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4.0 von 5 Sternen Kein nerviges Nachlass-Verwaltungsbuch
Es ist sowohl merkwürdig für einen normalen Menschen, als auch recht typisch für mich, sich ein Buch zu besorgen, von dem ich im Vorneherein angenommen habe, es würde mir nicht wirklich gefallen. Wie das das schon klingt: „Mehr als laut – DJs erzählen.“ Das ist ja genau nicht mein Ding, weil man das von den ganzen filmischen...
Vor 2 Monaten von Paul Fleming veröffentlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade,
Viel zu wenig kommt das eigentlich feeling für die Musik beim leser an. Ich war nach dem lesen eher Depremiert und hab mich gefragt ob die Interview Partner wirklich die richtigen waren. Nur bei einigen hatte ich das gefühl das Musik die hauptrolle Spielt. Leider kein wirklicher nachfolger von Verschwende deine Jugend. Kann es nur bediengt empfehlen.
Vor 11 Monaten von Dabelmann veröffentlicht


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4.0 von 5 Sternen Kein nerviges Nachlass-Verwaltungsbuch, 19. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mehr als laut: DJs erzählen (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Es ist sowohl merkwürdig für einen normalen Menschen, als auch recht typisch für mich, sich ein Buch zu besorgen, von dem ich im Vorneherein angenommen habe, es würde mir nicht wirklich gefallen. Wie das das schon klingt: „Mehr als laut – DJs erzählen.“ Das ist ja genau nicht mein Ding, weil man das von den ganzen filmischen Dokus zum Thema so reingepresst bekommt, wie DJs über die „tolle alte Zeit“ erzählen, und auch wenn sie es gar nicht wollen, da eben doch so Star mäßig rüberkommen, so: „Wir die Pioniere!“ oder „Avantgarde: Das bin doch ich!“ und wenn es dann doch Kritik an Früher oder den bestehenden Umständen gibt, geht das unter in der Euphorie in der Erzählung über das DAMALS... Sicher, das ist auch ganz nett mal zu sehen, nur, was hat das mit mir, der sich jetzt auch schon seit ungefähr 17 Jahre in der Szene herumtreibt und sich von der anderen Seite mit den Phänomenen der elektronischen Musik beschäftigt, als einer Art „teilnehmender Konsument“, der nicht alle frisst was man ihm auftischt und mit sehr viel Herzensblut dabei ist, die Szene dabei aber nur subjektiv analysiert und nicht beeinflusst, was hat das also mit mir als Tänzer und Chronist zu tun? Aber selbst wenn ich mein persönliches Standing dabei mal außen vor lasse, so hat dieses DJ-Jetset-Ding ja kaum was mit der Wirklichkeit der Millionen und Abermillionen Menschen (echten Menschen!) zu tun, die das eben auch leben, sei es vielleicht auch nur ein, zwei Jahre lang, das auch als Lebensinhalt sehen und dabei auf keinster Weise irgendwie privilegiert sind, sondern das genaue Gegenteil, weil wir nämlich nicht überall reibungslos reinkommen und erwünscht sind – wenn überhaupt. An der Tür abgewiesen zu werden kann oft sehr unmenschlich und grausam sein, gerade ob der Liebe die man doch mitbringt für die ganze Sache…

Da hat mich das Buch dann doch sehr überrascht, weil Jürgen Teipel mit seinem Interview-Büchlein die DJs sehr als Menschen mit Zweifel und Problemen zum Sprechen brachte. Es sind bis auf Richie Hawtin, DJ Hell, Dj Koze und vor allem Acid Maria (die dem Buch eine ganz besondere Note verleiht) auch nicht die ganz großen Namen versammelt, von Michael Mayer über Hans Nieswandt, Inga Humpe bis hin zu Andi Teichmann und Dirk Mantei (eine Aufzählung ohne Wertung), wobei es am Ende nicht um das Name-Dropping „seiner Helden“ geht, sondern wirklich darum, dass da reflektierende Menschen sind, die was erlebt haben und eine Meinung vertreten; der Name Kristian Beyer sagte mir zum Beispiel sehr lange gar nichts, außer dass er echt sympathisch und klug daher kommt, bis er meinte, sie hätten die Platte „Rey“ gemacht – und da war natürlich klar, dass er ein Teil von „Ame“ ist, den man auch schon getroffen hat; es sind ja doch nur Menschen.

Nur zu Beginn geht es um das Entstehen der Szene aus dem Underground, mit den großen Hoffnung und wie man Teil von etwas ganz Neuem ist. Das muss halt rein und in dem Umfang ist das auch vollkommen okay und toll, wie Mantei da erzählt.
Sehr gefreut hat mich dann auch die Kritik an Kollegen und ihrer zutage gelegten Attitüde, sei es Drogen, Groupies oder eine gewisse Abgehobenheit, nicht weil ich wollen würde, dass man da jetzt zum Dissen anfängt, aber so was geht solche Werken leider oft ab: Die Wahrheit. Da werden sich lieber gegenseitig die Eier geschaukelt. Sei es der Sexismus in der Branche, das teilweise ziemlich ausgrenzende Verhalten zu Neulingen in Plattenläden oder ein Publikum, Club oder Veranstalter, die man als DJ auch einfach als scheiße empfindet, nicht zu vergessen die eigene Ausgelaugtheit, Kaputtheit, die durch das ständige Reisen in einem Menschen immer mehr und mehr Raum einnimmt, außerdem der Verfall und dadurch die Neubildung von sozialen Kontakten. Dabei. Fand ich die sehr wichtige Sexismus-Debatte auch ein wenig nervig, weil man das Gefühl hatte, dass da die weiblichen Künstler auf die Männer einhauen konnten, ohne dass da ein Mann etwas dazu sagen konnte; ist jetzt auch nicht besonders fair.

So Stellen mit den Lieblingsclubs (die alte Panoramabar) und die unglaublichen Erfahrungen im Ausland (hier als Vertreter hervorgehoben: Mexiko) finde ich immer ein wenig merkwürdig, nicht weil ich nicht auch absolut frei von solchen Erlebnissen wäre (mit Sicherheit!), es aber auch das was hier ist, ein wenig – wenn auch ungewollt – schlecht redet. Wobei. Hm… Ich rede die Leute ja auch schlecht die nur und die ganze Zeit in die Clubs ihrer Heimatstadt rennen, auch schlecht, weil ich dann doch finde, dass es etwas armselig ist nur in die Scheißläden nach Augsburg zu gehen – aber auch nur in München oder Berlin herumzuhängen. Es kommt doch auch die Dosis an. Und. Es gibt genügend Plätze in der Republik oder auf der Welt, die die Panoramabar im Berghain als das entlarven, was jeder „bester Club der Welt“ nun einmal ist – ein Hype, der vor ganz einfachen Locations dann in guten Nächten doch nicht bestehen kann. Und ich finde es sogar gut dass die Leute auf dem Land für ihr Feierverhalten schlecht gemacht werden – auch wenn das oft nicht stimmt, denn die Kultur kommt nicht zwangsläufig aus der Großstadt, sondern von unterdrückten Visionären aus der Kleinstadt, die durch die Zensur zuhause in der Fremde etwas großes Vorhaben, während man dort durch die Entgrenzung in allen Dingen eher dumpf als kreativ wird… Oder war das jetzt ein Punkt aus „Analog“ von Thomas Meineke, dass ich parallel lese… Egal… Das vermischt sich hier einfach :)

Ja. „Mehr als laut“ ist kein Star-DJ-Buch, sondern sehr menschlich und das hat mir gefallen. Dennoch spricht da halt nun mal die erste Liga der elektronischen Menschen über den großen Rest und das bleibt für mich ein wenig strange. Gute Unterhaltung war es auf jeden Fall. Und wer sich nicht in den letzten ca 15 Jahren tot geguckt hat zu dem Thema, dem ist das Buch sogar besonders an Herz zu legen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber kein Vergleich mit "Verschwende deine Jugend", 14. September 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mehr als laut: DJs erzählen (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die selbe Idee die einmal genial war kann nochmal funktionieren, muss sie aber nicht. Zwar ist das Buch phasenweise höchst unterhaltsam, aber die erzählerische Dramaturgie über das Entstehen einer Szene, wie in "Verschwende..." stellt sich hier nie so recht ein. Es ist wirklich mehr ein "DJs plaudern ein bischen bei einer Tasse Kaffee" als "wie die elektronische Musikszene in Deutschland entstand" - aber das ist eigentlich auch ganz ok, und langweilig wird es selten. Ganz gute Reiselektüre oder zum Schmunzeln wenn man selbst Teil der House & Techno Szene ist. Mehr aber auch nicht. 3,5 Punkte
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade,, 28. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Viel zu wenig kommt das eigentlich feeling für die Musik beim leser an. Ich war nach dem lesen eher Depremiert und hab mich gefragt ob die Interview Partner wirklich die richtigen waren. Nur bei einigen hatte ich das gefühl das Musik die hauptrolle Spielt. Leider kein wirklicher nachfolger von Verschwende deine Jugend. Kann es nur bediengt empfehlen.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach das Orginal, 18. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mehr als laut: DJs erzählen (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Teipel schafft es in seiner unaufgeregten Art mal wieder von Anfang bis zum Ende zu begeistern.
Er hat den Doku-Interview Roman als Format in Deutschland eingeführt und schafft es wieder in spannenden Kapiteln, verschiedene Szenen der deutschen DJ Kultur zu beleuchten und das auf wirklich unterhaltsame Weise.
Neben den Kapitalen Hamburg, Berlin und Köln, werden auch Sub-Kapitalen wie Mannheim, Freiburg und Regensburg beleuchtet.
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Mehr als laut: DJs erzählen (suhrkamp taschenbuch)
Mehr als laut: DJs erzählen (suhrkamp taschenbuch) von Jürgen Teipel (Taschenbuch - 11. November 2013)
EUR 14,99
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