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5.0 von 5 Sternen Dieses Buch war längst überfällig
Folgt man öffentlichen Diskussionen und Stammtischgesprächen, so könnte man meinen, es bräuchte gar kein Buch über Gehirn und Geschlecht. "Jeder weiß schon Bescheid, also fehlt Information" sagt dazu lapidar Stefan Lautenbacher. Er machte sich auf und trug gemeinsam mit Onur Güntürkün und Markus Hausmann gefühlte 1.500...
Veröffentlicht am 2. September 2008 von Dr. P. Günter Strauss

versus
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Buntes Sammelsurium an Halbwissen
An sich halte ich die Forschung zu Geschlechterdifferenzen im Gehirn für den Zeitvertreib von Wissenschaftlern mit zu viel Zeit, Geld und Freiheit von wichtigen Forschungsprojekten, die der Wissenschaft wirklich weiterhelfen. Hier nahm sich jemand extra viel Zeit und kompilierte die vielen kuriosen Studien und Aufsätze, die meistens in Amerika publiziert werden,...
Vor 7 Monaten von Zoltan Carnovasch veröffentlicht


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch war längst überfällig, 2. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann (Gebundene Ausgabe)
Folgt man öffentlichen Diskussionen und Stammtischgesprächen, so könnte man meinen, es bräuchte gar kein Buch über Gehirn und Geschlecht. "Jeder weiß schon Bescheid, also fehlt Information" sagt dazu lapidar Stefan Lautenbacher. Er machte sich auf und trug gemeinsam mit Onur Güntürkün und Markus Hausmann gefühlte 1.500 Fachartikel zusammen und extrahierte, in guter wissenschaftlicher Tradition, emotionslos Fakten, Fakten und Fakten. Bei einigen Gehirnstrukturen und -funktionen zeigen die Daten Unterschiede zwischen Frauen und Männern, Mädchen und Jungen; bei anderen keine. Die Fakten deuten darauf hin, dass Frauen und Männer in mancher Hinsicht unterschiedliche Gehirnstrukturen und geistige Verarbeitungsprozesse entwickeln. Sowohl biologische wie psychosoziale Faktoren spielen dabei eine Rolle. Diese Unterschiede sind aber nicht nur von akademischem Interesse. Um beispielsweise Therapiemaßnahmen auf Patienten individuell abstimmen zu können ist es unabdingbar, beide Aspekte einzubeziehen. Wer sich die Faktenlage ansieht, wird möglicherweise dem Rat Albert Einsteins folgen und seine Lieblingstheorie morgens beim Frühstück über den Haufen werfen. Gehirnjogging tut gut; dies gilt dann doch für das weibliche und das männliche Gehirn gleichermaßen.

*Strukturen, Funktionen, Erkrankungen*
Die Begriffsdefinitionen am Anfang machen deutlich, wie leicht Begriffsunklarheit zu dazu führen kann, total aneinander vorbeizureden. "Geschlecht" ist biologisch definiert, es basiert auf dem Chromosomensatz XX oder XY. "Gender", eine soziokulturelle Definition, wird vor allem in englischsprachigen Ländern und in der wissenschaftlichen Literatur benützt, wenn soziokulturelle Lebensaspekte von Individuen einbezogen werden.

Drei große Themenbereiche, nämlich Struktur des Gehirns, psychische Funktionen und Erkrankungen des Zentralnervensystems behandeln die Frage, worin sich die Geschlechter unterscheiden - und worin nicht. Am Ausgangspunkt stehen die unterschiedlichen Wirkungen von X- und Y-Genen, welche die Geschlechtsunterschiede hervorrufen. Sie bestimmen die Art der Geschlechtsdrüsen und die Ausschüttung der Sexualhormone. Die Hormone wirken auf das Gehirn ein, auch auf seine Struktur. Neuroanatomische Geschlechtsunterschiede finden sich im Neokortex, in subkortikalen Regionen und in der Organisation des Gehirns. Besonders deutlich ist die unterschiedliche Asymmetrie von Verarbeitungsprozessen, also, ob die Informationen vorwiegend links- oder rechtsseitig verarbeitet werden. Dass verschiedene Verarbeitungsprozesse auch mal zu gleichen Endergebnissen führen können, ändert nichts an der Tatsache, dass männliche und weibliche Gehirne in Teilen verschieden strukturiert sind. Manchmal zeigt sich die Verschiedenheit erst, wenn etwas passiert. Eine Hirnläsion in der linken Hemisphäre führt bei Männern zu stärkeren sprachlichen Defiziten als bei Frauen (da bei Männern die Lateralisierung stärker ausgeprägt ist). Die Gehirnstrukturen und Verarbeitungsprozesse haben Auswirkungen auf die geistigen Leistungen. Der zweite Teil behandelt deshalb kognitive Funktionen, Riechen, Schmerzempfinden und Schlaf und Traum. In wie weit Geschlechtsunterschiede belegbar sind bei psychischen Störungen, darunter Depression, Essstörung, Aufmerksamkeitsdefizit-Störung, Schizophrenie und Multiple Sklerose, erörtert der dritte Teil.

*Die Resultate sind ergebnisoffen zusammengetragen und kommentiert*
Die Zusammenfassungen sind ergebnisoffen in dem Sinn, dass sowohl biomedizinische wie psychosoziale Ergebnisse Eingang gefunden haben; kurz, eben das präsentiert wird, was die Faktenlage hergibt. Das Buch ist nicht nur für Neurowissenschaftler, Psychiater, Neurologen und Psychologen geschrieben, sondern ausdrücklich auch für den interessierten Laien. Nun handelt es sich hier sicherlich um ein Fachbuch und nicht um ein populares Sachbuch. Aber die Autoren haben es so gestaltet, dass der Inhalt auch für den interessierten Laien erfassbar ist: Jedes Kapitel ist mit einem einleitenden Vorspann versehen und mit einem Fazit; beides ist durchgängig sehr verständlich geschrieben. Die Quintessenz eines jeden Kapitels ist damit auch für den interessierten Laien mühelos nachvollziehbar. Dieser Kunstgriff dürfte auch von Fachleuten, die nicht in dem jeweiligen Gebiet heimisch sind, und von Studenten, mit klammheimlicher Dankbarkeit gerne angenommen werden. Fazit: Sehr empfehlenswert für jeden, der sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen möchte!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neues Standardwerk?, 29. Mai 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann (Gebundene Ausgabe)
In den letzten Jahren erlebte die populärwissenschaftliche Literatur einen wahren Boom an Büchern zum Thema 'Unterschiede zwischen den Gehirnen von Männern und Frauen'. Meist geht es darum, wer besser einparken oder zuhören kann. Viele dieser Veröffentlichungen sind grob pauschalisierend und geben üblicherweise keine Quellen an. Das Interesse an dem Themenkomplex ist allerdings gewaltig, so dass ein großer Bedarf auch an gut recherchierten Fakten herrscht.

In dem vorliegenden Buch haben Experten der Neurowissenschaften des Geschlechtsunterschieds ein wissenschaftlich fundiertes und umfassendes Buch zu dem Thema herausgegeben. Verlegt ist das Buch im Springer Medizin Verlag, der für seine biomedizinischen Fachbücher anerkannt ist.

Als Zielgruppen benennen die Herausgeber selbst in erster Linie 'wissenschaftlich interessierte Laien' und in zweiter Linie 'Wissenschaftler, für deren Arbeitsgebiet das Verstehen der Mechanismen neurowissenschaftlicher Geschlechtsunterschiede wichtig ist'.
Über die Reihung der Zielgruppen kann man geteilter Meinung sein. Ich würde die Reihenfolge umgekehrt sehen. Eine neurowissenschaftliche Ausbildung erleichtert das Lesen des Buches ungemein. Allerdings sind die Autoren stets bemüht alle Sachverhalte so einfach wie möglich unter Beibehaltung der Richtigkeit zu erklären. Jedoch setzt das Studium des Buches voraus, dass man sich nicht leicht durch Abkürzungen wie PGE2, COX-2, SDN-POA und andere abschrecken lässt. Die Abkürzungen werden zwar üblicherweise im Text erklärt, stellen für den Laien aber oft ein Hindernis dar. Sieht man als Laien den interessierten Lebenswissenschaftler ohne besonderen Bezug zur Geschlechterforschung (ich würde mich in dieser Gruppe wieder finden), so ist für diese Gruppe das Buch eine echte Bereicherung.

Ein weiteres Ziel der Herausgeber war die Darstellung des Standes der neurowissenschaftlichen Geschlechterforschung in einer nie da gewesenen Breite. Dies ist Ihnen meines Erachtens gut gelungen. Dabei wirkt das Buch immer lebhaft und nie langatmig. Obwohl das gesamte Buch in schwarz-weiß gehalten ist, sind die Abbildungen immer instruktiv und klar und tragen zum Verständnis der Sachverhalte bei.

'Gehirn und Geschlecht' gliedert sich in die drei Themenbereiche Neurobiologie, Psychische Funktionen und Erkrankungen des ZNS. Im ersten Teil werden die biologischen Grundlagen der Geschlechtsunterschiede, der Einfluss der Hormone und Geschlechtsgene sowie die zellulären Mechanismen dargestellt. Hierbei werden zahlreiche Beispiele aus Tiermodellen genannt. Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt auf funktionellen, kognitiven und physiologischen Unterschieden sowie auf dem transsexuellen Gehirn als Modell der Entwicklung der Geschlechtsidentität. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem weiten Feld der geschlechtsspezifischen Unterschiede in Erkrankungsverlauf und 'häufigkeit für diverse Erkrankungen des ZNS. Dabei wird besonders auf ADHS, Essstörungen, MS, Demenz, Schizophrenie und Depression eingegangen.

Mein Fazit: Ein gelungenes Buch, bei dem die Herausgeber ihr Ziel einer breiten Darstellung dieses interessanten Themengebietes erreicht haben. Als Zielpublikum sehe ich eher den lebenswissenschaftlich Vorgebildeten, als den kompletten Laien. Gegen eine größere Verbreitung unter interessierten Laien spricht meines Erachtens auch der Preis, der mit 50 Euro eher in der Fachbuchliga angesiedelt ist.

Nachdem ich das Buch gelesen habe, werde ich es jetzt im Rahmen eines Seminars an einen Studierenden verleihen. Dieser soll einen zusammenfassenden Essay schreiben. Hierbei wird ein (Fast-) Laie auf das Buch treffen und ich bin gespannt, wie seine Meinung ist. Ich werde ihn anregen, eine eigene Rezension schreiben. Das Buch wird auch in Zukunft von mir in der Lehre eingesetzt, da das Thema auch unter Studierenden von allgemeinem Interesse ist.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Interessierte, die wirklich Bescheid wissen wollen, 6. März 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann (Gebundene Ausgabe)
Ob Verhaltensunterschiede zwischen Mann und Frau eher genetisch oder durch die Umwelt bestimmt seien, werde ich bestimmt nach jedem Referat gefragt. Aber wenn ich dann nicht die Antworten gebe, die populärwisssenschaftliche Autoren, Männer- oder Frauenzeitschriften verbreiten, sinkt das Interesse an der Frage schnell. Doch damit müssen alle leben, die sich tiefer mit dem Aufbau und der Funktionsweise des menschlichen Gehirns auseinandersetzen. Auch den drei Autoren dieses Buches ist diese Erfahrung nicht unbekannt. Autoren, deren Arbeit es ist, den Dingen genau auf den Grund zu gehen, mit Behauptungen vorsichtig zu sein und Widersprüchlichkeiten stehen zu lassen, wenn die Beweislage für eine klare Stellungnahme zu dünn ist.

Wenn ein Buch zu diesem Thema aus dem Springer Verlag stammt, nimmt man zu Recht an, es richte sich primär an ein Fachpublikum. Das ist auch bei diesem Werk der Fall. Auch wenn im Vorwort steht, als erste Leserzielgruppe habe man den wissenschaftlich interessierten Laien vor Augen, den Leser, der viel von Hirnunterschieden zwischen Männern und Frauen gehört und gelesen habe und über teilweise populistisch abgefasste verwirrt oder verärgert sei. Als zweite Lesergruppe wolle man dann die Wissenschaftler ansprechen, für deren Arbeitsgebiet das Verstehen der Mechanismen neurowissenschaftlicher Geschlechtsunterschiede wichtig sei. Also Kollegen, die den neusten Stand der Diskussion suchen. Ich meine, dass die Reihenfolge der Leserzielgruppe genau umgekehrt ist. Denn ohne erhebliches Vor- und Fachwissen wird man allzu oft zu einem medizinischen Lexikon greifen oder ganze Stelle überlesen müssen.

Aufgeteilt ist das Werk in drei grosse Kapitel. Unter der Überschrift "Neurobiologie" finden wir Ausführungen zu Geschlecht und Hormone, Biologische Grundlagen von Geschlechtsunterschieden, Zelluläre Mechanismen steroid-induzierter Geschlechtsunterschiede sowie Genetische Grundlagen von Geschlechtunterschieden in ZNS-Funktionen. Das Kapitel "Psychische Funktionen" behandelt Funktionelle Hirnorganisation und Geschlecht, Kognitive Geschlechtsunterschiede, Das transsexuelle Gehirn, Geschlechtsdifferenzen in der Emotionalität aus der Sicht des Neuroimaging, Riechen Frauen anders als Männer?, Schlaf und Traum sowie Der kleine Unterschied beim Schmerz. Auf Seite 211 beginnt der dritte Teil, "Erkrankungen des ZNS". Darunter werden auch Themen wie ADHS, Essstörugen, MS, Demenz, Schizophrenie oder Depression behandelt.

Mein Fazit: Im Gegensatz zu den Autoren bin ich der Meinung, dass ihr Buch primär für Wissenschaftler geschrieben wurde. Aber da sie sprachlich und formal grosse Anstrengungen unternehmen, den gegenwärtigen Stand der Forschung auch interessierten Laien zugänglich zu machen, kann ich das Buch auch einem grösseren Publikum empfehlen. Allerdings nur, wenn es bereits über ein beträchtliches Vorwissen verfügt oder das Buch als Gelegenheit auffasst, sich in die Welt der Neurologie einzuarbeiten. Es lohnt sich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aktuelles Handbuch mit Potential, 18. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann (Gebundene Ausgabe)
Inhalt: In der 1. Auflage (2007) werden Geschlechtsunterschiede und -gemeinsamkeiten auf drei Ebenen erklärt: Der erste Teil behandelt zelluläre, chromosomale und hirnphysiologische Grundlagen, der zweite Teil generelle psychische und somatische Funktionen wie Denken, Schlafen und Sinneswahrnehmungen, der dritte Teil dann psychische und körperliche Störungen. Das Herausgeberwerk versammelt 29 AutorInnen, darunter auch die drei Herausgeber. Angenehm überraschend, dass darunter 10 weibliche Wissenschaftler sind.

Optisch: Gewohnt qualitätsvolle Verarbeitung mit langlebiger Bindung und ansprechendem Cover. Im Innenteil wird ausschließlich Schwarz-auf-Weiß benutzt, auch bei Fotografien oder Grafiken. Tabellen und Boxen sind mit schlichtem Grau hinterlegt. Leider scheint auf den Seiten leicht der Text der Rückseite durch.

Inhaltlich: Positiv sind Merkkästen, übersichtlich strukturierte und fundierte Texte, sowie auflockernde Darstellungen wichtiger Studienergebnisse. Hervor sticht die breite Palette an praktisch relevanten und überaus interessanten Themen wie Denken, Fühlen, Riechen, Träumen, aber auch die zahlreichen behandelten psychischen Störungen (Pathogenese, ADHS, Essstörungen, Demenz, Schizophrenie, Depressionen) und körperlichen Krankheiten (Multiple Sklerose, Krankheitsentwicklung allgemein). Wünschenswert sind darüber hinaus weitere körperliche Krankheiten oder andere häufige psychische Störungen wie Substanzmissbrauch und 'abhängigkeit (v.a. Alkohol und Tabak), Angststörungen (zum Teil in Kapitel 8), Schmerzstörungen, und Persönlichkeitsstörungen. Angesichts des derzeitigen Umfangs von ca. 350 Seiten natürlich ein frommer Wunsch.

Didaktisch: Der erste Teil ist ohne Grundlagenkenntnisse leider nicht leicht zu verstehen. Kürzere Darstellungen einiger Mechanismen finden sich dafür in den anwendungsbezogenen Kapiteln. Grafiken sinnvoll platziert und nachvollziehbar. Das Stichwortverzeichnis ist ausreichend detailliert und hilfreich. Da jedes Kapitel von anderen AutorInnen stammt, finden sich Wiederholungen und Überschneidungen, die aber nicht gravierend ablenken, sondern vielleicht das Verständnis einzelner Kapitel fördern. Weiterhin unterscheidet sich die Qualität der ' für Laien in einem umfangreichen Fachbuch besonders wichtigen ' Zusammenfassungen sehr. Während manche in Kürze das Wichtige informativ darstellen, verlieren sich andere in allgemeinen Sätzen über die Akkumulation von Forschungswissen bisher und in Zukunft. Statt rosiger Aussichten durch neue Befunde wäre ein prägnanter Abriss des Behandelten hier besser gewesen.

Fazit: Wie von einigen Vorrezensenten angedeutet, ein kleiner Meilenstein im deutschen Sprachraum, mit Potenzial für die 2. Auflage. Man kann den Herausgebern nur gratulieren, zahlreiche namhafte Autoren aus Deutschland, Großbritannien, USA, Österreich, Niederlanden, Frankreich und Italien versammeln zu können. Eine Abrundung der Themenpalette und prägnantere Zusammenfassungen am Kapitelende sind kleine Verbesserungen in einem ansonsten detaillierten und informativen Handbuch mit noch aktuellem Forschungsstand von 2006.
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1.0 von 5 Sternen Buntes Sammelsurium an Halbwissen, 20. Januar 2014
Von 
Zoltan Carnovasch (Bavaria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann (Gebundene Ausgabe)
An sich halte ich die Forschung zu Geschlechterdifferenzen im Gehirn für den Zeitvertreib von Wissenschaftlern mit zu viel Zeit, Geld und Freiheit von wichtigen Forschungsprojekten, die der Wissenschaft wirklich weiterhelfen. Hier nahm sich jemand extra viel Zeit und kompilierte die vielen kuriosen Studien und Aufsätze, die meistens in Amerika publiziert werden, zu einem Buch. Die Arbeit war es leider nicht wirklich wert.

Um einen wirklich fundierten Text abzuliefern, hätte man die einzelnen Studien nochmals evaluieren müssen, da sie meistens auf oberflächlichen Ansätzen und Interpretationen beruhen. Es ist ja interessant, das, was diese Autoren in einer fast schon Mengelschen Manier als das "normale" männliche und weibliche Gehirn und sein Leistungsvermögen inszenieren, damit zu vergleichen, was richtige Frauen und Männer im wirklichen Leben alles so tun und können. Ich empfehle jedem potentiellen Käufer zunächst die Lektüre des Buches "Die intelligente Antwort auf B. und A. Pease" (der genaue Titel fällt mir leider nicht mehr ein), das sich mit dem Einzelphänomen der angeblichen räumlichen Orientierungslosigkeit von Frauen gegenüber Männern beschäftigt, und aufzeigt, dass dies eher durch eine bestimmte Art der Erziehung als durch "defekte" Schaltkreise im Gehirn veursacht wird.

Sind pseudo-wissenschaftliche Bücher wie diese eine Reaktion auf eine Veränderung der Geschlechterrollen, die mit angeblicher Biologie Frauen und Männer wieder "feststampfen" wollen? Interessant ist ja, dass wirklich in meinen Augen männliche Tugenden wie Intelligenz, Selbstsicherheit, Loyalität, Geradlinigkeit, Unkompliziertheit, Unaffektiertheit, die ja schon noch irgendwo tradiert sind, in Büchern wie diesen kaum erwähnt werden. Da werden immer dieselben pseudo-Tugenden angeblich im Gehirn lokalisiert.

Eigenartig ist ja auch schon, dass in dieser Forschung immer behauptet wird, Männer wären sprachuntalentiert. Ich meine, es gibt und gab ja keine männlichen Schriftsteller. Sind eine Minderheit. In der Diktion der Autoren, die sie ständig arrogant verwenden, sind Schriftsteller wohl nicht "normal".

Sehr deutlich wird dies bei der Behandlung der Autoren von Homosexualität, die immer wieder am Rand erwähnt wird, aber in Zusmmenhang mit Defekten wie psychischen Störungen (angeblich wird Homosexualität wie psychische Störungen durch das X-Chromosom "verursacht", eine dieser nicht bemerkenswerten Pseudo-Theorien), auffällig geschlechtsuntypischem/transsexuellem Verhalten in der Kindheit (auch so eine alte Gedankenblase, die durch irgendwelche alten, fehlerbehafteten Studien in die Welt gesetzt und jetzt munter kopiert wird) und ähnlichen netten Dingen. So ist auch Linkshändigkeit für die Autoren so eine "Anomalie" (!), die mit anderen "Krankheiten" einhergeht (!). Besonders hier wird deutlich, dass die Autoren nur munter irgendwas zusammenkompilierten, was ihnen unter die Finger kam, ohne Sinn und Verstand, *aber* offensichtlich mit einem ziemlich "arischen" Menschenvorbild im Hinterkopf.

Wäre auf dem Cover ein blondes deutsches Mädel mit blauen Augen, mich hätte es auch nicht gewundert. (Ironie!) Vielleicht hätten die Autoren mal ihr eigenes Gehirn auf "Anomalien" untersuchen sollen? Oder sind sie Linkshänder, oder gar homosexuell? Hm...
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Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann
Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann von Stefan Lautenbacher (Gebundene Ausgabe - 21. August 2007)
EUR 36,99
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