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4.0 von 5 Sternen Welche Rolle Design für den Unternehmenserfolg spielt
Es gibt kaum ein berühmtes Hightech-Produkt, bei dem Hartmut Esslinger nicht seine Finger im Spiel hatte: Apples Mac, Microsofts Mediaplayer, SAPs Software und Sonys Trinitron-Fernseher gehen alle auf die Rechnung seiner Gestaltungsschmiede Frog Design. Sein Buch ist eine launige Mischung aus Unternehmens- und Unternehmerbiografie, hingebungsvoller...
Veröffentlicht am 10. März 2010 von Rolf Dobelli

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starker Rückblick, schwache Zukunft - mit Widersprüchen
"Schwungrat" zeigt dem ungeübten Leser, welche Bedeutung Design für die Produktgestaltung hat. Dabei ist bei weitem nicht nur das optisch sichtbare Design gemeint, sondern auch dahinterliegende Bedienungskonzepte und die Einordnung in Produktlinien und "Firmenphilosophien" bzw. Unternehmensstrategien. Esslinger berichtet aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung,...
Veröffentlicht am 5. April 2010 von DueBoDo


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starker Rückblick, schwache Zukunft - mit Widersprüchen, 5. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwungrat: Wie Design-Strategien die Zukunft der Wirtschaft gestalten (Gebundene Ausgabe)
"Schwungrat" zeigt dem ungeübten Leser, welche Bedeutung Design für die Produktgestaltung hat. Dabei ist bei weitem nicht nur das optisch sichtbare Design gemeint, sondern auch dahinterliegende Bedienungskonzepte und die Einordnung in Produktlinien und "Firmenphilosophien" bzw. Unternehmensstrategien. Esslinger berichtet aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung, dabei kommt seine Zusammenarbeit mit vielen Firmen zur Sprache und auch Niederlagen werden dargestellt. Breiten Raum nimmt die Beratung von Apple durch frog design in Anspruch. Gelegentlich sind Anekdoten eingestreut, aber niemals anbiedernd.

Für Menschen, die mit Innovation beschäftigt sind - Innovatoren also - ist das Buch eine gute Lektüre und gibt viele Impulse. Ein Kapitel gibt auch praktische Ratschläge zum Nachmachen - auch, wenn das dann nicht mehr innovativ ist.

Zur Kritik: Durch die gesamte deutschen Übersetzung von Kirsten Arend-Wagner zieht sich die arg falsche Schreibweise des deutschen Genitivs mit Apostroph-S. Es wimmelt von Dailmer's Fabrik, Lufthansa's Beschilderung usw. Zwar werden Bücher in Wiley-VCH "sorgfältig bearbeitet", erfährt der Leser im Werk, das Lektorat hat's leider nicht bemerkt. Seltsam negierte Sätze wie "Alle waren bereit zur Unterzeichnung - alle, das heißt außer Achim [...]." (S. 78) kommen gelegentlich vor.

Esslinger selbst entwirft im Kapitel "Grüner Planet AG" eine Art nachhaltige Strategie für grünen Konsum. Als Musterbeispiel muss die Automobilindustrie herhalten, mit haarsträubenden Aussagen. So stellt er fest, dass das Hybridauto Toyota Prius ja Elektro- und Benzinmotor sowie "schmutzige" Batterien beinhaltet, im Prinzip zuviel des guten. Wenige Seiten zuvor lobt er den Chevrolet Volt als innovatives Fahrzeug - dieser zwar als Seriell- statt Parallelhybrid, letztendlich aber mit denselben Komponenten. Bei dieser Gelegenheit bekommt der dreckige "Kohlestrom" für Elektrofahrzeuge auch noch sein Fett weg (S. 142), um die Lösung aller Probleme aus dem Hut zu zaubern: Brennstoffzellenfahrzeuge. Dort gebe es nur noch wenige technologische Hürden, dann könne man mit einer Tankladung Wasserstoff 350 km weit fahren. Esslinger erwähnt mit keinem Wort, dass Wasserstoff weder auf Bäumen wächst noch aus der Erde gefördert wird, sondern erst einmal erzeugt werden muss - womöglich mit vorher verteufelten "dreckigen" Technologien. Man sucht seine technische Kompetenz in dieser "Abrechnung" mit der US-amerikanischen Automobilindustrie.

Abschließend fordert er die Konvergenz der Medien in einem einzelnen Produkt, das also Funktionen von Computer, Fernseher, Mobiltelefon in einem Gerät integriert. Esslinger schildert, wie er vor Jahren mit solch einem Anspruch in einer Tochterfirma gescheitert ist, und gerade hier fehlt dem Leser einiges an Design, da Esslinger sich gradlinig von der technischen Seite nähert. Seine Feststellung lautet, dass jedes einzelne Gerät einen Mikroprozessor enthält, dementsprechend würde ein einzelnes multifunktionales Gerät mit einem einzigen Mikroprozessor genügen. Er diskutiert noch die Frage, dass die "Arbeitshaltung" vor TV und PC verschieden ist, da bliebt er leider stehen. Verwundert ist der Leser, dass er mehrfach mitteilt, ein Apple iPhone und einen RIM Blackberry zu besitzen, obwohl er dem iPhone vorher seitenlang gehuldigt hat. So ganz scheint Apple seine Botschaft nicht umgesetzt zu haben...

"Als Designer ärgere ich mich, dass voll funktionsfähige Produkte weggeworfen werden, nur weil ihnen irgendein Update fehlt" (S. 158). Esslingers Forderung nach nachhaltigen Produkten, die nicht nur produziert, kurz benutzt und weggeworfen werden, widerspricht in der zweiten Buchhälfte leider dem positiven Nimbus von Apple, den er in der ersten Hälfte aufgebaut hat. Er erwähnt leider nicht, dass gerade Apple-Produkte mit ihrer festverbauten, nicht tauschbaren Batterie und deren Alterung nach wenigen Jahren Kurzlebigkeit hervorrufen. Welcher iPhone-Nutzer der ersten Stunde wird nach drei Jahren sein Gerät verkaufen oder gar selbst weiternutzen, wenn zum Batterietausch zeitraubendes und teures Einschicken des Gerätes an die Herstellerfirma nötig ist? Selbst eine simple Speichererweiterung ist unmöglich. Etwas hilflos wirkt Esslingers Anmerkung, dass erst der "Dow Jones Sustainability Index" Apple veranlasst hat, die Schadstoffe in der verbauten Elektronik zu reduzieren. Mit anderen Worten: die Firma mit dem vermutlich erfolgreichsten Designansatz der Welt muss sich erst durch privatwirtschaftlichen Mediendruck dazu entschließen, Quecksilber aus den Produkten zu verbannen?

Gerade im letzen Drittel des Buches schwächelt Esslinger - seine Vorstellung beispielsweise von einem "Open Source Design" sind schöne Visionen. Etwas kraftlos werden verschiedene Designprozess-Innovationen gepriesen, bei denen man merkt, dass der Autor damit nichts mehr am Hut hat - sollen doch andere das frog-Design durch demokratische Teilhabe der Netzcommunity verwässern.

Vielleicht fallen die Schwächen des Buches gerade deswegen auf, weil in der ersten Hälfte durch den Rückblick auf erfolgreiche Designprozesse ein hoher Anspruch gesetzt wird, der später durch unsachliche oder kraftlose und praxisferne Äußerungen nicht mehr gehalten wird. Der Leser wird das für ihn geeignete auswählen können und die Widersprüche spüren, auch damit ist viel erreicht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Welche Rolle Design für den Unternehmenserfolg spielt, 10. März 2010
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Schwungrat: Wie Design-Strategien die Zukunft der Wirtschaft gestalten (Gebundene Ausgabe)
Es gibt kaum ein berühmtes Hightech-Produkt, bei dem Hartmut Esslinger nicht seine Finger im Spiel hatte: Apples Mac, Microsofts Mediaplayer, SAPs Software und Sonys Trinitron-Fernseher gehen alle auf die Rechnung seiner Gestaltungsschmiede Frog Design. Sein Buch ist eine launige Mischung aus Unternehmens- und Unternehmerbiografie, hingebungsvoller Selbstbeweihräucherung und einer fast schon nostalgischen Geschichte des Produktdesigns. Im hinteren Teil mutiert das Buch zu einem handfesten Ratgeber, der Design- und Innovationsprozesse in Unternehmen beleuchtet. Schade allerdings, dass diese konkreten Tipps nicht mehr Platz einnehmen. Irritierend ist auch die Gestaltung des Buches: Die Meisterwerke eines Designgurus in staubigen Schwarz-Weiß-Abbildungen? Das ist eigentlich unverzeihlich. Dennoch: Esslinger versteht es, einen für gutes Produktdesign zu begeistern und dessen Wichtigkeit klarzumachen. getAbstract empfiehlt das Buch allen Produktmanagern, Produktdesignern und ihren Chefs.
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Schwungrat: Wie Design-Strategien die Zukunft der Wirtschaft gestalten
Schwungrat: Wie Design-Strategien die Zukunft der Wirtschaft gestalten von Hartmut Esslinger (Gebundene Ausgabe - 7. Oktober 2009)
EUR 24,90
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