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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Auflage unter neuem Titel eines wunderbar erzählten Krimi-Klassikers
New York, kurz vor Weihnachten 1958. Der bislang in Skandinavien für die CIA tätige, charmante und clevere Walter Withers kehrt - nicht ganz freiwillig - in seine geliebte Heimatstadt New York zurück, auch um dort einige gemeinsame Monate mit seiner Freundin - einer linksgerichteten, offenen und frechen Jazz-Sängerin - zu verbringen. Er heuert bei...
Vor 12 Monaten von Christian Mayr veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Reif für die Insel
Bevor Don Winslow in entlegene Sphären schriftstellerischen Könnens aufstieg, schrieb er handwerlich saubere und ausgefeilte Thriller. Dazu gehört Isle auf Joy.

Walter Withers, ehemaliger Agent der CIA, wohnt wieder in New York City, seiner Stadt. Als Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma wird Withers Ende 1958 vom Strudel aus Mord,...
Vor 5 Monaten von Christian Johann veröffentlicht


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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Auflage unter neuem Titel eines wunderbar erzählten Krimi-Klassikers, 19. Juni 2013
Von 
Christian Mayr "einmeier" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
New York, kurz vor Weihnachten 1958. Der bislang in Skandinavien für die CIA tätige, charmante und clevere Walter Withers kehrt - nicht ganz freiwillig - in seine geliebte Heimatstadt New York zurück, auch um dort einige gemeinsame Monate mit seiner Freundin - einer linksgerichteten, offenen und frechen Jazz-Sängerin - zu verbringen. Er heuert bei einer renommierten Privatdetektei im Zentrum der pulsierenden Stadt an und kümmert sich vorzugsweise um die Personalüberprüfung größerer Unternehmen, eine nicht zwingend aufregende Arbeit, die aus wenigen Recherchen, zumeist aber Büroarbeit und Ablage besteht. Auf besonderen Wunsch seines Vorgesetzten soll er ausnahmsweise als Personenschützer einige Tage lang den aufstrebenden Senator Keneally und seine entzückende Gattin durch die Veranstaltungen der 'High Society' begleiten und lässt sich widerstrebend auf verschiedene Gefälligkeiten ein - nicht zuletzt, da Keneally als Präsidentschaftskandidat gehandelt wird und sein Vorgesetzter eine klare Sprache spricht, was er von seinem Angestellten erwartet. Doch eine der Gefälligkeiten endet tragisch und Withers gerät in das Kreuzfeuer aus Erpressung und Skandalen, er wird zur Zielscheibe des FBI, des CIA, der örtlichen Polizei und selbst der Mafia. Nur langsam durchschaut er ein komplexes, abgekartetes Spiel, in dem er eigentlich nur als Verlierer hervorgehen kann. Doch so wie er New York liebt, liebt die Stadt und ihre Unterwelt auch ihn, so dass kurz vor Silvester 1958 vielleicht doch noch ein Entkommen möglich zu sein scheint.

Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass in lokalen Buchhandlungen der klassische 'Neuheiten'-Zettel im Buch steckt und "Manhattan" in größeren Mengen in den dafür vorgesehenen Stapeln der Neuveröffentlichungen ausliegen: Tatsächlich erschien dieser 1996 in den USA veröffentlichte Krimi bereits 1997 in Deutschland unter dem Titel "Manhattan Blues" und wird vom derzeitigen Verlag als 'Wiederentdeckung' gefeiert. Es sei dahingestellt, ob man damit die Zeit bis zur Veröffentlichung von einem tatsächlichen neuen Roman Winslows überbrücken möchte - unbestritten handelt es sich aber um einen sehr unterhaltsamen, schönen und klassischen Krimi:

Der 'frühe' Winslow verzichtete hierbei auf die heute für ihn so prägnante Sprachverknappung und die Brutalität, stattdessen nimmt er sich ganz im Gegenteil sehr viel Zeit und Muse für die sehr ausführliche Schilderung der sehr detailliert gezeichneten Protagonisten. Noch intensiver, noch ausführlicher zeichnet er das Bild New Yorks in den 60er Jahren und führt uns quer über den gesamten Broadway durch die kulturelle Landschaft aus Bars, Hotels, Kneipen und der damaligen Szene, nimmt uns zu einem Football-Spiel mit und gibt uns einen Einblick in die damalige Jazz-Szene und die der 'Beatniks' - vieles davon erscheint anfänglich irrelevant, tatsächlich aber nehmen all diese Fragmente durchaus Einfluss auf das Geschehen. Winslows Ausführlichkeit ist so präzise, dass er es selbst bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen schafft, dem Leser eine authentische, weihnachtlich verschneite Stimmung New Yorks zu schildern.

Damit ein wirklich wunderbarer, ganz klassischer Krimi mit Spionage-Elementen und einem großen, grandiosen 'Showdown' und einem langen, aber interessanten Vorspiel, das uns einen großartigen Blick in die 60er Jahre erlaubt und dank frischem Humor und der komplexen Story alles andere als verstaubt wirkt. Vielleicht bin also nicht nur ich dankbar, dass der Verlag dieses kleine literarische Schmuckstück des jungen Winslow neu auflegt und damit weitere Leser diesen Roman nun auch für sich neu entdecken?
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5.0 von 5 Sternen Für Winslow Fans ein Muss, 30. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Es ist schwierig als WInslow-Fan objektiv zu bleiben. Doch was soll man über ein Buch anderes sagen, wenn man derart gefesselt ist, von der ersten Zeile bis zum Schluss, wenn die Charaktere noch weiterleben, wenn ihre Geschichte zu einer Welt werden, von der man glaubt, dass es sie tatsächlich so gibt. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Wem der schnelle Schreibstil und die ausgefallenen Charaktere von Winslow gefallen, der wird entweder Fan oder wer ihn schon kennt, der wird dieses Buch lieben.
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3.0 von 5 Sternen Reif für die Insel, 5. Februar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Bevor Don Winslow in entlegene Sphären schriftstellerischen Könnens aufstieg, schrieb er handwerlich saubere und ausgefeilte Thriller. Dazu gehört Isle auf Joy.

Walter Withers, ehemaliger Agent der CIA, wohnt wieder in New York City, seiner Stadt. Als Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma wird Withers Ende 1958 vom Strudel aus Mord, Alkohol, FBI, Sex, Jazz, Heroin, Beatnik-Kultur, Lügen und noch mehr Alkohol beinahe in den Hudson gespült.

Als Leibwächter der Senatoren-Gattin Maddy Kenneally a.k.a. Jackie Kennedy gerät er in eine kennedyeske (Jack und Bobby sind unter merkwürdig schamhaft verfremdeten Namen genauso dabei wie Jack Kerouac) Spionage-Affäre. Withers Erlebnisse und Begegnungen wandern auf dem Grat, der Kalter-Krieg-Klischees und gute Thriller trennt. Nicht immer ist Winslow dabei trittfest. Das führt zu Momenten, in denen man nicht sicher sein kann, ob Isle of Joy Hommage, Karikatur oder etwas drittes sein möchte (dass Winslow Hommage im Repertoire hat, bewies er später mit Satori).

Eine Passage ist dem Hobbyzeithistoriker besonders gelungen. Das größte Spiel, das je im American Football gespielt wurde, glorifiziert Winslow in einer packenden Passage. Nur, um es am Ende der Schilderungen brutal zu entzaubern.

Der gute Schluss und die gelungene Auflösung runden einen spannenden Spionagethriller ab. Dieser Prä-Einwortkapitel-Winslow kann klassische Krimis.
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2.0 von 5 Sternen Wenn Sie nicht der Sohn von Sam Withers wären, würde ich Sie fast für verdächtig halten.", 20. Januar 2014
Von 
Wir schreiben das Jahr 1958. Walter Withers - ehemaliger CIA Agent und nun in der freien Wirtschaft tätig - arbeitet als Personenschützer für Madeleine Keneally, die Frau eines Senators. Der hat ein Verhältnis mit einer Schauspielerin, will der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden und wird vom FBI überwacht, Auße4rdem betrügt Senator Keneally seine Frau mit einer Schauspielerin, die wenig später tot aufgefunden wird. Für die Polizei ist Walter Withers der Hauptverdächtige...

Die erste Hälfte des Buches dümpelt so vor sich hin und es kommt erst etwas Schwung in die Geschichte, als Walter Withers des Mordes verdächtigt wird. Aber so richtig Tempo kommt in meinen Augen nicht auf. Zwar spielt Withers alle Parteien nach bester Heist-Manier gegeneinander aus, aber ich vermisse echte Spannung und Witz.

MANHATTAN wurde 1996 von Don Winslow geschrieben. Damals hatte er noch einen etwas anderen Schreibstil als heute. Mir persönlich gefällt der coole, lässige, teilweise schnoddrige Stil von heute wesentlich besser.
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3.0 von 5 Sternen Am Schluss ein bisschen sehr konstruiert, 15. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Don Winslow hatte schon klasse Bücher wie Tage der Toten und Frankie Machine, aber Manhatten ist nicht so stark.

Es fängt gut an und das New York der 1950er in der Weihnachtszeit wird gut dargestellt. Politische Intrigen, Szene Clubs - wirkt alles gut und glaubhaft.

Danach wird es aber sehr konstruiert und unglaubwürdig. Ist zwar "nur" ein Buch, aber ein wenig mehr Realitätssinn wer nicht schlecht gewesen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig, 29. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Habe bis jetzt alle Winslow-Bücher gelesen, das ist mit Abstand das schlechteste. Langatmig, langweilig, verschachtelte Sätze. "Manhattan-Thriller" ? Weit gefehlt.
Bin von Winslow wesentlich besseres gewohnt, muß wohl am Übersetzer liegen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Those sparkling lights in a glittering city, 25. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
1958. Walter Withers - ehemaliger kalter Krieger im Dienste der CIA - tritt seinen neuen Job bei der New Yorker Detektei Forbes & Forbes an. Er ist aus dem aktiven geheimen Dienst ausgeschieden und in seine geliebte Heimatstadt zurückgekehrt. Er wird eingespannt als eine Art Leibwächter für den Senator und kommenden Präsidentschaftskandidaten Keneally und dessen Gattin Madeleine. Nicht nur soll er sie auf eine Party begleiten, nein, sein Typ ist auch gefragt als Strohmann für heimlich angemietete Hotelsuiten, in denen sich der Senator u.a. mit einer schwedischen Blondine vergnügt, deren Hollywoodkarriere gerade abzuheben scheint. Und die dem Politiker allein dadurch gefährlich wird, daß sie sich ernsthaft in ihn verliebt. So bleibt es auch an Walter hängen, ihr vom Senator auszurichten, daß die Affäre beendet sei. Soweit, so gut. Doch dann wird eben diese Blondine tot in eben jener Suite aufgefunden und Walter Withers war einer der Letzten, wenn nicht der Letzte generell, der sie lebend sah. Und auf einmal interessiert sich nicht nur die New Yorker Polizei für ihn, sondern auch allerhand mehr oder weniger geheime Dienste. Walter steckt mitten in einem Komplott, das er nach und nach zu durchschauen beginnt und das immer gefährlicher wird für ihn und seine Freundin, eine Nachtclubsängerin. Walter muß nicht nur all jene Kenntnisse einbringen, die er in den Jahren bei der "Firma" erlernt hatte, nein, auch seine Kenntnisse der Stadt, die niemals schläft sind von Nöten, um seinen Häschern entgegentreten zu können...

Don Winslow, mittlerweile weltbekannt und erkoren zum Kultautor solcher Werke wie "Tage der Toten" - ein mitreißender und furchtbar brutaler Thriller über die Verstrickung der Amerikaner in den lateinamerikanischen Drogenkrieg - legte diese Mischung aus Krimi, Polit- und Geheimdienstthriller in der Frühphase seines Schaffens vor. Wer seine jüngeren Werke kennt, v.a. das oben genannte und "Zeit des Zorns", aber auch die Reihe um den surfenden Privatdetektiv Boone Daniels, weiß um Winslows extrem verknappten Stil. Manchmal ist seine Sprache derart redundant, daß wirklich nur noch die reine Information beim Leser ankommt, dabei aber eine Atmosphäre entsteht, die äußerst kühl sein kann und dem Leser bei all den Schrecknissen, derer er anteilig wird, einen kalten Schauder nach dem anderen den Rücken hinunterjagt. Distanziert und scheinbar mitleidlos werden dann oft Geschichten erzählt, die durchaus den Glauben an das Menschliche erschüttern können. Nicht so hier. "Manhattan", vormals auch unter dem Titel "Glamour" verlegt, bedient sich eines sehr viel ausgeprägteren Sprachstils. Detailverliebt, manchmal nahezu schwelgend in Beschreibungen eben dieses "Stadtteils" der "world capital", der dem Buch seinen aktuellen Namen gibt, geht Winslow hier durchaus üppig mit Worten um, geizt weder mit Adjektiven oder Nebensätzen und läßt uns Walters Liebe zu dieser Stadt spüren, die nicht schläft, die immer pulsiert und deren Clubs, Bars und Restaurants, deren Hotels und Museen, deren Architektur und Lebensart so lange definiert haben, was "modern" ist, besser: was DIE Moderne ist.

Die eigentliche Story - das muß man allerdings auch sagen - hebt sich nicht weiter ab von Massen an Spionage- und Geheimdienstgeschichten, die Vermischung mit der politischen Ebene um dieses Ehepaar, die unschwer als John F. und Jackie Kennedy auszumachen sind, gibt dem Ganzen zwar den Glamourfaktor, von dem der alte Titel spricht, ist allerdings durch Autoren wie James Ellroy bereits mehrfach durchexerziert worden und dabei meistens besser, weil härter und spannender. Winslows Stärke in diesem Buch ist eben die Beschreibung der Stadt. Es ist eine wahre und wirkliche Liebeserklärung an New York City. Das New York City eines Sinatra oder Dean Martin, das New York des Jazz und der Verruchtheit verrauchter Kellerbars, das New York, in dem der Glanz eines Songs, das Glitzern eines paillettenbesetzten Kleides direkt existieren kann neben einem Berg Kokain oder - zeitlich angemessener für diesen Roman - dem Heroinbeutel eines selig lächelnden Saxophionisten, der gleich einen neuen Musikstil erfinden wird. Daß Winslows Geschichte dagegen etwas blaß bleibt und die Figuren weniger wie dem "echten" Leben entnommen wirken, sondern manchmal wie Abziehbilder längst bekannter Klischees des Genres, kann man dem Werk vorwerfen, man kann es aber auch geflissentlich übersehen, sich an all den beschriebenen Beschreibungen erfreuen, in Tagträumen dieser Metropole schwelgen, die mehr ist als eine Stadt, die ein Lebensgefühl darstellt, und dem Autor dafür danken, daß er einen dabei nicht allzusehr ablenkt mit einer auch noch wirklich fesselnden Handlung.

Denn er bedient doch allzu deutlich die jüngst immer stärkeren Vorbehalte gegen den Kennedyclan, v.a. gegen diesen Präsidenten, der jahrzehntelang als Amerikas letzte Hoffnung gegolten hat, dessen Ruhm und Glorie allerdings in dem Maße verblassen, je mehr Akten zu seinem Schaffen und der Zeit seines Schaffens freigegeben werden. Sei es die Verlogenheit, die hinter der glänzenden Fassade immer stärker hervorlugt, seien es die Affären - unschwer ist in der schließlich toten Blondine die Monroe auszumachen - , sei es die Bereitschaft, Gegner und solche, die man "gebrauchen" kann, massiv und mit allen Mitteln unter Druck zu setzen - die Kennedys, vor allem John F. und sein Bruder Robert, haben längst den Nimbus weißer Ritter verloren, die das Land in eine neue, eine bessere Zukunft hätten führen können. Und letztlich ist dem Roman auch zu deutlich anzumerken, daß Winslow dies alles einfach nutzt, um seinem Protagonisten Entree zu verschaffen in die Kreise der Reichen und Schönen; zu oberflächlich bleiben der Senator und seine Gemahlin, zu eindimensional der Bruder usw. Kulisse, alles Kulisse, bevor der Autor zur nächsten Beschreibung des Gesamtkunstwerks NYC anhebt.

"Manhattan" bekommt von mir also aus den "falschen" Gründen 4 Sterne. Absolut empfehlenswert für Fans der Insel am Hudson und solche jener Tage, weniger für Anhänger überraschender Plots und windiger Wendungen.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an den 'Big Apple', 8. Juli 2013
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Walter Withers, Ex-CIA Agent, verdient seinen Lebensunterhalt als angestellter Privatdetektiv in New York und überprüft Führungskräfte für Großunternehmen. Als Senator Keneally samt Gattin über die Weihnachtsfeiertage in die Stadt kommen, erhält Withers von seinem Chef den Auftrag, sich um den zukünftigen Präsidentschaftskandidaten zu kümmern und dessen Sicherheit zu garantieren. Höchste Diskretion ist die Vorgabe, denn Keneally ist ein Womanizer und nimmt es nicht sonderlich genau mit der ehelichen Treue, wobei es für seine Karriere tödlich wäre, wen sein Treiben an die Öffentlichkeit gelangen würde - oder wenn seine Frau Madeleine davon erführe. Aber auch sie hat Geheimnisse. Die Ereignisse laufen vollends aus dem Ruder, als die Geliebte des Senators tot in dem Hotelzimmer des Personenschützers aufgefunden wird und dieser nun seine Unschuld beweisen muss.

Zu Beginn von Don Winslows Thriller Manhattan" könnte man meinen, einen Gesellschaftsroman des großen amerikanischen Romanciers F. Scott Fitzgerald in Händen zu halten. Mit unglaublicher Präzision beschreibt der Autor das gesellschaftliche Leben im New York der späten fünfziger Jahre: McCarthy verfolgt die Kommunisten, Hoover verschleiert seine sexuelle Orientierung und die Mafia hat noch immer überall ihre Finger im Spiel. Die Politik wird von der Kunst hofiert, und umgekehrt suchen auch Musiker und Literaten die Nähe der Entscheidungsträger. In den Nachtclubs wird dem Publikum Jazz geboten, aber es tauchen auch bereits die ersten Vertreter der Beat-Generation auf. Die Gesellschaft ist auf dem Sprung in die Moderne, auch wenn die Strippen vorerst noch von den ewig Gestrigen gezogen werden. Ganz wunderbar, wie Winslow sich die Zeit nimmt um diese besondere Atmosphäre zu beschreiben.

Die Originalausgabe von Manhattan"erschien bereits 1996 unter dem Titel Isle of Joy", in der deutschen Übersetzung 1997 als Manhattan Blues", Winslows erster Stand-alone-Roman. Vergleicht man diesen nun mit den späteren Werken wie z. B. Die Sprache des Feuers" oder Kings of Cool" fallen vor allem die sprachlichen Unterschiede auf.

In Manhattan" gibt es keine Ein-Wort-Sätze, hier nimmt er sich Zeit, um seinen Plot zu entwickeln und haut dem Leser die Story nicht im Staccato um die Ohren. Schicht für Schicht baut er sie auf, schildert Hintergründe, charakterisiert sein Personal bis ins kleinste Detail und beschreibt ausführlich deren Gefühlslage - am ehesten Tage der Toten", dem Opus Magnus Don Winslows vergleichbar.

Erst zum Schluss hin nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und mündet in einem rasanten Agententhriller. Bis dahin ist Manhattan" ein Gesellschaftspanorama, eine Liebeserklärung an den ,Big Apple` und ein komplexer, genau beobachtender und klassisch erzählter Kriminalroman über Politik und Geheimdienste und nicht zuletzt über John F. und Jackie, die damals noch nicht O. hieß.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Junger Winslow - aber sehr gut!, 29. Juli 2013
Von 
B. Robert (aus Salzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich bin sicher nicht der einzige, der auf Grund der Ankündigungen des Buches dachte, dies sei ein neuer Winslow.
Dem ist nicht so.
Das Original ist aus 1996, die erste deutsche Übersetzung geschah 1997.
Warum auch immer wurde das Buch nun neu aufgelegt und das zu Recht!

Ich habe alle Winslows gelesen, zu letzte "Kings of Cool" (Meisterstück!) und bin natürlich nun auch seinen letzten Schreibstil gewohnt, der ohnehin unnachahmlich ist.

Davon muss man sich allerdings verabschieden, 1996 war Winslow noch nicht so weit.
Was diesem Buch aber in keinster Weise schadet, im Gegenteil, es würde auch nicht in die Zeit der späten 50er Jahre, in welchen "Manhattan" spielt, passen.
Solide formuliert steigert sich das Buch von Seite zu Seite, ich konnte nicht davon lassen.

Ob die Ähnlichkeit der Hauptfiguren und deren Handlungen rein zufällig mit so manchen Geschehnissen um die Kennedy-Brüder gewollt ist oder purer Zufall, weiß nur Winslow selbst, ich hatte jedenfalls ständig John F. & Robert und Jackie & Marilyn beim Lesen vor Augen! :-)

Mir bereitete das Buch großen Spass und ich kann daher nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen!
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen frühes Werk, erreicht nicht den Drive der folgenden, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Winslows letzte Romane haben einen Drive, sind schnell geschrieben, manchmal atemlos wie ein Werbeclip, schnoddrig, respektlos, schonungslos.
Manhattan wirkt wie eine Fingerübung, für das was noch kommen soll.
Muss man nicht gelesen haben...schon kurzweilig, aber da fehlt noch was
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Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Manhattan: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Don Winslow (Taschenbuch - 17. Juni 2013)
EUR 9,99
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