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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein lehrreiches und gleichzeitig unterhaltsames Werk, 8. September 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte (Gebundene Ausgabe)
Schon sein 2006 ebenfalls bei Artemis und Winkler erschienenes Buch "Sechs Getränke, die die Welt bewegten" hat den englischen Journalisten Tom Standage als einen profunden kulturgeschichtlichen Schriftsteller gezeigt.

Sein neues, hier vorliegendes und nicht weniger empfehlenswertes Buch beschäftigt sich mit der Kulturgeschichte der menschlichen Nahrung. "Wie unser Essen die Welt veränderte" von der Erfindung des Ackerbaus bis zum gegenwärtigen Kampf um das Essen, der nicht selten in Krieg ausartet, geht sein Spektrum.

Offen stellt er sich auch den modernen Anbaumethoden und der Debatte um die Rolle der Chemie und der Gentechnologie bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln für eine immer größer werdende Menschheit: "Es wäre viel zu einfach zu behaupten, das die Welt nur die Wahl zwischen organischem Fundamentalismus und blindem Glauben an die Biotechnik hätte. Die Zukunft der Nahrungsmittelproduktion und damit der Menschheit liegt mit Sicherheit auf einem weiten und fruchtbaren Feld in der Mitte."

Bis er zu dieser aktuellen Bewertung gekommen ist, kann ihm der faszinierte Leser folgen auf einer weiten Reise durch die Zeit und die Geschichte der Herstellung und Verarbeitung menschlicher Nahrung. Ein lehrreiches und gleichzeitig unterhaltsames Werk.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ungewöhnliche kulinarische (Zeit-) Reise, 18. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte (Gebundene Ausgabe)
In den Industrieländern muss sich praktisch niemand Sorgen um das tägliche Brot machen. Im Gegenteil, wir nehmen eher zu viele als zu wenige Kalorien auf und lei-den an Krankheiten, die sich zu einem guten Teil auf eine Fehlernährung durch Überfluss zurückführen lassen - eine in der Menschheitsgeschichte ungewöhnliche Situation. Denn der größte Teil unserer historisch nachvollziehbaren Vergangenheit war von Mangel geprägt.
Tom Standage zeigt in seinem Buch "Der Mensch ist, was er isst" auf, wie das Bestreben der Menschen nach ausreichend Nahrung die Geschichte beeinflusst hat. Insbesondere in den ersten Kapiteln geht es dabei um den Übergang von Jäger-Sammler-Gemeinschaften zu einer sesshaften Lebensweise, die mit dem Aufkom-men der Landwirtschaft einherging. Der Autor geht der Frage nach, was die Men-schen mehrheitlich dazu gebracht hat, von der relativ wenig aufwändigen Jäger-Sammler-Kultur mit ihrem vielseitigen Nahrungsangebot abzurücken und eine hinsichtlich des Klimas und anderer Faktoren extrem störanfällige und mit einseitiger Ernährung verbundene, auf Getreideanbau basierende Lebensform anzunehmen. Vor allem aber stellt er die gewaltigen sozialen Veränderungen vor, die mit dieser Umwälzung einhergingen, insbesondere die Entstehung komplexer arbeitsteiliger, hierarchisch durchstrukturierter Gemeinwesen. Diese konnten nur existieren, weil die Bauern Nahrungsüberschüsse erzeugten, die von einer Elite verwaltet und umverteilt wurden.
Interessant sind auch die Wege, die verschiedene Nahrungsmittel im Lauf der Ge-schichte genommen haben, als Siedler, Sieger oder Reisende sie in neue Regionen verbrachten und dort ihren Anbau anstießen. Hierbei zeigt sich nicht zuletzt am Bei-spiel der Kartoffel, dass neue Anbaugebiete unter Umständen innerhalb weniger Ge-nerationen eine regelrechte Revolution erfuhren, da hohe Erträge an Kalorien aus der neuen Pflanze die in der Landwirtschaft gebundenen Arbeitskräfte zu einem er-heblichen Teil freisetzten und damit die Industrialisierung des Westens erst ermög-lichten. In einem weiteren Abschnitt des Buchs zeigt der Autor hingegen auf, dass Missernten wie jene der Kartoffelfäule in Irland geschuldeten in den 1840er-Jahren gleichfalls politische und soziale Umwälzungen zur Folge haben konnten.
Einen weiteren Aspekt des Zusammenspiels zwischen Mensch und Essen untersucht das Kapitel "Essen als Waffe", worin es einerseits um die komplexe Logistik in Krie-gen geht, die eine ausreichende Versorgung der Soldaten ermöglichen musste (und in vielen Regionen heute noch muss), andererseits um Beispiele von Diktaturen, die eine restriktive Essenszuteilung an missliebige Bevölkerungsteile als Waffe gegen diese nutzten.
Und auch der abschließende Teil hält manche überraschende Erkenntnis parat. Es geht darin um das Bevölkerungswachstum und die natürlichen Grenzen, die ihm durch die Nahrungsressourcen gesetzt werden, die sich jedoch immer wieder umge-hen ließen.

Essen ist ein Thema, an dem im Grunde jeder Mensch ein existenzielles Interesse hat. Dem Anteil der Weltbevölkerung, der im Wohlstand lebt, wird dies jedoch nur selten bewusst. Vor allem aber machen sich nur wenige Menschen darüber Gedan-ken, welch tief greifenden Einfluss das Essen in jeder Hinsicht auf die Entwicklung der Menschheit genommen hat und dass alle unsere sozialen Gefüge im Grunde da-von abhängen, welche Bedeutung die Beschaffung von Nahrung für die jeweilige Volkswirtschaft hat.
Kurzweilig und gut verständlich, dabei sehr fundiert erläutert der Autor die histori-schen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge zwischen dem Menschen und dem, was er isst. Dabei stellt er gelegentlich auch mehrere Theorien vor, wenn die Wis-senschaft bislang zu einem Thema noch keinen Konsens erzielt hat, und er greift auf aktuelle Erkenntnisse zurück. So bietet er dem Leser einen spannenden Überblick, der den Blick aufs Essen in jeder Hinsicht zu verändern vermag und vor allem die lange und manchmal bizarr wirkende soziokulturelle Co-Evolution von Mensch und Nahrung deutlich macht. Nachdenklich stimmen auch jene Abschnitte, die drastisch aufzeigen, welche historischen Scheußlichkeiten mit ehemals luxuriösen Lebensmitteln, etwa Zucker und Gewürzen, verknüpft sind - Sklavenhandel, Unterdrückung, brutale Vernichtungskriege.
Ein so informatives wie spannendes Buch!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Entwicklung der Agrikultur, 9. Juli 2012
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte (Gebundene Ausgabe)
Beim Lesen des Titels ist man geneigt einen anderen Buchinhalt zu erwarten. Daher empfiehlt es sich dem Untertitel mehr Glauben zu schenken. Insgesamt behandelt das Buch einen historischen Überblick über die Entwicklung der Agrikultur und deren Nebenerscheinungen. Beginnend beim Jäger und Sammler über das Sesshaftwerden bis zur neuzeitlichen High-Tech-Agrikultur mit Genmanipulation erhält der Leser einen interessanten Überblick. Obwohl vieles den Meisten bekannt ist, gibt es doch mehrere unbekannte Fakten. Interessant ist jeweils dass der Mensch im Nahrungsanbau jeweils Entwicklungsschübe kannte bei Mangelerscheinungen, so insbesondere in Kriegszeiten (z.B. Erfindung der Konservendose). Ebenfalls zeigt der Autor dass radikale politische Systeme ihre Bevölkerung zumeist in eine Ernährungs-Sackgasse manövrierten (Sowjetunion, China,...). Der gesamte Bevölkerungsanstieg des Planeten ist durch veränderte Produktionsmethoden erreicht worden, wobei insbesondere die Verwendung von produktiveren Pflanzensamen sowie Kunstdünger (seit dem 20.Jahrhundert) oder Gentechnologie (in den letzten Jahrzehnten) den Aufschwung bewirkt hat. Die negativen Folgen dieser Anbaumethoden werden ebenfalls erwähnt, wobei der Autor die zukünftige Entwicklung eher offen lässt, und nicht in den Pessimismus verschiedener anderer Kritiker verfällt.

Insgesamt ein interessantes Buch, wobei ich persönlich den ersten Teil etwas schwieriger empfand. Fliessender wurde die Lektüre erst ab Buchmitte.
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Der Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte
Der Mensch ist, was er isst: Wie unser Essen die Welt veränderte von Tom Standage (Gebundene Ausgabe - 15. Februar 2010)
EUR 19,90
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