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TOP 1000 REZENSENTam 25. Dezember 2009
Wow! 563 Seiten - und keine davon wurde es langatmig oder langweilig. In der alles umfassenden Handlung (Daniel, ein zu Beginn 15jähriger Buchhändlerssohn aus Barcelona, macht sich auf die Suche nach der Geschichte des Autors seines Lieblingbuchs) sind derart viele weitere Erzählungen, Beschreibungen, Handlungen und und und enthalten - es ist unmöglich, sie auch nur ansatzweise nachzuerzählen. Zu jeder Figur, jedem Gebäude das eine Rolle in diesem Roman spielt, wird der dazugehörende Hintergrund ausgemalt. Doch trotz dieser Vielfalt an Geschehnissen und Ereignissen verliert man nicht den Überblick. Zafón gelingt es immer genau dann den roten Faden wieder aufzunehmen, wenn man schon befürchtet hat, ihn verloren zu haben. Ebenso bemerkenswert ist seine Sprache: So eindrucksvoll wie seine Geschichten sind auch seine außerordentlich bildhaften Beschreibungen.
Menschen, die Freude an phantasievollen Büchern sowie an einer ebensolchen Sprache haben, werden sich schwertun, diese herrliche Mischung aus Kriminalstory, Liebesgeschichte, etwas Fantasy und dazu noch viel Witz aus der Hand zu legen.
Einziger Wermutstropfen: Für mich sind die besten Bücher (die, an die man sich noch Jahre später erinnern kann) diejenigen, aus denen man eine Erkenntnis gewonnen oder etwas gelernt hat. Dies fehlt hier leider.
Aber Unterhaltung vom Feinsten - das ist doch auch schon was!
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am 4. Juli 2006
Als ich letztes Jahr dieses Buch entdeckte dachte ich "Interessant, aber es klingt mir doch etwas weit hergeholt (von wegen "Friedhof der Vergessenen Bücher")." und so kaufte ich es mir nicht. Doch dieses Jahr, nachdem ich so viele Lobeshymnen auf dieses Buch gehört habe, las ich es doch und es verzauberte mich.

Man wird sehr leicht in den Strudel der Geschichte hineingezogen und man kann einfach nicht aufhören zu lesen bevor man nicht das Geheimnis der Geschichte von Julian Carax herausgefunden hat.

Kurz zum Inhalt: Als der 10-jährige Daniel von seinem Vater in den "Friedhof der vergessenen Bücher" geführt wird, darf er sich aus den unzähligen Büchern eines aussuchen, dass er "adoptieren" darf. Er entscheidet sich für das Buch "Der Schatten des Windes" von Julian Carax. Er ist tief fasziniert von diesem Buch und versucht hinter das Geheimnis von Julian Carax zu kommen. Doch das ist nicht so einfach, denn ein Mann versucht sämtliche Werke Julians zu verbrennen und wird so zu Daniels Bedrohung. Immer ähnlicher wird Daniels Geschichte mit der von Julian, besonders die von einer großen Liebe, die nicht sein sollte.... .

Fazit: Dieses Buch kann ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Es ist sehr flüssig zu lesen, hat wunderbare (oft verschrobene) Charaktere und es macht Spaß ein Geheimnis zu lüften.
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am 17. August 2003
Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen und ich lese nicht gerade wenig.
Dieses Buch hat aber alles, was ein gutes Buch braucht: es ist spannend, die Handlung ist einfach wunderbar und der Autor versteht es auf nahezu einmalige Art und Weise, "Bilder zu malen" die man als Leser nicht mehr vergisst.
Dieses Buch ist auch eine Homage an das Lesen und an den Wert des Buches: Der Protagonist Daniel beim Gang durch die Bibliothek der vergssenen Bücher:
"Ich spürte Millionen verlassener Seiten, herrenloser Welten und Seelen um mich herum, die in einem Ozean der Dunkelheit untergingen, während die außerhalb dieser Mauern pulsierende Welt Tag für Tag mehr die Erinnerung verlor, ohne es zu merken, und sich um so schlauer fühlte, je mehr sie vergaß"
Solche meisterhaften Stellen finden sich in diesem Buch zuhauf. Die Charaktere sind wunderbar ausprofiliert und Zafón vermag es auf phantastische Art und Weise, Stimmungen wie Eisamkeit, Dummheit, Angst und Ratlosigkeit darzustellen. Das alles ist noch gewürzt mit einer großen Prise Ironie und Spannung.
Das Barcelona der Nachkriegsjahre und die Konsequenzen der Franco-Diktatur werden ebenfalls eindrucksvoll dargestellt.
Dieses Buch wirkte auf mich wie eine große Symphonie - ein bombastisches Leseerlebnis. Schade, dass man nur 5 Sterne vergeben kann. Wer dieses Buch nicht liest, ist selber Schuld.
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am 31. Mai 2012
Als Daniel Sempere Nachforschungen über den verschollenen Autor seines Lieblingsbuchs "Der Schatten des Windes" Julián Carax anstellt, wirbelt er unvermutet den Staub der Geschichte auf. Detektivisch nimmt er die Spur des Autors auf, entdeckt dabei alte Freunde als auch alte Feinde, stößt auf verwunschene Orte und unerfüllte Begierden. Immer mehr verfängt sich seine Geschichte im Schicksal anderer Menschen, bis er schließlich erkennt, selbst der Schlüssel zur Erlösung des getriebenen Autors Carax zu sein.

Carlos Ruiz Zafón beginnt seinen Roman auf verheißungsvolle Weise. Im mystischen Labyrinth des "Friedhofs der vergessenen Bücher", irgendwo versteckt in Barcelona, erwählt sich Daniel sein Buch. Vielleicht ist es aber auch umgekehrt, vielleicht sucht sich das Buch seinen Leser, um der Vergessenheit zu entrinnen. Zafón entwirft das schöne Bild von den Büchern, die wir nicht dadurch besitzen, das wir sie kaufen. Die Bücher werden uns nur dann zu eigen, wenn wir sie als unsere Freunde erwählen.

Der spannende Ansatz des Romans nimmt uns als Leser schnell gefangen. Wie Daniel wollen wir das Geheimnis ergründen, warum die Bücher von Carax verschwinden. Die flüssige Erzählung, der geschickte Wechsel von Dialog und Beschreibung ketten den Leser an diese Geschichte. Je mehr sich aber die Geheimnisse lüften, um so stärker tritt Ernüchterung ein. Glaubt man anfänglich an eine bibliophile Verschwörung, die das Kulturgut Buch zu verteidigen angetreten ist, steht man letztlich mit einer Herz-Schmerz-Tragödie da, die an kitschigen Klischees kaum zu übertreffen ist. Wenn Zafón dann auch noch bei der Beschreibung von Liebesszenen in den Stil billiger Groschenhefte verfällt, ist die Spitze der Peinlichkeit erreicht.

Ein Rätsel bleibt auch, warum Carax als Autor so beeindruckend sein soll: Wir bekommen nicht eine Zeile seiner Werke zu Gesicht (anders etwa bei Bulgakows "Der Meister und Margarita", wo der Roman des Meisters eine kunstvolle Verbindung mit der Handlung eingeht). Seltsam auch das Personal des Buches. Es scheint zu großen Teilen aus Abziehbildern zu bestehen, die tapfer ihren jeweiligen Charakter zu verkörpern suchen, und wenn es sich anbietet auch mal ins Gegenteil verdreht werden (wie etwa der Hutmacher Fortuny). Einziger Trost in dieser operettenhaften Personage ist die Figur des Fermín, der einen klassischen Schelmen abgibt und ein Fünkchen Humor ins Spiel bringt.

Am Ende erfüllt dieser Roman die Erwartungen des Lesers nur ungenügend. Hinter dem Anschein des Detektivromans verbirgt sich eine rührselige Liebesgeschichte. Am wenigstens Schaden nimmt der Leser noch, wenn er Zafóns ausführliche Orts- und Straßenangaben als Einladung nach Barcelona ansieht.
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am 15. Oktober 2011
Ich habe mich schnell ins Buch eingefunden, auch wenn ich anfangs großen Respekt vor der Sache hatte, denn die Rezensionen haben eigentlich ein schweres Buch erahnen lassen, ein kompliziertes - es ist weder noch geworden. "Der Schatten des Windes" liest sich schnell und flüssig. Und vor allem ist es eine wahnsinnig fesselnde Geschichte, SIND es wahnsinnig fesselnde Geschichten, die sich hier verbinden. Dass sich all diese nicht im Nirgendwo verlieren, ist dem großartigen Autor zu verdanken, der nie den Faden verliert, der immer klar bleibt. So ist "Der Schatten des Windes" eines der besten Bücher, das ich heuer (2011) gelesen habe. Das einzige sehr subjektive Manko ist, dass das Buch sehr traurig ist. Gleichzeitig macht gerade diese Tragik der Geschichte ihre Authentizität aus, denn das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert und gerade anfangs des 20. Jhdts. war es mit Frauenrechten nicht weit her; dass das auch noch in den 50ern so schlimm war, ist ein krasses Beispiel für die Unterdrückung der Frau in einem Erzkatholischen Land wie Spanien - hier spricht die empörte Feministin aus mir. So verbindet das Buch verschiendene Thematiken miteinander - auch eine Portion Krimi ist darin enthalten.
Dieses Buch empfehle ich allen LiebhaberInnen der schönen, spannenden, traurigen Literatur.
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am 27. Juli 2006
Für Bücher wie dieses wurde der Begriff "Schmöker" erfunden. Mit seinem Erscheinen in Deutschland bekam "Der Schatten des Windes" aufgrund seines großen Erfolges in Spanien entsprechendes Medienecho. Dazu kam die Adelung von Elke Reich-Ranicky.

Doch das Buch wird dem durchaus gerecht. Die kunstvoll gesponnene Geschichte dreht sich um einen jungen Mann, der in das Leben eines erfolglosen Autors eintaucht bis beide Leben anfangen, sich ineinander zu verschränken. Zafon erschafft als Bühne ein dunkles Barcelona, in dem seine Personen immer wieder über düstere Plätze und in verlassene Häuser gehen.

Er schickt seine Figuren durch ein Gewirr aus Handlungsfäden und emotionalen Abgründen, läßt sie lieben, leiden, sterben und Rache nehmen. Dabei gelingen ihm starke Bilder, präzise Charaktere und eine Geschichte, die trotz ihrer Wuchtigkeit bis zum Ende interessiert.

Trotzdem bleibt das Buch nicht frei von Schwächen. Zunächst gibt es, was heute durchaus häufiger vorkommt, einige deutliche sprachliche Nachlässigkeiten, die wohl der Übersetzung oder dem Lektorat anzulasten sind.

In seinem Wunsch, dem Leser jedes verborgene Detail der komplexen Handlung zu offenbaren, benötigt Zafon lange narrative Zusammenfassungen von zurückliegenden Ereignissen, die das Erleben der Handlung stören.

Dazu führt der Autor so viele Charaktere ein, dass man zum Teil den Überblick verliert.

Etwas zu wohlmeinend ist das Ende, in dem er ein merkwürdig süßliches Happy-End zimmert, das nicht zur düsteren Atmosphäre des restlichen Buches passt.

Trotz der Kritik ist dies ein spannendes und emotionales Buch voller facettenreicher Figuren und großer Bilder. Daß dem Autor bei diesem Umfang manchmal ein wenig die Zügel entgleiten schmälert den Lesegenuss nur ein wenig.
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am 8. April 2006
"Der Schatten des Windes"ist die Geschichte des Jungen Daniel, der das Buch: "der Schatten des Windes" im Friedhof der vergessenen Bücher findet, und somit die Patenschaft für es übernimmt.
Er ist von der Geschichte so fasziniert, das er versucht über die Buchhandlung seinens Vaters und diverse andere Wege an weitere Werke des Autors zu gelangen.
Dabei entdeckt er, das sich um den Autor, Julian Carax, tausende Geheimnisse drehen!
Jede Ausgabe des "Schatten im Windes" wurde von einem mysteriösen Mann im schwarzen Mantel ausfindig gemacht und verbrannt. Jede, ausser der seinen!
Und als er dann eines abends durch die Gassn Barcelonas geht, taucht eine Gestalt vor ihm auf! Rauchend, in einem schwarzen Mantel. Verlangend nach dem letzten Exemplar.
Diese verfolgt und beobachtet ihn auf Schritt und tritt, und wartet auf die Chance, ihr Werk zu Vollenden.
Aber warum ähnelt diese Gestalt dem Bösewicht aus dem Schatten des Windes? Und warum will ihm niemand etwas über den Verbleib dieses Julian Carax sagen?
Und nicht nur das: Warum kommt er sich vor als würde sein Leben mit dem Buchgeschehnnissen verschmelzen?
Das Buch "der Schatten des Windes" ist ein absolutes Meisterwerk, das nun von dem Hörbuch nahezu perfekt ergänzt wird!
Es zieht den Hörer sofort in seinen Bann und man möchte sich am liebsten in eine Decke kuscheln und unsichtbar neben Daniel her laufen, um nichts zu verpassen.
Die Geräusche Barcelonas und die Stimmen der Figuren sind so passend gewählt, das sie nicht einfach eine Geschichte erzählen. Sie lassen die Figuren neben einem auferstehen, und man steht mitten in Barcelona. Und das mit solcher Liebe zum Detail, das es so scheint, als könne man Barcelona manchmal sogar riechen.
Ein einfaches Muss für alle Liebhaber wunderbar fesselnder Geschichten über das Leben, die Liebe, und Figuren, die einem so vertraut sind, als wäre man mit ihnen aufgewachsen um mit ihnen durch Dick und Dünn zu gehen!
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am 29. August 2006
2001 ist Carlos Ruiz Zafons Erstlingsroman in Spanien unter dem Titel ,La sombra del viento`, 2003 beim Frankfurter Insel Verlag unter dem deutschen Titel ,Der Schatten des Windes` erschienen. 2006 hat der Münchener Hörverlag das Buch mit einer Starbesetzung an Sprechern, allen voran dem jungen Schauspieler Matthias Schweighöfer in eine ca. 2 stündige gekürzte Hörspielfassung umgesetzt.

Die Handlung wird das Herz aller Bibliophilen höher schlagen lassen. Sie führt den jungen Haupthelden Daniel in die geheimnisvolle Welt der Bibliotheken und vergessenen Bücher. Auf der Suche nach Julián Carax, dem geheimnisumwitterten Schriftsteller, verlieren sich die Schritte Daniels im undurchschaubaren Gewirr der verwinkelten Gassen und verlassenen Paläste Barcelonas. Sicher ist nur eines: diese Geschichte zieht nicht nur Daniel in ihren Bann. Zwei so verwirrende wie spannende Handlungsstränge in katalanisch - französischer Umgebung halten den Hörer in Atem. Das Stimmengewirr der katalanischen Metropole, das gedämpfte Raunen der Bibliotheken und die verführerischen Stimmen schöner Frauen vervollkommnen den positiven Gesamteindruck. Zu kritisieren ist, daß der Hörer aufgrund der eingangs erwähnten Textkürzungen nach dem ersten Anhören kaum alle Handlungsnuancen verstanden haben wird. Ein zweiter Durchgang ist so lohnend wie notwendig.

Fazit: Sprachlich und musikalisch aufwendig hergestelltes überaus spannendes Hörspiel über einen Autoren, ein Buch und zwei tragische Liebesbeziehungen. Das Hörbuch macht Lust auf die Lektüre des von Zafon so kunstvoll wie filigran ersonnenen Buches. Sehr empfehlenswert.
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am 25. Juli 2006
Bei der heutigen Flut an Neuerscheinungen im Bereich der U-Literatur ist es für mich manchmal schwierig, den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen: Auch wenn ich Titel von Dan Brown, King, Grisham, Pilcher und Konsorten für nichtssagend bis langweilig halte, so kann ich mich doch für die Perlen der Unterhaltungsliteratur wie "Das Parfüm", "Der Name der Rose", "Der Vorleser", "Das Geisterhaus" und andere Bestseller erwärmen.

Daher bin ich für die Empfehlung dieses Buches sehr dankbar, reiht es sich doch eindeutig in die zweite Kategorie ein: Ein echter Höhepunkt der Spannungsliteratur mit einigen düsteren, aber auch sehr zarten, empfindsamen Passagen im sehr malerisch beschriebenen Barcelona der Franco-Ära.

Zafons Meisterschaft besteht für mich darin, mit wenigen aber ausdrucksstarken Worten die Protagonisten mit soviel Leben zu erfüllen, dass man sich fast wie im Kino fühlt: Ob die fast feenhaften Frauengestalten Beatrice und Penelopé, der schrullig-geniale Fermin oder der verbitterte Fumero - allesamt werden sie nach wenigen Seiten so bildhaft und lebendig, dass man im weiteren Handlungsfortgang mit ihnen mitfiebert und sich der bei guten Büchern so sprichwörtliche Sogeffekt einstellt. Ihre Lieben, Pläne und Hoffnungen aber auch Bedenken, Ängste und anderen Schwächen werden so menschlich anschaulich gezeigt, dass im Wesentlichen sie und nicht äußere Ereignisse die Handlung vorantreiben.

Dass der Grossteil der Geschichte in einer der schönsten Städte Europas spielt trägt darüberhinaus zur dichten Atmospäre bei. Kleines Manko: In Anbetracht der turbulenten Geschichte Spaniens hätte man sich das eine oder andere zeitgeschichtliche Detail zu Bürgerkrieg und Franco-Diktatur gewünscht; hier werden leider nur kurze Bezüge eingeflochten.

Darüber trösten aber sowohl der hochspannende (dabei immer folgerichtige!) Handlungsverlauf als auch Zafons bildhafter, emotional ansprechender Schreibstil hinweg. Ein weiteres kleines Manko ist das Ende der Erzählung, das denn doch in einen hollywood-ähnlichen Showdown mündet; hier kippt die Geschichte etwas ins Melodramatische.

Insgesamt aber 4 Sterne für einen idealen Urlaubsschmöker, der vielleicht nicht allzu anspruchsvoll, dafür aber sehr unterhaltsam ist!
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am 5. November 2005
Wann ist Ihnen das zuletzt passiert, dass Sie nach der Lektüre eines 500-Seiten-Schmökers das Buch zuklappten und Sie traurig waren, dass es schon zu Ende war ?
Ein Grund für den Erfolg von "Der Schatten des Windes" mag sein, dass der Roman das LESEN an sich thematisiert. Er ist ein ungeheures Vexierspiel über Literatur, Schriftsteller, Leser und Bücher. Das Lesen ist gleichzeitig Subjekt und Objekt des Textes. Er handelt von einem faszinierendem Roman und ist gleichzeitig ein solcher. "Der Roman hat mich gelehrt, dass ich durch Lesen mehr und intensiver leben konnte," sagt jemand einmal.
In einer gewaltigen Schleife verknüpft Zafón die verschiedenen Geschichten in seinem Roman, der sich damit jeder Schubladisierung widersetzt: Entwicklungsroman, Zeitbild, Kriminalstory, Gesellschaftszeichnung und Liebesgeschichte in einem - und doch nichts davon. In erster Linie ist der Roman süffiges Lesefutter. Zafón versteht es, sein Publikum bei Laune zu halten: die Dialoge sind spritzig und souverän, die Dramturgie ausgeklügelt, die Personenzeichnung sorgfältig. Kaum je in der neueren Literatur hat man z.B. die Personifizierung des Bösen so eindringlich geschildert gefunden wie den Geheimpolizisten Fumero auf seinem Weg vom gedemütigten Jugendlichen bis zum kalt-gewalttätigen Mörder. Wer will, kann im Roman auch das repressive Klima der spanischen Nach-Bürgerkriegs-Ära spüren.
Das Ganze wird dargeboten mit der nahezu ungebändigten Fabulierlust des hispanischen Erzählers. Doch wo zum Beispiel Gabriel Garcia-Marquez in seinen Darstellungen auch exzessiv-überspannt erscheinen mag, verzichtet Zafón auf Drastik und Übertreibungen und bietet bildreiche Opulenz und Abwechslung.
Einfach ein fabelhafter Schmöker !
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