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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zutiefst berührt
Nach vielen biographischen Darstellungen, die ich über den Russlandfeldzug gelesen habe, treffe ich endlich auf einen, der über eine reine militärisch-chronologische Erzählung hinausgeht. Willy Peter Reese schafft, was selten gelingt: seinen Leser in die Innenwelt eines Soldaten zu führen, seinen Leser mitzunehmen nach Russland, in das...
Am 6. Januar 2004 veröffentlicht

versus
40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Reese - weniger Schmitz!
Eine gute Entscheidung war es, dass ich - entsprechend meiner Gewohnheit - das Vorwort von Stefan Schmitz erst zum Schluss gelesen haben. So habe ich nach anfänglichen Schwierigkeiten völlig gefesselt die fast lyrischen Texte von Willy Peter Reese in mich aufgesogen. Beeindruckt von seinen Schilderungen der abgrundtiefen Blicke in die Hölle, seiner...
Veröffentlicht am 16. Oktober 2003 von gerhardfaller2003


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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zutiefst berührt, 6. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Nach vielen biographischen Darstellungen, die ich über den Russlandfeldzug gelesen habe, treffe ich endlich auf einen, der über eine reine militärisch-chronologische Erzählung hinausgeht. Willy Peter Reese schafft, was selten gelingt: seinen Leser in die Innenwelt eines Soldaten zu führen, seinen Leser mitzunehmen nach Russland, in das Lebensgefühl, das Russland einem Soldaten im zweiten Weltkrieg vermittelt, in die Gefühlswelt eines einsamen Soldaten und die Abgründe seiner Seele, die Reese vor seinem Leser offenbart. In ihr zu lesen, heisst in sich selbst zu lesen; erschrocken ist die eigene Seele dann über die Wahrheiten, deren sie fähig ist. Ich habe hier Einblick genommen in anscheinend unlogische Handlungsweisen eines Mannes, deren Paradoxalität sich Reese voll bewusst ist. Er ist ein hervorragender Literat, seine Sprache ragt weit über das hinaus, was ich in anderen Berichten kennenlernen konnte, und ist von unglaublicher Sensibilität und Feinheit. Angesichts des Schrecklichen, das der Krieg seinem Leben und seiner Seele antut, bricht hier in ihm auf, was dann, auch heute noch, als Gefühl beim Leser zurückbleibt.
Der Herausgeber dieses Buches hat gut daran getan, Reeses Bericht zu veröffentlichen. Doch weiss ich nicht, ob er mit seinem Kommentar einverstanden gewesen wäre. Ich denke, der Herausgeber hätte besser daran getan, Reeses Bericht zum Schluss nicht in den heutigen Streit "Wehrmacht als Mörder" einzubetten; ungeachtet dessen, ob diese These wahr ist oder nicht.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Menschen sich verändern ..., 13. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht sollte man sich fragen warum man solch ein Buch lesen möchte ?
Ich wollte einen schonungslosen Einblick in die Gemütsverfassung einen „ganz normalen Landsers" Einblick nehmen - nicht die geschönten, heroischen Einblicke, die einem die heutige Filmindustrie liefert - ich wollte wissen wie solch ein Krieg die Gedanken eines Menschen ändert und wie man lernen kann mit dem täglichen Tod umzugehen.
Ich finde mit diesem Buch ist es gelungen - vor allem weil es ja wirklich ein Tagebuch ist, das beschreibt wie das tägliche Leben an der Front funktionierte.
Man erfährt, wie sich Willy von Tag zu Tag ändert - wie er mehr und mehr angestumpft seiner Umwelt gegenübertritt und ( was mich noch mehr „beeindruckt" hat) in welche Anhängigkeit zu diese Kriegsmaschinerie geraten kann. Man sieht, wie Willy in seinen letzten Monaten im normalen Zivilleben nicht mehr richtig klar kommt und sich nach 3 Tagen Urlaub schon zurück an die Front sehnt.
Mit diesem Einblick kann man nun auch verstehen, warum es so vielen Soldaten schwer gefallen ist, sich nach dem Krieg wieder in das geordnete Leben zurückzufinden.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verwirrender Krieg, 27. September 2003
Von 
Joerg Dittmann "joedittmann" (Sylt) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Willy Peter Reese, Sohn eines Duisburger Steuerberaters, Abiturient, wird 1941 - nach seiner kriegsbedingt vorzeitig abgeschlossenen Banklehre - in die Wehrmacht eingezogen. Drei Jahre später, im Juni 1944, stirbt er im Alter von 23 Jahren.
Neben vielen Gedichten, Briefen und Tagebuchnotizen hinterließ er einen als "Russische Abenteuer" bezeichneten Text, der seine Wandlung vom jungen, etwas naiven, sich dem Schöngeistig-Intellektuellen hingezogenen Einzelkind aus wohlbehütetem Elternhaus zum Soldaten, den der Krieg auch fasziniert, in einer ganz direkten, eindrücklichen Weise zeigt. Der Text steht in seiner eigenartig poetischen Grausamkeit den Schriften von James Jones nahe, nur hatte Reese nicht die zeitliche Distanz, wie Jones sie nutzen konnte. Der Text von Reese ist daher vermutlich ehrlicher, autentischer. Reeses Text entstand während der kurzen Heimaturlaube.
Was war die Wehrmacht? Waren das junge, unschuldige Männer, die in den Krieg hineingetrieben wurden, die für die Sache "Deutschland", für den Nationalsozialismus, für einen grausamen Diktator kämpften? Reese zeigt, dass es differenzierte Menschen gab, die Hitler und sein Regime verabscheuten, die vom Morden an den Juden wussten, sich aber dennoch freiwillig für neue Einsätze an der Ostfront meldeten und eigentlich nur für ihr eigenes Überleben kämpften.
Das ist die Ambivalenz, das Verwirrende an diesem Buch. "Mir selber seltsam fremd", so fühlte Reese, und diese eigenartige Fremdheit vermittelt auch dieses Buch. Schuldig, und doch nicht schuldig, ausgenutzt, gestorben für einen grotesken Irrtum. Stefan Schmitz hat den Text in den historischen Kontext eingefügt. Ein wichtiges, wenngleich verwirrendes Buch.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tief beeindruckend, 22. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch gekauft, weil mein Vater auch an dieser Ostfront war und von seinen schrecklichen Erlebnissen nie berichten konnte. Wenn dann höchstens einmal in Form lustiger Anekdoten. Ich brauchte einige Zeit um mich in den Stil Reeses einzufinden, denn er kam aus ganz anderen Verhältnissen als mein Vater. Letztlich übrig geblieben ist aber doch der tiefe Eindruck der unmenschlichen und daher für die Überlebenden so "unsagbaren" Grausamkeit des Krieges. Diejenigen, die die Kriege auf der Welt verantworten, sollten dieses Buch unbedingt lesen, damit sie wissen, was sie anrichten.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich Antwort, 31. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Fragen, die mein Leben begleitet haben: Wie verhielten sich deutsche Soldaten in Russland? Und wenn nur ansatzweise stimmte, was man hörte: Wie war es möglich, dass zivilisierte Menschen sich so verhielten? Jedenfalls wurden diese Fragen so oft gestellt, dass ich mich fast scheue, sie hier nochmals hinzuschreiben. Gab es Antworten? Die zurückkehrenden Soldaten fielen 1945 in Scweigen. Feldpost war verdächtig geschrieben zu sein, um Frau und Kinder zu beschwichtigen. Eine Antwort jedenfalls lag 60 Jahre auf Zetteln in einem Körbchen irgendwo im Keller: Der Text von Willy Peter Reese, 1941 20 Jahre alt, Berufsziel Schriftsteller, 3 Jahre Ostfront. Er schreibt schönes Deutsch und mit einem Kunstgriff gibt er seinem Text etwas Faszinierendes. An Reeses Glaubwürdigkeit zweifelt man keinen Augenblick, so schonungslos geht er mit sich selber ins Gericht. Er gibt uns eine Vorstellung davon, wie es war in Russland und wie der Krieg einen Bildungsbürger zurichtet. Volle 5 Punkte für dieses Buch.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Reese - weniger Schmitz!, 16. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Eine gute Entscheidung war es, dass ich - entsprechend meiner Gewohnheit - das Vorwort von Stefan Schmitz erst zum Schluss gelesen haben. So habe ich nach anfänglichen Schwierigkeiten völlig gefesselt die fast lyrischen Texte von Willy Peter Reese in mich aufgesogen. Beeindruckt von seinen Schilderungen der abgrundtiefen Blicke in die Hölle, seiner Sehnsüchte und seinem rational unverständlichen Heimweh nach Russland, konnte ich das Buch nicht mehr beiseite legen. Vieles hat mich Bewegt an der Geschichte der Veränderung des Willy Peter Reese. Wie kann einem Pazifisten so etwas widerfahren? Vieles ist mir unverständlich geblieben, als die Geschichte so abrupt endet. Pause. Doch leider ist das Manuskript in die falschen Hände geraten. In die Hände eines Mannes, der glaubt die Schilderungen von Willy Peter Reese erläutern zu müssen und dem Leser die politisch korrekte Sichtweise der Dinge mitzugeben. Oh hätte er sich doch an seine eigenen Worte gehalten als er schrieb: Reese liefert kein abwägendes Urteil von hoher moralischer Warte. Oder als er Reese zitiert: Er wolle nicht urteilen, schreibt er im Advent 1943 an seine Eltern, sondern die Tatsachen und meine Erlebnisse allein sprechen lassen. Hätte er ihn allein sprechen lassen! Sicher: Einige Erklärungen des Herausgebers mögen hilfreich sein. Seine politischen Deutungen und Belehrungen sind es nicht. Mehr Reese und weniger Schmitz hätte gut getan. Letztlich habe ich das Buch verärgert geschlossen.
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das letzte Drittel ist dem Buche selber seltsam fremd., 3. September 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Die Beschreibung des Soldatenlebens und die Veränderung des Menschens und seiner Seele hat Willy Peter Reese perfekt beschrieben. Auch die Verwandlung der sich schützenden Persönlichkeit, der Versuch der Bewahrung des eigenen Ich's sind trefflich erfasst worden. Die Gleichgültigkeit gegen über dem Leben und den "Heldentaten" die daraus oder aus dem Alkohol entstehen auch diese erfasst das Buch sehr gut. Dieser Teil verdient sogar 5 Sterne.
Die geschichtlichen Hintergrundinformationen sind hilfreich für den Kontext dieses Buch, aber die politische Ausdeutung seiner Gedichte und die Rekonstruktion seiner Gedanken wirken unpassend. Erst liest man das "Tagebuch" eines Abiturienten dem die Jugend geraubt wurde, der all seine Hoffnung verliert und dann auch sein Leben, dessen Seele hier ein Zeugnis ablegt, welches keine Erklärung bedarf. Und dann liest man und liest man bis die Wirkung des Originals unter der Erklärungswut eines 64'er Jahrgangs sich vollkommen verflüchtigt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nachdenklich geworden, 26. August 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir dieses Buch gekauft, nachdem ich im Stern einen Artikel darüber gelesen habe den ich sehr interressant fand. Was mich wirklich berührt hat ist, das dies kein Buch ist, in dem eine Person der allmächtige ist, der alle anderen Bösen besiegt, sondern das dies wirklich wie ein Tagebuch "was es ja auch fast ist) wiederspiegelt, wie sich der H.Reese gefühlt hat.
Wirklich Klasse und sehr empfehlenswert !!!
Wer allerdings mehr auf die Hergebrachten "Kriegsgeschichten" steht, für den ist das Buch gar nichts.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krieg = Überlebenskampf in der Nachbarschaft des Todes, 9. Februar 2005
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
Unter dieser Überschrift beschreibt Willy Peter Reese seine Erlebnisse zwischen den Jahren 1941 - 1944 in Russland. Es ist ein Selbstbekenntnis, dass er hier abgelegt hat, die ganze Grausamkeit des Kriegs wird deutlich, beschrieben mit den Worten eines jungen Mannes der eigentlich Schrifsteller werden wollte...

Willy Peter Reese, seinem Vater zur Liebe verschlägt es ihn direkt von der Schulbank als Lehrling in eine Bank, eine bodenständige Ausbildung sollte der Freigeist erhalten, fern seiner Gedichte und Bücher. Der Stellungsbefehl verkürzt die Lehrzeit - vorgezogen wird ihm sein Ausbildungszeugnis überreicht - das Ende seiner Jugend ist schneller gekommen, als er es sich je hätte zu träumen wagen....

Willy Peter Reese, einer der das Schicksal vieler anderer jungen Menschen dieser Zeit teilte - auf beiden Seiten der Front übrigens - und auch diese Sicht der Dinge kommt in seinen Beschreibungen nicht zu kurz!

Das Buch ist weit entfernt von heldenhafter Schilderung der angeblich glorreichen Taten einer Deutschen Wehrmacht. Reese geht selbstkritisch mit seiner Zeit, seinem Auftrag in Russland um - und das, obwohl sein Skript während des Krieges entstand, er seine Eindrücke in Gefechtspausen, auf Transporten, während Aufenthalten in der Heimat und Lazaretten schrieb. Andere Autoren mögen nach Kriegsende mit der Aufzeichnung ihrer Erlebnisse begonnen haben und diese dem "Zeitgeist" der Nachkriegsordnung angepasst haben - nicht so Reese - er hat den Mut das System und seine Ziele während des Krieges selbst beim Namen zu nennen. Es wird verdeutlicht, dass ihm von Tag zu Tag klarer wird, dass das System, dessen Erfüllungsgehilfe er ist, keine ehrenhafte Ziele verfolgt...

Ob ihm selbst die Zusammenfassung seiner Manuskripte zu diesem Buch hier gefallen hätte? Es wird nie zu erfahren sein... - Stefan Schmitz jedoch ist Dank zu sagen dafür, dass er sich den Fragmenten, den tausenden Aufzeichnungen aus Reeses Nachlass angenommen hat, um sie historisch und biografisch zu ordnen.

Es ist unglaublich welches Leid auf beiden Seiten der Frontlinien herrschte, unglaublich welche Entbehrungen beide Seiten auf sich nehmen mussten, das ganze Elend wird von Reese beschrieben - für mich am beeindruckendsten - die Tatsache jedoch, dass Reese den Blick für die winzigen Schönheiten der ihn umgebenden Natur auch in den schlimmsten Momenten seines Soldatenlebens bewahrte. Die Worte mit denen er seine Umgebung, dass erbarmungslose Wetter, die Weite der russischen Landschaft beschreibt - im Geiste friert und hungert man mit - im Geiste kann man die Pflanzen sehen, sie sogar riechen, die ihn umgebende Natur hören, bis er einem die romantische Stimmung durch den aufbrausenden Gefächtslärm nimmt.

Seine Zeit im Lazarett, die Gespräche mit der Krankenschwester, hinter der Front ist ebenfalls beeindruckend, es wird deutlich, dass sich Leid nicht nur in den Schützengräben selbst abspielete, das Leid schwappte bis weit in die Heimat hinein, tief in manche Seele.

Wir leben in einer Zeit, in der sich Jahrestage häufen, das Kriegsende so weit zurückliegt, dass sich Menschen im Alter des damals zwanzigjährigen Willy Peter Reese fragen mögen: "Was geht mich das eigentlich an?" - Begriffe wie Wehrmacht, Russlandfeldzug, Massenmord, Krieg, Vertreibung, Hunger, Nationalsozialismus, Stalinismus und und und - dieses Vokabular hat das Leben einer ganzen Epoche bestimmt - die Welt bis in unsere Zeit hinein verändert - ich denke es ist wichtig, dass man sich mit Vergangenheit beschäftigt, denn nur wer sie kennt kann diese Fehler auch in Zukunft vermeiden!

Zeitzeugen, deren Aufzeichnungen, haben eine Botschaft zu vermitteln! Im Falle von Willy Peter Reese dürfte sie eindeutig sein - NIE WIEDER DARF DIE JUGEND DIESER WELT SO VERHEITZT WERDEN !!!

Wenn Willy Peter Reese seine Gier nach Leben, nach Überleben beschreibt, einem mitnimmt in den Schützengraben der Ostfront, dann geschieht dies nicht zur Glorifizierung des Krieges - es dient einzig und allein zu zeigen WIE Krieg wirklich ist - grausam und eben nicht die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln!

Sollten Sie als Lehrer in Kontakt zu jungen Menschen stehen - vergessen Sie bitte nicht das Gewicht der Vergangenheit, werfen Sie es in die Waagschale der Gegewart und Zukunft!
Beziehen Sie solche Literatur, nach Möglichkeit in Ihren Unterricht ein. Es ist für mich unvorstellbar, dass ein Mensch, der dieses Buch in Händen hielt wirklich begeistert rechtsradikalem Gedankengut verfallen kann...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bewegendste Schilderung des Grauens, 15. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 (Gebundene Ausgabe)
nach "Im Westen nichts Neues" eines der lesenswertesten und berührendsten Bücher über die Verwüstungen,die ein Krieg in der Seele anrichtet.
Großartiges Buch
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Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44
Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges - Rußland 1941-44 von Willy P. Reese (Gebundene Ausgabe - 1. August 2003)
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