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am 5. Januar 2013
Der Titel, die Gestaltung des Umschlags sowie die Kurzbeschreibung auf der Rueckseite erwecken den Eindruck, dass hier der aktuelle Stand der Forschung und der auf dieser Basis schon verfuegbaren Produkte dargestellt wird. Das Buch hat 290 Seiten und ist in ein einfuehrendes Kapitel und 70 Einzelbeitraege gegliedert. Illustriert ist es mit 15 s/w Abbildungen, die teilweise wenig groesser als eine Briefmarke sind.
Der Begriff Nanotechnologie deckt eigentlich alle Gebiete ab, in denen man durch direkte Manipulation von nur noch nanometergrossen Bausteinen Produkte mit Faehigkeiten und Eigenschaften herstellt, die mit den klassischen makroskopischen Methoden nicht herstellbar sind. Die technische Herausforderung liegt unter anderem darin, dass man fuer die Beobachtung, Manipulation und Zusammenfuegung in bestimmte Strukturen ganz neue Techniken benoetigt. Und der Miniaturisierung sind durch die Physik Grenzen gesetzt. Diese Grenzen sind in der Halbleitertechnik bereits erreicht.

Im ersten Kapitel habe ich erwartet, dass der Autor in die ganz unterschiedlichen Gebiete kurz einfuehrt, die landlaeufig mit dem Begriff Nanotechnologie verbunden werden. Stattdessen schreibt er auf 15 Seiten stenogrammhaft und ohne Struktur ueber Zellen: ihren Aufbau, Molekuele, schwache Wechselwirkungen, chemische Vorgaenge in und zwischen den Zellen, Membranproteine, Polymerase, RNA, DNA, Enzyme, Gene und Vererbung. Es wirkt wie eine Kollage von Textschnipseln. Und am Ende des Kapitels fragt man sich - was soll das und vor allem, was hat das mit dem Thema zu tun?

Um das, was jetzt in den folgenden 70 Kapiteln kommt, zu beschreiben, fehlen mir die Worte. Stattdessen zitiere ich eine Passage aus dem Kapitel "Enzym mit Achillesferse" (Seite 69):

"Divya Seth und Johannes Rudolph an der Duke University in Durham im Bundesstaat North Carolina untersuchten die MAP-Kinase-Phosphatase 3 (MKP3), also ein Enzym, das ebenso wie SdpI zur Abschaltung von MAP-Kinasen dient und einen Cystein-Rest im aktiven Zentrum enthaelt. Die Umgebung des aktiven Zentrums verschiebt die Saeurekonstante des katalytischen Cysteins der MKP3 von ihrem Normalwert (8,5) bis in den Bereich 4,7 - 6,6. Diese chemische Manipulation fordert zwar die Funktion des Cysteins in der katalysierten Reaktion, macht es aber gleichzeitig anfaellig gegenueber Oxydationsmitteln. Wasserstoffperoxid inaktiviert diese Phosphatase, indem es die Thiolgruppe des katalytischen Cysteins zu der instabilen Sulfensaeuregruppe (R-S-OH) oxydiert. Die Sulfensaeure laesst sich hinwiederum leicht weiter oxydieren, zu Sulfin- und sogar Sulfonsaeuren, was den Verlust der Thiolgruppe in den meisten Faellen irreversibel machen wuerde. Im Falle der MAP-Kinase-Phosphatase 3 kommen andere Cysteingruppen zuhilfe und verwandeln die Sulfensaeure in eine Disulfidbruecke, wie Seth und Rudolph berichten. Im verbrueckten Zustand ist MKP3 (im Gegensatz zu SdpI) zwar immer noch inaktiv, doch ist dieser Zustand stabil gegenueber Oxydationsmitteln und kann mit milden biologischen Reduktionsmitteln wie Dithiothreitol (DTT) leicht wieder in den katalytisch aktiven Zustand zurueckverwandelt werden."

Die Unverstaendlichkeit dieses Textbeispiels ist nur Durchschnitt!!! Das Buch besteht ausnahmslos aus solchen nur ratlos machenden Fragmenten! Viele sind noch viel schlimmer, mit diesem Editor aber nicht darstellbar. Wie der Autor das Buch wohl gemacht hat: Er hat aus Zeitschriften wie "nature" Fachartikel der Molekularbiologie schlicht eingedampft und fertig war ein Kapitel. Das erklaert auch das Fehlen jeglichen Zusammenhangs zwischen den Kapiteln.
Zwei Kapitel hat der Autor aber wohl doch selbst verfasst - das erste Kapitel (Gruesse aus dem Nanokosmos) und das letzte (Nano wird normal). Gerade dieses letzte Kapitel entlarvt, dass der Autor vom Thema des Buches ueberhaupt keine Ahnung hat. Das ist wirklich hilfloses Geschwafel - ohne irgendeine Information!!
Symptomatisch sind auch die (wenigen) Bilder: ohne Inhalt, ohne Sinn.

Das Buch ist skurril! Wie kann ein Verlag (Gibt es dort Lektoren?) sowas veroeffentlichen? Fuer dieses Buch will ich vom Verlag mein Geld zurueck. Ich fuehle mich - auch durch die aeussere Aufmachung - bewusst getaeuscht. Eine Buchhandlung hat da keine Chance.

Unglaublich? Masslos uebertrieben? Mein Rat an Zweifler: Buch nehmen, irgendein (!) Kapitel aufschlagen (die sind nur 2-4 Seiten lang) und versuchen, es zu lesen! Seien Sie gespannt, wie weit Sie kommen.
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