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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen East Texas Blues
Im heißen Sommer von 1958 ändert sich das Leben des 13jährigen Stan Mitchel. Der Junge, der bis vor kurzem sogar noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat, zieht mit seinen Eltern in eine größere Stadt und während sein Vater das Autokino betreibt, lernt Stan etwas über die dunklen und mörderischen Triebe der Menschen. Unweit ihres...
Vor 7 Monaten von progue veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Der Sommer seines Lebens
Stanley wird diesen Sommer überleben, das nimmt er selbst schon vorweg. Er berichtet dem interessierten Leser von den Geschehnissen jenes Sommers im Jahre 1958, als er ein mysteriöses Kästchen mit Briefen am Waldrand fand und von dem, was er mit der sich anschließenden Recherche heraufbeschwor. Eine typische amerikanische Kleinstadt vor idyllischer...
Vor 5 Monaten von A. N. veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen East Texas Blues, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Im heißen Sommer von 1958 ändert sich das Leben des 13jährigen Stan Mitchel. Der Junge, der bis vor kurzem sogar noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat, zieht mit seinen Eltern in eine größere Stadt und während sein Vater das Autokino betreibt, lernt Stan etwas über die dunklen und mörderischen Triebe der Menschen. Unweit ihres Hauses findet er eines Tages eine Kiste mit alten Briefen - nicht weiter interessant, glaubt er, bis er erfährt, dass die Schreiberin der Briefe vor 20 Jahren starb. Und nicht nur sie, zur selben Zeit wurde auch die Tochter des reichsten Mann der Stadt umgebracht. Stan findet das sehr aufregend und beschließt herauszufinden, wer der Mörder der beiden Mädchen ist. Er wird dabei von dem schwarzen Filmvorführer Buster unterstützt, einem alten Mann über 70, aus dessen Erzählungen und Lebensweisheiten man auf erschreckende Weise etwas über den Rassismus und die Unterdrückung der "N*i*g*g*e*r" erfährt. Dabei ist Buster selbst kein Kind von Traurigkeit, kein väterlicher oder gar weiser Mentor, er strotzt vor Fehlern wie jeder andere Mensch. Er ist ein Trinker, er hat Stimmungen, die von himmelhochjauzend zu zu Tode betrübt gehen, er ist nicht der Onkel Tom aus der berühmten Hütte, der die andere Wange hinhält, schlägt man ihn auf die eine. Seine Menschlichkeit führt Stan vor Augen, dass die Farbigen, die kaum als Menschen wahrgenommen werden, eben doch das sind: Menschen.

Diese beiden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, machen sich daran, das Rätsel der beiden toten Mädchen zu lösen. Anhand von Zeitungsberichten und alten Polizeiakten kommen sie dem oder den Tätern Schritt für Schritt näher und Stan gerät dabei mehr als einmal sogar in tödliche Gefahr.

Was für ein Ritt, verpackt in die manchmal naive Darstellung eines jungen Burschen. Stan ist unbedarft, höflich, nicht immer sehr schlau oder mutig, aber jemand, der das Herz am rechten Fleck hat, den man sofort sympathisch findet, und er hat das Glück, in einer unglaublichen Familie aufzuwachsen. Seine Mutter ist eine phantastische Frau, für die Frauen und Farbige die gleichen Rechte haben sollten wie weiße Männer, und die ihre Meinung auch vertritt. Sein Vater - aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen - hat etwas aus sich gemacht und sich mit dem Kino einen Traum erfüllt. Er liebt Stans Mutter und obwohl er nicht immer ihre Meinungen nachvollziehen kann, steht er auf ganzer Linie hinter ihr. Er hasst Leute, die glauben, aufgrund ihres Reichtums und ihrer Macht andere Leute schikanieren zu können, und er lässt sich nichts gefallen. Greift jemand seine Familie an, greift er auch mal zu rabiaten Mitteln und verprügelt denjenigen. Er ist wie ein Stier, der alles auf die Hörner nimmt und gleichzeitig menschlich, was sich immer wieder in seinem Umgang mit dem farbigen Personal äußert. Und dann ist da noch Stans Schwester Callie, welche die Vorteile von weiblicher List für sich entdeckt hat.

Im Gegensatz zu dieser Familie stehen fast alle anderen Personen in diesem Buch. Da gibt es den durchgedrehten Ex der farbigen Köchin, der auch mal zu einem Messer greift, den gewalttätigen Vater von Stans Freund Richard, die Stilwinds, die reichste Familie in der Stadt, die alle Ungerechtigkeiten mit ihrem Geld schmieren. Lansdale ist ein begnadeter Erzähler; es spielt eigentlich keine Rolle, ob Stan und Buster die Morde lösen können, denn was uns der Autor hier präsentiert, ist nicht mehr oder weniger als eine sehr gut recherchierte Lebensstudie aus den späten 50igern. Lansdale holt uns ab und nimmt uns mit in diesen heißen texanischen Sommer, damit wir ihn riechen, schmecken, hören, sehen und erleben können. Klare Leseempfehlung.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Lansdale-Kost!, 26. März 2012
Von 
Peter Wacker "Piwi" (Schriesheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
"Ein kleiner dunkler Riss" ist wieder eine typische Lansdale-Geschichte über das Erwachsenwerden in Texas und ähnelt in ihrer Erzählform den Romanen "Der Teufelskeiler" und "Die Wälder am Fluss". Allerdings spielt die Geschichte nicht in den 30er Jahren, sondern 1958 im texanischen Kaff Dewmont. Dort lebt der 13jährige Stanley Mitchel, der zu Beginn des Romans nicht überwinden kann, dass er den Glauben an den Weihnachtsmann verloren hat (einfach herrlich, diese paar wenigen Seiten darüber) und am Ende des Buches seine kindliche Naivität gänzlich verloren hat. Allerdings ist "Ein kleiner dunkler Riss" kein Initiationsbuch, sondern ein handfester Krimi, aber zur Handlung selbst soll Stanley zu Wort kommen, der einen Spaziergang mit seiner Schwester Callie und ihrem Freund Drew beschreibt: "Eine Zeit lang wehte ein kühler Wind, und wir gingen spazieren und unterhielten uns. Niemand sprach über Mord oder Huren oder Mädchen, die Mädchen mochten, oder über enthauptete Leichen an Bahngleisen."(S.187-188)- Also, wieder einmal ein typischer Landsdale-Krimi-Cocktail, den der Leser genüsslich schlürfen kann. Einige Passagen sind sehr lustig, vor allem, wenn Lansdale den Rockabilly Chester beschreibt, der vergeblich die hübsche Callie anhimmelt. Andere Passagen sind bestürzend, vor allem dann, wenn Lansdale das Leben der Farbigen und den alltäglichen Rassismus der 50er Jahre schildert, insgesamt muss jedoch gesagt werden: das Buch ist super spannend und will einfach gelesen werden!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wieder einmal ganz stark, 25. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Eine wunderbare Geschichte, wie fast alles von Lansdale.
Erinnert thematisch sehr an 'Die Wälder am Fluss'. Auch in 'Ein feiner dunkler Riss' erzählt ein Heranwachsender eine für seine Entwicklung entscheidende Zeit, bei der der Auslöser - der Fund einer mit Liebesbriefen und Tagebuchaufzeichnungen gefüllten Kiste - direkt in einen Kriminalfall führt, dessen Auflösung dem Helden haufenweise spannende Abenteuer bringt. Mit dabei eine Reihe liebenswerter Freunde, die alle so ihre Macken haben.

Am Ende geht nicht alles gut aus und wird auch nicht jede Frage beantwortet, und das fühlt sich richtig an, denn das Leben ist eben nicht so, dass immer nur das Gute siegt und die Lösung sich hübsch rational ergäbe.

Spannend ist dies allemal, und mehr als das. Lansdale gibt eine Idee wie das Leben sein kann, wenn Menschen füreinander einstehen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend - wie immer!, 4. Mai 2012
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Bei der Lektüre des Buches habe ich mich wiederholt an den Film "Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers" erinnert gefühlt, zu dem Stephen King die literarische Vorlage geliefert hat, denn die Ausgangssituation ist ähnlich.

Joe R. Lansdale beschreibt aus der Sicht des dreizehnjährigen Stanley Mitchell dessen Erlebnisse des Sommers im Jahre 1958, in dem sich sein Protagonist an der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. Für ihn wird es eine erlebnisreiche Zeit sein, in der er zum einen seine naive Sicht auf die Welt verliert und zum anderen in mysteriöse Ereignisse verwickelt wird.

Lansdale kann schreiben, und er schafft es mit wenigen Sätzen, dass man bereits nach einigen Seiten das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Handlungsort ist das texanische Kleinstädtchen Dewmont am Ende der fünfziger Jahre. Allerdings ist auch dort die Welt nicht heil, und Stanley wird in seinem näheren Umfeld mit häuslicher Gewalt, Alkoholmissbrauch und dem alltäglichen Rassismus konfrontiert. Und dann findet er auch noch bei einem seiner Streifzüge dieses Kästchen mit den Liebesbriefen, woraufhin eine spannende Geschichte ihren Lauf nimmt und die eigentliche Krimihandlung einsetzt.

Liebenswerte Charaktere, dunkle Geheimnisse, eine interessante Zeitreise und sehr spannend erzählte Geschichte - meiner Meinung nach hat der Autor alles richtig gemacht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Abenteuergeschichte um ein dunkles Geheimnis, 23. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
Dewmont, eine kleine Stadt in East Texas ist Schauplatz von Stanley Mitchel junior's Geschichte, die an einem heißen Sommertag im Jahr 1958 ihren Anfang nimmt. Stan, dessen Vater das Dew Drop Drive-In Autokino betreibt, genießt das unbeschwerte Leben eines Dreizehnjährigen, der bis vor kurzem noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat. Gemeinsam mit seinem treuen Hund Nub findet er eines Tages bei einem seiner Streifzüge ein vergrabenes Kästchen, in dem sich Briefe und Tagebuchseiten befinden, die von einem ermordeten Mädchen verfasst wurden. Mit Hilfe seiner Schwester Callie und dem alten Buster, ein Farbiger, der für seinen Vater im Autokino arbeitet und früher eine Art Polizist war, versucht Stan dem Geheimnis des Mädchens und dem lang zurückliegenden Mord selbst auf die Spur zu kommen. Schnell wird klar, dass das zunächst harmlos begonnene Detektivspiel ungeahnte Ausmaße annimmt und Stan sich im Mittelpunkt eines ausgewachsenen Kriminalfalls wiederfindet.

Gestaltung, Stil, Leseeindruck (suhrkamp Taschenbuch 2014):
Titel und Cover haben meine Neugierde direkt geweckt. Ich mag die Gestaltung, Schrift- und Motivwahl sehr. Vom Autor Joe R. Lansdale hatte ich bisher noch nichts gelesen, doch bereits der Klappentext versprach eine interessante Lektüre und so ließ ich mich spontan in die Geschichte fallen.

Schon die ersten Seiten bestätigten meine Erwartungen voll und ganz. Lansdale's Schreibstil ist unglaublich gut, sehr atmosphärisch dicht. Die Orte, Gerüche und Personen, die Lansdale beschreibt, erscheinen beim Lesen direkt und unmittelbar vor dem geistigen Auge. Es gelingt dem Autor scheinbar mühelos den Leser direkt nach Dewmont zu versetzen.
Er spricht die Rassenproblematik der damaligen Zeit an, indem er sie wie nebenbei in die Geschichte einbettet. So spielt Rosy Mae, die schwarze Haushälterin der Familie, eine wichtige Rolle für Stan und später dann auch für die ganze Familie. Auch Buster, der Farbige, der den Projektor des Kinos betätigt und Hausmeisterarbeiten erledigt, ist eine zentrale Figur in Lansdale's Geschichte.
Das Thema Gewalt spart der Autor ebenfalls nicht aus. So wird Stans bester Freund Richard täglich mit häuslicher Gewalt konfrontiert und Rosy Mae wird von ihrem Partner verprügelt. Die Mitchels hingegen haben das Herz am rechten Fleck. Das Familienoberhaupt Stanley senior ist zwar zuweilen etwas aufbrausend, doch unter dieser rauen Schale verbirgt sich ein warmherziger und ehrlicher Mann, der seine Familie und alle die, die er zu dieser zählt, wie ein Löwe verteidigt.
Alle Charaktere haben Ecken und Kanten, ihre Fehler und Vorzüge, was sie unglaublich echt und glaubhaft wirken lässt.

Die zunächst harmlos anmutende Detektivgeschichte, in die sich Stan junior verstrickt, wird mehr und mehr zu einer ernstzunehmenden und gefährlichen Ermittlung, bei der Stan sehr schnell lernen muss, dass das Leben und die Wahrheit oft mit harten Bandagen erkämpft werden muss. Manchmal wurde ich bei der Lektüre an die 1982 erschienene Novelle "Die Leiche" von Stephen King erinnert, was aber keinesfalls störend war.

"Ein feiner dunkler Riss" ist ein Roman mit vielen Nuancen, der den Leser ebenso facettenreich berühren wird. Lansdale kombiniert sehr gekonnt verschiedene Roman-Elemente miteinander, schafft sympathische Charaktere und bösartige Gegenspieler, streut eine Prise Humor und Wehmut mit hinein und setzt das Ganze perfekt und spannungsreich zusammen. Chapeau!

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden und wahre Freundschaft aber gleichzeitig auch ein spannender Krimi mit überraschenden Entwicklungen. Ein Roman und Krimi, verfasst in einer dichten und bildgewaltigen Sprache, die einige Stunden Lesegenuss beschert. Definitiv ein Lesehighlight und nicht mein letzter Roman von Lansdale.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleiner Held ganz GROß, 21. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Bisher hatte ich noch nichts von Lansdale gelesen und ich muss sagen, ich bin wirklich richtig begeistert und beeindruckt, über diesen spannenden, ehrlichen, fesselnden und berührenden Krimi.
Dieses wird sicher nicht mein letztes Buch von Lansdale sein.
Er schafft es ohne große Schnörkel, den Leser in den Bann zu ziehen. Die Charaktere wirken authentisch und es wird nicht nur an der Oberfläche gekratzt. Der tiefste menschliche Makel wird hier bildhaft geschildert.
Ein mutiger, warmherziger und naiver Stanley, erzählt die Geschichte aus der Ich- Perspektive und avanciert zum Helden. Unterstützt wird der sympathische Held von dem Farbigen Buster, der schon einiges im Leben durchgemacht hat. Der allerdings auch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat und seinen Launen.
Eine spannende Geschichte, wo der dreizehnjährige Stanley in einem Sommer in den 50'er Jahren mit einem Schlag Erwachsen wird.
Alles beginnt mit einem Kästchen voller Liebesbriefen, welches er hinter dem elterlichen Autokino vergraben im Wald findet. Schauermärchen über kopflose Geister und der grausame Mord an zwei jungen Frauen, verleiten ihn zu einem äußert gefährlichen Detektivspiel. Seine schlagfertige Schwester Callie und sein treuer Hund Nub (Nub einer meiner absoluten Lieblinge in dem Buch, ab und zu hatte ich richtig Angst um die kleine Kämpfernatur alias „Ich beiße dich nieder, wenn du dem Jungen was tust“), immer an seiner Seite.
Besonders schön finde ich hier auch den Zusammenhalt der Familie und wie sie sich für die Farbigen stark machen. So wird die gutmütige farbige Rosy Mae zur Hausfrau und darf sogar bleiben als ihr verrückter Ex sie mit einem Messer bedroht. Stanley hat eine besondere Verbindung zu ihr und kann ihr alles erzählen, was er nicht mal seinem besten Freund Richard sagen würde, welcher Zuhause nur elterliche Gewalt erfährt.
Die Geschichte war durchgehend spannend und manches mal waren richtig gruselige Momente dabei, wo ich mit den Hauptprotagonisten zittern musste.
Dieses Buch holt einen von der ersten Seite ab und überzeugt mit liebevoll gestalteten Charakteren, einer spannenden Geschichte und ganz viel Gänsehaut.
Von mir eine klare Leseempfehlung
*****
Randnotiz:
Ich hätte so ein gutes Buch nicht erwartet, vor allem wo mir das Cover sehr unscheinbar erschien.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines kleinen Jungens mit großem Herz, 9. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd ist - die Spannungskurve stetig oben hält. Wenn dein Herz beim Lesen schneller schlägt, hat der Autor alles richtig gemacht. "Ein feiner dunkler Riss" von Joe R. Lansdale gehört zu dieser Art von Literatur: aufregend, authentisch, ein gesundes Maß zwischen Anspruch und Leichtigkeit. Ich habe dieses Buch innerhalb zweier Abende bis in die Morgenstunden gelesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Stanley und seine Geschichte ziehen einen sehr tief in seinen Bann.
Der 13-Jährige stößt mit seinem treuen Hund Nub in einem Wald nahe seines Wohnhauses auf ein altes, rostiges Kästchen voller Liebesbriefe und Tagebucheinträge. Diese führen ihn auf die Fährte eines 20 Jahre zurückliegenden mysteriösen Doppelmordes in seiner Kleinstadt Dewmont. Haben die Briefe etwas mit den Toden der zwei Frauen zu tun? Wer hat die Briefe geschrieben und verbirgt sich hinter den Initialen "M" und"J"? Stanley beginnt, sich auf ein gefährliches Detektivspiel einzulassen.
Währenddessen lernt der Lesende Stanleys Familie und Freunde kennen. Alle Figuren des Romans sind vom Autor liebevoll konstruiert. Die Biographien weisen keine Lücken, die Charaktere keine Oberflächlichkeit auf. Doch Stanleys Welt ist von Gewalt geprägt. Oft muss man beim Lesen innehalten und das Gelesene verarbeiten, sieht den 13-Jährigen an den Geschehnissen wachsen. Thematisiert wird auch die Rolle der Farbigen in den 50er Jahren in Texas und Stanleys schwierige Stellung als Kind in diesen politischen Strukturen. Immer wieder behauptet er sich als warmherziger, kluger Protagonist und ihm wird eine Heldenrolle in dem Roman zu teil.
Erzählt wird dieser aus Stanleys Sicht, in der Ich-Perspektive, doch zu einem späteren Zeitpunkt. Die Sicht durch die Augen eines Kindes macht die Originalität des Romans aus.
Ich selbst bin kein Verfechter der modernen Kriminalgeschichten, da sie meistens vorhersehbar und oberflächlich bleiben. Doch "Ein feiner dunkler Riss" ist eine empfehlenswerte Lektüre für all diejenigen, die sich für die mahnenden Geschichten des Lebens öffnen wollen, welche nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern ganz tief in unsere Köpfe und Herzen vordringen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Südstaatenabenteuer, kindgerecht!, 27. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Die Südstaaten waren immer schon für eine literarische Reise gut ! Ich denke dabei ebenso an „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell wie auch an „Huckleberry Finn und Tom Sawyer“ von Mark Twain, denn bei beiden hat Lansdale Anleihen gemacht und sich an deren Gedankengut, Charakteren und Stil grosszügig bedient!

Irgendwie zeigen sich die amerikanischen Autoren dem Südstaaten-Charme mehr verfallen als dass der Abscheu über das immer noch dem Rassismus zugeneigte Land, dabei insbesondere Texas, überwöge. Eingestreute Erzählsentenzen über die Ungerechtigkeit der Apartheid als niedliche Kritik, dienen als Rechtfertigung für die Beschreibung eines Lebensstils, den wenigstens in den 1950ern niemand ernsthaft in Frage stellte und dem heute viele nachtrauern.

Mit sympathischen, kindgerechten Protagonisten hat Joe R. Lansdale ein nicht ebenbürtiges, aber doch nettes, humorvolles Pendant zu Mark Twains Huckleyberry Finn und Tom Sawyer geschaffen. Auch sein Stil ist von frappanter Ähnlichkeit.

Held ist Stanley, der erzählende 13jährige bisher sexuell ahnungslose naive Lausbub. Er und seine cute 16jährige Schwester Callie bedienen in Doppelstellung Tom Sawyer.

Es gibt einen „Schwarzen Mann“, dem die Weissen grosszügig eine Anstellung geben namens Buster, der Stanleys Freund und Helfer wird bei den Nachforschungen in einem alten Kriminalfall. Auch Tom Sawyer hat alle möglichen Freundschaften quer durch die Gesellschaft geschlossen und gezeigt, dass die Weissen doch gar nicht alle „so“ sind.

Ins gleiche Boot gehört die Schwarze Rosy Mae, eine rechtschaffene, treue, loyale und dankbare Seele, sich unterordnend wie es sich gehört, aber lebensklug. Sie erinnert mich an Mammy, Scarlett O’Haras alte Kinderfrau, die kraft ihrer Eigenheiten, ihrem Gottvertrauen und ihrer Klugheit familiären Einfluss gewinnt, aber Gott sei Dank nie den ihr gebührenden Platz verlässt. Bösewicht ist Bubba Joe, der Stanley ordentlich Angst einjagt: Huhu!

Der Sommer ist heiss, schwül, schwer und lang - die Atmospähre des texanischen Landlebens wird authentisch rüber gebracht. Zeit der Adoleszenz. Man wächst heran, frei und wild, soweit man weiss ist und nicht Richard heisst, der die tumbe Rolle Huckleberrys auf den Leib geschrieben bekommen hat. Abgetrennte Köpfe, geheimnisvolle Briefe, seltsame Beziehungen, abenteuerliche nächtliche Streifzüge und ein Spuk, dem man allmählich auf die Spur kommt, runden das Ganze ab.

Ist dieser Lansdale also eine Imitation, eine abgeschwächte Form Mark Twains? Ja, aber gut gemacht, was das Unterhaltsame angeht, die Handlung vom 19. ins 20. Jahrhundert transportiert.

Wie steht es mit Gesellschaftskritik? Bei Twain: eindeutig ja, bei Lansdale ebenso eindeutig: nein. Man kann nicht hundert Jahre später auf dem selben Schaufelraddampfer den Mississippi entlang schippern.Was damals erst so allmählich ins Bewusstsein schwappte, ist heute allgemein bekannt und anerkannt und dennoch wird Rassismus immer noch oder auch wieder ausgelebt. Doch kommt Rassismus in anderem Gewand daher als im 19. Jahrhundert, zum Teil sublimer, und deshalb braucht man auch andere Mittel, um den Kiddies samt ihren verbohrten Elten den Kopf zurecht zu rücken, mit anderen Worten, im 21. Jahrhundert stünden einem Schriftsteller, um Rassismus anzuprangern, ganz andere, drastischere und deutlichere Stilmittel zur Verfügung als Twain sie hatte.

Um gesellschaftskritisch zu sein, ist Lansdale zu leise und zu nett.

Fazit: Das Buch „Ein feiner dunkler Riss“, dessen Titel auf den Riß zwischen Leben und Tod anspielt, ist, wenn man die aus den Romanen der Kindertage alte Südstaatenromantik und Mentalität noch einmal aufleben lassen möchte, ein Lesevernügen, doch Lansdale ist nicht wirklich kritisch und absolut nicht neu.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lansdale kann sehr gut Atmosphäre erzeugen, 14. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Kindle Edition)
Dies war mein erster Roman von Lansdale und ich hatte mir ehrlich gesagt von dem Buch etwas ganz anderes erwartet. Ich dachte, mich erwartet ein Krimi, der im Amerika der 50er Jahre angesiedelt ist. Mit meiner Vermutung lag ich aber weit daneben.
Und, was soll ich sagen, meine Erwartungen wurden dennoch mehr als übertroffen. Es gibt zwar einen Krimi-Anteil in der Geschichte, dieser ist aber vergleichsweise gering. Lansdale schafft es aber sehr gut, die Atmosphäre der Zeit einzufangen. Es geht unter anderem um die Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen schwarz und weiss, um privilegierte Reiche und auch um häusliche Gewalt. Diese Themen werden aber nicht breitgewalzt oder überbeansprucht, sondern sind eher der Rahmen der Hauptgeschichte, in dem Lansdale seinen Protagonisten sein Abenteuer erzählen lässt. Dieses ist eine Mischung aus Tom Sawyer und Stand by me.
Das Buch ist spannend, witzig und auch sehr menschlich. Ich werde mir den Autoren merken, nicht um Krimis von ihm zu lesen, sondern um Geschichten erzählt zu bekommen, die gut unterhalten und von denen man sich in eine andere Zeit versetzen lassen kann.
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5.0 von 5 Sternen Super Buch, unbedingt zu empfehlen ..., 24. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Joe R. Lansdale hat mit " Ein feiner dunkler Riss" einen Spannungsroman erschaffen wie er besser nicht sein kann. Es ist nicht nur ein Kriminalroman, sondern auch ein Familiendrama das stark an Tom Sawyer Und Huckleberry Finn erinnert, allerdings nicht für Kinder geeignet. Der Autor versteht es meisterhaft den Leser von Anfang bis Ende zu fesseln. Neben " Die Wälder am Fluss" das beste Buch was ich je von ihm gelesen habe und ich werde auch noch weitere Bücher von ihm lesen. Deswegen fünf Sterne ...!!!
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Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Joe R. Lansdale (Taschenbuch - 17. Februar 2014)
EUR 8,99
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