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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Vorsicht: Bewußtseinsverändernde Lektüre, 7. März 2003
In Douglas Adams subversiv-philosophischem Science-Fiction-Epos "Per Anhalter durch die Galaxis" ist die Erde ein riesiger Computer zur Ermittlung der Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und allem anderen. Kurz bevor das Ergebnis der ungeheuer langwierigen Berechnung jemandem mitgeteilt werden kann, wird die Erde von ignoranten Vogonen gesprengt. Wäre das nicht nur ein überdrehtes Science-Fiction-Szenario, dürften wir langsam beginnen uns zu fürchten. Denn für mein Gefühl kommt der Mathematiker und hauptberufliche IBM-Querdenker Gunter Dueck in "Omnisophie" dem Kern der Sache, was bisher zwischen den Menschen eigentlich so schrecklich schief läuft, schon ziemlich nahe. Das geschieht in durchaus weltverbesserischer Absicht, aber ohne unangenehmen missionarischen Eifer, ohne religiösen oder esoterischen Fundamentalismus und - in diesen Zeiten eine Wohltat - ohne eine neue vermeintliche Heilslehre zu propagieren. Stattdessen schafft es Dueck mit seinem einzigartigen, scheinbar ausschweifenden, aber am Ende immer „sinn-vollen" Schreibstil, den Leser quasi in Echtzeit in seine Überlegungen und in sein Ringen um Erkenntnis hineinzuziehen, um am Ende „gemeinsam" zu gut begründeten Vermutungen, plausiblen Vorschläge und fruchtbaren Fragen zu kommen.Dueck holt bis in die Antike aus: Zunächst dekonstruiert er die Philosophien seiner berühmten klassischen und neuzeitlichen Vorgänger zu den Themen "höchstes Gut", "Lebenssinn" und "Erkenntnis". Er entlarvt sie u.a. als Ausdruck der verschiedenen Charaktertypen ihrer Schöpfer und erklärt den "ewigen Streit" zwischen den verschiedenen Philosophie-Schulen deshalb für nicht zu entscheiden. Mehr noch, er macht klar, dass die Verengung auf eine „beste" Philosophie weder angemessen noch wünschenswert ist. Wie der Name des Buchs „Omnisophie" andeutet, schlägt Dueck stattdessen eine Philosophie der Vielfalt vor, eine Art Weltformel für all die verschiedenen Ziele, Lebenssinne und „höchsten Güter", um die Menschen und ihre Eigenarten einander verständlicher zu machen und so einen konfliktärmeren Umgang miteinander zu ermöglichen. Ähnlich wie Jung, Keirsey und andere entwickelt Dueck eine eigene, hoch differenzierende Charaktertypen-Lehre des Menschen. Statt jedoch ausschließlich von außen zu beobachtendes Verhalten heranzuziehen und zu klassifizieren, basiert sein Schema erstmals (?) auch auf Annahmen zu den vom menschlichen Gehirn physiologisch bzw. phänomenologisch ausgeprägten Denkarten - dem rationalen, dem intuitiven und dem reflexartigen Denken. Für alle drei Denkarten skizziert Dueck jeweils sehr verständlich ein mathematisch-informatisches Modell, das die wesentlichen Eigenschaften beschreibt. Von diesen Denkarten leitet er drei Haupt-Charaktertypen ab - den Richtigen, der nach Höherwertigkeit durch Systemkonformität strebt, den Wahren, der seine Bestimmung in Ideen findet und den Natürlichen, für den das Glückserlebnis an vorderster Stelle steht. In den verschiedenen Charaktertypen sieht er jeweils eine der Denkarten vorherrschend. Hier ist der einzige Punkt, an dem ich Dueck bis heute nicht so ganz folgen will bzw. noch eine Lücke in der Ableitung sehe: Die ersten zwei Denkarten scheiden laut Dueck zwei sehr verschiedene Charaktertypen, während die dritte Denkart, das Reflexhafte, als Gefahranzeiger allen Charakteren zu eigen ist, wenn auch in partiell unterschiedlichen Ausprägungen. Damit erklärt Dueck die typmäßig „natürlichen" Menschen für meinen Geschmack nicht ausreichend. Der natürliche Mensch im Sinne der dueck'schen Charaktertyp-Lehre soll sich unter der Kontrolle eines nicht weiter erklärten „Willens" nach Bedarf bei der rationalen und der intuitiven Denkart bedienen. Art und Herkunft des Willens als eigene Steuerungsinstanz der „Natürlichen" werden nicht so elegant erklärt wie die anderen Denkarten. Dadurch erscheint mir dieser Teil in den Einzelanalysen und den Hypothesen zwar brilliant, in der Abbildung von Physiologie, Funktionsweise und Charakterausprägungen aufeinander allerdings noch nicht ganz vollständig. Dennoch: Lässt man sich auf das Schema und seine Implikationen ein (was Duecks Hauptanliegen ist), werden viele Verhaltensweisen und Konflikte der Menschen plötzlich sonnenklar. Auch wenn Dueck in diesem Band noch nicht ganz tief und ausführlich zur Anwendung seiner Omnisophie zur Analyse unserer Gesellschaft und ihrer Probleme schreitet, „erledigt" er hier argumentativ dennoch bereits menschenverachtende Management-Theorien und -Praktiken, das deutsche Schulsystem nach dem Pisa-Schock sowie die Vorstellung, dass Menschen beliebig flexibel sein können. Werden wir bald Dueck in einem Atemzug mit Platon, Artistoteles, Nietzsche und Kant nennen? Ich glaube nicht. Denn im Gegensatz zu diesen schreibt Dueck bei aller intellektuellen Tiefe und grenzüberschreitenden Breite seiner Betrachtungen verständlich, (selbt-)ironisch, und unterhaltsam. Mir jedenfalls sind die Beobachtungen, Analysen, Argumente und Folgerungen in "Omnisophie" weitgehend widerstandsfrei ins Hirn geflutscht, obwohl ich eher als hyperkritisch gelte. Die vielen konkreten Beispiele und Anekdoten, mit denen er seine Überlegungen illustriert, kamen mir oft fast schmerzhaft bekannt vor. „Omnisophie" ist laut Dueck nur eine erste Näherung an die ultimative Erkenntnis zu den Menschen und ihrem Zusammenleben auf diesem Planeten. Ich hoffe und vertraue darauf, dass er uns auch an den nächsten Stufen seiner Denkarbeit in Form weiterer Omnisophie-Bände teilhaben lässt und ihm sein Arbeitgeber IBM im Eigeninterresse, sich mit einem solchen Denker schmücken zu können, den dafür nötigen Freiraum gibt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Hervorragend, 30. August 2003
Dieses Buch fesselt einen von der ersten bis zur letzten Seite, Aus griechischen Philosopen wie Plato, Aristoteles, Aristid, Mathematik neuronaler Netze, Erfahrung aus Lehre und Wirtschaft und wahrer Menschenkenntnis webt Prof Dueck ein dichtes Modell der verschiedenen Menschentypen, ihrer Strategien, das an Einsicht und Klarheit nicht zu überbieten ist. Seine Beispiele sind einprägsam,lebensnah und auf den Punkt formuliert. Man lernt sich und andere besser verstehen und sieht den Sinn seines Lebens nachher in einem anderen Licht. Ein wahres Buch nicht nur für wahre Menschen
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Der neue Mensch, 9. Dezember 2002
Wir alle bestehen aus drei Denkkomponenten, die je nach Art der Nutzung verschiedene Wahrnehmungsschwerpunkte hervorbringen Sie werden nach diesem Buch wissen, welcher Sicht Sie sich selbst zurechnen möchten. Da ist erstens der Wille, der die Anzeichen von Lust und Gefahr in sich selbst identifiziert. Alles andere ausblendet. Dann die linke Hirnhälfte, in der die Bibliothek, das Faktenwissen, das bereits Bekannte residiert. Wie die rechte Hirnhälfte denkt? Blackbox. Doch Gunter Dueck, selbst extrem rechtshirnig intuitiv, lässt uns neben der Erklärung, die er im Buch versucht, einen kleinen Blick in diese Ideenschmiede werfen. Mein Vorschlag: Erfreuen Sie sich an der ernstzunehmenden Satire „Wild Duck" und sehen sie, dass das Messbare nicht das Eigentliche ist. Staunen Sie über den „E-Man" und nähern sie sich auf den Spuren der Entwicklung unserer Firmen, Kulturen und Technologien der Krönung, „Omnisophie" an. In diesem ultimativen Werk schließlich wird in reiner Klarheit ein „neuer Mensch" geboren. Nehmen Sie so Teil an der Geburt dieses Gedankenkindes. Wer nicht so viel lesen mag, auch wenn er es meines Erachtens später bereuen wird, der sollte von allen Werken des Autors dieses lesen! Unbedingt! Denn was dort beschrieben wird ist eine Zusammenfassung all dessen, was die Welt gesellschaftlich in letzter Zeit bewegt. Mehr als das, es eint die verwirrende Vielzahl der Einzelteile und Meinungen zu einer übergreifenden Theorie. Wird uns Omnisophie helfen? Können wir Schluss machen mit den quartalszahlengetriebenen Angstmessungen? Mit der einen Idee, deren Reinhaltung uns in die Deckung treibt oder uns aggressiv voran schreiten lässt? Oder können wir uns von dem einen lösen, das uns weiter und immer weiter treibt? Ja! Lassen wir das alles hinter uns! Das Versagensscheue, das Ängstliche, das Kämpferische, das Süchtige! Springen wir doch alle über unseren Schatten, der je nach Menschentyp an diesen (und noch mehr) unterschiedlichen Orten liegt. Fassen wir uns ein Herz! Am Anfang des Buches schreibt Gunter Dueck: „Wenn etwas in Ihnen zum Fliegen kommt, seinen Sie kein Frosch und glauben Sie diesem Fliegenden." Lassen wir also die Schönheit dieser jungen Idee in uns hinein.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Wie soll ich es erklären, 18. Oktober 2002
Inspiriend, zutiefst humanistisch und human hört sich dieses Buch an. Man hat, sagen wir mal, bis Seite 36 oder 105 oder so gespannt gelauscht und dann: Zack! Hoppla!, was war das?! Zurück blättern und Wort für Wort, Gedanke für Gedanke wie eine belgische Praline gaaanz langsam im Geist schmelzen lassen! Bei jedem liebevollen Schmunzeln des Autors mitschmunzeln, hier und dort komplizenhaft augenzwinckern "ach ja, Sie also auch...". Die Stellen mit den mathematischen Erklärungen nicht auslassen, bloß nicht, sie sind ein kristallklares Vergnügen! Und wenn dann, später, viel später, deine linke Gehirnhälfte signalisiert: fertig gelesen, wir sind bei der letzten Seite angekommen und da macht ein richtiger Mensch das Buch zu... glaub es ihr nicht, geh doch zurück in das Hundertwasserhaus, irgendwo bei Plato um die Ecke, glaube ich, und horche ruhig noch einmal wie die ganze Melodie sich anfühlt! Dieses Buch handelt nämlich von uns. Richtig! Echt wahr, natürlich!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Geistreiche moderne Philosophie, 4. März 2003
Omnisophie ist ein tolles Buch! Die visionären Inhalte und die unterhaltsamen Herleitungen vermitteln nicht nur Lesegenuss, sondern sind für mich auch sehr inspirierend. Gerade im weiten Feld der Philosophie gibt es nur sehr wenige gute zeitgenössische Autoren und noch seltener sind diejenigen mit einem gesunden Verhältnis zu den heutigen informationstechnologischen Möglichkeiten. Omnisophie führt die ebenfalls sehr empfehlenswerten Bücher Wild Duck und E-Man in gewohnter Manier weiter und bietet anspruchsvollen Stoff für lange Abende. Mit viel Leidenschaft vertrete ich Gunter Dueck's Argumente und konnte schon einige Freunde und Kollegen zum Lesen seiner Bücher animieren. Ich freue mich schon auf den zweiten und dritten Teil der Omnisophie.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Meta, 12. Oktober 2002
Dieses Buch ist ein Meta-Buch. Eine Klasse für sich! Man müßte neue Bewertungskriterien dafür erfinden, um es wirklich treffend zu beschreiben; denn es sprengt beengende Einordungen. Es ist ein richtiges, wahres und natürliches Buch, das das Verstehen zwischen den Menschen fördert, und es ist eine packende Verbindung von alter Weisheit und Philosophie mit den neuesten psychologischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ideales Futter für all diejenigen, die hungern nach gehaltvoller geistiger Nahrung. Kühne Gedankenbögen sind darin und gleichzeitig wird das anspruchsvolle Thema eingehend und von vielen Seiten liebevoll betrachtet, wobei die einzelnen Aspekte aufleuchten wie Kristalle. Es weist visionär in die Zukunft und man kann darauf aufbauen. Das Buch ist so geschrieben daß möglichst viele verschiedene Menschen es verstehen können, und allein dafür sollte es einen dicken Extra-Stern geben. Es ist ein Buch für die wissenschaftliche Handbibliothek und gleichzeitig ein wundervoller Urlaubsschmöker mit lustigen menschlichen Geschichten aus dem Alltag, und es hat das Zeug zum Kultbuch! Legen Sie es einem lieben Menschen unter den Weihnachtsbaum.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Auf der Suche, 20. Juli 2003
Der Buchtitel erweckt mehr Zweifel als Hoffnung, das der Inhalt diesem hohen Ziel gerecht wird. Selbst der Autor sieht dies ein und weist mehrfach auf einen zweiten und dritten Band hin, der noch zu schreiben ist.Was will der Autor? Eine Philosophie für alle und alles? Eine Formel zum glücklich werden für alle und gar Glückseligkeit für den ganzen Kosmos? Auch wenn es zunächst so ausschaut; hier ist kein Scharlatan am Werk, sondern jemand der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht. Allerdings im Spagat, denn das eine Bein „denkt" wissenschaftlich universitär und das andere eher konzernstrategisch. Die Sinnfrage des heutigen Menschen wird im ersten Kapitel umfassend dargestellt und dient neben dem zweiten Kapitel mit Wegweisern und Grundprinzipien als gute Einführung zu den weiteren Überlegungen. Das dabei festzementiertes Altwissen wie die Maslow'sche Bedürfnispyramide nicht nur angezweifelt, sondern geradezu in die Luft gesprengt wird, zeigt das es dem Autor ernst ist mit seiner Vorstellung vom modernen Menschen. Die daran anschließenden Kapitel beschäftigen sich sehr intensiv mit der Art des Menschen zu Denken und zu Handeln. Dabei (er-)findet der Autor drei Subladen für wahre, richtige und natürliche Menschen. Stark vereinfach in einem Satz wiedergegeben: Wahre Menschen pflanzen Bäume der Erkenntnis, natürliche naschen hie und da davon und richtige verarbeiten die ganze Ernte zu Kompott und überlegen ob sie den Stamm nicht in einen Wohnzimmerschrank verarbeiten sollen. Die Einteilung und Katalogisierung dominiert das ganze weitere Buch über und wirkt zeitweise zu lehrerhaft, erziehend. Man möchte dem Autor zurufen: „Ich hab es ja verstanden, kommt zu den nächsten wichtigeren, spannenderen Punkten; ich will nicht auf Band zwei warten." Autor Gunter Dueck schreibt mit vollem Einsatz. Familie, Universität und Firma werden immer wieder zu plastischen lebensnahen Beispielen herangezogen. Seine Thematik ist nicht neu, Dietrich Dörner (Logik des Misslingens), Douglas Hofstaedter (Gödel, Escher, Bach), Stanislaw Lem (Kyberiade), Frederic Vester (Vernetztes Denken) und andere weiden ebenfalls auf dieser Wiese. Aber das Buch überschreitet feine unsichtbare Grenzen, zeigt neue Ideen und Möglichkeiten auf. Es bleibt zu hoffen, das der Autor sein Versprechen wahr macht und einen zweiten Band folgen lässt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Denkanstösse ohne Ende, 21. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Das Buch hat mir viele angenehme Stunden des Nachdenkens, Diskutierens gebracht, viele Experimente mit Freunden und Fremden.Dieses Buch rüttelt sehr erfolgreich an Lehrmeinungen zur Funktions- und Denkweise aller Menschen. Der Author schreibt und erklärt wunderschön seine eigene Vorgehensweise und man kann förmlich mitfühlen, wie wieder ein weiteres "Bauteilchen" in diese Idee "einrastet". Nach dieser Gliederung wird so vieles in neues Licht getaucht, das nun plötzlich Sinn macht. Sie sehen sich und ihre Mitmenschen danach mit anderen Augen. Dieses Buch enthält eine wahrhaft grosse Idee, die sicher noch viele weitere Bücher zu diesem Thema entstehen lassen wird - ich freu mich drauf. Sehr empfehlenswert!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Gedanken über das Denken, 25. November 2002
Von Ein Kunde
Ein Buch, das in die Geistesgeschichte eingehen kann! Als Ausgangspunkt aller Überlegungen dient dem Autor ein Modell des menschlichen Denkens, das nicht nur unser analytisches und intuitives Denkvermögen beschreibt, sondern auch unsere Fähigkeit, blitzartig Wahrnehmungen unserer Sinne zu verarbeiten. Dueck verbindet Erkenntnisse aus der Hirnforschung mit der Psychologie Sigmund Freuds und liefert dazu eine mathematische Fundierung. Er bietet Einsichten über die Tiefen der menschlichen Seele und die Wurzeln menschlicher Leiden und Konflikte. Er zeigt beispielsweise, dass die unterschiedliche Prägung von uns Menschen in die eine oder andere der drei Denkrichtungen ursächlich ist für eine Vielzahl von gegenseitigen Vorurteilen.Dem geneigten Leser eröffnen sich darüber hinaus völlig neue Perspektiven auf viele Themen der abendländischen Philosophie, der Psychologie und dem Denken an sich. So spekuliert der Autor beispielsweise über die Ideenleere Platons, die sich mit seinem erkenntnistheoretischen Modell - auch das ist die Omnisophie - völlig neu deuten lässt. Wissenschaftstheoretische Diskussion um die Weiterentwicklung der Wissenschaften lassen sich auf diese Weise ganz neu führen und scheinbar unversöhnliche Standpunkte in der Geistesgeschichte der Menschheit lösen sich in einer wunderbaren Synthese auf. Schließlich und endlich widmet sich das Buch der Frage nach dem Sinn unseres Lebens und es zeigt, dass solche ethischen Grundfragen vor dem Hintergrund der Wesensunterschiede von uns Menschen wohl immer unterschiedlich beantwortet werden.
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Mehr als bloß ein Fingerzeig - Die Beweisführung dass Kaiser Zeitgeist nackt ist!, 27. September 2009
Dueck wollte ursprünglich nur aufzeigen, wie sehr die Personal-, also Menschenführung, unserer Unternehmen auf selbstschädigend-dämliche Weise von den Erfordernissen unserer menschlichen Natur abweicht, wie wenig der Mensch darin wirklich gefördert wird, und in welch geringem Maße er trotz aller anderslautenden (und wohlklingend verkündeten) "Unternehmensphilosophien" wirklich seine Kreativität entfalten, Sinnvolles schaffen kann. Im Gegenteil stutzen Managementstrukturen und die darin begünstigte, menschenunkundige, Managerklasse jeden noch so zarten Trieb persönlicher Entfaltung und außergewöhnlicher Leistung.
Um dies so begründen zu können, dass es wirklich auch der letzte seiner Leser versteht, muss Dueck erst einmal tief Atem und dann weit aus-holen, um zunächst jene Sinn-Konzepte der antiken Philosophen auseinanderzunehmen, die einfach nicht in der Lage sind, den Sinn unserer menschlichen Existenz so zu erfassen und zu deuten, dass es wirklich auf jeden Menschen passt - ein Unterfangen, dass Dueck auf originellste Weise mit ein paar tiefsinnigen aber doch simplen Fragen gelingt. Daraufhin muss der Autor, in Ermangelung einer wirklich alle Menschen empirisch umfassenden Anthropologie, selbst zu Werke gehen, und ausgehend von einigen Kenntnissen der Neurophysiologie und seiner eigenen Arbeit zur Mustererfassung datenverarbeitender Systeme, eine neue Menschenkunde ("Omnisophie") entwickeln, die nicht nur die charakterlichen Unterschiede der Menschen, ihre Neigung zu ihrem je spezifischen Lebenssinn und ihrer spezifischen gesellschaftlichen Funktion, erklärt, sondern darüber hinaus auch noch plausibel beschreibt und "entblättert", weshalb so viel Unglück und verfehlter Lebenssinn in unserer Welt existieren und wie unser "Zeitgeist", unsere altertümlichen Gepflogenheiten der Menschenführung Schuld daran tragen, dass es so wenig Lebensglück und kreative Entfaltung gibt.
Mit diesem Modell und den darin mitgelieferten Analyse-Instrumenten gelingt es Dueck, unser Gesellschaftssystem in einem erhellenden - aber deshalb erschreckenden - Licht zu zeigen. Wo das unschuldige Kind im Märchen ausspricht, was eigentlich allen offensichtlich sein sollte, gelingt es Dueck mit seinen frischen und unbekümmerten Fragen, uns bis auf jene Höhe zu bringen, von der aus wir das ganze Ausmaß unserer heutigen Menschengängelung und sinnfeindlichen Indoktrinierung erkennen können; D.h. unsere bis dahin nur unscharfen Empfindungen der grundlegenden Mangelhaftigkeit des Systems werden durch eine geradezu panoramische Schau ersetzt, und es wird uns dazu in einem in sich stimmigen Modell erklärt, warum wir zu diesen Empfindungen stehen und uns dadurch treu bleiben sollten.
Dies alles geschieht auf eine, durch die Persönlichkeit des Autors bedingte, höchst angenehme Weise. Seine, angesichts der Größe des philosophischen Unternehmens erstaunliche, Bescheidenheit und sein konsequent durchgehaltenes Bemühen, jeden Argumentationsschritt und jedes neu eingeführte Konzept für alle Leser verständlich zu halten, tragen mit bei zu dem außerordentlichen Erlebnis, das die Lektüre der Omnisophie ist.
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