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4.0 von 5 Sternen Ein Grund, wieder mal in die Bibliothek zu gehen, 1. Juli 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Beim akademischen Brauch, Gelehrten zu einem hohen Geburtstag eine Festschrift zu widmen, fragte ich mich schon früher, wer denn eigentlich der Beschenkte sei. Der Leser, weil er Aufsätze verschiedener Autoren in einem einzigen Buch findet? Die Autoren, weil auch etwas vom Ruhm des Geehrten auf sie fällt? Oder der Jubilar, weil er der Anlass von so viel intellektueller Betriebsamkeit ist? Beim Lesen der Festschrift für Karl-Dieter Opp zum 70. Geburtstag fragte ich mich aber auch erneut, wieso Festschriften nicht schöner gestaltet und nicht günstiger zu haben sind. In diesem Band finden wir nicht einmal ein Bild des Jubilars. Und auch die Würdigung seines Werkes kommt in einem formalen Gewand daher, das nicht eben Festlaune verbreitet. Na ja, werfen wir lieber einen Blick auf die Beiträge, mit denen der Sozialtheoretiker Karl-Dieter Opp geehrt werden soll.

Von den 17 Aufsätzen sind 5 in englischer Sprache verfasst, einige sind auch für Laien verständlich, andere jedoch nur für Insider. Am meisten interessierte mich, wie stark die Autoren am Glauben vom Homo oeconomicus festhalten und wo sie allenfalls den Ansatz aufnehmen, dass der Mensch primär vom Unbewussten gesteuert wird. Da man mit einer Festschrift kaum provozieren will, war ich wenig erstaunt, dass die Autoren nicht am Weltbild rütteln, das die Generation von Karl-Dieter Opp skizzierte und lehrte. Der Grundtenor bleibt der, dass der Mensch einen freien Willen hat und primär rational entscheidet. Die Neurowissenschaftler würden eher behaupten, der Mensch werde von den Emotionen gesteuert, handle aber auch rational.

Im Zeitalter digital gespeicherter und verbreiteter Informationen verlieren Festschriften den Aspekt, interessierten Kreisen den Zugang zu weit verstreuten wissenschaftlichen Aufsätzen zu ermöglichen. Dennoch haben solchen Sammelbände den Vorteil, dass man als Leser mit Theorien und Studien Bekanntschaft schliesst, auf die man sonst kaum treffen würde. Mir ging es zum Beispiel mit dem Beitrag von Sonja Haug so. "Raubkopierer als moderne Freibeuter. Interessen und Normen bei Urheberkonflikten am Beispiel von Musiktauschbörsen im Internet". Oder "Skizzen zu einer Theorie des Lebenslaufs" von Johannes und Torsten Schröder. Oder "Handelte Michael Kohlhaas rational?" Von Jürgen Friedrichs.

Mein Fazit: Müsste ich bei Bücheranschaffungen auf das Budget achten, würde ich diese Festschrift in der Bibliothek lesen. Denn die Verständlichkeit und die Ansätze der 17 Beiträge sind so unterschiedlich, dass man wohl kaum alle Seiten aufmerksam durchliest und an jedem Beitrag Freude hat. Freude hatte bestimmt der Geehrte selber, dass er im Mittelpunkt eines alten akademischen Brauches steht. Ob das Geschenk zum Bestseller wird, ist ihm bestimmt egal.
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