Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
1
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:24,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

VINE-PRODUKTTESTERam 24. Mai 2009
Martin Kitchens Buch besticht durch seinen essayistischen, angenehm lesbaren Stil. Eigentlich entspricht es mehr einem gesprochenen Vortrag. Man spürt wie das Wissen gleichsam aus dem Autor heraussprudelt. Gelegentlich führt dies auch dazu, dass die Chronologie etwas durcheinander gerät: z.B. wird Georg Elsers Attentat auf Hitler vom 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller im Zusammenhang mit dem "Unternehmen Weserübung" (dem Überfall auf Norwegen im Mai 1940) genannt.

In vier knappen Kapiteln schildert Kitchen den Aufstieg der NSDAP in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Festigung der Macht 1933/34, die "Friedensjahre" des Regimes (1934 bis September 1939), die manch ein Verblendeter und Ewig gestriger noch als die "guten Jahre" ansehen möchte, und schließlich die Kriegsjahre und den Marsch in den Untergang.

Zentraler Aspekt des Buches ist die Frage nach dem Warum? Man kann verstehen, wie es zur Machtübernahme der Nationalsozialisten kam, aber "[d]er Horror des Holocaust bringt das historische Verständnis ... zum Schweigen; alle Versuche der Erklärung sind nichts sagend, leichthin gesagt und pietätlos" - so Kitchen. "[S]tatt ihre Tage als Schankstubenlangweiler oder Patienten psychiatrischer Anstalten zu beenden, konnten [Hitler und seine Anhänger] ihren kranken Fantasien frönen, die unermessliches Leid über die Welt brachten."

Kleinere Fehler und Ungenauigkeiten tun dem verdienstvollen Werk keinen Abbruch. So übernahm Wilhelm Frick (1930) in Thüringen nicht das Amt eines Reichsinnenministers, sondern das eines Staatsministers für Inneres und Volksbildung. Und entgegen einer oft geäußerten Vermutung war Goebbels kein Jesuitenzögling.

Einiges geht wohl auch auf eine fehlerhafte Übersetzung zurück. So sprach die 'Reichsfrauenführerin' Gertrud Scholtz-Klink nicht vom 'Holzlöffel', der eine ebenso machtvolle Waffe wie das Maschinengewehr sei, sondern sagte wörtlich: "Wenn auch unsere Waffe auf diesem Gebiet (der Volksernährung) nur der Kochlöffel ist, soll seine Durchschlagskraft nicht geringer sein als die anderer Waffen." (zit. nach Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2005, Nr. 82 / Seite 34). Das Regime versuchte, wohl eher sowohl 'Kanonen' (nicht 'Gewehre') als auch Butter herzustellen. Andererseits erläutert die Übersetzerin gelegentlich Wortspiele, die ohne Kenntnis des Englischen nicht verständlich sind (z.B. Ribbentrops englischen Spottnamen "von Brickendrop", der auf die Redewendung "to drop a brick" = "ins Fettnäpfchen treten" zurückgeht).

Martin Kitchen hat dazu beigetragen, dem Terrorregime und seinen erbärmlichen Protagonisten die Maske vom Gesicht zu reißen, aber "[d]as Entsetzen über diese Zeit wird nicht aufhören ...".
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden