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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen East Texas Blues
Im heißen Sommer von 1958 ändert sich das Leben des 13jährigen Stan Mitchel. Der Junge, der bis vor kurzem sogar noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat, zieht mit seinen Eltern in eine größere Stadt und während sein Vater das Autokino betreibt, lernt Stan etwas über die dunklen und mörderischen Triebe der Menschen. Unweit ihres...
Vor 10 Monaten von progue veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Sommer seines Lebens
Stanley wird diesen Sommer überleben, das nimmt er selbst schon vorweg. Er berichtet dem interessierten Leser von den Geschehnissen jenes Sommers im Jahre 1958, als er ein mysteriöses Kästchen mit Briefen am Waldrand fand und von dem, was er mit der sich anschließenden Recherche heraufbeschwor. Eine typische amerikanische Kleinstadt vor idyllischer...
Vor 8 Monaten von A. N. veröffentlicht


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen East Texas Blues, 24. Februar 2014
Von 
progue - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Im heißen Sommer von 1958 ändert sich das Leben des 13jährigen Stan Mitchel. Der Junge, der bis vor kurzem sogar noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat, zieht mit seinen Eltern in eine größere Stadt und während sein Vater das Autokino betreibt, lernt Stan etwas über die dunklen und mörderischen Triebe der Menschen. Unweit ihres Hauses findet er eines Tages eine Kiste mit alten Briefen - nicht weiter interessant, glaubt er, bis er erfährt, dass die Schreiberin der Briefe vor 20 Jahren starb. Und nicht nur sie, zur selben Zeit wurde auch die Tochter des reichsten Mann der Stadt umgebracht. Stan findet das sehr aufregend und beschließt herauszufinden, wer der Mörder der beiden Mädchen ist. Er wird dabei von dem schwarzen Filmvorführer Buster unterstützt, einem alten Mann über 70, aus dessen Erzählungen und Lebensweisheiten man auf erschreckende Weise etwas über den Rassismus und die Unterdrückung der "N*i*g*g*e*r" erfährt. Dabei ist Buster selbst kein Kind von Traurigkeit, kein väterlicher oder gar weiser Mentor, er strotzt vor Fehlern wie jeder andere Mensch. Er ist ein Trinker, er hat Stimmungen, die von himmelhochjauzend zu zu Tode betrübt gehen, er ist nicht der Onkel Tom aus der berühmten Hütte, der die andere Wange hinhält, schlägt man ihn auf die eine. Seine Menschlichkeit führt Stan vor Augen, dass die Farbigen, die kaum als Menschen wahrgenommen werden, eben doch das sind: Menschen.

Diese beiden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, machen sich daran, das Rätsel der beiden toten Mädchen zu lösen. Anhand von Zeitungsberichten und alten Polizeiakten kommen sie dem oder den Tätern Schritt für Schritt näher und Stan gerät dabei mehr als einmal sogar in tödliche Gefahr.

Was für ein Ritt, verpackt in die manchmal naive Darstellung eines jungen Burschen. Stan ist unbedarft, höflich, nicht immer sehr schlau oder mutig, aber jemand, der das Herz am rechten Fleck hat, den man sofort sympathisch findet, und er hat das Glück, in einer unglaublichen Familie aufzuwachsen. Seine Mutter ist eine phantastische Frau, für die Frauen und Farbige die gleichen Rechte haben sollten wie weiße Männer, und die ihre Meinung auch vertritt. Sein Vater - aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen - hat etwas aus sich gemacht und sich mit dem Kino einen Traum erfüllt. Er liebt Stans Mutter und obwohl er nicht immer ihre Meinungen nachvollziehen kann, steht er auf ganzer Linie hinter ihr. Er hasst Leute, die glauben, aufgrund ihres Reichtums und ihrer Macht andere Leute schikanieren zu können, und er lässt sich nichts gefallen. Greift jemand seine Familie an, greift er auch mal zu rabiaten Mitteln und verprügelt denjenigen. Er ist wie ein Stier, der alles auf die Hörner nimmt und gleichzeitig menschlich, was sich immer wieder in seinem Umgang mit dem farbigen Personal äußert. Und dann ist da noch Stans Schwester Callie, welche die Vorteile von weiblicher List für sich entdeckt hat.

Im Gegensatz zu dieser Familie stehen fast alle anderen Personen in diesem Buch. Da gibt es den durchgedrehten Ex der farbigen Köchin, der auch mal zu einem Messer greift, den gewalttätigen Vater von Stans Freund Richard, die Stilwinds, die reichste Familie in der Stadt, die alle Ungerechtigkeiten mit ihrem Geld schmieren. Lansdale ist ein begnadeter Erzähler; es spielt eigentlich keine Rolle, ob Stan und Buster die Morde lösen können, denn was uns der Autor hier präsentiert, ist nicht mehr oder weniger als eine sehr gut recherchierte Lebensstudie aus den späten 50igern. Lansdale holt uns ab und nimmt uns mit in diesen heißen texanischen Sommer, damit wir ihn riechen, schmecken, hören, sehen und erleben können. Klare Leseempfehlung.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Lansdale-Kost!, 26. März 2012
Von 
Peter Wacker "Piwi" (Schriesheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
"Ein kleiner dunkler Riss" ist wieder eine typische Lansdale-Geschichte über das Erwachsenwerden in Texas und ähnelt in ihrer Erzählform den Romanen "Der Teufelskeiler" und "Die Wälder am Fluss". Allerdings spielt die Geschichte nicht in den 30er Jahren, sondern 1958 im texanischen Kaff Dewmont. Dort lebt der 13jährige Stanley Mitchel, der zu Beginn des Romans nicht überwinden kann, dass er den Glauben an den Weihnachtsmann verloren hat (einfach herrlich, diese paar wenigen Seiten darüber) und am Ende des Buches seine kindliche Naivität gänzlich verloren hat. Allerdings ist "Ein kleiner dunkler Riss" kein Initiationsbuch, sondern ein handfester Krimi, aber zur Handlung selbst soll Stanley zu Wort kommen, der einen Spaziergang mit seiner Schwester Callie und ihrem Freund Drew beschreibt: "Eine Zeit lang wehte ein kühler Wind, und wir gingen spazieren und unterhielten uns. Niemand sprach über Mord oder Huren oder Mädchen, die Mädchen mochten, oder über enthauptete Leichen an Bahngleisen."(S.187-188)- Also, wieder einmal ein typischer Landsdale-Krimi-Cocktail, den der Leser genüsslich schlürfen kann. Einige Passagen sind sehr lustig, vor allem, wenn Lansdale den Rockabilly Chester beschreibt, der vergeblich die hübsche Callie anhimmelt. Andere Passagen sind bestürzend, vor allem dann, wenn Lansdale das Leben der Farbigen und den alltäglichen Rassismus der 50er Jahre schildert, insgesamt muss jedoch gesagt werden: das Buch ist super spannend und will einfach gelesen werden!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wieder einmal ganz stark, 25. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Eine wunderbare Geschichte, wie fast alles von Lansdale.
Erinnert thematisch sehr an 'Die Wälder am Fluss'. Auch in 'Ein feiner dunkler Riss' erzählt ein Heranwachsender eine für seine Entwicklung entscheidende Zeit, bei der der Auslöser - der Fund einer mit Liebesbriefen und Tagebuchaufzeichnungen gefüllten Kiste - direkt in einen Kriminalfall führt, dessen Auflösung dem Helden haufenweise spannende Abenteuer bringt. Mit dabei eine Reihe liebenswerter Freunde, die alle so ihre Macken haben.

Am Ende geht nicht alles gut aus und wird auch nicht jede Frage beantwortet, und das fühlt sich richtig an, denn das Leben ist eben nicht so, dass immer nur das Gute siegt und die Lösung sich hübsch rational ergäbe.

Spannend ist dies allemal, und mehr als das. Lansdale gibt eine Idee wie das Leben sein kann, wenn Menschen füreinander einstehen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend - wie immer!, 4. Mai 2012
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Bei der Lektüre des Buches habe ich mich wiederholt an den Film "Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers" erinnert gefühlt, zu dem Stephen King die literarische Vorlage geliefert hat, denn die Ausgangssituation ist ähnlich.

Joe R. Lansdale beschreibt aus der Sicht des dreizehnjährigen Stanley Mitchell dessen Erlebnisse des Sommers im Jahre 1958, in dem sich sein Protagonist an der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. Für ihn wird es eine erlebnisreiche Zeit sein, in der er zum einen seine naive Sicht auf die Welt verliert und zum anderen in mysteriöse Ereignisse verwickelt wird.

Lansdale kann schreiben, und er schafft es mit wenigen Sätzen, dass man bereits nach einigen Seiten das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Handlungsort ist das texanische Kleinstädtchen Dewmont am Ende der fünfziger Jahre. Allerdings ist auch dort die Welt nicht heil, und Stanley wird in seinem näheren Umfeld mit häuslicher Gewalt, Alkoholmissbrauch und dem alltäglichen Rassismus konfrontiert. Und dann findet er auch noch bei einem seiner Streifzüge dieses Kästchen mit den Liebesbriefen, woraufhin eine spannende Geschichte ihren Lauf nimmt und die eigentliche Krimihandlung einsetzt.

Liebenswerte Charaktere, dunkle Geheimnisse, eine interessante Zeitreise und sehr spannend erzählte Geschichte - meiner Meinung nach hat der Autor alles richtig gemacht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kriminalroman, der in den USA des Jahres 1958 spielt, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ins Amerika des Jahres 1958 führt Joe R. Lansdales Roman “Ein feiner dunkler Riss” seine Leser. Der 13-jährige Stanley Mitchel Junior ist mit seinen Eltern nach Dewmont gezogen, wo die Familie fortan ein Autokino betreibt. Da die Hauswand als Leinwand dient, ist das Innere der Kinoleinwand Stanleys Zuhause. Stanleys Vater ist der typische Amerikaner, der den amerikanischen Traum verkörpert: bodenständig, und in der Lage, aus seinem Leben etwas zu machen.

Doch als Stanley in einer verfallenen Villa einen Behälter mit alten Liebesbriefen von M und J findet, kommt auf die typische amerikanische Kleinfamilie bald einiges zu. Denn Stanley wird mit Hilfe des schwarzen Filmvorführers Buster zum Detektiv, der zwei vor langer Zeit in ein und derselben Nacht begangene Morde aufklären will. Und das findet nicht jeder gut.

Der damals vorherrschenden Rassendiskriminierung gibt Lansdale einigen Raum, indem er die Protagonisten beispielsweise darüber diskutieren lässt, wie man Schwarze bezeichnen darf. Und im Umgang der Familie mit Schwarzen wird schon deutlich, dass die Zeiten der Diskriminierung bald vorbei sein dürften. Auch die Sprache der 50er Jahre tritt immer wieder auf, wenn Stanleys Freund Richard etwa als “prima Lausebengel” bezeichnet wird.

Erzählt wird die Handlung (rückblickend) aus Stanleys Perspektive. Als Gegenpol zur intakten Familie Stanleys dient sein Freund Richard, dessen Vater ihn regelmäßig verprügelt. So sind in dem Roman die Lebenswelten der amerikanischen Mittel- und Unterklasse der 1950er Jahre präsent.

Und auch die Spannung kommt nicht zu kurz: auf den letzten 50 Seiten erfolgt der erlösende Showdown – auch wenn nicht alle Fragen beantwortet werden.
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5.0 von 5 Sternen Ein feiner dunkler Riss, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ausgerechnet Dewmont! In diesem verschlafenen Kaff in East Texas, im Sommer 1958, übernimmt der Vater der 16 jährigen Callie und des 13 jährigen Stan ein Autokino. Umkreisen Callie schon nach kurzer Zeit die Jungs, wie Satelliten, findet Stan so gar keinen Anschluss an die Kinder, ihm graut schon richtig vor dem Schulanfang. Außer in Richard, ein Junge der mehr oder weniger vor seinem gewalttätigen Vater flüchtet, hat er einen Freund und natürlich steht ihm sein treuer Hund Nub zur Seite.
Es ist ein sehr heißer, schwüler Sommer und mit ihm kommt das Ende der Kindheit, Stück für Stück. Erst muss Stan verkraften, das weder Weihnachtsmann noch Osterhasen je existiert haben, dann wird er auch noch, für seine Begriffe recht rüde, „aufgeklärt“, aber das ist erst der Anfang von diesen schicksalhaften Sommerferien. Zum Glück hat er etwas Ablenkung, durch die Entdeckung einer Schatulle, in einem verfallenem Haus, das auf dem Grundstück des Autokinos steht. Die daraus folgernde Geister- und Gruselgeschichte, über zwei junge Mädchen die in Newmont vor einigen Jahren , recht grausig, den Tod fanden, versprechen eine gehörige Portion Nervenkitzel. Seine Neugier teilt er mit dem Schwarzen Buster, früher Sheriff in einem Indianerreservat, heute Filmvorführer bei Stans Vater. Beide spielen Sherlock Holmes, und kommen dem Mörder dabei sehr nahe.

Joe R. Landsdale beschreibt eindrücklich die Szenerie einer texanischen Kleinstadt, geprägt von Rassendiskriminierung den Schwarzen gegenüber, von gewaltbereiten Männern, egal welcher Ethnie sie angehören, und von einem Hauch Aufbruchsstimmung, einer kleinen Ahnung vom Umdenken der weißen Bevölkerung und von der Bürgerrechtsbewegung, die erst ein paar Jahre später Verbote von Rassendiskriminierungen durchsetzen wird. Er erzählt seine Geschichte mitreißend, ohne erhobenen Zeigefinger aber auch ohne zu beschönigen.
Es ist erfrischend wie er den Jungen Stan „erwachsen“ werden lässt, seine Empörung ob der Ungeheuerlichkeiten, die das Erwachsenenleben so mit sich bringt, alles Veränderungen, gegen die er sich sträubt, die er am besten nicht näher hinterfragt. Bei einer älteren Schwester, die zudem auch noch viel reifer als er selber ist, gar nicht so einfach. Ein Portrait, über das man schmunzelt und sich an die eigene Kindheit erinnert, und den damit verbundenen Schwierigkeiten in der Welt der Erwachsenen.
Joe R. Landsdale zählt für mich zu den interessantesten Autoren. Seine Geschichten sind nie laut, oder übertrieben, sie sind eher leise und nachhaltig, dabei aber unverkennbar. Sollte man sich aber jetzt dem Glauben befinden, gar keinen Krimi in den Händen zu halten, so täuscht man sich gewaltig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwachsenwerden in der amerikanischen Provinz, 4. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Kindle Edition)
"Ein feiner dunkler Riss" von Joe R. Lansdale spielt in der Vergangenheit in Dewmont im Bundesstaat Texas. Es ist das Jahr 1958, und erzählt wird die Geschichte von dem 13jährigen Stanley Mitchel junior. Hier ist die Familie vor kurzem hingezogen, nachdem sein Vater genug davon hatte, als Automechaniker in dem Kaff "No Enterprise" zu arbeiten. Er kauft das Dew Drop Drive-in, ein Autokino mit Imbiss, das nicht weit von einer stinkvornehmen Wohngegend liegt. Stanleys Vater beschäftigt zwei Farbige. Buster Abbot Lighthorse Smith, der schon für den Vorbesitzer gearbeitet hat, bedient den Filmprojektor, und Rosy Mae Bell hilft im Haushalt. Stanley freundet sich mit Richard Chapman an, den er einen prima Lausebengel nennt. Im Gegensatz zu Stanleys Leben ist Richards von Gewalt und harter Arbeit geprägt. Wenn sein Vater ihn mit dem Streichriemen oder seinem Gürtel schlägt, stellt er sich vor, er wäre Tarzan und würde von Eingeborenen gefoltert (S. 19). Eines Tages spielt Stanley mit seinem Hund Nub in der Nähe des Waldes und findet eine kleine Kiste mit Liebensbriefen und Tagebucheinträgen, die er mit nach Hause nimmt und später unter seinem Bett versteckt. Nachdem er seiner drei Jahre älteren Schwester Caldonia von dem Fund erzählt hat, entdecken beide die Reste einer riesigen Villa, die einem Brand zum Opfer gefallen ist. Rosy Mae erzählt Stanley, dass das Haus damals den Stilwinds gehörte. Als es 1944 abbrannte, starb auch Jewel Ellen, die jüngste Tochter der Stilwinds, und in der gleichen Nacht wurde die 15jährige Margret Wood vergewaltigt und kopflos auf den Bahngleisen gefunden. Seitdem spukte ihr Geist in der Gegend umher. Diese alte Geschichte fasziniert Stanley und er beginnt, Detektiv zu spielen. Der farbige Buster Smith, der früher Sheriff bei den Seminolen, einem kleinen Volk aus fünf Indianerstämmen war, hilft ihm bei der Jagd nach dem Mörder.

Joe R. Lansdales Roman liest sich gut. Der Autor zeichnet die Entwicklung des 13jährigen Stanley nach und liefert ein Porträt einer vergangenen Epoche. Die Mitchels sind eine Ausnahme in der damaligen Zeit, denn sie praktizieren nicht den allgegenwärtigen Rassismus und helfen Menschen, zum Beispiel ihrer Haushaltshilfe Rosy Mae. "Ein feiner dunkler Riss" ist nicht nur Entwicklungsroman, sondern auch eine Mischung aus Abenteuergeschichte und Krimi. Er enthält ausgesprochen düstere Elemente, wie man das von anderen Romanen des Autors, zum Beispiel "Dunkle Gewässer", schon kennt. Ich finde Lansdales Roman sehr empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein spannender Sommer..., 28. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die Geschichte:
Stanley Mitchel junior ist der Ich-Erzähler dieser Story, er berichtet uns als Endfünfziger von einem sehr ereignisreichen vergangenen Sommer. Damals war Stan erst 13 Jahre alt und noch sehr naiv: erst kürzlich wurde sein unerschütterlicher Glaube an den Weihnachtsmann zerstört. Doch dieser heiße Sommer im Jahr 1958 sollte noch für mehr Veränderungen im beschaulichen Leben von Stan sorgen. Ein Metallkasten, den er im Wald findet, weckt seine Neugier und rückblickend ist Stan der Ansicht, dass er mit diesem Fund vielleicht einen feinen dunklen Riss zwischen seiner heilen Welt und der grausamen Welt von Verbrechen und Tod geschaffen hat. Denn ab jenem Zeitpunkt wird er mit so viel erschreckender Realität konfrontiert, dass es manchmal nur schwer zu ertragen ist für den Jugendlichen.
In dem Kästchen findet Stan Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, die er bald mit einem sehr mysteriösen Doppelmord in Verbindung bringen kann. Im Wald hinter dem Autokino, das Stans Vater betreibt, stand früher einmal eine große Villa, deren verkohlte Überreste noch zwischen den Bäumen stehen. Hier kam vor vielen Jahren ein Mädchen in den Flammen ums Leben und in der gleichen Nacht starb deren Freundin unter ungeklärten Umständen auf einem Bahngleis – ihr Kopf wurde niemals gefunden.
Stan wühlt immer tiefer in der Geschichte und gerät bald selbst in tödliche Gefahr...

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Joe R. Lansdale hat mich sofort überzeugt. Man lauscht einem Erzähler, der es einfach versteht, seine Zuhörer zu fesseln und prima zu unterhalten. Die Ausdrucksweise ist geprägt von unterschwelligem Humor und trotzdem kommt die Spannung im Lauf der Geschichte niemals zu kurz.
Die Protagonisten wirken lebendig, sympathisch, manchmal widersprüchlich, wie es echte Menschen nun einmal sind. Man fühlt mit ihnen, man gehört schon bald irgendwie dazu und ist Teil der Familie Mitchel, die meist einen sehr freundlichen Umgang miteinander pflegt.
In der Zeit, in der die Story angesiedelt ist, ist Texas noch geprägt vom Rassendenken, es gibt viel Gewalt in manchen Familien und auch anderswo, religiös verblendete Fanatiker machen ihren Mitmenschen das Leben schwer. Mit all diesen Dingen wird der junge Stan konfrontiert und die manchmal erschreckende Realität, die er so nach und nach erkennen muss, lässt ihn reifer werden. Diesen Prozess kann man als Leser gut nachvollziehen.
Es geht in diesem Buch natürlich hauptsächlich um die Aufklärung der beiden Morde, aber ein großer Teil der Geschichte ist einfach dem Leben von Stan gewidmet: seiner Freundschaft zu ihrem schwarzen Dienstmädchen Rosy Mae und natürlich seinem Kumpel Richard, dessen Vater ihn regelmäßig schwer misshandelt.
Liebe, Mitgefühl, Freundschaft und die Bereitschaft, sich über die gesellschaftlich üblichen Verhaltensweisen hinwegzusetzen, prägen diese Erzählung ebenso wie Gewalt, Mord, Vertuschung, Lügen und Wahnsinn. Eine unglaublich vielschichtige Story, die fesselt und bestens unterhält.
Ganz besonders gefallen hat mir auch das Ende, obwohl es mich fast zu Tränen rührte: Stan erzählt auf den letzten Seiten, was aus den wichtigsten Personen im Buch geworden ist. Dabei muss er natürlich von vielen Toten berichten, denn Stan ist ja inzwischen auch schon Ende Fünfzig.

Fazit:
Ein sehr vielschichtiger Roman, der gleichermaßen humorvoll, wie auch spannend erzählt wird und von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Eine absolute Leseempfehlung!
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5.0 von 5 Sternen Wie der Glauben an den Weihnachtsmann verloren ging..., 8. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Wie schnell ist die Grenze zwischen kindlicher Sicht zu ausgewachsenem Denken überschritten? Ein 13-jähriger Junge in den Jahren um 1958 sollte sich mit nicht so großen Dingen wie die Erwachsenen beschäftigen, er sollte noch an den Weihnachtsmann glauben und an den Osterhasen, so wie es Stanley, der Protagonist in Lansdales Buch, es bis vor kurzem tat...

Stanley wohnt mit seiner Familie in Texas, in einem Kaff namens Dewmont. Sie betreiben ein Autokino und er fühlt sich eigentlich wohl dort. Er hatte auch noch an den Weihnachtsmann geglaubt, wie sollte ein 13jähriger auch anders? Doch es ändert sich alles schlagartig, er ist auf einmal über alles aufgeklärt und fängt zudem auch noch an, in einem längst vergessenen Mordfall zu ermitteln.

Es ist erstaunlich, wie gut der Autor den Leser in die Geschichte einführt. Man sieht hier hauptsächlich alles aus Sicht des 13jährigen Stanley. Er erkundet die Welt und was er so alles findet, findet auch den Weg in das Gedächtnis des Lesers. Eigentlich sollte er noch spielen und sich nicht über Mordfälle Gedanken machen, wie das Spiel aber so will, ist er schneller darin verzwickt als gedacht.

Stanley ist ein sympathischer Junge, nicht ganz helle, aber mit Sicherheit auch nicht auf den Kopf gefallen. Eigentlich ist er ein typischer 13jähriger Jugendlicher in den 60er Jahren. Doch schnell wird er aufgeklärt und erfährt mehr und mehr über die Schattenseiten der Welt. Zu der Zeit gab es auch noch diese Rassendiskriminierungen gegen die Schwarzen – Stanley eignet sich das gar nicht an, das ist ein Riesen Pluspunkt für unseren Protagonisten.

Der Leser begleitet ihn durch das Rätsel des Mordfalls, welcher sich vor vielen, vielen Jahren ereignet hat. Eine Gänsehaut beschleicht einen des Öfteren, da auch hier die Rede von Geistern ist. Der Autor hat das geschickt eingefädelt, so dass man sich oft fragt, wann der Geist wohl auftauchen mag. Es ist eine Geschichte über einen Jungen, der erwachsen wird – der zu früh und zu schnell sieht, wie die Welt wirklich ist und was großer Reichtum und Macht für Schaden anrichten können. Wissbegierig wie er ist, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und trifft öfters auf Widerstand, was ihm gleich die Augen öffnet. Es sind einige Szenen vorhanden, die selbst den Leser innerlich aufwühlen.

Gut geschrieben und mit vielen gut gewählten Dialogen führt uns Lansdale durch das Texas 1958. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, aber auch eine Aufklärung wie es mit Macht, Geld und Ansehen funktioniert. Und doch sind alle Menschen gleich in ihrem Inneren, nur scheint das nicht jeder so zu sehen. Tiere sind manchmal doch die besseren Menschen.

Wie sich das Ende dann auflöst, passt hervorragend – und es war nicht vorhersehbar. Der Aha-Effekt stellt sich ein und man ist überrascht, wenn man es sich aber nochmals genau durch den Kopf gehen lässt, dann doch wieder nicht.

Ein Meisterwerk aus der Feder des Autors, wie man ihn nicht anders kennt. Was anfangs als normale Geschichte daherkommt, entpuppt sich als handfester Krimi, welchen einen dazu verleitet, die Nacht durchzulesen. Wer gerne viele Dialoge liest und mit den Charakteren Rätsel entschlüsselt, gespickt mit etwas Spannung – der ist mit diesem Buch für die kurze Zeitspanne bis zur letzten Seite bestens bedient!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die heile Welt ala Huckleberry Finn hat einen feinen Riss, 29. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Als typischen Krimi würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, allerdings, einen großartiger Roman übers Erwachsenwerden geschrieben, unnachahmlich schön und ruhig erzählt, so dass das Lesen eine Wahre Freude ist. Eine Geschichte, die einen gefangen nimmt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Und was für ein Schluss. So ruhig die Story sich entwickelt, so spannend wird sie gegen Ende. Denn das Schicksal ist noch nicht fertig mit Stan und nicht immer gewinnen die Guten. In, Ein feiner dunkler Riss, lässt Joe Richard Harold Lansdale die Welt seiner Kindheit auferstehen. Das ist ihm wirklich gelungen. Auch im heutigen Texas herrscht noch nicht wirklich der Geist der Aufklärung, aber 1958 war es rückständige Provinz. Trotzdem gelingt es Lansdale auch den Charme und die verschlafene Atmosphäre dieser Zeit wieder lebendig werden zu lassen. Ganz großes (Auto-) Kino!
Lansdales Figuren sind wunderbar lebendig. Mit Macken, Schrullen und Fehlern, aber auch liebenswert mit viel Herz, Humor und Verstand. Man muss sie lieben oder hassen, immer jedoch sind sie glaubwürdig und absolut authentisch.
Fazit: Großartige Unterhaltung mit subtiler Spannung – zum Lachen, zum Weinen und zum Fürchten – wie das richtige Leben. Einfach Toll!
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Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Joe R. Lansdale (Taschenbuch - 17. Februar 2014)
EUR 8,99
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