Kundenrezensionen


19 Rezensionen
5 Sterne:
 (15)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aber nur die ersten paar Tage!
Es geht mir gemeinhin mächtig auf den Senkel, wenn ein Schreiber in seiner Rezension lediglich den Klapptext der Rückseite des zu rezensierenden Buches abschreibt und das ganze dann nur noch mehr oder minder talentiert mit ein paar Worthülsen aus dem Phrasen-Baukasten für Hobbykritiker aufhübscht; noch mehr auf den Senkel geht mir, wenn dabei der...
Vor 10 Monaten von Christian Günther veröffentlicht

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur fuer Fans!
Ich bin Neil Young - Fan und habe um die 30 Tontraeger von ihm Zuhause, aber das war mir dann doch zu speziell. Ich hätte mich schon durch das Buch durchkaempfen, nebenbei die alten Scheiben rauskramen und die gute alte Zeit heraufbeschwören können, aber mir war das schlichtweg zu anstrengend, wie überhaupt das ganze Buch zu anstrengend und nur was...
Vor 22 Tagen von Wolfgang Berger veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aber nur die ersten paar Tage!, 3. Februar 2014
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der von Neil Young Getöteten (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Es geht mir gemeinhin mächtig auf den Senkel, wenn ein Schreiber in seiner Rezension lediglich den Klapptext der Rückseite des zu rezensierenden Buches abschreibt und das ganze dann nur noch mehr oder minder talentiert mit ein paar Worthülsen aus dem Phrasen-Baukasten für Hobbykritiker aufhübscht; noch mehr auf den Senkel geht mir, wenn dabei der Eindruck entsteht, mehr hat der Schreiber vom Buch auch gar nicht gelesen; ganz gleich ob Feuilleton-Profi oder Freizeitaktivist.

Nun hat aber ein Feuilleton-Profi der Frankfurter Rundschau vor Jahren einen so trefflichen Kommentar hinterlassen, den der Verlag völlig verständlich werbewirksam auf der Rückseite des Buches platzierte (leider neben ein paar weiteren Satzkreaturen, die man dank lobender Allgemeingültigkeit auch auf jedes andere Buch hätte drucken können), dass ich hier nun selbst einmal etwas vom Klapptext abschreiben muss; einen Satz nämlich, der so zutreffend die aufkommende Stimmung beim lesen beschreibt, dass er einfach zitiert werden muss (ich würde ja an dieser Stelle gern den Namen des Schreibers erwähnen, nur leider wird bei derlei Zitaten immer so getan, als schrieben die Blätter sich selbst - "Wichtiges Buch" (New York Times), "zu viele Buchstaben, zu wenig Fotos" (Bild), sei es drum), also ein Kommentar aus der Frankfurter Rundschau: "Man möchte, noch im Pyjama, den nächsten Plattenladen aufsuchen und sich mit Neil Young eindecken. Mit allem, was es je von ihm gab!"

So ist es! Nun besitze ich zwar keinen Pyjama und trage demzufolge auch keinen, nenne dafür aber alle offiziellen Alben Neil Youngs mein eigen (inklusive der von ihm seit einigen Jahren in der "Neil Young Archive Series" veröffentlichten offiziellen Bootlegs) und dennoch kann ich den Impuls des Schreibers aus Frankfurt nur zu gut nachvollziehen. Navid Kermani beschreibt persönliche Lebenssituationen in einer intelligenten Hemdsärmligkeit, dass auch Neil Young sich darin erkennen würde, und streut subtil einen feinen, oberflächlich betrachtet nicht unbedingt Menschenfreundlichen Humor ein. Das ganze auf einem wohltuend hohen Sprachniveau, was leider in Literatur über Rockmusiker eher nicht die Regel ist. "Das Buch der von Neil Young getöteten" ist auch weniger ein Buch über den kauzigen Kanadier (und Navid Kermani ist als Publizist auf keinem Feld weniger anzutreffen, als auf dem des Musikjournalismus), sondern viel mehr ein autobiographisches Buch des Autoren mit Fokus auf die Rolle Neil Youngs in seinem Leben; besser der Songs und Platten von Neil Young.

Es beginnt mit den Blähungen seiner damals gerade einwöchigen Tochter und mündet über 140 Seiten, nach vielen Lebensbegebenheiten des damals 35jährigen Kermani, immer öfter in nahezu philosophischen Gedankengängen (und das keinesfalls, weil auch Philosophen zuweilen Blähungen haben, wenn vielleicht auch bedachter als unsereins und dann wohl auch eher mit bedeutungsschwerem Gesichtsausdruck vorgetragen). Neil Young ist immer präsent, irgendein Lied spielt zumindest in Gedanken, meist aber ganz konkret mit hinein; hilft verstehen, begleitet, unterstützt auf wundersame Weise, untermalt als Soundtrack eine Lebenssituation, tröstet, ermuntert, lässt genießen u.s.w.
Und natürlich geht Kermani auf etliche der Songs ein, auf ganze Alben hie und da, und man unterbricht das Lesen immer und immer wieder, läuft zum Plattenschrank, sucht das entsprechende Album heraus, legt es ein oder auf, tippt den gerade beschriebenen Song an und überprüft die Wirkung.

Doch selbst wenn man die Alben nicht griffbereit hat (und dann womöglich das dringende Bedürfnis des zitierten Schreibers oben verspürt), kann einen die beschriebene Zuneigung Kermanis und die kaum überzubewertende Bedeutung der konkreten Songs und letztlich des gesamten Werks von Neil Young für ihn, einfach fesseln und begeistern - und es könnte sein, so man Neil Young nicht schon vor der Lektüre dieses Buches für sich entdeckt hat, dass man dem Autor in einem Gedankengang, den er recht früh im Buch artikuliert, plötzlich trotzdem innerlich zustimmt:
"... aber das gehört eigentlich nicht hierhin, weil ich ein Buch über Neil Young schreibe und dieser erst in das Leben meiner Tochter trat, als sie ihn brauchte (früher glaubte ich, dass man Neil Young immer braucht, aber inzwischen denke ich, man kommt die ersten paar Tage (im Leben) auch ohne ihn über die Runden)..."
Youngs Songs werden von Seite zu Seite mehr zur selbstverständlichsten Lebenszutat, zum Schlüssel für beinah jede denkbare Lebenssituation. Und Situationen, zu denen tatsächlich kein Neil Young Song passen würde, erscheinen einem plötzlich unwert angestrebt zu werden.

Ein wirklich wunderbares Stück Literatur für Neil Young Hörer und wohl auch für jene, für die sich das Gepolter, Geschepper und Gejaule des mürrischen Anti-Rockstars bisher nicht erschloss. Nach dem Buch könnte sich das ändern.

Auch wenn ich nun nicht nochmal loslaufen muss, um mir alle Neil Young Platten ins Haus zu holen, hat das Buch erreicht, dass ich selbiges Bedürfnis verspüre, um mir weitere Bücher von Navid Kermani zuzulegen, auch wenn diese thematisch ganz anders orientiert sind; wenn auch nicht im Pyjama.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I'm just a dreamer and you are just a dream", 19. Juni 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Well i woke up in the morning
with an arrow throw my nose.
there was an indian in the corner
trying on my clothes."

Es gibt Musiker und Dichter, denen wird eine ganz besondere Verehrung zuteil, die über sie hinaus, auf den Mythos von Kunst und deren Erleben selbst zuweisen scheint. Diese Kübstler sind nicht alle signifikant, erfolgreich oder allgemein bekannt - überhaupt eint ihre Kategorie eigentlich nur die Tatsache, dass sie einzigartig und verehrt sind. Wenn etwas sie verbindet, dann ist es die gewaltige, die imposante, eigentlich nicht zu bewältigende Aufgabe, ihr Werk zu erklären, zu beschreiben, es anderen, außerhalb des Verehrerkreise nahezubringen; oder anders gesagt: Es verbindet sie, dass bei jedem das ganze Werk schon so groß ist, wie eine in einem Leben zusammengetragene einzig zu erfahrende Welt.

"Mir kommt es wie Magie vor, was Neil Young mit seiner Gitarre treibt; als verliefen deren Seiten quer durch meine Seele, bringt mich nach einer kurzen Weile jeder Ton, den er anschlägt, zum Beben."

Neil Young ist so etwas wie der Urkünstler, der Mann, der in seinem Leben alles ausprobiert hat, jede Musikrichtung, jeden Stil, jede metakünstlerische Improvisation der Welt - als solcher zumindest war er mir bekannt, bevor ich dieses Buch las. Im Nachhinein habe ich also nur die "außenweltliche" Vorstellung von ihm gekannt; seine Musik hat mich nie so bewegt wie die von anderen Künstlern wie Springsteen oder Dylan, auch wenn einige wirklich enorme Kompositionen doch den Weg in meine Sampler gefunden haben. Was dieses Buch mir nahegebracht hat, sind vor allem seine Texte und die herausragende Kraft einiger mir noch unbekannter Stücke, unter deren Einfluss ich diese Rezension jetzt schreibe.

"If I hold on just one thought
For long enough to know
Why my mind is moving so fast
And the conversation is slow
Burn off all the fog
And let the sun through the snow
Let me see your face again
Before I have to go"

Ich denke - und damit überwinde ich mich, endlich auch richtig über das Buch zu schreiben, was mir schwerfällt, weil es so gering im Ausdruck, aber so groß im Eindruck ist, dass man wenig über das genau Potential sagen kann -, dass dieses Buch nicht nur etwas für Fans, bereits oder zukünftig, von Neil Young ist. Es ist ein Buch für alle, die die Geschichte einer Liebe hören wollen, nur nicht die einer Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, sondern die lange, lebenserklärende Liebe zwischen einem Mann und der Musik eines Künstlers, der Kunst eines Künstlers. "Das Buch der von Neil Young getöteten" hat viele Komponenten, eine davon sicherlich die interessanten Vergleiche und Einbringungen des Sufismus, des weiteren die Teile über Vaterschaft und wie immer diverse Fragen des Lebens. Doch letztendlich ist Neil Young der Grund dieses Meeres aus verschiedensten Strömungen und das Buch einfach eine Analyse, eine Annäherung an das Gefühl, da zu sein. Hier zu sein und danach die Erkenntnis, dass es etwas wie Neil Young hier gibt. Dass es Liebe gibt, Glück und Neil Young. Und dass so etwas wie Neil Young, abseits der Dinge, die uns verbinden, etwas ist, was uns außerhalb der Zeit hält, für einige Augenblicke.

"Pardon my heart
If I showed that i cared
But I love you more than moments
We have or have not shared."

Viele werden jetzt meinen und sie meinen richtig, ich hätte zu wenig über das Buch geschrieben. Zu wenig über den Inhalt und dass ich besser gar keine Rezension geschrieben hätte. Vielleicht stimmt das ebenfalls. Und dass es mir ein tiefes Bedürfnis war, über dieses Buch eine Rezension zu schreiben, dass kann ich nicht als Verteidigung anführen, denn es stimmt nicht. Aber dieses Buch hat mich, mit seinem gelungenen Versuch (diese beiden Wörter sagen eigentlich schon alle), so sehr berührt, dass ich selbst versuchen wollte, ihm auf gewisse Weise in einer Rezension noch einmal nahe zu sein.

Man lese dieses Buch, wenn man wirklich einmal etwas lesen will, was einen unvorbereitet mit einer neuen Welt zusammenbringt; und das einem von etwas erzählt, über das man auch in vielen anderen Büchern viel lesen kann, aber sicherlich nicht auf so unvergleichlich verwirrende und besondere Weise.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, warum man Rockmusik unbedingt zum Leben braucht!, 23. Oktober 2002
Von 
Peter-Thilo Hasler (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was bringt einen in Köln lebenden deutsch-iranischen Islam-Wissenschaftler dazu, zwei augenscheinlich weit voneinander abgelegene Forschungsgebiete wie Neil Young und islamische Mystik miteinander zu vergleichen? Die Antwort ist einfach: Die Geburt seiner Tochter bzw. die sich kurz danach einstellenden Blähungen, von Medizinern harmlos als frühkindliche "Drei-Monats-Koliken" bezeichnet, die dem Autor (und seiner Frau!) das Leben zur Hölle machten und ihn auf der verzweifelten Suche nach Erleichterung zum CD-Player greifen und seine Lieblingsscheibe einlegen ließen, eben Neil Youngs 1969 erschienenes "Last Trip to Tulsa". Die trotz des Gitarrenlärms vernehmbare, schlagartige Stille seiner Tochter war für den Autor ebenso überraschend wie das Phänomen, dass sich das Baby eben nur mit Neil Young besänftigen ließ - weder Mahlers Vierte noch Pop aus Afrika vermochten da weiter zu helfen - so wurde zur Not dasselbe Stück eben bis zu 16-mal hintereinander abgespielt.
Auch vom Lärm, der zunächst "viel zu laut für ein Baby" aus den Boxen dröhnt, lässt sich das Neugeborene keinesfalls beeindrucken, im Gegenteil, scheint es doch vollkommen in der Musik aufzugehen, und das, obwohl "Last Trip to Tulsa" nicht etwa eines der "vielen harmonischen, selbst Frauen und Kindern zugänglichen, mitunter zugegeben seichten, vereinzelt ... peinlichen Lieder" ist, sondern vielmehr eines, das die Liedstruktur "von innen zertrümmert". Während Kernani in schweren Ausfallschritten schwankend stolziert und seine Tochter wie ein "betrunkenes Kamel" herumschwenkt, kommen ihm über die Jahre die haarsträubendsten Assoziationen und die kuriosesten Welterklärungsmodelle, von Heidegger über Adorno, von der ersten Nassrasur bis zu dem Gefühl, einen "euphorischen, kosmischen Orgasmus" erlebt zu haben.
Kernani ist ein Young-Fan erster Güte, der früher vielleicht geglaubt haben mag, "dass man Neil Young immer braucht, aber inzwischen denkt, man kommt die ersten paar Tage auch ohne ihn über die Runden". Seine Liebe zu Young gipfelt im Lob der sprachschöpferischen Raffinesse einer fünfzeiligen Strophe, die aus nichts als dem 15-maligen tantra-artigen Wiederholen des Wortes "Helpless" besteht. Trotz seiner witzigen Selbstironie ist Kernani objektiv genug, Young einige Schwächen zu attestieren, so z.B. im Gitarrenspiel, seinen Bibel-Kenntnissen oder seinem schwer verständlichen Gebrabbel in Jim Jarmuschs Film "The Year of the Horse" - doch, sind wir ehrlich, wissen wir alle, dass das akustische Verständnis der Texte Neil Youngs ohnehin nicht wichtig ist, weiß man doch sowieso, worum es geht. Dadurch bleibt das Buch lesbar, ohne sich in Fachsimpeleien oder gar Verklärungen des Idols zu ergehen und sogar der musikalische Laie erhält einen gründlichen Einblick in das Werk des Kanadiers.
Gleichzeitig gibt Kernani in seinen Interpretationen immer auch ein großes Stück von sich selber preis. Dadurch stellen sich seltsame Deja-vu-Erlebnisse beim Lesen ein, ja man ist vielfach versucht, Kernani sofort zu schreiben, so sehr spricht er einem von der Seele. Vor allem wenn er die Erklärung für den skurrilen Titel gibt, den er von einer Handschrift, dem „Buch der vom Koran Getöteten", ableitet, worin von Mystikern die Rede ist, die den Koran gehört haben und darüber gestorben sind, was für Kernani keineswegs kurios oder unglaubwürdig ist, da er selbst all seine Wünsche und Erfahrungen der letzten Jahre auf einen einzigen, flüchtigen Moment ausrichtet, nämlich auf den, wenn Neil Young das abschließende "Dead" von "Down by the River" ruft. So ist das "Buch der von Neil Young Getöteten" ein leidenschaftliches, ein fesselndes Buch, aus dem man am liebsten seitenweise zitieren möchte. Es ist voller Enthusiasmus für das Werk eines der größten Gitarristen, es ist das Beste, was je über Neil Young geschrieben worden ist und es ist sicherlich einer der besten Wegweiser über die Leidenschaft zur Rockmusik und ihren Auswirkungen auf das Leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vater sein dagegen sehr..., 19. August 2002
Von 
und ich dachte, ich wäre der einzig bekennende Neil Young Fan des zentralen Rheinlands, und dann schreibt N. Kermani das Buch, das man immer schon selber schreiben wollte! Ich habe das Buch aufgeschlagen, angelesen, aufgelesen und versucht, meiner Partnerin, die in 2 Monaten mein erstes Kind zur Welt bringt (der geneigte Leser wird wissen, was ich meine)zu erklären, das alles gut wird.
Das Buch ist ein Muß für alle Neil Young Fans, und damit kommen wir zum Problem: Für nicht Neil Young Fans hat das Buch zwar einiges zu bieten (Leidenschaft zur Musik zum Fußball zur Frankfurter Schule zur Mystik etc.), aber es ist nun mal ein Buch, was trotz der oben erwähnten Kriterien den Musiker und Menschen Neil Young beschreibt.
Wenn man allerdings Zeit seines Lebens versucht hat, seinem Partner zu erklären, warum gerade jetzt dieses oder jenes Stück Musik gespielt werden MUSS, wenn man es endlich schaffen möchte, diese Zwangsläufigkeit zu erläutern und nicht mit Unverständnis konfrontiert werden möchte, dann hat das Buch auch für nicht Neil Young Fans seinen Zweck erfüllt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch ist so ungewöhnlich wie sein Titel, 1. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Büchlein ist ein Knaller! Das ungewöhnlichste Werk, das ich je gelesen habe. Für Normalsterbliche eine Offenbarung - für Neil-Young-Fans ein Muss! Der Autor mit dem orientalischen Namen schafft das, wozu ich tumber Tor nie in der Lage war: die Begeisterung für Neils sehr spezielle, unvergleichliche Musik in Worte zu fassen. Treffsicher auch die Charakterisierung des Meisters selbst und seiner bevorzugten Kumpane (Crazy Horse) - einschließlich der dazugehörigen Fans!

Was dieses Werk weit über das Niveau sonstiger Musikbücher hebt ist die Leichtigkeit der Schreibweise mit einem hintergründigem Humor (geradezu genial die Idee, als Aufhänger die Schreigewohnheiten seiner neugeborenen Tochter heranzuziehen, die sich ausschließlich mittels N.Y.-Musik in den Schlaf wiegen lässt) und gelegentlichen tiefsinnigen Ausflügen ins Metaphysische.

Letzteres fällt dem Autor auch nicht schwer, handelt es sich bei ihm doch - ich traute meinen Augen kaum - um einen (leibhaftigen) Islamwissenschaftler! Das erklärt den unerwarteten Namen des Schreibers aber auch den Titel des Büchleins (Originalvorlage: Die vom Islam Getöteten).

Nun weiß ich, dass es möglich ist, in beiden Kulturen zu Hause zu sein. Und die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Verleihung des hessischen Kulturpreises, in dessen Mittelpunkt unser Neil-Young-Fan steht (!), betrachte ich nun mit ganz anderen Augen.

Die Lektüre des Büchleins blieb bei mir übrigens nicht ohne Folgewirkung. Ich fragte mich: Wer solch tiefgründige Betrachtungen über den Godfather of Grunge anstellen kann, was mag der wohl auf seinem eigentlichen Fachgebiet mitzuteilen haben? Und so begab es sich, dass ich - was ich als ein der Spiritualität und speziell dem Islam nicht besonders zugewandter Erdenwurm - sonst nie getan hätte: Ich habe mir ein Kermani-Werk mit dem Titel Dynamit des Geistes - Martyrium, Islam und Nihilismus" reingezogen!

Dennoch lautet der Leitsatz meiner Weltanschauung auch künftig unverdrossen: Rock n Roll will never die!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar..., 15. August 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein wunderbares, kleines Büchlein eines jungen Islam-Wissenschaftlers über seine und seiner neugeborenen Tochter Beziehung zu Neil Young und dessen Musik, Stimme, Werk und Wirken auf Erden... Sehr persönlich, sehr gut zu lesen, ÄUSSERST WERTVOLL!!! --- In der Tat spricht mir der Autor in vielen seiner Worte so sehr aus dem Herzen und aus der Seele, dass ich kaum glauben kann, dass das jemand anderes, ein mir persönlich völlig Unbekannter ist! Und zu erfahren, dass ein neugeborenes Mädchen intuitiv mehr als positiv auf Neil Young (und nur auf ihn) reagiert, bestätigt meine eigenen Erfahrungen mit meinem (mittlerweile allerding schon fast fünfjährigen) Sohn, der seit Jahren schon hartgesottener Neil Young-Fan ist (mit einer der jüngsten wahrscheinlich, die Neil auf der EUROTOUR 2001 mit Crazy Horse live erlebt haben!), der ebenfalls niemand anderes als Neil Young als Musikerlebnis akzeptiert...
Wie gesagt, ein wunderbares Buch... Danke, Navid!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rock and Roll will never die!, 9. November 2008
Vorweg: eins in diesem Buch provoziert meinen Widerspruch: dass Frauen angeblich Neil Young nicht mögen... Ich bin weiblich und höre ihn seit 35 Jahren, und es gab Zeiten, in denen er der absolut Größte für mich war. Und dank dieses Buches weiß ich nun auch, warum mich die Ausstrahlung dieser Musik immer so fasziniert hat. Das hat Kermani einfach wunderbar formuliert.
Und die Szenen mit seinem brüllenden Baby, das nur durch Neil Young zu beruhigen war, sind einfach wunderbar (ach, hätte es doch dieses Buch schon zu der Zeit gegeben,als mein Sohn diese gräßlichen Koliken hatte, -leider bin ich nicht selbst auf die Idee gekommen, es auszuprobieren. Aber es klingt völlig plausibel: wahrscheinlich hätte es funktioniert!). Und dann immer wieder diese Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang in diesem Buch. Und ich fühle mich verstanden!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für jeden NY-Fan das absolute Muß!!!!!!, 13. April 2003
Ich bin ein eingefleischter Neil Young Fan und besitze alle seine Scheiben. Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen, habe es bestellt und war schlicht weg begeistert. Navid Kermani zeigte mir, ich bin nicht alleine mit meinem Musikgeschmack.
Es ist normal, wenn mir diese Fistelstimme gefällt, es gibt noch andere die in dem Gitarrenradau Ruhe finden, es wurde mir bestätigt, das Frauen nie Neil Young richtig verstehen werden (meine flüchtet immer, wenn ich Neil Young einlege), das Neil Young auf Kinder beruhigend wirkt, etc...
Wer Neil Youngs Musik "ganz nett findet" und ab und zu mal hört, wird mit diesem Buch nicht allzuviel anfangen können, wer die Musik dieses Musikers liebt und zum Leben braucht, wie Wasser, der wird die Seiten einzeln in sich aufsaugen, an manchen Stellen neues erfahren, es ist einfach genial!!!!
Danke, Navid Kermani, dass es Dir gelungen ist Gefühle zu einer Musik in Worte zu fassen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur für Neil-Young Fans. Oder ... ?, 16. Dezember 2004
Worum geht es in dem Buch? Um die kleine Tochter des Autors, die an schweren Koliken leidet. Um die Bibel geht es, um den Koran. Um das Leben und das Sterben und den Tod geht es. Die letzte Seite des Buches habe ich immer und immer wieder gelesen und ich werde sie immer und immer wieder lesen.
Ach ja, und um Neil Young geht es auch, natürlich, diesen linkischen Kerl mit der penetranten Eunuchenstimme, der seine Gitarre selten schön, aber oft unerträglich laut spielt, und dessen Musik und charismatisches Auftreten mich seit gut 35 Jahren faszinieren, und es noch 35 Jahre tun werden, so Gott will.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verständnis auf einer tiefen Ebene, 31. Januar 2004
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist furchtbar: Das Kind schreit immer. Da ist es ein äußerst schwacher Trost, sich einzureden, dass das Brüllen immerhin die Lungen der kleinen Kreatur stärkt. Es ist so schlimm; dass der Vater regelrecht verzweifelt und nicht mehr versteht, wie der Schöpfer einem Kind so einen schmerzhaften Start ins Leben geben kann. Nichts hilft. Nur wenn er die alten Scheiben von Neil Young auflegt, hört das Kind auf zu schreien. Nur das hilf, nur bei Neil Young hören die Koliken plötzlich auf - ausgerechnet bei diesem schauderhaften Lied mit Überlänge ‚Last Trip to Tulsa'. Die Nachbarn finden inzwischen nichts mehr an dem Stück und überlegen schon, ob das Kinderschreien nicht besser war; Kritiker fanden, dass es Ausdruck eines Borderline-Falles ist - aber was findet nun das Kind daran? Was ist überhaupt dran an Neil Young? Nach dem Vorbild der Schrift ‚Das Buch der vom Koran Getöteten' (das von Fällen berichtet, bei denen Leute durch die Schönheit des Korans so überwältigt waren, dass sie daran gestorben sind) versucht nun Navid Kermani der Sache etwas näher zu kommen. Zum Glück versucht er es gar nicht erst durch Textanalysen - im Gegenteil: Er unterliegt sofort den selben Missverständnissen, die wir noch aus unserer Jugend kennen, als wir wegen mangelnder Sprachkenntnisse Bedeutungen in die Popsongs hinein geheimnist haben, die da gar nicht waren; so dachte er zum Beispiel immer, dass „it won't be long" soviel bedeutet wie: Es ist sowieso nicht von Belang. Seine vorsichtigen musikalischen Analysen beschränken sich weitgehend auf den Eindruck, dass die gesanglichen Möglichkeiten vermutlich nicht wirklich ausgenutzt wurden (das ist doch nett formuliert, oder?). Wie also kommt man dann der Sache näher? Ganz anders. Dadurch, dass er versucht, das Ganze zu sehen, dass er sich auf das Wesentliche beschränkt, - auf das, was tatsächlich Wirkung zeigt was und durch eine Analyse der Einzelteile nach den üblichen Methoden nur verstellt würde, weil es nur nachgedacht und nicht nachempfunden wäre. Kermani gelingt es aber zu zeigen, wie durch eine Pause nach dem Stichwort „dead" an einer ganz bestimmten Stelle (die eigentlich keine bestimmte Stelle ist, sondern eben gerade das Fehlen einer solchen zitierbaren Stelle)die Gleichzeitigkeit von Lust und Schrecken zu einer ästhetischen Grunderfahrung wird. Gleichzeitig gelingt ein wunderbarer kultureller Brückenschlag zwischen den Kulturen des Ostens und Westens auf einer unerwarteten, tiefen Ebene (als kleine Nebenwirkung hat es außerdem dazu geführt, dass ich mir die alten Stücke von Neil Young wieder besorgt habe).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das Buch der von Neil Young Getöteten (suhrkamp taschenbuch)
Das Buch der von Neil Young Getöteten (suhrkamp taschenbuch) von Navid Kermani (Taschenbuch - 18. August 2013)
EUR 7,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen