergangenheit und auf das Handwerk des Buchdruckes, was sehr interessant ist für jeden, der gerne Bücher liest.
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4.0 von 5 Sternen detaillreich, 1. Dezember 2011
Von 
C. Voigt (Stanford/California) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Sabine Weiß kann man nicht vorwerfen, dass sie nicht recherchiert hätte. Zum Teil kam ich bei dieser Informationsflut gar nicht hinterher. Ich habe es interessehalber genossen, vom Handlungsstrang her allerings als lästig empfunden. Meiner Meinung nach hätte sie auf die eine oder andere Person schlicht verzichten können, um dafür einer anderen mehr Farbe geben zu können. Nichts desto trotz habe ich dieses Buch sehr genossen. Oftmals weiß man als Leihe nicht, in wie weit man annehmen darf, dass es damals dementsprechend war, aber bei Weiß fühlt man sich gut aufgehoben. Es ist eben alles so glaubhaft gut recherchiert und beschrieben. :)
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4.0 von 5 Sternen Buchdruck im Zeitalter der Reformation, 22. Juli 2011
Von 
€nigma - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Handlung des Romans erstreckt sich über die Jahre 1510 bis 1542 und erzählt, literarisch ausgeschmückt, aus dem Leben der Margarethe Prüß, die zu Beginn des 16.Jahrhunderts als Tochter des Buchdruckers Johannes Prüß d.Ä. in Straßburg aufwächst.

Die "Schwarze Kunst" ist erst ca ein halbes Jahrhundert alt, hat sich aber bereits weit verbreitet. Margarethe ist von klein auf mit den Arbeitsprozessen in der väterlichen Druckerei vertraut und hilft gern mit. Beim Tod ihres Vaters erben sie und ihr leichtsiniger und arbeitsscheuer Bruder die Druckerei zu gleichen Teilen, wobei es allerdings ständig Querelen gibt, da die Zunft eine Frau als selbstständige Druckerin nicht akzeptieren will. Die Heirat mit dem Altgesellen ihres Vaters erlaubt ihr, weiterhin in der Druckerei tätig zu sein. Die Ehe ist glücklich und bringt fünf Kinder hervor, leider gerät Margarethe durch den Tod ihres Mannes in die gleiche Zwangslage wie ein Jahrzehnt zuvor: sie muss wiederum einen Drucker heiraten, um die Druckerei für ihre Söhne erhalten zu können. Bei ihrer zweiten Ehe hat sie weniger Glück. Sie heiratet einen entlaufenen Mönch, der sich als fanatischer Reformator entpuppt und sehr traditionelle Ansichten über die Rolle einer protestantischen Ehefrau hat. Schwere häusliche Konflikte sind vorprogrammiert. In einer dritten Ehe findet Margarethe dann noch einmal persönliche und berufliche Erfüllung...

Dieser Roman ist jedoch weder eine Liebesgeschichte noch ein seichter "Die ...in"-Roman, sondern ein gut recherchierter, faktengetreuer Roman über den Buchdruck und seine Gefahren in den Zeiten der Reformation. Die noch junge Erfindung des Buchdrucks ermöglicht es, neue Ideen in kurzer Zeit einer großen Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. Zunächst ist es Martin Luther, dessen bahnbrechendes Gedankengut auf diesem Weg verbreitet wird, doch schon nach kurzer Zeit entwickeln andere Geistliche eigene reformatorische Ideen , wobei erbittert um diverse religiöse Fragen gerungen wird: Ist Christus beim Abendmahl physisch anwesend oder wird nur seiner gedacht? Ist die Taufe im Kindesalter sinnvoll oder sollte nur ein erwachsener Mensch sich aktiv für das Christentum entscheiden können ? Für zusätzlichen Sprengstoff sorgt die Bewegung der Wiedertäufer , die sich im zunächst ziemlich liberalen Straßburg verbreitet, jedoch schnell bekämpft wird.
Die Vertreter aller dieser Strömungen wenden sich an die Druckerei Prüß, um ihre Schriften auf den Markt bringen zu lassen und auch überregional zur Kenntnis zu bringen. Schon im 16.Jahrhundert werden alljährlich Bücher nach Frankfurt zur Messe verschifft. Religiöse Schriften, die nicht von der Zensurbehörde zugelassen sind, werden anonym gedruckt. Auch die Druckerei Prüß bringt solche Schriften heraus. Wenn die Büttel bei Durchsuchungen verdächtiges Material finden, werden die "schuldigen" Drucker eingekerkert und es bedarf schon besonderer Fürsprache durch einflussreiche Vertreter der Zunft, eine Freilassung zu erwirken.

Die Darstellung der Entwicklung der reformatorischen Bewegungen in Straßburg liest sich wie ein Who is who der Reformation, der Leser begegnet u.a. Reformatoren wie Martin Bucer und Matthäus Zell, dem Vertreter des mystischen Spiritualismus Sebastian Franck und dem Wiedertäufer Melchior Hoffman. Hier hätte ich mir neben dem informativen Nachwort der Autorin ein Personenverzeichnis der Reformatoren gewünscht, da es nicht immer einfach ist, die jeweiligen religiösen Strömungen und ihre Vertreter im Überblick zu behalten.
Von diesem Kritikpunkt abgesehen, möchte ich "Die Buchdruckerin" allen Lesern mit Interesse an religionsgeschichtlichen Fragestellungen und mit genügend Muße, sich für die Lektüre Zeit zu nehmen, empfehlen. Neben der religiösen Komponente ist das Buch auch wegen seiner faszinierenden Darstellung der Arbeitsabläufe in einer frühneuzeitlichen Druckerei lesenswert.
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3.0 von 5 Sternen Hätte Margarethe das Buch gedruckt?, 13. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Buchdruckerin: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
"Die Buchdruckerin" startet meiner Meinung nach besser, als sie dann zu Ende geführt wird... Denn solange man noch einigermaßen bei den Figuren bleibt (leider gabs in der Ausgabe, die ich gelesen habe, keine Figurenliste, das hätte dann doch vielleicht geholfen) und weiß, wer nun genau wer ist und für was berühmt wurde o.ä., da macht das Buch wirklich Spaß, auch wenn ich der Meinung zustimmen muss, dass die Figuren (im Vergleich zur religiösen Diskussion) verdammt langweilig scheinen. Seitenlange Personenbeschreibungen sind zwar auch nicht das, was ich mir wünsche, aber ich habe selten in einem Buch mit so vielen Personen so wenig über eben diese erfahren.

Eine wirklich stringente Handlung gibt es bis auf Margarethes Leben nicht, und für mich war noch das Nachwort und die Danksagung am interessantesten, den hier haben die teilweise real existierenden Figuren auf einmal Charakter bekommen.

Definitiv zu gut gemeint hat Sabine Weiß es mit den religiösen Diskussionen, bei denen ich teilweise Abschnitte zigmal lesen musste, um im Nachhinein doch auch nicht wirklich schlauer zu sein. Hier wäre weniger mehr gewesen!

An sich ist das Buch aber gut und einfach zu lesen, es ist eine gute Mischung von Berichten und Dialogen, Abschnitte sind in gut eingeteilte Häppchen zerlegt und durch die Jahreszahlen zu Beginn eines Kapitels (auch wenn diese sehr lang sind und ich oft wieder zurückblättern musste, wie lange was nun schon zurückliegt) schön einzuordnen.

Dennoch würde ich fast sagen, dass Margarethe dieses Buch nicht so begeistert gedruckt hätte wie z.B. die Bücher von Franck... weil ihr bestimmt auch das Quäntchen gefehlt hätte, das ein Buch haben muss, um wirklich die ganze Welt zu fesseln. Es handelt sich um gute Unterhaltung, sofern man gerade keinen absoluten Knaller zur Hand hat, aber leider nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Die Buchdruckerin: Historischer Roman
Die Buchdruckerin: Historischer Roman von Sabine Weiß (Gebundene Ausgabe - 29. September 2010)
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