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5.0 von 5 Sternen Radikale Ökonomiekritik auf den Schultern zweier Riesen in zweiter Auflage
Die Freiheit VON staatlichem Zwang in
Wirtschaftsdingen ist aber noch lange
keine Freiheit-ZU-etwas."

"Da die Illusion des Geldes auf einem
kollektiven Schein, auf der kolletiven
Unterordnung der Vielen unter ihn beruht,
kann dieser Bann nur durch jene gebrochen
werden, die diese Unterordnung vollziehen.
Dazu ist aber die...
Vor 11 Monaten von Rubesco veröffentlicht

versus
1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Denkformen und Waren- und Geldform
1. Brodbeck versucht, das Verhältnis von Geldform und Denkformen aufzuhellen. Dabei übersieht er die Bedeutung der Warenförmigkeit für das rationale Denken.Die Begriffe Denkform, Denkfigur, Denkinhalt gehen oft unscharf ineinander über. Die grundlegende Denkform, die sich hinter dem Begriff der abendländischen Rationalität verbirgt, wird...
Vor 3 Monaten von Ewald Großklaus veröffentlicht


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Radikale Ökonomiekritik auf den Schultern zweier Riesen in zweiter Auflage, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Herrschaft des Geldes: Geschichte und Systematik (Gebundene Ausgabe)
Die Freiheit VON staatlichem Zwang in
Wirtschaftsdingen ist aber noch lange
keine Freiheit-ZU-etwas."

"Da die Illusion des Geldes auf einem
kollektiven Schein, auf der kolletiven
Unterordnung der Vielen unter ihn beruht,
kann dieser Bann nur durch jene gebrochen
werden, die diese Unterordnung vollziehen.
Dazu ist aber die Erkenntnis dieser Verge-
sellschaftungsform vorausgesetzt, nicht der
Mechanismus einer alternativen Abstraktion,
die sie neu beherrscht - seien dies ein
Zentralplan oder rostende Banknoten."

(Karl-Heinz Brodbeck, Die Herrschaft des Geldes)

I
Wer den Publikationsweg des Würzburger Ökonomieprofessors und Kreativitätsforschers Karl-Heinz Brodbeck über die Jahre verfolgt hat, der ahnte, daß bei diesem gründlichen, ja, fast sturen Denker vor allem seine Werke "Der Zirkel des Wissens, Vom gesellschaftlichen Prozeß der Täuschung" (2002) und "Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie, Eine philosophische Kritik der modernen Wirtschaftswissenschaften" (1998 ff.) nur jeweils ein Präludium waren*). Der "Zirkel" in seinem interdisziplinären Übergreifen das Vorspiel zu einer "Generalkritik" der sog. Gesellschaftswissenschaften. Die "fragwürdigen Grundlagen", eine präzise Hinterfragung von je schon, denkgewohnheitsmäßig-unbewusst vorausgesetzt, Mit-Gedachtem und die theoretischen Urteile somit bereits vor dem ersten Wort zur Sache fatal Präformierendem zwar...

II
....aber eben (noch) nicht der Ökonomie in generale, sondern "nur" der zur kategorial völlig gedankenleeren und, in reziprokem Maße zur Gedankenwüstenei, sich hinter mechanisch-mathematischem Blendwerk versteckenden, zum nackten, impliziten Marktgehorsams-Kommando herabgekommenen Endform der Ökonomie, der sog. Neoklassik. Also jener Ökonomieform, die in der Tradition jener einst explizit als bürgerliche Kampfansage gegen das von Marx in dessen "Das Kapital" durchaus konsequent zu Ende gedachte Ricardosche Arbeitswertprinzip formulierten "subjektiven Konterrevolution" steht, aber diesem "Erbe" keinen wirklich ernsthaften Gedanken mehr hinzugefügt hat und die mittlerweile zur Lehrbuchgebetsmühle, zur konventionellen Ohn-Denkform in Sachen Ökonomie depraviert ist. Das hindert ihre fürchterliche Gedankenherrschaft mitnichten. Imperial lastet sie auf dem Hirne der heute Mächtigen, die handelnd "Sachzwänge" (für andere, und damit weltweit milliardenfaches Leiden der dem Unterworfenen) herbeiführen, auf die sie sich dann wiederum berufen und die bei diesem Geschäft zur sozial kahlschlagenden Raserei angestachelt werden von ihren mit üppiger Revenue ausgestatteten zuarbeitenden "Sachverständigen"horden, sc "Think Tanks". Diese sozial ungeheuerlichen Konsequenzen der Stichwortgeberin und Antreiberin der "Deregulierung" - welche opportunistischen Wendemanöver ihre hohen Priester auch nach 2007 ff. zeitweise vollführten; inzwischen meinen sie wieder Oberwasser zu haben - konnten die Staaten, und darüber die Gesellschaften in Zwangsverhaftung, für den kreditherbeigehebelten Aber-Billionencrash des "Markts der Märkte" ausbaden.

III
Dieses vorweggeschickt, ist das vorliegende dickleibige Werk Brodbecks, gleichsam nun eine "überfällige" Zusammenschau von Gesellschaftswissenschaften und ihrer "Spezialdisziplin" Ökonomie, mehrerlei in einem, das deutet schon der Untertitel an.

Zum einen "Systematik". Dies sogleich wiederum gedoppelt. Zum einen: für den Denker Brobeck ist sein Werk sicherlich der (vorläufige, dessen kann man allein anhand der Bemerkungen zu den schließlichen Text-Weglassungen im Vorwort gewiß sein) Abschluß eines Denkprozeßes, der vordem seit mindestens 35 Jahren um die Er-Gründung des Grunds der gesellschaftlichen Einheit der Vielen" sich entwickelt hat und der u.a. in einer gesellschaftlichen Kreativitäts- und Handlungstheorie und (aufgrund eines durchaus unglücklichen Buchtitels vielleicht auch weniger beachtet) Ansätzen zu einer "post-mechanischen" Ökonomie, diese fortgeführt zuletzt auch zu einer buddhistischen Wirtschaftsethik, jeweiligen Ausdruck fand. Denn diese Theorien waren perspektivisch auf eine "gesellschaftliche Grundstruktur" (aus-)gerichtet, der Zusammenhang und Bogen zur "heutigen Gesellschaft", und das ist eine durch und über Geld als dem "realen Gemeinwesen" (Marx) konstituierte und täglich neu vollzogene "Einheit der Vielen", war so zwar dort auch in vielem angedeutet, fehlte aber schlüssig, "systematisch" entwickelt. Sehr früh noch sollten diesen Mangel "ökonomieimmanente" Anlehnungen an neoricardianische Modellwelten schließen helfen, die Verfehltheit war jedoch schnell eingesehen. Das seitherige theoretische "Anlaufnehmen" hat nun ein Ende, die "systematische Lücke" hat Brodbeck mit seinem neuen Werk geschlossen, vor allem die Kapitel 2, 3 und 5 des oeuvre liefern, in Hinsicht auf seine "positive" Theorie, das "missing link". Zum anderen: "Systematik" nun auch im Sinne einer systematischen Erklärung dessen, worum das Werk handelt: "Die Herrschaft des Geldes." Denn hierin, so Brodbeck, ist - bis auf zwei geistesgeschichtlich schwergewichtige Ausnahmen, Riesen, auf deren Schultern sich Brodbeck ohne Koketterie stellt - die Ökonomie ganz prinzipiell gescheitert, und das nicht zufällig, sondern mit wohlbestimmbarem Grund. Die Ökonomie hat schlicht kein Wissen darüber, was Geld ist. Sie "leitet" es ab - auch in ihren kritischen Varianten - stets aus anderem, "erklärt" es so zum Epiphänomen, erkennt es nicht als "kategoriales Novum" mit seinen, ist die menschliche Gesellschaft seinem, - in Ent-Zauberung seines massenhaft vorgestellten "Wert"-Daseins als "persistierender Physis" formuliert -, "leeren Schein" unterworfen, durch und durch destruktiven Auswirkungen auf die und Verformungen der "gesellschaftlichen Grundstruktur".

Zum anderen "Geschichte". Wer eine materiale Geschichte der "Geldwirtschaft", ihrer mehrtausendjährigen Entwicklung bis zu ihrem schließlichen globalen Umgreifen erwartet, der wird sich enttäuscht sehen. Das ist aber nicht dem Autor anzulasten, sondern nur falschen Erwartungen. Brodbecks "perspektivische Prämissen" sind offen ausgesprochen und begründet dargelegt und er prätendiert nicht, ein "Chemielaborant des Weltgeistes" zu sein, statt mit einem Mikroskop zur Zellenbeobachtung und deren Teilung mit, dem im Verfahren gleichstehender, "Abstraktionskraft" bewaffnet. Brodbeck ist, wenn man unbedingt nach schiefen Etikettierungen sucht, "phänomenologischer Idealist". Gesellschaften hat er als von Denk- und Kommunikationsprozessen "programm iert" und "gesteuert" erkannt, sie konstituieren und reproduzieren sich in "kommunikativ vermitteltem Handeln", und sei es nur das permanente Kriegsgeschrei diverser heutiger, vor allem der zur einzig verbliebenen Weltmacht zusammengeballten Geld-Fundamentalisten. Es ist die "Macht der Gedanken", bewusst oder für Viele der "Vielen" gewohnheitsmäßig, mimetisch unbewußt, die das "So oder eben anders Sein" der menschlichen Lebenswelt handlungsleitend hervorbringt und reproduziert und die die gesellschaftliche "Einheit der Vielen" unter der "Herrschaft des Geldes" dem einzelnen, "der in dieser Welt ist" als institutionell zwangsweise ver-einzeltem als überwältigendes Fatum, Karma leidend er-scheinen lassen. In diesem präzisen Sinn ist gerade das Geld ganz handgreiflich eine alles überwältigende Denkform, alltäglich da-seiend als "rechnendes Denken" (Heidegger). Schreibt Brodbeck also eine "Geschichte", so schreibt er die Geschichte des Geld-Denkens wie des Nach-denkens über Geld und zeichnet darin nach, wie (abnehmend) selbst-reflexiv dieses Denken (bis zum heutigen neoklassischen Gedanken-Niedergang) seine herrschende und überwältige Macht über die Gesellschaft gewonnen hat und dies auch durchaus imperial, totalitär ausspricht. Indem Brodbeck "Geschichte" konsequent so, als in Gedanken bewusstes Sein, schreibt, schreibt er auch die Geschichte der sozialen Wirklichkeit dieses Denkens mit. Dabei redet Brodbeck (anders z.B. als ein Schumpeter, der sich nachweislich kaum je die Mühe machte, einen Autor anders zu verstehen, als es ihm als erklärtem theoretischen Weltmittelpunkt geschmäcklerisch gutdünkte) über die Jahrhunderte mit den Generationen, simuliert den Dialog. Wer etwas zur Sache zu sagen hatte, der kommt (ziemlich vollständig) zu Worte. Jedoch, das Gespräch mit den Ökonomen, es ist kein angenehmes Parlieren und kein fruchtbarer kategorialer Diskurs. Brodbecks Gesprächsfazit, das kann vorweg genommen werden, ist ent-täuschend: je mächtiger das reine Mehr des Geldes imperativisch das gesellschaftliche Kommando gibt, desto kategorial inhaltsloser, handlungsblinder, subalterner, sein Kommando nur mehr als unhinterfragte Selbstverständlichkeit aufnehmend und mit unendlich wiederholten Tautologien , gleich einer mit hängengebliebenem Tonarm abgespielten Schallplatte, platt affirmierend, auch die Gedanken der Ökonomen. Und vice versa.

IV
Dies vielleicht als kleine Einleitung, Hinführung zu einem großen theoretischen Wurf und schon einem Lebenswerk, das damit wenigstens ausschnittsweise (und hoffentlich fair) beleuchtet ist. Dieses Buch polarisiert. Es ist ein sehr "sturer" und, ob der sozialen Folgen als politisches Programm, theoretischen Fehlern der Ökonomen gegenüber nicht nachsichtiger Gegenentwurf wie ein provozierender Angriff auf eingefahrene Denkgewohnheiten in den Gesellschaftswissenschaften. Um das "konzeptionelle Layout" des Werks zu verstehen, muß man sich als Leser der Grundlagenauseinandersetzung aufmerksam stellen, die in Kapitel 1 (nur bei flüchtigem Lesen) scheinbar etwas bezugslos dem "eigentlichen Gegenstand" vorhergeht bzw. nach der Unsitte aussieht, vor allem Denken über etwas bereits eine "adäquate" Denk-Methode, wie dieses etwas, von dem man noch gar nichts weiß, zu denken sei, zu postulieren. Dem ist nicht so. Umgeht man das Kapitel 1 und sucht vielmehr nur nach passenden Stichworten und Akkomodierbarem, dann sollte man dieses Buch schlicht nicht lesen (wohl deshalb auch bietet es, abgesehen vom Umfang, kein Stichwortverzeichnis ?), man wird seine Argumente sonst nämlich nicht hinreichend verstehen**). Die provozierende These dieses "hinführenden" Kapitels ist, kurz gefaßt, daß es in den Gesellschaftswissenschaften nicht nur irgendwie "schwierig", sondern vielmehr situativ und perspektivisch völlig verfehlt ist, nach einer "Objektivität" analog den Experimentallabors der bewunderten Naturwissenschaften zu streben. Denn: der "Gegenstand" der Sozialwissenschaft ist kein "Gegen-stand", dem man sich in der kühlen unbeteiligten Ferne eines abgekapselten Beobachters vom Mond herab (oder aus einem gesellschaftlichen Autismus des Ich = Ich) nähern könnte, ohne dabei den "Gegenstand Gesellschaft" grundlegend zu verfehlen. Nur wer also diese nicht ganz einfache Einstiegshürde mit ihrer "et de te fabula narratur"-Achtsamkeitsaufforderung auch an den Leser nimmt, der wird dieses Buch schließlich mit Erkenntnisgewinn lesen können. Und zu bieten hat es davon durchaus reichlich. Für gründliche Leser: eine gute "Investition" also.

___________________________________________________________________________
*) Als Parallellektüre, die das Verständnis des denkmächtigen Werks in einigen Teilen (Theorie der Gesellschaft bzw. des sozialen Handels, Geldstruktur, Kapital- und Zinstheorie, Kritik des cartesischen Sozialingenieurs) unmittelbar ergänzend befördert, kann auch auf das Buch Erfolgsfaktor Kreativität" verwiesen werden, das K.H. Brodbeck bereits in 1996 veröffentlichte. Worin sich der Autor in der Herrschaft des Geldes" über sein damalig noch vertretenes Paradigma einer postmechanischen Ökonomie" hinausgedacht hat wird der verständige Leser unschwer ersehen: Brodbeck hat dem Prelude einer Kritik der Politischen Ökonomie von 1996 nun das ausgearbeitete Hauptstück nachgeliefert und dabei die Partitur nochmals grundlegend durchdacht und überarbeitet.

**) Das ist zurückhaltend formuliert. Zu welch grotesken und völlig gedankenlosen Kritiken" weltanschaulicher Furor fähig ist, weil er in dem Buch keine Auffirmation seiner Glaubenssätze findet, kann man in dieser Plattform nachlesen.

PS: Ja, ein dickes Buch mit komplexen Gedankengängen, ein harter Denkkanten, nicht feuilletonistisch konsumierbar. Besteht die Gefahr, den Wald vor Bäumen nicht mehr zu sehen ? Nein. Denn es gibt einen "roten Faden", der im Vorwort auch explizit gemacht wird. Es ist die radikale Kritik der (Selbst-)Täuschung des modernen Denk- und Kreativitätgefängnisses bzw. des fundamentalen Nichtwissens über die Natur des sozialen DenkHandelns im das Offene verstellenden Gemeinspruch "Es ist objektiv so und muß deshalb so sein, es geht nicht anders". Es könnte nämlich "anders gehen". Nicht aber - und das emport natürlich die sich täuschenden Täuscher - als cartesianisches social Engineering (vgl. die einleitenden Zitate zur Rezension). Was hebt also dieses Buch von den Elaboraten der Sozialingenieure verschiedenster Couleur so positiv ab ? Schlicht: das, was "Ideologiekritik" immer nur verspricht, aber, selbst vorurteilsbelastet, nie einlöst, hat man hier. Die vorurteilslose Ent-Täuschung einer auf einer funktionierenden Täuschung, dem Geldwert, beruhenden DenkHandlungsform. Und Rezepte für die Garküche der Zukunft in der Pose des "Hier ist das neue Prinzip, hier kniee nieder" werden dabei wohlweislich gerade keine verschrieben. Das wäre auch absurd: den Wahn einer falschen Denkform zu kritisieren, nur um dann selbst in ihn zu verfallen und der Herrschaft einer Abstraktion eine neue entgegenstellen zu wollen.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Denkformen und Waren- und Geldform, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Herrschaft des Geldes: Geschichte und Systematik (Gebundene Ausgabe)
1. Brodbeck versucht, das Verhältnis von Geldform und Denkformen aufzuhellen. Dabei übersieht er die Bedeutung der Warenförmigkeit für das rationale Denken.Die Begriffe Denkform, Denkfigur, Denkinhalt gehen oft unscharf ineinander über. Die grundlegende Denkform, die sich hinter dem Begriff der abendländischen Rationalität verbirgt, wird nicht analysiert, ja nicht einmal gesehen.
2. Stenggenommen gibt es für Brodbeck nur eine grundlegende Denkform: die des cartesianischen Beobachters. Der Begriff und die Kritik werden von Heidegger übernommen und bei Brodbeck inflationär überstrapaziert. Sogar Hegels wahrhaftig nicht cartesianisches Denken verfällt diesem Verdikt. Das hat nicht einmal Heidegger getan.
3. Ermüdend und das Denken lähmend wird unablässig der Grundgedanke wiederholt: Die Geldgier des cartesianisch beobachtenden Geldsubjektes zerstört als Wucher Natur und Menschen.
3. Abgelehnt wird, die Geldgier aus dem Kapitalverwertungszwang (Realisierung des Mehrwertes als Profit) zu erklären. Die Wert- und Mehrwertlehre von Marx u.a. ist für Brodbeck die Illusion eines cartesianischen Beobachters.
4. Was bedeutet abendländische Rationalität? Das bedeutet die Fähigkeit, anders als in mythologisch-personalisierendem Denken von Clan-Gesellschaften zwischen Sein und Schein, Wesen und Erscheinung alltäglich und wissenschaftlich (philosophisch) unterscheiden zu können. Solches Denken wird nicht von den vor- oder nachsokratischen Philosophen erfunden. Es kommt zum Durchbruch mit Solons Reformen (594 v.Chr.) Solon: "Ich gab der Freundschaft mehr Recht als dem Blut." Solon stellt eine auf persönlicher Bindung (letztlich Verwandtschaft: Blut) beruhende Clan-Gesellschaft um auf Waren- und Geldförmigkeit (Freundschaft). Auf dem Markt sagen die Tauschenden (die "Freunde") zueinander: Meine/deine Ware (als Gebrauchswert) ist mir wert deine/meine Ware(als Gebrauchswert). Wert, das gesellschaftliche Wesen, wird ausgedrückt in Gebrauchswert, der sinnlichen Erscheinung. Diese Unterscheidung von Wesen und Erscheinung, Sein und Schein schleift sich hinter dem Rücken der Tauschenden ein. Sie wissen es nicht, aber sie tun es. Das ist die List der Vernunft.
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Die Herrschaft des Geldes: Geschichte und Systematik
Die Herrschaft des Geldes: Geschichte und Systematik von Karl H Brodbeck (Gebundene Ausgabe - 28. September 2011)
EUR 79,90
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