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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ACHTUNG !!!!!Zensierte und gekürzte Fassung! Auf Englisch lesen!
ACHTUNG!!!!Zensierte und gekürzte Fassung!
Leider habe ich das erst nach Erhalt der deutschen Übersetzung festgestellt :(
Also brauche ich jetzt die englische Fassung, um das ganze Bild von uns zu erhalten. Als e-book billiger.

Der Inhalt verdient 10 Sterne.
Wegen der Kürzung aber nur 4.
Vor 6 Monaten von Cajonita veröffentlicht

versus
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trauriges Thema – lustig verpackt
Inhaltlich gebe ich dem Buch 5 Sterne: Es ist dringend nötig, die Bevölkerung über den wieder immer stärker grassierenden Antisemitismus im Lande aufzuklären. Der jüdische Autor Tenenbom besucht zu diesem Zweck vom Neonazi über Normalos und Grüne Feministinnen bis hin zu muslimischen Mitbürgern einen Querschnitt der deutschen...
Veröffentlicht am 27. Februar 2013 von CRen


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ACHTUNG !!!!!Zensierte und gekürzte Fassung! Auf Englisch lesen!, 3. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ACHTUNG!!!!Zensierte und gekürzte Fassung!
Leider habe ich das erst nach Erhalt der deutschen Übersetzung festgestellt :(
Also brauche ich jetzt die englische Fassung, um das ganze Bild von uns zu erhalten. Als e-book billiger.

Der Inhalt verdient 10 Sterne.
Wegen der Kürzung aber nur 4.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trauriges Thema – lustig verpackt, 27. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Inhaltlich gebe ich dem Buch 5 Sterne: Es ist dringend nötig, die Bevölkerung über den wieder immer stärker grassierenden Antisemitismus im Lande aufzuklären. Der jüdische Autor Tenenbom besucht zu diesem Zweck vom Neonazi über Normalos und Grüne Feministinnen bis hin zu muslimischen Mitbürgern einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung und stößt allerorten auf einen latenten Judenhass. Spaßig, aber sehr beängstigend dabei: Er schafft es, den Leuten diese Statements zu entlocken, indem er immer wieder versteckt, dass er selbst Jude ist.
Noch einmal: Ein gutes und wichtiges Thema wird hier behandelt.

Was mir nicht gefiel, war der Stil und die Übersetzung. Tenenbom schreibt mir zu "ichbezogen", halt wie es in amerikanischen Reportagen (und neuerdings auch bei RTL und dem ZDF) oft gemacht wird, was immer wieder den Verdacht einer Profilneurose bei ihm aufwirft und dem Buchinhalt selbst dadurch den Wind aus den Segeln nimmt – Schade! Die wenig wortgewandte Übersetzung verschlimmert dieses Problem zusätzlich, wodurch der Lesespaß zum Teil massiv leidet.

Deshalb gebe ich insgesamt nur 3 Sterne – schade!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und unbequem zugleich, 21. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Diese Rezension zu schreiben ist mir nicht leicht gefallen, da ich von dem Buch hin und her gerissen bin. Erst nach zweimaligem Lesen und ein paar Tagen Abstand konnte ich meine Gedanken zu "Allein unter Deutschen" soweit sortieren, dass eine (hoffentlich) leserliche Rezension zustande kommt.

Zunächst ein paar Worte zu all jenen, die hier Tuvia Tenenbom Einseitigkeit und Subjektivität in puncto Antisemitismus vorwerfen: Sie haben Recht. Das Buch ist weniger ein humorvoller Reisebericht, sondern eher der Versuch, sechzig Jahre nach dem zweiten Weltkrieg das Verhältnis der Deutschen zur jüdischen Religion und ihren Angehörigen zu beleuchten. Insofern ließe sich vielleicht bemängeln, dass der Titel und die Aufmachung des Buchs unglücklich gewählt sind. Ich hatte beim Kauf jedenfalls ein etwas unterhaltsameres und leicht verdaulicheres Buch als Ferienlektüre erwartet, der Autor sucht jedoch bei fast jeder seiner Reisestationen Bezüge zum Judentum und Phänomen des Antisemitismus und lenkt seine Aufmerksamkeit (und die des Lesers) auf dieses doch eher schwierige Thema.

Der Schreibstil des Autors mag hier und da ungewöhnlich erscheinen, da die Recherche oft mit persönlichen Eindrücken vermischt wird. Tuvia Tenenbom erhebt jedoch zu keinem Zeitpunkt den Anspruch, eine objektive und ausgewogene Studie nach wissenschaftlichen Standards verfasst zu haben. Er sieht Deutschland durch die Brille eines jüdischen Amerikaners und Sohn von Holocaust-Überlebenden. Dass diese Sicht eine andere als jene der meisten Menschen hierzulande ist, sollte nicht verwundern. Natürlich hätte Tenenbom auch die deutsch-israelische Gesellschaft oder den Verein gegen das Vergessen besuchen können. In einem Land, in dem jedoch bekennende Antisemiten wie Bushido Preise erhalten und öffentliches Ansehen genießen, kann ein solches Buch ganz nützlich sein. Ganz zu schweigen von den Besorgnis erregenden Angriffen auf jüdische Mitbürger und den anscheinend tief verwurzelten antisemitischen Verschwörungstheorien in einigen Teilen unserer Gesellschaft. Da sei auch der stellenweise parteiische Blick des Autors verziehen.

Einen Punkt Abzug gibt es dennoch: Beim Lesen einiger Passagen fragt man sich ob des Stils unwillkürlich, ob die Interviews und Gespräche mit einigen Personen korrekt wiedergegeben sind oder ob hier doch ein wenig den Sinn verzerrend gekürzt wurde. Einen Beleg für dieses ungute Gefühl kann ich nicht liefern. Sicherlich wäre es interessant, die amerikanische Ausgabe zu lesen, in denen einige zusätzliche Gespräche enthalten sind, deren Veröffentlichung die Interviewpartner für die deutsche Ausgabe widersprochen haben.
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172 von 233 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Tenenbom, Shmenenbom., 18. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Man könnte dieses Buch auch einfach ignorieren... und schon muß sich der Rezensent an die eigenen Nase fassen – tippt er doch gerade einen Kommentar dazu. Wie schnell ist man gefangen in jener Dimension, in der es irgendwie nur falsche Antworten gibt. Tuvia Tenenbaum kennt dieses Phänomen. Und er weiß: Wenn man nur richtig und vor allem die Richtigen fragt und nicht davor zurückscheut, die Ergebnisse ordentlich zu verallgemeinern, läßt sich jede soziologische These (vulgo: jedes Vorurteil) beweisen.
Der Buchautor möchte gerne zeigen, wie antisemitisch die Deutschen immer noch (und gerade heute) sind und findet seine Zeugen spielerisch leicht unter Neonazis, fundamentalistischen Christen, radikalmuslimischen Einwanderern und anderen Randgestalten der Gesellschaft – die breite Mehrheit, die Mitte der Gesellschaft klammert er lieber aus und streut nur ein paar Anekdoten über Angst vor Zugluft und wahnhafte Mülltrennung ein. Notfalls kann man ja aus allem eine nazistische Grundhaltung deuten. Denn der Autor weiß auch: Der Deutsche ist besessen vom Juden. Man muß ihn nur fragen, was er von Juden halte, schon fängt er an, davon zu sprechen. Dabei sind nicht nur antisemitische Ansichten antisemitisch. Auch Philosemitismus ist irgendwie antisemitisch. Gleiches gilt für jedwede Position zum Nahostkonflikt, sowie für grundsätzliches Desinteresse oder Ignoranz. Auch Anbiederung (etwa durch Urlaubsreisen nach Israel oder das Beherrschen einiger Brocken Hebräisch) kann nur als höchst fragwürdig eingestuft werden.
Nun könnte man dieses Buch über jedes europäische Land schreiben; könnte überall ähnliche 'Beweise' finden. Aber man fände keine so dankbaren Rezipienten. Bestimmte deutsche Medien überschlagen sich vor Freude, daß "wir endlich mal den Spiegel vorgehalten bekommen". Ja endlich. Wurde aber auch Zeit. Komischerweise sind es gerade jene Blätter, die sich nur zu gern in dem ergehen, was der Buchautor wohl als Antizionismus einstufen würde.
Nähme man ein solches Buch über ein beliebiges anderes Land überhaupt wahr? In Frankreich würde man allenfalls erklären, der eigene verrückte Diktator mit Welteroberungsplänen sei ein großer Staatsmann gewesen, Vichy sei ein Mineralwasser und an die Dreyfus-Affäre könne sich niemand erinnern; im Übrigen sei doch die Grand Nation auf so viel Art viel interessanter, als gerade in diesen Belangen. Die Amerikaner halten sich gar für besondere Helden, da sie irgendwann von selbst mit der Sklavenhaltung, der Rassentrennung und den Indianermorden aufgehört haben. Auch kein dankbares Publikum.
Doch wir Deutsche freuen uns über jede noch so subjektive, noch so tendenziöse und vorurteilsbelastete Beurteilung unserer Nation. Daß allein in Berlin fast 20.000 Israelis leben, daß man öfter Hebräisch auf der Straße hört als Französisch, daß vor dem Brandenburger Tor gerade ein großer Chanukkah-Leuchter steht, daß es direkt vor dem Reichstag die Yitzhak-Rabin-Str. gibt und in Tel Aviv das Café Berlin und daß der Rezensent gerade Hummus im Supermarkt gekauft hat, wird völlig irrelevant, wenn ein amerikanischer Herr Tenenbom in irgendeiner deutschen Kleinstadt irgendeinem verwirrten Rechtsextremisten ein paar dümmliche Äußerungen entlocken konnte.
Bitte! Ignorieren Sie dieses Buch oder verstehen sie es als Satire auf sich selbst!
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47 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 11. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich habe mir das Buch vor Weihnachten gekauft, um es mir selber zu schenken, da ich mich auf eine interessante, anregende Lektüre freute, allein nach dem Cover und der Inhaltsangabe zu urteilen. Die Sicht von außen auf Deutschland und die Deutschen interessiert mich immer, und ich erwartete viel. Ich wußte nichts über den Autor und hatte vorher über das Buch auch nichts gehört.
Erst fand ich es auch amüsant, flott und ansprechend geschrieben, bis ich nach vielleicht 80 Seiten merkte, dass der Autor eigentlich nur ein Thema hat: Wie kann ich bei jeder Begegnung mit jemandem in Deutschland das Gespräch zwanghaft auf die deutsche Vergangenheit bringen und mein Gegenüber zu einer Aussage über Juden, Jüdischsein und Israel bringen; Daraus ziehe ich dann meine Schlüsse, hier, dass etwa 80 % der Deutschen mehr oder weniger latent antisemitisch seien; dazu reicht natürlich schon, irgendetwas Kritisches über den heutigen Staat Israel zu sagen.
Ab diesem Zeitpunkt hatte das Buch leider seinen Reiz für mich verloren, da ich richtig erkannte, dass mir jemand mit einer vorher so festgelegten Meinung nichts Wissenswertes über seine Eindrücke von Deutschland und den Deutschen vermitteln würde ... Schade.
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25 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 9. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Anfangs fand ich das ja ganz unterhaltsam: interessant und amüsant geschrieben.
Aber allzu lange hielt das leider nicht an. Irgendwann fing es an zu nerven und ich übersprang Kapitel um Kapitel auf der Suche nach dem, was den 1. Eindruck ausgemacht hatte.
Wenn ich den Autor recht verstehe, kennt er aus seiner Heimatstadt New York weder Chaoten noch Alkoholiker noch Radikale - alles scheint eine typisch deutsche Sache zu sein. Ich war noch nie in New York, aber irgendwie glaubhaft finde ich das nicht
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5.0 von 5 Sternen Allein unter Deutschen, 11. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Durch Zufall bin ich auf Tuvia Tenenbom als Autor aufmerksam geworden. Seine Bücher "Allein unter Juden" sowie "Allein unter Deutschen" erzählt über die Realität, immer mit einem Augenzwinkern auf eine derart unterhaltsame Art, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
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13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Ungeheuer unterhaltsam, furchtbar komisch, sarkastisch, fesselnd, beeindruckend, anklagend, wertend, gut!“, 26. Januar 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Leser und Zeitgenossen in Deutschland, die dieses Buch des jüdischen Journalisten und Theatermachers („Jewish Theater of New York“) Tuvia Tenenbom lesen, müssen schon eine gehörige Portion Humor und Toleranz aufbringen.

Denn die im Anschluss an seine „Entdeckungsreise“, die er 2010 in Deutschland gemacht hat (amerikanischer Originaltitel „I sleep in Hitlers Room“) entstandenen Aufzeichnungen sind für so manchen aufrechten Deutschen, insbesondere die, „die sich von Juden gar nicht sagen“ lassen wollen, harter Tobak. Auf seiner Suche nach der von ihm vermuteten deutschen Identität hat sich Tenenbom an alle möglichen und denkbaren Orte begeben, Interviews und Gespräche geführt und vor allen Dingen immer wieder Eindrücke gesammelt. Seine Fragen waren immer die gleichen: „Wie ist es um den Nationalstolz der Deutschen bestellt? Wie gehen sie mit der deutschen Vergangenheit, wie mit dem Antisemitismus um? Wie reflektiert und kritisch sind sie dabei?“

Wie gesagt, wer bereit ist, sich einmal einen Spiegel vorhalten zu lassen, wer erfahren will, wie ein amerikanischer Jude so manche deutsche Marotte erlebt, für den ist das Buch eine Lektüre, die ein amerikanischer Rezensent mit starken Adjektiven beschrieben hat: „Ungeheuer unterhaltsam, furchtbar komisch, sarkastisch, fesselnd, beeindruckend, anklagend, wertend, gut!“

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und gehen Sie bei dem, womit Sie nicht einverstanden sind, in einen inneren Dialog mit dem Autor, bei dem sie versuchen, ihm nicht dauernd vorzuwerfen, dass er ein Jude ist. Dann wird etwas sehr Produktives entstehen, ist sich ein von der Lektüre begeisterter Rezensent sicher.
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24 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ... denn Suhrkamp ist ein ehrenwerter Verlag!, 1. Februar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Psychiater legt einem Mann die Klecksbilder des Rorschach-Tests der Reihe nach vor. Jedes Mal wenn der Arzt fragt: "Was erkennen Sie?", antwortet der Mann: "Eine nackte Frau". Erstaunt fragt der Psychiater: "Kann es sein, daß Sie auf nackte Frauen fixiert sind?" Antwortet der Mann: "Wer legt mir denn all den Schweinkram vor!"

So wie dem Psychiater erging es mir bei der Lektüre von Tuvia Tenenboms Buch. Nein, nein, egal mit wem Tenenbom spricht oder wo er herumspaziert, schon nach wenigen Sätzen kommt das Gespräch auf die Haltung der Deutschen zu den Juden, Israel und Palästina oder Plakate spielen auf das schlimmste Kapitel der deutschen Geschichte an. Die Deutschen sind von dem Thema besessen - so die Beobachtungen Tenenboms. Genau so wie der oben beschriebene Patient des Psychiaters.

Bevor ich das Buch kaufte, hatte ich Kapitel 14 "Aus dem hervorgeht, wie der Emir von Katar mein Freund wurde und China den Zweiten Weltkrieg beendete" (und welches 38 Seiten umfaßt) gelesen. Entweder dieses Kapitel ist wirklich einigermaßen amüsant oder es liegt daran, daß jedes andere der insgesamt 25 Kapitel nach dem gleichen Muster gestrickt ist, was auf Dauer wenig abwechslungsreich ist.

Tenenbom ist von der Wochenzeitung "Die Zeit", für die er wohl seit einigen Jahren Kolumnen schreibt, eingeladen worden, Deutschland zu bereisen und seine Eindrücke aufzuschreiben. Die Zeit vermittelte ihm u.a. Gespräche mit dem Altkanzler Schmidt (Zeit-Herausgeber), Zeit-Chefredakteur di Lorenzo und BILD-Chefredakteur Kai Diekmann. Viele Ausländer haben in den vergangenen Jahrzehnten Bücher über ihre Eindrücke von den merkwürdigen, mülltrennenden, skurrilen, liebenswerten etc. Deutschen herausgebracht. Darunter einige wirklich lustige. Tenenboms Buch ist leider viel zu selten lustig (was in der Presse und auf dem Buchumschlag behauptet wurde) und im Gegensatz zu den anderen Autoren bekommt er prominente Gesprächspartner auf dem Silbertablett präsentiert. Das Gespräch mit dem Lieblingsfeind der linken und liberalen Presse gefällt mir darunter noch am Besten. Wer aber mal über Altkanzler Schmidt herzhaft (und ein bißchen schadenfroh) lachen möchte, der sollte auf den Seiten 281f von Timur Vermes wirklich lustigem Buch "Er ist wieder da" nachschauen.

Die Masche von Tenenbom erinnert mich an einige Ausschnitte des Films Borat, in dem "hinterwäldlerische" (vielleicht auch nur unbedarfte) Amerikaner böse hinters Licht geführt wurden und sich zu Aussagen hinreißen ließen, die sie später gerne aus dem Film entfernt gesehen hätten. Wir sollten uns nicht anmaßen zu glauben, daß die von Tenenbom interviewten "normalen" Deutschen klüger sind als die von Borat reingelegten Amerikaner. Die von Tenenbom gemachten Beobachtungen waren bei seiner Vorgehensweise vorhersehbar.

Das Buch ist bei suhrkamp nova erschienen. Ende 2012 klagte der Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach die Gesellschafter-Geschäftsführerin und Unseld-Witwe Ulla Berkéwicz aus ihrem Job. Ein Aufschrei ging durch das deutsche Feuilleton. Suhrkamp wurde allenthalben als die europäische Verlagsikone schlechthin dargestellt und alle schlugen auf den Kaufmann und Literaturbanausen Barlach ein. Vielleicht hatten Barlach oder die Richter, die seinem Ansinnen entsprachen und Frau Berkéwicz vorerst aus der Suhrkamp-Geschäftsführung entfernen wollten, auch nur Teneboms Buch in die Hände bekommen und wollten die "Verlagsikone" Suhrkamp vor weiterer Niveauabsenkung schützen?
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsam, 14. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Eine unterhaltsame Beschreibung Deutschlands mit einer sezierenden Genauigkeit, die in Ihrer scheinbaren Objektivität höchst amüsant ist. Der rote Faden ist "die Sicht der Deutschen auf die Juden". Dies führt zu einem zum Teil etwas anstrengenden Fokus auf ein Thema, das den Autor mehr zu interessieren scheint als den Leser.
So wird oftmals die Kritik an israelischer Politik gleichgesetzt mit einem latenten Judenhass - mal berechtigt mal unberechtigt.
Abgesehen davon ist das Buch durchaus lesenswert. Es ist ein Buch bei dem ich an vielen Stellen lauthals lachen musste und meine neben mir schlafende Frau geweckt habe...
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Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch)
Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) von Tuvia Tenenbom (Taschenbuch - 9. Dezember 2012)
Gebraucht & neu ab: EUR 7,99
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