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am 29. Februar 2012
Ich war so begeistert von dem zweiten Band - "Das Haus" - der "Familiensaga" von Andreas Maier, dass ich mir auch den ersten kaufen musste.

Aber wie das so ist, wenn man mit zu grossen Erwartungen an ein Buch rangeht, man kann fast nur enttäuscht werden. Und so war ich von diesem Auftakt der Saga nicht wirklich angetan.

Es ist keinesfalls ein schlechtes Buch!
Mir gefällt Maiers direkt Art, sein schnörkelloser Schreibstil und natürlich bin ich auch hier von dem "Heimatteil" des Buches begeistert. Auch die Geschichte, die er erzählt, berührt auf ihre eigene Weise.

Es geht um Maiers Onkel, den wir nur als J. kennenlernen. Onkel J. ist von Geburt an behindert. Für ihn selbst ist das nicht schlimm, denn er lebt in seiner ganz eigenen, unschuldigen Welt. Was jetzt passiert, hat er gleich wieder vergessen. Wenn die Mitschüler ihn fast totschlagen, steht er am nächsten Tag wieder da und will "dazu" gehören. Wenn der Vater ihn demütigt, himmelt er ihn am Abend wieder an, wenn die Kollegen sich über ihn lustig machen, freut er sich trotzdem auf seine Arbeit in Frankfurt.
Auch der Autor hat als Kind kein gutes Verhältnis zum stinkenden Onkel, der sich nicht wäscht und hat panische Angst davor, in das Zimmer oder die Werkstatt des Onkels gehen zu müssen ' das Zimmer in dem er nun als Erwachsener sitzt und dieses Buch schreibt.

Andreas Maier beschreibt das Leben seines Onkels anhand eines normalen Tages.
Aufstehen, anziehen, zum Bad Nauheimer Bahnhof laufen, Zugfahrt nach Frankfurt, die Arbeit bei der Post, Bier, Zigaretten, Rückfahrt, die Pflichten zu Hause, die Fahrt zum Winterstein, um dort seine "Freunde" und Jäger zu treffen.
Während seiner Erzählung, wechselt Maier zwischen echten und fiktiven Erinnerungen, springt in den Zeiten hin und her, nimmt den Tod des Onkels vorweg und landet dann wieder bei einer Schulgeschichte - es könnte so sein, man weiss es nicht, vielleicht war es doch anders und vielleicht ist es gar nicht passiert, schliesslich war er nicht dabei.
Das ist genau der Punkt, der mich an dem Buch gestört hat. Er schreibt über etwas, das er vielleicht weiss, springt in die Zukunft, um dann doch wieder auf das Ausgangsereignis zurück zu kommen. Für meinen Geschmack waren das zu viele Verschachtelungen und zu viel "könnte". Ausserdem scheint der Autor besessen zu sein von "Ortsumgehungen", speziell DER Ortumgehung in der Wetterau - der B3. Er erwähnt sie unzählige Male in dem Buch.

Was mir dagegen sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass Maier ganz nebenbei ein Bild des hessischen Alltags in den 60er Jahren zeichnet. Indem er einen Tag im Leben seines Onkels beschreibt, lässt er uns teilhaben an der Arbeitswelt der damaligen Zeit, an den Familienzuständen, der Nachbarschaft, der Einstellung der Menschen, kurz dem Alltag und seiner Entwicklung. Es gab wirklich schöne Szenen, wie z.B. die, in der sich jeder bewusst wird, wieviel Verkehr es mittlerweile auf der Kaiserstrasse in Friedberg gibt. Für solche Zeilen liebe ich Maier.

Für den Rest des Buches eher weniger.
Trotzdem werde ich auch den dritten Teil der Saga lesen, denn wie gesagt, Andreas Maier hat seine ganz eigene Art, vom Leben zu erzählen. Und natürlich spielt auch der Faktor Wetterau eine grosse Rolle für mich. Aber wenn ich das Wort "Umgehungsstrasse" noch einmal lese, flipp ich aus ;)
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am 21. September 2015
Ich kann mich zwischen den o.g. Überschriften nicht wirklich entscheiden wohin für mich der Roman gehört. Leider so wenig wie ich etwas mit diesem anfangen kann. Die Geschichte von Onkel J (verzichte auf Details, diese sind hier schon gut wiedergegeben) trägt für mich ein paar Seiten, aber nach 50/80 ist das Thema für mich durch. Es wiederholt sich dann und bietet aus meiner Sicht nichts wesentlich neues mehr.
Die Idee zwischen tatsächlicher Geschichte und Fiktion hin/her zu springen hat leider für mich auch nach kurzer Zeit nicht mehr funktioniert. Hier ist mir einfach unklar worum es dem Autor ging. Eben um die Geschichte des Onkels, den Heimatort dabei oder doch um eine fiktionale Romangeschichte? Und für alles Drei ist mir das Buch dann doch etwas zu kurz um ausführlich auf alles einzugehen.
Die Hoffnung das noch etwas "mehr" passiert als die immer wieder kehrende Monotonie des Alltags von Onkel J bzw. seine Behinderung folgt vors. in Band 2. Da aber die Romane schon einzeln betrachtet werden sollten fehlt mir hier einfach eine gewisse Handlung oder Folgen aus dem Leben von Onkel J und seiner Familie.
Das der Schreibstil tatsächlich mind. 3 eigentl. 4 Sterne verdient hat ist für mich klar, sonst hätte ich auch das Buch nach der Hälfte liegen gelassen, aber die o.g. Einwände lassen für mich leider keine andere Beurteilung als 2 Sterne zu.
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am 13. Oktober 2013
In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen 2006 , die bei Suhrkamp unter dem Titel "Ich" veröffentlicht wurden, hatte der hessische Schriftsteller Andreas Maier schon einem breiteren Publikum Rechenschaft gegeben über die Hintergründe seines Schreibens:

"Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im Matthäusevangelium schon alle dastehen, in perfekten logischen Sequenzen, schärfer, als Wittgenstein es je gekonnt hätte, eine erschöpfende Analyse dessen, warum wir falsch sind und warum wir dadurch schuldig werden vor allem und vor jedem, nämlich bloß kraft unseres wahrheitsfernen Tuns. Eine literarische Form dafür zu finden ist sehr schwer, ich glaube, man kann keine Form dafür finden, dass wir falsch sind, keine ernste, denn eine Form, die sich vom Einverständnis des Lesers verabschiedet, ist keine Form, sondern für den Leser eine Zumutung, wie ja auch das Matthäusevangelium. Das größte philosophische Werk des Abendlandes. Das uns nichts sagt als bloß: Seid nicht. Das uns sagt: Wenn ihr aufhört, zu sein, dann seid ihr. Meine Damen und Herren, wenn wir uns im Matthäusevangelium wieder finden, dann immer nur auf der Seite der Hohepriester, immer auf der Seite der Kleingläubigen, der Rechthaber, der Schriftgelehrten und Sophisten. Also auf Seiten derer, die sich verteidigen, die verteidigen, was sie haben, als sei das richtig, das ist unser tägliches Brot, die Selbstverteidigung, aber dieses Brot hat uns Gott nicht gegeben, und übrigens auch die Philosophie nicht, und die Literatur auch nicht. Und Sie begreifen vielleicht gar nicht, was das ist. Da Sie alles, was Sie haben und tun und wollen und erlangen, für natürlich und gut halten, und wenn Sie kurz nachdenken würden, aber im Ernst nachdenken, kehrten Sie um, aber das werden Sie nicht tun."

Die unter dem Titel "Onkel J. Heimatkunde" vorgelegten gesammelten Kolumnen von Andreas Maier waren ein treffendes Beispiel dafür. Mit Spannung habe ich deshalb den ersten Band einer von ihm angekündigten, noch nicht begrenzten Romanreihe (man spricht von 10 Bänden) über seine Heimat, die Wetterau erwartet. Im Roman "Das Zimmer", vom autobiographischen Ich-Erzähler geschrieben, begegnet uns jener Onkel J. wieder. Sein Zimmer, in das sehr viel später der zu Lebzeiten des Onkels noch kleine Andreas Maier einziehen wird, sein Leben und seine Philosophie werden erzählt. Dazu nimmt Maier einen Tag aus dem Leben des Onkel und schildert seinen Ablauf vom frühen Aufstehen noch in der halben Nacht, seiner Fahrt nach Frankfurt, wo er arbeitet, seinen Diensten für die Familie nach seiner Rückkehr am Nachmittag und vor allen Dinge den Aufenthalt in seinem geliebten Forsthaus Winterstein, wo er seinen Schoppen trinkt. Onkel J. besitzt einen nazibraunen VW Variant, den er von seinem Schwager bekommen hat. Dieses Auto ist sein Ein und Alles, ermöglicht ihm die Momente von Freiheit, für die die lebt.

Maier schreibt (und deutet auch weitere Folgen seiner "Ortsumgehung" an):

"Ich bin bislang nie auf den Gedanken gekommen, über meinen geburtsbehinderten Onkel J. zu schreiben. Über ihn und sein Zimmer. Über das Haus und die Straße. Und über meine Familie. Und unsere Grabsteine. Und die Wetterau, die die ganze Welt ist. Die Wetterau, die für die meisten Menschen nach einer Autobahnraststätte benannt ist, A 5, Raststätte Wetterau. Und die heute in eine Ortsumgehungsstraße verwandelt wird. Die Wetterau ist eigentlich eine Ortsumgehungsstraße mit angeschlossener Raststätte. Wenn ich das sage, lachen sie. Und es war doch einmal meine Heimat. Meine Heimat, eine Straße, Und nun schreibe ich eine Ortsumgehung, während sie draußen meine Heimat ins Einstmals planieren, und ich beginne mit meinem Onkel in seinem Zimmer. Das ist der Anfang, aus dem sich alles ableitet."

Das Buch hat den Rezensenten, der unweit der Wetterau seine ersten drei Jahrzehnte verbracht und sie gut kennt, nachhaltig beeindruckt und bewegt. Jener vielversprechende Beginn einer traurig- verrückten Familiensaga, die mehr ist als das, eine Buchprojekt, das eine Reflexion sei will über Zeit und Zivilisation und, vergleiche das Eingangszitat aus Maiers Poetikvorlesung, die Würde des Menschen und wie sie erhalten werden kann.

Man wird abwarten müssen, ob Andreas Maier das hohe literarische Niveau über das ganze Romanprojekt über wird halten können. Das vorliegende Buch jedenfalls zeigt, dass er viel mehr ist als ein "Heimatdichter". Maier ist eine der wichtigsten Stimmen in der gegenwärtigen deutschen Literatur. Es nimmt deshalb nicht Wunder, dass "Das Zimmer" für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert worden ist.
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am 3. August 2015
Das Zimmer von Andreas Maier ist ein recht langatmiger, ziemlich ereignisloser Roman, der für sich genommen relativ wenig hat, an das ich mich länger erinnern werde.

Was mir gut gefällt, ist die Sprache, die Maier verwendet, wie er Sätze aufbaut und sie abschließt und welche Wortwahl er trifft. Auf dieser Ebene wirkt das Buch unglaublich geschickt durchkomponiert, was es auf der anderen Seite hin und wieder schwer zu lesen macht.

Tatsächlich ist der eigentliche Handlungsverlauf - nämlich ein Tag im Leben des geistig behinderten Onkel J - in meinen Augen nicht so spannend, wie die Verweise auf das Leben des Erzählers, auf die geschichtlichen Höhepunkte und die Eindrücke, die der Erzähler vermittelt.

An dieser Stelle sei gesagt, dass Das Zimmer sich in einen "Romanzyklus" einreiht, bei dem die Romane eventuell unheimlich voneinander profitieren können. Andeutungen können sich auflösen etc.

Als jemand, der nur dieses Buch aus der Reihe gelesen hat, bin ich noch nicht hinter das große Ganze gestiegen und habe leider auch keinen Anlass gefunden, mich mit den weiteren Romanen zu beschäftigen.
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am 3. Januar 2016
In "das Zimmer" setzt Andreas Maier seinem durch Zangengeburt behinderten Onkel J. ein Denkmal. Im ersten Kapitel stellt er seinen Onkel J. vor, wobei seine Erinnerungen an den Onkel direkt sinnlich durch den von ihm ausgehenden Gestank wieder ausgelöst werden. In den Kapiteln 2-9 erzählt er einen fiktiven Tag aus dem Leben seines Onkel J. aus dem Jahr 1969. Was sich langweilig anhören mag, entfaltet sich als dichtes ineinander von Erinnerungen, Vermutungen, Beschreibungen einer seelischen und einer wirklichen Landschaft aus Raum und Zeit der Wetterau und ihrer Menschen. Diese Mischung kommt satirisch liebevoll daher und am Ende hat man nicht nur Onkel J., sondern auch die Wetterauer lieb gewonnen, weil sie einem so vertraut vorkommen: Die Frauen mit den Kittelschürzen samt wabernden nackten Oberarmen, die Männer mit Zigarren im Mund und dem Hang zur nächsten Wirtschaft. Unabhängig von wissenschaftlicher Genauigkeit, versteht es Maier, sich ganz in seinen Onkel J. hineinzuversetzen, dabei hilft ihm, dass sowohl Maier als auch Onkel J. in der Familie Sonderlinge sind: "..., wir, die beiden Nichtsnutze in der Familie, er der Schichtarbeiter, ich bloß verzweifelt und immer zu Fuß unterwegs zwischen Bad Nauheim und Friedberg in meiner Not."(S.189) Als Kind hat Maier sich vor Onkel J. gefürchtet, als Erwachsener würdigt er des Onkels Glückseligkeit, der immer noch mit einem Bein im Paradies zu sein scheint, da er für seine Taten nicht verantwortlich zu machen ist und körperlich keinen Schmerz empfindet. Mit dem Onkel verbindet ihn auch das Zimmer, das sein Wahlarbeitszimmer wird, nachdem der Onkel schon lange Tod ist und Maier selbst in das Haus seiner vielen Erinnerungen in die Uhlandstraße einzieht. Jedoch wurde das Haus zwischenzeitlich entrümpelt und "Das Zimmer" ist der Versuch neben den Personen auch den Dingen wieder ihren alten vertrauten Platz zurück zu geben. Vielleicht mag die Sicht Maiers auf seinen Onkel mehr als einmal romantisiert erscheinen, jedoch entsteht im Roman eine lebendige Person, verbunden mit Mutter, Vater, Schwester, seinem braunen VW Variant, den Feldhasen auf der Wiese und den Rotkehlchen im Wald. Onkel J. ist wie Andreas Maier selbst von der Sehnsucht getrieben trotz Anders sein dazu zu gehören. Nicht nur einmal mischen sich in diesem gelungenen Heimatroman Ernst und Komik. Ein fulminanter Auftakt der Familiensaga Maiers, herrlich schön erzählt!
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