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am 25. Dezember 2008
Im siebten Brief schrieb Platon: "Es wird also die Menschheit [...] nicht eher von ihren Leiden erlöst werden, bis [...] die Inhaber der Regierungsgewalt in den Staaten infolge einer göttlichen Fügung sich zur ernstlichen Beschäftigung mit der echten Philosophie entschließen."

Marc Aurel (121-180) war römischer Kaiser und Philosoph. Seine philosophischen Betrachtungen sind hergeleitet aus den Ideen der Stoa (ca. 300 v.Chr.), diese dann - von Seneca und Epiktet beeinflusst - prägten sein Gedankengut im Sinne Platons Dualismus von Herrscher und Philosoph in einem zu sein.

Aurels Selbstbetrachtungen umfassen 12 Bücher, darin Briefe, Aphorismen und eben insbesondere seine Weise der stoischen Weltauffassung. Gleich seinen Vorgängern und auch den Epikureeren ist seine Botschaft, angstfrei sich dem Schicksal des Todes hinzugeben. Wie der spätere Spinoza verkündet bereits Marc Aurel die Allnatur, die Einheit von Gott und Welt und für die persönliche Reife empfiehlt er Selbstachtung als Grundlage der Achtung und dem Respekt gegenüber anderen Menschen. Seine Selbstbetrachtungen nehmen den Gedanken der Sorge um sich selbst auf, als Hauptmotiv dieses in mehreren Sequenzen wiederholend, so als wenn erst die Wiederholung die Ernsthaftigkeit des Gedankens bewirkt und zur Tat bringt. Für ihn sind ganz der Stoa entsprechend Prunk, Beliebigkeit und Gleichgültigkeit unpassend. Gleiches gilt für Laster aller Art. MA ist der Botschafter der Selbstgestaltung, der gereifte Redner für das innere und persönliche Glück. Nicht unglücklich sein gegenüber dem Fehlenden, glücklich sein gegenüber den eigenen Fähigkeiten ist seine Maxime. Das Irdische als vergänglich ansehen, hebt jede Bewertung einer Sache ins realistische. Sich selbst ernst und wahr nehmen in der vergänglichen Zeit ist seine Ich-Botschaft, sein Mantra für ein erfülltes Leben, der Grundstein praktischer Philosophie.
So schliesst Marc Aurel im 12. Buch: "...bist Du darauf bedacht, nur die Zeit, die Du lebst, das heißt die Gegenwart, ganz zu durchleben, so wird es Dir möglich sein, den Rest Deiner Tage bis zum Tode ruhig, edel und dem Genius in Dir hold hinzubringen." Ob der einfachen und klaren Lebensweisheit ein sinnvoller Stups für den Alltag. Lesenswert.
Auch wenn Platons Wunsch in Erfüllung ging, blieb doch diese Kombination, Herrscher und Philosoph in einem, mit Marc Aurel einzig.

Nicht einzig ist die Wiederkehr des Jahreswechsels. Eine heilige Zeit von Weihnachten bis zum 6. Januar (Epiphanie) , eine Zeit, die in ihrem Wesen reversibel ist, eine Reaktualisierung einer mythischen Vergangenheit. Ein stirb und werde. Das alte Jahr geht, das neue kommt und mit ihm die neue starke, frische und reine Welt, wie Mircea Eliade schrieb. Die Selbstbetrachtungen Marc Aurels sind deshalb vielleicht so zu sehen, wie ein Brief an sich, wie eine an sich selbst gerichtete Botschaft, von der Revision des Alten in die optimistische Sicht der Existenz des Neuen einzutreten, in eine uneingeschränkte Bejahung des Seins, in eine erneute Geburt wie der Neujahrstag eine rituelle Rezitation des Weltschöpfungsmythos erstrebt.
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Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2009.
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