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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensreise
Durch die Jahre und Jahrzehnte des Lebens, durch Dicksein, Dünnsein, Naiv und erfahren sein, durch die Prägung der Vergangenheit der Eltern, durch Beziehungen und Phobien lässt Lily Brett, anhand ihres wohl stark autobiographisch geprägten Alter Egos Lola, den Leser an der Lebensreise einer unkonventionellen, Frau teilnehmen.
Eine Frau auf einer...
Vor 23 Monaten von M. Lehmann-Pape veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen teils teils
Manche Passagen in diesem Buch sind großartig: Das Verhältnis von Lola zu ihren Eltern, die das KZ überlebt haben und trotzdem nicht mehr wirklich lebendig sind. Ihre Diäten. Die Momente, wenn das Geplauder über Rockmusik in existentielle Fragen umkippt. Ich hätte wirklich gern gelesen, wie sich diese junge Frau entwickelt, befreit und lernt...
Vor 10 Monaten von Tomatosoup veröffentlicht


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensreise, 27. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Durch die Jahre und Jahrzehnte des Lebens, durch Dicksein, Dünnsein, Naiv und erfahren sein, durch die Prägung der Vergangenheit der Eltern, durch Beziehungen und Phobien lässt Lily Brett, anhand ihres wohl stark autobiographisch geprägten Alter Egos Lola, den Leser an der Lebensreise einer unkonventionellen, Frau teilnehmen.
Eine Frau auf einer unbenannten, kaum bewussten Suche nach sich selbst.

„Lola kannte auch das Gefühl, sich das Recht auf ein eigenes Leben abzusprechen“.

Die Lola des Buches ist Australierin und, zunächst in jüngeren Jahren, Kolummnistin für den Bereich der Rock Musik. Später dann wird sie selber Schriftstellerin und wird ganz andere Seiten von sich zeigen und an sich kennenlernen. Seiten, die durchaus zu tun haben werden mit der Vergangenheit der Eltern im Konzentrationslager. Verbindungen, die aber Lola selbst nie ganz so klar und eindeutig vor Augen stehen.
Ein wenig schon wie einen Filter nimmt sie ihre Umwelt, das Geschehen, ihr eigenes Leben wahr. Und zeigt so auf, wie durch die Prägung in den frühen Jahren das gesamte eigene Leben Eigenarten mit auf den Weg bekommt.

Dies ist das eigentliche Thema des Buches, das es zu entdecken gilt neben den interessanten, (anders als landläufig bekannt dargestellten) und durchaus wahrscheinlich von Brett viel eher realistisch getroffenen kleinen und großen Prominenten der Rockszene, auf die ihr Alter Ego im Buch trifft. Dass Jimi Hendrix ein sanfter und ruhiger Mensch war, dass Cher erst ein wenig auftauen konnte, wenn Sonny den Raum verlassen hatte, dass The Who einander in herzlicher Abneigung kaum verbunden waren, das Mick Jagger ein ganz solider junger Mann war, das alles ist interessant, unprätentiöse gut geschrieben und teilweise ganz anders im Blick, als es das je öffentliche Image zu Zeiten.

Das eigentliche auch an diesen Begegnungen aber ist die Entwicklung der Lola Bensky. Junges, dickes Mädchen, im Kopf ständig mit Kalorienzählen und Diäten beschäftigt und, vor allem, mit dem Herz auf dem rechten, unverfälschten Fleck. Sie lässt sich nicht blenden. Welche Reporterin sonst wäre in der Lage gewesen, einfach Tee bei Mick Jagger mit Paul Mccartney zu trinken eben ohne ein Interview daraus zu machen? Und wahrscheinlich währenddessen mehr daran zu denken, dass sich nicht zuviel Oberschenkelfleisch durch die Netzstrumpfhose drückt.

In abgegrenzten Schnitten führt Brett durch dieses Leben und lässt den Leser emotional hinein, ohne psychologische Erklärungen abzugeben. Wie dann die später erwachsene Frau ihre Beziehung verlässt und warum, wie dann die noch ältere Frau als Ehefrau und Mutter wiederum Mühe hat, die Watte der Emotionen zu durchdringen. Wie sich die dann auch schlanke und ranke gestandene Frau immer noch und weiter im inneren Blick auf sich selbst als dick empfindet.
Und zudem, je mehr sie dem Idealbild der Mutter begonnen hat, äußerlich zu entsprechen (dünn sein und noch mal dünn sein) dann mit innern Phobien zu kämpfen hat.

Eine, die das eigentliche und eigene Leben sucht, die deswegen gerne Portraits schrieb, weil sie es mochte, „aus den Einzelteilen eines Lebens ein Ganzes zusammenzusetzen“.

So, wie Lily Brett ebenfalls im Buch selbst aus den vielen Einzelteilen ein Gesamtbild ihrer Protagonistin hervorkommen zu lassen

Man selbst sein, unverfälscht und dann im Druck, nicht zu gefallen oder sich so zu formen, dass „man gefällt“, dann aber mit sich selber nicht mehr im Reinen zu sein. Ein spannendes Thema, das Lily Brett einfach und sprachkräftig beschreibt und die Interpretationen dann durchaus der angeregten Fantasie des Lesers überlässt.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was haben Diäten mit Vernichtungslagern zu tun...und von der Last der Vergangenheit, 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lola Bensky ist Anfang 20, Reporterin für ein australisches Rockmagazin und kennt sie alle, sie hat sie alle interviewt die Mitte der 1960er Jahre einen Namen haben oder deren Stern gerade am Himmel aufgeht: Janis Joplin, Jimi Hendrix, Mick Jagger, Jim Morrison, Brian Jones und viele andere.
Aber es wäre sträflich Lola Bensky auf ihr Dasein als Musikreporterin zu reduzieren. Denn Lola ist viel mehr und an erster Stelle ist die Tochter ihrer Eltern, Auschwitz-Überlebende.

Sie ist durchdrungen von der Vergangenheit ihrer Eltern, sie ist von Kindesbeinen an von Toten umgeben (wie kann ein junger Mensch das alles schultern???)
Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen - Menschen die sie nie kennenlernte und die doch eine unglaublich starke Präsenz auf sie ausüben.
Das wird ein Leben lang so sein, davon wird sie sich nie befreien können.

Lola ist eine zutiefst neurotische Frau, ständig plant sie irgendwelche Diäten, ist mittendrin oder hat gerade abgebrochen. Sie ist die Meisterin im Kalorienzählen.
Ihre Mutter verabscheut dicke Menschen. Sie selbst wog 35 Kilogramm als die Befreier kamen, dick waren nur die Aufseher...und nun hat sie eine dicke Tochter.

Fazit:
So wie Lola die Meisterin im Kalorienzählen ist, so ist Lily Brett die Meisterin darin, das anscheinend Banale in große, anspruchsvolle Unterhaltung umzuwandeln.
Während sie noch ein Interview mit einem Rockstar führt und wir, die Leser, uns entspannt zurücklehnen und uns freuen dass da jemand aus dem Nähkästchen plaudert, konfrontiert sie uns im nächsten Satz mit grausamen Details aus den Vernichtunslagern. Diese Gratwanderung können nicht viele.
Ich habe alle ihre Bücher gelesen und so bewährt ihre "Zutaten" auch sind, es kommt immer wieder ein großartiges "Gericht" zustande.

Unbedingt lesenswert!

P.S Während der Lesepausen habe ich immer wieder mal die Stones und andere der erwähnten Musiker angehört. Ein schöner Nebeneffekt des Buches, man bekommt unglaublich Lust diese "alten" Sachen mal wieder anzuhören.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jimi, Janis und Mick: Lily Bretts Erinnerungen an die Swinging Sixties, 14. November 2012
Von 
Vio - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lily Brett, 1946 als Liliahne Breitstein in einem Lager für "Displaced Persons" in Deutschland geboren, schreibt in ihrem neuesten Roman über Lola Bensky, die 1946 in einem Lager für "Displaced Persons" in Deutschland geboren wurde. Dies ist nur eine von zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen der Autorin und ihrer wie immer stark autobiografisch geprägten Hauptfigur.

Lily Brett gehört schon seit Langem zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre unaufgeregte Sprache, ihre Fähigkeit, das Alltägliche mit dem Schrecklichen zu verbinden, ihre manchmal witzigen, dann wieder zutiefst traurigen Familiengeschichten berühren mich stets aufs Neue und tragen wohl zu ihrem anhaltenden Erfolg als Schriftstellerin bei. So verwundert es nicht, dass die Romane der in Australien aufgewachsenen und seit mehr als 20 Jahren in New York lebenden Autorin regelmäßig ihren Weg auf die Bestsellerlisten insbesondere des deutschsprachigen Raumes finden.

Stark geprägt wurde Brett von den nur schwer greifbaren Erlebnissen ihrer jüdischen Eltern Moniek (nannte sich im englischsprachigen Australien zur leichteren Verständigung Max) und Rooshka (Rose) Breitstein (Brett). Beide hatten das Getto von Lódz und das Konzentrationslager von Auschwitz überlebt und waren nach dem 2. Weltkrieg nach Australien emigriert.

Lily, ein Einzelkind (ihr Bruder starb kurz nach der Geburt im polnischen Getto), nimmt Mitte der Sechziger einen Job beim australischen Rockmagazin "Go-Set" (im Roman heißt das fiktive australische Rockmagazin "Rock Out") an und erhält dadurch die Gelegenheit, zahlreiche Musiker und Musikerinnen, die heute längst zu Legenden geworden sind, darunter Jimi Hendrix, Janis Joplin und Mick Jagger, zu interviewen.

Ihre Tätigkeit bei dem Magazin fand schon in früheren Werken Erwähnung, doch so ausführlich wie in "Lola Bensky" hat sie noch nie darüber berichtet. Lolas Sorgen, Probleme und Neurosen sind allgegenwärtig und so beginnt das Buch folgerichtig mit einem Interview, welches Bretts Hauptfigur Lola mit Jimi Hendrix führt. Während sie dem Künstler in seiner überheizten Garderobe gegenübersitzt, konzentriert sie sich auf ihre Körperfülle und die neueste, fehlgeschlagene Diät.

Mit diesem neuen Roman lässt Lily Brett uns wieder tief in ihre Gefühlswelt eintauchen, führt uns von einer Diät unvermittelt zu ihren ermordeten Tanten und Onkeln, Cousinen und Cousins, Großmüttern und Großvätern, nur um gleich im Anschluss zu ihren pedantisch geführten Listen zurückzukehren, die sie zu brauchen scheint, um ein Stückchen Sicherheit und Ruhe in ihr Leben zu bringen.

Die Parallelen zu ihrem eigenen Leben sind unübersehbar, was das Buch und ihre Figuren besonders authentisch macht. Brett hat es mir ermöglicht in die Welt der "wilden Sechziger" einzutauchen, die ich selbst nicht erlebt habe. Die kleinen Bonmots und Anekdoten über die musikalischen Helden dieser Zeit sind in gewisser Weise anders als das, was ich bisher über die bis heute populären Musiker wie Cher, die BeeGees oder die Rolling Stones gelesen habe, einfach weil sie persönliche Erlebnisse darstellen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Mir geht es Gold", 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lola Bensky ist eine pummelige ("Massiv wie ein Möbelstück" - S. 26) 19 jährige, australische Musikjournalistin, die von ihrer Zeitung in die Musikszene London & New Yorks der 60iger und 70iger Jahre geschickt wird.

Dort verbringt sie ihre Zeit mit der Planung von Diäten (Spitze: die Marsriegeldiät, soviel Schokoriegel zu essen bis man keinen Hunger auf selbige hat - klappte aber (leider) nicht) und den Interviews mit Rockstars.

So z.B. macht ihr der 23jährige Mick Jagger eine Tasse Tee, hat schöne Augen, erzählt ihr, dass man auf sich achten muss, während Lola ihm von der Kohlschwemme im Ghetto von Lodz berichtet und von dem Massendurchfall, der dadurch ausgelöst wurde.
Mit Jimi Hendrix plaudert sie über Mütter und Lockenwickler.
Janis Joplin erzählt ihr (Seite 209) "das Chicks sie anmachen. Andererseits machen mich auch viele Typen an: ich vögle gern."

Auch im neuen Roman geht die Autorin immer wieder auf ihre Familiengeschichte ein. Ihre Eltern, Renia und Edek, schildert sie sehr liebevoll.
Vor allem Edek ist mir persönlich sehr ans Herz gewachsen. Sein Humor, seine spleenige Art das Leben zu meistern finde ich einfach köstlich ("Mir geht es Gold" (Seite 279) ist natürlich von ihm und seine Antwort als 93jährigen auf die Frage: "Wie geht's?")

Lily Brett besitzt einen leichten, humorvollen Stil, der sehr offen und authentisch die Ängste, Neurosen und Gefühle ihrer Protagonistin wiedergibt.
Immer wieder sind in den Text witzige Sätze oder Bonmots eingeflochten, z. B. sagt Cher auf Seite 301: "Das Problem mit manchen Frauen ist, dass sie in Wallung geraten wegen nichts – und dann heiraten sie es auch noch."

Lolas Geschichte endet so wie das Buch anfängt: mit einem Treffen mit Mick Jagger (nur ist Lola nun 63 Jahre alt).
Während viele andere Gesprächspartner nach dem Motto "live hard, die young" sich mit Drogen und Alkohol zugestopft haben und jung verstorben sind, lebt Mick weiter, weil er "auf sich geachtet hat" – wie er im ersten Interview sagte.
Uups, wenn das nicht mal (eine) von Bretts Botschaften ist: "achte auf Dich und Deinen Körper, damit Du länger lebst."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ungeheuer berührende und auch komische Geschichte!, 8. August 2013
Von 
Dieter Drewitz "didi" (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lola, neunzehn Jahre alt, ist 1967 in London und New York für ein australisches Musikmagazin unterwegs.
Sie interviewt einen genialen amerikanischen Gitarristen, der noch kein Star ist: Jimmy Hendrix. Dieser ist offen und liebenswürdig und er ist schwarz. Lola wird ihn beim Festival in Monterey wiedersehen. Drei Jahre später wird er tot sein.

Lily Brett lässt ihre Heldin in kunstreicher Verschränkung der Handlung mehr als vierzig Jahre durchleben bis in die Gegenwart in New York.

Die Eltern Renia und Edek überlebten, voneinander getrennt, das Vernichtungslager Auschwitz. Sie fanden sich 1946 wieder in einem deutschen Lager für „Displaced Persons“, wo Lola geboren wird. Die Familie wanderte nach Australien aus. Alle anderen Mitglieder der Familien wurden in den Ghettos und Vernichtungslagern umgebracht.
Das alles ist mit Lily Bretts eigener Biographie fast identisch.

Lolas schlanke und schöne Mutter ist an Auschwitz innerlich zerbrochen.
Für Renia hält die dicke Tochter traumatische Erinnerungen wach, denn im Vernichtungslager waren nur diejenigen wohlgenährt, die zu den Tätern oder ihren Helfern gehörten. Sie führten an Häftlingen tödliche medizinische Experimente durch, ließen sie ausbluten, verhungern und schickten sie ins Gas.
Die Mutter spricht eigentlich nicht darüber.

Lola sucht für sich ihren Weg aus der Sprachlosigkeit der Elterngeneration.
Sie wird Reporterin.
„Lola sammelte gern Informationen über Menschen und trug sie in Listen zusammen. Sie fand das eigenartig tröstlich. Für ihre Familie hatte sie auch Listen. Listen der toten Verwandten ihrer Mutter und ihres Vaters. Diese Listen bedrückten Lola. Lieber fertigte Lola Listen der Diäten an, die sie gerade in Erwägung zog.“

Lola Bensky kommt in die Welt der anbrechenden Popkultur.
Sie trifft auf die Vertreter einer neuen Musikergeneration: Neben Jimi Hendrix spricht sie mit Cat Stevens, Mick Jagger, Brian Jones, Pete Townshend von "The Who" und Jim Morrison, von "The Doors", mif Sonny und Cher, Janis Joplin und Mama Cass von "The Mamas and The Papas".
Wie unter Zwang kommt sie immer auf ihr Jüdischsein und ihr Übergewicht zu sprechen.
Sie fühlt sich nicht sexy sondern fremd, leidet unter ihre ständigen Selbstbeobachtung, zeigt aber auch Selbstironie, Sarkasmus und einen spezifisch jüdischen Witz, der ihre Gesprächspartner überrascht und öffnet.

Gern hätte man als Leser enträtselt, ob es sich um die realen Interviews der Autorin handelt - der Pop-Journalistin Lily Brett - oder um die fiktionalen Eindrücke ihrer Romanheldin.

Jedenfalls erfahren wir viel Intimes über die Pop Idole: Jim Morrison von „The Doors“ hatte eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit, Brian Jones war ständig stoned, Mick Jagger eine bestens organisierte Persönlichkeit.

Lola ist mit 63 eine schlanke, erfolgreiche Schriftstellerin, die Krimis über das sehr private Detektivbüro von Schlomo und Harry schreibt.
Und Mick Jagger steht immer noch auf der Bühne und singt, und singt, und singt…
während andere Musiker schon lange und für immer abgetreten sind, wie Jimmy Hendrix, Janis Joplin und Brian Jones, die mit 27 Jahren starben.

Lily Brett hat das Schweigen der Elterngeneration überwunden und schreibt wunderbare, oft ungeheuer berührende und auch komische Geschichten auf, die auch ihr eigenes Leben und die Traumatas der Kinder der Opfer aufarbeiten.

Und immer ist das Lesen ihrer Bücher ein besonderes Erlebnis!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverwechselbar: Lily Brett, 23. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lily Brett, da ist sie wieder, wie schön!
Entführt in die Zeit der 60er, der 70er, zu den Idolen einer vergangenen Jugend, zu den Gitarren zerschmetternden Musikhelden, Flower, Power, Drugs..... und in die Zeit der Konzentrationslager, die Zeit der Überlebenden von Auschwitz und die Zeit der Kinder der Überlebenden. Und dies zuweilen in drei aufeinanderfolgenden Sätzen. Es gibt keine Autorin, der dies so meisterhaft gelingt, wie Lily Brett, keine, die es schafft, ihren Sätzen so leichte, überraschende, oft humorvolle, manchmal köstliche Wendungen zu geben. Dies ist das Unnachahmliche, das mich immer wieder aufs Neue fasziniert und begeistert: Lily Brett schreibt über Unsagbares und Belangloses, über Bitteres und Fantastisches, über Tieftrauriges und ungemein Heiteres, ohne in ihren Sätzen zu ermüden und ohne die Leser ermüden zu lassen. Und Lola Brensky tut es ihr natürlich gleich. Sie nimmt uns mit, auf eine Reise in die Vergangenheit, eine aufregende, anstrengende Zeit und führt uns wieder zurück ins Heute. Dazwischen liegen gelebtes Leben und Tod. Und Lebensaufgaben, die nicht zwangsläufig zum Scheitern führten, sondern mitunter auch gemeistert werden konnten und können. Hoffnung und Zuversicht.
Und jede Menge gute Songs!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen teils teils, 27. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Manche Passagen in diesem Buch sind großartig: Das Verhältnis von Lola zu ihren Eltern, die das KZ überlebt haben und trotzdem nicht mehr wirklich lebendig sind. Ihre Diäten. Die Momente, wenn das Geplauder über Rockmusik in existentielle Fragen umkippt. Ich hätte wirklich gern gelesen, wie sich diese junge Frau entwickelt, befreit und lernt mit ihrer Last zu leben. Leider bricht das Buch dann ab. Und plötzlich ist die Heldin eine ältere Frau und gestandene Autorin. Manches aus ihrem Leben, wie z.B. der Tod der Mutter, werden dann kurz nacherzählt, aber so richtig dabei ist man nicht mehr. Statt dessen erfährt man in epischer Breite Details ihrer Detektiv-Romane, die mich wirklich kein bisschen interessiert haben. Hatte die Autorin da keine Lust mehr auf ihre Lola? Mit "Chuzpe" kann dieses Buch keinesfalls mithalten, aber wegen der ausgesucht guten Dialoge, der schönen Hauptfigur und der Art, wie das Grauen des KZs immer wieder in den Alltag Lolas und damit in das Bewusstsein der Leserin eindringt, drei Sterne.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig realistisch, 20. Dezember 2013
Auch wenn Lola eine Romanfigur ist, finde ich es schon merkwürdig, wenn sie jedem Fremden erzählt: "Ach übrigens, meine Eltern waren im Todeslager. Meine Mutter ist von Schäferhunden vergewaltigt worden" Ist das realistisch? Tut man das? Ich bin da sehr skeptisch. Ich könnte mir vorstellen, dass man Freunden und Freundinnen diese schmerzlichen Familiendetails erzählt, in einer intimen stillen Stunde. Aber Fremden, Interviewpartnern? Absurd!

Mein eigener Vater war behindert. Habe ich das jedem sofort erzählt? "Ach übrigens, meinem Vater hat man in Russland ein Bein weg geschossen und dann kam er nach Sibirien." Wenn meine Freunde mich besucht haben, trafen sie meinen gehbehinderten Vater, mehr nicht.

Lily Brett hat früher wirklich angehende Rockstars interviewt. Währen die Originalinterviews nicht interessanter oder bedarf es der Krücke, um etwas über die Nachkommen der KZ-Opfer zu erzählen? Ich trenne lieber!
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5.0 von 5 Sternen Wie immer großartig, 4. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lilly Brett at its best: jetzt wird das Bild langsam komplett, was unsere werte Autorin in ihren frühen 20ern so umgetrieben hat. Die berühmten Musiker, allen voran Jimi Hendrix wie auch Mick Jagger kommen als liebenswert und zugewandt rüber. Die Spannbreite zwischen ihren Komplexen und der Leichtigkeit, mit der sich Lola Bensky zwischen den ganzen aufsteigenden Sternen der Popkultur bewegt ist mitreißend. Ich warte auf das nächste Buch....
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5.0 von 5 Sternen Lily Brett, 5. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Lola Bensky: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lola ist neunzehn Jahre alt, und unterwegs für ein australisches Musikmagazin.Sie sitzt in London in einen Pub auf einen Barhocker, neben Jimmy Hendrix. Lola ist eine Jüdin. unvorteilhaft dick aber Selbstbewusst. Beides wird ihr späteres Leben prägen. Sie trägt Netzstrümpfe, um das schmerzhafte Einschneiden in ihre Oberschenkel, hat sie Papiertaschentücher zwischen die Haut und die Netzstrümpfe geschoben. Was nicht so gut ist, die Papiertaschentücher zersetzten sich und kleine Fetzten fallen unter ihrem Rock. Ein intensives Gespräch mit Jimmy Hendrix, lässt Lola die Angst vor der Entdeckung schwinden. Vier Jahrzehnte lang, durchläuft Lola ein Leben voller Kuriositäten. Eine nette Geschichte eigentlich, doch dieses Buch erzählt noch von einer ganz anderen Geschichte. Sie handelt von Lolas Eltern, und deren Familien, die von den Nationalsozialisten ausgelöscht wurden. Renia und Edek, die Eltern überlebten, allerdings voneinander getrennt, im sogenannten Vernichtungslager Auschwitz. Später im deutschen Lager für >> Displaced Persons <<, wurde Lola geboren. Die Eltern wanderten mit ihrem Kind nach Australien aus. Die Zeiten vergehen. Lola Bensky taucht in die Welt der aufreibenden Popkultur. Sie trifft viele Popmusiker, wie Jimmy Hendrix, Cat Stevens, oder Mick Jagger. Auch Brian Jones, Pete Townshend von The Who und Jim Morrison, dem Frontmann von The Doors, Linda Eastman, die dann Paul McCartney später heiratete, und Sony Bono und Cher, die damals noch ein Paar waren. Hinzu gesellt sich noch die unvergessliche Janis Joplin und die Mama Cass von The Mamas and The Papas. Die ganze Palette der Sixties, durchlebte Lola Bensky. Das Buch ist im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen. Lola Bensky war fest entschlossen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, es ihr ihr gelungen. Fazit: Lola Bensky ist ein hinreißender komischer und lebenskluger Roman über eine unkonventionelle junge Frau und die Last der Vergangenheit. Und eine fulminante Hommage an die großen verrückten Heldinnen und Helden der Sixties.
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Lola Bensky: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Lola Bensky: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Lily Brett (Taschenbuch - 21. Oktober 2013)
EUR 9,99
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