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5.0 von 5 Sternen Eine sehr profunde und leider viel zu kurze Einführung in den Talmud, 20. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Regen und Auferstehung. Talmud und Naturwissenschaft im Dialog mit der Welt (Gebundene Ausgabe)
Cohen ist Direktor des Instituts für Immunologie am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel; die Immunologie stellt neben der Pathologie und Molekulargenetik eines der großen Grundlagenfächer der Medizin dar - und ganz offensichtlich auch eine besonders geeignete Voraussetzung, um sich mit dem Talmud auseinanderzusetzen, der aus zwei Teilen besteht, der älteren Mischna und der jüngeren Gemara, und er liegt in zwei Ausgaben vor, dem Babylonischen (Talmud Bavli) und dem Jerusalemer Talmud (Talmud Jeruschalmi). Der Talmud enthält selbst keine Gesetzestexte, sondern zeigt auf, wie die Gesetzestexte und Vorgaben der Tora im Alltag von den Rabbinen verstanden und zumeist äußerst pragmatisch ausgelegt wurden. Der Autor sieht den Talmud, ähnlich wie Fanja Oz - Salzberger (Juden und Worte) als komplexes Textexperiment, zu dessen Zugang man zunächst eher analytisches - literarisches als religiöses Interesse haben sollte.

Cohen fragt: was bringt der Talmud zum Ausdruck, was sind die Ebenen seiner jüdischen Textgestalt, wie kann der der Talmud verstanden werden, welche Rolle spielt die vieldeutige hebräische Sprache, die ein anderes Zeit - und mitunter auch Sinnverständnis hat, die hebräische Grammatik (und der Wortschatz des Tanakh ohnehin) ist im Vergleich zum Englischen primitiv, läßt aber um so mehr Spielraum für Interpretationen, weil die meisten Worte nur im Zusammenhang verstanden werden können. Anders als griechische Texte ist der Talmud eher ein Buch, das erzählt und gehört werden muß. Cohen erklärt sehr genau die Bedeutung von Person, Ort und Zeit, der Zusammenhang zwischen Ort und Zeit und die wissenschaftstheoretische Bedeutung der Talmudtexte mittels beispielhaft ausgewählter Traktate: zunächst stellt er den Inhalt vor und erläutert dann, warum dieses oder jenes Problem für einen Juden und letztendlich für eine menschliche Gesellschft bedeutend oder wenigstens diskussionwürdig ist.

Cohens Verfahren ist sehr profund, sehr unterhaltsam, und es ist tatsächlich ein Jammer, das sein Buch nicht um ein vielfaches mehr geschriebene Seiten hat.

Die Auseinandersetzung mit dem Talmud macht die Einzigartigkeit der jüdischen Lehre deutlich: die Verschiedenheit, die Individualität der Menschen, ihr stetiges Lernen und Streben nach Weisheit preisen die Ehre Gottes, nicht Demut, Unterwerfung und Gleichschaltung . . . . "Deshalb muß auch jeder einzelne sagen: um meinetwillen wurde die Welt erschaffen."
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Regen und Auferstehung. Talmud und Naturwissenschaft im Dialog mit der Welt
Regen und Auferstehung. Talmud und Naturwissenschaft im Dialog mit der Welt von Irun R. Cohen (Gebundene Ausgabe - 1. Juli 2005)
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